12 mal Berlin er Leben. Konzept für einen stadtverträglichen und nachhaltigen Berlin-Tourismus PDF

Please download to get full document.

View again

of 32
All materials on our website are shared by users. If you have any questions about copyright issues, please report us to resolve them. We are always happy to assist you.
Categories
Published
12 mal Berlin er Leben Konzept für einen stadtverträglichen und nachhaltigen Berlin-Tourismus Hinweis Der Berliner Senat hat am das Tourismuskonzept zur Kenntnis genommen. Das Konzept
12 mal Berlin er Leben Konzept für einen stadtverträglichen und nachhaltigen Berlin-Tourismus Hinweis Der Berliner Senat hat am das Tourismuskonzept zur Kenntnis genommen. Das Konzept wird jetzt dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme vorgelegt. Bei der erneuten Senatsbefassung nach Stellungnahme des Rates der Bürgermeister können noch Änderungen erfolgen. Inhalt Einleitung Analyse und Perspektiven des Berlin-Tourismus Sieben zentrale Erkenntnisse zum Berlin-Tourismus SWOT-Analyse für eine stadtverträgliche und nachhaltige Tourismusentwicklung in Berlin Ziele für einen stadtverträglichen, nachhaltigen Berlin-Tourismus Strategische Leitlinien der Tourismuskonzeption Berlin Governance Tourismus als Querschnittsaufgabe anerkennen Qualitative Wertschöpfung Tourismus qualitativ weiterentwickeln Partizipation Stadtverträglichkeit gemeinsam gestalten Monitoring Berlin-Tourismus besser verstehen Kiez-basierte Tourismussteuerung räumliche Differenzierung ernst genommen Digitalisierung und Inklusion/Barrierefreiheit als Querschnittsthemen Aufgaben für den Berlin-Tourismus Aktive Besucherinnen- und Besucherlenkung zur besseren Entzerrung der Tourismusströme und Potenzialerschließung Kultur der Gastlichkeit pflegen und ausbauen Akzeptanz durch Partizipation und Sensibilisierung steigern Bewahrung der vielfältigen Kiezkultur und Pflege des öffentlichen Raums Markenführung im Sinne eines stadtverträglichen Tourismus Potenziale des Kulturtourismus besser erschließen Steuerung des Beherbergungswesens Touristische Infrastruktur und Mobilität Potenziale im Tagungs- und Kongressgeschäft besser ausschöpfen Konzepte für mehr Sicherheit Fazit und Ausblick Glossar Quellenverzeichnis Einleitung In den letzten Jahren hat sich Berlin zu einem der Top-Reiseziele im internationalen Städtetourismus entwickelt. Die Übernachtungszahlen in der deutschen Hauptstadt haben sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt. Inzwischen übernachten jährlich über 30 Mio. Gäste in Berlin. Zudem kommen immer mehr Tagesbesucherinnen und -besucher in die Stadt. Mit einem jährlichen Bruttoumsatz von 11,5 Milliarden trägt die Tourismusbranche 6,7 % zum Berliner Volkseinkommen bei. Insgesamt sichert der Tourismus rund Vollzeitarbeitsplätze und ist somit einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren für die Hauptstadt. Die Stellung des Tourismus als Wirtschaftstreiber Berlins sowie die Sicherung und Weiterentwicklung der Arbeitsplätze gilt es, in den kommenden Jahren durch ein moderates Wachstum der Gäste- und Übernachtungszahlen zu garantieren. Das touristische Geschehen in Berlin ist inzwischen so prägend für Stadtbild und Stadtkultur, dass der Tourismus eine strategische Bedeutung für die Entwicklung der gesamten Stadt erreicht hat. Deshalb sollte Tourismus noch stärker als Querschnittsaufgabe der verschiedenen Verwaltungsebenen anerkannt und etabliert werden. Gerade die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die