100 MIESE DATES und die Suche nach der Liebe

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100 MIESE DATES und die Suche nach der Liebe Die Eventmanagerin Nadine Kretz rutschte als Single ungeplant in die Öffentlichkeit. Während sie gestern noch ihr Privatleben vor der Außenwelt verschloss,
100 MIESE DATES und die Suche nach der Liebe Die Eventmanagerin Nadine Kretz rutschte als Single ungeplant in die Öffentlichkeit. Während sie gestern noch ihr Privatleben vor der Außenwelt verschloss, fand sie sich plötzlich unter den begehrtesten Singles Deutschlands in Zeitungen, einem Magazin und in einer Unterhaltungsshow wieder. Dabei wollte sie doch nur ihren Mister makelbehaftet Perfekt kennenlernen und keinen Weg unversucht lassen. Mit der Frage nach dem Warum stolperte sie von einer Dating-Katastrophe in die nächste und stellte ihr Leben noch einmal ordentlich auf den Kopf. Ihre Abenteuer und Erlebnisse verhalfen ihr zu neuen Schlussfolgerungen, die sie heute als Autorin und Coach weitergibt. Die meisten Menschen verschließen ihr Herz vor der Liebe aufgrund negativer Erlebnisse und tief sitzenden Verletzungen. Wir blockieren und sabotieren uns selbst, in dem festen Glauben, die Schuld beim Anderen suchen zu können. Der Weg zu uns, ist der Weg zur Liebe! Nadine Kretz 100 MIESE DATES und die Suche nach der Liebe Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar 2017 Nadine Kretz Umschlaggestaltung: Lektorat: Ann-Kathrin Pauls Herstellung und Verlag: BoD Books on Demand, Norderstedt ISBN: Inhaltsverzeichnis Vorwort 9 Waldfee trifft Walking Dead 11 Singletheorien 17 I. Zu wählerisch 18 II. Die falsche Stadt 19 III. Vergeben oder bescheiden 22 IV. Schwieriges Alter 24 V. Generationsproblem 30 VI. Beziehungsunfähig 34 VII. Erst mal allein klar kommen 36 VIII. Verzweiflung und fehlende Hoffnung 38 IX. Selbstverwirklichung 39 X. Gewohnheit und Komfortzone 41 XI. Verpasste Gelegenheiten 43 XII. Komplizierte Wirtschaft 44 XIII. Kein Respekt und geringe Wertschätzung 47 XIV. Schlimme Kindheit und schlechte Erfahrungen 49 Von A bis Z 51 Verkupplung und Nötigung 78 Tick tack 82 Wie kommt es zu Dates? 85 Der Date Rechenschieber 92 Spiele, die keiner spielen will und doch gespielt werden 95 Dosenwurst statt Jagdinstinkt 101 Bäumchen wechsle dich 104 Steht er auf mich? 106 Taten sprechen lassen 112 Auf wen stehe ich? 116 Halbe Kerle 123 Digitaler oder analoger Eierkocher 128 Real Life 131 Passende Gelegenheiten 139 Online Dating 141 Begehrtester Single Deutschlands 147 Vom Online Dating zum verrückten Medienrummel 150 Online Müdigkeit 154 Sonstige Aktivitäten 156 Die zweite Socke 158 SSE - Sonstige Single Events und Alternativen 160 Afterwork 161 Speed Dating 164 Wanderung 165 Der Kneipenkiller 167 Kochevent 169 Ladies meet Gentlemen 173 6 Oldschool 174 Singlereisen 178 The show must go on 188 Bühne frei bis Date Nummer Drei 194 Liebesstatistik Hopp oder Flop 199 Männer sind wie Schuhe 205 Der unbewusste Feind 206 Warum eigentlich? 