12 D i e Z e i t s c h r i f t d e r D E U T S C H E N J U G E N D F E U E R W E H R Dezember PDF

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43. Jahrgang lauffeuer Postvertriebsstück G 3667 I ISSN D i e Z e i t s c h r i f t d e r D E U T S C H E N J U G E N D F E U E R W E H R Dezember 2016 Hoher Besuch Wir über uns 14 Reportage
43. Jahrgang lauffeuer Postvertriebsstück G 3667 I ISSN D i e Z e i t s c h r i f t d e r D E U T S C H E N J U G E N D F E U E R W E H R Dezember 2016 Hoher Besuch Wir über uns 14 Reportage Anerkennung für die vielfältige Arbeit der DJF: Die Bundeskanzlerin hat ein Ohr für die Jugendfeuerwehr Nichtsahnend trinke ich bei einem Redaktionsgespräch meinen Kaffee: Milena, möchtest du die Bundeskanzlerin sehen? Solche Fragen können auf dich zukommen, wenn du Teil des lauffeuer-teams bist Meine Antwort natürlich... Ja! Im Rahmen des Integrationsgipfels besuchte Frau Merkel zusammen mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Staatsministerin (puh, langer Name) Frau Aydan Özuǧuz die Berliner Jugendfeuerwehr Wedding. Schnell meine Sachen in den Rucksack geworfen, machte ich mich am Sonntag, den 13. November, also auf in Richtung Hauptstadt. Der Abend davor Bei einem Abendessen und Briefing vor dem großen Tag werden unter den Verantwortlichen letzte Absprachen zum Ablauf getroffen. Auch ich erhalte letzte Instruktionen und Hintergrundinfos für das große Event. In Wedding gibt es einen Migrantenanteil von um die 30 bis 50 Prozent, noch 2002 gab es aber kein Kind in der Jugendfeuerwehr, das nicht deutscher Herkunft war. Anfänglich war es schwer, für die Integration in die Jugendfeuerwehr zu werben. Durch den Tag der Offenen Tür kamen zum Beispiel nicht so viele Neumitglieder mit Einwanderungsgeschichte wie erhofft. Mit dem Partner Feuerwehr-Schulprojekt unter der Leitung von Lehrer Wassermann kam 2013 dann die Kehrtwende. Nun waren mehr Kinder mit Migrationshintergrund dabei. Das Vielfaltprojekt der DJF unterstützte die interkulturelle Öffnung und begleitet die JF Wedding mit Vielfalt besser umzugehen. Sensibilisierung, Qualifikation, Tandems/Mentoring und Entwicklungsprozesse standen im Fokus. Ein externer Blick tat gut. Darum wurden Cihad Taşkin und Ute Latzel (DIL Diversity Management & Interkulturelle Kompetenz Frankfurt) als Trainer und Kooperationspartner gewonnen. Dann habe ich noch kurz die Chance, mit Bela und Manuel zu reden, bevor diese ihren letzten Facebook-Live-Auftritt für diesen Tag (um 23 Uhr!) abliefern: Heute war nochmal sehr anstrengend und irgendwie verrückt und nett: wie oft plant man schon den Besuch von so hohen Gästen? Aber die Kinder und wir freuen uns!, sagt Manuel sichtlich erschöpft. Spannend ist auch, wie viele sich plötzlich für die JF Wedding interessieren und sich auch dem Thema Integration zuwenden. Bei früheren Events haben wir schon versucht, die Medien heranzuziehen, zum Beispiel die Abendschau unsere Lokalnachrichten, angefragt aber jetzt mit dem,zugpferd Kanzlerin funktioniert es. Schon seltsam, wenn man in die gewohnte U-Bahn steigt und plötzlich Nachrichten über den Besuch auf den Bildschirmen sieht, lacht er. Schon seit vor den Sommerferien, seit der Bewerbung um den Besuch der Kanzlerin, rödelten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Wedding. Ein Besuch der Bundeskanzlern ist kein Pappenstiel, hier mischt nicht nur das Bundeskanzleramt und die zugehörige Presse- und Eventmanagementstelle mit, auch das Bundeskriminalamt, das sich um die Sicherheit vor Ort sorgt, möchte ein Wörtchen mitreden. Für die Mitverantwortlichen Bela und Manuel war das eine wuchtige Aufgabe. Uwe Danker, der als Bildungsreferent in der DJF für Die JF Wedding das Projekt verantwortlich ist, berichtet von der beeindruckenden Eigenleistung der zwei sehr ehrgeizig Engagierten. Es galt unter