DER GRENZGÄNGER INFORMATIONEN AUS DEM BÖHMISCHEN ERZGEBIRGE

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DER GRENZGÄNGER INFORMATIONEN AUS DEM BÖHMISCHEN ERZGEBIRGE AUSGABE 6 Februar / März 2011 Liebe Freunde des böhmischen Erzgebirges, da traditionell in den Wintermonaten sehr wenige Veranstaltungen mit
DER GRENZGÄNGER INFORMATIONEN AUS DEM BÖHMISCHEN ERZGEBIRGE AUSGABE 6 Februar / März 2011 Liebe Freunde des böhmischen Erzgebirges, da traditionell in den Wintermonaten sehr wenige Veranstaltungen mit historischem Hintergrund auf dem Kamm stattfinden, werde ich die Monate Februar und März in der Ihnen vorliegenden Ausgabe des Grenzgängers Nr. 6 zusammenfassen. Recht herzlich bedanken möchte ich mich für die vielen guten Wünsche, Anregungen und Beiträge, die mich in den letzten Wochen erreichten. Es freut mich sehr, dass mir einige Leser Informationen zukommen lassen, die auf diesem Wege weiteren Interessenten übermittelt werden können. Dies ist gerade in der jetzigen Zeit wichtig, da viele Straßen auf dem Kamm von tschechischer Seite aus weder geräumt noch gestreut werden und somit meine Beweglichkeit mit dem PKW stark eingeschränkt ist. Mitunter habe ich den Eindruck, dass die verantwortlichen tschechischen Stellen noch immer der Meinung sind, dass auf dem Erzgebirgskamm die Welt zu ende ist. Dabei befindet man sich, dank der offenen Grenze und den vielen PKW-Grenzübergänge im Herzen Europas. Es wäre wünschenswert, wenn auch die Infrastruktur diesem Fakt Rechnung tragen würde. (Dabei meine ich aber keineswegs kammüberquerende Schnellstraßen und Autobahnen!) Aufgrund der wirtschaftlichen und finanziellen Situation Tschechiens wird sich daran vermutlich in absehbarer Zeit aber nichts ändern. Erfreuen wir uns an der Winterzeit, die ebenfalls ihre Reize hat und bewegen uns in der Natur auf Skiern oder Schneeschuhen. Die Tage werden wieder länger, die Sonne gewinnt an Kraft und das nächste Frühjahr kommt bestimmt! All jene von Ihnen, die aus Altersgründen nicht mehr so agil sein können oder fern des Erzgebirges wohnen möchte ich bildlich in das winterliche böhmische Erzgebirge einladen. Ihr / Euer Ulrich Möckel Diese Winteraufnahme von Hirschenstand durch den Neuhammerer Fotografen Rupert Fuchs entstand und aus ähnlicher Perspektive vom 30. Januar 2011. Ganz normale Geschichtsfälschung von Thomas L. Koppe Mit dem Einzug des Internets in den Alltag mehren sich die Homepages mit interessanten Themen und zunehmend wird die Geschichte der böhmischen Orte darin dokumentiert. Leider bleibt dabei die neutrale Dokumentation mitunter auf der Strecke und die Geschichtsdarstellung wird aus Unwissenheit unkorrekt wiedergegeben oder wird bewußt verfälscht. Thomas L. Koppe hat sich die Mühe gemacht, die Seite daraufhin zu analysieren. Dies ist ein wahllos herausgegriffenes Beispiel und mancher von Ihnen wird sich bereits einmal ähnliche Gedanken gemacht haben. Hier seine Analyse: Perštejn Schon in der Überschrift wird durch Unterschlagung des deutschen Namens Pürstein der Anspruch einer Geschichtsschreibung ad absurdum geführt. Ich habe im Anschluss den Originaltext kursiv dargestellt. Wann die Ortschaft genau entstanden ist kennen wir nicht, es ist jedoch sicher, ihre Entstehung hängt knapp mit der Burg Perštejn, nach der die Ortschaft ihren Namen bekam. Erste schriftliche Erwähnung über die Burg kommt aus dem Jahre 1344 her und die Ortschaft