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Missions Nachrichten März / April Missionseinsätze in Sibirien Glück im Unglück (Ost-Ukraine) Eine offene Tür in Georgien Christen in Zentralasien Missionsnachrichten 2 März / April 2016 Inhalt 3.
Missions Nachrichten März / April Missionseinsätze in Sibirien Glück im Unglück (Ost-Ukraine) Eine offene Tür in Georgien Christen in Zentralasien Missionsnachrichten 2 März / April 2016 Inhalt 3. Jesus ist auferstanden! (Geistliches Wort) 5. Dort, wo der Atem gefriert Mission unter Nenzen (Westsibirien) 10. Wo ist ein Gott, der im Winter und bei Schlammlawinen hilft? (Georgien) 12. Hoffnungsträger in Moldawien zurüsten 14. Jesus bist Du der wahre Weg zu Gott? (Kirgistan) 15. Glück im Unglück Ostukraine 18. Herzlich Willkommen im Team (Mitarbeitervorstellung) 18. Gebetsanliegen 18. Impressum 19. Unser Projekt: Kinderbibeln in russischer Sprache 19. Bibelfreizeiten 20. Mit offenen Händen (CD-Neuerscheinung) 20. Termine 2016 (Missionstage/Bibelfreizeiten) Zur Titelseite: Pastor Dmitrij Bogdanow spricht mit einer Nenzenfamilie in deren Tschum über das Evangelium. Kleine Bilder v.l.: Lebensmittelverteilung in der Ostukraine. Mit dem Fahrzeug TREKOL sind die Missionare unterwegs in der Tundra. Warme Küche in Georgien. Übersichtskarte 18 Moskau Ukraine Kiew Moldawien 12 Charkow Karpaten 15 Schastje R u s s l a n d Wjatskije Poljany 19 Nenzen 5 Gornoprawdinsk Tobolsk Gebiet Tjumen 5 Salechard S i b i r i e n Jakutien Adscharien Georgien 10 Kasachstan A l t a i Usbekistan Mongolei Turkmenistan 14 Batken Pamir Kirgistan Kirgisischer autonomer Bezirk Kizilsu China Jesus ist auferstanden! Wenn aber Christus verkündigt wird, dass Er aus den Toten auferstanden ist, wieso sagen denn etliche unter euch, es gebe keine Auferstehung der Toten? (1Kor 15,12) Der Apostel Paulus predigte die Auferstehung der Toten. Einige glaubten daran andere leugneten sie. Die Auferstehung des Herrn Jesus hatte schon stattgefunden, dadurch waren also die Aussagen des Herrn Jesus und die Wahrheit der Prophetien diesbezüglich nicht mehr zu bezweifeln. Die Tatsache der Auferstehung konnte von vielen Augenzeugen bewiesen werden, unter welchen sich nicht nur die Jünger des Herrn Jesu befanden, sondern auch die damaligen Leiter des Volkes. Die Auferstehung unseres Herrn Jesus ist die unbestreitbarste Tatsache in der Geschichte. Es fanden sich jedoch Menschen, die das Gegenteil behaupteten. Um diesen Behauptungen begegnen und sie auch entkräften zu können, schreibt der Apostel Paulus, vom Geist Gottes geleitet, eine wunderbare Abhandlung im 15. Kapitel seines ersten Korintherbriefes. Er beschäftigt sich mit den Verleugnungen der Auferstehung Jesu und fährt fort, die Folgen aufzuzählen, die entstehen würden, wenn es keine Auferstehung von den Toten gäbe. Sieben Dinge führt er an, die eine sehr trübe und dunkle Bilanz ergeben würden, wenn ihnen nicht der Triumphruf gegenübergestellt werden könnte: Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen! (1Kor 15,20) Paulus zeigt auf, welche Auswirkungen es für uns hätte, wenn es keine Auferstehung gäbe: 1. So wäre auch Christus nicht auferstanden (1Kor 15,13.16). Wie furchtbar, schrecklich und weitreichend wären doch die Folgen; die Säulen des christlichen Glaubens wären dadurch zerstört. Das Fundament wäre verschwunden und der ganze Bau des christlichen Glaubens wäre in ein Nichts zusammengestürzt. 