anderem, die Vorführungen zu planen, die der Bundeskanzlerin und Staatsministerin einen Eindruck von der Verschiedenheit und Bedeutung der Aufgaben in der Jugendfeuerwehr vermitteln sollten. Aus dem Gedankenspiel entstanden drei Stationen: Zunächst einmal die Brandbekämpfung. An dieser Stelle sollen acht bis elf Jahre alte JF-Kamerad/-innen ein kleines Häuschen löschen und den Gästen zeigen: Brände löschen ist von Einzelkämpfern nicht zu wuppen. Das Projekt mit der benachbarten Sekundar schule Herbert- Hoover-Schule wartet an Station Zwei: Die Schüler/-innen zeigen in der Szenerie eines aufgebauten Klassenzimmers ihr erlerntes Erste-Hilfe-Wissen. Station Drei beinhaltet ein Fahrzeug, das von den Mädchen der Truppe mittels Hebekissen angehoben wird und anschaulich herüberbringt: Technik ist nicht nur etwas für Jungs! Als eine von 47 Berliner Jugendfeuerwehren sticht die vor 26 Jahren gegründete JF Wedding besonders durch ihren hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund heraus rund 50 Prozent der 62 Mitglieder haben nicht-deutsche Wurzeln: in 16 verschiedenen Ländern! Die bunte Truppe um die Jugendwarte Bela Niederwasser und Manuel Mahnke besteht zudem aus zwölf Mädchen und seit Juni diesen Jahres sechs Geflüchteten. Die JF, die eins von vier Modellprojekten des DJF-Vielfaltprojekts Im Tandem für eine bunte Jugendfeuerwehrwelt darstellt, zeichnet sich zudem durch die enge Zusammenarbeit mit einem Schulfeuerwehrprojekt der Herbert-Hoover-Schule Wedding aus, beide haben viel dazu beigetragen, die JF Wedding so vielfältig werden zu lassen. Ein Teil der bunten JF Wedding mit Ute Latzel und Cihad Taşkin (li)von DIL, DJF-Bildungsreferent Uwe Danker (2. von li.) und Peter Damerau (hinten Mitte) von Motorola Solutions. 15 Reportage Die Profis mit den Gästen an Station Drei. Montag, 14. November, DER GROSSE TAG: Als Vertreterin eures Jugendfeuerwehr-Mediums bin ich schon früher als meine Kollegen/-innen von ZDF, ARD, RTL und wie sie alle heißen hinter den Kulissen. Noch sind es knapp 1,5 Stunden bis die Kanzlerin und die Staatsministerin eintreffen sollen. In der überheizten Halle herrscht ein aufgeregtes Summen von Dutzenden Stimmen. Die Sprengstoff-Spürhunde sind schon abgezogen, mein Handy auf Verdächtiges überprüft und Milena Rabe, Printmedium Lauffeuer auf der Liste abgehakt. Ein paar BKA-Gestalten laufen noch durch das Gebäude, aber die Hauptsache sind die Kinder und Jugendlichen und die, zumindest scheint es so, sind ziemlich gelassen! Charlyn, die Betreuerin der Mädchengruppe, fasst die momentane Stimmung so zusammen: Klar, vorher waren wir alle aufgeregt. Aber die Mädchen und Jungs sind mittlerweile alle so professionell, jetzt läuft s. Den Ablaufplan haben alle im Kopf, schließlich waren wir gestern noch bis spät hier und haben geprobt und heute morgen ging s dann ganz früh wieder her. Ich selbst, muss ich zugeben, bin aber sehr aufgeregt, sagt die Berufssoldatin. Heute soll es ja um die Vielfältigkeit der JF gehen. Ist diese denn, so frage ich mich, bei den Weddinger immer so explizit Thema, wie sie es heute ist? Normal liegt unser Fokus nicht auf dem Begriff. Gerade in unser Mädchengruppe geht es um die Mädchen selbst. Einmal im Monat treffen wir uns ganz unter uns und machen,mädchensachen und tauschen uns über unsere unterschiedlichen Erfahrungen aus. Die Mädchen sind ja unterschiedlich alt, da können die älteren beispielsweise Vorbild für die Berufsorientierung sein. Natürlich spielen die verschiedenen Kulturen und Religionen eine Rolle: Manchmal merkt man die interkulturelle Vielfalt dann auch bewusst, sagt Charlyn, letztens im Ramadan zum Beispiel hatte Yrem so einen Hunger, das haben wir alle mitbekommen, Yrem lacht aber das ist dann Normalität!. Die Mädchen Yrem Yamac, 15 Jahre alt und Fatma Nur Tilki, 16, sieht man die Aufregung nicht