Rahmenbedingungen verändern. Berlin zieht nicht nur immer mehr Besucherinnen und Besucher an, auch immer mehr Menschen verlegen ihren Wohnsitz permanent in die Stadt. Die Anforderungen an die wachsende Stadt kollidieren teilweise mit den steigenden Touristenzahlen und stellen uns vor neue Herausforderungen. An einzelnen Orten entstehen Konflikte durch Übernutzung wie beispielsweise ein erhöhtes Lärm- und Müllaufkommen. Momentan findet sich die Akzeptanz der Gesamtbevölkerung gegenüber den Touristinnen und Touristen in der Stadt noch auf einem erfreulich hohen Niveau, aber gerade an touristisch nachgefragten Orten ist ein Abflachen der Zustimmungswerte erkennbar. Vor diesem Hintergrund erweitert das neue Tourismuskonzept die Perspektive hin zu einem stadtverträglichen und nachhaltigen Tourismus. Wir wollen den Erfolg des Tourismus nicht mehr nur quantitativ messen, sondern durch qualitative Ziele und Kriterien ergänzen. Damit wollen wir mögliche Konflikte, wie sie z.b. Barcelona oder Amsterdam bereits erlebt haben, nicht entstehen lassen. Den Kern der Konzeption bilden die 12 Berliner Bezirke und ihre Potentiale. Diese sollen in Zukunft für die nachhaltige Weiterentwicklung des Tourismus nutzbar gemacht werden. Zugleich soll das Bewusstsein für Überlastungserscheinungen und die damit verbundenen Probleme geschärft werden. Vorderstes Anliegen des Konzeptes ist es, die Erlebnisqualität der Gäste im Einklang mit der Lebensqualität der Berliner Bevölkerung zu steigern. Die Auswirkungen der umgesetzten touristischen Maßnahmen müssen mit Blick auf das urbane Leben gemessen werden. Die neuen Ansätze, die in dem vorliegenden Konzept aufgezeigt werden, sollen die erfolgreiche Tourismus- und Kongressarbeit in Berlin sowie die gute Zusammenarbeit mit Brandenburg sinnvoll ergänzen und somit den Erfolg des Berlin-Tourismus langfristig sichern. Das klassische Tourismus- und Kongressmarketing wird weiterhin essentieller Bestandteil der Tourismusarbeit bleiben. Es wird fortgeführt und ausgebaut. Das vorliegende Konzept wurde von März bis November 2017 erarbeitet. Ein von visit- Berlin beauftragter Dienstleister hat in einem stark kollaborativen Prozess rund 60 Ex perteninterviews mit den verschiedenen Gesprächspartnerinnen und -partnern aus allen Feldern des Berlin-Tourismus wie der Politik, den Senats- und Bezirksverwaltungen, Verbänden und Interessenorganisationen sowie Leistungsträgern geführt. In zahlreichen Vorstellungsrunden, wie beispielsweise einer Bezirksrunde, wurden die Inhalte des Konzepts diskutiert und reflektiert. Das so entstandene Tourismuskonzept gliedert sich in die folgenden vier Kapitel. Im ersten Kapitel erfolgt eine Analyse verschiedener Aspekte des Tourismus hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit und Stadtverträglichkeit. Daraus ergeben sich sieben zentrale Erkenntnisse. Eine SWOT-Analyse hat diese Erkenntnisse abschließen zusammengefasst. Darauf aufbauend werden im zweiten Kapitel die Ziele für den Berlin-Tourismus beschrieben und die drei Dimensionen sozial, ökonomisch und ökologisch - der Nachhaltigkeit als oberstes Grundprinzip zur Entwicklung eines stadtverträglichen Tourismus eingeführt. Kapitel 3 benennt die strategischen Leitlinien für die zukünftige Entwicklung des Berlin- Tourismus. Die Leitlinien (Monitoring, Partizipation, Governance, Qualitative Wertschöpfung, Kiez-basierte Tourismussteuerung) sind kontinuierliche, prozesshafte Steuerungsinstrumente über alle Handlungsfelder und Einzelmaßnahmen. Da