Berliner Eckpunkte für die Ganztagsschulentwicklung in der Sekundarstufe I

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Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung 1 Berliner Eckpunkte für die Ganztagsschulentwicklung in der Sekundarstufe I - geklärten Bildungs- und Erziehungsverständnis Raumkonzept Zeitstrukturmodell
Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung 1 Berliner Eckpunkte für die Ganztagsschulentwicklung in der Sekundarstufe I - geklärten Bildungs- und Erziehungsverständnis Raumkonzept Zeitstrukturmodell Personalentwicklungskonzept Ernährungskonzept Erfolgreiche Ganztagsschulen arbeiten mit einem Lern- und Förderkonzept Kooperationsmodell Partizipationsmodell In Anlehnung an Thomas Schnetzer, Inhaltsverzeichnis Einleitung 3 Schaubild Acht Handlungsfelder für eine gute Ganztagsschulentwicklung 4 Handlungsfelder: 1 und geklärtes Bildungs- und Erziehungsverständnis 2. Zeitstrukturmodell Handlungsfelder: 3 und Lern- und Förderkonzept 4. Kooperationsmodell Handlungsfelder: 5 und Partizipationsmodell 6. Ernährungskonzept Handlungsfelder: 7 und Personalentwicklungskonzept 8. Raumkonzept Anhang: Beteiligte der Arbeitsgruppe Eckpunkte 11 Rahmenvereinbarungen für die Sekundarstufe I 12 2 Einleitung Nach dem Start der Schulstrukturreform im Schuljahr 2010/2011 befinden sich die meisten Ganztagsschulen in der Sekundarstufe I im zweiten Jahr ihrer Ganztagsschulentwicklung. Kernstück des Ganztags in der Sekundarstufe I in Berlin ist die Öffnung der Schule nach außen. Der überwiegende Teil der Schulen gestaltet den Ganztag mit selbstverwalteten Budgets, wodurch eine intensive Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern machbar ist und weitgreifende Gestaltungsmöglichkeiten entstehen, die die Basis für ein sich entwickelndes Ganztagsschulkonzept bilden 1. Ehemalige Gesamtschulen, die seit vielen Jahren Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen haben, können diese als Fundament für die Weiterentwicklung des Ganztages nutzen, unabhängig von ihrer Entscheidung für die weitere Zusammenarbeit mit öffentlichem Personal bzw. dem Einstieg in die Budgetierung für Kooperationen mit außerschulischen Partnern. Entscheidend für die kontinuierliche Entwicklung eines guten Ganztagsschulkonzepts ist die Frage, woran zu erkennen ist, dass ganztägige Bildung in der Sekundarstufe I gelingt und auf welchen Orientierungsrahmen die Schulen und ihre Partner für diesen Prozess zurückgreifen können. Seit dem Frühjahr 2011 hat sich zu diesen Fragen eine Arbeitsgruppe unter Federführung der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung getroffen, deren Vertreterinnen 2 die Bandbreite der Akteure im Ganztag in Berlin widerspiegeln 3. Im Vordergrund stand das gemeinsame Bestreben, Schulen, außerschulischen Partnern und Unterstützerinnen der Schulen einen Orientierungsrahmen für den Ganztag an die Hand zu geben, in dem die Beteiligten aus ihren unterschiedlichen Blickwinkeln wichtige Impulse setzen. Durch die vielfältige Expertise der Arbeitsgruppe mit Kenntnissen über die realen Ausgangslagen an den Schulen und gute Zusammenarbeit ist es gelungen, die Berliner Eckpunkte für den Ganztag in der Sekundarstufe I zu bilden 4, die jeder Schule den notwendigen Gestaltungsspielraum lässt, um den Ganztag bezogen auf den eigenen Standort zu entwickeln und entsprechende Planungs- und Handlungsschritte einzuleiten. Im Rahmen der Schulleitertagung der Integrierten Sekundarschulen im Oktober 2011 wurden die Eckpunkte erörtert und Praxisbeispiele aus den Schulen gesammelt. Die Ergebnisse münden in die Broschüre Ganztag im Rahmen der Publikationen zur Schulstrukturreform, deren Veröffentlichung für das erste Quartal 2012 geplant ist. Nicole Verdenhalven Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung 1 Siehe Liste der Rahmenvereinbarungen im Anhang 2 Bei den auf Personen bezogenen Bezeichnungen schließt die gewählte Formulierung beide Geschlechter ein, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit in der Regel die weibliche Form gewählt ist. 3 Liste der Arbeitsgruppe im Anhang. 