voraussetzlich bald darauf entstanden war, denn die Burgherren hatten Interesse für schnelle Ansiedlung unterhalb der Burg. Vom Jahre 1431 haben wir schon Aufzeichnungen über einige, im Gebiet heutigen Potštejns liegenden Bauten. Es handelt sich um eine Kneipe und Mühle, erste bekannte Nachricht über das Dorf kommt jedoch erst vom Jahre 1468 her. Der Text wurde, wie oft üblich, nicht von einem Muttersprachler Korrektur gelesen, sodass ein relativ unverständlicher Text entstand. Der Dorfname erfuhr viele Veränderungen, in der Vergangenheit wurde Perštejn als Purstein aufgeführt, Volksname lautete Peršta, in der deutschen Regionalliteratur war es Luftkurort genannt klimatisches Bad, Sommersitz, oder auch Meran des Erzgebirges. Auch hier ist nicht einmal der auch in der 1. ČS Republik amtliche deutsche Name Pürstein erwähnt. Tschechische Schreibweise Peršta (Perschtaa) verwirrt den Leser zusätzlich. Über die älteste Geschichte von Perštejn wissen wir leider nur sehr wenig, als bei den Katastrophen, die 1639 und 1784 Klášterec Schloss betrafen, waren alle Belege und Denkbücher verloren. Wir sind jedoch dessen sicher, dass zur Zeit, wenn erste Einwohner begannen sich in Perštejn anzusiedeln, Teil hiesigen Bodens den Einwohners naher Dörfer Černýš, Rájov und Ondřejov gehörte. In diesem Gebiet war auch Bergbau und Eisenhüttenwesen verbreitet, erstes Hammerwerk ist schon vom Jahre 1352 bekannt. Alle deutschen Orte werden konsequent ausschließlich mir ihrer heutigen Bezeichnung genannt (Klösterle, Tschirnitz, Reihen, Endersgrün). In der damaligen Zeit waren die hier aufgeführten Bezeichnungen völlig unbekannt. Zu Beginn des 16.Jhs. ist die Burg Perštejn verkommen, was für einige Zeit auch das Leben unterhalb der Burg beschränkt hatte, dieser ungünstiger Zeitraum dauerte jedoch nicht lange. Schon im Jahre 1540 ist im Dorf ein Hammerwerk aufgeführt, 1577 war hier auch ein Hochofen und Perštejn beginnt somit als ein von Eisenwerkszentren Erzgebirges bezeichnet zu werden. Es wurde hier jedoch nicht nur Eisenerz, sonder auch Silber gefördert. Wegen der Gerüchte über hiesige Silbergruben eröffnete eine Gesellschaft 1870 sogar einen halbbestreuten Stollen, in dem wirklich Erz mit Silberinhalt gefunden worden war. Wegen zu hohe, zur Wiederherstellung der Förderung notwendigen Aufwände, waren jedoch die Arbeiten abgestellt. Am Ende des 16. Jhs. vorherrschte im Gebiet Perštejns (auch im Perštejn selbst) Protestantglaube. In Boča, zu dessen Pfarre auch die Einwohner Perštejns gehörten, lebte Protestantpastor, Kryštof von Fictum, Inhaber der Klášterec Herrschaft, zu deren zu jener Zeit auch Perštejn gehörte. Er war auch Protestant und während des Aufstandes der tschechischen Stände war er auch eine deren führenden Persönlichkeiten. Während des Aufstandes ist er gestorben, trotzdem war er nach der Niederlage in der Schlacht am Weissberg zum Verlust Vermögens verurteilt Kryštof Šimon Thun wurde ein neuer Inhaber der Klášterec Herrschafts. Er war Katholiker und er hatte auf seiner Herrschaft starke Rekatholisierung eingeführt. Bočas Pastor sowie dortiger Lehrer hatten weggehen müssen und Perštejn war, zusammen mit Černýš, Rájov und Údolíčko zu Klášterec eingepfarrt. Weitere konsequente Tschechisierung der Ortsnamen, aber hier werden auch die Personennamen, die die Träger derselben so nie gehört haben, tschechisch genannt. Aufstand der tschechischen Stände muss