8. Jahrgang März/April Pflegefall Schule - Leere in den Lehrerzimmern - 4. Schulpolitisches Forum 2 der Lehrerverbände im SBB

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Lehrerverband Berufliche Schulen Sachsen - Der Berufsschullehrerverband - LVBS Sachsen e.v. LVBS 8. Jahrgang März/April 2012 Aus dem Inhalt: Seite Pflegefall Schule - Leere in den Lehrerzimmern - 4. Schulpolitisches
Lehrerverband Berufliche Schulen Sachsen - Der Berufsschullehrerverband - LVBS Sachsen e.v. LVBS 8. Jahrgang März/April 2012 Aus dem Inhalt: Seite Pflegefall Schule - Leere in den Lehrerzimmern - 4. Schulpolitisches Forum 2 der Lehrerverbände im SBB Kultusminister will Beamte locken 5 Ohne Konzept?! Schulnetzplanung der Stadt Dresden 6 Stammtisch der Berufsschullehrer in Leipzig 10 Frühlingsfest Einladung zur Veranstaltung der Seniorengruppe 12 Internationalnutzbare DJH-Gruppenreisevorteile 13 Informationen zur Zusatzversorgung 14 Herausgeber: Lehrerverband Berufliche Schulen Sachsen Strehlener Platz Dresden Bildungspolitik kein zweites Griechenland in der Bildung hier in Sachsen so beendete der bildungspolitische Sprecher der CDU - Thomas Colditz - am Sonnabend, dem , das 4. Schulpolitische Forum zum Thema Pflegefall Schule Leere in den Lehrerzimmern! im BSZ Gesundheit und Sozialwesen in Dresden. Pünktlich Uhr begrüßte der Schulleiter des BSZ, Herr Michael Schubert, Gäste und Teilnehmer der sächsischen Lehrerverbände. Einen eingeschränkten Blick seitens des SMK und der SBA auf berufliche Bildung, erwähnte Herr Schubert ebenso kritisch wie Stellenabbau und fehlende Qualifizierungslehrgänge für Seiteneinsteiger. Berufliche Bildung wird in öffentlichen Schreiben des SMK zu oft nicht erwähnt und erweckt bei Lehrern und Schulleitern der beruflichen Bildung den Eindruck wir werden nicht wahr- und damit wohl auch nicht ernstgenommen Die Schulleitervereinigung versuchte im Sommer 2011 mit einem Schreiben das SMK auf den kommenden Lehrer- und Fachkräftemangel in der Berufsbildung aufmerksam zu machen war das vergebens? Nach einem kurzen Referat von Herrn Pöschmann, stellvertretender Landesvorsitzender des SBB, übernahm Herr Prof. Dr. Jan Hendrik Olbertz (Bild rechts), ehemaliger Kultusminister von Sachsen - Anhalt, jetzt Präsident der Humboldt UNI Berlin, das Rednerpult für das Hauptreferat. Er spannte einen weiten Bogen zu Themen wie: Geschichte der Bildung, Schule, Lehrerberuf, Unterricht, Wissen, Qualität von Bildung und Schule, Den Lehrerberuf in kritischer und heiterer Selbstjustiz zu sehen, so verwies er auf das Gedicht von B. Brecht: Seite 2 Das aktuelle LVBS Mitteilungsblatt kann im Internet unter eingesehen werden. VOM KRIEGERISCHEN LEHRER Da war der Lehrer Huber: Der war für den Krieg, für den Krieg. Wenn er sprach vom Alten Fritzen Sah man sein Auge blitzen aber nie bei Wilhelm Pieck Da kam die Waschfrau Schmitten Die war gegen Dreck, gegen Dreck. Sie nahm den Lehrer Huber Und steckt' ihn in den Zuber Und wusch ihn einfach weg. Der derzeitig verfehlte gesellschaftliche Diskurs über das Kind, das Problem zwischen den Begriffen Wissen und Stoff, die Grenzen der Schulen als Institution und das Mediendilemma sind von Prof. Olbertz als Dilemmas im Lehrerberuf bezeichnet worden. Schwere äußere Rahmenbedingungen und der Stellenwert in der Gesellschaft mit hohen gesellschaftlichen Verpflichtungen kennzeichnen den traditionsreichen Beruf des Lehrers. Sächsische Lehrer