Bildungszentrum Preetz. 4. Brandenburger Pflegefachtag Einführungsvortrag: Status der Pflege im Ausland. Seite: 1

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4. Brandenburger Pflegefachtag Einführungsvortrag: Status der Pflege im Ausland Seite: 1 Im Jahr 2015 arbeiteten nach Schätzungen der WHO weltweit 43 Millionen Fachkräfte im Gesundheitswesen, davon 9,8
4. Brandenburger Pflegefachtag Einführungsvortrag: Status der Pflege im Ausland Seite: 1 Im Jahr 2015 arbeiteten nach Schätzungen der WHO weltweit 43 Millionen Fachkräfte im Gesundheitswesen, davon 9,8 Millionen Ärzte und 20,7 Millionen Pflegefachkräfte/Hebammen. Davon waren 7,3 Millionen Krankenschwestern/Hebammen in Europa tätig. In Deutschland arbeiteten im Jahr 2015 ca. 2,8 Millionen Menschen im Gesundheitswesen, davon Pflegefachkräfte/Hebammen und Rettungssanitäter, zzgl Altenpfleger*innen. Seite: 2 In Statistiken der WHO und EU sind Pflegefachkräfte: Nurses (Krankenschwestern) oder Midwives (Hebammen) Nur Deutschland fasst unter Pflegefachkräften sowohl Gesundheits-und Krankenpfleger*innen, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*innen als auch Altenpfleger*innen zusammen. Eine gesonderte Altenpflegeausbildung auf dem Qualifikationsniveau der Nurse ist in Europa unbekannt. WHO: Weltgesundheitsorganisation; EU: Europäische Union) Seite: 3 Bildungsweg: Pflegefachkraft/Nurse in Europa Bildungszentrum Preetz i.d.r. werden 12 Jahre Schulbildung vorausgesetzt akademisches Studium (Bachelor/Master), generalistisch angelegt Ausnahmen Luxemburg: Abschluss der Klasse 11, Dauer der Ausbildung 4 Jahre (Infirmier responsable de soins généreux) Niederlande: modularer Zugang zur Ausbildung an Berufsfachschulen oder an Universitäten, Dauer der Ausbildung 3-4 Jahre (Verpleegkundige) Deutschland: Abschluss der Klasse 10, Berufsfachschulen, drei unterschiedliche Berufsabschlüsse (AP, GKP, KiGKP), Ausbildungsdauer 3 Jahre Seite: 4 Bildungsweg: Pflegefachkraft/Nurse in der Langzeitpflege Generalistisch geprägter Studienabschluss plus anschließende Spezialisierungen für die Altenpflege als Masterstudiengänge in SE und PL als thematische Weiterbildungsmöglichkeiten zur Altenpflege in den meisten europäischen Ländern (vgl. (Alten-)Pflegeausbildungen in Europa, 2014) Seite: 5 Bildungsweg: Pflegefachkräfte/Nurses in der Langzeitpflege Studienergebnisse: Die Studiengänge bereiten unzureichend auf die Arbeit in der Langzeitpflege vor, Beispiele: SE - nur 1,6% der Angestellten im Bereich der Altenpflege verfügen über eine Spezialausbildung in diesem Bereich DK- der Verband der dänischen Krankenschwestern fordert mehr Fachwissen in der Berufsausbildung über chronische Krankheiten und Multimorbidität FR, A, UK - es bestehen deutliche Schwächen in der Vorbereitung der angehenden Pflegefachpersonen auf die Bedarfe chronisch kranker und alter Menschen (vgl. (Alten-)Pflegeausbildungen in Europa, 2014) Seite: 6 Status: Aufgaben und Verantwortungsbereiche der Pflegefachkräfte/Nurses in Europa Pflegefachkräfte/Nurses arbeiten steuern den Pflegeprozess und führen koordinierende, beratende, behandlungspflegerische oder medizinische Maßnahmen durch in der Langzeitpflege übernehmen sie koordinierende und leitende Tätigkeiten körpernahe Tätigkeiten (Körperpflege, Essen anreichen, Positionieren, Toilettengänge etc.) gehören i.d.r. nicht zum Aufgabengebiet Seite: 7 Seite: 8 Seite: 9 Fazit: Bildungszentrum Preetz Seite: 10 Mobilität: Pflege(fach-)kräfte in Europa Pflegefachkräfte im Sinne von Nurses (Deutschland GKP) können europaweit arbeiten (geregeltes Anerkennungsverfahren, EU-Richtlinie 2005/36/EG) Altenpfleger*innen werden europaweit als Assistenzkräfte eingestuft Übrigens: Das Fachwissen von Altenpfleger*innen wird in den