BERLINER WIRTSCHAFT. Magazin der Industrie- und Handelskammer zu Berlin. Der Bauch von Berlin STADTRING A 100 IHK-Aktion für den Weiterbau Seite 24

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Nr. 5 Mai Jahrgang EURO 3,00 BERLINER WIRTSCHAFT Magazin der Industrie- und Handelskammer zu Berlin Großhandel Der Bauch von Berlin STADTRING A 100 IHK-Aktion für den Weiterbau Seite 24 INTERVIEW
Nr. 5 Mai Jahrgang EURO 3,00 BERLINER WIRTSCHAFT Magazin der Industrie- und Handelskammer zu Berlin Großhandel Der Bauch von Berlin STADTRING A 100 IHK-Aktion für den Weiterbau Seite 24 INTERVIEW Andreas Kaden: ILA muss in Berlin bleiben Seite 54 KONJUNKTUR Unternehmen spüren Belebung Seite 56 Großhandel TITEL Im Bauch von Berlin Der Großhandel in Deutschland ist von der Rezession hart in Mitleidenschaft gezogen worden. Davon blieben auch viele Berliner Unternehmen nicht verschont, obwohl die hauptstädtische Wirtschaft insgesamt weniger betroffen war als die im übrigen Bundesgebiet. Und wer aktuelle Herausforderungen wie höhere Kundenerwartungen und bessere Qualitätsstandards meistert, hat gute Chancen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. FOTO: KIELMANN MICHAEL WINCKLER Auf den ersten Blick herrscht Chaos. Doch die Abläufe sind wohlgeordnet. Morgens ab zwei Uhr ist Hochbetrieb im Berliner Fruchthof. Bis zu 100 Gabelstapler drehen dann ihre Runden und etwa 1000 Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Waren schnell umgesetzt werden Quadratmeter groß sind die Hallen der so der offizielle Name Fruchthof Berlin Verwaltungsgenossenschaft e. G. An sechs Tagen der Woche wird hier gearbeitet. Der Fruchthof ist der größte Mieter der Berlin Großmarkt GmbH in der Moabiter Beusselstraße. Das zentrale Frische- und Logistikzentrum der Stadt ist viel mehr als der oft beschriebene Bauch von Berlin. Sein Versorgungsgebiet erstreckt sich von Mecklenburg-Vorpommern bis Sachsen und Sachsen-Anhalt. Mit einer Fläche von Quadratmetern das entspricht der Größe von 47 Fußballfeldern und einem jährlichen Warenumschlag von einer Milliarde Euro zählt Berlins Großmarkt zu den bedeutendsten deutschen Versorgungszentren für den ungebundenen Lebensmitteleinzelhandel, für Hotels, Gastronomie und sonstige Großverbraucher. Außer Obst und Hochbetrieb am frühen Morgen: Bis zu 100 Gabelstapler drehen an sechs Tagen der Woche ihre Runden im Berliner Fruchthof, wo etwa 1000 Mitarbeiter für schnellen Warenumsatz sorgen Berliner Wirtschaft I 13 im Non-Food-Segment, allein das reicht von Papierwaren über Büro- und Unterhaltungselektronik bis hin zu Werkzeugen, Campingbedarf und Textilien. Das ist durchaus typisch für den Wirtschaftszweig Großhandel. Dessen Branchen- Vielfalt reicht auch in Berlin von Kfz-Teilen bis zu Zierfischen, von Schmierstoffen bis zu Produkten für die Haus- und Gebäudetechnik. Optimismus für 2010 Auch über die Fachwelt hinaus bekannt: Der Großhandelsriese Metro hat allein in Berlin sechs Standorte Gemüse werden hier Fleisch- und Wurstwaren, Fisch und sonstige Lebensmittel sowie Pflanzen und Blumen umgeschlagen. 