1.7 STADT MARKGRONINGEN LANDKREIS LUDWIGSBURG ORTSKERNATLAS BADEN-WURTTEMBERG

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.. ORTSKERNATLAS BADEN-WURTTEMBERG STADT MARKGRONINGEN LANDKREIS LUDWIGSBURG 1.7 LANDESDENKMALAMT BADEN-WÜRTTEMBERG LANDESVERMESSUNGSAMT BADEN-WÜRTIEMBERG ORTSKERNATLAS BADEN-WÜRTTEMBERG Herausgegeben
.. ORTSKERNATLAS BADEN-WURTTEMBERG STADT MARKGRONINGEN LANDKREIS LUDWIGSBURG 1.7 LANDESDENKMALAMT BADEN-WÜRTTEMBERG LANDESVERMESSUNGSAMT BADEN-WÜRTIEMBERG ORTSKERNATLAS BADEN-WÜRTTEMBERG Herausgegeben vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg und Landesvermessungsamt Baden-Württemberg im Auftrag des Innenministeriums Baden-Württemberg Konzeption, Texte und Abbildungen: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg Redaktion: Wolf Deiseroth Gesamtherstellung: Landesvermessungsamt Baden-Württemberg (Der Atlas erscheint in Einzellieferunge n; Heftnumerierung nach den Reg. Bez. Stuttgart (1), Karlsru he (2). Freiburg i. Br. (3) und Tübingen (4) sowie nach Erscheinungsfolge.). Stadt Markgröningen (1.7) 1987 Bearbeitet von Peter Findeisen Umschlagbild Markgröningen, Aufnahme der Altstadt von Südwesten (1987) ; Stuttgarter Luftbild El säßer Gm bh, Stuttgart; freigegeben durch Reg.Präsidium St uttgart, Nr. 9/76782 Kartog raphi sc he Bea r beitung Landesvermessungsamt Baden-Württemberg Alle Re c hte vorbehalten Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Landesvermessungsamt Baden-Württemberg (Karten), 1987 ISBN : Zu beziehen über: Landesvermessungsamt Baden-Württemberg Büchsenstraße 54, Postfach 1115, 7000 Stuttgart 1 und den Buchhandel IN HALTSVERlEICH N IS Seite Geleitwort des Bürgermeisters Vorwort der Herausgeber Der Ortskern im Kartenbild Karte I (Topographische Karte 1: 50000) Geographische Lage und Verkehrseinbindung Städtebauliche Entwicklung Frühmittelalterliche Ansiedlung und Stadtwerdung Stadterhebung und Reichsstadt Württembergische Amtsstadt Die neuere Entwicklung der Stadt Stadtanlage und Stadtgestalt heute Umgrenzung der Altstadt Stadtgrundriß Bauliche Schwerpunkte Hauslandschaft in der Altstadt Zusammenhängende historische Bebauung nach Straßen und Plätzen Literatur und Abbildungsnachweis Karten II und 111 (auf Falttafel am Schluß des Heftes) MARKGRÖNINGEN KREIS LUDWIGSBURG Stadt, Unterzentrum, Einwohner (Stand Ende 1986) Geographische Lage und Verkehrseinbindung Die Stadt Markgröningen, 15 km nordwestlich von Stuttgart gelegen und daher noch vom Verdichtungsraum der Landeshauptstadt berührt, ist mit dem Kreis Ludwigsburg der Region Mittlerer Neckar zugeordnet. Das den Ort von einer ganzen Reihe gleichlautender Gröningen unterscheidende, doch erst im 17. Jahrhundert üblich gewordene Beiwort Mark- bezieht sich noch auf die regionalgeschichtlich wesentliche Lage im früheren fränkisch-schwäbischen G renzbereich. Am Nordwestrand des vom nahen Hohenasperg (360m) beherrschten Langen Feldes- damit am nördlichen Ende des Strohgäus - entstanden, liegt Markgröningen zwischen dem unteren Glemslauf und dem Leudelsbach. Beide Gewässer münden in die Enz, deren Tal seit der Eingemeindung von Unterriexingen (1973) im Norden die Gemarkung begrenzt. Der Fernverkehr hat stets diese Lage gemieden: die Bundesstraße 10, Nachfolgerin der Römerstraße und mittelalterlichen Fernstraße von Ulm nach Speyer, führt in einiger Entfernung südlich und westlich der Stadt vorbei; von ihr zweigen nach Markgröningen mehrere Straßen