hier heißen der böhmischen Stände (wie in anderen seriösen Geschichtsschreibungen), da hier auch beide Nationalitäten beteiligt waren. In folgenden Jahren tobte der Dreissigjährige Krieg, der sich auch auf Perštejn geprägt hatte. In den Jahren 1633, 1634, 1639, 1642 und 1645 wurde das Dorf wiederholt von schwedischen Soldaten überfallen, die plünderten und raubten, viele Häuser sind hier niedergebrannt und grossen Kriegsqualen zufolge sind von hier eine grosse Anzahl der Protestanten weggegangen. Nach dem Krieg gab es hier keine grösseren Wirtschaftsgebäude mehr, in der Kriegszeit wurde auch hiesiges Hammerwerk zerstört. Über ein grosses Glück konnte eine der bedeutendsten Familien Perštejns sprechen die Familie Schoffel. Die wurden durch den Dreissigjährigen Krieg, der für ganzes Dorf gebracht hatte, fast nicht betroffen. Der Familie Schoffel gehörten zu jener Zeit ein Paar Mühlen, die Obergaststätte, seit dem Jahre 1649 mit vielen Privilegen beschenkt und sie durften auch rot und Semmeln für Hammerwerke, Vieh schlachten und Schmiede haben. Das Leben in Perštejn begann nach dem Krieg langsam wieder ins alte Geleise zu kommen, Unternehmensund Bauwesenentwicklung ging wieder an, es verbreitete sich Viehzucht, Schoffels Mühle vergrösserte sich wesentlich sie hatte 4 Räder noch 6 weitere Dörfer, ausser dem selben Perštejn, mahlten dort. Seit der Hälfte des 17. Jhs an das wichtigste Perštejns Unternehmen war eine Eisenhütte. Dazu gehörten auch zwei Stangenhammerwerke und ein Erz- und Schlackenbrechwerk. Das Erz wurde hierher von den Gruben Klášterecká Jesen, Údolíčko, Mýtinky und hauptsächlich Slečna in Mezilesí befördert kam zum Eisenwerk noch ein Hammerwerk zum Nageleisen hinzu. Hier auch weiterhin in Verleugnung der Geschichte nur die tschechischen Namen der deutschböhmischen Orte. Zu Ostern 1680 brach auf der Klášterec Herrschaft ein Bauernaufstand aus. Auch Jiří, Kryštof Schoffels Sohn nahm daran teil, wahrscheinlich dafür, dass ihm die Grundherren, nach dem Tod seines Vaters 1675, seinen Vaters Rechte und Privilegen nicht zugestanden hattemu. Der Aufstand wurde von der aus Žatec versandten Truppe unterdrückt und Jiří Schoffel zum Tod und zur Beschlagnahme der Gaststätte verurteilt. Es ist ihm gelungen zu fliehen, um Vermögen ist er jedoch gekommen. Hier werden wieder aus Georg und Christoph zwei waschechte Tschechen: Jiří und Kryštof. Und die schöne deutsche Hopfenstadt Saaz wird zu Žatec. Ausser dem Oberteil von Perštejn begann auch der Taloberteil über Perštejn, genammt Finkelstein zu beleben. Rund Anfang des 18. Jhs. wurde hier von Kristián Vetter, Schwiegersohn K. Schoffels, ein Papierwerk mit einigen Gebäuden und 4 Stampfen erbaut. Fast gleichzeitig mit diesem Unterpapierwerk erbaute die Oberherren im Haus Nr. 20 ein s.g. Oberpapierwerk. Wenn dann 1756 das Unterpapierwerk niedergebrannt ist, wurde es, vor Furcht, dass zwei Papierwerke nicht ihren Lebensunterhalt verdienen könnten, nie mehr wiederhergestellt. Das Oberpapierwerk wurde von Oberherren 1722 erblich Josef Hergl übergeben. Der durfte, nach Vertrag, auf eigene Kosten, zu bestehenden 5 Stampfen, weitere 3 Stampfen errichten. Er musste jedoch Herstellung hochwertigen Papiers sicherstellen und den Oberherren so viel Papier, wie sie wünschen und das um gegenwärtigen billigen Preis liefern. Dieses neues Herstellungsgebiet hatte dem Dorf vieles Gute gebracht. Bis 1732 vermisste