fordern faire Bedingungen in Eingruppierung, Bezahlung, Klassenstärken und Pflichtstundenzahl (seit 1992 vorrübergehend auf 26 h erhöht) B. Brecht Schule ist nicht die Reparaturwerkstatt der Gesellschaft Eignet sich PISA um gute Schule messen zu können? Was kennzeichnet guten Unterricht? Was kosten Bildung und Erziehung? sind Fragen, die zu beantworten sind! Impressum: LVBS Sachsen e.v. LVBS Geschäftsstelle in Sachsen Strehlener Platz Dresden /Fax: 0351/ (BSZ Elektrotechnik) Jens Michel - finanzpolitischer Sprecher der CDU- übernahm nach dem Referat von Prof. Olbertz das Rednerpult und begrüßte seinen teuren Kollegen Colditz aus seiner Fraktion mit genau diesen Worten. Es folgten Zahlenkolonnen, Diagramme, Kennlinien in prächtigen Farben über Ausgaben, Einwohnerzahlen,, bis hin zu fehlenden jungen Frauen im gebärfähigen Alter. Das eigentliche Motto der Veranstaltung Pflegefall Schule - Leere in den Lehrerzimmern! wurde - wie befürchtet - zu einem Finanz und Kostenspiel. Ein Stochern im Nebel verklärte den Blick auf den Brückenschlag - so sein letztes Bild in seiner Präsentation! -Adresse des Verbandes: Schriftleitung des LVBS-Sachsen: Schriftleitung des Mitteilungsblattes: D. Böttcher Beachten Sie bitte folgende Termine bei der Zusendung von Artikeln für das LVBS Mitteilungsblatt: 05-06/ / /2012 Redaktionsschluss: wird nachgereicht Seite 3 In einer Podiumsdiskussion mit Jens Weichelt (SLV), Prof. Dr. Olbertz und Thomas Colditz (CDU) sind auch zwei Referendare zu Wort gekommen. Frau Carola Dudek (oberes Bild Mitte), Referendarin am BSZ Gastgewerbe Dresden, kritisierte die Einstellungsmodalitäten des SMK im Freistaat Sachsen. Junge, gut ausgebildete Berufsschullehrer erhalten keine Zusage für eine Stelle in Sachsen und verstehen es nicht, wenn verbeamtete Lehrer aus den alten Bundesländern hier eingestellt werden sollen. Es ist ein Irrglaube seitens der Regierung, dass abgewanderte sächsische Pädagogen in Scharen wieder nach Sachsen wollen. Eingruppierung, Bezahlung, NICHT-Verbeamtung und Stundenverpflichtungen werden das verhindern. Das Schlusswort der Veranstaltung übernahm der bildungspolitische Sprecher Thomas Colditz (CDU) mit einem Kompliment an Prof. Dr. Olbertz - so sollte ein Kultusminister sein hatten wir hier in Sachsen noch nie - ich habe selbst viele erlebt. Erstaunlich kritische Worte seitens eines Parlamentariers, der seit 1990 in der regierenden Fraktion im sächsischen Parlament bereits die vergangenen 22 Jahre Bildungspolitik mitgestaltet hat. Die Bildung wird im Jahr 2014 Prüfstelle - so äußerte er sich aber stellt er sich dann selbst zur Wiederwahl? Weitere Gespräche sind mit der Regierung wichtig, es sind Lösungen zu finden und nicht Probleme aussitzen. Alle Vertreter der anwesenden Lehrerverbände gaben dazu ihre Bereitschaft und wollen ihre Fachkompetenz für Schule, Bildung und faire Bedingungen ihrer Kollegen einsetzen. Bettina Reichardt Seite 4 Das aktuelle LVBS Mitteilungsblatt kann im Internet unter eingesehen werden. Kultusminister will Beamte locken Jahrelang haben die unterschiedlichsten Gremien gewarnt, dass es durch den Renteneintritt ein Lehrerproblem in Sachsen geben wird. Man kann nur mit dem Kopf schütteln, mit welchen Mitteln jetzt versucht wird, diesen Auswirkungen zu begegnen. Mal abgesehen davon, dass viel zu wenig getan wird den Lehrerberuf in Sachsen attraktiv zu gestalten, sorgt der Minister für eine künftige