ab, deren wichtigste in östlicher Richtung über Asperg weiter nach Marbach verläuft. Insgesamt gehen sieben Landstraßen von Markgröningen aus zu den nächsten Ortschaften. Seit 1916 besitzt die Stadt einen Eisenbahnanschluß zur Hauptstrecke Stuttgart-Bietigheim (Personenzugverkehr 1975 eingestellt). Die gegenwärtig im Bau befindliche Eisenbahn-Schnellstrecke Mannheim-Stuttgart durchquert mit einem 50 m hohen Viadukt das Glemstal und die Flur von Markgröningen. Über die Anschlußstelle Ludwigsburg-Süd besteht eine nahe Verbindung zur Autobahn Stuttgart-Heilbronn (A 81). Städtebauliche Entwicklung Frühmittelalterliche Ansiedlung und Stadtwerdung Schon früh bot die Landschaft um Markgröningen einer ackerbauenden Bevölkerung günstige Voraussetzungen zur Besiedlung, wie jungsteinzeitliche Funde im Stadtgebiet, keltische Gräber und Reste römischer Ge bäude in der näheren Umgebung belegen. Eine Siedlungskontinuität hat es gleichwohl erst seit der alamannischen Landnahme gegeben; vom Ortsnamen -ingen her ist eine Niederlassung in der Landnahmezeit sicher und durch ein Reihengräberfeld am Südostrand der Altstadt belegt. Die erste Benennung des Fleckens (locus) Gröningen im Jahr 779 setzt mit dem Ortsnamen Gruninga/Gruoninga schon eine Ansiedlung voraus. Diese kann in den Grundstücken gesehen werden, die bei der Quellmulde der Wette liegen, dem 1527 genannten quellenden brunn , wo sich angerähnlich die heutige Wettegasse und die von Osten her einmündende Stelzengasse erweitern. Südöstlich davon ist in den radial ausgeformten Grundstücken eine Siedlungsstruktur zu erkennen, deren Parzellen offenbar mit der späteren Stadtentwicklung korrigiert worden sind. Eine erste Kirche oberhalb der Wette dürfte im 7./8. Jahrhundert entstanden sein, ihr ursprüngliches Patrozinium SS.Petri et Pauli spricht für eine Verbindung zum elsässischen Kloster Weißenburg, von dem die Missionierung der Speyerer Diözese in diesem Raum ausging. Da Markgröningen später Sitz eines Landkapitels war, dessen Dörfer z. T. schon im 8. und 9. Jahrhundert bestanden, wird der Ort als Verwaltungsstützpunkt für die Glemsgau-Orte in karolingischer Zeit angesehen (Seiler). Auf diesem Weg könnte er in den Besitz der Grafen von Calw gelangt sein, bei denen er bis zum 12. Jahrhundert verblieb. Möglicherweise verknüpft sich schon vor der Mitte des 11. Jahrhunderts mit Markgröningen das Amt des königlichen Bannerträgers, das sog. Reichsfahnenlehen. Erster Lehensträger ist ein 1121 erloschenes, ursprünglich wohl rheinfränkisches Ministerialengeschlecht, das sich nach Gruningen benennt (May, Schramm). Ein für das Jahr 1139 belegter Hoftag König Konrads 111., der seit 1135 selbst Inhaber dieses Amtes war, dürfte im Zusammenhang mit diesem Lehen gestanden haben. Auf dessen Bedeutung ist es sicher zurückzuführen, daß Markgröningen vor der Festigung der württembergischen Herrschaft im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts zum Zankapfel der streitenden Parteien werden konnte. Als die Bedeutung des Reichfahnenlehens im 15. Jahrhundert verblaßte, hielten die Herzöge von Württemberg diesen Rechtstitel dennoch weiterhin aufrecht und führten die Reichsfahne bis 1817 in ihrem Wappenschild. Stadterhebung und Reichsstadt Gewiß hat die geistliche und weltliche Stellung des Ortes im 12. Jahrhundert schon ihren baulichen Ausdruck gefunden. Erschlossen ist davon allein in groben Zügen der Vorgängerbau der bestehenden