2. So wäre unsere Predigt vergeblich (V.14). Das Hauptthema der Apostel in ihrer Verkündigung war die Auferstehung der Toten. Aber wie leer und nutzlos wäre doch solch eine Verkündigung, wenn alles nur eine Täuschung ohne Grundlage wäre. Wir wollen einmal an all die Zeit, die Arbeit, die Reisen und auch das tiefe Leid und die vielen Entbehrungen denken, die sie auf sich nahmen. Wie schwer und gewagt wäre doch der Dienst, in dem sie standen, und wie töricht das Unterfangen, immer wieder von etwas zu predigen, was doch nie geschehen war und was auch ihnen und ihren Hörern keinen Nutzen bringen würde. Es wären verlorene Zeit, verlorene Tage und verlorene Bemühungen gewesen, ja, alles wäre umsonst gewesen. 3. So wäre auch unser Glaube vergeblich (V.14.17). Der Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi Glauben zu schenken, wäre demnach ein ungerechtfertigtes Vertrauen in etwas, was nicht Tatsache war. Sie hätten es einfach als Gottes unfehlbares und untrügliches Wort hingenommen, aber wahr konnte es nicht sein. Ihr Glaube wäre also überhaupt nicht gerechtfertigt; sie wären auch Ulrich Bombosch Netphen GEISTLICHES WORT 3 nicht durch den Glauben gerechtfertigt, der Zustand der Schuld und der Verdammnis bliebe bestehen. Das leere und offene Grab Jesu bezeugt: Sünde hinweggetan Versöhnung des Sünders mit Gott und von Ihm angenommen ewiges Leben zugesagter Sieg himmlische Sicherheit hoffnungsfrohe Botschaft Christus kennen und Ihn lieben. Wenn es keine Auferstehung gäbe, dann wäre genau das Gegenteil unsere Realität. diejenigen, die ohne Christus entschlafen sind. Das Evangelium, das sie geglaubt hatten, wäre doch kein Evangelium gewesen. Die Zukunft würde keine Hoffnung für sie bereithalten und sie müssten alle verloren gehen. Wenn es also keine Auferstehung geben würde, dann wäre all dies ihr Los. 7. Die Gläubigen wären die elendesten unter den Menschen (V.19). Die Gläubigen wurden gehasst, gejagt, beschimpft, alle irdischen Bequemlichkeiten wurden ihnen genommen, sie mussten sehr viel leiden, niemand hatte Mitleid mit ihnen. Sie haben sich auf viele Art und Weise selbst verleugnet, um dadurch den anderen die Wahrheit zu bringen. Gerne opferten sie alles, weil ihnen die Hoffnung in Christus alles bedeutete. Die Hoffnung half ihnen, vorwärts zu blicken auf die Freude, die Auferstehung und die Rückkehr und Jesus 4. So wären wir falsche Zeugen Gottes (V.15). Sie hatten dies alles in Gottes Namen bezeugt und behauptet, es von Ihm empfangen zu haben. Sie hatten verkündigt, dass Christus, Gottes eingeborener Sohn, von den Toten auferstanden und dass Seine Auferstehung folglich der Kronbeweis für Seine Göttlichkeit sei. Seine Auferstehung sei die Offenbarung Seiner Macht über alle Seine Feinde. Dies war auch die Zuversicht aller Gläubigen in Bezug auf ihre eigene Auferstehung. Es war auch die Zuversicht dafür, dass Jesus Christus wiederkommen würde, die Welt in Gerechtigkeit zu regieren. Noch mehr aber: Sie hatten Wunder getan und dadurch die Macht Gottes bestätigt, und doch wären sie die ganze Zeit Betrüger, Schwindler und Lügner gewesen, wenn Christus nicht auferstanden wäre. Wie furchtbar traurig! 