300 Händler haben sich hier niedergelassen. Insgesamt sind auf dem Großmarkt rund 2500 Menschen beschäftigt. Entscheidend ist die Qualität der Produkte, doch wer heute bestehen will, muss sich auch als Dienstleister profilieren. Die Unternehmen hier sind inzwischen viel mehr als reine Großmarktbetriebe, sagt Fruchthof-Chef Dieter Krauß. Gerade Service-Angebote wie die Anlieferung frischer Ware werden immer wichtiger. (Siehe Interview S. 18 ). Weit über Fachkreise hinaus bekannt ist die Metro Cash & Carry Deutschland GmbH. Mit 655 Märkten in 29 Ländern ist das Unternehmen nach eigenen Angaben international führend im Selbstbedienungs-Großhandel. Allein in Berlin hat Metro sechs Standorte. Zum Sortiment zählen Artikel im Lebensmittelbereich und Produkte Die Branchen werden gewöhnlich in sechs Gruppen unterteilt: Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren, mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren, mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern, mit Rohstoffen, Halbwaren, Altmaterial und Reststoffen, mit Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör sowie Sonstiger Großhandel. (Siehe Kasten rechts). In Berlin gehören nach IHK-Informationen rund Unternehmen zum Großhandel. Sie beschäftigen Mitarbeiter. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Berlin-Brandenburg zählt die Hälfte der Unternehmen zum Sonstigen Großhandel, zum Nahrungsmittelund Tabakgroßhandel gehören 20 Prozent und zum Großhandel mit Ge- und Verbrauchsgütern 15 Prozent. Gemeinhin ist wenig bekannt über Bedeutung und Funktion des Großhandels. In der öffentlichen Wahrnehmung fristet er quasi ein Schattendasein. Dabei bildet die Branche ein unverzichtbares Scharnier zwischen Produzenten, verarbeitender Industrie und Einzelhändlern. Großhändler des Produktionsverbindungshandels beliefern ihre Kunden mit allen für die industrielle Produktion notwendigen Rohstoffen, Materialien und Halbfertigwaren. Baunahe Großhändler versorgen Bauwirtschaft und -handwerk mit sämtlichen Materialien für den privaten, gewerblichen und öffentlichen Bau. Und Konsumgütergroßhändler beliefern Einzelhandel, Apotheken, Gastronomie und Hotellerie mit ihren Waren. Mit anderen Worten: Ohne Großhandel geht gar nichts. So ist auch die wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Bedeutung des Großhandels enorm: Nach Darstellung des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel und Dienstleistung e. V. (BGA) war der Großhandel in Deutschland mit einem FOTO: OTTO 14 I Berliner Wirtschaft 05-10 TITEL jährlichen Umsatz von knapp 850 Mrd. Euro im Jahr 2008 der zweitstärkste Wirtschaftszweig nach der Industrie. Die zumeist mittelständischen Unternehmen beschäftigen bundesweit mehrere hunderttausend Arbeitnehmer. Der Berliner Großhandel ist vor allem auf den regionalen Markt ausgerichtet, speziell auf den Handel mit Nahrungsmitteln. 83 Prozent der Unternehmer sind Binnengroßhändler, die ihre Waren zu zwei Dritteln in der Region absetzen. Der Berliner Großhandel übt nach IHK- Auffassung eine herausragende Funktion zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts aus. Allerdings wurde der Großhandel bundesweit 2009 nach Jahren des Wachstums von der Finanz- und Wirtschaftskrise hart getroffen. Davon blieb auch Berlin nicht verschont. Aus Erhebungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden geht hervor, dass die Umsätze im deutschen Großhandel 2009 im Vergleich zum Vorjahr nominal um 14,8 Prozent und real um BRANCHEN Segmente im Großhandel Zum Großhandel mit Gebrauchsund Verbrauchsgütern zählen unter anderem: Großhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen, elektrischen Haushaltsgeräten, Haushaltswaren, Glaswaren, Spielwaren, Möbeln, Uhren, Schmuck. Zum Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren, Altmaterial und Reststoffen zählen unter anderem: Großhandel mit Brennstoffen, Erzen, Eisen, Stahl, Holz, Baustoffen, Sanitärkeramik, Flachglas, Bauelementen aus Metall sowie Installationsbedarf für Gas, Wasser und Heizung. Zum Großhandel mit Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör zählen unter anderem: Großhandel mit Werkzeugmaschinen, Baumaschinen, Büromaschinen. Zum Sonstigen Großhandel zählen alle Waren, die keiner der anderen Branchengruppen zugeordnet werden können wie etwa Arzneimittel und Kosmetik. 