Stadtkirche. Als im Westen turmlose Basilika wies er eine erhebliche, dem heutigen gotischen Bau nahekommende Breite auf (nach H. Schäfer). Ob neben ihm ein fester Hof des Ortsadel estanden hat, ist vorerst ungeklärt auffällig sind.j.d_enfalls die besonders gro en Grundstücke im Süden, mit dem heutigen Pfarrhaus und der ehemaligen deut-, sehen Schule. Im Zuge des in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Landweges werden sich jetzt Esslinger Gasse und Kirchgasse gebildet haben; damit hatte sich die alte Siedlung nach Westen ausgedehnt. ln diesem Erweiterungsgelände konnten auswärtiger Adel und geistliche Körperschaften Grundbesitz erwerben. Mit den neuen Gassen begann ein Strukturwandel, der die Ausformung des spätmittelalterlichen Stadtbildes entscheidend mitbestimmen sollte. Da weder eine dem späteren Stadtmauerverlauf vorangehende, enger gezogene Umwehrung vorhanden ist noch der heutige Wohnhausbestand über das 14. Jahrhundert hinaus zurückreicht, 9 bleibt eine Eingrenzung dieser hochmittelalterlichen Stadtsiedlung hypothetisch. Immerhin läßt sich die stadtähnliche Verdichtung an den erkennbaren Ausgängen ablesen: nördliche Wettegasse nach Norden, Stelzengase (vermutlich noch geradlinig) nach Osten, Esslinger Gasse nach Süden und die Mühlgasse (zum Glemstal hin) nach Südwesten; Esslinger Tor und Unteres Tor hatten auch in der späteren Stadtbefestigung Bestand. Während ein westlicher Ausgang über die heutige Vallandgasse zu den Weinbergen über dem Glemstal geführt haben mochte, war nach Nordwesten hin der Marktort über die Kirchgasse mit Unterriexingen verbunden. Vor dem Hintergrund des Ausbaues der staufischen Führungsrolle im deutschen Südwesten wird Markgröningen allgemein als späte staufisehe Stadtgründung der Zeit nach 1240 angesehen, denn noch im~ zeichnis der schwäbischen Städte von 1241 ist der Ort nicht verzeichnet. Anlaß derstadtgründung soll die Bedrohung des staufischen Königtums durch die rheinischen Kurfürsten gewesen sein, was- um der Sicherung der Reichsstraße Speyer-Uim willen - den Ausbau der befestigten Stadt nach sich gezogen hätte. Dagegen steht der Umstand, daß diese Straße in mehr als zwei Kilometern Abstand südwestlich der Stadt vorbeizieht und nur unter besonderem Aufwand von hier aus zu kontrollieren gewesen wäre. Wie schon im 12. Jahrhundert, als die Pfalzgrafen von Tübingen und die Grafen von Württemberg die weiter östlich gelegenen strategischen Punkte, den Asperg und das Gut Brachheim, besaßen, dürfte vielmehr die wirksame Kontrolle des nicht unwichtigen Glemsübergangs von Markgröningen von Wert gewesen sein. Auch war in der Mitte des 13. Jahrhunderts die Stadtwerdung zweifellos bereits soweit fortgeschritten, daß der Rechtsakt der Stadterhebung geboten war und mit diesem auch der Ausbau zu einem befestigten Ort einhergehen konnte. Da im Jahr 1257 Bürger (cives), Schultheiß und Altschultheiß (sculteltus, quondam sculteltus) genannt sind, wird zu diesem Zeitpunkt die Stadterhebung bereits einige Jahre zurückliegen. Für die Stadtentwicklung in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte der bedeutsame Frontwechsel der Württemberger Grafen, d. h. ihre Abkehr von den Staufern, weittragende Folgen: die für das Jahr 1252 gesicherte Belehnung des Grafen Hartmann von (Württemberg-)Grüningen durch den Gegenkönig Wilhelm von Holland ist nicht allein durch das kriegswichtige Eingreifen der Württemberger in den Kampf gegen