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AUSSEN WIRTSCHAFT UPDATE MAROKKO AUSSENWIRTSCHAFTSCENTER CASABLANCA SEPTEMBER Eine Information des AussenwirtschaftsCenters Casablanca Wirtschaftsdelegierter Dr. Michael Berger AussenwirtschaftsCenter
AUSSEN WIRTSCHAFT UPDATE MAROKKO AUSSENWIRTSCHAFTSCENTER CASABLANCA SEPTEMBER 2017 2 Eine Information des AussenwirtschaftsCenters Casablanca Wirtschaftsdelegierter Dr. Michael Berger AussenwirtschaftsCenter Casablanca T E W wko.at/aussenwirtschaft/ma HEAD OFFICE Mag. Pierre Prunis T /DW 4389 E fb.com/aussenwirtschaft twitter.com/wko_ac_ma linkedin.com/company/aussenwirtschaft-austria youtube.com/aussenwirtschaft flickr.com/aussenwirtschaftaustria Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die Rechte der Verbreitung, der Vervielfältigung, der Übersetzung, des Nachdrucks und die Wiedergabe auf fotomechanischem oder ähnlichem Wege durch Fotokopie, Mikrofilm oder andere elektronische Verfahren sowie der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, der Wirtschaftskammer Österreich - AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA vorbehalten. Die Wiedergabe mit Quellenangabe ist vorbehaltlich anders lautender Bestimmungen gestattet. Es wird darauf hingewiesen, dass alle Angaben trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr erfolgen und eine Haftung der Wirtschaftskammer Österreich - AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA ausgeschlossen ist. Darüber hinaus ist jede gewerbliche Nutzung dieses Werkes der Wirtschaftskammer Österreich - AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA vorbehalten. AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA DER WKÖ Offenlegung nach 25 Mediengesetz i.d.g.f.: Herausgeber, Medieninhaber (Verleger) und Hersteller: AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA Wiedner Hauptstraße 63, Postfach 150, 1045 Wien, Redaktion: Kommunikation Inland T +43 (0) F +43 (0) , E W wko.at/aussenwirtschaft AUSSENWIRTSCHAFT UPDATE Marokko (1. Halbjahr 2017) nimmt Marokkos Wirtschaft wieder Fahrt auf: +4,4% Wirtschaftswachstum erwartet Infrastrukturprojekte, Ausl. Investitionen, Tourismus und Agrarerträge beleben die Konjunktur Schrittweise Liberalisierung der Landeswährung Dirham Außen-und wirtschaftspolitische Annäherung Marokkos an Afrika Österreichische Exporte stiegen im 1.HJ 2017 um +26,4% Wirtschaftskennzahlen Prognose für 2017 Nominales Bruttoinlandsprodukt in Mrd. USD Bruttoinlandsprodukt/Kopf in USD Bevölkerung in Mio. 3 33,2 33,5 33,8 34,2 Reales Wirtschaftswachstum in % 4 +2,4 +4,5 +2,0 +4,4 Inflationsrate in % 5 +0,4 +1,6 +1,3 +2,1 Arbeitslosenrate in % 6 +9,5 +9,6 +9,7 +9,6 Wechselkurs Landeswährung MAD zu EUR; 100 MAD =in EUR 7 10,9 10,8 10,7 10,7 Warenexporte des Landes in Mrd. USD 19,9 18,5 18,7 19,3 Warenimporte des Landes in Mrd. USD 40,5 32,7 33,1 34,6 Wirtschaftsleistung des Landes, Weltwertung 8: Rang 60 Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich HJ 2017 Veränderung zur Vorjahresperiode Österreichische Warenexporte in Mio. EUR 113,8 ( ,4% 1,3%) Österreichische Warenimporte in Mio. EURA 149, ,1% (+3,7%) Österreichische Dienstleistungsexporte in Mio. EUR ,2% Österreichische Dienstleistungsimporte in Mio. EUR ,7% Österreichische Direktinvestitionen 11, Stand 2016: 52 Mio. EUR Beschäftigte bei österr. Direktinvestitionen 12 : Stand 2016: Direktinvestitionen aus Marokko in Ö 13, Stand 2016: k.a. Beschäftige in Österreich bei Direktinvestitionen aus Marokko 14 Stand 2016: k.a. Wichtigster Warenexportmarkt für Österreich: Rang 66 Die Kennzahlen im Bericht können von denen in der obigen Tabelle leicht abweichen. 