Ungleichbehandlung der Lehrer, die es in diesen Dimensionen noch nie gab. Nur einige Stichpunkte zum Nachweis, dass die Attraktivität des Lehrerberufes in Sachsen nicht gesteigert wurde, sondern sich teilweise sogar verschlechtert hat. - Seit Jahren 26 statt 24 Pflichtstunden - Kürzung des Weihnachtsgeldes - steigende Belastung durch unterrichtsfremde Arbeiten - Zahlung von Leistungsprämien nach Kassenlage Und jetzt soll der Lehrermangel mit Beamten aus anderen Bundesländern ausgeglichen werden. Diese Lehrer sollen allerdings nach den Richtlinien ihres Herkunftslandes eingestellt werden. Konkret sollen sie Beamte bleiben und sollen auch mit ihren ehemaligen Bezügen übernommen werden. Die Differenz zum Nettoeinkommen eines vergleichbaren Lehrers aus Sachsen kann sich zwischen 500 und 1000 bewegen. Es mag ja vielleicht diesen oder jenen Lehrer geben, der sich überreden lässt nach Sachsen zu kommen - für die hier beschäftigten Lehrer ist das ein Schlag ins Gesicht. Ist das die Wertschätzung des Kultusministers seinen Angestellten gegenüber, die er ja öfters betont, wenn es um nichts geht? Welche Auswirkungen wird diese Vorgehensweise haben? Nun unter diesen Bedingungen werden sich alle sächsischen Lehrer auf die neuen Kollegen freuen. Mal ehrlich, ich glaube nicht, dass diese Kollegen gleichberechtigt in die Kollegien aufgenommen werden. Der Ost- Westkonflikt wird geradezu provoziert. Ich bin gespannt, wie man einem jungen sächsischen Kollegen erklärt, dass bei gleicher Arbeit der Kollege, der aus einem anderen Bundesland zurückkommt, mehr verdient als der, der hiergeblieben ist. Für die jetzigen Referendare ist das natürlich ein Aufruf, nicht in Sachsen in den Beruf zu starten, sondern nach ein paar Jahren wiederzukommen, als Beamter und mit mehr Einkommen. Als Mitglied des LVBS und als betroffener Lehrer erwarte ich vom Kultusminister eine klare Positionierung zu unserer Arbeit und endlich ein tragbares Konzept zur Bekämpfung der Missstände. J.F. Seite 5 LVBS - Bezirksverband DRESDEN Ohne Konzept?! Schulnetzplanung in Dresden Mit dem Bekanntwerden des neuen Schulnetzplanes für die Dresdner Schullandschaft am 11. Oktober 2011 begann für vier BSZ der Stadt eine Zeit der Unsicherheit und Unruhe. Im BSZ für Dienstleistung und Gestaltung setzte sich nach den ersten Stunden der Wut über den Entwurf des Schulverwaltungsamtes die Meinung unter den Kollegen durch, das Unverständnis über die Planungen der Stadt Dresden lautstark öffentlich zu äußern. Der Beschluss der Lehrer- und Schülervertreter zu einem Demonstrationszug am 13.Oktober durch die Dresdner Innenstadt war die Initialzündung für den Protest mehrerer betroffener Schulen und die Geburtsstunde des Aktionsbündnisses Macht? Schule. Bildung! Über 500 Teilnehmer ließen vor dem Dresdner Rathaus ihrem Unmut freien Lauf. Doch der Reihe nach! Welcher brisante Inhalt steckt im Entwurf zur Fortschreibung des Schulnetzplanes der Stadt Dresden? Den meisten Lesern dürfte bekannt sein, dass die Stadt Dresden in den letzten Jahren hinsichtlich ihrer (vor allem jungen) Bevölkerung rasant wächst. Somit entsteht Seite 6 Das aktuelle LVBS Mitteilungsblatt kann im Internet unter eingesehen werden. neben einem enormen Mehrbedarf an Betreuungsplätzen für die Jüngsten auch ein erhöhter Bedarf an Grundschulplätzen und in den Folgejahren auch an den weiterführenden Schulen (Mittelschulen und Gymnasien). Da die Stadt