Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in NRW

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Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in NRW Bündnis 90/ Die Grünen CDU FDP Piraten SPD 1. Welche Rolle und Bedeutung hat der Vater aus Ihrer Sicht in
Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in NRW Bündnis 90/ Die Grünen CDU FDP Piraten SPD 1. Welche Rolle und Bedeutung hat der Vater aus Ihrer Sicht in der Familie? Grundsätzlich ist für uns Familie überall da, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen das trifft auf Alleinerziehende genauso zu wie beispielsweise auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften. In Deutschland wünschen sich die meisten jungen Eltern eine paritätische Aufgabenteilung; sie möchten sich gleichermaßen um die Familie kümmern und ihren beruflichen Werdegang nachgehen. Das belegen auch aktuelle Studien, dass immer mehr Väter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten und immer mehr Mütter wünschen, ihrem beruflichen Werdegang nachzugehen. Wir Grüne unterstützen die paritätische Aufgabenteilung beider Elternteile sowohl in gleichgeschlechtlichen als auch in heterosexuellen Partnerschaften. Die Selbstbestimmung und die individuelle Lebensplanung sind uns wichtig. Die Rollenbilder, mit denen sich junge Väter konfrontiert sehen, sind in den letzten Jahren vielfältiger geworden. Viele junge Männer wollen heute ihre Vaterschaft aktiv gestalten, und streben ein ausgewogenes Verhältnis von Erwerbs- und Familienarbeit an. Wir wollen Väter dabei unterstützen und uns dafür einsetzen, dass sich Eltern die Erziehungs- und Erwerbsarbeit untereinander ihren Bedürfnissen entsprechend teilen können. Vor diesem Hintergrund wollen wir auch Männer ermutigen, stärker als bisher Familienarbeit, sei es die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen, zu übernehmen. Familien sind vielfältig. Es gibt beruflich voll erwerbstätige Väter. Es gibt Väter in Elternzeit. Es gibt Väter in Teilzeit oder auch Väter, die sich ganz der Erziehung ihrer Kinder widmen wollen. Es gibt alleinerziehende Väter und Familien mit zwei Vätern. Diese und andere Väterrollen haben alle ihre Berechtigung. Wir Freien Demokraten wollen den Menschen nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben. Wir wollen keine Schablone für Väter, die vorgibt, wie Mann sich zu verhalten hat und was einen guten Vater ausmacht Väter sollen selbst ihre Rolle in der Familie finden können. Entscheidend ist letztlich nur, dass für die Kinder gut gesorgt wird. Kinder brauchen Zuwendung, die Förderung ihrer Talente, materielle Absicherung, das Aufstellen von Regeln und Grenzen. Wie Eitern diese Aufgaben verteilen, bleibt stets deren gleichberechtigte Entscheidung. Familie ist dort, wo Menschen füreinander sorgen. Eine zeitgemäße Geschlechter- und Familienpolitik basiert auf dem Prinzip der freien Selbstbestimmung über Angelegenheiten des persönlichen Lebens. Die Ausgestaltung von Rolle und Bedeutung ist individuell und liegt in der freien Entscheidung der Familienmitglieder selbst. Eltern und Kinder haben ein Recht aufeinander wir lehnen das Ausgrenzen eines Elternteiles ab, solange der Kontakt nicht dem Kindeswohl abträglich ist. Unabhängig vom gewählten Lebensmodell genießen Lebensgemeinschaften, in denen Kinder aufwachsen oder schwache Menschen versorgt werden, einen besonderen Schutz. Die Piraten setzen sich dafür ein, dass Politik der Vielfalt der Lebensstile gerecht wird und fordern gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Eltern. Vater ist, was Du draus machst lautet der Titel der Väterkampagne des Familienministeriums NRW. Diesem Ansatz hat die NRWSPD wenig hinzuzufügen, denn es ist insbesondere Sache der Väter, ihre Rolle zu definieren. Die Rolle der politischen Parteien ist, dafür zu sorgen, dass sie diese Rolle auch wahrnehmen können. Familien sind eine Basis für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Sie sind der Ort, an dem die Solidarität miteinander gelebt und die entscheidenden Weichen für Bildung und Erziehung der Kinder gestellt werden. Gleichzeitig