208 Schönheit und Sicherheit 210 Tiefkühlpizza statt Candle Light Dinner 212 Supersingle statt Langzeitsingle 216 Gedankenrevolution 220 Mit Imagewechsel ins Irrenhaus 223 Das weiße Bild 228 Vom Partygirl zur Couchkartoffel 231 Vorsicht bissiger Hund 233 Masel tov 236 Fünf Regentage 242 Silvester Single 245 Das Partner Formel Fette Wette 251 Cash Dates 252 Schleich dich Scheich 254 Traumtaler Date 256 Die Welt war eine Scheibe 259 7 Trennungsschmerz 262 Hungerspiele 267 Der Italiener 271 Nachwort 277 Danksagung 278 Literaturverzeichnis 279 8 Vorwort Und noch ein Single Buch. Die Hälfte von denen hatte ich als Langzeitsingle schon gelesen, mit den Hinweisen, sich wie eine Göttin, Biest, Füchsin oder Königin zu fühlen. Doch was hatte sich verändert? Die Botschaft war ein gesundes Selbstbewusstsein. Sich selbst bewusst sein ist zwar eine wichtige Grundlage und hilfreich, aber keine Garantie, sich den Mann fürs Leben zu verschaffen. Ich war schon seit vier Jahren Single und wohnte in einer Großstadt mit tausend anderen Singles Tür an Tür. Der Mann ließ trotzdem auf sich warten. Woran lag das und wie sollten wir Frauen damit umgehen? Die Thematik bot genügend Stoff, dass auch ich ein Buch damit füllen konnte, um den Markt mehr kreativ als intellektuell zu ergänzen. Wenn ich mich auf einem Gebiet auskannte, dann war es, wie das Leben als Single funktionierte. Ich würde Sie gerne in meinem Buch duzen, weil ich eine persönlichere Ansprache wählen möchte und hoffe auf Ihr Einverständnis. Des Weiteren erzähle ich aus der Frauenperspektive und selbstverständlich gibt es wunderbare Männer. Zugegebenermaßen hatte ich früher nicht sonderlich viele davon getroffen, aber sie existieren. Den richtigen Partner fürs Leben zu finden oder die Person, mit der man den Rest davon verbringen möchte, ist eine Kunst. Aber wie findet man ihn oder müssen wir Abstriche machen? Wollen wir uns mit einhundert oder achtzig Prozent Partner-Wunscherfüllung zufrieden geben? Suchen wir einen makellosen Mann? Die ideale Frau? Dann wird die Suche wohl niemals enden. Aber es gibt ein perfektes Gegenstück für uns bei dem unsere achtzig zu einhundert Prozent werden. Auf dem Weg dahin gibt es eine Menge Hürden auf beiden Geschlech- 9 terseiten. Die Frauen stehen den Männern in ihrer Absonderlichkeit oft in nichts nach. Das behauptet Mann zumindest, und es könnte in der Tat etwas dran sein. Jeder Mensch ist einzigartig und meistens eben auch eigenartig. Ich bedanke mich bei all meinen Dates für die spannenden Erfahrungen auf dem Weg zu meinem Mister makelbehaftet Perfekt und den Fröschen, die ich bis dahin küssen musste. Realitätsbezogener Inhalt. Namen, Gegebenheiten, Handlungen und Orte teilweise verändert oder verfremdet. 10 Waldfee trifft Walking Dead Schon wieder ein Date? Wirklich? Mittlerweile war ich es schon fast leid. Aber was soll s! Ich hatte ohnehin nichts Besseres vor. Zwar hätte ich mich auch um meinen Umzugskarton kümmern können, aber was für eine Rolle spielte es, ihn ausgerechnet heute auszuräumen? Schließlich stand das Ding schon zwei Jahre in der hintersten Ecke meiner Abstellkammer. Isolation war also kein Fremdwort für den Karton! Was da wohl drin war? Vielleicht würde ich ihn eines Tages einfach ungeöffnet in die nächste Wohnung schleppen, nämlich in die meines Freundes. Manchmal geht das ja schneller als man denkt. Sagen zumindest die Frauen, die es nicht mal alleine bis auf die Damentoilette schaffen. Vielleicht traf ich heute endlich den Mann meiner Träume. Gutaussehend, intelligent, humorvoll, charmant, zuverlässig und aufmerksam. Da konnte ich mich doch nicht um mein geordnetes Chaos kümmern. Außerdem brauchte ich einen neuen Bekanntenkreis. Oder ganz generell mal ein paar Freunde im Umkreis. Ich