Berlin hat Talent. Ergebnisse der Untersuchungen in Berlin im Schuljahr 2014/15. Jochen Zinner Christian Werner Sabrina Mehler Markus Becker

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Berlin hat Talent Ergebnisse der Untersuchungen in Berlin im Schuljahr 2014/15 Jochen Zinner Christian Werner Sabrina Mehler Markus Becker In Kooperation mit: ZUSAMMENFASSUNG: Die Untersuchungen von 4800
Berlin hat Talent Ergebnisse der Untersuchungen in Berlin im Schuljahr 2014/15 Jochen Zinner Christian Werner Sabrina Mehler Markus Becker In Kooperation mit: ZUSAMMENFASSUNG: Die Untersuchungen von 4800 Drittklässlern 1 aus 111 Berliner Schulen im Schuljahr 2014/15 zeigen, dass unsere Berliner Schüler ganzheitlich gesehen sportlich gut leistungsfähig sind, auch rückwärts balancieren können und nicht übergewichtig sind. Sie bewegen sich gerne, wollen mehr Sport treiben, freuen sich auf die Sportstunde in der Schule und haben Sport als Hobby. Sie sind auch nicht am liebsten am Computer, sondern spielen lieber draußen und wollen sich dabei auch anspruchsvoll bewegen. Diejenigen Schüler, die in einem Sportverein sind, finden in ihm Freunde und profitieren in ihrer Bewegungskompetenz beeindruckend von der Aktivität dort. In der Selbstwahrnehmung sehen sich unsere Drittklässler in der breiten Mitte als sportlich und ganz überwiegend als glücklich. Dennoch gibt es Ansatzpunkte, die Ursache dafür sein könnten, dass mit zunehmendem Alter diese gute Ausgangsposition offenbar verloren geht. Der Nachweis der positiven sportlichen Situation in diesem Altersbereich, die Verdeutlichung der Ansatzpunkte zur sukzessiven Instabilität und die Kennzeichnung notwendiger Interventionen sowohl für die sehr leistungsstarken als auch die eher leistungsschwachen Schüler - sind Inhalt dieses Berichts. Berlin hat Talent ist ein Gemeinschaftsprojekt von Landessportbund Berlin (LSB), Senat von Berlin und Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst (H:G) und soll dazu beitragen, das Bewegungs- und Sportverhalten von Kindern in Berlin zu verbessern. Dazu werden Schülerinnen und Schüler der 3. Klassen in Berlin mit Hilfe eines von der Sportministerkonferenz empfohlenen Testsystems ( Deutscher Motorik-Test, DMT) untersucht und hinsichtlich ihrer motorischen Fähigkeiten (insbesondere Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination) auf der Basis von bundesweit ermittelten Referenzwerten fünf Leistungsklassen (LK 1 bis LK 5) zugeordnet. Die motorische Leistungsfähigkeit steigt mit zunehmender Leistungsklasse (LK 1 niedrig, LK 5 hoch). Das Alter der Kinder liegt in einer Entwicklungsphase (mittlere Kindheit, 7-10 Jahre), die durch schnelle Fortschritte in der motorischen Lernfähigkeit charakterisiert wird. Zusätzlich zum DMT wird ein Fragebogen zum sozialen Hintergrund erhoben. 1 Zur besseren Lesbarkeit des gesamten Textes wird das generische Maskulinum gebraucht, das hier Personen aller Geschlechter umfasst Zur Datenbasis Im Schuljahr 2014/2015 wurden 4800 Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen aus 111 von insgesamt 133 Schulen mit insgesamt 7945 Schülern der fünf Stadtbezirke Lichtenberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Treptow-Köpenick, Spandau und Steglitz-Zehlendorf untersucht. Das sind fast 60% aller Schüler dieses Altersbereichs in diesen Bezirken und ca. 15% aller Drittklässler in öffentlichen Schulen Berlins. Die Erhebung der Messwerte des