die Staufer zu begründen, sondern erfolgte sicher auch auf der Grundlage älterer Ansprüche, die Hartmann wegen der Fahnenträgerschaft seines Oheims Konrad (1227/28) auf Markgröningen erheben konnte und die er bis zu seinem Tod unter Betonung dieser Würde auch aufrecht erhielt. Aus diesem Anspruch heraus erklärt sich die auffällige Förderung der Stadt, die sich zunächst an dem Neubau der Kirche (ca. 1260/72) erkennen läßt: gegenüber dem romanischen Vorgängerbau verlängert, wurde das Langhaus in den modernen Formen der in Esslingen eingeführten Gotik dominikanischer Prägung neu errichtet (s.u.). Graf Hartmann trat 1272 und 1277 bei dem Ausbau der Kirche in Erscheinung. Als er, seiner Reichslehen verlustig gegangen, 1280 in der Gefangenschaft auf dem Asperg starb, wurde er in dieser Kirche mit einem aufwendigen Grabmal bestattet, da ih m hier offenbar die Rechte eines Stifters zustanden. Hatte Hartmann daran gedacht, für seine Familie und Erben einen Stammsitz in Markgröningen zu begründen, so wurde damit auch der Bau eines Stadtschlosses notwendig. Die bisher dargestellte Entwicklung der Stadt verdeutlicht, daß es in ihr keinen Platz für eine Burganlage gegeben haben konnte, die landesherrlichen Ansprüchen des 13. Jahrhunderts genügt hätte. Erkennbar wird das Motiv, ein sicheres Wohnschloß im Nordwesten der heutigen Altstadt als Eckpunkt der dorthin erweiterten Stadt zu bauen, als Teil ihrer Befestigung und zugleich von der Stadt abgegrenzt. Für die Standortwahl sprachen mehrere Gründe. Denn wollte man Burgbau und Stadterweiterung miteinander verbinden, so gab es auf Grund der Geländesituation und dem bis dahin vorhandenen Straßennetz keine bessere Lösung. Dieser standen allenfalls die Lage an der zweitrangigen, doch zunehmend wichtiger werdenden Straße nach Unterriexingen und die Unübersichtlichkeit des Glemstales entgegen, weswegen wohl bald die Schlüsselburg als Vorposten über der Glems entstanden sein dürfte (vor 1535 abgegangen). Nachweislich wurde in den letzten beiden Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts die Stadtburg mehrfach vom königlichen Landvogt in Niederschwaben zu Festlichkeiten benutzt. Diese baulichen Vorgänge, mit denen die Stadt auf das Doppelte ihrer bisherigen Fläche erweitert wurde und die mit der Anlage eines Marktplatzes die Voraussetzung für eine grundsätzliche Veränderung der städtischen Struktur erhielt, fanden mit der Ummauerung sicher noch im 13. Jahrhundert ihren Abschluß. Ein Stadtbrand wird für 1291 genannt. Reichsstadt wurde Markgröningen noch im 13. Jahrhundert; das Siegel von Gruningen zeigt 1299 den Reichsadler. Neben der neuen, zweitürmigen Stadtkirche und der Stadtburg entstand als dritter Schwerpunkt ein Spital als Einrichtung des Spitalordens zum Hl. Geist und Tochtergründung von dessen Wimpfener Niederlassung. Am Unteren Tor, der Südwestecke der älteren Stadtsiedlung, könnte sein ausnehmend exponiertes und zum Glemstal hin aufgeschüttetes Gelände zuvor in herrschaftlichem Besitz gewesen sein. Mit der Erweiterung der Stadt wurde es aber in seinem fortifikatorischen Wert gemindert. Für das Jahr 1297 ist die Weihe des Spitals gesichert, seine Gründung, den näheren Umständen nach schon im 15. Jahrhundert strittig, wird in die reichsstädtische Zeit davor zu setzen sein. Der Konvent war zunächst klein. Um so auffälliger ist der noble Kirchenneubau aus der Zeit nach 1300, der auf vermögende Stifter schließen