1-6 Quelle: Economist Intelligence Unit 7 Quelle: lokale Nationalbank 8 Quelle: Weltbank 9-10 Quelle: Österreichische Nationalbank Quelle: AussenwirtschaftsCenter Casablanca Quelle: Österreichische Nationalbank 4 1. Wirtschaftslage Wirtschaftswachstum zieht 2017 wieder an Handelsbilanzdefizit weitet sich aus Budgetdefizit sinkt Leistungsbilanz negativ Liberalisierung der Landeswährung Finanzsektor gesund Nach einem moderaten Wachstum von +2% im Jahr 2016 ist der bisherige Verlauf und Ausblick für 2017 von einem Anziehen der Konjunktur auf bis zu +4,4% geprägt. Dieser Anstieg wird in erster Linie von staatlichen und ausländischen Investitionen, dem privaten Konsum, einer positiven Entwicklung im Tourismus und durch günstige Wetterverhältnisse verbesserte Agrarerträge getragen. Trotz der erfreulichen Steigerung der marokkanischen Exporte um 7% in den ersten 8 Monaten hat sich das Handelsbilanzdefizit durch eine Zunahme der Importe um 5,5% weiter verschlechtert. Für das gesamte Jahr wird mit einem Defizit von umgerechnet fast 15 MRD USD gerechnet. Gleichzeitig hat sich aber der Abdeckungsgrad der Exporte gegenüber den Importen von 54% auf 55,3% verbessert. Über 70% des Importzuwachses wird von Energieimporten verursacht. Es wird damit nach wie vor fast doppelt so viel importiert wie exportiert. Die Ursachen des Handelsbilanzdefizits sind jedoch strukturell: Neben der Abhängigkeit von Rohstoffen mangelt es Marokko an einer diversifizierten Industrie und an Exportgütern mit höherer Wertschöpfung, weshalb man einer starken Konkurrenz aus Asien, der Türkei und Ägypten ausgesetzt ist. Zudem erholen sich die traditionellen Absatzmärkte in Europa nur langsam von der Wirtschaftskrise. Das Budgetdefizit hat sich von -7,3% (2012) auf -3,9% (2016) verringert und soll bis 2018 unter 3% sinken. Die Staatseinnahmen sind zwar einerseits aufgrund des Zollabbaus mit der EU zurückgegangen, doch wirken sich andererseits vor allem die Rücknahme der staatlichen Subventionen und die Einnahmen aus der reformierten Mehrwertsteuer und der Besteuerung der Agrareinkommen positiv auf die Staatsfinanzen aus. Marokko profitiert auch von Unterstützungszahlungen wie z.b. einer Zuwendung von USD 5 Mrd. Zuwendung des Golf Kooperation Rats. Dennoch entspricht die Gesamtverschuldung des Landes 81,8% des BIP, davon befinden sich jedoch 77% in inländischen Händen. Mit einem BIP 1 von USD 114 Mrd. gehört Marokko zu den fünf reichsten 2 Ländern Afrikas. Für die Leistungsbilanz nehmen der Tourismus und die Auslandsüberweisungen eine wichtige Ausgleichsfunktion ein: Die Rücküberweisungen der 4 Millionen Auslandsmarokkaner haben 2016 zugelegt (USD 7 Mrd., +3%), ein Trend der sich auch im Jahr 2017 fortsetzt. Auch die Einnahmen aus dem Tourismus entwickelten sich positiv (USD 6,7 Mrd., +3,2%). Auch in den heurigen Sommermonaten konnten zweistellige Zuwachsraten bei den Ankünften und Übernachtungen registriert werden. Die Leistungsbilanz blieb 2016 mit 3,8% des BIP dennoch negativ. Der Dirham ist derzeit an einen Währungskorb mit der Leitwährung Euro und zu einem geringeren Ausmaß an den Dollar und Yen gebunden und es bestehen zahlreiche Beschränkungen im Devisensektor. Kürzlich hat der Gouverneur der