5. So wären wir noch in unseren Sünden (V.17). Ihre Sünde wäre nicht vergeben, die Strafe nicht getragen worden; die Schuld und die Verdammnis läge immer noch auf ihnen; das Opfer auf Golgatha wäre nicht für sie in Kraft getreten; sie wären verloren! Dunkelheit und Tod wären ihr Teil, wenn es keine Auferstehung gäbe. 6. Die, die in Christus entschlafen sind, wären verloren (V.18). Es gäbe kein Leben nach dem Tod voll Freude und Wonne. Sie würden nicht mehr auferstehen. Die Strafe und Vergeltung für ihre Taten würde sie erwarten, genauso wie Herrschaft des Herrn Jesus in alle Ewigkeit. ist auferstanden! Diese Menschen wären wirklich die elendesten unter allen Menschen, wenn ihre Hoffnung und ihr Glaube durch die Annahme, dass es keine Auferstehung von den Toten gibt, enttäuscht und verdammt würde. Aber Lob und Dank, dies alles ist nur eine erfundene Theorie, denn: Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen. (1Kor 15,20) Seine Auferstehung ist wirklich geschehen, und sie ist das Pfand für die Auferstehung all derer, die in Christus Jesus sind. Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus; danach die, welche Christus angehören, bei seiner Wiederkunft; [ ] Denn Er muss herrschen, bis Er alle Feinde unter Seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod beseitigt. (1Kor 15,23.26) Christus ist auferstanden! Das predigen wir auf unseren Missionsfeldern. Bitte unterstützt uns und unseren wichtigen Dienst. Der Herr segne euch! 4 GEISTLICHES WORT Dort, wo der Atem gefriert Mission unter Nenzen Jahrhundertelang wurden Menschen nach Sibirien verbannt. Kälte, Unwirtlichkeit, endlose Urwälder, und im Norden die Tundra, wo nicht einmal Bäume wachsen. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Transsibirische Eisenbahn gebaut. Entlang der riesigen, in den Norden fließenden Flüsse Ob, Jenissej und Lena wurden Städte errichtet und die Gegend damit erschlossen. Nur eines kam kaum dorthin: das Wort Gottes. In den sibirischen Städten gibt es zwar orthodoxe Kirchen, die Liturgie wird dort jedoch bis heute in Altslawisch gehalten. Außer dem Heiligenkult kennen die Menschen kaum etwas aus der Bibel. Erst in den Neunzigerjahren fingen Christen an, diese Gegend zu evangelisieren. Die entstandenen kleinen Gruppen von Gläubigen sind heute jedoch mehrheitlich sich selbst überlassen. Leider beschränkte sich der Missionsdienst früher oft nur auf die Evangelisation. Der Auftrag, die Neubekehrten zu festigen, kam jedoch zu kurz. Deshalb ist es wichtig, diese Gemeinden zu besuchen, zu ermutigen und wo es sein muss, auch zu helfen. Außerdem sind es perfekte Ausgangsstellen für weitere Evangelisationseinsätze. Jakob Janzen, Mitarbeiter des Missionswerkes FriedensBote, unternahm im Februar eine mehrwöchige Reise nach Westsibirien in das Gebiet Tjumen und in das autonome Gebiet der Chanten und Nenzen. Eine Woche später schlossen sich ihm die Brüder Andrej Oselskij und Liviu Gusak aus Moldawien an. Bruder Gusak ist Arzt einer christlichen Klinik und wird im Herbst zu unseren Missionstagen kommen. Jakob Janzen berichtet: Große Herausforderungen für kleine Gemeinden Der Zustand in den nördlichen Gemeinden ist unterschiedlich. Kleine Gruppen von Gläubigen kämpfen mit großen Herausforderungen. Es gibt Orte, an denen es keine oder nur noch sehr wenige Christen gibt. Einige Gläubige waren auf der Suche nach Arbeit und zogen weg, andere verstarben. In den Ort Mugen kam ein Missionar aus der Ukraine. Nachdem drei bis vier Dorfbewohner zum Glauben kamen, verstarb plötzlich die Ehefrau des