läßt. Konflikte des Spitals mit den Pfarrechten der Stadtkirche, die um 1300 noch ein Sohn des Grafen Hartmann innehatte, sprechen gegen eine Gründung durch dessen Familie, zumal diese sich an ihre Stiftung Heiligkreuztal hielt. Da die an der Stadtkirche längst bestehende, offenbar reiche Matthiasbruderschaft älter als das Spital ist, wird dessen Stiftung eher dem mit der Stadterweiterung vorauszusetzenden Zuzug ministerialer und patrizischer Familien zuzuschreiben sein. Nicht nur fü r das Bild der Stadt, sondern auch für ihre Wirtschafts- und Sozialgeschichte wird in der Folgezeit das Spital besonders wichtig. Somit hatte die Reichsstadt im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts ihre für die nächsten Jahrhunderte gültige Ausdehnung, Grundrißgestalt und ihre baulichen Schwerpunkte erhalten. Mit Esslingen, der bedeutendsten Reichsstadt des Neckarraumes, verband sie sich durch eine Eidgenossenschaft (Römer).ln die für ihr Ge- 10 1 Markgröningen im frühen 16. Jh., Ausschnitt aus einer Zeichnung A. Dürers: Belagerung des Hohenasperg, Die stark ve rein fachte und zugleich idealisierte Ansicht zeigt neben Bietigheim ( pyetyka ) die Stadt Markgröningen ( grüningen ) mit Stadtkirche (in der Mitte), Schloß, Zwingerhof und Oberem Tor (unten), umgeben von ihrem insgesamt viertorigen, im Norden (unten) geradlinig geführten Mauerring. schick höchst wechselvollen Jahrzehnte nach 1300 fällt die zeitweilige Verpfändung an die Württemberger (1301), die Bestätigung ihrer eigenen Gerichtsbarkeit durch König Albrecht I. (1304), die Belagerung der Stadtburg im folgenden Jahr und, nach militärischem Eingreifen Esslingens, die Wiederherstellung ihrer Reichsfreiheit im Zug der Auseinandersetzungen Württembergs mit dem Reich im Jahr1312. Schließlich wird 1322derMinisteriale Konrad von Schlüsselberg mit stadt und burch belehnt. Damit ist das Ende der reichsstädtischen Zeit gekommen. Besiegelt wird es im Jahr 1336, als das Lehen- einschließlich des Kirchenpatronats und des Fahnenlehens- auf königliches Geheiß durch Kauf an Württemberg übergeht. Fortan - und von den Bürgern im Jahr 1399 feierlich bestätigt - gehört Markgröningen zu Württemberg. 1 '3qb Württembergische Amtsstadt Seit 1336 saß ein Vogt im Schloß, das gegenüber der in Stuttgart entstehenden Residenz das Schattendasein eines gräflichen Verwaltungssitzes führte, auch wenn es von den Landesherren gelegentlich noch benutzt und später, so 1481, baulich verbessert wurde. Markgröningen war seit dem 14. Jahrhundert Amtsort und wurde später, nach Vergrößerung seines Amtsbezirks, Oberamt. Ackerbau, Viehhaltung und Weingärtnerei blieben die seit der frühen Ansiedlungszeit vorherrschenden Wirtschaftszweige. Die berufliche Aufgliederung der städtischen Bevölkerung, die von 303 steuerpflichtigen Bürgern (1396) auf 475 (1483) wuchs, ging denn auch von landwirtschaftlichen Bedürfnissen aus; zu den Müllern, Schäfern, Wagnern, Böttchern und Küfern traten Sattler, Weber, Metzger, Bäcker und Bader. Für das Bild der Stadt wird noch im 14. Jahrhundert eine lockere Bebauung vorauszusetzen sein; in wenigen Steinhäusern wohnten Angehörige des Adels. Mit dem zunehmenden Ausbau der ummauerten Stadt gliedern sich ihr in spätmittelalterlicher Zeit eine Reihe von Baulichkeiten in der unmittelbaren Umgebung an: die Mühlen im Glemstal (Bruckmühle- genannt , Spitalmühle, Obere und Untere Mühle), das Hochgericht am Vaihinger Weg, das Siechenhaus