Dem eigenen Kompetenzerwerb auf der Spur: Was macht mich fit für den digitalen Wandel?

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Dem eigenen Kompetenzerwerb auf der Spur: Was macht mich fit für den digitalen Wandel? Ringvorlesung Digitale Transformation FH Münster 29. November 2017 Prof. Dr. Frank Dellmann Vizepräsident für Bildung
Dem eigenen Kompetenzerwerb auf der Spur: Was macht mich fit für den digitalen Wandel? Ringvorlesung Digitale Transformation FH Münster 29. November 2017 Prof. Dr. Frank Dellmann Vizepräsident für Bildung und Internationales FH Münster Prof. Dr. Thilo Harth Wissenschaftlicher Leiter Wandel bewegt Wandelwerk FH Münster Gliederung 1. Begriffsdefinition, Ausgangspunkte und Herausforderungen 2. Kompetenzprofile in der digitalen Welt 3. Konsequenzen 4. Jetzt sind Sie dran... 2 von 36 Begriffsdefinition, Ausgangspunkte und Herausforderungen 3 von 36 Digitalisierung in Deutschland 4 von 36 Was genau ist eigentlich Digitalisierung? Digitalisierung ist die Transformation von Gesellschaft und Arbeitswelt, resultierend aus informations- und kommunikationstechnischem Fortschritt. Quelle: Kreulich/Dellmann/Schutz/Harth/Zwingmann: Digitalisierung Strategische Entwicklung einer kompetenzorientierten Lehre für die digitale Gesellschaft und Arbeitswelt. UAS7 e. V., Berlin, von 36 Ausgangspunkt 1: Digitaler Wandel in Gesellschaft und Arbeitswelt 6 von 36 Ausgangspunkt 2: Wie lernen Studierende / Arbeitnehmer heute? Quelle: Michael Wesch, A Vision of Students Today, 2007 https://www.youtube.com/watch?v=dgcj46vyr9o 7 von 36 Prof. Dr. Frank Dellmann / Prof. Dr. Thilo Harth - FH Münster Dem eigenen Kompetenzerwerb auf der Spur: Was macht mich fit für den digitalen Wandel? Herausforderung: für Hochschulen und Unternehmen allgemein Gesellschaft und Arbeitswelt transformieren sich unter dem Einfluss der Digitalisierung Technikgetriebene Anpassung führt zu Hase- und- Igel-Wettlauf Stattdessen ist die Kernfrage: Was macht Studierende und Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer fit für den digitalen Wandel? 8 von 36 Herausforderung konkret: Veränderte Eingangs- und Ausgangskompetenzen berücksichtigen Aus Hochschulperspektive: Welche Kompetenzprofile bringen unsere Studierende mit und benötigen unsere Absolventen? Aus Unternehmensperspektive: Welche Kompetenzprofile bringen unsere Berufseinsteiger mit und benötigen unsere Belegschaft? 9 von 36 Kompetenzprofile in der digitalen Welt 10 von 36 Kompetenzen Definition Kompetenzen sind die Fähigkeit, in einem gegeben Kontext verantwortlich und angemessen zu handeln und dabei komplexes Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen zu integrieren. (Van der Blij et al. 2002) 11 von 36 Kompetenzarten nach Orth (1999) Fachkompetenz Erlernen von Fachinhalten zur Lösung/Bearbeitung konkreter Probleme/Aufgabenstellungen Methodenkompetenz Erlernen von methodisch-problemlösenden Arbeitstechniken AbsolventIn Sozialkompetenz Erlernen von Kommunikations- und Kooperationsformen Selbstkompetenz Erlernen des Managements der eigenen Person und eigen-verantwortlichen Verhaltens, 12 von 36 Veränderte Eingangskompetenzen der Studienanfänger und Berufseinsteiger Schriftliche Kommunikationskompetenz Internet Selbstlernkompetenz Bewertung Suchergebnisse Generation Z Entscheidungsvermögen Entschiedene Unentschiedenheit 13 von 36 Ein Beispiel: Kommunikationskompetenz im 21. Jahrhundert Steigende Tendenz zu Sprachnachrichten 14 von 36 Noch ein Beispiel: Selbstlernkompetenz Selbstlernkompetenz ist die Fähigkeit, einen Lernprozess eigenmotiviert und selbstgesteuert zu beginnen, zu organisieren, weiterzuführen und erfolgreich zum Abschluss zu bringen. 