273. Die Jagd vom Dezember PDF

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273. Die Jagd vom Dezember 1921 [Funchal (Madeira), 1921 Dezember 27 30] Beilage zu AOS, Tom II, Index , beglaubigte Kopie 1 Wir fuhren am 27. XII. um 3/4 2 Uhr von der Villa Victoria per
273. Die Jagd vom Dezember 1921 [Funchal (Madeira), 1921 Dezember 27 30] Beilage zu AOS, Tom II, Index , beglaubigte Kopie 1 Wir fuhren am 27. XII. um 3/4 2 Uhr von der Villa Victoria per Auto ab und zwar: Antonio Vieira di Castro 2,ein Herr Bianchi 3 und ich. Die Fahrt ging über Cámara de Lobos, einem sehr nett gelegenen Fischerdorf, mit einem kleinen in Felsen eingebetteten Hafen und über dem Dorf ein kleiner Hügel. Ein richtiger Kegelstumpf, auf dessen oberem flachen Teile, einer großen Wiese, die Fischer in der Sonne ihre Netze trocknen. Von dort ziemlich steil hinan bis zur Höhe Cabo Girao, von wo eine herrliche Aussicht über den ganzen Golf von Funchal ist, dann in zahllosen Windungen bergab nach Ribeira Brava, wo wir den Dampfer Victoria besteigen sollten. Auf der Fahrt erzählte mit der Herr Bianchi, sein Großvater wäre österreichischer Konsul hier gewesen, und Kaiser Max von Mexiko 4 sei der Taufpate seines Vaters gewesen, der bis zu seinem kürzlich erfolgten Tode längere Zeit italienischer Konsul hier war. Er selbst sei noch italienischer Untertan, aber er kenne Italien überhaupt nicht, sei hier in Madeira geboren. Er scheint ganz Portugiese zu sein, spricht auch gar nicht italienisch und will sich nicht naturalisieren lassen, solange hier diese wenig beglückende Regierung am Ruder wäre. Er ist auch Verwandter der österreichischen Bianchi di Casalanza. Antonio Vieira di Castro ist der 22jährige Sohn des Hauptbesitzers des Reid Hotels gleichen Namens. Der kleine Hafen von Ribeira Brava ist mitten in den Felsen, man fährt mit dem Auto durch ein[en] Tunnel durch zum Molo hin, wo aber nur Barken landen können, selbst die kleine Conche Victoria kann nicht anlegen. Die Victoria bemannt eine Barkasse, die sie im Schlepptau mitgeführt hatte, und mit großem Geschrei werden wir eingeschifft. Das Geschrei ist, damit die Ruderer die richtige Welle zum Anlegen finden und man auch einen Wellenberg hat, um bequem einzusteigen. Die See war etwas bewegt nach hiesigen Begriffen, nach Adria-Begriffen sehr bewegt. Je weiter wir jedoch mit der Conche fuhren, desto ruhiger wurde die See. Wir passierten Ponta do Sol, Magdalena do Mar und Arco da Calheta, wo ein Freund Vieira di Castros, Antonio Barbeitoa, wohnt. Dieser hatte die Bevölkerung von meiner Vorbeifahrt benachrichtigt und alles hatte sich am Strande eingefunden und die Leute schrien Vivat! Auf den Höhen krachten überall Böller. Von Jardim do Mar aus sieht man bereits Paul do Mar und Ribeira das Gallinhas, den Hafen von Paul do Mar. Dort ist das Anlegen mit der Barke sehr merkwürdig. Das Ufer ist ein Steingeröll, von irgend einem Fluß heruntergewaschen. Nun legen die Leute vom Ufer aus ins Wasser und auf die Steine Balken und gehen unter Geschrei bis über die Knie ins Wasser, dann werfen sie dem Boot einen langen Strick zu und ziehen, wenn gerade die Barke am Wellenberge ist, natürlich wieder unter entsprechendem Lärm das Fahrzeug mitsamt Insassen über die Balken hinweg ans Land. Die umgekehrte Prozedur eines Stapellaufes! Von dem Ort, wo die Barke aus dem Wasser gerissen wird, bis zu dem Wege, wo die Hamaks