die Leitlinien noch nicht vollständig ausformuliert sind, gilt es in einem nächsten Schritt, sie anwendungsorientiert zu präzisieren und in der Zukunft in einem kontinuierlichen Arbeitsprozess weiterzuentwickeln. In Kapitel 4 werden, aufbauend auf den Zielen (Kapitel 2) und den strategischen Leitlinien (Kapitel 3), zehn Handlungsfelder mit konkreten Einzelmaßnahmen vorgestellt, in denen die Umsetzung des nachhaltigen Tourismus vorangetrieben wird. Kapitel 5 fasst die zentralen Inhalte zu einem Fazit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der tourismuspolitischen Arbeit 1. Analyse und Perspektiven des Berlin-Tourismus Um sich dem Berlin-Tourismus im Jahr 2017 zu nähern und ihn möglichst vollständig abzubilden, wurden verschiedene Datenquellen für eine Analyse herangezogen. Neben bestehenden Statistiken und Studien, die Erkenntnisse zum Berlin-Tourismus, Angebots- und Nachfrageentwicklungen, räumlichen Verteilungsmustern, Verhaltensweisen der Berlin-Gäste und wirtschaftlichen Effekten aufzeigen, wurden eine Vielzahl qualitativer Einschätzungen der Akteurinnen und Akteure des Berlin-Tourismus aus rund 60 Expertengesprächen erhoben. Hier wurde deutlich, dass sich die Wahrnehmung und die touristische Nutzung des Berliner Stadtraumes verändert haben und sich neue Rahmenbedingungen ergeben. Erst die Einbeziehung dieser (qualitativen) Perspektiven ermöglichte eine vollständige Aufnahme des Status quo des Berliner Tourismusgeschehens. Die Analysen lassen sich in sieben zentralen Erkenntnissen zusammenfassen Der Tourismus in Berlin ist Umsatzbringer und Jobmotor und befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Berlin hat sich als internationale Top-Destination positioniert und ist gefordert, sich auf neue Trends und Rahmenbedingungen einzustellen. Bestehende Monitoringinstrumente bilden das notwendige Wissen über touristische Aktivitäten in Berlin nur in Teilen ab. Der Berlin-Tourismus ist räumlich stark konzentriert, Potenziale bieten jedoch alle 12 Bezirke. Die touristische Nutzung des städtischen Raumes nimmt zu Berlin als wachsende Stadt steht vor neuen Herausforderungen. Besucherinnen und Besucher wollen das echte Berliner Leben erleben. Das niedrige Preisniveau und die Gästezufriedenheit sind zentrale Herausforderung für einen Qualitätstourismus in Berlin. 1.1 Sieben zentrale Erkenntnisse zum Berlin-Tourismus Erkenntnis 1: Der Tourismus in Berlin ist Umsatzbringer und Jobmotor und befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Tourismus als wirtschaftliches Schwergewicht in Berlin 1 Von den Ausgaben der Besucherinnen und Besucher in Berlin profitieren viele Branchen. Touristisch induzierte Wertschöpfung fließt nicht nur in Beherbergungsbetriebe und Gastronomie, sondern auch in den Einzelhandel, zu Freizeitanbietern, in Kultureinrichtungen u.v.m erwirtschaftete der Tourismus in Berlin einen Bruttoumsatz 2 von insgesamt 11,6 Mrd. Euro, das entspricht fast 32 Mio. Euro pro Tag (siehe Abb. 1). 