das Dorf die Kirche, die Leute mussten so in die Kirche bis nach Klášterec gehen Papierwerkbesitzer liess jedoch nah zu seinem Haus eine dem Schutzheiligen St. Josef eingeweihte Kapelle erbauen, rüstete sie mit not notwendigem Kirchenbedarf und Glocke aus und seit 1732 übte hier Gottesdienste ein Priester aus Klášterec aus vermieteten Hergls Erben das Papierwerk, in dem schon ein neuer Holländer erbaut war, dem Herrn Jan Frass von Vejprty. Zu jener Zeit war dort bei dem Papierwerk auch eine Stampfe zur Herstellung des Flachsöls, die von Ignác Schoffel betrieben wurde musste das Papierwerk František Dick, Müller von Vejprty, verkauft werden. An dieser Stelle werden die Herren Johannes Fraß von Weipert, Ignaz Schöffel und Franz Dick zu Tschechen ernannt entstand auf der Unterpapierwerkbrandstätte eine Drahtfabrik, die Oberdrahtfabrik genannt war. Sie wurde von der Familie Grunda, die zu den reichsten Familien Perštejns gehörte, erbaut. Diese Drahtfabrik war verpflichtet Eisen nur vom Herreneisenwerk abzunehmen und durfte nicht Mühlenbetrieb in Lužný (z.b. durhc Wasserstauen) stören. Die Drahtfabrik gehörte den Grundas bis 1825, wenn sie sie Václav Plach von Lužný verkauft hatten. Aus Ziegelhütte wird Lužný und Herr Wenzel Plach wird zum Václav. Ich erspare mir, in den weiteren Abschnitten auf die immer wieder kehrenden Tschechisierungen einzugehen und möchte nur noch eins der letzten Kapitel kommentieren.... Nach dem Kriegsende kam es zur Aussiedlung deutscher Bevölkerung. Hätten die tschechischen Ansiedler nicht schon seit Mai begonnen zu kommen, wäre Perštejn fast entvölkert worden. Dieser zwei Sätze umschreiben die wilden Vertreibungen, Morde, Plünderungen und Einquartierungen der sogenannten Goldgräber und der Revolutionsgarden (von den gequälten Deutschen nur Räubergarden genannt) vor der planmäßigen Aussiedlung der Deutschen. In hiesigen Unternehmen wurde meistens die Nationalverwaltung festgelegt und einige setzten verhältnismässig erfolgreich ihre Tätigkeit fort. Dann kam es jedoch entweder zur Vollabstellung deren Betrieb oder sie wurden von Firmen aus Inland übernommen. Z.B. Breitfeld wurde demgemäss zum VEB Vereinigte Fabriken zur Herstellung der Bänder Dobruška, Papierwerk sowie Rossner zu Západočeské papírny Plzeň usw. eingereiht. Diese Eingriffe fast liquidierten die Unternehmen in Perštejn, nur das Papierwerk und breitfeld überlebten, auch wenn zuerst als eine Militärwäscherei und Militärkleidung-, Wäsche- und Schuhereparatur. Seit Mitte der 50er wurde es von Herstellungsgenossenschaft VKUS Teplice übernommen und seit dieser Zeit her bis heute wird hier Schlafsäcke und Konfektion erzeugt. Hiermit will man sagen, dass zunächst fast das gesamte Handwerk und die Industrie zum Erliegen kamen. Bald nach Befreiung begann hiesiges Leben zum Normal zurückzukehren es wurden 3 Klassen tschechischer Schule geöffnet, tschechische Feuerwehrmannschaft gegründet, Sokol, Skaut, Theaterverein Hraničář entstanden ist und auch das Genossenschaftsunternehmen Včela wurde gegründet. Im Oktober 1945 bekam Perštejn eine ständige Militärgarnison. In den 50er war hier reges Sportleben. Man spielte hier z.b. Kreisfussballwettbewerb, Tischtennis, Volleyball, an die Tradition von Sokol band TJ Spartak an. Wie kann das Leben zum Normal zurückzukehren , wenn die einheimische Bevölkerung komplett vertrieben wurde eine fragwürdige Formulierung. In den 