1 Gen Y (geb ) und Gen Z (geb ) lernen anders 2 : Recherchen: Suche in Google oder nach passendem Video in YouTube. Suchergebnisse schnell hinsichtlich ihrer Passung durchgesehen, erster Treffer sofort akzeptiert. Interaktiver: Kurze Anfrage im sozialen Netzwerk Nutzung des Wissens ihrer Community Studierende lösen Aufgaben heute eher im Team als alleine und sind gewillt, ihr Wissen und ihre Ideen mit anderen zu teilen Lehrende müssen sich vom Bild ihres eigenen Lernprozesses lösen, um verstehen zu können, wie sich die Lernprozesse der Digital Natives von denen der Digital Immigrants unterscheiden und sie dann entsprechend unterstützen zu können. Quelle: 1 Erpenbeck/Heyse Neef/Theis von 36 Zwei Mythen bei Eingangskompetenzen Mythos Digital Natives Mythos Multitasker These researchers found that while students appear to use a large quantity and variety of technologies for communication, learning, staying connected with their friends and engaging with the world around them, they are using them primarily for personal empowerment and entertainment, but not always digitally literate in using technology to support their learning (Kirschner, de Bruyckere 2017, S. 136). Digital Literacy is an important subject in education for present students, future teachers, and even sitting teachers (ebd., S. 137) There is evidence that constantly switching between tasks may be lead to a person losing the ability to focus on a single task... And that intensive multitasking may impair performance and learning and possible even concentration and thinking (ebd., S. 140) 16 von 36 Fazit: Wandel der Eingangskompetenzen Eingangskompetenzen ändern sich Indem digitale Werkzeuge ubiquitär werden, gehören sie zu den alltäglichen Werkzeugen, die andere Verhaltensweisen (Kommunikation, Kollaboration, Methoden, Wertigkeiten) nach sich ziehen. Veränderte Eingangskompetenzen ja, aber nicht generationsspezifisch Die Förderung digitaler Kompetenz (digital literacy) wird zur ständigen Aufgabe für Berufs- /Studien-Anfänger wie für erfahrene Lerner in Studium und Beruf 17 von 36 Eigener Anspruch der Hochschulen an Ausgangskompetenzen der Studienabsolventen Wissenschaftliche Herangehensweise Systemische, methodisch-kritische und theoriegeleitete Vorgehensweise, Vorläufigkeit der Erkenntnisse Disziplinär und interdisziplinär Handlungen sind disziplinär geprägt, disziplinäre Grenzen und Beziehungen für komplexe Probleme klären AbsolventIn Transformierend und innovativ Bearbeitung und Veränderung neuartiger Situationen und Aufgaben, die auf Wissenschaftlichkeit angewiesen sind, ermöglichen flexible Beschäftigungsfähigkeit Reflexiv explizierbar machen und reflexiv betrachten, was wie mit welcher Werthaltung bearbeitet wird (vgl. Schaper 2012) 18 von 36 Erwartungen der Unternehmen an die Kompetenzen der heutigen Absolventen Bachelor-Absolventen: 1. Teamfähigkeit 2. selbständiges Arbeiten/ Selbstmanagement 3. Analyse- und Entscheidungsfähigkeit 4. Einsatzbereitschaft 5. Kommunikationsfähigkeit Wie verändern sich diese Kompetenzen durch Digitalisierung? Quelle: DIHK (2015): Kompetent und praxisnah Erwartungen der Wirtschaft an Hochschulabsolventen 19 von 36 Änderungen und Verschiebungen der Ausgangskompetenzen durch Digitalisierung Beispiel Teamfähigkeit Zusammenarbeit in virtuellen Teams - Höhere Bedeutung der schriftlichen Kommunikation (punktgenauer und mit höherer Verbindlichkeit) - Formales Projektmanagement hat höheren Wert Ausgleich fehlender persönlicher Nähe 20 von 36 Konsequenzen 21 von 36 Die Erwartungen der Unternehmen und unser eigener Anspruch führen zu drei Strategien 1. Kompetenzorientierung ernst nehmen 2. Wandel der Kompetenzprofile durch Digitalisierung berücksichtigen 3. Curriculum- Entwicklung agil werden lassen vgl. Harth/Dellmann von 36 1. Kompetenzorientierung ernst nehmen Constructive Alignment Learning Outcomes Prüfung Lehr-/Lernprozess Quelle: Biggs & Tang von 36 Auswirkungen der Digitalisierung auf