8,2 Prozent zurückgegangen waren. In der Quartalsbetrachtung ergaben sich im vierten Quartal 2009 Umsatzeinbrüche von nominal 9,5 Prozent und real von 5,4 Prozent. Die deutlichen Umsatzrückgänge im Großhandel seien maßgeblich auf die geringe Investitionstätigkeit der deutschen Wirtschaft und auf Lagerabbau zurückzuführen, sagt BGA-Präsident Anton F. Börner. Auch er hofft, dass die Talsohle durchschritten ist. Börner: Trotz massiver Umsatzeinbrüche im Großhandel geben die Zahlen für das Gesamtjahr 2009 Anlass zu Optimismus für das neue Geschäftsjahr. Nach dem Umsatzeinbruch im vergangenen Jahr um rund 15 Prozent auf 732 Mrd. Euro rechnet der BGA 2010 mit einem Umsatzplus von rund fünf Prozent nominal auf gut 769 Mrd. Euro. Gelänge das, würde die Branche rund ein Viertel des verlorenen Umsatzvolumens in Höhe von rund 120 Mrd. Euro wieder erwirtschaften. Real kalkuliert der BGA mit einem Umsatzanstieg von vier Prozent. TITEL Von der schwarz-gelben Koalition fordert der Verband die Sicherung der Unternehmensfinanzierung sowie deutliche Wirtschaftsimpulse wie eine Steuerreform. Fast zwei Drittel der Mitgliedsunternehmen hätten sich bei einer Befragung für die Förderung von Wachstum und Beschäftigung als vorrangige Zielsetzung ausgesprochen. Für die Gesamtwirtschaft hält der BGA ein Wachstum von 2,5 bis knapp unter drei Prozent im Jahr 2010 für erreichbar. Allerdings erwartet der Verband 2011 dann einen deutlichen Dämpfer. Achillesferse ist der Konsum, der etwas an Stärke einbüßen wird, mutmaßt Börner. Auch nach Darstellung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) blickt der Großhandel in Deutschland wieder mit deutlich mehr Optimismus in die Zukunft als im Vorjahr. Die Aussichten für das Auslandsgeschäft hellten sich noch einmal deutlich auf, heißt es im Handelsreport Der exportorientierte Großhandel profi- Rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus von rund fünf Prozent: Anton Börner, Präsident des BGA Druck deine Idee. Schnell. Gut. Günstig. 250 Plakate DIN A1, 135g glänzend 122,00 * Sie haben auch eine Idee? Flyer DIN A6, 250g, 4/4-farbig 29,52 * Visitenkarten, 300g matt 39,27 * Briefbögen DIN A4, 90g, 4/0 farbig 38,56 * u.v.m. unter *inklusive MwSt. und Versand DIE Online-Druckerei Schnell. Gut. Günstig. DIE Online-Druckerei TITEL FOTOS: PA/DPA, PRIVAT Optimistisch: Christian Kärgel, Geschäftsführer des AGD tiere von der verbesserten Wirtschaftsentwicklung in nahezu allen Teilen der Welt. Auch der Berliner Großhandel hat nach beträchtlichem Wachstum im Jahr 2008 (nominal plus 15,8 Prozent, real plus 6,3 Prozent) vergangenes Jahr ein deutliches Umsatzminus verkraften müssen. Die nominalen Umsätze im Berliner Großhandel (einschließlich Handelsvermittlung) gingen nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Vorjahr um 15,8 Prozent zurück. Real, also unter Berücksichtigung von Preisänderungen, wurde ein fehlender Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 9,1 Prozent ermittelt. Wie das Statistikamt Berlin-Brandenburg