sind die Herausforderungen, vor denen Familien heute stehen, größer geworden. Für eine moderne Gesellschaft ist eine moderne Familienpolitik unerlässlich. Dabei müssen beide Geschlechter und ihre Chancen auf Teilhabe und Selbstverwirklichung betrachtet werden. Eine moderne Familienpolitik hat da natürlich auch die Väter im Blick. Denn ihre Rolle hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt und es wirken eigene, veränderte Ansprüche, aber auch gesellschaftliche Erwartungen und Anforderungen auf Väter ein. Während ein stetig abnehmender Teil der Väter sich immer noch in der Rolle des Ernährers sieht, wächst bei immer mehr Vätern der Wunsch, mehr Zeit für die Familie zu haben, sich aktiver mit Kindern zu beschäftigen, eine engere Bindung zum Kind aufzubauen und auch Erziehungsund Fürsorgeaufgaben zu übernehmen. Es ist gut, dass sich das Rollenverständnis wandelt. Das trägt nicht nur zu mehr Geschlechtergerechtigkeit bei, es wirkt sich auch positiv auf die Beziehungen und Zufriedenheit innerhalb der Familie aus: Eine aktive Vaterrolle bietet für beide Elternteile Chancen, ihr Leben zufriedener zu gestalten: Väter und Seite 1 von 8 Mütter gestalten und pflegen gleichzeitig und gleichberechtigt die Beziehungen zu ihren Kindern. Beide können zudem ihre beruflichen Ziele verfolgen. Väterliches Engagement sowie väterliche Erziehungs- und vor allem Beziehungskompetenz wirken sich auch nachhaltig positiv auf die Entwicklung von Kindern aus. Letztendlich profitieren auch die Väter selbst von dieser Entwicklung, da sie ihre eigenen, gestiegenen Ansprüche an Familie und Familienarbeit umsetzen können und somit nicht nur ernährendes, sondern vor allem partizipierendes Familienmitglied sind. Während pädagogisch und aus Sicht moderner Geschlechterpolitik die besondere Bedeutung des Vaters für den gelingenden Familienalltag ohnehin schon lange unstrittig war, stoßen jedoch Väter immer noch an ihre Grenzen, wenn sie dieses Rollenbild umsetzen, das Bedürfnis nach mehr Zeit mit der eigenen Familie und den Kindern ausfüllen und zudem beruflich noch erfolgreich sein wollen. So fühlen sich Väter aufgrund des Arbeitsaufkommens, der Vertragssituation mit dem Arbeitgeber sowie aufgrund finanzieller Aspekte daran gehindert, ihre Arbeitszeit tatsächlich zugunsten von mehr Fürsorgearbeit zu reduzieren. Konsequenz dessen ist, dass Familienväter häufig sogar eine überobligatorische Arbeitszeit in der Woche haben. Wir brauchen also weitere Veränderungen der auf männliche Erwerbsarbeit ausgelegten gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen, um dem modernen Rollenideal von Vätern gerecht zu werden. Nur so werden Väter ihre Bedeutung in der Familie, für den Zusammenhalt der Familie und bei der Bildung und Erziehung der Kinder wahrnehmen können. Seite 2 von 8 2. Wie wollen Sie zukünftig die Väterarbeit in NRW nachhaltig fördern und begleiten? Das Väter auch Zeit für ihre Familie haben möchten, Verantwortung teilen wollen, ist gelebte Realität, aber ebenfalls auch als ein gesellschaftlicher Kulturwandel zu begreifen. Der Prozess ist nicht abgeschlossen und muss von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft weiter unterstützt werden. Väter brauchen entsprechend Foren für Erfahrungsaustausch, Vernetzung und vor allem Sichtbarkeit. Hierfür wollen wir Grüne die Fachstelle Väterarbeit NRW stärken, Austausch zwischen den Väter ermöglichen und Orte der Begegnung und Beratung schaffen. Wir wollen Väter sichtbar machen und dies durch eine Kampagne unterstützen. Zudem wollen wir Multiplikatoren weiter schulen die Erfahrungen in die Fläche der Gesellschaft bringen. Die CDU Nordrhein-Westfalen setzt sich dafür ein, dass Projekte gefördert werden, die sich für die Stärkung und Unterstützung von Vätern einsetzen. Dies gilt für alle Politikbereiche. Konkrete Aussagen über eine zukünftige Finanzierung können erst nach der Landtagswahl mit Blick auf die Haushaltslage getroffen werden. ln der politischen Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden oft nur die Folgen des Mutterschutzes und die eingeschränkte Erwerbstätigkeit der Mütter