DMT sowie die Erfassung des Fragebogens erfolgten durch professionelles Fachpersonal (Maximum Sport GmbH). Die Untersuchungen können somit durchaus als repräsentativ für die Kinder dieses Alters in Berlin gelten. Kritisch zu hinterfragen ist dennoch, warum insgesamt 22 Schulen nicht an der Untersuchung teilgenommen haben? Welche Rolle spielen in diesen Schulen der Sport und die Sportlehrer? Im Vergleich zu den bundesweiten Normtabellen nach Bös et. al. (2009) schneiden die Berliner Schülerinnen und Schüler insbesondere in den Parametern der koordinativen Fähigkeiten, der Aktionsschnelligkeit und der dynamischen Kraftausdauer (das sind die Items Balancieren rückwärts, Seitliches Hin-und Herspringen, Liegestütz und 20m Sprint) überdurchschnittlich gut, in den Parametern der Ausdauer, Kraftausdauer und der Sprungkraft (das sind die Items 6 Minuten Lauf, Sit up`s und Standweitsprung) überdurchschnittlich schlecht ab. Demzufolge sollte einerseits diese bereits früher festgestellte, auffällige Situation (Zinner & Büsch, 2014) in den kommenden Untersuchungen weiter analysiert werden, andererseits sollten insbesondere Anforderungen zur aeroben Ausdauer und zur Kraftausdauer verstärkt in den Sportunterricht der Berliner Schulen eingebaut werden. Zur motorischen Leistungsfähigkeit Insgesamt ist die Anzahl der sportlich leistungsstarken Mädchen und Jungen in Berlin im Vergleich zur bundesweiten Norm deutlich erhöht: 38% der Berliner Schüler erreichten die beiden besten Leistungsklassen 4 und 5 und damit überdurchschnittliche und sogar weit überdurchschnittliche Ergebnisse. Berlin hat also tatsächlich Talent! Die Anzahl der Schüler mit Defiziten in den Testergebnissen (Leistungsklasse 1 und 2) bewegt sich im bundesweiten Normbereich von 18% (Abbildung 1). Das sind in absoluten Zahlen aber immer noch 884 Schülerinnen und Schüler, bei denen wirksame bewegungsfördernde Interventionen angezeigt sind! Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf schneidet mit 45% Schülern in Leistungsklasse 4 und 5 am besten ab und liegt damit deutlich über dem Berliner Durchschnitt (38%). Im Bezirk Spandau erreichen dagegen nur 32% der Schüler die Leistungsklasse 4 und 5. Abb. 1. Erreichte Leistungsklassen aller Schüler (n=4800); geordnet nach Berlin (5 Bezirke) & Bezirken (rot = LK 1 & 2, grau = LK 3, grün = LK 4 & 5). Zum Organisationsgrad in Sportvereinen Im Durchschnitt der fünf Bezirke sind 45% der Drittklässler in einem Sportverein, wobei der höchste Organisationsgrad in Charlottenburg-Wilmersdorf (49%), der niedrigste in Treptow- Köpenick (39%) vorhanden ist (Tab. 1). Tab. 1 : Anteil der Vereinsmitglieder; geordnet nach Geschlecht und Bezirken & Berlin (5 Bezirke) Bezirke Vereinsmitglieder Gesamt Männlich Weiblich Lichtenberg 502 (48%) 289 (53%) 213 (42%) Charlottenburg-Wilmersdorf 320 (49%) 196 (56%) 124 (40%) Treptow-Köpenick 295 (39%) 173 (45%) 122 (32%) Spandau 488 (44%) 289 (50%) 199 (38%) Steglitz-Zehlendorf 549 (45%) 309 (49%) 240 (41%) Berlin (5 Bezirke) 2154 (45%) 1256 (50%) 898 (39%) Zur motorischen Leistungsfähigkeit der Vereinsangehörigen Die im Verein organisierten Schüler profitieren hinsichtlich ihrer sportlichen Leistungsfähigkeit überaus deutlich von der Vereinstätigkeit (Abb. 2): 47% der Vereinsmitglieder erreichen die Leistungsklasse 4 und 5, sonst sind das lediglich 30%. Andererseits manifestieren sich sportliche Defizite (Leistungsklasse 1 und 2) nur bei 11% der Vereinsmitglieder, sonst bei 24%. 