1 2 vgl. dwif 2017: Wirtschaftsfaktor Tourismus für Berlin für das Jahr 2016 Der Bruttoumsatz ergibt sich aus der Multiplikation des Nachfrageumfanges mit den Tagesausgaben pro Kopf (inkl. Mehrwertsteuer) Auch die öffentlichen Haushalte profitieren vom Tourismusboom: Der Umsatz im Jahr 2016 bedeutete ein Steueraufkommen für den Bund und das Land Berlin von mehr als 1 Mrd. Euro. Der Tourismus bringt also Umsatz und leistet einen substanziellen Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte. Gleichzeitig steigert er die Standortqualität durch eine hochwertige tourismusbezogene Infrastruktur sowie attraktive Veranstaltungen. Das wiederum wirkt sich positiv auf Unternehmensansiedlungen, die Gewinnung von Fachkräften und nicht zuletzt den Freizeitwert für die Bevölkerung aus. Abb. 1: Wirtschaftsfaktor Tourismus in Berlin dwif-consulting GmbH und Humboldt Innovation GmbH 2017 Das wichtigste Segment sind die gewerblichen Beherbergungsbetriebe, die mit knapp 6,4 Mrd. Euro für mehr als die Hälfte der Umsätze verantwortlich sind. Gäste, die in diesen Betrieben (v.a. Hotellerie, Hostels) übernachten, geben während ihres Aufenthaltes in der Stadt mit Abstand am meisten aus: Die Tagesausgaben im Freizeitbereich von 205 Euro pro Person liegen weit über denen von Gästen, die in Privatunterkünften bzw. in der Sharing-Economy gebucht haben (rund 107 Euro) oder denjenigen von Tagesgästen, die am Abend wieder nach Hause oder in ihr Ferienquartier z.b. im Brandenburger Umland fahren (knapp 33 Euro). Besonders hohe Ausgaben tätigen - 6 - Messe- und Kongressgäste: überdurchschnittliche Ausgaben von 237 Euro pro Person und Tag sorgen für einen Bruttoumsatz von 2,4 Mrd. Euro. Ein weiteres wichtiges Segment sind die Verwandten- und Bekanntenbesuche, die bei den Berlinerinnen und Berlinern zu Hause übernachten (insgesamt mehr als 33 Mio. Übernachtungen im sogenannten Segment des Sofatourismus ). Zusammen mit den Übernachtungen in Privatunterkünften und in neuen touristischen Wohnformen sorgen sie für einen Umsatz von rund 1,6 Mrd. Euro (knapp 14% Anteil am Gesamtumsatz). Damit generiert der Tourismus starke Beschäftigungseffekte für den Standort. Rein rechnerisch können rund Menschen durch den Tourismus ihren Lebensunterhalt in Berlin bestreiten. Die Vielzahl an ortsgebundenen Arbeitsplätzen bietet Menschen unterschiedlichster Berufsqualifikationen und Beschäftigungsverhältnissen Einkommensmöglichkeiten. Aus der touristischen Wertschöpfung ergibt sich ein Anteil des Tourismus zum gesamten Volkseinkommen 3 in Berlin von 6,7 %. Berlin Wachstumsmotor im europäischen Städtetourismus Seit der Wiedervereinigung erlebt die Hauptstadt eine ungewöhnlich dynamische und stetige Tourismusentwicklung. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der gewerblichen Übernachtungen von 15,9 auf 31,1 Mio. fast verdoppelt, die Übernachtungen ausländischer Gäste stiegen sogar um knapp 140% an. Ein wichtiger Faktor für die Wachstumsdynamik ist das ausgewogene Verhältnis zwischen inländischen und ausländischen Übernachtungen fast jede zweite kann mittlerweile Gästen aus dem Ausland zugeordnet werden. Das spricht für die Attraktivität und Krisenresistenz der Bundeshauptstadt, da sich Entwicklungen in einzelnen Märkten nicht so stark auf die Gesamtbilanz auswirken. Parallel zur Nachfrage wuchsen auch die Bettenkapazitäten an, allein seit 2006 um gut 60%. Im selben Zeitraum stieg die Zimmerauslastung auf 78,3% und die Aufenthaltsdauer lag im Vergleich zu anderen Städtedestinationen überdurchschnittlich hoch bei 2,4 Tagen pro Berlin-Gast. Wiederkehrer werden immer wichtiger Potentiale für die Außenbezirke Ein wichtiger Markt für Berlin sind die Wiederkehrer, insbesondere aus Deutschland. Die meisten Wiederkehrer kommen aus Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein- Westfalen und verbringen bis zu drei Tage (68 %) in der Stadt. Die wichtigsten Gründe für einen erneuten Besuch sind die Sehenswürdigkeiten, die Architektur sowie das Kunst- und Kulturangebot. Insgesamt 