Zentralbank angekündigt, dass die Währung schrittweise liberalisiert und voll konvertibel gemacht werden soll. Dies soll jedoch graduell und über mehrere Jahre erfolgen, da eine plötzliche Abwertung die nicht lokal substituierbaren Importe verteuern und somit die Inflation anheizen würde und die lokale Industrie mangels industrieller Masse nur bedingt zu spürbaren Exportsteigerungen beitragen könnte. Allgemein gelten die Banken als gut aufgestellt und sind wegen der geringen internationalen Verflechtung von der Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa kaum betroffen. Marokkanische Banken und Versicherungen engagieren sich zunehmend in 1 25% des marokkanischen BIP werden in Groß-Casablanca erwirtschaftet. 2 Reihenfolge: Nigeria, Südafrika, Ägypten, Algerien, Marokko 5 Westafrika. Derzeit entsteht in Casablanca die Finance City, um sich international als Finanzdrehscheibe für Westafrika zu positionieren. Arbeitsmarkt: keine Entspannung Landwirtschaft maßgeblich für Konjunktur Nach dreijähriger Durststrecke mehr Bauaktivitäten Traditionelle Industrien im Umbruch Neue Industrien sorgen für Wachstumsimpulse Dynamischer KFZ- Sektor Selbst ein durchschnittliches Wachstum von prognostizierten 3-4% in den kommenden Jahren wird den Druck auf den Arbeitsmarkt nur wenig mildern; man bräuchte wohl das Doppelte an Wachstum. Die offizielle Arbeitslosigkeit von 10% ist hoch, aber die Dunkelziffer liegt wesentlich höher. Betroffen sind vor allem junge und qualifizierte Arbeitssuchende. Der an und für sich stabile Konsum bleibt somit von der Entwicklung der Arbeitslosigkeit abhängig. Die guten Erträge in den letzten Jahren haben spürbar das Einkommen der ländlichen Bevölkerung gehoben. Durch staatliche Programme wie dem Plan Vert wurden auch Akzente zur Effizienzsteigerung und Modernisierung in der Landwirtschaft gesetzt lagen die Agrarerträge deutlich über denen der vorangegangen Jahre war allerdings ein schlechtes Jahr, da die geringen Niederschläge im Frühjahr 2016 zu Ernteausfällen geführt haben. Dank ausreichender Niederschläge im Frühjahr 2017 konnte dieses Jahr eine Rekordernte von 4,8 Mio to Getreide eingefahren werden und somit die Konjunktur in Marokko entscheidend verbessern. Mit einem BIP-Anteil von 15% und einem schwankenden Beschäftigtenanteil von rund 40% bleibt die Landwirtschaft maßgeblicher Faktor für Konjunkturentwicklung, Konsum und Beschäftigung. Die Bauindustrie boomte regelrecht bis zum Ausbruch der Wirtschaftskrise. Verzögerungen und Stillstand gab es vor allem bei den Bauinvestitionen in Touristikressorts und Hotels. Erstmals seit drei Jahren nahm der Zementabsatz letztes Jahr wieder zu (+1,4%), ein Indiz für die sich langsam erholende Bauindustrie, v.a. bei öffentlichen Infrastrukturprojekten und sozialem Wohnbau. Hemmschuh ist die schlechte Zahlungsmoral des Staates bei öffentlichen Aufträgen. Die Baubranche beschäftigt 10% der Arbeitsbevölkerung und nimmt daher einen besonderen Stellenwert in der marokkanischen Wirtschaft ein. In den nächsten 5 Jahren sollen Sozialwohnungen gebaut werden. Die marokkanische Industrie ist von einer dualen Struktur geprägt: moderne Produktionseinheiten existieren neben schwach entwickeltem Gewerbe. Zudem schränkt die geringe Verflechtung (vor allem bei den modernen Industrien) Einkommens- und Beschäftigungseffekte ein und sorgt für hohe Importquoten. Betroffen sind vor allem die Textil-, Elektro- und Metallindustrie