mitteilte, mussten fast alle Bereiche des hauptstädtischen Großhandels im Vorjahr Umsatzrückgänge hinnehmen. In besonderem Maße war der Großhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren betroffen. Hier blieben die nominalen Umsätze um 28,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Für Großhändler mit sonstigen Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör fielen die nominalen Umsätze um 19,0 Prozent geringer aus als noch ein Jahr zuvor. Beliebter Ausbildungsberuf Die Zahl der Beschäftigten im Berliner Großhandel ging im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 1,2 Prozent zurück. Insbesondere war die Teilzeitarbeit rückläufig (minus 5,1 Prozent), aber auch die Zahl der Vollbeschäftigten (minus 0,3 Prozent). Zwar sank die Zahl der Auszubildenden im Berliner Großhandel nach IHK- Angaben erstmals nach vierjährigem Wachstum 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 37 auf 780. Das hat aber nichts an der Beliebtheit geändert. Die Ausbildung zum Großhandelskaufmann zählte schon immer abgesehen vom Jahr 2007 zu den Top Ten der beliebtesten kaufmännischen Berufe. Allerdings Es gibt viele Methoden, sich Gewissheit über Kunden zu verschaffen. Eine der sichersten hat Es gibt viele Methoden, sich neue Perspektiven zu einen Namen: Creditreform. verschaffen. Eine der sichersten hat einen Namen: Sichere Geschäfte und unternehmerischer Erfolg basieren auf der Bonität Ihrer Kunden. Creditreform. Diese selbst zu überprüfen kostet Zeit und Nerven. Nutzen Sie deshalb die Wirtschaftsinformationen von Creditreform: Umfassend recherchiert, kompetent analysiert, zuverlässig bewertet. Und leicht verständlich und übersichtlich aufbereitet. Gewissheit aus einer Hand. Sprechen Sie mit uns. Creditreform Berlin Wolfram KG Tel TITEL INTERVIEW Als Großhändler muss man heute zum Kunden gehen Gehören Bio-Märkte auch zu Ihren Abnehmern? Das ist ein in sich geschlossenes Vertriebssystem mit eigenen Warenströmen. Bio ist nur ein Nebensegment im Fruchthof. Es hat hier einmal einen Bio-Händler gegeben. Nach drei Monaten hat er jedoch seine Geschäftstätigkeit wegen zu geringer Nachfrage eingestellt. Dieter Krauß, Mitglied im IHK-Handelsausschuss, kennt den Fruchthof seit Jahrzehnten. Wie sich das Geschäft im Berliner Großmarkt verändert hat, zeigt auch ein Gemälde aus den sechziger Jahren im Büro der Verwaltungsgenossenschaft Trotzdem, die Kunden werden anspruchsvoller. Spielt der Service-Aspekt eine größere Rolle? Früher haben die Firmen hier morgens die Gitter hochgeschoben und gewartet, bis Kunden kamen. Dieses Geschäftsmodell hat keine Perspektive. Heute muss man zum Kunden gehen, ihm Service und Benefit bieten. Unsere Firmen haben ein Liefergebiet, das bis zur Ostseeküste und nach Sachsen reicht. Dieter Krauß arbeitet seit 1977 auf dem Fruchthof Berlin. Vater Erich hatte dort eine Großhandelsfirma. Krauß, Jahrgang 1955, ist gelernter Bankkaufmann und seit 1995 Vorstand der Verwaltungsgenossenschaft. Seine Branche sieht Krauß im Umbruch: Gefragt seien heute umfassende Dienstleister. Berliner Wirtschaft: Herr Krauß, der Großhandel schaut insgesamt wieder optimistischer in die Zukunft. Teilen Sie diese Einschätzung? Dieter Krauß: Der Lebensmittelhandel in Deutschland befindet sich in einer schwierigen Situation. Es herrscht ein sehr niedriges Preisniveau sowohl im Groß- wie im Einzelhandel. Nach mehreren Preisrunden, die immer nur nach unten gezeigt haben, sind die Margen sehr gering. Dazu