5 Jahre Ombudschaft in der Berliner Jugendhilfe

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BRJ Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. 5 Jahre Ombudschaft in der Berliner Jugendhilfe Inhalt Danksagung des Vorstands 1 5 Jahre Berliner Rechtshilfefonds
BRJ Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. 5 Jahre Ombudschaft in der Berliner Jugendhilfe Inhalt Danksagung des Vorstands 1 5 Jahre Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. Leistungen und Erfolge des Vereins 2 Erfolge der Vereinsarbeit 3 Der Bedarf besteht fort 5 5 Jahre Fallberatung im Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. 7 Fallstatistik 9 Fallportraits 15 Warum bedarf es individueller Unterstützung durch Ombudschaftsstellen wie den BRJ? 23 Fachgespräche und Fortbildungsangebote des Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. 25 Durchführung von Fachgesprächen 25 Durchführung externer Fortbildungen 27 Die Öffentlichkeitsarbeit des Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. 28 BRJ-Online, Newsletter und Infokampagnen 28 Jugendhilfe im Wandel die BRJ-Fachveranstaltungen im Berliner Abgeordnetenhaus 29 Veröffentlichungen und Pressearbeit 29 Der Blick nach vorn: Wohin steuert der BRJ? 32 Danksagung des Vorstands Der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. (BRJ) wird 5 Jahre alt ein Anlass, zurückzublicken auf 5 Jahre Ombudschaft in der Berliner Jugendhilfe, auf ein bundesweit bisher einmaliges und erfolgreiches Modellprojekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, jungen Menschen und ihren Familien in der Jugendhilfe zu ihrem Recht zu verhelfen. Es gibt eine Vielzahl von Gründen dafür, dass Menschen Unterstützung bei der Erziehung ihrer Kinder benötigen, Jugendliche nicht mehr zu Hause leben können, junge Volljährige einer Betreuung und Verselbständigungshilfe auch über das 18. Lebensjahr hinaus bedürfen. Im Kinder- und Jugendhilfegesetz (auch: Sozialgesetzbuch VIII) sind die Rechte der Betroffenen auf Hilfe, auf Mitwirkung in der Hilfeplanung und in der Hilfeentscheidung festgehalten. Die wenigsten Menschen jedoch kennen diese Rechte. In Konfliktfällen brauchen sie Unterstützung, um ihre Rechte einzufordern. Diese Unterstützung bietet der BRJ. Der BRJ ist eine bürgerschaftliche Initiative von fördernden Einzelpersonen und freien Trägern der Jugendhilfe. Die Mitglieder des Vereins unterstützen die Arbeit durch ehrenamtliche Mitarbeit und Mitgliedsbeiträge. Ein Projekt wie der BRJ ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Es lebt und entwickelt sich, weil es Menschen gibt, die es aktiv tragen. An sie geht unser herzlicher Dank: Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen lassen den Verein im Alltag leben. Sie sind die tragenden Säulen der Einzelfallberatung, führen Fachveranstaltungen durch, entwickeln finanzielle Perspektiven des Vereins und sind in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv. Im Durchschnitt werden im BRJ über 120 Stunden monatlich ehrenamtlich erbracht das sind 7200 Stunden seit Gründung des BRJ. Wir danken ihnen für ihre Zeit, ihr Engagement und ihre Fachlichkeit, die sie in den BRJ einbringen. Die Mitglieder und SpenderInnen unterstützen den Verein finanziell und schaffen so die materiellen Voraussetzungen für unsere Arbeit. Wir danken ihnen für die kontinuierliche und zuverlässige Unterstützung, die wir in den vergangenen 5 Jahren erfahren durften. Der Vorstand des BRJ vor dem Vereinsbüro Aktion Mensch sicherte durch eine Projektfinanzierung unsere Arbeit. Sie ermöglichte eine hauptamtliche Unterstützung des ehrenamtlichen Vereins, sodass die Aktivitäten in allen drei Schwerpunkten unserer Arbeit Beratung, Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit deutlich ausgeweitet werden konnten. Außerdem bekamen wir durch Aktion Mensch die Möglichkeit, unsere Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Seit 2005 gibt es hauptamtliche MitarbeiterInnen, die die Ehrenamtlichen unterstützen, den Laden betreuen und die unterschiedlichen Bereiche des Vereins koordinieren. Eine solche Aufgabe ist in einem ehrenamtlich getragenen Modellprojekt