stehen, ist noch ein fußbrecherisches Gekraxel a). Man muß fort von einem großen Stein zu einem anderen voltigieren b) und dabei ist nicht jeder gleich groß und manche sind auch schlüpfrig. Auch einen kleinen Bach muß man so überqueren. Und gar bevor man auf den Weg kommt, wird die Sache auch noch steil. Dabei muß man eine schöne Figur machen und den gewandten Seiltänzer markieren. Am Wege bildete die ganze Gemeinde von Paul do Mar Spalier und grüßte sehr freundlich, auch die Musikkapelle war ausgerückt und spielte etwas, was, weiß ich nicht, ich bin auch kein Musikkenner. Der Diario wußte zu berichten, daß es ausgesuchte Stücke waren. Nach dem Empfange bestiegen wir den Hamak, der uns nach Faja da Ovelha bringen sollte. Es ist dies eine Hängematte in der man liegt, mit einem Polster im Rücken, und die auf einer langen Bambusstange mit starken Seilen befestigt ist. Wenn man ein- oder aussteigt, ist die Hängematte fast am Boden und die Leute halten nur die Bambusstange so hoch, daß man bequem durchkriechen kann. Geht es los, so heben die Leute, zwei an der Zahl, die Bambusstange auf ihre Schultern, manche auf die bloße Schulter, manche geben etwas, wie einen Fetzen darunter. Dann geht es im Schnellschritt, wie ein guter Gebirgspony, wenn es steil bergauf geht, und im Laufschritt, wie ein langsamer Einspänner, wenn es nicht sehr steil, oder eben, oder bergab geht. Es ist überhaupt fabelhaft, wie diese Portugiesen, aber nicht nur die Hamakträger, laufen können, auch der junge heute 38jährige 1 Vermerk: Beigelegt ein Blatt Papier mit vier hineingesteckten Schnepfenfedern, auf der einen Seite vom Kaiser notiert: Fonte de Bispo (Madeira) 29. XII. 1921; auf der anderen Seite, ebenfalls vom Kaiser vermerkt: Fonte de Bispo (Madeira) 29. XII Achadas da Cruz (Madeira) 28. XII Antonio Vieira di Castro, Sohn des Vieira di Castro, Besitzer des Hotels Reid, vgl. Nr Gabriel Bianchi di Casalanza. 4 Maximilian Eh von Österreich, Kaiser von Mexiko (hingerichtet). a) Umgangssprachlich: Kletterei. b) Gewandtheitsübungen am lebenden Pferd. Gouveia 5 läuft so. Der Monsignore 6 erzählte mir, daß er früher auf den Monte hinauf Minuten ging, das sollte man dem Grünkranz 7 zumuten - b) Gengen's langsam, Stangel! b) Die Hamakträger haben meistens Schuhe an, wie man sie hier am Markte sieht. Lichtgelbe weiche Halbstiefel aus Naturleder. Manche haben auch nur auf einem Fuße einen Schuh an, auf dem andern sind sie barfuß. In der Hand tragen sie einen langen Stock mit einer Eisenspitze auf dem Ende und einer Holzgabel auf der anderen Seite. Den Stock benützen sie beim Bergaufgehen und steilen Bergabgehen wie einen Bergstock. In der Ebene legen sie ihn manchmal auf beide Schultern und den großen Bambusstock darauf, wahrscheinlich um die Schulter zu entlasten. Wenn sie rasten, rennen sie jeder seinen Stock in die Erde, mit der Spitze natürlich, und in die beiden Gabeln hinein legen sie das Bambusrohr, sodaß der Hamak mit seinen Insassen ruhig hängt. Es muß gar nicht leicht sein, ein Hamakträger zu sein. Denn abgesehen von der körperlichen Anstrengung, die schon phänomenal ist - die armen Leute schwitzen auch, trotzdem sie nur Hemd und Hose anhaben, daß es nur so rinnt und ihre Schultern werden ganz rot vom Tragen - müssen sie auch im Takte gehen und laufen, sonst wird der Getragene zu Tode gebeutelt. c) Daß dies gelingt, ist umso merkwürdiger, nachdem nicht