Missionars und er kehrte in die Ukraine zurück. Zurzeit gibt es in Mugen nur noch eine einzige gläubige Frau. Besorgniserregend ist auch die Situation in Gornoprawdinsk. Die dortige Gruppe ist auf 5-6 Personen geschrumpft. Es ist nicht einfach, in einer von Aberglauben, von religiösem Heidentum und von atheistischer Erziehung geprägten Gesellschaft den Weg mit Gott zu gehen, während alle rundum anders leben. Besonders große Versuchungen lauern auf die Jugendlichen. Während die Alterskameraden zur Diskothek gehen, sitzen sie in Gebetstunden, in denen Rentner überwiegen. Der Spott und Hohn der Umgebung bleibt nicht aus. Für die kleinen Gruppen von Christen am Rand der Erde muss ganz besonders viel gebetet werden. oben: Ein Nenzentschum und deren Schlitten in der zugeschneiten Waldtundra. Das Kind einer Nenzenfamilie in der warmen Winterkleidung. SIBIRIEN 5 Die Brüder Jakob Janzen, Andrej Osselskij und Liviu Gusak beraten sich mit Pastor Wladimir über den besten Weg zu den Nenzen. Während des Gottesdienstes in Salechard. Erfreuliche Früchte jahrelangen Wirkens Erfreulich ist dagegen die Lage in Tobolsk. In der knapp 150 Mitglieder zählenden Gemeinde finden jährlich Seminare für Prediger, Jugendtreffen und christliche Kinderfreizeiten statt. Pastor Alexej Bogdanov schaut mit dankbarem Herzen auf bewegende Jahre harter Arbeit zurück. Doch, es hat sich gelohnt. Menschen, die noch vor wenigen Jahren im Sumpf der Sünde zu ertrinken drohten, verkündigen heute das Wort Gottes. Hoffnungsvoll sieht es auch in der missionarisch aktiven Gemeinde Uwat aus, einem Städtchen am Fluss Irtysch. Durch ihren Dienst entstand im Nachbardorf mit dem Namen Junost komsomolskaja (deutsch: Jugendzeit mit dem Komsomol )* eine Bibelgruppe. Am 19. Februar besuchten wir die Gemeinde in Salechard. Der Leiter der Gemeinde, Wladimir S., bekehrte sich Anfang der Neunzigerjahre in einer Gruppe, die aus neun Frauen bestand. Nachdem er sich taufen ließ, erklärten die Glaubensschwestern: Jetzt haben wir dich als einzigen Bruder. Du musst also die Leitung übernehmen. So wurde er, obzwar noch selbst ein Kind im Glauben, Leiter der Gemeinde. Doch der Herr Jesus half ihm im Dienst, und so fanden weitere Seelen Frieden mit Gott. Der Weg, den es auf keiner Karte gibt Gemeinsam mit Wladimir und zwei anderen Glaubensbrüdern besuchten wir mehrfach die Rentierzüchter in der Tundra. Nach gründlicher Vorbereitung fuhren wir zu dem ersten nur 150 Kilometer entfernten Standort von Rentierzüchtern. Für ein gewöhnliches Auto wäre der Weg unpassierbar gewesen, darum nutzten wir einen Trekol (ein leichtes Fahrzeug mit großen und breiten Reifen, das auf dem festen Schnee ohne Wege fahren kann, ohne einzusinken). Endlich war die Stelle erreicht, wo wir von der Straße abbiegen mussten. Ein junger Nenze namens Georgij, allgemein Goscha genannt, kam uns mit seinem Schneemobil entgegen. Der weitere * Komsomol = ehemaliger kommunistischer Jugendverband 6 SIBIRIEN Weg führte einen steilen Hang hoch. Sicherheitshalber stiegen die Mitreisenden aus und gingen den Hang zu Fuß hoch. Kilometerweit fuhren wir anschließend über eine weite nahezu vegetationslose Schneelandschaft dem Schneemobil nach ohne jegliche Straße. An zwei Stellen blieben wir doch noch stecken, weil das Auto im frischen Schnee versank. Nachdem das Fahrzeug freigeschaufelt worden war, ging es weiter. Das Leben in den