Lernziele Learning Outcomes Neue Lernziele, z. B. Beherrschung neuer Software in Architektur, Gebäudeautomation (Vernetzung von Gewerken) Auswirkungen auf die Curriculumsentwicklung Prüfung Lehr-/Lernprozess 24 von 36 Auswirkungen der Digitalisierung auf Ausprägung der Kompetenzen Learning Outcomes = Bündel Kompetenzen Kompetenzverschiebungen, z. B. Teamfähigkeit, Analysefähigkeit, schriftliche / mündliche Kommunikationskompetenz Auswirkungen auf die Curriculums- und Modulentwicklung Prüfung Lehr-/Lernprozess 25 von 36 Auswirkungen der Digitalisierung auf Lehr- und Lernprozess / Lehrformen / Lernsettings Learning Outcomes geänderte Lehrformen: E-Learning als hochschuldidaktisch sinnvolles Medium, z. B. Inverted Classroom für Selbstlernkompetenz Videos für Digital Natives mehrere Medien für unterschiedliche Lernstrategien Nutzung von Videos zur Reflektion in Lernprozessen Prüfung Lehr-/Lernprozess 26 von 36 Auswirkungen der Digitalisierung auf Prüfungsformen geänderte Prüfungsformen: E-Assessments als hochschul-didaktisch sinnvolles Medium, z. B. Self Assessments zur Erfassung heterogener Vorkenntnisse E-Übungsaufgaben zur formativen Evaluation E-Klausuren Single / Multiple Choice zur Überprüfung Bloom-Niveaustufen Kennen / Verstehen Reflexion des Lernprozesses durch Tracking (Learning Analytics) Learning Outcomes Prüfung Lehr-/Lernprozess 27 von 36 2. Wandel der Kompetenzprofile durch Digitalisierung berücksichtigen Neue Transferkompetenz Aus der virtuellen in die reale Welt Neue Verantwortungskompetenz Das Netz vergisst nichts Neue Verunsicherungsfähigkeit Vermögen, sich immer neu infrage zu stellen und darauf zu antworten (Hartung 2017) Neues Zielverständnis Not create problems - use real world problems, students shall become solutionaries (Weil 2016) Veränderte Kommunikationskompetenz Multitasking - und Fokussierungsfähigkeit Veränderte Perspektivwechselkompetenz Rollenwechsel im digitalen und realen Raum Veränderte Reflexions- und Bewertungskompetenzen Lernprozess in den Blick nehmen (Studierende + Lehrende) Verlagerung Bewusst Grundkompetenzen schulen oder auf neue Kompetenzanforderungen fokussieren? Verlagerung Bewusste Rückkehr in analogen Raum zur Verlangsamung/ Intensivierung des Lernprozesses? Verschleierung Produkt wichtiger als Inhalt? Oberflächlichkeit? 28 von 36 Was sagen unsere Lehrenden? (1/2) Qualitative-explorative Studie 2017 (UAS7-Verbund) - Ausgangskompetenzen Fachkompetenz (79*%) 49 Nennungen Wissen über Tools und Technologien** 42% (36) Wissen über fachliche Inhalte 36% (20) Bedeutsamkeit von Fachwissen / Veränderung im Bereich Fachwissen 15% (11) Sozialkompetenz (70%) 50 Nennungen Verbale Kommunikation 36% (23) Teamarbeit 33% (23) Sozial-emotionale Kompetenz 33% (21) AbsolventIn Methodenkompetenz (79%) 66 Nennungen Anwenden digitaler Technologien 52% (50) Informationen recherchieren und bewerten 36% (21) Programmieren und Technologien entwickeln 36% (15) Systemisches / ganzheitliches Denken 24% (15) Selbstkompetenz (82%) 75 Nennungen (Selbst-)Reflexion 51% (34) Flexibilität und Offenheit 39% (31) Lebenslanges Lernen 36% (25) * 79 % = in 26 von insgesamt 33 Interviews genannt ** unterstrichen sind die Unterkategorien, die in mind. 1/3 der Interviews genannt werden 29 von 36 Was sagen unsere Lehrenden? (2/2) Qualitative-explorative Studie 2017 (UAS7-Verbund) - Ausgangskompetenzen Wissenschaftliche Herangehensweise (45*%) 38 Nennungen Disziplinär und interdisziplinär (39%) 24 Nennungen (Theoretisches) Hintergrundwissen besitzen 21% (17) Informationen recherchieren und bewerten 15% (12) Konsequenzen aus Ergebnissen ableiten 15% (5) AbsolventIn Grenzen von Fachbereichen (an)erkennen 24% (14) Interdisziplinär / interprofessionell arbeiten 21% (16) Verstehen von und Verständnis für andere Professionen 21% (10) Transformierend