immer die zwei selben Menschen zusammen sind, sondern bei drei Hamaks läuft immer noch einer mit, der fallweise einen ablöst. Ich glaube nicht, daß jedem das Hamakreisen sehr zusagt, erstens kann man leicht durch die schwingende Bewegung seekrank werden, zweitens kann man leicht schwindlig werden, wenn man auf schmalen Wegen bei Abgründen vorbei getragen wird. Und gerade auf Madeira gibt es so zahllose tiefeingeschnittene Flußbette! Der Weg nach Faja da Ovelha, wie überhaupt die Hauptwege, sind mit den kleinen Steinchen, wie hier, gepflastert und geht es bergauf, sind dieselben Stufen wie in Funchal. Die Stufen sind sicher überall schon für den Hamak gemacht, denn vor den Schlitten, die in Madeira ein Russe eingeführt hat, war ja selbst in der Stadt der Hamak, außer den eigenen Füßen, das einzige Fortbewegungsmittel. Ohne Stufen würden die Hamakträger samt ihrer Last bald daliegen. Von Ribeira das Gallinhas bis Faja da Ovelha braucht man 3/4 Stunden, Grünkranz bräuchte zwei Stunden. Faja da Ovelha liegt auf einem sanft ansteigenden Plateau, ungefähr einen halben Kilometer von dem steilen Abfall zum Meere. Bevor man das Plateau betritt, sieht man einen Aufzug, eigentlich Schwebebahn, die vom Meer zum Plateaurand führt. Sie gehört dem Herrn de Gouveia und befördert alle Waren, hauptsächlich Butter. Menschen können nicht fahren. Beim Aufzuge stand ein Jäger, der uns seine zwei geschossenen Rebhühner zeigte, gerade dort beim Steilabhang ist die Jagd gefährlich und mühsam. Dort sah ich zum ersten Male madeirensische Rebhühner, sie ähneln sehr unseren Haselhühnern und haben rote Ständer. In Faja da Ovelha wohnt Herr Augusto Cezar di Gouveia, bei dem wir übernachteten. Dieser ungefähr 65jährige Herr ist dort in der Gegend der Vertrauensmann aller Leute, wenn ihnen etwas am Herzen liegt, gehen sie zu ihm, er ist ihr juristischer und medizinischer Berater. Ein wunderschönes patriarchalisches Verhältnis, so soll es zwischen Landadel und Volk immer sein. Der alte Herr ist ein glühender Monarchist, und seitdem die Republik besteht, hat er, der keine 40 Kilometer von der Stadt entfernt wohnt, nie mehr den Fuß nach Funchal hineingesetzt! Das nenne ich Charakter! Er empfing mich mit seinem Sohne Pedro Augusto di Gouveia in seinem sehr herzig gelegenen Hause. Beide verstehen französisch, aber sprechen es nicht. Ich wohnte in einem sehr geräumigen Zimmer von peinlichster Sauberkeit und Reinheit. Auch zwei Badezimmer und Zubehör befanden sich im Hause. Das Bett in meinem Zimmer war sauberer als in Villa Victoria. Ich habe noch vergessen zu erwähnen, daß der Nachmittag unserer Hinreise vom schönsten Wetter begünstigt war, der Hinaufweg nach Faja da Ovelha bei Sonnenuntergang bis zur Dämmerung war feenhaft. Als wir oben ankamen, war es fast finster. Nach der Ankunft erhielten wir ein großartiges Souper, wie überhaupt die Verpflegung sehr reichlich und gut die ganze Zeit hindurch war. Wir waren bei Tisch die drei, die von Funchal gestartet waren und der Hausherr und sein Sohn. Bedient und serviert hat der Diener von Vieira di Castro. Er sprach nur portugiesisch, und ich mit ihm Deutsch, gemischt mit Zeichen, und wir verstanden uns großartig. Den nächsten Morgen wurde der Aufbruch zur Jagd für 6h 30 bestimmt. Ich bat daher, mich um 5h 30 zu wecken und Vieira di Castro versprach, es selbst zu übernehmen. Am nächsten Morgen wurde ich, glaube