Nachbarländern Deutschlands als sehr hoch eingestuft, sie werden gerne im Bereich der Langzeitpflege eingestellt und ggf. in den landestypischen Verfahren nachqualifiziert Seite: 11 Arbeitsangebote nach 3-wöchigen Praxiseinsätzen an deutsche AP-Schüler*innen: Bildungszentrum Preetz Seite: 12 Bildungsweg und Verantwortungsbereiche: Pflegekräfte/Carer in Europa Ausbildungen/Qualifizierungen: von Land zu Land unterschiedlich, von dreimonatigen Kursen bis hin zu dreijährigen Ausbildungen Pflegekräfte/Carer arbeiten im Bereich Langzeitpflege (long term care) oder im Bereich social health care Aufgabengebiet: körpernahe Tätigkeiten, hauswirtschaftliche Tätigkeiten und Betreuung in einigen Ländern auch ausgewählte Aufgaben (z.b. Verbandwechsel, Med.gabe) mehrjährig angelegte Ausbildungsgänge in England, Polen, Schweden oder Dänemark Seite: 13 Ausbildungswege in der Langzeitpflege in England Seite: 14 Bildungsweg : Pflegekräfte/Carer in England Berufsqualifikation nach QCF (Qualifications and Credit Framework), nationaler Standard als Training on the job oder an Berufsfachschulen Level 2 Diploma, Health and Social Care, Basisqualifikation für die Altenhilfe Level 3 Diploma, Health and Social Care Level 4, Diploma, Health and Social care, Aufbauqualifikation (Anleitung, Leitung) Level 5 Diploma, Leadership for Health and Social Care and Children s and young people s Services (England) Seite: 15 Auf dieser Seite sind alle Qualifikationen einschl. der Unterrichtsinhalte abrufbar https://www.sqa.org.uk/sqa/45285.html (Care/health and social care/level/current) Seite: 16 Ausbildungswege in der Langzeitpflege in Schweden Seite: 17 Bildungsweg : Pflegekräfte/Carer in Schweden Bildungszentrum Preetz Bereich care and service, Berufsabschluss undersköterska, erlernbar auf zwei Wegen a) Berufsfachschule/Secondary School, 3 jährige Ausbildung b) betrieblicher Zugang für bereits in der Altenhilfe Tätige in der Erwachsenenbildung Kompetenzerfassung : 14-tägiges Assessment für un- und angelernte Pflegekräfte, individuelle Schulungsempfehlung, Zusammenstellen einer Klasse, individueller Wochenplan für jeden TN, Abschlussprüfung dadurch individuell (6 Wo oder 18 Mo) 2010: Einführung einer Altenpflegeausbildung gescheitert (Äldreasssistent) Seite: 18 Seite: 19 Ausbildungswege in der Langzeitpflege in Dänemark Seite: 20 Bildungsweg : Pflegekräfte/Carer in Dänemark Ausbildung an der Berufsfachschule Sozial- und Gesundheitshelfer, Ausbildung ein Jahr und zwei Monate Sozial- und Gesundheitsassistent, Ausbildung ein Jahr und acht Monate Aufeinander aufbauende Ausbildungen Besonderheiten: in der Altenhilfe arbeiten ausschließlich ausgebildete Pflegekräfte/Carer unselbständige Bewohner*innen dürfen nur zu zweit versorgt werden intensiver Hilfsmitteleinsatz Seite: 21 Seite: 22 Pflegefachkräftemangel: Ein europäisches Problem in allen Ländern der EU besteht ein Mangel an Pflegefachkräften und Hebammen, mit Ausnahme von Griechenland, Spanien, Lettland, Litauen, Niederlande und Portugal (Cedefop 2016) am 1. Mai 2013 waren in Europa ca Arbeitsstellen im Sektor Pflege und verwandte Berufe nicht besetzt (DBfK, Pflegemanifest) Im September 2017 waren allein in England Stellen in der Pflege nicht besetzt (engl. Presse) Seite: 23 24 Pflegefachkräftemangel, Ursachen laut WHO, Sektion Europa: Migration (v.a. von den östlichen Ländern in die westlichen Länder der EU) Pensionierungen vergleichsweise niedriger Verdienst, meist unter dem nationalen Durchschnittsverdienst der jeweiligen EU-Länder Frauenberuf (90% der nurses and midwives sind weiblich) und damit verbunden eine Unterbezahlung/Unterbewertung des Berufs Berufsaufgabe (http://www.euro.who.int/en/health-topics/health-systems/nursing-and-midwifery/data-and-statistics). Seite: 