arbeitete zu viel und meine Kollegen waren alle verheiratet. An welcher Ecke fand ich neue Freunde? Neue Single Freunde? Was hatte ich nur die letzten Jahre in der neuen Stadt gemacht? Gedatet was das Zeug hielt. Konnte das nicht irgendwann aufhören? Was tat man nicht alles, um der Liebe auf die Sprünge zu helfen. Das war wichtiger als einen alten Karton auszumisten. Und ein bisschen mehr Sport könnte mir nicht schaden. Aber bevor ich weiter darüber nachdachte, mich mit körperlicher Aktivität zu quälen, entschied ich mich für das Date an der frischen Luft und meiner potenziellen neuen Liebe. Es war ein herrlicher Herbsttag, um meine Online Bekanntschaft Waldemar bei einem Spaziergang zu treffen. 11 Erstaunlich nur, dass wir schon Dezember hatten. Warme vierzehn Grad im Winter. Die Sonne strahlte durch die farbenfrohen Blätter, es roch herbstlich und die frische Brise auf meiner Haut war durch die Bewegung sogar für eine Frostbeule wie mich, gut zu ertragen. Unter zwanzig Grad zitterte ich wie Espenlaub und manchmal lief es mir auch bei dem einen oder anderen Mann eiskalt den Rücken runter. Da standen nun er, ich und meine Hoffnung, die sich schon bald wieder im Erdboden vergraben sollte. Bist du aus Düsseldorf, was machst du so? Waldemar eröffnete das Gespräch mit der typischen Einstiegsfrage. Und da er bei mir schon in den ersten drei Sekunden für den Wunsch nach einem Wiedersehen durchgefallen war, hatte ich keinen Drang ihn auch nur annähernd zu beeindrucken. Ich bin hergezogen wegen des Jobs, arbeite als Eventmanagerin und komme ursprünglich aus einem kleinen Weinort an der Mosel. Und nein, ich war noch keine Weinkönigin. Nicht verheiratet, keine Kinder, deswegen keine Schwangerschaftsstreifen, aber trotzdem Cellulite am Arsch. Und du so?, grinste ich ihn fordernd an. Ich nahm selten ein Blatt vor den Mund und das konnte sogar einen gestandenen Mann abschrecken. Auch bei meinem Wald-Date bevorzugte ich weiterhin die ehrliche, direkte Variante. Du siehst auf den Bildern ganz anders aus!, platzte es aus mir heraus. Hast ganz schön abgenommen. Leider war es in diesem Fall nicht so positiv gemeint wie es sich anhörte. Mein knochiges Spaziergangs-Date hatte ein eingefallenes Gesicht und seine Körpergröße von über einem Meter neunzig schmeichelte seinem Alter mit Mitte 12 vierzig in keiner Weise. Er hatte in einem Jahr etwa zwanzig Kilo abgenommen und das aus voller Überzeugung. Hoffentlich war er nicht magersüchtig und kämpfte täglich mit seinem Essen und sich. Der hagere Mann hatte optisch nichts mehr mit der Person von den Bildern zu tun. Ich wies ihn beim Kennenlern-Telefonat darauf hin, dass ich mir meine langen Haare wenige Zentimeter abgeschnitten hatte, damit er wegen der leicht veränderten Optik nicht irritiert sein würde. Dass ich meine Naturlocken oft mit einem Glätteisen malträtierte, konnte er in meinem Profil lesen. Er vergaß im Gegenzug dazu zu erwähnen, dass er sich runtergehungert hatte und mein Spaziergang zum Walking Dead wurde. Normalerweise überraschten mich die Jungs mit deutlich mehr Gewicht oder kleinerer Körpergröße als sie angegeben hatten. Drastisch dünner war mir neu und offenbar nicht immer von Vorteil. Egal wie viele Dates man schon hatte, es gab ständig Außergewöhnliches. Irgendwann festigte sich mein Glaube, dass mich nichts mehr erschüttern konnte. Ein Irrtum! Die Jungs