2 Das sind dann aber immerhin 642 Schüler, die nur unterdurchschnittliche und weit unterdurchschnittliche motorische Leistungen erreichen und keinem Verein angehören. Hier könnte der Anfang für eventuell später nur schwer zu korrigierende Bewegungsdefizite liegen. Vereinsmitglieder n = 2154 Nicht-Vereinsmitglieder n = 2646 Abb. 2. Erreichte Leistungsklassen aller Schüler (n=4800), geordnet nach Vereinszugehörigkeit Zugleich bestätigen die Untersuchungsergebnisse die hohe soziale Komponente der Vereine: rund 93% der Schüler haben Freunde im Verein und entwickeln hier eine gute soziale Kompetenz. Zum Zusammenhang zwischen der Leistungsfähigkeit der Schüler, der Vereinszugehörigkeit und dem Standort der Schule Detaillierte Schulvergleiche im Rahmen der Untersuchungen zeigen, dass es deutliche Zusammenhänge zwischen der Leistungsfähigkeit der Schüler, der Vereinszugehörigkeit und dem Standort der Schule gibt. So erreichen beispielsweise beachtliche 66% der Drittklässler der Schule Nr. 614 in Steglitz/Zehlendorf die besten Leistungsklassen 4 und 5 (Schuldurchschnitt der Leistungsklassen 3,76), dagegen nur 6% der Drittklässler der Schule NR. 510 in Spandau (Schuldurchschnitt 2,46). Das hat ganz sicher auch etwas damit zu tun, dass 61% der Schüler von Schule 614 Vereinsmitglieder sind, dagegen nur 23% der Schüler von 510. Das wiederum könnte daran liegen, dass Schule 614 engmaschiger von verschiedenen Vereinen umgeben ist, als die Schule 610. Unsere Vermutung, dass ein solcher Zusammenhang z. B. für die Schule 241 in unmittelbarer Nähe des Sportforums Hohenschönhausen (viele Vereine, viele Sportstätten) ebenso gelten sollte, wird eindrucksvoll bestätigt. In dieser Schule erreichen 77% die Leistungsklasse 4 und 5 (Schuldurchschnitt ist 4,1) und 70% der Drittklässler sind in einem Sportverein! 2 Wir sprechen von Defiziten, wenn die gemessenen Variablenwerte einen gewissen Abstand zum Mittelwert der Gruppe aufweisen. Das ist desto gerechtfertigter, je valider die Variable und je größer die Gruppe ist. Damit verdeutlicht das Wort Defizit ein Abstands- und kein Qualitätsmaß Zur Rolle des Sports im Freizeitverhalten Nicht unbedingt erwartet und desto erfreulicher ist die große Affinität der Berliner Drittklässler zum Sport: 78% aller Schülerinnen und Schüler würden gerne mehr Sport treiben. Bei denen, die noch nicht in einem Verein sind, sind das sogar 80% - wer und wie holen wir diese Kinder ab? Haben wir außerhalb der institutionalisierten und organisierten Angebote die erforderlichen Orte und die geeignete Infrastruktur zum informellen Zusammenkommen der Kinder? Das diesbezügliche Angebot der Schulen ist dafür offenbar wenig attraktiv: nur 16% der Mädchen und 13% der Jungen interessieren sich für die Arbeitsgruppen in den Schulen (im Bezirk Spandau sind das gar nur 10% bei den Mädchen und auch lediglich 10% bei den Jungen, in Steglitz immerhin 20% bei den Mädchen und 17% bei den Jungen.). Die Affinität zum Sport in diesem Altersbereich zeigt sich auch in den Hobby-Angaben der Drittklässler: 71% von ihnen haben oder wollen sportliche Hobbies, davon sind 54% bei den Mädchen und 44% bei den Jungen noch nicht in einem Verein (Tab. 2) wie können die Vereine dieses Potential nutzen? Tab. 2. Sportliche Hobby-Angaben aller Drittklässler, geordnet nach Berlin (5 Bezirke) und Vereinszugehörigkeit Item Hobby sportlich Vereinsmitglieder