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:BLWG-Bladl Bayerischer Landesverband für die Wohlfahrt Gehörgeschädigter e.v. Der Joki Fachdienst 04 Taubblindenassistenz 18 Ein Maibau für Rottmoos Vorwort der Geschäftsführung BLWG-Bladl
:BLWG-Bladl Bayerischer Landesverband für die Wohlfahrt Gehörgeschädigter e.v. Der Joki Fachdienst 04 Taubblindenassistenz 18 Ein Maibau für Rottmoos 02 Vorwort der Geschäftsführung BLWG-Bladl Inhalt Vorwort 02 News 03 Joki Fachdienst 04 Männertagsausflug, mal etwas anders! 07 Das waren noch Zeiten Bericht von Herrn Ludwig Bartl 08 Deutsch-Französischer Austausch 10 In Sachen BLWG-Bladl 13 Ein Maibaum für den Betreuungshof Rottmoos 14 entspanntes Lernen Entspannung lernen 16 Taubblindenassistenz in Oberbayern Einführungskurs 18 Neues vom Verein zur Förderung des Betreuungshofes Rottmoos 20 Verband, Pflaster, Feuerlöscher und Co. 22 Neue Rezepte 23 Kurz berichtet 24 Impressum/Termine 24 Vorwort Liebe Kolleginnen und Kollegen, gehen Sie gern in die Arbeit? Hand auf s Herz immer?! Sicherlich ist nicht jeder Tag gleich. Oft holt uns der Alltagsstress, wie ein ungelöstes Problem mit den Kollegen oder Ärger mit dem Vorgesetzten, ein. Dann müssen wir uns eher überwinden in die Arbeit zu gehen. Wenn aber eine Aufgabe gut gelingt, die Betreuten die erhofften Fortschritte machen oder einfach nur ein schönes Lob vom Chef im richtigen Moment kommt, geht die Arbeit leichter von der Hand. Wie entstehen diese beruflichen Tiefdruckzonen oder wovon hängt ein Arbeitstag voller Sonnenschein ab? Wie stark können wir hier selbst Einfluss nehmen und uns einen schönen Tag machen? Erwarten Sie jetzt bitte keine allgemeingültige Antwort von uns. Dafür sind die verschiedenen Arbeitssituationen, aber auch die persönlichen Vorlieben und Prioritäten eines jeden zu unterschiedlich. Unser Ziel ist es, die allgemeinen Rahmenbedingungen für die Arbeit im BLWG positiv zu gestalten. Ihre persönlichen Entfaltungsspielräume sollten dabei möglichst groß und die dafür notwendigen Entscheidungswege kurz und klar sein. Aufgaben und Fragestellungen sollen dort gelöst werden können, wo sie auftreten und nicht drei Etagen höher oder tiefer. Damit dies gelingt, ist von jedem Mitarbeiter ein hohes Maß an Verantwortung und Vertrauen erforderlich. Es ist nämlich gar nicht so einfach, sich einen wirklich schönen Tag zu machen Euer Geschäftsführerteam Elke Mirus Günther Blank BLWG News 03 Eine Vorstellung Jetzt ist er also gekommen, der Augenblick, in welchem ich mich der BLWG-Presse stellen muss, bzw. der BLWG-Öffentlichkeit vorstellen darf. Seit September 2006 bin ich beim BLWG und vor kurzem wurde es ganz lapidar angesprochen, dieses, ich solle mich doch mal im BLWG-BLADL vorstellen. So will ich dies hiermit tun und meine Vorstellung mit meinem Namen beginnen. Dieser lautet Angelika Kellner. Als nächstes seien mein Beruf und mein Aufgabenfeld beim BLWG benannt. Ich bin Psychologin und als psychologischer Fachdienst bin ich für die Jugendwohnheime in der Nymphenburger Str., Haydnstrasse, Frontenhausen und die Ausbildungsstätte für Gärtner in Frontenhausen zuständig. Um meine Vorstellung quantitativ (und auch ein bisschen qualitativ) zu strecken, sei jetzt kurz mein Weg zum BLWG geschildert. Nach meiner Schulzeit absolvierte ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Diese Tätigkeit vermochte mich jedoch nicht zu faszinieren, und