thematisiert. Die Tatsache, dass sich auch viele Väter mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf wünschen, dazu jedoch kaum Möglichkeiten sehen, bleibt oftmals unberücksichtigt. Insbesondere die rotgrüne Landesregierung setzt Gleichstellungspolitik überwiegend mit Frauenpolitik gleich. Diese Einseitigkeit ist nicht mehr zeitgemäß und sogar kontraproduktiv. Eine moderne Gleichstellungspolitik muss gezielt die Unterschiede in den Lebensverläufen sowohl von Frauen wie auch von Männern berücksichtigen und somit ganzheitlich ansetzen. Diesen Ansatz werden wir auch in der kommenden Legislaturperiode konsequent verfolgen. Die Förderung von Familien und ihrer Freiheit zur selbstbestimmten Lebensgestaltung sind uns ebenso wie die Rechte der Kinder (z.b. auf ihre Eltern und angemessenen Lebensstandard) sehr wichtig. Das gilt ausdrücklich für alle Formen von Familie und bestimmt auch unser Verhalten in Fragen finanzieller Förderung. Unsere Fraktion ist beispielsweise die einzige, die jährlich eine Erhöhung des Kinder- und Jugendförderplans beantragte. Für Hinweise auf den konkreten Handlungsbedarf im Feld der Väterarbeit sind wir dankbar. Bereits heute betreibt das Land NRW maßgeblich auf Initiative der NRWSPD eine aktive Väterarbeit und rückt nicht nur das neue Rollenverständnis von Vätern, sondern auch die Bedeutung aktiver Vaterschaft für die Familie in den Fokus. Mit dem Aktionstag Chance für Väter Unternehmen denken um und der Väterkampagne Vater ist, was Du draus machst wird in der Öffentlichkeit und bei Unternehmen für ein neues Väterbild geworben. Begleitet wird diese Kampagne durch dezentrale Fachveranstaltungen und -kongresse, um nicht nur Väter, sondern auch Arbeitgeber und alle weiteren gesellschaftlichen Akteure für dieses neue Selbstverständnis von Vätern zu sensibilisieren. Darüber hinaus setzen wir Mittel in der Familienbildung ein, um Väter in den unterschiedlichen Lebensphasen zu unterstützen, ihren Wünschen und Erwartungen trotz aller Hürden selbstbewusst und kreativ zu begegnen und die Vater- und Partnerrolle für ein gelingendes Familienleben gestalten zu können. Diesen Weg werden wir weiter gehen. Um auch Väterarbeit in NRW nachhaltig zu fördern und zu begleiten, werden wir unseren Einsatz für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch intensivieren. Die Pläne der SPD auf Bundesebene, Familienarbeitszeit und Familiengeld einzuführen, sind dafür wichtige Bausteine. Vor allem kommt es darauf an, die betriebliche Ebene zu gewinnen. Da, wo wir es unmittelbar können nämlich als Arbeitgeber im Öffentlichen Dienst wollen wir in der kommenden Wahlperiode einen Schwerpunkt auf eine familienfreundliche Arbeitskultur legen. Seite 3 von 8 3. Wie wollen Sie es Vätern ermöglichen, den viel geäußerten Wunsch, mehr Zeit und Fürsorgearbeit in der Familie zu haben? Wir Grüne haben das Konzept Grüne Elternzeit plus entwickelt. So soll beiden Elternteilen jeweils acht Monate mit dem Kind ermöglicht werden und weitere acht Monate Betreuung des Kindes können untereinander aufgeteilt werden, damit auch Familien mit wenig Einkommen mehr Spielraum haben. Die Zeit für die Betreuung kann bis zum 14. Lebensjahr des Kindes genommen werden, so ermöglichen wir auch den Eltern, sich flexibler und nach Bedarf die Zeit mit ihren Kindern zu nehmen. Wir wollen moderne Familienlebensformen unterstützen in dem wir u. a. das Ehegattensplitting abschmelzen und die Mittel durch eine Kindergrundsicherung dahin investieren, wo es Kindern und Familien wirklich zu Gute kommt. Das Ehegattensplitting führt dazu, dass traditionelle Familienformen aus finanziellen Gründen aufrechterhalten werden. Um Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, ist es zudem wichtig, das Recht auf Rückkehr in die Vollzeittätigkeit durchzusetzen, damit keine finanziellen Nachteile sowohl für Väter noch Mütter entstehen. Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört auch die Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur. Familien benötigen ein gutes Angebot der Kindertagesbetreuung. Wir Grüne wollen ein neues Gesetz, um die Einrichtungen und die Kindertagespflege finanziell auf sicheren Füßen zu stellen. Für uns sind die Investitionen in die Qualität der frühkindlichen Bildung die wir weiter steigern wollen von absoluter Relevanz. Wir wollen, dass Erzieher*innen mehr Zeit pro Kind haben. Damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch umsetzbar ist, möchten wir flexible und passgenaue Öffnungszeiten der KITA-Einrichtungen fördern. Ein wesentliches Ziel unserer Politik besteht darin, Familien ihren Bedürfnissen gemäß zu stärken. Dafür muss die Arbeitswelt familiengerechter und nicht die Familie arbeitsmarktkompatibler werden. Es muss eine Selbstverständlichkeit in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik werden. dass Männer ihren Wunsch nach mehr Zeit in der Familie auch realisieren können. Um die bestehenden Hindernisse zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer auszuräumen, müssen die organisatorischen und politischen Rahmenbedingungen stimmen. Auch muss es zur Unternehmenskultur gehören, Vätern mehr Zeit mit der Familie zu ermöglichen. Durch die Digitalisierung der Arbeitswelt hat insbesondere Homeoffice an enormer Bedeutung gewonnen. Für viele Eltern wäre das Arbeiten von zu Hause bereits eine erhebliche Erleichterung, um Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können. Auch darf ein Vater in Teilzeit kein Stirnrunzeln beim Chef und den Mitarbeitern auslösen. Dazu braucht es ein Umdenken in der Unternehmenskultur: Väter, die in Teilzeit oder von zu Hause arbeiten, dürfen nicht benachteiligt werden, sondern müssen als selbstverständlich betrachtet werden. Die Politik muss den entsprechenden politischen Rahmen schaffen. Wir wollen das Arbeitszeitgesetz flexibilisieren und die bisherige Grenze der täglichen Höchstarbeitszeit von acht bzw. zehn Stunden sowie die elfstündige Ruhezeit aufheben. Stattdessen soll nur die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden vorgegeben sein, sowie es auch die europäische Arbeitszeitrichtlinie vorsieht. Langzeitkonten (auch Wertguthabenoder Zeitwertkonten genannt) könnten hier ein entsprechendes Element für mehr Freiheit, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Hoheit über die Gestaltung des eigenen Lebenslaufes sein. Zudem wollen wir die Betreuungsmöglichkeiten durch die Ausweitung der Eltern können Erwerbs- und Fürsorgearbeit nur dann wirklich frei nach ihren Wünschen untereinander aufteilen, wenn ein Verzicht auf Teile des Gehalts die Familie nicht in finanzielle Schwierigkeiten bringt. Die Familie muss also auch dann genug Geld zum Leben haben, wenn der Vater nicht unverhältnismäßig viel Zeit in Erwerbsarbeit investiert. Generell müssen Erwerbstätige (und besonders Fürsorgepflichtige mit ihren Kindern) von ihrer Arbeit leben können. Die Piratenpartei fordert geschlechterunabhängige gleiche Bezahlung, Chancen- und Entwicklungsmöglichkeiten ein faires, höheres Einkommen für Frauen würde verhindern, dass (gemischtgeschlechtliche) Paare aus Vernunftgründen auf die klassische Rollenverteilung zurückgreifen, selbst wenn sie eine andere bevorzugen würden. Besonders Geringverdiener und Alleinerziehende sind dazu auf sichere Beschäftigungsverhältnisse mit armutsfesten Löhnen und ausreichende staatliche Förderung ihrer Kinder angewiesen. Piraten fordern einen Mindestlohn von 12,50 und setzen sich langfristig für ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ein. Zu dessen Grundidee gehört, dass die dadurch gegebene existentielle Absicherung den Menschen Gestaltungsspielräume eröffnet, die eben auch dafür genutzt werden können, mehr Zeit in die Fürsorgearbeit in der Familie zu investieren, ohne dadurch in existentielle Not zu geraten. Bis zur Verwirklichung des BGE kämpfen wir für die sofortige Einführung einer Kindergrundsicherung. Diese soll den realen Bedarf eines jeden Kindes unabhängig von der Einkommenssituation seiner Eltern decken und ihm gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Wir wollen auch dafür sorgen, dass mehr Wir wollen, dass Familie und Beruf als doppelte Entfaltungsmöglichkeit und nicht als Doppelbelastung empfunden werden kann. Wir wollen