ich, erst gegen 6 h geweckt, dann war erst ein Frühstück, dann verspäteten sich die Hamakträger, so daß wir erst gegen 7h 30 flott wurden. Das Wetter war nicht so schön wie am Tage vorher, zwar Sonnenschein, aber einige Wölkchen und Südwind. Ich hatte gefragt, ob ich meinen Mantel brauchen würde, mir wurde gesagt, es wäre nicht unbedingt notwendig. Ich ließ ihn zu meinem Schaden zuhause. Schon bei der Abfahrt in Faja da Ovelha war es etwas frisch, ich hoffte aber, daß die Sonne Afrikas uns bald wärmen würde. Mein Hamak war etwas früher gestartet, als die anderen. Bianchi, der so nicht sehr kräftig ist, hielt es anscheinend für seine Pflicht, neben meinem Hamak einherzulaufen. Ich sagte ihm, er solle auf den seinigen warten, ich ließ den Hamak zweimal halten, endlich ging ich mit ihm ein kleines Stück langsam zu Fuß. Schließlich erreichte uns sein Hamak, ich atmete erleichtert auf. Der heutige Weg war nicht mehr gepflastert, sondern, solange es bergauf ging, ein sehr rutschiger Lehm - Hohlweg, später auf der Höhe nur stellenweise Lehm, sonst Grasnabe. Bergauf ging es durch Pinuswälder mit sehr viel blühendem Ginster, auf der Höhe sind Weideflächen, unterbrochen durch viele Flußläufe, deren beiderseitige Abhänge mit Lorbeer und sonstigem Buschwerk dicht bewachsen sind. Diese Abhänge sind das Terrain für die Schnepfen. Wir wurden durch Poiso nach Achadas da Cruz 5 Pedro Augusto de Goueiva. 6 Vgl. Nr. 274, Anm Eduard Grünkranz, Hofjagdleiter in Reichenau (NÖ). b) - b) Umgangssprachlich: gehen Sie langsam, Stangel! Franz Stangel, kaiserlicher Oberjäger in Reichenau (NÖ). c) Umgangssprachlich: geschüttelt. getragen. Unsere Jagdgesellschaft bestand außer uns dreien und dem jungen Gouveia, aus vielleicht 20 Treibern, von denen auch vielleicht vier als Schützen mit Gewehr ausgerückt waren, die natürlich wie alle Kolofonis , das größte Waidmannsheil hatten, und vielleicht 25 Hunden, Köter aller Rassen und Nichtrassen. Als wir auf die Höhe gekommen waren, noch ungefähr eine halbe Stunde von unserem Jagdplatz, und dort die 20 Treiber getroffen hatten, fiel dichter Nebel ein und eisiger Wind pfiff. Ich habe schon viel in meinem Leben gefroren, auf Reitschule, Übungen etc., aber so wie in diesem Hamak in Afrika mein ganzes Leben nicht. Ohne Mantel, nur mit einer gestrickten Jagdweste. Man schickte endlich so einen unglückseligen Hamakträger wieder hinunter nach Faja da Ovelha um den Mantel, aber 2 1/2 Stunden oder etwas mehr, hin und zurück, er kam richtig, um 10h abgefertigt, um 1/2 1 Uhr mit dem kostbaren Kleidungsstück. Die Jagd begann um zirka 1/2 11h und zwei solche Flußläufe wurden abgejagt. Die Jagdart ist ganz eigentümlich. Die Hunde sind dazu da, um die ziemlich zahlreichen Kaninchen zu jagen und sie, falls sie den Krallen oder vielmehr dem Schrott der zahlreichen Kolofonis entkommen sind, eventuell zu fangen. Durch dieses furchtbare Gekläff wird der ganze Busch roglig, d) und die Schnepfen stehen auf. Auf den umliegenden Anhöhen sind Treiber postiert, die beobachten, wo die Schnepfen einfallen. Die Schützen treiben mit dem Rest der Treiber. Ist ein Schnepf aufgestanden, so geht ein Schütze oder zwei mit vier Treibern nach, die übrigen jagen weiter, beim nächsten Schnepf gehen wieder andere, so daß sich schließlich der Trieb in kleine Einzeltriebe auflöst. Da aber der ganze Trieb nicht sehr groß ist, die Treiber auch nicht berühmt