an. Ganz gelassen sitzen sie beisammen und lassen auch mein nerviges Fragen über sich ergehen: Und wie ist es, endlich den Tag erreicht zu haben, auf den ihr schon so lange hinarbeitet? Spannend. Seit einer Woche schon bauen wir immer wieder auf und ab und proben. Heute ist es endlich soweit!. Yrem erzählt mir, warum ihr Team so toll ist. Wir arbeiten viel zusammen, machen Ausflüge und Fahrten, oder Vielfaltwochenenden. Da lernt man sich nochmal mehr kennen. Die beiden, die gleich für das Auflegen des Hebekissens und der Steuerung des Steuerorgans zuständig sein werden, hoffen auch darauf, dass über die Medien vielleicht weitere Geflüchtete von der Jugendfeuerwehr erfahren und mit- 16 Foto: Andreas Domma, Berliner Photoart machen werden! Das Feuerwehr-Schulprojekt Einmal wieder in der Schule sein...lehrer Wassermann sitzt mit seinem Nachfolger, Herrn Marević, an einem kleinen Pult der Klassenraumkulisse: Dass das Feuerwehr-Schulprojekt so ein Erfolg werden konnte, ist eigentlich Zufall. Wir kommen von der Herbert-Hoover-Schule, die vor ein paar Jahren wegen Renovierungsarbeiten hierhin ausgelagert wurde. Das gab die Initialzündung für das Schulprojekt zusammen mit der Jugendfeuerwehr, das immer mehr Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, aber auch vor allem viele Mädchen angezogen hat. Jetzt ist zum Beispiel ein Mädchen dabei, das Kopftuch trägt, ein tolles Zeichen für Integration! Vier Jungs überlegen, in die FF zu wechseln und machen nach der Schule eine technische Ausbildung als Voraussetzung für die Berufsfeuerwehr. Hier sieht man ganz klar die Verbindung von Schule und Beruf! Der heutige Tag ist natürlich eine große Ehre, aber auch Anerkennung, dass das Arbeiten an der Basis sehr wichtig ist! Die Jungen Und die Jungs, von denen Wassermann erzählt, sitzen auch gleich daneben: Ensar Akasak, Furkan Coruh und Karim Ahamad sind von Anfang an beim Schulprojekt dabei. Gestartet hat für sie alles in der achten Klasse mit 13, 14 Jahren, nun stehen sie kurz vor ihrem Schulabschluss und sind immer noch Feuer und Flamme: Wir haben wirklich mit Null Feuerwehrwissen angefangen, grinsen sie. Über die Herbst- und Pfingstfahrten der JF aber wurde ihnen ihre Arbeit hier immer wichtiger, und mit dem Erwerb der Leistungsspange war klar: sie bleiben dabei. Die drei Freunde erzählen mir, dass anfänglich nur sechs Leute beim Schulprojekt mitmachten, damals gab es aber noch lange nicht so eine Vielfalt in der Feuerwehr. Dadurch, dass immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund dazustießen, kam Land um Land hinzu heute sind es 25 Kinder und vielfältige Herkünfte, Religionen und Kulturen. Ensar ist nun selbst Jugendgruppenleiter und Betreuer der Schulfeuerwehr alle drei jungen Männer eint der Wunsch, über eine Ausbildung als Schlosser einmal zur Berufsfeuerwehr zu kommen. Zusammengeknautscht an den kleinen Stationstischen merke ich, wie sensibel die drei für das Thema Vielfalt und interkulturelle Kommunikation sind. Mit dem Tandemprojekt der Deutschen Jugendfeuerwehr waren sie schon in einer Synagoge, einer Moschee und bald auch einer evangelischen Kirche. Vielfalt ist nicht nur Hautfarbe, sagt Ensar gewissenhaft, jeder hat eine andere Idee davon, was er bei der Jugendfeuerwehr machen will. Und ich zum Beispiel komme mit dem Schulprojekt in die bestehende Jugendfeuerwehr auch das ist Vielfalt. Ihre JF, so sind sich die jungen Männer einig, ist ein tolles Team, besonders, weil eine offene Gesprächskultur zwischen Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und Alters herrscht. Und das Wichtigste, Vielfalt ist hier Normalität und muss nicht problematisiert werden! Gruppe F Neben den Altersgruppen A, B, C, und D gibt es zudem die Gruppe F der Geflüchteten. Ein Mitglied, Ali, 17, aus Afghanistan, lächelt mich ein paar Schritte weiter an: Seit