offensichtlich, trotz Hinweisen vom Eigenbetrieb Kindertagesstätten, von dieser notwendigen Kapazitätsausweitung völlig überrascht wurde, scheut sich das Schulverwaltungsamt nicht, völlig intakte Strukturen in der Dresdner Berufsschullandschaft anzugreifen. Dass die Situation im Dresdener Umland völlig anders aussieht, ist ebenfalls bekannt. Die dort in guten Zeiten mit Fördermitteln ausgebauten Berufsschulzentren laufen leer. Dies ist aber nicht der Sogwirkung der Stadt Dresden zuzuschreiben, sondern dem allgemeinen Schülerrückgang bzw. dem Unvermögen diesen lang bekannten Sachverhalt rechtzeitig in die Planung einzubeziehen. Die allgemeine Forderung des Kultusministeriums, die berufliche Ausbildung in Sachsen zu konzentrieren, also Kompetenzzentren zu schaffen, ist leider nie mit konkreten Maßnahmen als Prozess gestaltet worden. Nun da das Kind in den Brunnen gefallen ist, präsentieren die dafür Verantwortlichen eine ganz einfache Lösung: Dresden gibt Berufsschüler an das Umland ab, hilft diesem damit, schafft bei sich selbst Freiraum für andere Schularten und entledigt sich dabei noch ein paar angestauter Kostenprobleme. - Für jemanden, der sich nicht tiefgründig mit der Materie beschäftigt, scheint diese Lösung erst einmal sogar plausibel, doch wer sich ernsthaft mit der Problematik beschäftigt, muss sehen, dass diese einfache Lösung nicht aufgehen kann. Bildung, insbesondere im beruflichen Bereich, ist eben keine Frage, die man auf Gebäude und Kosten reduzieren kann. Gewachsene, inhaltlich begründete und erfolgreiche Strukturen lassen sich nicht nach Belieben ohne fachliches Konzept neu zusammenpuzzeln und von A nach B verschieben, ohne dass ein irreparabler Schaden entsteht. Statt aber neue Kapazitäten für andere Schularten zu schaffen, plant man sogar, einen ganzen Schulstandort (Außenstelle des BSZ für Agrarwirtschaft und Ernährung in Altroßtal) der Nachnutzung zuzuführen, also die Immobilie zu veräußern! Begründet wurde dies mit einem erhöhten Sanierungsaufwand von etwa 20 Mio. Euro. Das dieser Betrag viel zu hoch angesetzt ist, stellte sich in Gesprächen mit den Betroffenen schnell heraus. Auch die nicht unbeträchtlichen Investitionen in den letzten Jahren in den Standort wurden diskret verschwiegen und falsche Zahlen von Klassenzimmern und Fachkabinetten als Grundlage veröffentlicht. Dabei hat diese Schule was den Schülerrückgang betrifft ihre Hausaufgaben gemacht, denn durch die Fusion des BSZ Agrarwirtschaft mit dem BSZ-Ernährung entstand 2008 ein nicht nur von den Schülerzahlen zukunftssicheres BSZ, sondern durch große Anstrengungen der Schulleitung und der Kollegen ein Kompetenzzentrum für den gesamten grünen Bereich mit einer Kette von der Produktion über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung und das in allen Bildungsgängen (Berufsschule, FOS und berufliches Gymnasium). Dies führt zu wichtigen Synergieeffekten und ist ein Grund für die hohe fachliche Qualität der Ausbildung an diesem BSZ. Die Schule verfügt über moderne Labore und eine für die Ausbildung im Grünen Bereich optimale Umgebung. Die im Schulnetzplan geplanten Veränderungen würden de facto zur Zerschlagung des über die Landesgrenzen hinaus anerkannten Kompetenzzentrums führen und somit die bildungspolitische Zielstellung konterkarieren. Das in Sachsen mittlerweile einmalige Agrarwissenschaftliche Gymnasium und die Fachoberschule Agrarwirtschaft/Umweltschutz wären