sowie die chemische Industrie (Phosphate). Bereiche, in denen die Produktion/Verkäufe in den letzten Jahren stagnierten oder rückläufig waren. Vor allem die traditionell starke Textilindustrie verlor in den letzten Jahren zunehmend Arbeitsplätze und Marktanteile. Kürzlich haben die Vertreter dieses Sektors von der Regierung die Einführung von Antidumpingzöllen gegen Billigware aus China, Vietnam und Bangladesch zum Schutz der heimischen Industrie gefordert. Auch die Stahl- und Baustoffherstellung ist nur unzureichend ausgelastet. Ein umfangreiches Maßnahmenprogramm, die Stratégie d Accélération Industrielle 2020, soll die lokale Industrie wettbewerbsfähiger machen und Arbeitsplätze schaffen. Im Gegensatz dazu entwickeln sich die Pharma-, Automobil- und Luftfahrtindustrie positiv und erfreuen sich dank bedeutender ausländischer Investitionen einer hohen Wachstumsdynamik. Die Region Tanger im Norden Marokkos erfährt dank der geringen Entfernung zu Europa mit der Realisierung wichtiger Infrastrukturprojekte (Bau des Tanger City Centers, Erweiterung des Container-Hafens Tanger-Med II) und der Eröffnung des 6 Renault-Effekt führt zu Wachstumsschub in der Branche Wachsende Flugzeugindustrie Ehrgeizige Ziele im Tourismussektor werden nicht erreicht Öffentliche Investitionen kurbeln Wirtschaft an Renault-Dacia-Werkes 3 vor vier Jahren einen wirtschaftlichen Schub, der sich positiv auf Beschäftigung, Exporte und die Zulieferindustrie auswirkt. Das Werk exportiert 98% der KFZ nach Frankreich, Spanien und Deutschland. Diese hohe Exportquote spiegelt sich auch in den marokkanischen Exporten nach Österreich wider. Derzeit baut PSA-Citroën ein neues Automobilwerk und investiert mehr als EUR 600 Mio. PSA will so den Fahrzeugabsatz in der Region Afrika/Mittlerer Osten bis 2025 auf eine Million Stück steigern. Der Branchenumsatz der marokkanischen Automobilindustrie stieg 2016 auf EUR 4,5 Mrd. EUR (+23%), inzwischen beschäftigen 170 Produktionsstätten der KFZ und KFZ-Zulieferbranche in Marokko fast Menschen. Marokko überholt bei der KFZ-Produktion Tunesien und Ägypten und ist somit wichtigster KFZ-Exporteur in der MENA-Region. Dies bewirkte eine Reihe von bedeutenden Folgeinvestitionen: so haben Zulieferer wie Leoni, Valeo, Simoldes, Alfagomma, Kansai, Delfi oder auch Hirschmann aus Österreich neue Produktionswerke oder Erweiterungsinvestitionen angekündigt. Mittlerweile erwirtschaftet die KFZ-Industrie 24% der Gesamtausfuhren (2011 waren dies noch 1,5%). Das Umsatzziel für 2020 liegt bei EUR 10 Mrd. Auch in der Flugzeugindustrie ist eine hohe Dynamik zu verzeichnen. Zahlreiche internationale Unternehmen wie Hexcel, Tecalemit und Alcoa haben sich 2016 in Marokko niedergelassen. Die Branche konnte in den letzten Jahren Wachstumsraten zwischen 15% und 20% verzeichnen und erzielte 2016 einen Umsatz von nahezu EUR 1 Mrd. Trotz guten Zuwächsen und einem insgesamt verbesserten Angebot bleibt die Tourismusbranche abhängig von der Konjunkturentwicklung in Europa, das mit 80% den mit Abstand wichtigsten Quellmarkt darstellt. Das Resultat sind Überkapazitäten und eine durchschnittliche Bettenauslastung von rund 50%. Banken halten sich bei Finanzierungen für Tourismusprojekte zurück, es gibt wenig Liquidität im Markt, die angepeilten Ziele in den letzten beiden nationalen Tourismusentwicklungsplänen Plan Azur und Vision 2020 wurden und werden höchstens ansatzweise erreicht. Die meisten