4 Auf Grundlage der Qualitätsmatrix von Thomas Schnetzer, IFS Dortmund Acht Handlungsfelder für eine gute Ganztagsschulentwicklung geklärten Bildungs- und Erziehungsverständnis Raumkonzept Zeitstrukturmodell Personalentwicklungskonzept Ernährungskonzept Erfolgreiche Ganztagsschulen arbeiten mit einem Lern- und Förderkonzept Kooperationsmodell Partizipationsmodell In Anlehnung an Thomas Schnetzer, Handlungsfelder: 1 und 2 (geklärtes Bildungsverständnis und Zeitstrukturmodell) 1. geklärten Bildungs- und Erziehungsverständnis Die Vorstellungen, Wünsche und Ziele aller am Schulleben beteiligten Gruppen * sind diskutiert und abgestimmt. Das schulische Profil spiegelt sich hierin wider. Neu Dazukommende tragen dieses abgestimmte Bildungsverständnis der Schule mit. Es gibt einen festgelegten Zyklus für die Überprüfung des gemeinsamen Bildungsverständnisses. 2. Zeitstrukturmodell Die Stundenpläne enthalten jeweils Unterricht und Angebote am Vor- und Nachmittag. In der Schule sind Zeiteinheiten geschaffen, um veränderte Lehr- und Lernformen umzusetzen. Unterricht, freiwillige und verpflichtende Angebote und selbstbestimmte Zeiten sind im Wechsel organisiert. In Teilen individualisierte Stundenpläne (z.b. Förderband, Wahlpflicht, Formen des dualen Lernens) sind im Zeitplan berücksichtigt. Die Schülerinnen haben am Tag Zeiten zur selbstbestimmten Gestaltung (Freiräume, Rückzug). Für das Schuljahr sind alle wesentlichen Projekte, Feste und Termine festgelegt und allen bekannt. Es gibt fest vereinbarte Teamzeiten für Unterrichtsentwicklung, Absprachen, Organisatorisches, etc. * im Regelfall sind damit gemeint: das pädagogische (Lehrerinnen und sozialpädagogische Fachkräfte) und nichtpädagogische Personal, die weiteren außerschulischen Partner sowie die Schülerinnen und Eltern 5 Handlungsfelder: 3 und 4 (Lern- und Förderkonzept und Kooperationsmodell) 3. Lern- und Förderkonzept Die Lernausgangslage jeder Schülerin wird überprüft und dokumentiert für eine differenzierte und mit allen am Schulleben beteiligten * Gruppen abgestimmte Vorgehensweise beim Lernen inner- und außerhalb des Unterrichts. Lerneinheiten enthalten Möglichkeiten zur Selbsteinschätzung durch die Schülerinnen (z.b. Logbuch). Es gibt Verknüpfungen zwischen dem unterrichtlichen und dem außerunterrichtlichen Lernbereich. Fachbereiche und Jahrgänge entwickeln, dokumentieren und erproben Modelle zur Lernkompetenzentwicklung und stärkenorientierten Förderung und beziehen hierbei Möglichkeiten des außerunterrichtlichen Lernbereichs mit ein. Geeignete Förderstrategien für einzelne Schülerinnen oder Gruppen auch für die Zeiten außerhalb der Stundentafel sind mit allen Beteiligten vereinbart. Soziales Lernen, wie beispielsweise Lernen durch Engagement (Service- Learning) ist im Schultag verankert. Die Schülerinnen erhalten ein regelmäßiges pädagogisch abgestimmtes Feedback zur persönlichen Entwicklung (Lernentwicklung, emotionale Entwicklung, soziales Handeln). 