ihrer beruflichen Grundlage beraubt und damit dem Untergang geweiht. Die Stadt Dresden setzt damit ihre Vorgehensweise der vergangenen Jahre fort, Schulstandorte zu schließen und die Immobilien zu veräußern. Seit Mitte der 90er Jahre wurden im Stadtgebiet Dresdens Seite 7 mehr als 80 Schulen geschlossen. Einige dieser Standorte sind nach wie vor verfügbar und könnten einer Nach- bzw. Neunutzung als Schule zugeführt werden. Mit der Aufgabe des Standortes Altroßtal würde eine Art Dominoeffekt in Gang gesetzt, bei dem insgesamt drei Dresdner BSZ die Leidtragenden wären. Außerdem interessieren die Verantwortlichen der Stadt ihre Aussagen aus den letzten Jahren, keine Dresdner Berufsschüler ins Umland abzugeben, herzlich wenig, wenn die blanke - hausgemachte - Not Einzug hält. Aber das Ziel einer 1:1 Umlagerung von Berufsausbildungen ins Umland ist illusorisch, wie der Widerstand der Betriebe, Kammern und vor allem der betroffenen Schüler zeigt. Mit diesen Plänen der Stadt würden mit Sicherheit gut ausgebildete Fachkräfte verloren gehen, die sich dann anderen, noch in Dresden angesiedelten Ausbildungsgängen zuwenden. Auch die erhöhten Fahrtkosten für die Berufsschüler werden dabei eine Rolle spielen, vom erhöhten Zeitaufwand gar nicht zu sprechen! Zudem wird mit jedem ausgelagerten Beruf die Wahrscheinlichkeit höher, dass Azubis gezwungen sind, bei Schulen in privater Trägerschaft eine Ausbildung zu beginnen. Also wieder eine Kostensteigerung zu Lasten der Jugendlichen und eine wietere Verlagerung von staatlicher Schulbildung in Privathand. Der angesprochene Dominoeffekt trifft besonders das BSZ für Dienstleistung und Gestaltung auf der Chemnitzer Straße, welches Schüler und Ausbildungsrichtungen des Altroßtaler Standortes aufnehmen und selber aufgehoben - also geschlossen - werden soll. Dieses BSZ zeichnet sich aber seit Jahren durch stabile Schülerzahlen weit jenseits der Tausend und als verlässlicher Partner der Dienstleistungsbetriebe in Dresden und Umgebung aus. Die Ausbildungsrichtungen sollen je nach Planung in drei bis vier andere BSZ der Stadt aufgeteilt werden. Um zum Beispiel für die Gebäudereiniger, Friseure und Fachoberschüler Platz zu gewinnen, soll der komplette Bauteil des BSZ Bau und Technik am Straßburger Platz ins Umland (Meißen? Pirna?) verlagert werden und damit wird in der boomenden Stadt Dresden eine über 60jährige Tradition in der Ausbildung im Bauwesen verschwinden! Auch das BSZ Wirtschaft I soll von seinem Standort in der Dresdner Neustadt in die Peripherie nach Gorbitz verlagert werden, um einer geplanten Mittelschule Platz zu machen. Frei nach dem Motto: Mit Berufsschülern kann man nach Belieben verfahren, die haben ohnehin keine Lobby. Irrtum! Ohne Übersicht der zu erwartenden Umzugskosten sollten diese Planungen schon im Sommer 2012 in die Realität umgesetzt werden. Inzwischen ist es den betroffenen Schülern und Lehrern aber gelungen, die verantwortlichen Politiker im Dresdner Stadtrat zum Zweifeln am Sinn der Verwaltungspläne zu bringen. Auch die Erkenntnis, dass ein Berufsschulzentrum nicht so einfach umgesetzt werden kann wie eine allgemeinbildende Schule, setzte sich erst nach vielen Terminen vor Ort durch. Neben den vorzunehmenden baulichen Veränderungen sind auch die unterrichtenden Lehrer nicht problemlos aufzuteilen, da viele Kollegen berufsfeldübergreifend eingesetzt und die ausgebildeten Berufe in einigen Fällen