60er verliefen Abbrüche alter, ungeeigneten oder leeren Häuser. Will heißen: Häuser wurden abgerissen, die verwahrlosten und verfielen, weil die ursprünglichen Bewohner nicht mehr da waren und nicht genügend tschechische Neubürger gefunden wurden oder die Neubürger sich nicht um den Erhalt der übernommenen Gebäude kümmerten. Der Rest der Geschichte Pürsteins bezieht sich dann nur noch auf das nun tschechische Perštejn, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Erzgebirgsbahn auf der Strecke Zwickau Karlsbad / Karlovy Vary bei Bergstadt Platten / Horní Blatná eine touristische Attraktion des Erzgebirges, die viel zu wenig bekannt ist Jedes Wort will gut überlegt sein Alexander Lohse machte mich auf eine Situation in Klösterle / Klàšterec nad Ohří aufmerksam, die vielleicht der eine oder andere von Ihnen selbst in dieser oder ähnlicher Weise erlebt hat. Die Inschriften von Gedenktafeln sind Überbringer wichtiger Informationen und für einen langen Zeitraum bestimmt. Deshalb ist es wichtig, dass der Text auf ihnen historisch richtig und präzise formuliert wird. Beispielsweise wurden im einstigen Kreis Graslitz / Kraslice an den Stellen der verschwundenen Dörfer Gedenksteine mit historischen Bildern und einer kurzen Ortschronik aufgestellt. Allein die Vorbereitung und Abstimmung der Texte mit den tschechischen Lokalhistorikern war ein zeitaufwändiges und nervenraubendes Prozedere, welches sich über viele Monate hinzog. Erstaunlich war jedoch am Tage der Weihe dieser Denkmäler, dass nicht der gemeinsam erarbeitete, ja errungene Text auf den Tafeln zu lesen war, sondern die tschechische Version, was zu erheblichen Mißtönen bei der Einweihungszeremonie führte, da von Seiten der einstigen deutschen Bewohner dies zurecht dort offen angesprochen und ein Austausch der Tafeln gefordert wurde. Nun zur Situation in Klösterle: Der von den einstigen Bewohnern im letzten Frühjahr der Stadtverwaltung unterbreitete Textvorschlag für die Erweiterung der Gedenktafel am Kriegerdenkmal ist von dieser ohne vorherige zugesicherte Rücksprache geändert worden und die Gedenktafel wurde bereits voreilig angebracht. Der vorgeschlagene Text lautete: ZUM GEDENKEN AN DIE OPFER DER WELTKRIEGE UND DER VERTREIBUNG. DENK AN DIE TAGE DER VERGANGENHEIT, LERNE AUS DER GESCHICHTE Der nun in tschechischer und deutscher Sprache zu lesende heißt: Zum Andenken der Opfer des II. Weltkrieges und der Aussiedlung. Gedenke der Vergangenheit und belehre Dich an der Geschichte. Ich möchte Sie hiermit einladen, Ihre Meinungen und Erfahrungen diesbezüglich dem Ortsbetreuer von Klösterle und Umgebung mitzuteilen. Fotos und den gesamten Text finden Sie unter: Die Kontaktadresse des Ortsbetreuers lautet: Herr Dietmar Huebler, Klösterle um 1928 Tschechische Politiker über die sudetendeutsche Frage eingesandt von Dr. Ádám Sonnevend Ansprache des Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Václav Havel beim Besuch des deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker auf der Prager Burg am 15. März 1990 (Auszug, Teil 2) Ich habe hier über die historischen Aufgaben gesprochen, vor denen Deutschland heute steht. Ich muß also auch das erwähnen, was wir tun müssen. Auch in uns gibt es nach allem, was geschehen ist, noch immer sehr viel Furcht vor den Deutschen und einem großen Deutschland. Noch leben Menschen, die den Krieg erlebt haben, die in ihm ihre Nächsten verloren