einem Jahr ist der junge Mann in Deutschland, seit sechs Monaten bei der JF Wedding. Seine Betreuerin brachte ihm dieses Hobby näher, hier kann er seinen Wunsch, anderen zu helfen, ausleben! Toll dabei ist das Team, das ihm ganz besonders gut gefällt! Jetzt heißt es für mich aber schnell zurück hinter die Absperrung und Beobachter spielen plötzlich ist die ganze Fahrzeughalle voller Presse, denn...die Bundeskanzlerin und die Staatsministerin rollen an. Merkel kommt! Jetzt geht alles Schlag auf Schlag, hier sind Profis am Werk, denn bei solch prominenten Persönlichkeiten wird nichts dem Zufall überlassen. Merkel und Özuǧuz gehen von Station zu Station, an jeder stehen sie zwischen drei und fünf Minuten und lassen sich vom toughen zwölfjährigen Leonel, Manuel und Bela und den an den Szenen verantwortlichen Kids alles erklären. Vom Pressebereich bekommt man nicht mit, was genau besprochen wird, dafür kriegen wir Die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr Wedding auf der Feuerwache. 17 Reportage Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatsministerin Özuǧuz in der Gesprächsrunde mit den Jugendlichen. Mit dabei Bildungsreferent Uwe Danker sowie weitere Kameraden/-innen. aber an Station 1 beim Schlauchverlegen eine kräftige Dusche ab alle lachen, aber the show must go on und sie geht weiter! Bundesjugendsprecher Lukas Janisch spricht fleißig in die Kamera für die Facebook-live-Schaltung, und die Presse bewegt sich zügig mit den Gästen mit. Ich kann gar nicht verstehen, wie die Kids, die vor einer Wand aus Kameras, Mikrofonen und Reporter/-innen stehen, so ruhig bleiben können und geschickt ihre Aufgaben lösen. Nun sind die Bundeskanzlerin und die Staatsministerin mit einigen Jugendlichen in der Gesprächsrunde. Mit dabei sind unter anderem DFV Präsident Ziebs, Bundesjugendleiter Scharf und Jugendsprecher Lukas. Im Zentrum des Gesprächs steht die Vielfalt und Integration in der Jugendfeuerwehr. Für die Presse heißt es warten, die anderen Kinder und Jugendlichen stellen sich schon mal für das Abschlussfoto vor das eilig in die Halle gelenkte Fahrzeug auf. Derweil geht der Feuerwehr-Alltag weiter, ab und an hört man das Martinshorn. Ich nutze die Pause und spreche Wassermanns Nachfolger, Marević, auf seinen neuen Job an. Erst seit Anfang September ist er Lehrer der Schulfeuerwehr und muss schon Absagen verteilen das Projekt ist so erfolgreich, dass die Schüler/-innen Schlange stehen und er auf den Schulabschluss der Zehntklässler/-innen vertrösten muss! Wie erlebt eigentlich die erwachsene Feuerwehr diesen Tag in ihren heiligen Hallen? Feuerwehrmann Owen Zimmermann ist stolz auf die Jüngeren. Das ist eine riesen Ehre für die Jugendfeuerwehr, jetzt mal ganz abgesehen davon, wie man persönlich zur Kanzlerin steht. Es ist mir eine Freude, den Kindern zu helfen, auch wenn wir Älteren selbst nicht so viel davon haben. Sie haben es verdient! Zusammen mit seinen Kollegen organisiert er und passt auf, dass alles reibungslos abläuft. Ich steige u ber einen Journalisten, der an die Wand gelehnt und die Beine von sich gestreckt, etwas in seinem Laptop hämmert. Vom Kollegen von N24 weggeschubst (hatte wohl eine zu gute Position, um auf das Geschehen zu schauen), finde ich doch noch mein Plätzchen, um die Gäste sowie die restlichen JF-Mitglieder reinkommen zu sehen. Blitz, blitz, blitz, das Abschlussfoto wird geschossen und Frau Merkel bedankt sich ganz herzlich bei der JF, den Betreuer/-innen und besonders bei Leonel. Hier in Wedding, so lobt sie, sieht man ein lebendiges Beispiel fu r Teilhabe und interkulturelle Öffnung, eine tolle Möglichkeit, Nachwuchs u ber das Schulprojekt zu bekommen und 18 Mädchen fu r Technik zu begeistern. Auch Frau Özugˇuz ist beeindruckt von der interkulturellen Arbeit und von Herz und Seele, mit denen alle Beteiligten zusam