wie dem BRJ mit vielen Herausforderungen verbunden. Wir bedanken uns bei allen MitarbeiterInnen für ihr überdurchschnittliches Engagement, mit dem sie sich dieser Aufgabe gewidmet haben. Seit 2006 steht dem BRJ ein hochrangig besetzter Fachbeirat von sozialpädagogischen und juristischen ExpertInnen der Jugendhilfe zur Seite, der die Arbeit kritisch-konstruktiv begleitet, berät und zur Weiterentwicklung des Vereins beiträgt. Wir danken allen Beiratsmitgliedern für ihre wertvolle Mitwirkung und Unterstützung. Und schließlich möchten wir noch einen Dank anderer Art aussprechen: Der BRJ wird in der Regel erst dann zu Fällen hinzugezogen, wenn es Konflikte zwischen Familien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe gibt. Dabei haben wir uns stets um eine fachlichkonstruktive Konfliktkultur bemüht und sind dabei meist auf offene Ohren gestoßen. Dafür danken wir den MitarbeiterInnen der öffentlichen und freien Träger, mit denen wir in den vergangenen Jahren gut zusammen gearbeitet haben. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre über die Erfahrungen aus 5 Jahren Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. Wenn unsere Arbeit Sie interessiert, wenn Sie uns unterstützen möchten oder Fragen haben - zögern Sie nicht, sprechen Sie uns an, werden Sie aktiv! Berlin, im August 2007 Peter Schruth, Ulrike Urban, Christa Wollenberg (Vorstand des BRJ) 5 Jahre Ombudschaft in der Berliner Jugendhilfe 1 5 Jahre Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. Leistungen und Erfolge des Vereins Die Beratungsstelle des BRJ Im Juni 2002 gründeten engagierte Einzelpersonen und freie Träger der Jugendhilfe den Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe (BRJ) e.v. Vordringliches Ziel war zunächst, eine von den Interessen öffentlicher und freier Träger unabhängige Anlaufstelle zu schaffen, die junge Menschen und ihre Familien in Konflikten mit dem Jugendamt um die Durchsetzung individueller Rechtsansprüche auf Jugendhilfe unterstützt. Nur wenige junge Menschen und deren Familien sind über ihre Rechte im Bereich der Jugendhilfe informiert. Das heißt auch, dass sie im Falle eines Konflikts mit dem Jugendamt in der Regel nicht wissen, ob sie Rechte haben und worin diese bestehen. Ihnen fehlen Kenntnisse über rechtliche und fachliche Maßstäbe in der Jugendhilfe, anhand derer sie das Vorgehen eines Jugendamts einschätzen können. Somit ist es ihnen ohne die unabhängige Unterstützung durch Fachpersonen nicht möglich, ihre Sichtweisen adäquat in den Hilfeprozess einzubringen und auf die Einhaltung rechtlicher und fachlicher Standards zu bestehen. Hinzu kommt, dass junge Menschen und deren Familien, die Hilfe beim Jugendamt suchen, sich in Situationen befinden, die sozial und emotional belastend sind. Sie sind daher auch in Konflikten mit dem Jugendamt an einer einvernehmlichen Lösung interessiert, da sie dringend auf erzieherische Hilfen angewiesen sind. Um junge Menschen und deren Familien, die sich in einer solchen Konfliktsituation mit einem Jugendamt befinden, über ihre Situation aufzuklären, sie fachlich und emotional im Konflikt zu unterstützen und ihnen erforderlichenfalls auch zur Seite zu stehen, wenn eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Jugendamt nicht vermeidbar ist, braucht es ombudschaftliche Hilfe. Eine Ombudsstelle kann den jeweiligen Fall anders als die im Hilfeplanverfahren direkt involvierten Parteien aus unabhängiger Perspektive ordnen, eventuelle Verfahrensfehler aufdecken und den betroffenen Menschen dabei helfen, den vorliegenden Konflikt auf Augenhöhe mit den anderen Beteiligten einschätzen und gegebenenfalls ausräumen zu können. Eine solche Ombudsstelle ist der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. (BRJ). Nach 5 Jahren erfolgreicher Arbeit kann man sagen, dass der BRJ das bundesweit erste Vorhaben einer Ombudschaftsstelle in der Jugendhilfe ist, das langfristig und erfolgreich in die Tat umgesetzt wurde. Der Verein fungiert heute als fachlich weit über Berlin hinaus anerkannte Ombudsstelle für junge Menschen und Familien mit berechtigtem, aber unerfülltem Jugendhilfebedarf. Von Beginn an engagierten sich die Mitglieder des BRJ in drei Arbeitsschwerpunkten: neben der individuellen Beratungsarbeit mit den Betroffenen ging es dem Verein um Fortbildungsangebote und den fachlichen Austausch zwischen Fachkräften der Jugendhilfe sowie um die öffentliche Bewusstmachung und Skandalisierung von systematischen Rechtsbrüchen im Jugendhilfesystem. 