kommt, dass trotz der niedrigen Preise der Verzehr von Obst und Gemüse rückläufig ist. Ernährung steht in Deutschland nicht so sehr im Fokus der Verbraucher. Welche Rolle spielen Direktimporte? Bereiten sie den Großhändlern hier Sorgen? Der organisierte Lebensmitteleinzelhandel bezieht die meisten Artikel an frischem Obst und Gemüse direkt aus den Ursprungsländern. Auf den Großmärkten werden nur noch einzelne Partien zugekauft. Diese Entwicklung hatte auf unserem Großmarkt einen deutlichen Strukturwandel zur Folge. Es reicht heutzutage nicht mehr aus, morgens die Gitter des Verkaufsstandes zu öffnen und auf die Kunden zu warten. Viele Großhandelsunternehmen haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren zu einem Dienstleister mit ausgefeilter Logistik entwickelt. Bedeutende Firmen der Vergangenheit, die diesen Prozess nicht vollzogen haben, sind vom Markt verschwunden. Welches sind heute Ihre Abnehmer? Der Fach-Einzelhandel, Wochenmärkte sowie der Bereich Hotellerie und Gastronomie, vom Restaurant bis hin zur Großküche. Insgesamt haben wir etwa 2500 registrierte Kunden. Wo holt denn zum Beispiel das Adlon seine Kartoffeln und Zwiebeln? Hier auf dem Großmarkt. Die Hotellerie und Spitzengastronomie in Berlin und dem Umland wird zum Großteil von Unternehmen des Berliner Fruchthofs beliefert wurde die Halle des Fruchthofs mit zweistelligem Millionenaufwand modernisiert. Hat sich dieser Kraftakt für die Genossenschaft gelohnt? Das Geld kam zu einem großen Teil vom Eigentümer, der Berliner Großmarkt GmbH etwa 15 Mio. Euro. Wir als Genossenschaft haben noch einmal fünf Mio. Euro investiert, vor allem in den Bau von Kühlhäusern und einer zentralen Kälteanlage. Wir haben im Zuge der Sanierung einen neuen Mietvertrag über 20 Jahre abgeschlossen, mit der Option, zwei mal um zehn Jahre zu verlängern. Wenn also nichts Außergewöhnliches passiert, arbeiten wir die nächsten 40 Jahre hier weiter. Unter den baulichen Rahmenbedingungen von 1965 wäre das ohne die 2007/2008 durchgeführten umfassenden Umbau- und FOTO: DE WEERT 18 I Berliner Wirtschaft 05-10 TITEL und ihm Service und Benefit bieten Modernisierungsmaßnahmen nicht mehr möglich gewesen. Kaum hatten Sie das Geld verbaut, kam die Finanz- und Wirtschaftskrise. Haben Ihre Genossenschafter dadurch jetzt Probleme? Wir hatten einfach Glück, dass alle Vereinbarungen auch über die teilweise nötige Fremdfinanzierung noch vorher getroffen worden sind. Wenn wir heute mit solchen Plänen zur Bank gehen würden, wäre es vermutlich viel schwieriger. Gerade, weil wir als Mieter keinen Grund und Boden als Sicherheit bieten können. Bereitet Ihnen die Infrastruktur Berlins mitunter Kopfzerbrechen? Welche Verkehrsträger außer der Straße sind für Sie überhaupt von Bedeutung? Keine. Im Zuge der Modernisierung des Fruchthofes vor drei Jahren wurden auch die letzten Schienenanbindungen gekappt. Früher kamen weniger leicht verderbliche Waren, wie Zwiebeln oder Kartoffeln, auch mal mit der Bahn. Für die auf dem Fruchthof gehandelten frischen und leicht verderblichen Produkte steht ein schneller Transportweg im Vordergrund. Ein Lkw fährt zielgerichtet direkt von Punkt A nach B. Dies ist mit einem Waggon als Teil eines Zuges nicht möglich. Welche Rolle spielt der Flughafen Tegel, und was bedeutet der Wechsel des Airports nach Schönefeld für Ihren Standort? Tegel ist von nachgeordneter Bedeutung. Was per Flugzeug nach Deutschland kommt, geht schwerpunktmäßig über Frankfurt und