Eltern Möglichkeiten eröffnen, Familien- und Erwerbsarbeit partnerschaftlich miteinander zu vereinbaren. Und wir wollen es auch Vätern ermöglichen, ihre Arbeitszeit zugunsten von Fürsorgearbeit zu reduzieren, ohne dabei einen Karriereknick befürchten zu müssen. Für uns gilt für Väter und Mütter der Grundsatz: Nicht die Familien müssen sich immer mehr an die Arbeitswelt anpassen, sondern die Arbeitswelt muss familiengerechter werden. Dafür brauchen wir viele Instrumente und unterschiedliche Maßnahmen auf allen föderalen Ebenen. So geht das aktuelle Steuerrecht an der Lebenswirklichkeit vieler Familien vorbei, denn es unterstützt mit dem Ehegattensplitting in einem erheblichen Umfang die Ehe, unabhängig davon, ob Kinder da sind oder nicht, und auch das männliche Haupternährermodell. Wir stehen für einen generellen Paradigmenwechsel in der Familienpolitik, der das Kind in den Fokus der Leistungen rückt. Deshalb wollen wir auch unverheiratete Paare mit Kindern und Alleinerziehende steuerlich besserstellen und Anreize für eine gleichberechtigte Erwerbsbeteiligung für Mütter und Väter schaffen. Der Wunsch nach mehr Zeit für Familie betrifft längst beide Partner gleichermaßen. Er ist weit vielfältiger, als es die Regeln staatlicher Förderung bisher abbilden. Das von der SPD durchgesetzte ElternGeldPlus war ein erster wichtiger Schritt, um Väter mehr Zeit für die Familie und ihre Kinder zu ermöglichen. Wir wollen es aus NRW heraus weiterentwickeln. Zudem setzen wir uns im Bund für die Einführung einer flexiblen Familienarbeitszeit ein, um die partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbs- und Fürsorgearbeit zwischen Seite 4 von 8 Öffnungszeiten der Kitas und einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Schüler verbessern. Heimarbeitsplätze angeboten werden. Viele Arbeitsplätze benötigen keine dauerhafte Präsenz vor Ort. Der verstärkte Einsatz von Heimarbeitsplätzen würde unnötige Fahrzeiten und damit verbundene Kosten einsparen. Ein im ländlichen Bereich gut ausgebautes Breitband-Internet würde mehr Arbeitnehmer/innen die Möglichkeit zum Home Office bieten. Vätern und Müttern auch in Nordrhein- Westfalen zu gewährleisten. Wir haben das Ziel, die Erwerbsbeteiligung und die Einkommenssituation von Müttern durch vollzeitnahe Teilzeitarbeit zu erhöhen und Vätern eine Reduktion der Arbeitszeit zugunsten von Fürsorgearbeit zu ermöglichen. Den Öffentlichen Dienst in NRW werden wir zum Vorreiter einer familiengerechten Arbeitswelt machen. Dies soll durch die Einführung einer Familienarbeitszeit und familiengerechter Arbeitszeitmodelle, durch flexible Weiterbildungsmöglichkeiten, die Ausweitung von Home-Office-Arbeitsplätzen und neue Karrieremuster erfolgen. Damit wollen wir eine Vorbildfunktion für die Privatwirtschaft einnehmen und Anreize schaffen, die partnerschaftliche Aufteilung von Fürsorge- und Erwerbsarbeit voranzutreiben. Für die so genannte Arbeit des Alltags, den Haushalt, wollen wir die Hürden für den Zugang zu haushaltsnahen Dienstleistungen senken, um so Familien zeitlich zu entlasten. Wir werden uns für die steuerliche Berücksichtigung bei der Inanspruchnahme ihrer Leistungen einsetzen, aber auch dafür, Gutscheinmodelle nutzen zu können. Gemeinsam mit den Kommunen werden wir Lösungen erarbeiten, um Zeitkonflikte von Familien durch eine bedarfsgerechte familienunterstützende Infrastruktur zu reduzieren. Das Herzstück einer solchen familienunterstützenden Infrastruktur ist eine gute und verlässliche Kinderbetreuung. Mit einem neuen Kitagesetz werden wir drei Dinge tun, die eng miteinander in Verbindung stehen: Wir wollen auf hohem Niveau und mit einer soliden Finanzierung einen zeitgemäßen Personalschlüssel sichern und so die Unterfinanzierung beenden. Wir wollen die Eltern von den unsozialen und ungerechten Beiträgen entlasten und Seite 5 von 8 4. Welche Hindernisse müssen ausgeräumt werden, damit es Männern ermöglicht wird, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu leben? Wir müssen die Denkstruktur in unserer Gesellschaft verändern. Das bedeutet,
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