4. Kooperationsmodell Grundsätze für die Zusammenarbeit mit außerschulischen und schulischen Partnern sind beschrieben; dazu gehört: Regionale Konzepte zur Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe sind berücksichtigt. Eine Bestandsaufnahme möglicher Partner aus dem Sozialraum und ggf. darüber hinaus ist erfolgt. Die Zusammenarbeit mit anderen Schulen (Grundschulen, berufliche Schulen, Förderzentren) ist geklärt, z.b. in Form von gegenseitigen Angeboten innerhalb des Schultages. * im Regelfall sind damit gemeint: das pädagogische (Lehrerinnen und sozialpädagogische Fachkräfte) und nichtpädagogische Personal, die weiteren außerschulischen Partner sowie die Schülerinnen und Eltern 6 Die Entscheidung für eine Zusammenarbeit erfolgt auf der Grundlage des Ganztagskonzeptes der Schule. Themen, Inhalte, Kooperationsbeteiligte sowie ggf. Bezüge zum Unterricht sind abgestimmt und vertraglich vereinbart. Die Verantwortlichkeiten, Ansprechpartner und Entscheidungsstrukturen sind benannt und beschrieben. Kommunikationswege und -formen sind vereinbart (z.b. verbindliche Abstimmungstreffen, regelmäßiger runder Tisch aller Partner, Einbeziehung in die Teamstruktur des Kollegiums). Finanzierungsfragen sind besprochen und verbindlich geregelt (z.b. Prüfung kooperativer Finanzierungswege mit dem Jugendamt). 7 Handlungsfelder: 5 und 6 (Partizipationsmodell und Ernährungskonzept) 5. Partizipationsmodell Grundsätze der Partizipation bei der Vernetzung schulischer und außerschulischer Angeboten sind beschrieben; dazu gehört: Alle am Schulleben beteiligten Gruppen * sind an der Weiterentwicklung der Schule (von den Planungsphasen bis zur Auswertung) beteiligt. Im Schultag sind vielfältige Beteiligungsformen für die Schülerinnen realisiert (z.b. Klassenrat, Patenschaftsmodelle und Schülerparlament). Schülerinnen gestalten Bereiche des Ganztags eigenverantwortlich. Hierbei erhalten sie Unterstützung. Kommunikationswege und -formen sind gemeinsam entwickelt und verantwortliche Personen sind benannt. Alle Eltern und Schülerinnen werden zur Mitwirkung im Schulleben angeregt. 6. Ernährungskonzept Die Schule bietet eine warme Mittagsversorgung an. Es wird eine zertifizierte gesunde Ernährung angeboten (bedarfsgerecht und ausgewogen). Kulturelle Lebensgewohnheiten sind im Ernährungskonzept berücksichtigt. Die Organisationsform des Mittagessens (z.b. im Klassenverband, gemeinsam mit Lehrerinnen, am Buffet) ist diskutiert und abgestimmt. Ernährung wird als Thema im Unterricht und im Schulleben auf vielfältige Weise aufgegriffen und umgesetzt (z.b. Bewirtschaftung eines Schulkräutergartens, Untersuchung des Zuckergehaltes von Lebensmitteln, Angebote von Krankenkassen). Das Angebot in einer zusätzlichen Cafeteria entspricht dem Ernährungskonzept. Alle Verpflegungsangebote innerhalb einer Schule sind aufeinander abgestimmt (z.b. Schülerfirmen, Cafeteria, Mensa). * im Regelfall sind damit gemeint: das pädagogische (Lehrerinnen und sozialpädagogische Fachkräfte) und nichtpädagogische Personal, die weiteren außerschulischen Partner sowie die Schülerinnen und Eltern 8 Handlungsfelder: 7 und 8 (Personalentwicklungskonzept und Raumkonzept) 7. Personalentwicklungskonzept Die Zusammenarbeit mit den am Schulleben beteiligten Gruppen * wird organisatorisch durch die Schulleitung sichergestellt. Die Aufgaben des pädagogischen Personals und der weiteren Partner mit Blick auf die Ganztagsgestaltung sind beschrieben (z.b. im Geschäftsverteilungsplan, Kooperationsvertrag). Das pädagogische Personal und die weiteren Partner im Ganztag tauschen sich regelmäßig zu festgelegten Teamzeiten aus. Sie planen und setzen gemeinsam Bausteine für den Ganztag um. Hierbei wird die Verknüpfung von unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angeboten angestrebt. Der Ganztag ist Bestandteil des schulinternen Fortbildungskonzeptes. Das Konzept bezieht die Fortbildungsmöglichkeiten der außerschulischen Partner mit ein, z.b. in Form von Tandem-Fortbildungen. In der Schule gibt es regelmäßig verbindliche Formen der Rückmeldung aller am Schulleben beteiligten Gruppen * untereinander (z.b. Belobigungsversammlungen, Vierteljahres-Feedback). Die Ergebnisse werden zur Weiterentwicklung des Ganztages im Personalentwicklungskonzept berücksichtigt. 