menarbeiten. Die ganze JF Wedding wird zum Abschluss herzlich ins Bundeskanzleramt eingeladen, wo auch DFV-Präsident Hartmut Ziebs im Rahmen des Integrationgsgipfels gleich noch eine Rede halten wird. Euer Eindruck? Was für einen Eindruck hattet ihr von der Veranstaltung, frage ich im Nachhinein: Lukas Janisch erkennt die besondere Ehre durch den Besuch der Kanzlerin, und ruft auch die anderen Jugendfeuerwehren in der bunten JF-Welt auf, weiter den Weg der Vielfalt einzuschlagen: Diese Anerkennung ist Aufruf und Zeichen der Motivation, Vielfalt auch in anderen Jugendfeuerwehren umzusetzen. Gerade auch in dieser Situation, wo es viele Geflüchtete bei uns gibt, ist Inklusion im Ehrenamt eine tolle Möglichkeit, jenen Menschen ein Heimatgefühl zu bieten. Zwar steche heute die JF Wedding als Leuchtturm besonders heraus, aber es gibt auch viele andere Jugendfeuerwehren in ganz Deutschland, die genauso tolle Arbeit machen. In der Facebook-Live-Aufnahme interviewt Lukas jetzt auch noch Bundesjugendleiter Heinrich Scharf, der das Engagement der JF Wedding lobt: Das war eine runde Sache, ich glaube, auch eine gute Darstellung fur die Deutsche Jugendfeuerwehr und für die Jugendfeuerwehren überhaupt!. Landesjugendfeuerwehrwart Reinhard Wolf ist stolz auf die JF Wedding. Auch andere Jugendfeuerwehren, betont er, machten gute Arbeit, dieser Besuch war aber natürlich ein Höhepunkt und gibt dem gesamten Ehrenamt eine besondere Wertschätzung. Willi Donath, Vorsitzender des Fachausschusses Jugendpolitik und Integration, freut sich, dass der Besuch zum einen die Arbeit der Betreuer/-innen bestätigt, und vor allem, dass so eine breite Öffentlichkeit auf die Arbeit der Jugendfeuerwehr schaut und laut bekannt gemacht wurde, dass Integration bei der Jugendfeuerwehr breiter verstanden wird. Bela ist erleichtert und sieht im Tag eine Bestätigung, dass das, was wir tun, gut und richtig und vor allem wichtig ist. Die Kids, strahlt er, waren brilliant wie immer. Jeden Donnerstag komme ich glücklich nach der Stunde nach hause. Was für ein größeres Lob könnte es für die Kinder und Jugendlichen geben? Auf Leonel, der seit vier Jahren dabei ist, und Vincent, zehn Jahre alt, machte die Bundeskanzlerin einen sehr netten Eindruck, interessiert habe sie Fragen gestellt, und auch über Persönliches gesprochen. Sie sind sich sicher, dass der Tag nicht nur für sie, auch vor allem für die Kanzlerin besonders gewesen ist, will sie dem überreichten Abschiedsgeschenk, einem Schlauch stück mit dem Schriftzug Bundeskanzlerin, doch einen Ehrenplatz geben. Was die JF Wedding auszeichnet? Wir sind ein starkes Team, wenn es drauf ankommt, weiß Leonel zu berichten, egal, wo jemand herkommt. Genau, ergänzt Vincent ernst, Hauptsache Teamwork. Und das ist es auch, was ich von meinem kleinen Ausflug in die JF Wedding, mit ihren Kooperationspartnern Vielfaltprojekt und Schulprojekt, mitnehme: ein gelungenes Miteinander unterschiedlicher Personen klappt vor allem dann, wenn Vielfalt als Normalität erkannt wird. Es geht nicht um das endlose Hervorheben von Unterschieden, seien es Kultur, Alter oder Geschlecht, sondern eben um das wir und das gemeinsame Handeln. Das Anzuerkennen braucht es nicht unbedingt einen Kanzlerinnenbesuch, viele Jugendfeuerwehren, auch über die JF Wedding hinaus, beweisen diese Botschaft mit ihrer tagtäglichen Jugendarbeit. Das DJF Vielfaltprojekt Im Tandem für eine bunte Jugendfeuerwehrwelt wird gefördert durch die Motorola Solutions Foundation. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, wendet euch an DJF Bildungsreferent Uwe Danker im Bundesjugendbüro: mr Fotos: Rico Thumser Auf Lauffeuer-online sowie den Facebook-Seiten der DJF und der JF Wedding findet ihr noch viele weitere spannende Videos und Facts zum Ereignis! 19
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