57 % äußern, dass sie in den kommenden drei Jahren Berlin wieder besuchen möchten, 83 % würden ihren Freunden und Bekannten eine Reise nach Berlin empfehlen. Die Gruppe der Wiederkehrer bietet ein großes Potential hinsichtlich der stärkeren Nutzung der Außenbezirke und somit der Entzerrung 3 Das Volkseinkommen ist die Summe der Arbeitnehmerentgelte sowie Unternehmens- und Vermögenseinkommen, die Inländern (Institutionen und Personen, die ihren ständigen Sitz bzw. Wohnsitz im Inland haben) zugeflossen sind der Tourismusströme, da diese abseits des klassischen Sightseeings neue Dinge entdecken wollen. Abb. 2: Angebots- und Nachfragekennzahlen im Berlin-Tourismus dwif-consulting GmbH und Humboldt Innovation GmbH 2017 Berlinerinnen und Berliner besuchen ihr Berlin Die Stadt wird heute längst nicht mehr nur von auswärtigen Gästen besucht und touristisch genutzt, auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Hauptstadt selbst sind stets auf der Suche nach neuen Erlebnisorten (siehe Infobox 1). Von den insgesamt 109 Mio. Tagesgästen, die Berlin jährlich begrüßt, kommen allein 50 Mio. aus der Stadt selbst, das entspricht täglich Menschen. 4 Hinzu kommt, dass eine immer größere Zahl von Menschen, aufgrund flexibilisierte Arbeitsverhältnisse und mobile Bildungsverläufe, heute temporär in der Stadt lebt, z.b. als projektbasiert bzw. befristet Arbeitende, Au Pair oder Auslandsstudierende. 4 dwif 2017, Sonderauswertung Tagesreisen der Deutschen - 8 - Infobox 1: Tourismus in der eigenen Stadt Städte werden auch von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern touristisch genutzt. Laut offizieller Tourismus-Definition der Welttourismusorganisation (UNWTO) werden unter Tourismus alle Aktivitäten von Personen, die an Orte außerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen, sich dort zu Freizeit-, Geschäfts- oder bestimmten anderen Zwecken und nicht länger als ein Jahr ohne Unterbrechung aufhalten verstanden. Das betrifft neben Übernachtungsreisen auch Tagesausflüge innerhalb oder außerhalb der eigenen Stadt. Das touristische Erlebnissuchen der Bevölkerung einer Stadt umfasst aber auch jene Aktivitäten, die nicht unter diese klassische Definition einer geschäftlichen Tagesreise oder eines Tagesausflugs fallen. Auch Berlinerinnen und Berliner, die das Stadtraumerlebnis in ihrem näheren, gewohnten Wohn- und Freizeitumfeld suchen, verhalten sich laut verschiedenen wissenschaftlichen Studien 5 zunehmend wie Besucherinnen und Besucher und agieren damit quasitouristisch ( like tourists ). Erkenntnis 2: Berlin hat sich als internationale Top-Destination positioniert und ist gefordert, sich auf neue Trends und Rahmenbedingungen einzustellen. Image und Positionierung nach außen Berlin hat als Reiseziel einen hervorragenden nationalen und internationalen Ruf. Die Studie Destination Brand belegt die touristische Markenstärke der Stadt. So positioniert sich die Hauptstadt mit Blick auf alle relevanten Indikatoren (z.b. Bekanntheit, Sympathie, Besuchsinteresse) bundesweit auf einem vorderen Rang (siehe Abb. 3) 7. Laut einer aktuellen Imagestudie 8 verbinden fast 90% der Befragten Berlin mit dem Begriff Freiheit (35% sehr stark, 53% stark). Überdies versteht sich die Stadt als authentischer Geschichtsort, Stadt der Teilhabe und kreativer Hub. Da diese Werte auch für andere Wirtschaftsbereiche stehen, existieren deutliche Schnittmengen zum Standortmarketing. Die Sicht der (potenziellen) Gäste Berlins stützt dieses Image. Die deutsche