Tschums lehrt Genügsamkeit Es dämmerte bereits, da empfing uns Hundegebell. Wir erspähten vier Tschums (Zelte aus Rentierfellen). Für den Trekol wurde ein windstiller Platz gesucht, damit drei Personen im Fahrzeug übernachten könnten. Der Arzt Liviu und ich konnten bei den Nenzen im Tschum übernachten; auf diese Weise lernten wir hautnah deren Leben kennen. Der Tschum misst rund viereinhalb Meter im Durchmesser. Als Eingangstür dient ein Fell. Im Inneren herrscht Halbdunkel. In der Mitte steht ein kleiner Blechofen. Links davon befindet sich das Schlafzimmer der Bewohner. Die rechte Seite wird als Lagerplatz genutzt, wo die wenigen Gegenstände aufbewahrt werden, die die Nenzen besitzen. Hier durften auch wir zwei Gäste schlafen. Doch zunächst wurde das Feuer geschürt. Die Brüder Wladimir und Jurij waren schon häufiger bei Goscha und seiner Frau Tonja zu Besuch gewesen. Ein Kochtopf mit getautem Schneewasser wurde auf den Ofen gestellt, und Jurij kochte aus den mitgebrachten Konserven einen Eintopf. Die Nenzen freuten sich sehr darüber, dass wir ihnen Lebensmittel mitgebracht hatten, die sie sich nicht jeden Tag leisten können! Der Abend verging schnell und besäßen die Eigentümer der vier Tschums nicht ein gemeinsames Stromaggregat, so hätten wir bei Kerosinlicht sitzen müssen. Zum Schlafen wurden uns einige Rentierfelle gebracht und auf den Boden gelegt. Die Kälte kam von unten, weil dort ewiger Bodenfrost herrscht. Wenn das Holz im Ofen verbrannt ist, verschwindet auch sofort die Wärme. In dieser Nacht stürmte es ziemlich, das Thermometer fiel jedoch nicht tiefer als -25 C, sodass Besuche in der Natur (falls jemand auf Toilette musste) gerade noch auszuhalten waren. Das praktische Evangelium Morgens gegen acht Uhr stand Goscha als Erster auf. Er zog seine Fellstiefel an, stülpte die Maliza über (ein Obergewand, das als Sack gefertigt, keine kalte Luft an den Körper lässt) und begab sich nach draußen. Nachdem er frisches Holz geholt und den Ofen angezündet hatte, wurde es eine Viertelstunde später wohlig warm. Jetzt kam Leben in den Tschum. Auch die Kinder der Familie und die alte Mutter, die noch bei den Kindern lebt, wachten auf. Es wurde das Frühstück zubereitet. Danach ging es nach draußen, um Holz zu machen. Die vier Tschums stehen auf einer Anhöhe und sind von der Waldtundra umgeben. Allerdings haben die wenigen Bäume kaum mehr als 20 Zentimeter Durchmesser. So wurden einige vertrocknete Lärchen in der Nähe abgeholzt, gesägt und danach von uns gespalten. Jakob Janzen mit Bruder Wladimir in einem Nenzentschum. SIBIRIEN 7 Andrej Osselskij mit einem Rentiergespann der Nenzen. Zwei Nenzenfrauen haben Stroganina vorbereitet - gefrorenen Fisch, der in Streifen geschnitten mit Salz und Pfeffer gegessen wird. Auf dem Samttuch sind drei Kreuze aufgenäht. Dahinter befi ndet sich die heilige Ecke in der die Nenzen alles aufbewahren, was für sie einen religiösen Wert darstellt. Unser Leben die beste Predigt! Im Gebiet der Nenzen ist es tagsüber nur wenige Stunden hell. Wenn jemand denkt, dass missionarische Arbeit nur darin besteht, den Leuten das Evangelium zu erklären, dann irrt er sich. In der Wildnis hat jeder den ganzen Tag lang zu tun. Vor allem die Männer müssen nach den Rentieren schauen, die in der Nähe weiden, das heißt, die Flechten und Moose unter dem Schnee mit den Hufen freilegen und fressen. Wenn die