haben, in Konzentrationslagern gelitten haben, die sich vor der Gestapo versteckt haben. Ihr Misstrauen ist verständlich und es ist natürlich, dass es auf andere übergeht. Daraus folgt unsere Aufgabe: diese Furcht zu überwinden. Wir müssen endlich begreifen, dass uns nicht das deutsche Volk gequält hat, sondern konkrete menschliche Personen. Böser Wille, dumpfer Gehorsam, Gleichgültigkeit dem Nächsten gegenüber - das alles sind Eigenschaften von Menschen, nicht von Völkern. Oder haben wir nicht genug schlechte Tschechen und Slowaken kennengelernt? Gab es nicht auch bei uns genug Gleichgültigkeit und Egoismus, als wir uns über Jahre und Jahrzehnte hinweg unser land verwüsten ließen und nur dazu geschwiegen haben, um nicht um unsere Prämien und unsere Ruhe am Fernsehapparat zu kommen? Und uns drohte zumindest in der letzten Zeit nicht mehr der Tod, ja vielfach nicht einmal mehr Gefängnis! Und waren es am Ende nicht eigentlich wiederum nur wir selbst, die dieses Werk getan haben? Im übrigen sind es gerade die Nazis gewesen, die hinterhältig ihre Sache mit der deutschen Sache identifizierten. Wir dürfen ihnen darin nicht folgen! Wenn wir uns ihre Lüge zu eigen machten, würden wir so nur die Stafette ihres verderbenbringenden Wahns weitertragen. Völkern waren gelegentlich Menschen widerlich, die eine andere Sprache sprachen, besonders, wenn es eine Sprache war, die ein Tyrann sprach. Doch die Sprache kann nicht für einen Tyrannen, der sie spricht. Jemanden nach Sprache, Hautfarbe, Herkunft oder Form der Nase zu beurteilen, bedeutet bewusst oder unbewußt, Rassist zu sein. Die Deutschen als solche zu schmähen, ähnlich wie die Vietnamesen oder Angehörige jedes beliebigen anderen Volkes, sie nur zu verurteilen, weil sie Deutsche sind, oder sie nur deswegen zu fürchten, ist dasselbe wie Antisemit zu sein. Mit anderen Worten: den Gedanken der Kollektivschuld zu akzeptieren, bedeutet direkt oder unwillkürlich, die individuelle Schuld und die Verantwortung zu schwächen. Und das ist etwas sehr Gefährliches. Denken wir nur daran, wie viele von uns noch unlängst sich ihrer individuellen Verantwortung mit dem Hinweis darauf entzogen, wir Tschechen seien eben so oder so und anders würden wir wohl nie sein. Diese Art von Überlegungen ist der unauffällige Keim von moralischem Nihilismus. Selbstverständlich gibt es Dinge, durch die wir uns als Tschechen oder Slowaken untereinander und von anderen unterscheiden. Wir haben andere Vorlieben, einen anderen Geschmack, andere Träume, andere Erinnerungen und andere Erfahrungen. Aber gut oder schlecht sind wir nicht, weil wir Tschechen oder Slowaken oder Deutsche oder Vietnamesen oder Juden sind. Die Schuld einiger Deutscher dem deutschen Volk anzulasten, bedeutet, sie von ihrer Schuld zu entbinden und sie mit pessimistischer Fatalität in die verantwortungslose Anonymität zu tauchen. Und sich selbst jegliche Hoffnung zu nehmen. Es wäre dasselbe, als ob jemand über uns als Volk sagte, wir seien Stalinisten. Leiden verpflichtet zur Gerechtigkeit, nicht zur Ungerechtigkeit. Wer wirklich gelitten hat, der weiß das gewöhnlich. Im übrigen kann erst auf dem Terrain der Gerechtigkeit die Gabe der Vergebung blühen und damit auch die eigene Freiheit vom Zorn. Quelle: Zukunft trotz Vergangenheit Texte zur deutsch-tschechischen Versöhnung, bearbeitet von Walter Rzepka (Schr
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