in der Linie gehen und die Schnepfen meist tief streichen, weiß man nie, wohin man vor lauter Treibern, Beobachtern und Schützen hinschießen soll. Jeden Moment taucht irgendwo unvermutet aus den dichten, stark verwachsenen Büschen, ein Kopf hervor. Es ist geschehen, daß eine Mulde, wo ein Schnepf eingejagt wurde, ihre Ränder von Treibern fast ganz umstellt waren, so daß man kaum schießen konnte. Die Jagd auf Rebhühner geschieht genau so. Sehr ähnlich aufgeregt wie bei uns in Böhmen und Niederösterreich über die Hasen, sind die dortigen Treiber über die Kaninchen. Sie schreien wahnsinnig, laufen ihnen nach, rufen und animieren die Hunde zu noch größerem Gekläff. Ist der arme Lampe angeschossen, trachten sie, ihn zu fangen, was bei dem dichten Gebüsch nicht sehr leicht ist, obwohl ich gesehen habe, daß es ihnen gelungen ist. Geschickt sind die Leute im Laufen, fabelhaft, und außer dem dichten Gebüsch sind noch große Steine, und das sehr steile, oft rutschige Terrain hinderlich. Ich habe einen Schnepfen in einen dichten Busch hineingeflügelt, nach einer Minute hat ihn der Bub gebracht und so ein Schnepf kann laufen. Die Schnepfen und Rebhühner passionieren die Treiber lange nicht so wie die Kaninchen, tout comme chez nous . Diesen Tag jagten wir nur bis ein Uhr, denn dann fiel so ein dichter Nebel ein, daß man fast nichts mehr sah. Es sind wirklich viel Schnepfen da, mir gingen in den 2 1/2 Stunden vielleicht acht oder mehr Schnepfen und ein Rebhuhn auf. Das Schießen ist aber nicht nur wegen des Haupthindernisses der Ungeschicklichkeit der Treiber, sondern auch wegen der geringen Übersichtlichkeit des Terrains und des sehr schnellen zick zack Fliegens der Schnepfen sehr erschwert. Ich schoß einen Schnepf und fehlte drei und ein Rebhuhn, ich hatte drei Jahre lang, außer dreimal in der Schweiz, nicht mehr gejagt. 8 Um 12 Uhr war der alte Gouveia auch zu Fuß nachgekommen, auch kein kleines Stück für einen alten Herrn. Nach der Jagd frühstückten wir noch kalt auf der Höhe und gingen dann ein kurzes Stück, und wurden über die Höhen nördlich Ponta do Pargo nach Faja da Ovelha getragen. Ponta do Pargo, die Heimat des Monsignore Homen, ist das allerwestlichste Dorf der Insel. Es sieht auf die Entfernung zirka 1-2 Kilometer sehr freundlich aus mit vielen roten Dächern. In der Nähe ist ein großer Leuchtturm. Diesen Abend tat das warme Bad in Faja da Ovelha sehr wohl. Den nächsten Tag war Jagd in Fonte de Bispo. Die Gegend und die Jagd fast genau so wie gestern, nur etwas mehr Steine und kleine Felsen. Der Aufbruch auch wieder eine Stunde später, als angesagt. Das Wetter war aber viel besser und in der Früh sogar sehr klar; schöne Aussicht auf das Meer, gegen Mittag wieder einfallender Nebel und gegen 3 Uhr so dicht, daß man wieder die Jagd abbrechen mußte, gerade als auf Rebhühner getrieben wurde, und ich hatte so gehofft, ein madeirensisches Rebhuhn zu schießen. Der erste Trieb war an einem sehr tiefen Flußlauf, man mußte sehr viel laufen und es war sehr heiß, ich schoß einen Schnepfen, und einen an, - den man leider nicht fand. Den Tag vorher hatte mich speziell Bianchi begleitet, da man die anderen Schützen oft lange nicht sah, und an diesem Tage Vieira di Castro. Nach diesem Triebe wurden wir von den Hamakträgern wieder zur Höhe getragen und von dort aus gingen wir, nachdem wir noch etwas den auf Kaninchen jagenden Kolofonis