und innovativ (64%) 53 Nennungen Offenheit für Neues 30% (14) Veränderungsprozesse gestalten 24% (14) Reflexiv (82%) 67 Nennungen Reflexion (der Nutzung) digitaler Technologien** 64% (63) Reflexion der eigenen Person 39% (26) * 45 % = in 15 von insgesamt 33 Interviews genannt ** unterstrichen sind die Unterkategorien, die in mind. 1/3 der Interviews genannt werden 30 von 36 Fokus Reflexion Kommt das nicht bekannt vor? Das Wesen des Denkens besteht im Reflektieren, das heißt im Unterscheiden des Denkens von dem Gedachten. (Wilhelm von Humboldt, 1795/96, S. 97) 31 von 36 Wie erfahren Lehrenden von Veränderungen durch Digitalisierung? Informationsquellen der Lehrenden 42% 36% 27% Quelle: UAS7- Studie (2017) 9% Verbände, Tagungen, Konferenzen Persönliche Kontakte Projekte und Kooperationen Berichte Studierender 32 von 36 3. Curriculum-Entwicklung agil machen (Rieke 2016) Rasanter Wandel in Gesellschaft und Arbeitswelt Mind the gap mit Agiler Curriculum- Entwicklung Neue Curricula eher nach Jahren Studierende untersuchen Kompetenzanforderungen in Betrieben Studierenden werden künftige Anforderungen bewusst und diskutieren diese ProfessorInnen formulieren Aufgaben gemäß dieser künftigen Anforderungen ProfessorInnen implementieren neue Elemente in das Curriculum 33 von 36 Jetzt sind Sie dran von 36 Dem eigenen Kompetenzerwerb auf der Spur: Was macht mich als Studentin/Student fit für den digitalen Wandel? oder Bereitet mich das Studium hinreichend darauf vor? Was macht Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fit für den digitalen Wandel? oder Bereiten Sie die Belegschaft hinreichend darauf vor? Was wünschen Sie sich für die Hochschulaus-/weiter-bildung? oder Wie können wir voneinander für den digitalen Wandel lernen? 35 von 36 Literatur Biggs, J. & Tang, C. (2011). Teaching for Quality Learning at University. What the Student Does. 4th Edition. Maidenhead. DIHK (Hrsg.) (2015): Kompetent und praxisnah Erwartungen der Wirtschaft an Hochschulabsolventen. Ergebnisse einer DIHK Online-Unternehmensbefragung, Berlin. Erpenbeck, J., Heyse, V. (2007): Die Kompetenzbiographie Wege der Kompetenzentwicklung. 2., akt. und überarb. Aufl., Münster: Waxmann. Harth, T./ Dellmann, F. (2017): What should students learn in the digital world?. In: 3rd International Conference on Higher Education Advances, HEAd 17. Valencia: Universitat Politecnica de Valencia 2017, S Hartung, M. J. (2017) Wer braucht Designpädagogen? In: ZEIT 44/2017, S. 1 Kirschner, Paul A. u. Pedro De Bruyckere, The myths of the digital native and the mulktitasker, in: Teaching and Teacher Education 67 (20127), S Kreulich/Dellmann/Schutz/Harth/Zwingmann: Digitalisierung Strategische Entwicklung einer kompetenzorientierten Lehre für die digitale Gesellschaft und Arbeitswelt. UAS7 e. V., Berlin, 2016 Neef, A.; Theis, B. (2011): Digital Natives arbeiten anders. In: HelfRecht Methodik 2/2011, S Orth, H. (1999): Schlüsselqualifikationen an deutschen Hochschulen, Neuwied: Luchterhand. Rieke, Tobias (2016), Agiles Curriculum Wirtschaftsingenieurwesen, Antrag beim Stifterverband für die deutsche Wissenschaft im Programm Curriculum 4.0, https://www.stifterverband.org/curriculum-4-0. Schaper, Niklas (2012), Fachgutachten zur Kompetenzorientierung in Studium und Lehre, ausgearbeitet für die HRK von Niclas Schaper unter Mitwirkung von Oliver Reis und Johannes Wildt sowie Eva Horvath und Elena Bender August Publikationen/fachgutachten_kompetenzorientierung.pdf UAS7-Studie Kompetenzen für die digitale Gesellschaft und Arbeitswelt, qualitative-explorative Interviewstudie (im Erscheinen) Weil, Z. (2016). The World Becomes What We Teach. New York. Wesch, M. (2007), A Vision of Students Today, online: https://www.youtube.com/watch?v=dgcj46vyr9o 36 von 36
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