so entschloss ich mich, in einem Heim für geistig/körperlich behinderte und psychisch kranke Menschen zu arbeiten. Wiederum machte ich eine Ausbildung, dieses Mal zur Heilerziehungspflegerin. Relativ spät kam dann bei mir der Wunsch zum Psychologie- Studium auf. Für dieses Ziel musste ich zuvor jedoch die Hochschulreife erlangen, was für mich mit gewissen Mühen und erheblichem Zeitaufwand verbunden war. Nach meinen universitären Jahren arbeitete ich im Bezirkskrankenhaus Haar und jetzt, seit September 2006, beim BLWG. Parallel zu meiner Berufstätigkeit bin ich noch mit meiner Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin (mit Tiefenpsychologie und Psychoanalyse als Ausbildungsrichtung) beschäftigt. Da ich die Platzkapazitäten des Blattes nicht sprengen möchte, und mir (davon abgesehen) auch nichts mehr einfällt, möchte ich meine Vorstellung an dieser Stelle beenden, und mich von der BLWG-Öffentlichkeit verabschieden. Angelika Kellner Hallo, ich bin die Neue! Mein Name ist Karin Kneifel, (34Jahre) und seit September 06 arbeite ich im Jugendwohnheim Nymphenburgerstrasse asl Sozialarbeiterin. Bevor ich nach München gekommen bin, habe ich 10 Jahre als Augenoptikerin gearbeitet. Danach studierte ich in Benediktbeuern Sozialpädagogik und Religionspädagogik. Seit einem dreiviertel Jahr lerne ich nun fleißig die Gebärdensprache und es klappt schon ganz gut. Für die Zukunft wünsche ich mir noch viele schöne Erlebnisse mit den Jugendlichen und den Kollegen in der Nymphenburgerstrasse. Karin Kneifel An dieser Stelle könnte IHR Bericht stehen!!! 04 Joki Fachdienst Marianne Langewald Heilpädagogin Fachdienst Stephanie Kirchhof Schwerhörigenpädagogin M.A. Fachdienst Heilpädagogischer Leitung Fachdienst Sprachtherapeutischer Psychologischer Fachdienst Monika Ebert Diplompsychologin, approbierte Psychologische Psychotherapeutin Dr. Angelika Bien Diplomsprachheilpädagogin Trudi Schalkhaußer Diplompsychologin, approbierte Psychologische Psychotherapeutin 1. Alles unter einem Dach Der Fachdienst von Johanneskirchen stellt sich vor: Sie kennen doch alle die Tagesstätte und das Schülerwohnheim in Johanneskirchen. Aber kennen Sie auch uns, den Fachdienst? Für diese beiden Einrichtungen stehen wir als fünfköpfiges Team zur Verfügung. Das Besondere an uns ist die gruppenübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen Fachkräften auf dem Gelände. Das Wissen aus den unterschiedlichen beruflichen Qualifikationen ermöglicht uns einen umfassenden Blick auf die Kinder und Jugendlichen. Wir legen Wert darauf, dass wir nicht nur die einzelnen Therapiekinder, sondern auch die Gesamtgruppe und die Gruppenprozesse kennen lernen. Dazu gehört, dass wir mit allen Fachkräften auf dem Gelände (GruppenpädagogInnen / LehrerInnen / andere TherapeutInnen) in regelmäßigem Kontakt stehen. Durch eine solche Vernetzung entsteht eine neue Qualität unserer Arbeit. Joki Fachdienst 05 Der dadurch geschärfte differenzierte Blick auf die Kinder/Jugendlichen ermöglicht eine optimale, aktuelle und zielgenauere Förderung. Es profitieren alle davon. 2. Wo finde ich den Fachdienst? Sie finden uns im Verwaltungsgebäude in der Musenbergstraße 32. Dort im 1. Stock hat jeder Fachdienst seinen eigenen Raum, und zusätzlich gibt es ein gemeinsames Therapiezimmer. 