Nicht-Vereinsmitglieder Gesamt Männlich Weiblich Männlich Weiblich Lichtenberg 817 (78%) 258 (57%) 176 (49%) 197 (43%) 186 (51%) Charlottenburg-Wilmersdorf 433 (66%) 151 (61%) 85 (45%) 95 (39%) 102 (55%) Treptow-Köpenick 491 (65%) 144 (53%) 87 (39%) 126 (47%) 134 (61%) Spandau 795 (71%) 204 (49%) 193 (51%) 214 (51%) 184 (49%) Steglitz-Zehlendorf 891 (73%) 269 (55%) 194 (48%) 220 (45%) 208 (52%) Berlin (5 Bezirke) 3427 (71%) 1069 (56%) 692 (46%) 839 (44%) 827 (54%) Zur Rolle des Sports in der Schule Starke 91% der Mädchen und sogar 95% der Jungen freuen sich auf die Sportstunde in der Schule gehen die Schulen mit dieser gegenüber der Mathematik- oder Sportstunde sicher luxuriösen Situation genügend sorgsam um? Warum freuen sich dann beispielsweise gerade 38% der Jungen und 33% der Mädchen, die in Vereinen sind, nicht auf den Sportunterricht fehlt dort die Spannung, die Herausforderung? Müssten solche Schüler etwa spezifischer angesprochen werden? Dann sollte es aber nicht so sein, dass 32% der Vereinskinder nicht wissen, ob ihr Sportlehrer überhaupt etwas von ihrem Tun im Verein weiß Zur Rolle des Sports in der Familie 52% der Kinder geben an, dass sie in sporttreibenden Familien aufwachsen, immerhin bemerkenswerte 41% aber verneinen diese Frage (Abb. 3). Auffällig sind dabei die Unterschiede zwischen den Bezirken: in Treptow-Köpenick ist das Stimmenverhältnis 41% sporttreibende Eltern zu 51% nicht sporttreibende Eltern, in Charlottenburg-Wilmersdorf dagegen ist es mit 56% zu 34% deutlich besser. Generell scheint es in dieser Frage einen doch starken Unterschied zwischen ehemals Ost und ehemals West zu geben (Abb. 3). Wie stark aber die Vorbildwirkung der Eltern für das Bewegungsverhalten der Kinder ist, zeigt sich daran, dass 54% der Kinder aus sporttreibenden Familien im Verein sind, sonst lediglich 34%! Berlin (5 Bezirke) n = 4800 Lichtenberg n = 1051 Treptow-Köpenick n = 760 Charlottenburg-Wilmersdorf n = 657 Spandau n = 1113 Steglitz-Zehlendorf n = 1219 Abb. 3. Angaben zu sporttreibenden Familien: Grün Ja, Rot Nein, Grau Weiß ich nicht, Schwarz Keine Angabe Zur Gewichtskategorisierung der Schüler Am Body-Mass-Index (BMI) gemessen, sind mehr als dreiviertel aller Berliner Drittklässler (77%) normal gewichtig. Lediglich ca. 1,5% der Kinder sind stark untergewichtig (BMI-Typ1), immerhin aber 8% stark übergewichtig (BMI-Typ 5) (Abb. 4). Das ist zwar deutlich besser, als üblicherweise medial verbreitet wird wenn man allerdings die absoluten Zahlen (n=64 untergewichtig und n=366 übergewichtig) betrachtet, dennoch beunruhigend. Auch deshalb, weil Abb. 4. Histogramm BMI-Typ (MW=17,39, SD=2,75, N=4.789) - beispielsweise nur wenig Übergewichtige (5% der übergewichtigen Mädchen und 8% der übergewichtigen Jungen) die besten Leistungsklassen erreichen, dagegen die Mehrzahl (49% der Mädchen und 47% der Jungen) deutliche motorische Defizite aufweist, - vor allem bei den Mädchen das Übergewicht offenbar auch Auswirkungen auf das soziale Verhalten hat. So sind beispielsweise nur wenig stark übergewichtige Mädchen im Verein (28%) und nur 87% glücklich, während das in der Gesamtpopulation der Mädchen 93% sind und - der Kindes-BMI gesundheitliche Risiken für das Erwachsenenalter birgt. Tab. 3. Angaben zu stark übergewichtige Drittklässler (BMI-Typ 5); geordnet nach Berlin (5 Bezirke) und Bezirken Stark übergewichtig Gesamt Männlich Weiblich Lichtenberg 72 (7%) 40 (7%) 32 (6%) Charlottenburg-Wilmersdorf 53 (8%) 28 (8%) 25 (8%) Treptow-Köpenick 55 (7%) 29 (8%) 26 (7%) Spandau 111 (10%) 54 (9%) 57 (11%) Steglitz-Zehlendorf 75 (6%) 41 (7%) 34 (6%) Berlin (5 Bezirke) 366 (8%) 192 (8%) 174 (8%) Bei diesem Vergleich weicht der Bezirk Spandau mit 10% stark Übergewichtige vom Berliner Durchschnitt (8%) am deutlichsten ab. Zur technische Ausstattung Unsere Drittklässler (Jungen wie Mädchen) sind technisch gut ausgestattet. Von den 4800 befragten Berliner Schülerinnen und Schülern haben etwa jedes 2. Kind ein Handy (Mädchen: 54%, Jungen 52%), jedes 3. Kind einen Fernseher (Mädchen 26%, Jungen 31%) und fast jedes 3. Kind einen Computer (Mädchen 31%, Jungen 36%). Unter diesen Geräten sind also nur die Handys bei Mädchen stärker verbreitet, als bei Jungen. Etwa 10% der Kinder haben alle drei Geräte. Am besten ausgestattet sind die Kinder in Spandau, dort haben 12% alle drei Medien, in Steglitz nur ca. 7%. Dennoch sind die technischen Hobbies bei unseren Drittklässlern wesentlich geringer in Mode, als eben die sportlichen: nur 16% der Jungen und 12% der Mädchen geben Technik als Hobby an. Während dabei die Vereinszugehörigkeit bei den Jungen praktisch unabhängig von der vorhandenen technischen Ausstattung ist (50% zu 50%), führt diese offenbar bei den Mädchen zu einer deutlich geringerer Vereinsmitgliedschaft (35% zu 65%). Die technische Ausstattung hält allerdings weder Jungen noch Mädchen davon ab, draußen zu spielen: 93% der Mädchen und 91% der Jungen haben Freude an der Tätigkeit im Freien! Den Erhebungen zufolge stellen die Medien also zumindest in diesem Altersbereich noch keine eigene Lebenswelt dar. Wie halten wir das auch in späteren Jahren aufrecht? Zur Selbstwahrnehmung In der Selbstwahrnehmung zur Sportlichkeit bewerten sich wesentlich mehr Jungen (61%) als Mädchen (46%) als total sportlich 3,obwohl objektiv gemessen insgesamt nur 44% der Jungen, dagegen aber 52% der Mädchen die besseren sportlichen Leistungsklassen 4 und 5 erreichen (Abb.5). Abb. 5. Sportliche Selbsteinschätzung der männlichen und weiblichen Drittklässler Auch hier wird die Wirkung des Sporttreibens in den Vereinen deutlich: 76% der Jungen und 71% der Mädchen, die sich als nicht sportlich einschätzen, sind auch nicht in einem Sportverein. In der Selbstwahrnehmung zum globalen Glücklich sein 4 bewerten 94% der Berliner Drittklässler (Jungen und Mädchen) das zustimmend. Von den Mädchen, die nicht zustimmen, sind 32% in einem Verein, 68% nicht. Von den Jungen, die nicht zustimmen, sind 35% im Verein und 65% nicht (Tab. 4). Tab. 4. Selbsteinschätzung, Angaben zur Aussage Ich bin nicht glücklich geordnet nach Drittklässler Gesamt & Vereinszugehörigkeit Item Ich bin nicht glücklich Vereinsmitglieder Nicht-Vereinsmitglieder Gesamt Männlich Weiblich Männlich Weiblich Lichtenberg 72 (7%) 11 (38%) 14 (33%) 18 (62%) 29 (67%) Charlottenburg-Wilmersdorf 42 (6%) 5 (36%) 9 (32%) 9 (64%) 19 (68%) Treptow-Köpenick 71 (10%) 13 (34%) 8 (24%) 25 (66%) 25 (76%) Spandau 60 (5%) 7 (26%) 10 (30%) 20 (74%) 23 (70%) Steglitz-Zehlendorf 61 (5%) 12 (34%) 13 (50%) 23 (66%) 13 (50%) Berlin (5 Bezirke) 306 (6%) 55 (35%) 47 (32%) 104 (65%) 100 (68%) 3 total sportlich heißt: Ich stimme voll und ganz zu auf Item Ich bin sportlich 4 glücklich sein heißt: Ich stimme voll und ganz zu und Ich stimme eher zu auf Item Ich bin glücklich Zu den Aktivitäten im Umgang mit den motorisch leistungsstarken und motorisch