dann mit dem Lkw weiter. Die Modernisierung war auch eine grundsätzliche Entscheidung für den Standort. Vor dem Umbau gab es intensive Verhandlungen mit dem Eigentümer, der Berliner Großmarkt GmbH, über einen neuen Mietvertrag. Wir sind der Meinung, dass wir hier mit unseren verkehrstechnischen Anbindungen inmitten der Stadt perfekt positioniert sind. Im Berliner Stadtgebiet gibt es ohnehin keine Alternativen schon allein wegen der Lärmschutzauflagen. Unsere Großhandelsunternehmen sind schließlich fast rund um die Uhr aktiv. Einzig Sonntagvormittag ruht der Betrieb weitgehend. Essen Sie eigentlich selber noch gerne Obst? Ja, mehrmals jeden Tag. Interview: O. de Weert/F. Käßner the place to be. Berlin ist Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten Berlin ist stets offen für Neues. Ob kulturell oder wirtschaftlich hier werden aus guten Ideen Erfolgsmodelle. GO! EXPRESS & LOGISTICS ist ein Beispiel für das Potenzial der Stadt. In drei Jahrzehnten entwickelte sich das Unternehmen vom westberliner Kurierdienst zum weltweit tätigen Logistikdienst leister. Heute ist GO! exklusiver Partner der Hauptstadtkampagne be Berlin. Mehr Informationen unter: sei welt, sei weit, sei berlin. Der neue Blumengroßmarkt an der Beusselstraße steht kurz vor dem Start. Ein Großteil der Händler, die bisher in den Gebäuden an der Kreuzberger Friedrichstraße ansässig gewesen sind, zieht in die neuen Hallen um. Mitte März hatten die Händler zusammen mit der Berliner Großmarkt GmbH und 1800 geladenen Gästen Richtfest für den Neubau gefeiert. Für den 16. Mai ist nun die feierliche Eröffnung an der Beusselstraße geplant. Elf Mio. Euro sind in den Bau des neuen Blumengroßmarkts geflossen, insgesamt qm Verkaufsfläche gibt es. Auf 5700 qm präsentieren sich künftig regionale Fachgärtnermärkte und Baumschulen. Die Schnittblumenhändler bieten ihre Ware auf 4600 qm an, der Floristikbedarf hat eine Fläche von 1800 qm. Herzstück des neuen Marktes ist die Kunden-Ladehalle mit Parkplätzen in einem klimatisierten Bereich. In Umzugsstimmung: Die Blumen- Großhändler an der Friedrichstraße klagen viele Unternehmen darüber, dass die Zahl der Bewerber zurückgegangen ist. Außerdem würden immer mehr Jugendliche die sozialen und fachlichen Voraussetzungen nicht mitbringen, eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann aufzunehmen. Wandel zum Dienstleister Die Umsatzeinbußen des Berliner Großhandels 2009 fallen umso mehr ins Gewicht, als dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der Hauptstadt nach Angaben des regionalen Statistikamtes im vergangenen Jahr weniger von der Rezession betroffen war als in anderen Bundesländern. In Berlin fiel nach ersten vorläufigen Ergebnissen für 2009 der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) preisbereinigt mit 0,7 Prozent von allen Bundesländern am geringsten aus. Bewertet zu jeweiligen Preisen lag das BIP in Berlin als einzigem Bundesland mit 1,7 Prozent sogar über dem Wert des Vorjahres. Dagegen wurde für Deutschland ein Rückgang des BIP um 3,5 Prozent bzw. preisbereinigt von 5,0 Prozent ausgewiesen. Der Großhandel steht nach Einschätzung des BGA insgesamt vor großen Herausforderungen. Dazu zählen gegenwärtig zunehmender Wettbewerb, neue Innovationen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der fortschreitende Strukturwandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft. Der BGA zeigt sich davon überz
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