ließen sich immer neue Absonderlichkeiten einfallen. Wie eine sich immer wiederholende Pannenshow. Was erwartete mich heute noch von Walking Dead? Wohl kaum die Liebe meines Lebens. Hätte ich mich wohl doch besser um den Karton gekümmert! Bei meinen folgenden Schritten konzentrierte ich mich auf den Waldboden und die Farben des Laubs. Ich bevorzugte, die kriechenden Erdbewohner zu beobachten, anstatt ihn anzuschauen. Ich würde dich gerne wiedersehen, unterbrach er meine Gedanken. Ich war mir nicht sicher, ob ich es als Kompliment oder Drohung sehen sollte und ließ es unkommentiert. Anschließend überhäufte er mich mit Nettigkeiten, bis er auf- 13 gebracht über Politik und Religion philosophierte. Er metamorphosierte vom Walking Dead zum Talking Dead. Seine Ansicht, dass Jesus samt Aposteln aus drogenabhängigen Hartz-IV-Empfängern bestand, konnte ich nicht teilen, geschweige denn, dass ich mir jemals den Kopf darüber zerbrechen wollte. Jesus saß gelangweilt im Sand und war zu faul, um sich in die Gesellschaft zu integrieren. Als er aufhörte zu kiffen, schritt er durch die Wüste. Es folgten ihm nicht nur eine lange Dürre, sondern auch seine unterbelichteten Analphabeten. Von wegen Heiliger! Eine Randgruppe, die nichts Besseres in ihrem jämmerlichen Leben zu tun hatte! Heute würden sie uns unsere Steuergelder aus der Tasche ziehen! Der Sohn Gottes war also ein minderbemittelter Sozialhilfeempfänger? Warum regte ihn das überhaupt auf? War er der reinkarnierte Pontius Pilatus? Meine Wiedergeburts- Theorie fand ich wesentlich spannender als Walking Deads Worte zum Kirchensonntag. Über was man sich alles bei einem Date Gedanken machen sollte. Waren Beziehungsthemen, Ziele, Wünsche, Hoffnungen und Kompatibilität nicht schon herausfordernd genug? Ich hatte nicht vor, das Thema zu vertiefen. Meine Begeisterung über seine darauf folgenden Ansätze der sexistischen Darstellung und Wertlosigkeit der femininen Gesellschaft hielten sich in Grenzen und ich fertigte ihn mit einem nüchternen Aha ab. Keine Ahnung, welcher Dämon in ihn gefahren war. Sollte ich zu seinem Exorzisten werden? Vielleicht sollte ich mich über Fort-und Weiterbildungsmaßnahmen informieren. Er beruhigte sich, seine Stimme wurde gelassener und er fragte: Gehst du gerne ins Kino? Schon, entgegnete ich und fügte in Gedanken ein aber nicht mit dir hinzu. Offensichtlich spürte er 14 meine negativen Schwingungen zu seiner Person. Nach diesem angeregten Date hatte ich nie mehr von ihm gehört. Ich war vermutlich auch nicht gerade sein schönstes Date. So oder so ähnlich verliefen meine Verabredungen für gewöhnlich. Was stimmte denn da nicht? Lag es an mir oder gab es keine normalen Männer mehr? Was bedeutete überhaupt normal? Oder angelte ich immer wieder im falschen Teich? Ich musste der Sache auf den Grund gehen. Es war definitiv schwer, einen adäquaten Mann kennenzulernen. Nett, ehrlich, zuverlässig, treu, clever, attraktiv, guter Job, humorvoll mit ähnlichen Interessen und Zielen, der dazu noch in meiner Nähe wohnte? Zu hoch gestapelt und zu anspruchsvoll? Warum? Das bekam er doch auch geboten! Außerdem hatte ich schon versucht, Abstriche zu machen! Bei Männern, die mich schon vor dem ersten Date belogen, ohne jeglichen Humor oder langweilig waren. Ehrlichkeit und gute Kommunikation waren nicht mehr verhandelbar, also kürzte ich bei Attraktivität und