3. Was macht der Fachdienst denn eigentlich? Wir ergänzen die Arbeit der GruppenpädagogInnen. Dabei orientieren wir uns an den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Die Schwerpunkte unserer Arbeit sind: Beratung, Diagnostik und Therapie. Unser Alltag gestaltet sich normalerweise so: Am Vormittag finden Sie die Sprachtherapeutinnen und Heilpädagoginnen meist an ihrem Schreibtisch, wo sie Therapien planen, vorbereiten, Berichte schreiben und Gespräche führen. Währenddessen sitzen die Psychologinnen mit den GruppenpädagogInnen in den Fallbesprechungen. Hier werden Entwicklungsverlauf und Förderbedarf der einzelnen Kinder und Jugendlichen reflektiert, sowie pädagogische Ziele formuliert. Bei Bedarf kommen die anderen Fachdienste zur Beratung hinzu. Nach der Schulzeit beginnen bei allen Fachdiensten die Therapien. Diese finden entweder einzeln oder in Kleingruppen statt. Basis für die Therapieplanung ist eine extern vorliegende oder hausinterne vorhergehende Diagnostik, die aus Beobachtung und speziellen Testverfahren besteht. 4. Wer darf da hin? Prinzipiell besteht für jedes Kind/ Jugendlichen von 4 bis 18 Jahren aus Tagesstätte und Heim die Möglichkeit, neben der heilpädagogischen Förderung in der Gruppe zusätzliche therapeutische Unterstützung durch den Fachdienst zu erhalten. Manche Kinder benötigen den geschützten Rahmen einer Therapie, um ihre individuellen Probleme wie z.b. Selbstwertproblematik aufgrund gravierender Lese- Rechtschreibstörung sowie Identitätskrisen im Zusammenhang mit Akzeptanz der Behinderung oder schwerwiegende Beeinträchtigungen im Lern- und Arbeitsverhalten bewältigen zu können. Die Vergabe der begehrten Therapieplätze erfolgt durch intensiven Austausch mit den Gruppenpädagoginnen und den Leitungen. 5. Was passiert in einer Therapie? a) Sie wollen den nächsten Nobelpreis für Literatur? Unsere Sprachwerkstatt Bien & Kirchhof hat bestimmt etwas für Sie. Angefangen von Hör- und Lautübungen bis hin zur fundierten Quali-Vorbereitung ist alles im Programm. Literarische Texte für jedes Niveau vorhanden. Metawissen über die deutsche Grammatik inbegriffen. Probleme mit der neuen deutschen Rechtschreibung? Sie sind nicht alleine. Eine Garantie für den Nobelpreis übernehmen wir zwar nicht, aber an Ihrer Dankesrede feilen wir gerne. Bis dahin üben Sie schon einmal: Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen. 06 Joki Fachdienst Das Wissen aus den unterschiedlichen beruflichen Qualifikationen ermöglicht uns einen umfassenden Blick auf die Kinder und Jugendlichen. b) Sie wollen an der Olympiade teilnehmen und brauchen eine ganzheitlichen Förderung? Wir empfehlen Frau Langewald vom heilpädagogischen Fachdienst. Sie fördert Ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten. Angst vor dem Kopfrechnen? Tägliches Gehirnjogging hilft auch Ihnen, Distanzen, Räume und Mengen sicher zu erfassen. Eigene Größe wächst durch Erfolg, sowie Erreichen der Ziele. Geschicklichkeit, Kraftzuwachs, Ausdauer und planvolles Handeln werden in gruppendynamischen Prozessen trainiert. Trainingsorte: Turnhalle, Rhythmikraum, Lernstudio. Das Ganze absolut dopingfrei, dabei sein ist alles. c) Sie wollen Ihre Seele baumeln lassen? Besuchen Sie unsere Psychologenpraxis Ebert & Schalkhaußer. Auf die Couch müssen Sie leider verzichten. Lustvolles Spielen, kreatives Gestalten, ein offenes Ohr bei absoluter Verschwiegenheit hilft Ihnen, nicht mehr zu schlägern, sondern mit anderen gut auszukommen, Ihr Gefühlsleben ins Gleichgewicht zu bringen, Ihre Meinung selbstbewusst zu äußern und Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Krisensituationen meistern wir mit Ihnen gemeinsam. Das Ganze ohne Pillen. Ganz entspannt im Hier und Jetzt. 