Schneedecke zu dick wird, muss eine neue Stelle gefunden werden, wo weniger Schnee liegt. Die Rentiere werden dann dorthin getrieben. Währenddessen sind die Frauen mit Handarbeiten beschäftigt. Goschas Frau, Tonja, fertigte zunächst Fäden zum Nähen neuer Handschuhe für ihren Mann an. Dazu nahm sie Sehnen aus den Renrücken. Auch die restliche Kleidung wird aus Rentierfellen gefertigt. Allgemein leiden die Menschen in dieser rauen Gegend, insbesondere die Kinder, häufig an verschiedenen Krankheiten und können selten behandelt werden. Auch Artur, der kleine Sohn unserer Gastfamilie, hatte ein eitriges Ohr. Bruder Liviu aus Moldawien ist HNO-Arzt. Er untersuchte den Jungen und konnte helfen. Abends sprachen wir mit dem jungen Ehepaar über Gott. Goscha ist glücklich, die Christen aus Salechard zu kennen. Jedes Mal, wenn er in die Stadt kommt, kehrt er bei ihnen ein und ist dankbar, an einem sicheren Ort übernachten zu können. Dabei nimmt er langsam die Botschaft des Evangeliums auf. Oft dauert es Jahre, bis sich die Nenzen offen zum Christentum bekennen. Allerdings fiel uns auf, dass er seine Gäste vorsichtig, aber sehr genau beobachtete, wie sie sich benehmen und was sie reden. Und das Gedächtnis der Nenzen ist sehr gut ausgeprägt. Die beste Predigt des Evangeliums ist somit das Leben der Christen. Auch wenn viele Nenzen nicht lesen können, so können sie den Brief unseres Lebens sehr wohl lesen. Nicht fern vom Himmelreich und doch verloren Mit einem Lebensmittelpaket besuchten wir auch die Nachbartschums. In einem sahen wir hinter dem Ofen ein samtenes Tuch hängen, auf dem drei Kreuze aufgenäht waren. Die Bewohner hatten sogar ein Neues Testament. Wir knüpften an die Kreuze an und erklärten deren Bedeutung. Dann zeigten wir ihnen auch die Stelle auf der Seite 106 in ihrem Evangelium, wo die Worte Jesu abgedruckt sind: Ihr suchet in der Schrift, denn ihr glaubt, darin ewiges Leben zu haben. Und sie ist es, die von mir zeugt. (Joh 5,39) Im dritten Tschum sahen wir zwei Heiligenbilder. Auf die Frage, ob sie an Jesus glauben würden, erwiderte die Hausfrau: Auf unsere Art. Das bedeutet, dass sie Jesus und die Heiligen der orthodoxen Kirche zu ihren Göttern hinzugetan haben. Sie erhoffen sich dadurch, dass irgendein Gott ihnen schon helfen wird. Leider haben sich hier das orthodoxe Christentum und der Schamanismus vermischt, sodass die Menschen nach wie vor in Angst vor den bösen Geistern leben. Auch hier sprachen wir mit den Nenzen über das Neue Testament und die völlige Erlösung durch Christus. Dank der Gebete unterwegs bewahrt Auf dem Rückweg nach Salechard fing es an zu schneien, und ein starker Wind verwehte den Weg. Die Sicht wurde schlechter, und dann blieb der Trekol in einer Talsenke stecken. Es dauerte drei Stunden, bis das Fahrzeug freigeschaufelt war. Für 10 Kilometer bis zur festen Straße 8 SIBIRIEN hatten wir fünf Stunden gebraucht. Nach diesem Wochenende legte sich der Schneesturm allmählich, und wir konnten weitere Einsätze in die Tundra unternehmen. Diesmal ging es direkt in den Norden. Die Strecke betrug über 200 Kilometer. In den Gräben steckten seit Tagen Lastwagen fest. Langsam kamen wir mit km/h voran, bis wir am späten Nachmittag endlich am Ziel angekommen waren. Auf allen Fahrten wussten wir, dass viele Beter hinter uns stehen und Gott bewahrte
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