Wohnort. Eine Fernbeziehung? Da hing ich stundenlang am Telefon und die Wochenenden gehörten der überfüllten Verkehrslage auf Deutschlands Straßen. Die Freizeitplanung drehte sich ausschließlich um den entfernten Partner. Kein Platz mehr für Freunde und Hobbys. Obwohl beides in meinem Leben rar war, kam eine Fernbeziehung für mich nicht mehr in Frage. Dann blieb nur noch die Attraktivität als Eingrenzungskriterium. Ich musste ihn nur lange genug treffen, bis ich mich in seinen Charakter verliebte und das Aussehen keinerlei Rolle mehr spielte. Ich könnte im Bett ein Kissen auf sein Gesicht legen und in der Dunkelheit waren doch alle Katzen grau. Oder er ließ sich einen modischen Yeti-Bart stehen, dann sah man nichts mehr von ihm außer Haare. Dieser Trend war mir 15 ohnehin unbegreiflich. Ich mochte kein Fell und keine langen Haare bis auf einen sexy Drei-Tage-Bart. Ich war nicht der Typ, der gerne bei anderen Leuten in den Haaren rum kraulte. Die ersten drei Dates konnte ich mir das vielleicht selbst noch weismachen, aber dann wurde auch mir klar, dass er mir wenigstens ein bisschen gefallen musste. Jeder der behauptet, dass Aussehen keine Rolle spielt, spielt meiner Meinung nach selbst eine Rolle. Attraktivität liegt im Auge des Betrachters. Und bevor ich Quasimodo heiratete, blieb ich lieber Single. Alleinsein war für mich kein Problem. Schließlich wusste ich, auch ohne den Glöckner von Notre Dame zu ehelichen, wie es ging, sich zu beschäftigen. Kein Grund, sich vor Einsamkeit vom Kirchturm zu stürzen. Ich war wahrhaftig gerne allein und hatte keine Angst davor. Ich verdiente mein eigenes Geld, konnte tun und lassen was ich wollte, musste nie Rechenschaft ablegen oder Kompromisse eingehen. Das Wort Langeweile existierte in meinem Sprachgebrauch nicht. Ich reiste, machte gelegentlich Sport, traf meine Freunde, telefonierte und war Herrin über mein Fernsehprogramm. Genau aus diesen Gründen war allein sein besser als zweisam einsam. Eine Wahl, die unzählige Menschen für sich nicht getroffen hatten und mit Mitte dreißig die erste Scheidung in Angriff nahmen. War es nicht toll, dass ich diese Phase mit meiner persönlichen Freiheit galant übersprungen hatte? Mit jedem Geburtstag und Singlejahr wuchs meine Wahrscheinlichkeit auf ein Bis dass der Tod euch scheidet. Ich blieb optimistisch: Mein Glas war halbvoll, nur den Inhalt und meine Männerwahl sollte ich überdenken. 16 Singletheorien Warum war ich Single? Stundenlang hatte ich mir darüber den Kopf zerbrochen. Woran konnte es liegen, obwohl ich viele Männer kennenlernte? Freunde, Bekannte und Familie versuchten mich zwanghaft an den Mann zu bringen. Sie folterten mich mit ungebetenen Ratschlägen und hielten mich, trotz meiner Lebensfreude, für verzweifelt. Andere konnten es nicht verstehen und entdeckten auch keinen offensichtlichen Grund. Vergebene Männer, Schwule und anderweitig männliche Zeitgenossen, die für eine Beziehung mit mir nicht in Frage kamen, waren irritiert. Wie ist es möglich, dass eine attraktive Frau wie du, mit der man sich sogar unterhalten kann, noch single ist? Wenn du nicht hässlich bist, musst du verrückt sein! Danke für die Blumen und das Kompliment, das hunderte Single-Damen ebenfalls verdienten. Es gibt so viele fantastische Frauen, die Singles sind. Aber warum eigentlich? Schließlich machte ich das einzig Richtige: einen