6. Machen die sonst noch was? Ja. Und das wäre: interne Fortbildungen für die Kollegen, auf Wunsch auch für Mitarbeiter anderer Einrichtungen des BLWG Weiterhin erstellen wir qualitätssichernde Arbeitsgrundlagen wie Entwicklungs- und Förderpläne sowie Anamnesebögen Teilnahme an Elterngesprächen und Elternberatung Je nach Bedarf Gespräche mit: Lehrern, Jugendamt, Ärzten, Therapeuten und anderen Institutionen. Wir nehmen an den verschiedenen Teamsitzungen teil. Bei Krisen steht der Fachdienst den GruppenpädagogInnen, Kindern/Jugendlichen und Eltern zur Seite. Unser Motto: Alle ziehen an einem Strang Fachdienst HPT und HPH Joki JWH Haydn 07 Männertagsausflug, mal etwas anders! Es ist Christi Himmelfahrt (viele sagen auch Vater- oder Männertag dazu) im JWH Haydn. Keine Schule, keine Arbeit, das Jugendwohnheim geöffnet: was kann man tun an so einem Tag?! Wie wäre es mal mit Klettern in einer Kletterhalle, dachten sich die Mitarbeiter und ein paar interessierte Bewohner. Eine geeignete Halle war schnell gefunden und drei professionelle Anleiter engagiert. Es wurde dann doch kein reiner Männertagsausflug, denn es gab auch eine mutige junge Frau die sich unter die 9 jungen Männern wagte. Mit der S-Bahn ging es nach Heimstetten. Dort wurden wir bereits von den Kletterlehrern Astrid, Sven und Martin erwartet. Der erste Blick ging erst mal hoch zu den Wänden, und einigen rutschte das Herz in die Hose. Die meisten Bewohner waren noch nie geklettert und viele bekamen ein mulmiges Gefühl. Doch zuerst brauchten alle eine Ausrüstung, d.h. ein paar Kletterschuhe und einen Klettergurt. Dabei brachten wir dann die drei Kletterprofis ordentlich ins Schwitzen: Viele Bewohner sind nämlich,,auf großem Fuß unterwegs. Fast jeder hat Schuhgrößen jenseits der 45!! Darauf war man nicht vorbereitet. Es waren nicht genügend große Schuhe da. Also mussten wir zwischendurch einfach die Schuhe tauschen. Dann erklärten uns die Lehrer, welche Kommandos beim Klettern wichtig sind. Hörende Kletterer verständigen sich durch lautes Rufen der Befehle, was für Gehörlose ja nicht möglich ist. Gemeinsam einigten wir uns auf zwei Kommandos in Gebärdensprache, um sich an der Kletterwand zu verständigen. So, nun konnte es endlich losgehen. Nach den ersten Kletterversuchen merkten einige von uns, dass es einfacher aussieht als es ist. Man braucht ganz schön Kraft und das mit der Körperspannung ist auch nicht so einfach. Aber so langsam wurden wir warm, und mit den aufmunternden Worten der Anleiter und Kletterkollegen wagten sich einige immer höher und höher und bis ganz hoch. Immerhin sind manche Kletterrouten fast 20m lang! Nach zwei Stunden Kletterei an Wänden mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, Touren an Überhängen,,bouldern (klettern in Absprunghöhe ohne Seil) waren wir alle fix und fertig und total stolz, dass wir uns getraut haben. Zufrieden, müde und hungrig machten wir uns auf den Heimweg und freuten uns auf selbstgebackenen Kuchen im Wohnheim, den wir uns alle wirklich verdient hatten. Anja Jausch, Erzieherin Martina Aigner, Sozialpädagogin beide Arbeiten im Jugendwohnheim 08 Damals in Rottmoos Das waren noch Zeiten: Ein Bericht von Herrn Ludwig