leistungsschwachen Schülern Mit dem Ziel zum Ausbau der über dem Durchschnitt liegenden motorischen Leistungen und zur Talentfindung wurden die Berliner Schüler, die die LK 4 und 5 erreicht haben (Lichtenberg n=473, Charlottenburg-Wilmersdorf n=492, Treptow-Köpenick n=446, Steglitz- Zehlendorf n=555 und Spandau n=389) im Jahr 2015 vom Landessportbund Berlin zu einer Talentiade eingeladen, bei der sich dann auch ca. ein Viertel dieser Schüler (Lichtenberg n=120, Charlottenburg-Wilmersdorf n=91, Treptow-Köpenick n=117, Steglitz-Zehlendorf n=123 und Spandau n=93) verschiedenen Berliner Vereinen und Verbänden vorgestellt hat. Daraus sollen Talentsichtungsgruppen gebildet und zielgerichtet gefördert werden. Erste Analysen zur Wirksamkeit solcher Talentiaden bezüglich der Mitgliedergewinnung von Sportvereinen belegen (Biemüller, 2015), dass von 56 Teilnehmern der Talentiade in Lichtenberg 2015, die keinem Sportverein angehörten, 29 (50%) auf Grund der dortigen Erfahrungen und Aktivitäten zu Vereinsmitgliedern geworden sind. Wenn dieses Ergebnis mit steigenden Teilnehmerzahlen fortgeschrieben werden kann, lässt es hoffen Analog dem Vorgehen für die Kinder der LK 4 und 5 wurden die Kinder der LK 1 und 2 zu einer Veranstaltung Bewegung macht Spaß eingeladen, bei der dann insgesamt 80 Kinder (26 Kinder aus Charlottenburg-Wilmersdorf, 24 Kinder aus Lichtenberg, 30 Kinder aus Treptow-Köpenick, Spandau und Steglitz-Zehlendorf folgen) unter Leitung qualifizierter Trainer und Sportlehrer vom Gesundheitspark Berlin gesichtet und für spezifische weitere Bewegungsprogramme, die dann finanziell von der AOK unterstützt werden, motiviert wurden. Ausblick Berlin hat Talent bringt auf diese Weise neue Anstöße und neuen Schwung in das Bewegungs- und Sportverhalten der Berliner Kinder insgesamt und wird so besonders den Schul- und Vereinssport spürbar beleben und qualifizieren. Die besondere Botschaft für die Phase der Untersuchungen in dem frühen Stadium der dritten Klassen an ausnahmslos alle diese Kinder ist: Bewegung kann Jeder nutze, was du hast! Dabei kommt es künftig insbesondere darauf an, die Schüler mit der besten sportlichen Ausgangsposition (LK 4 und 5) ohne eine frühzeitige Sportartenbindung und die Schüler mit den größten motorischen Einschränkungen (LK 1 und 2) ohne übereilte Zuordnungen etwa zu üblichen Diagnosekategorien (Adipositas, Ernährungsgruppen, Rückengymnastik ) mit intelligenten, individuellen, freudbetonten sportlichen Interventionsprogrammen in ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen. Diese Interventionsprogramme sind nun zu entwickeln, wissenschaftlich zu evaluieren und mit immer spezifischeren Diagnostikprogrammen zu spezifizieren. So, wie das die Abbildung 6 beispielhaft für die motorisch leistungsstarken Schüler zeigt. Mit dem Landessportbund Berlin auf der einen Seite und dem Gesundheitspark Berlin auf der anderen Seite sind starke Akteure im Boot. Und unsere Schulen stellen sich die Aufgabe, die Ergebnisse von Berlin hat Talent als geeignetes Mittel zur Qualitätssicherung des Schulsports und auch zur zielgerichteten Aktivierung der Eltern zu nutzen. Berlin hat Talent ist so ein wichtiger Beitrag, dass die Sportmetropole Berlin für viele Kids und deren Eltern tatsächlich erlebbar wird! Wichtig wird sein, die in diesen Bereichen verantwortlichen Trainer, Lehrer und Übungsleiter im Umgang mi
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