25 Zwischenbilanz: eine qualifizierte Ausbildung/Studium ist keine Garantie für ausreichenden Nachwuchs selbst bei guten Arbeitsbedingungen kann aufgrund anderer Umstände Pflegefachkräftemangel und Pflegekräftemangel herrschen Die OECD mahnt: Es gibt bislang keine (europäische ) Gesamtstrategie zur Bekämpfung des anstehenden Pflegefachkräftemangels ( Help wanted?, Mai 2011) OECD/Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Seite: 26 Wir befinden uns im Jahr In ganz Europa herrscht Fach- und Pflegekräftemangel In ganz Europa? NEIN. Es gibt Ausnahmen von der Regel! Seite: 27 Mit welcher Strategie reagiert man in Niederösterreich auf den Fach- und Pflegekräftemangel? Seite: 28 Merkmale der Organisation: Heimorganisationsstruktur (Einheitlichkeit via E-Qualin) hoher Personalschlüssel (Fokus: multiprofessionelle Teams) Delegation: mehr Verantwortung unterhalb Fachkraft (geringe FKQ) hoher Stellenwert des Ehrenamtes (Position im Stellenplan) System der Übergangspflege / Rehabilitation integrierte Tagesbetreuung ( Tag-Familien ) innovatives Konzept der stationären Hospizarbeit 7-Pflegestufen-System Finanzierung via RV; höhere Heimpflegekosten und Pflegesätze Seite: 29 Merkmale der Organisation: Vorhandensein von Heimärzten Zentralisierung der Heimplatzauswahl (Starke Rolle der Kommune) geringer Wettbewerb / kein Pflegemarkt (kaum Privatisierung) Tariftreuegesetz breites betriebl. Gesundheitsmanagement (z.b. Arbeitspsychologe) Lobby-/ Öffentlichkeitsarbeit in der Altenpflege (ARGE) Akademisierung der Ausbildung (Diplom) Stärkung der zweijährigen Ausbildungsgänge Seite: 30 Qualifikationsstruktur in Österreich: Heimhelfer*in Pflegeassistent*in Qualifikation: 3,4 Monate (234 Std. Theorie und 200 Std. Praxis, davon 80 Std. stationäre und 120 Std. ambulante Pflege) Qualifikation: 1 Jahr, Std., davon 800 Std. Theorie und mind. 550 Std. Praxis, Fortbildungspflicht Bruttoeinstiegsgehalt: Euro (Branchenkollektivvertrag) Pflegefachassistent*in Qualifikation: 2 Jahre, Std., davon Std. Theorie und mind Std. Praxis,/ ein Drittel der Ausbildungszeit, Fortbildungspflicht Diplomierte GKP Bruttoeinstiegsgehalt: Euro Studium, Bruttoeinstiegsgehalt: Euro Seite: 31 Altenpflege in Deutschland Dreijährige Ausbildung, hohe Anzahl an spezialisierten Pflegefachkräften Altenpflege in der EU Ausbildungsniveau sehr unterschiedlich, geringe Anzahl an spezialisierten PFK Bildungszentrum Preetz Hohe Anzahl an ungelernten Hilfskräften Hohe Anzahl an ausgebildeten Assistenzkräften, in einigen Ländern arbeiten ausschließlich Pflegekräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung Selten Tariflohn, niedriger Verdienst im Vergleich zur GKP Niedriger Personalschlüssel im Vergleich zur 3 EU Lohnniveau sehr unterschiedlich, Vergleich nur mit einzelnen Ländern möglich Höherer Personalschlüssel im Vergleich zu Deutschland Fachkräftemangel in unterschiedlicher Intensität: Fachkräftemangel Seite: 32 Altenpflege in Deutschland Beliebter Beruf: es haben sich in 2015/16 mehr Schüler*innen für den Bereich Altenpflege als für den Bereich Krankenpflege entschieden Pflegeberufe führen - meist direkt hinter Feuerwehrmännern - das Ranking der vertrauenswürdigsten und aus Sicht der Bevölkerung wichtigsten Berufe in Deutschland an. BMFSFJ: Der Altenpflegeberuf ist (damit) einer der beliebtesten Ausbildungsberufe in 3 Deutschland (Faktenblatt Altenpflege/Krankenpflege, ) Altenpflege in der EU Beliebtheit des Berufs EU-weit nicht vergleichbar Die deutsche Altenpflegeausbildung genießt hohes Ansehen Seite: 33 Irmgard Stremlau Einrichtungsleiterin AWO Bildungszentrum Preetz AWO Schleswig-Holstein gmbh Bildungszentrum Preetz Hinter dem Kirchhof Preetz Seite: 34
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