Bartl, Ehrenvorsitzender des BLWG e.v., vormals Direktor des BBW München, 1. Vorsitzender des BLWG e.v. Geschäftsführer des BLWG e.v., Leiter des Jugendwohnheimes Haydn (und ab und zu Hausmeister) Doch es sollte ganz anders kommen so endete mein Rottmoos bericht in der Ausgabe 01/2007 des BLWG-Bladl. Heimgekommen von einer romantischen Mosel- und Rheinfahrt wir waren noch am Auspacken da holte man mich dringend in die Haydnstraße. Herr Engelmann (damals 1. Vorsitzender des heutigen BLWG e.v. Anmerkung der Redaktion) empfing mich schon an der Bürotüre: Stellen Sie sich vor, Herr Knobloch, der Leiter von Rottmoos, ist heute verstorben. Er ist einem Schlaganfall erlegen. Mir schwante schon, was jetzt kommen würde! Bitte gehen Sie nach Rottmoos und betreuen Sie die Rottmooser. Ich konnte nur sagen: Ich muss das erst noch mit meiner Frau besprechen, am Abend komme ich mit meiner Frau vorbei, dann bekommen Sie meine Antwort. Zu Hause angekommen beriet ich mit meiner Frau. Was sollte uns daran hindern, nach Rottmoos zu gehen? Wir hatten noch keine Kinder, der Winter stand vor der Tür und in Rottmoos ist die Wohnung bestimmt wärmer als unsere Wohnung im alten Gärtnerhaus. Wir gehen nach Rottmoos, so begrüßten wir Herrn Engelmann. Vor Freude nahm er uns gleich mit ins Lindwurmstüberl (Anmerkung der Redaktion: Das Lindwurmstüberl ist eine alteingesessene Wirtschaft, nur wenige 100 m von der Haydnstraße entfernt). Zum Einstand kaufte er uns gleich ein Brathendl. Auch einen VW- Käfer wollte er kaufen. Mit dem sollte ich dann täglich nach München fahren. Ich konnte noch gar nicht Autofahren und sah mich schon auf vereister Straße an einem Baum hängen. Ich hatte auch das Gefühl, ich sollte für immer in Rottmoos bleiben. Diese Idee erschien mir und meiner Frau nicht ganz erstrebenswert. So einigten wir uns darauf, dass ich täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Haydnstraße fuhr. Mit einem Koffer, mehr gab unser Hausstand nach einjähriger Ehe noch nicht her, fuhren wir am nächsten Tag nach Rottmoos. Dort angekommen, konnten wir gleich mit der Arbeit beginnen. Der Tagesablauf war uns von der 14tägigen Aushilfe im August ja bekannt. Aber damals hatte ein Unwetter das Dach weggerissen und entsprechende Wasserschäden waren Damals in Rottmoos 09 Mir und noch mehreren anderen Fahrgästen blieb nur noch ein Platz auf der offenen Plattform; da wurde man so richtig winterhart! die Folge. Wie waren meine Frau und ich damals froh, dass unsere Aushilfe zu Ende war, und wir die beschädigten Räume hinter uns lassen konnten! Jetzt kamen die Maler zum Renovieren. Die Ferien waren vorbei. Ich musste täglich nach München. Die Schuhmacher und Schneider waren zu unterrichten. Dazu war ich im zweiten Lehrjahr als Altlehrling bei den Herrenschneidern. Um 8 Uhr begann mein Unterricht, und um 17 Uhr ging ich aus der Schneiderwerkstatt. Schnell aufs Fahrrad und ab zum Ostbahnhof. Dort das Radl in den Radlständer. Dafür hatte ich eine Monatskarte. Um Uhr ging der Zug nach Wasserburg. Dieser war stets überfüllt. Mir und noch mehreren anderen Fahrgästen blieb nur noch ein Platz auf der offenen Plattform; da wurde man so richtig winterhart! In Ebersberg konnte man dann in das Wageninnere. Ankunft Wasserburg Bahnhof, über Einöd Krois nach Rottmoos. Abendessen mit meiner Frau, Ratschen, was war los untertags, ein wenig Duschen und am nächsten Tag die ganze