Bevölkerung schreibt der Hauptstadt für die Themen Städtereise, lebendige Szene, Kultur, Events und Shopping eine besondere Eignung als Reiseziel zu (siehe Abb. 3). Externe Bedingungen als Hemmfaktor im Städtetourismus Neben der Positionierung, die sich aktiv steuern lässt, wirken auch externe Faktoren auf den Berlin-Tourismus. Nachfrage- und angebotsseitige Trends wie Individualisierung, Kurzreisen, Digitalisierung, innovative Hotel- und Gastronomiekonzepte, Aktivurlaub in der Stadt, der Tagungs- und Kongressmarkt und andere Reisemotive können in Städten wie Berlin gut bedient werden. Die hohe Angebots- und Erlebnisdichte auf engstem Raum und die in der Regel gute Erreichbarkeit touristischer Ziele tragen zur Attraktivität im Städtetourismus bei. Allerdings zeigt sich die Nachfrageentwicklung in Großstädten beeinflusst von externen Faktoren. Insbesondere politische Entwicklungen in den Quellmärkten, Wechselkursschwankungen oder Wirtschaftskrisen können sich negativ auf die Besucher- und Vgl. u.a. Lloyd 2000, Urry 2001, McCabe 2005, Maitland 2008, Smith/Pappalepore 2014 inspektour GmbH 2014/2015, Destination Brand 2015 inspektour GmbH 2015/2016, Destination Brand 2016 Infratest dimap 2017, Berlin-Image 2017, Befragung in 8 Ländern - 9 - Übernachtungszahlen auswirken. Auch die Sicherheitslage in den jeweiligen Ländern beeinflusst zunehmend die Reiseentscheidung. Abb. 3: Marke und Positionierung der Destination Berlin Markenstärke Berlins im Konkurrenzvergleich Gestützte Bekanntheit als Reiseziel Ungestützte Bekanntheit als Reiseziel 1 Besuchsbereitschaft Weiterempfehlungsbereitschaft 2 2 Bundesweiter Rang Berlins (Vergleich Städte ab Einwohner) 2 Themeneignung Berlins 1 Sympathiewert 2 Erkenntnis 3: Bestehende Monitoringinstrumente bilden den Wissensbedarf über touristische Aktivitäten in Berlin nur in Teilen ab. Statistisch erfasste vs. reale Marktentwicklung Für ein umfassendes Verständnis des Berlin-Tourismus reichen die klassischen Datenquellen der amtlichen Tourismusstatistik inzwischen nicht mehr aus. Zum einen bildet diese nur die gewerblichen Beherbergungsbetriebe (ab 10 Betten) ab, nicht jedoch die privaten Unterkunftsanbieter und neuen touristischen Wohnformen. Dabei nimmt deren Bedeutung für den Berlin-Tourismus seit einigen Jahren zu. Mittlerweile werden 4,7 Mio. Übernachtungen pro Jahr durch Privat- und Sharing- Besuchsverhalten in der Vergangenheit Position Berlins im Städteranking Das sagt Berlin (O-Töne aus Gesprächen) Berlin ist eine eingeführte Marke, man muss den Markenkern Freiheit aber immer wieder aktualisieren. Touristische/-r Akteur/-in Berlin muss die Themen der Zukunft besetzen. Was soll künftig über Berlin über das Thema Party hinaus kommuniziert werden? Was kommt dazu? 365/24 reicht auf Dauer als Botschaft nicht aus. Image Berlins Vertreter/-in einer Partnerorganisationen Vertreter/-in einer Partnerorganisation Jeweils mindestens 80 % der Deutschen halten Berlin als Reiseziel geeignet für die Themen Städtereise Lebendige Szene Für 8 von 10 Befragten aus acht Ländern steht Berlin für Freiheit. Kultur Events Shopping Spontane Assoziationen mit Berlin: und Berlin liegt hier immer auf Rang 1 oder 2 im bundesweiten Wettbewerbsver
We Need Your Support
Thank you for visiting our website and your interest in our free products and services. We are nonprofit website to share and download documents. To the running of this website, we need your help to support us.

Thanks to everyone for your continued support.

No, Thanks