auf dem Benzberg und die Ziegelhütte (1424). Bedeutungsvoll für die weitere kulturelle Entwicklung war die frühe Einrichtung einer Lateinschule (1354 belegt; Neubau am Kirchplatz 1486) wurde das neue Rathaus am Marktplatz gebaut, nachdem zuvor ein Haus in der Kirchgasse, rückwärtig am Kirchhof gelegen, als Rathaus gedient hatte (möglicherweise ein 1304 als domus... contigua cimiterio beschriebenes Haus; dieser Vorgängerbau wird nunmehr als altes Kaufhaus (1444) bzw. altes Rathaus (1446) be- 11 ~u!nittgett. 2 Markgröningen im frühen 17. Jh., Ansicht von Matthäus Merian (Topographia Sveviae, 1643); Blick auf die Südostseite der Stadt mit der Stadtbefestigung zwischen Esslinger Tor (links), Ostertor (mit Zwingertor davor) und einem Mauerturm auf der Nordseite (rechts). Hinterdem Mauerzug sind Spitalkirche (links), Stadtkirche (mit Dachreiter auf dem Chor), Rathaus und Schloß (rechts der Kirche) zu erkennen. zeichnet, und vielleicht waren auch ein Schenkhaus und eine Fleischbank (1424) mit ihm verbunden). Mit dem Neubau verlagerten sich die wichtigsten städtischen Funktionen zum Marktplatz hin. Wie das wenige Jahre zuvor entstandene Esslinger Brot- und Steuerhaus war der große Neubau des Markgröninger Rathauses für eine Vielzahl von Aufgaben bestimmt, die bis zum 18. Jahrhundert noch Bestand hatten: er war Kaufhaus, Salz-, Waag- und Fleisch haus, Standort der Metzgerbänke und der Feuerlöschgeräte, vor allem aber Gerichtsstube, Ratssaal, Bürgersaal und Tanzboden.- Mit diesem Bauwerk wurden alle bisher in der Stadt bestehenden bürgerlichen Bauten übertroffen. Der Marktplatz war bereits geschlossen umbaut, als um vor die Einmündung der Gerbergasse die Herberge Krone gesetzt und damit der Front des Rathauses ein fast ebenbürtiges Fassadenbild zur Seite gestellt wurde. Von der Mitte des 15. Jahrhunderts an entstanden dann auch in den Hauptstraßen große mehrstöckige Wohnhäuser in dichter Reihung der Giebelfronten. ln der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts erfuhr die Stadtkirche wesentliche bauliche Erweiterungen. Das südliche Seitenschiff, das bereits vor 1400 einen polygonalen Kapellenanbau westlich seines großen Portals erhalten hatte, wurde 1459 mit einer weiteren Kapelle östlich davon ausgestattet, so daß mit der damit bewirkten Einfassung des Portals die gesamte Südfront zum Kirchhof hin prospekthaftaufgewertet wurde erfolgte dann der Bau des neuen Langchores (Aberlin und Hänslin Jörg), der seitdem sämtliche Wohnbauten des Kernbereichs überragt. Trotz wirtschaftlicher Probleme in der Zeit um 1470 erlebte das Spital unter dem Spitalmeister Johannes Betz in der Zeit um 1500 eine zweite Blüte, die sich in einer regen Bautätigkeit an der Kirche (u. a. Turm bau) und den Spitalgebäuden äußerte. Auf dem Freigelände vor dem Schloß wurde mit den landesherrlichen und städtischen Fruchtkäste,n, Zehntscheuern und Keltern (1425 genannt) im 15. und 16. Jahrhundert eine von den Wohnquartieren deutlich unterschiedene Bebauung angelegt und als besonderer Bezirk abgegrenzt. Südlich davon fanden die bescheidenen Gebäude des seit 1406 bestehenden Terziarinnen-Konvents einen Platz; das Klösterlein bestand nur bis DaßGrat Eberhard im Bart 1480 den Verlauf der Reichsstraße über Markgröningen anordnete (bis um 1600 gültig), ist als wirkungsvolle Fördermaßnahme für diese Stadt zu werten; für ein Jahrhundert gehört
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