8. Raumkonzept Alle schulischen Räume sowie weitere Orte im Schulhaus und auf dem Schulgelände (Flure, Keller, Dachböden und Außenflächen) werden hinsichtlich einer Nutzung für den unterrichtlichen und den außerunterrichtlichen Teil des Schultags regelmäßig überprüft und ggf. mit dem Schulträger weitere Nutzungsmöglichkeiten vereinbart. In der Planung des Schuljahres ist die Raumnutzung mit allen am Schulleben beteiligten Gruppen abgestimmt. Es gibt erkennbare und möglichst voneinander abgetrennte Bereiche, u.a. Ruhe-, Bewegungs-, Spiel- und Arbeitsbereiche. * im Regelfall sind damit gemeint: das pädagogische (Lehrerinnen und sozialpädagogische Fachkräfte) und nichtpädagogische Personal, die weiteren außerschulischen Partner sowie die Schülerinnen und Eltern 9 Es gibt u.a. eine Mensa/Cafeteria, Schulbibliothek. Es gibt Aufenthalts- und Arbeitsbereiche für das pädagogische und nichtpädagogische Personal sowie für die Partner im Ganztag. Außerschulische Bildungsorte sind einbezogen (z.b. Ruderstützpunkt oder angrenzendes Jugendfreizeitheim). 10 Anhang Beteiligte der Arbeitsgruppe Eckpunkte (in alphabetischer Reihenfolge) Uwe Beckmann Andreas Dähn Anna Davis Katrin Greve-Grönebaum Catrin Gocksch Christoph Happel Angela Knäringer Dörte Koch Inken Kretschmer Elvira Kriebel Friedrich Moch Gabriele Müller Marianne Necker-Zeiher Lars Neumann Gerhild Rehberg Heino Schön Daniela Strezinski Nicole Verdenhalven Tilmann Weickmann Bezirksamt Mitte / Abteilung Jugend, Sportjugend Berlin e.v., DKJS, Serviceagentur Ganztägig Lernen, BRIDGES Politik- und Organisationsberatung GmbH (Moderation), Musikschule Treptow-Köpenick, Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung e.v., Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Regionale Schulaufsicht Spandau für ISS und GemS, Pfefferwerk Stadtkultur ggmbh, Schulleiterin der der Walter-Gropius Schule, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Leitung AG Jugendsozialarbeit, ehem. Schulinspektion, jetzt Schulleiterin der Caspar-David-Friedrich Schule, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Projektteam Schulstrukturreform, stellv. Schulleiter der Walter-Gropius Schule, Lisum Berlin-Brandenburg, ehem. Schulleiter der Caspar-David-Friedrich Schule, stellv. Schulleiterin der Heinz-Brandt Schule, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Projektteam Schulstrukturreform, Landesjugendring Berlin e.v. 11 Rahmenvereinbarungen für den Ganztag in der Sekundarstufe I (Linkhinweis: Rahmenvereinbarung über die Kooperation mit Trägern der freien Jugendhilfe bei der Ausgestaltung und Sicherstellung des Ganztagsbetriebes in der Sekundarstufe I(RV- Sek I) Vereinbarung zur Beteiligung von Sportorganisationen bei der Durchführung des Ganztagsbetriebes in der Sekundarstufe I Rahmenvereinbarung über die Kooperationen von Schulen mit bezirklichen Volkshochschulen und Musikschulen im Rahmen der ergänzenden außerunterrichtlichen Bildungsarbeit in der Sekundarstufe I Weitere Rahmenvereinbarungen für Kooperationen in der Sekundarstufe I Rahmenvereinbarung zwischen der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Berlin e. V. (LKJ) und dem Senator für Bildung, Jugend und Sport Berlin zur Zusammenarbeit mit Schulen (Linkhinweis: Rahmenvereinbarung zur Kooperation von Schule und Jugendverbänden außerhalb des Ganztagsbetriebs in der Sekundarstufe I (für Kooperationen im Rahmen des Ganztages gilt die RV-Sek I) (Linkhinweis: 12
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