2 Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. Die drei Arbeitsschwerpunkte des BRJ Die Fallberatung Der BRJ berät junge Menschen und deren Familien mit begründetem, aber unerfülltem Jugendhilfeanspruch und unterstützt sie dabei, ihre Rechte im Einzelfall durchzusetzen. Das Angebot ist kostenlos und erfolgt auf freiwilliger Basis. Die ehrenamtlichen BeraterInnen des BRJ prüfen individuell, ob der öffentliche Träger der Jugendhilfe den Jugendhilfeanspruch der Betroffenen rechtmäßig geprüft hat. Im Falle festgestellter Rechtswidrigkeiten im Verwaltungsverfahren werden die Betroffenen bei außergerichtlichen und gerichtlichen Schritten zur Durchsetzung ihres Anspruchs auf Hilfe unterstützt. Dies geschieht unter Zuhilfenahme fachlicher und finanzieller Ressourcen des Fonds. Fachgespräche und Fortbildungsangebote Der BRJ bietet regelmäßig Fachgespräche und Fortbildungen an, um Fachkräfte der Jugendhilfe bei ihrer kritischen Auseinandersetzung mit Rechtswidrigkeiten im Jugendhilfesystem zu qualifizieren, zu unterstützen und sie für den Umgang mit Verfahrensfehlern im Jugendhilfebereich zu sensibilisieren. Dies geschieht beispielsweise durch gemeinsame Fallreflexionen sowie durch praxisorientierte Aufbereitung von fachlichen Expertisen, von Gesetzesvorgaben und reformen im Bereich der Jugendhilfe und angrenzender Bereiche, aber auch von verwaltungsrechtlichen Fragen der Antragstellung auf Hilfe. Die Öffentlichkeitsarbeit Auch über den engen Kreis der Berliner Fachöffentlichkeit hinaus engagiert sich der BRJ, um auf Ungerechtigkeiten in der Jugendhilfe hinzuweisen. Dies geschieht in Form von Pressearbeit, Publikationen und öffentlichen Veranstaltungen. Erfolge der Vereinsarbeit Nach nunmehr 5 Jahren der gemeinsamen Arbeit können die Mitglieder des BRJ auf eine beeindruckende Bilanz zurückblicken. Das drückt sich nicht nur anhand der stetig gestiegenen Mitgliedszahlen des Vereins aus, dem inzwischen 55 Einzelpersonen und 23 Jugendhilfeträger angehören: Vor allem zeigt sich der Erfolg des Vereins anhand der Arbeit, die die Vereinsmitglieder seit Gründung des BRJ geleistet haben, der Arbeitsergebnisse und der öffentlichen Reputation, die der Verein erringen konnte. Individuelle Fallberatung Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Vereins haben seit 2002 in über 300 Fällen junge Menschen und ihre Familien beraten. 250 dieser gut 300 Fälle sind abgeschlossen und ausgewertet. Einen genaueren Einblick in die Ergebnisse der Auswertung gewährt der Abschnitt zur Fallberatung in dieser Broschüre. Ergänzend zu den statistischen Daten werden Fallbeispiele vorgestellt, die verdeutlichen, welche Arbeit die Ehrenamtlichen beim BRJ für die Betroffenen leisten und welche unterschiedlichen Strategien der BRJ entwickelt hat, um Betroffenen zu ihrem Recht zu verhelfen. Fortbildung von Fachkräften Der BRJ bietet regelmäßig Fortbildungen und Fachgespräche an, die Fachkräfte der Jugendhilfe über die Rechte von Betroffenen und über Unterstützungsmöglichkeiten bei der Umsetzung dieser Rechte informieren. Über diese Aufklärungs- und Qualifizierungsangebote trägt der BRJ dazu bei, Fachkräfte für rechtswidriges Handeln in der Jugendhilfe zu sensibilisieren und Gegenstrategien zu entwickeln. 