Gelder kommen heute aus der Golfregion, aber aufgrund des niedrigen Ölpreises und der folglich knapperen Kassen nicht mehr so üppig wie früher. Mit rund Beschäftigten trägt der Tourismussektor fast 10% zum BIP bei. Wichtiger entwicklungspolitischer Schwerpunkt Marokkos ist der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Projekte wie der Hochgeschwindigkeitszug zwischen Tanger und Casablanca, der doppelgleisige Eisenbahnbau der Strecke Fes-Meknès, Straßenbahnprojekte in Rabat und Casablanca, Autobahnverbreiterungen und-verbindungen sowie Flughafenbau setzen in der Verkehrsinfrastruktur neue Akzente, die auch den ländlichen Raum erschließen. Die staatlichen Investitionen haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Ausbau erneuerbarer Energien Marokko setzt bewusst auf erneuerbare Energiequellen und ist in Nordafrika regionaler Vorreiter: bis 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energiequellen 42% der Stromproduktion darstellen, nämlich 14% Solarkraft, 14% Windkraft und 14% Wasserkraft. Bis 2030 sollen USD 40 Mrd. in den weiteren Ausbau investiert werden. Eine geregelte Einspeisung von Solarenergie durch private Haushalte ins staatliche Stromnetz ist derzeit jedoch nicht möglich. 3 Das Werk in Tanger baut Fahrzeuge der Marke Dacia: Dacia Lodgy und Dacia Dokker, auf der zweiten Produktionslinie Dacia Sandero und Dacia Stepway (2014 wurden dort Einheiten produziert). Somaca Casablanca, an der Renault 80% Anteil hält, produziert die Modelle Renault Kangoo und Dacia Logan (2014 wurden bei Somaca Stück produziert). Renault hält 52% der Anteile am Werk, CDG (Caisse de Dépots et de Géstion) die anderen 48%. In der Endausbaustufe sollen die Kapazitäten Stück betragen, was das Werk zum größten Afrikas macht. 7 Weltweit größtes Solarthermiekraftwerk am Netz Exzellente Bedingungen für Windkraft Im Februar 2016 ging das weltgrößte solarthermische Kraftwerk in Marokko ans Netz 4. Der 500 MW-Solarthermie-Komplex Noor in der Wüste bei Ouarzazate ist ein erster Schritt, um die Energieabhängigkeit Marokkos (95 % der Energie wird importiert) zu reduzieren. In zwei Jahren sollen auch die Kraftwerke Noor II und Noor III fertiggestellt sein. Im März 2017 erfolgte der Spatenstich für das vierte und letzte Kraftwerk Noor VI. Die gigantische Anlage wird sich über 3000 Hektar Fläche erstrecken und mit einer Kapazität von über 580 Megawatt Strom für 1,3 Millionen Menschen erzeugen. Der deutsche Siemens-Konzern, die italienische Enel Green Power und das marokkanische Energieunternehmen Nareva Holding haben vor kurzem den Zuschlag für die Errichtung von 5 Windparks in Marokko gewonnen (850 MW, Investitionsvolumen EUR 1 Mrd.) 2. Besondere Entwicklungen Marktanteil der EU rückläufig Schrittweise Öffnung Marokkos Richtung EU Verlängerte Werkbank Europas Errichtung neuer Handelshemmnisse Die EU ist mit 55% bilateralem Handelsvolumen 5 bei weitem der bedeutendste Handelspartner Marokkos. Obwohl die europäischen Exporte nach Marokko in absoluten Werten Jahr für Jahr zulegen, geht der Marktanteil der EU zugunsten der USA, Türkei oder China zurück. Die EU exportiert fast doppelt so viel wie sie aus Marokko importiert. Die EU und Marokko haben im März 2013 Verhandlungen über eine vertiefte und umfassende Freihandelszone (Deep and Comprehensive Free Trade Area - DCFTA) aufgenommen. In Ergänzung zum EU-Assoziierungsabkommen soll die zukünftige Freihandelszone auch den