Prozedur in umgekehrter Reihenfolge lediglich mit dem Unterschied, dass ich ab Wasserburg Bahnhof einen Sitzplatz im Zug hatte. Meine Frau hatte in Rottmoos auch einen ausgefüllten Tag: Die Maler aus Gabersee waren am Werkeln. Täglich mussten umfangreiche Putzarbeiten erledigt werden. Deshalb wurde ein Putzkommando aus den Heiminsassen rekrutiert. Aber nicht umsonst waren sie in Rottmoos. So mancher hat das, was er mit den Händen hinstellte, mit dem Hintern wieder umgestoßen. Auf bayrisch klingt dieser Spruch etwas deftiger! Zur Illustration: Es war fast Feierabend, der Raum war schon geputzt. Nur noch der Vorhang sollte aufgehängt und die Leiste abgewischt werden. Konrad, hilfsbereit wie alle, holte einen Eimer Wasser voll bis zum Rand. Hinauf auf die Leiter, Leiste wischen, Vorhang einhängen. Der Rückweg endete in einem Desaster: Konrad stieg mit einem Fuß in den Eimer. Dieser fiel um samt Konrad. Das Wasser ergoss sich in den Raum. Tropfnass entstieg Konrad lachend dem Hochwasser. Eine zirkusreife Nummer! Rückblickend auf die Zeit vor 50 Jahren war es eine schöne Zeit, in die viele lustige Episoden eingestreut waren. Und trotzdem war unser Einsatz in Rottmoos für den BLWG sehr wichtig: Der Verwaltungsleiter des damaligen Bezirkskrankenhauses Gabersee wollte Rottmoos wieder in Tropfnass entstieg Konrad lachend dem Hochwasser. das Krankenhaus eingliedern. Es wurden auch nur 10 Leute, alles Männer, betreut. Mehr sollten es auch nicht werden. Im Mai 1958 übernahm ein Ehepaar, der Mann war ein pensionierter Gehörlosenlehrer, Rottmoos. Aber erst als die Familie Zimmermann die Heimleitung übernahm, bekam das Heim eine positive innere und äußere Struktur. Es genoss im Krankenhaus und in Wasserburg ein hohes Ansehen, und die Rottmooser Männer fühlten sich wohl in der Ära Zimmermann. Jetzt gehört Rottmoos zu den besten und schönsten Vorzeigeobjekten des BLWG. Hätte ich vor 50 Jahren zugestimmt, für immer als Heimleiter in Rottmoos zu bleiben, wäre ich vielleicht noch heute dort als Rentner, der seinen Lebensabend in einem wunderschönen Heim, betreut von liebevollen Menschen, genießen dürfte. Ludwig Bartl 10 Rottmoos International Deutsch-Französischer Austausch zwischen dem Betreuungshof Rottmoos und dem Foyer Clairefontaine in Lyon. Vom 16. bis 21. Mai besuchten uns 7 Bewohner/innen mit zwei Betreuer/ innen aus oben genannter Einrichtung aus Frankreich. Entstanden ist der Kontakt über Frau Eva Schleuppner. Sie bekam von ihrem Direktor den Auftrag, Partnereinrichtungen im europäischen Ausland für ein Austauschprogramm zu suchen. Bei ihrer Suche im Internet stieß sie auf den Betreuungshof Rottmoos, der in etwa mit dem Foyer Clairefontaine vergleichbar ist. Ein Zeitrahmen wurde abgesteckt und ein passendes Quartier ausgesucht. Danach bastelten wir per s miteinander ein Programm zusammen, das aus gemeinsamen Ausflügen, einem Maibaumfest und einem französischem Abend bestand. Franz Turzin, Leiter des Betreuungshofes Rottmoos Ausflug mit französischem Besuch: Am Freitag machten wir einen Ausflug mit unseren Gästen. Am frühen Nachmittag trafen wir uns in Rottmoos und fuhren nach einer kurzen Begrüßung gemeinsam zum Chiemsee. Wir hatten wunderbares Wetter, es war sonnig, aber nicht zu heiß, und wir konnten die Fahrt mit dem Schiff zur Fraueninsel so richtig genießen. Dort angekommen machten wir
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