5 Jahre Ombudschaft in der Berliner Jugendhilfe 3 Öffentlichkeits- und Pressearbeit Die Öffentlichkeitsarbeit des BRJ wird seit Gründung des Vereins stetig ausgebaut. Dabei geht es zum einen darum, das Beratungsangebot des BRJ breiter bekannt zu machen, um mehr Fachkräften, jungen Menschen und deren Familien die Chance zu bieten, sich bei Schwierigkeiten mit dem Jugendamt an den Verein zu wenden. Zum anderen dient die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins dem Ziel, rechtswidriges Verwaltungshandeln in der Jugendhilfe öffentlich zu machen, zu skandalisieren und zu diskutieren. In diesem Rahmen wurde auch die Pressearbeit ausgebaut. Bei aktuellen Themen wird der BRJ zunehmend als unabhängige Fachinstanz der Jugendhilfe um Stellungnahmen angefragt. Fachbeirat Seit Juni 2006 steht dem BRJ ein prominent besetzter Beirat von sozial pädagogischen und juris tischen ExpertInnen der Jugendhilfe zur Seite. Sie beraten den BRJ sowohl als Modellprojekt von bundesweiter Bedeutung in seiner allgemeinen Entwicklung als auch zu jugendhilferechtlichen und jugendhilfepolitischen Themen. Mitglieder des Beirats sind Prof. em. Dr. Manfred Kappeler (Technische Uni versität Berlin), Prof. Dr. Richard Münchmeier (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Johannes Münder (Technische Universität Berlin), Dr. Heike Schmid (Referentin im Referat Kinder- und Jugendhilfe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), Norbert Struck (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Kinderund Jugendhilfe) und Ministerialrat Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner (Leiter des Referats Kinder- und Jugendhilfe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) Beiratssitzung im BRJ Absicherung der Organisationsstruktur Sowohl der steigende Umfang als auch die qualitative Weiterentwicklung der Arbeit des Vereins erforderten eine strukturelle Absicherung und damit eine Veränderung der Mitarbeiterstruktur: Der BRJ entwickelte sich in den vergangenen 5 Jahren von einer ausschließlich ehrenamtlich getragenen Initiative hin zu einer ehrenamtlich getragenen, aber hauptamtlich gestützten Ombudsstelle. Hierbei wurden wir durch eine dreijährige Förderung der Aktion Mensch maßgeblich unterstützt. Auszeichnung des BRJ im Rahmen des deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. Der Bedarf besteht fort Auszeichnung im Rahmen des deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises erhielt der BRJ für seine Arbeit eine Auszeichnung im Rahmen des von der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) verliehenen Kinderund Jugendhilfepreises Hermine Albers. In der Laudatio wurde der BRJ hervorgehoben als innovatives und professionell arbeitendes Projekt, das sich des wachsenden Kostendrucks auf die Kinder- und Jugendhilfe annimmt und darauf zum Wohl der Klientel zielorientiert unterschiedliche Antworten findet. Der Verein zeichnet sich durch eine hervorragende Organisationskultur aus. Weiter wurde hervorgehoben, der BRJ setze mit seiner Arbeit eine Forderung des 11. Kinder- und Jugendberichts der Bundesregierung nach Einrichtungen des sozialen Verbraucherschutzes in der Kinder- und Jugendhilfe um. Beispielprojekt der Kampagne In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Aktion Mensch stellte den BRJ 2006 im Rahmen der Kampagne In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? als beispielgebendes Modellprojekt einer breiten Öffentlichkeit vor. Auf der Internetseite der Kampagne wird der BRJ als Beispielprojekt präsentiert. Daneben wurde zwischen April und Juni 2006 im Rahmen einer ganzseitigen Anzeigenserie in namhaften Illustrierten auf die Aktivitäten der Ehrenamtlichen des BRJ aufmerksam gemacht. Ombudschaft in der Jugendhilfe: ein wichtiges Thema auch über Berlin hinaus Die Leistungen und die fachliche Expertise des BRJ werden in der bundesweiten Fachöffentlichkeit geschätzt - und zu unserer großen Freude als Anregung für eigene Aktivitäten genutzt. Aus unterschiedlichen Regionen der Bundesrepublik erreichen uns Anfragen von Initiativen, die sich für den Aufbau von Ombudsund Beschwerdestellen in der Jugendhilfe interessieren und engagieren. Dies zeigt, dass das Problem widerrechtlicher Vorenthaltung von Jugendhilfeansprüchen keineswegs ein auf Berlin begrenztes Problem darstellt und unabhängige Beschwerdestellen in der Jugendhilfe bundesweit dringend gebraucht werden. Der BRJ ist inzwischen eine feste Größe in der Jugendhilfe und zwar weit über Berlin hinaus. Dank seiner fünfjährigen Erfahrung als Ombudsstelle stellt er eine verlässliche Anlaufadresse für junge Menschen und Familien mit berechtigtem, aber unerfülltem