aussagekräftigen, kleinen Psychotest, der sich mit der Frage nach dem Warum beschäftigte. Ein Versuch, meiner Lösung auf die Sprünge zu helfen, mit folgendem Ergebnis: Single auf längere Zeit: Sie sind aufgeschlossen, experimentierfreudig und lernen schnell neue Leute kennen. Außerdem sind Sie optimistisch und kompromissbereit. Warum Sie noch Single sind, ist uns ganz ehrlich auch ein Rätsel! Vielleicht sind mögliche Partner zur falschen Zeit am falschen Ort? Sie machen alles richtig. Eventuell fehlt Ihnen nur das nötige Quäntchen Glück. 17 Ähnlich erfolgreich wie das Tageshoroskop. Für jeden etwas dabei. Aber der Test brachte es auf den Punkt und mich zum Lachen. Wirklich geklärt war die Frage allerdings immer noch nicht. Woran lag es, dass wir noch alleine auf dem Fahrersitz durch die Welt düsten? Falsches Auto? Verrostete Karosserie? Fehlende Sonderausstattung, defekter Tempomat oder ein veraltetes Navi? Wurde meine Route einfach nur nicht neu berechnet? Ich glaubte, mein Park-Distance-System war wohl zu fein justiert. Vielleicht konnte ich mit meinem Bewusstsein in Reparatur gehen? Ich fand meinen mechanischen Defekt in diversen Theorien und durchdachte die Frage, weshalb so viele tolle, selbstbewusste Frauen Singles sind. Theorie I - Zu wählerisch War ich wirklich zu wählerisch? Das Patentrezept aller Erklärungen! Zumindest von Menschen, die in einer Beziehung steckten. Meine persönliche Meinung dazu war ein klares Nein. Außerdem war ich nicht bereit, mit irgendjemandem zusammen zu kommen, um meine Einsamkeit zu kompensieren. Dazu fehlte die Voraussetzung, dass ich mich tatsächlich einsam fühlte. Ich suchte das große Ganze und meinen passenden Deckel zum Topf. Mich mit einer wahllosen Abdeckung zufrieden zu geben, reichte mir nicht. Ich wollte mich wohl fühlen. Ich wollte Mr. Right, der makelbehaftet sein durfte. Er musste nicht perfekt, sondern das Gegenstück zu mir sein. Ein Mann, dessen Launen ich ertragen konnte, und der meine mit einem Lächeln erwiderte. Ich wollte morgens neben jemandem aufwachen, der mich genauso liebt, wie ich bin und für den 18 ich jeden Tag dankbar war, dass Gott uns zusammen geführt hatte - oder Amor. Wo steckte der Liebeskauz eigentlich? War er neben Jesus unter die arbeitslosen Hartz-IV- Empfänger gegangen? Ich fühlte mich von ihm vernachlässigt, gemobbt und betrogen. Alles musste Frau selber machen, her mit Pfeil und Bogen! Aber auf wen sollte ich schießen? Wo war mein Objekt der Begierde? Vergeuden wollte ich meinen Pfeil nicht. Ich behielt ihn erst mal noch, bevor ich mich dazu entschloss ihn abzufeuern und schmückte ihn zwischenzeitlich mit Glitzersteinchen. Ja, ich war wählerisch, sehr wählerisch, aber auf keinen Fall zu wählerisch. Theorie II - Die falsche Stadt Drei Jahre zuvor traf ich im Dorfkino meiner Heimat eine alte Schulfreundin. Ich saß den ganzen Film über neben ihr und hatte sie erst bemerkt, als ich das Kino verlassen wollte. Das letzte Mal sahen und hörten wir uns vor fünfzehn Jahren. Chrissi? Das ist ja ein Zufall. Wie geht es dir? Bist du auf dem Land geblieben? Verheiratet, Kinder? Sie fasste ihr Leben in zwei Sätzen zusammen: Ich habe meine Ausbildung zur Erzieherin gemacht und seitdem lebe und arbeite ich hier. Ich war vierzehn Jahre in einer Beziehung und bin jetzt seit kurzem getrennt. Das klang l
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