einzigartig in Sachsen sind. So sollen etwa die Ausbildungen zum Textilreiniger und die Schneiderberufe vom BSZ für Dienstleistung und Gestaltung auf zwei BSZ verteilt werden, obwohl sie viele Einrichtungen und Fachkabinette gemeinsam nutzen. Außerdem gehören beide Berufsgruppen zum selben Berufsfeld. Von diesen unbedachten Problemen ließen sich noch einige aufzählen. Dass den Verantwortlichen der Stadtverwaltung inzwischen selbst Zweifel an ihren Plänen gekommen sind, wird in der vorläufigen Rücknahme des ursprünglichen Entwurfs und dem Ziel der Überarbeitung deutlich. Seite 8 Das aktuelle LVBS Mitteilungsblatt kann im Internet unter eingesehen werden. Dieser Teilerfolg ist auch der unermüdlichen Arbeit des Aktionsbündnisses Macht? Schule. Bildung! zu verdanken, welches seit Oktober 2011 mit vielen kleinen und einigen großen Aktionen auf die Probleme der Schulnetzplanung in allen Schularten aufmerksam gemacht hat. So gab es neben mehreren Flashmobs und einer Großdemonstration Anfang November 2011 auch eine Nikolausaktion, bei der die verantwortlichen Schulplaner symbolisch Kohlen und Ruten in die Stiefel bekamen. Das Bündnis entstand spontan nach der ersten Großdemonstration am 13. Oktober 2011 auf Initiative von betroffenen Schülern(!) mit Unterstützung des Stadtschülerrates, einiger Lehrer und engagierter Politiker. Seitdem opfern viele Bündnismitglieder ihre Freizeit, um sich in unzähligen Gesprächsrunden mit Schulnetzplanern, Stadträten und betroffenen Schulen für eine Änderung der bestehenden Planung einzusetzen - ein wohl bisher einzigartiger Vorgang in dieser Stadt. Inzwischen ist auch das öffentliche Interesse beträchtlich angewachsen, nicht zuletzt durch die massive Pressearbeit des Bündnisses. Dies könnte der eigentliche Erfolg dieses undurchdachten Schulnetzplanentwurfes sein: In nie dagewesener Form engagieren sich Schüler für Ihre Schule und für politische Arbeit. Es wäre höchst bedauerlich, wenn diese Erfahrung damit enden würde, dass ein solches Engagement an tauben Ohren ungehört verpufft. Bleibt also für die nächsten Wochen und Monate bis zum Sommer dieses Jahres - wenn der neue Schulnetzplan von den Stadträten beschlossen werden soll - nur zu hoffen, dass zusammen mit allen Beteiligten eine akzeptable, vernünftige, kostengünstige und vor allem langfristige Lösung für die Dresdner Berufsschulzentren gefunden wird. Denn nur die Sicherung bestehender Schulstandorte wird nachhaltig eine qualitativ hochwertige berufliche Bildung in Dresden bieten. Andreas Fürll / Torsten Friebel, BSZ für Dienstleistung und Gestaltung Rainer Gürth, BSZ für Agrarwirtschaft und Ernährung. Vermeiden Sie unnötige finanzielle Ausgaben für den Verband! Deshalb... Änderungen bitte an die LVBS Geschäftsstelle in Sachsen per Post: per Strehlener Platz 2, Dresden) oder über Ihren Schulgruppenverantwortlichen Die Geschäftsstelle bittet die LVBS Mitglieder um rechtzeitige Mitteilung bei: Wohnungswechsel Bankwechsel Schulwechsel Statuswechsel Wir freuen uns auf Ihre Veränderungsanzeige. Seite 9 LVBS - Bezirksverband LEIPZIG Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Zum nächsten Stammtisch der BerufsschullehrerInnen der Region Leipzig laden wir herzlich ein. Termin: Donnerstag, , 17:30 Uhr Ort: Cafe Kowalski, Ferdinand-Rhode-Str. 12 Eines unserer Themen wird die Personalentwicklung an unseren Schulen sein. Anre
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