Jugendhilfebedarf dar. Das leistungsstarke Team aus ehrenamtlichen BeraterInnen und hauptamtlichen KoordinatorInnen ermöglicht es, vielen Betroffenen zu helfen. Durch seine Anerkennung als unabhängige Instanz in der Jugendhilfe ist es dem BRJ zudem möglich, öffentlich Gehör zu finden, wenn es um Gefährdungen des Rechtsstatus junger Menschen in der Jugendhilfe geht. Dies sollte jedoch nicht dazu verführen zu glauben, der ombudschaftliche Beratungs- und Unterstützungsbedarf junger Menschen und Familien in der Jugendhilfe sei durch den BRJ gedeckt. Im alltäglichen Engagement der MitarbeiterInnen wird deutlich: eine Ombudsstelle wie der BRJ kann vielen Menschen, denen Jugendhilfeleistungen widerrechtlich vorenthalten werden, helfen. Das zugrunde liegende Problem, dass jungen Menschen und ihren Familien die ihnen zustehenden öffentlichen Hilfen systematisch verweigert werden, ist damit jedoch noch nicht gelöst. Dafür bedarf es verstärkt eines Umdenkens innerhalb der Jugendhilfepraxis und zwar quer zur institutionellen Trennlinie zwischen leistungsgewährenden und leistungserbringenden Trägern -, sowie eines Handlungsbündnisses breiterer Kreise der Fachöffentlichkeit. Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe müssen sich in Zukunft geschlossener gegen Rechtsbeugungen und Rechtsbrüche in der Jugendhilfe zur Wehr setzen, aus welchen Motiven heraus diese Rechtswidrigkeiten auch immer geschehen mögen. Solange Jugendhilfefachkräfte bereit sind, fachliche Entscheidungskriterien anderen Interessen unterzuordnen, wird es weiterhin zu unrechtmäßigen Entscheidungen gegenüber jungen Menschen und Personensorgeberechtigten in der Jugendhilfe kommen. Mit jeder rechtswidrigen Entscheidung jedoch verliert die Kinder- und Jugendhilfe ihren Anspruch auf das Primat ihrer Fachlichkeit. Nur mithilfe einer offensiv vertretenen Fachlichkeit kann sich die Kinder- und Jugendhilfe zukünftig gegen externe Interessen wie beispielsweise haushaltspolitische Kürzungsinteressen behaupten. Die Mitglieder des BRJ werden auch zukünftig als unabhängige Ombudschaftsstelle gegen jedwede Beschneidungsversuche von Betroffenenrechten in der Jugendhilfe vorgehen, wie auch immer diese motiviert sein mögen. Wir freuen uns dabei über jede Form der Unterstützung von Ihnen! 5 Jahre Ombudschaft in der Berliner Jugendhilfe 5 in Berlin: LIGA-Wohlfahrtsverbände und über hundert Träger der Kinder- und Jugendhilfe demonstrierten im Rahmen der Kampagne Glücksspiel Zukunft gegen die resoluten Kürzungen des Senats Wenn Sie sich angesprochen fühlen und uns bei unserer Arbeit unterstützen wollen, gibt es viele Möglichkeiten, das zu tun Spenden Sie mit einem einmaligen, mehrmaligen oder regelmäßigen Beitrag, so klein er auch sein mag, unterstützen Sie unsere ehrenamtliche Arbeit für betroffene junge Menschen und ihre Familien. Werden Sie Fördermitglied und tragen Sie damit zur finanziellen Basissicherung des Vereins bei. Fördermitgliedschaften sind wichtig, um Stiftungsmittel zu erhalten. Spenden Sie beispielsweise 5 Euro monatlich, so sichern Sie damit 20 Euro Stiftungsmittel monatlich für unsere ehrenamtliche Arbeit. Sie möchten sich aktiv in den BRJ einbringen? Dann machen Sie mit! Wir suchen sozialpädagogische, juristische und psychologische Fachkräfte, die bereit sind, sich ehrenamtlich einzubringen, unsere Arbeit zu unterstützen und mitzugestalten. 6 Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. 5 Jahre Fallberatung im Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.v. Die individuelle Beratung von Betroffenen, die im Rahmen ihrer Antragstellung auf Jugendhilfe vom Jugendamt abgelehnt wurden, stellte von Anfang an den Kern der Arbeit des BRJ dar. Die Fallberatung erfolgt nach einen transparenten Beratungskonzept und verbindlichen Qualitätskriterien, die im Laufe der letzten fünf Jahre stetig reflektiert und weiterentwickelt wurden. Kollegiale Fallberatung im BRJ Qualitätskriterien im BRJ-Beratungsprozess Arbeit in Beratungsteams, die durch Experten unterstützt werden Die Beratungsarbeit wird nie von einzelnen Fachkräften allein d
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