Handel mit Dienstleistungen, das öffentliche Beschaffungswesen sowie Regelungen zum Wettbewerb, zu geistigen Eigentumsrechten und den Investitionsschutz umfassen. Die marokkanische Wirtschaft wird so schrittweise an den EU-Binnenmarkt herangeführt: Harmonisierung von Industriestandards, Zertifikaten und phytosanitären Maßnahmen, Annäherung der marokkanischen Gesetzgebung in Handelsfragen an die EU-Gesetzgebung. Der Nutzen des Abkommens ist jedoch in Marokko umstritten. Bei Direktinvestitionen engagieren sich primär französische und spanische Unternehmen. Marokko versucht sich als verlängerte Werkbank und Lohnveredler zu positionieren. Mit geringen Lohnkosten, der geographischen Nähe zu Europa und interessanten steuerlichen Anreizen kann Marokko wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für ausländische Investoren anbieten. Erfolgreiches Offshoring verzeichnet man bei Call-Centern, in der Textil- und Automobilindustrie sowie der Elektro- und Kabelindustrie und der Luftfahrtindustrie. Obwohl im Rahmen des Assoziierungsabkommens 6 mit der EU Anfang März 2012 die Einfuhrzölle für Industrieprodukte aus der EU abgebaut wurden und gewerbliche Waren seitdem in vollem Umfang von den Einfuhrzöllen befreit sind, mussten in letzter Zeit nicht-tarifäre Handelshemmnisse wie Zertifikate, Zeugnisse und Normen, aber auch Antidumping- und Safeguardmaßnahmen (Bleche, Draht, Baustahl, Papier) beobachtet werden, da die marokkanische Industrie am Heimmarkt nun einem gesteigerten Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist. 4 Noor I, das mit Parabolspiegeln in 400 Reihen à 300 Meter Länge arbeitet, versorgt mit einer Leistungskapazität von 160 Megawatt etwa Menschen mit Strom : EU-Exporte EUR 33 Mrd. = 51% der marokk. Importe (v.a. Maschinen und Anlagen, Fertigprodukte, chemische Erzeugnisse), EU- Importe EUR 20 Mrd. = 61% der marokk. Exporte (v.a. Textilien, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Maschinen) 8 EU und Marokko einigen sich über Schutz geographischer Angaben Marokko anerkennt EU-Patente IWF verlängert Milliardenkredit OeKB Soft-Loans für Marokko Außen-und wirtschaftspolitische Annäherung an Afrika Verhandlungen über Beitritt zu ECOWAS Herausforderungen eines ECOWAS-Beitritts Die EU und Marokko haben 2015 ein Abkommen zum gegenseitigen Schutz geographischer Angaben paraphiert. Mit diesem Abkommen gewährleisten die EU und Marokko einen hohen Schutz für ihre geographischen Angaben für Lebensmittel. Marokko ist das erste der südlichen Nachbarländer der EU, das diesen wichtigen Schritt macht, um die Qualität der landwirtschaftlichen Produktion zu fördern und zu schützen. Marokko ist seit März 2015 das erste Nicht-Mitgliedsland der EU-Patent-organisation, das die Rechtswirkung eines europäischen Patents in seinem Hoheitsgebiet anerkennt. Dies ist ein historischer Schritt für das europäische Patentsystem, da nun eine einzige Patentanmeldung in 41 Ländern Gültigkeit erlangt, inklusive Marokko. Die einhergehende Rechtssicherheit wird die Attraktivität des Landes für ausländische Investitionen erhöhen. Aufgrund der angespannten Wirtschaftssituation hat der Internationale Währungsfonds (IWF) Marokko aus der sog. Precautionary Liquidity Line (PLL) 7 für weitere zwei Jahre einen Kredit in Höhe von USD 5 Mrd. verlängert, um das Land notfalls gegen externe Faktoren (beispielsweise steigende Ölpreise
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