zugesehen hatten, zur eigentlichen Quelle Fonte de Bispo. Bei dieser Quelle geht der begangendste Verbindungsweg zwischen dem Westen der Insel und dem Zentrum der Insel vorbei und dort rasten die Leute meistens und trinken. Wir begegneten eine ganze Bauernfamilie, sechs bis sieben Köpfe hoch, die Samenkartoffel in einem zehn Stunden von ihrer Behausung entfernten Ort kaufen wollten. Sie hatten alle größere und kleinere leere Säcke, je nachdem, ob es Vater oder Mutter oder die Kinder waren. Sie gehen einen Tag hin zehn Stunden, kaufen ein und übernachten und kehren den nächsten Tag vollbeladen wieder ihre zehn Stunden zurück. In zwei Tagen zwanzig Stunden Fußmarsch. Sie tranken an der Quelle und gingen weiter. Dann kam ein Eierhändler, das Ei zu 250 Reis, hat er uns gesagt. Er trug seinen ganzen Eiervorrat in einem Korb auf seinem Kopfe. In Faja da Ovelha sind die Eier billiger; er sagte, er müsse sie so teuer verkaufen, da ihm viele am Transport gebrochen werden. Dann folgte ein Bauer mit feinem Maismehl. [...] Es erinnert etwas an die Szenen aus der heiligen Schrift bei den Brunnen im gelobte Lande. Mittlerweile waren die Treiber über die Höhen gegangen und trieben nun den, zum d) Umgangssprachlich: locker, aufgelöst. 8 Die Jagdausflüge Kaiser Karls in der Schweiz fanden am im Aargau und am in der Gegend der Habsburg statt. ersten Trieb parallelen Flußlauf, der eben von der Quelle ausgeht, gegen uns zu. Es flog ein Schnepf auf, aber fiel ziemlich tief unten ein, ich lief hinunter und schoß ihn. Nr. zwei des heutigen Tages, eventuell Nr. drei, dabei aber blieb es auch. Nach dem auf diesen Trieb folgenden Frühstück - Monseigneur, c'est la battue ou personne ne manque - kam ein kurzer Trieb, wo auch Rebhühner eingefallen waren, ich sah keines, lief aber einem Schnepfen nach, von dem ich gesehen hatte, wo er eingefallen war. Mit mehreren Treibern klopften wir die ganze Gegend durch, aber er war nicht mehr da, es war auch dort namenlos dicht, ich mußte noch dazu, um das Terrain zu übersehen, auf einen Felsen steigen, von wo aus ich bestimmt gefehlt hätte. Wie ich bereits früher erwähnte, war der nächste eigentliche Rebhühnertrieb wegen Nebel unmöglich. Dann wäre auch fast keine Zeit mehr gewesen, es war schon 3h und um 1/2 6h ist es finster. Mit dem Hamak kann man bei Nacht auf diesen nicht sehr guten Wegen nicht getragen werden und zu Fuß kommt unsereiner nicht recht weiter, wo der Hamak für die Strecke vom Rebhühnertrieb bis nach Faja da Ovelha 1 1/2 Stunden braucht, braucht der nicht mit portugiesischen Lungen ausgezeichnete, sicher 2 1/2 Stunden. Der Weg vom Rebhühnertrieb hinab führt auf der Crête, einer mit Gras bedeckten Rippe. Sie ist lehmig und durch Regen ausgewaschen, ein tiefer Hohlweg. Dabei sind mitten im Wege große Felsblöcke, die mit einer dünnen Schichte aus Lehm bedeckt sind. Man kann sagen, fast ein Glatteis, und über all dies trugen einen die Hamakträger, ich proponierte ihnen öfters auszusteigen, aber sie fanden es nicht notwendig. Endlich stieg ich doch aus, weil sich die armen Teufel zu sehr abrackerten. Aber auch neben dem Hohlweg, auf einem kleinen lehmigen Fußweg neben dem Grasabhang zu gehen, war keine große Freude. Noch zwei kleine Enttäuschungen hatte ich mit den so sehnsüchtig erwarteten Rebhühnern. Noch als wir auf der Höhe ahnungslos ohne Gewehr
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