EINSTREU UND STALLHYGIENE

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uwe LocHSTAMpFER: Einstreu und StaIthygiene EINSTREU UND STALLHYGIENE Ein biologisches System von Uwe Lochstampfer Die Meinungen zu den unterschiedlichen Einstreusystemen sind unter Pferdeleuten sehr vielfältig.
uwe LocHSTAMpFER: Einstreu und StaIthygiene EINSTREU UND STALLHYGIENE Ein biologisches System von Uwe Lochstampfer Die Meinungen zu den unterschiedlichen Einstreusystemen sind unter Pferdeleuten sehr vielfältig. Die einen schwören aufs Getreidestroh, andere auf Hanf, die nächsten auf Elefantengras. Dabei geht es in erster Linie um die Stallhygiene, die sich unmittelbar auf die Pferdegesundheit auswirl t. )ede Einstreu wird automatisch zu einem biologischen System, da sie mit Urin und Pferdekot in Verbindung kommt. Genau hier entstehen dann die Probleme. Um diesen Kreislauf besser zu erktären, muss man etwas aushoten. Unsere Natur, somit die biotogischen Systeme, haben immer die Aufgabe zu ve rstoffwec hse [n. Ve rstoffwec h s I u n g bed e utet,,den Stoff wechsetn , vereinfacht heißt dies, zum Beispie[ aus Kot, aus Pflanzenresten wieder Erde zu machen. Hätte unsere Natur diese Fähigkeit nicht, gäbe es nur biologische Müttberge; Leben wäre nicht mögtich. Auf dieser Erde gibt es Bereiche des Sauerstoffs und auch Bereiche, wo kein oder zu wenig Sauerstoff vorhanden ist (2. B. in der Tiefsee). Da unsere Natur intelligent ist, hat sie sich auf atle Eventualitäten vorbereitet. lst zu wenig Sauerstoff vorhanden, fault die Einstreu, ist genügend Sauerstoff da und das biologische System ist nicht geschädigt, rottet sie. Rotte und Fäu[nis sind somit die großen Gegenspieler in der Natur. Verantworltich für Rotte oder Fäulnis sind übrigens immer Mikroorganismen. ln der Rotte sind es solche, die Sauerstoff atmen (luftatmende oder aerobe Mikroorganismen), in der Fäu[nis anaerobe; die benötigen keinen Sauerstoff. Nun kann man nicht sagen, dass die Fäutnis,,böse ist, sie tut nur ihre Aufgabe. Dazu bedient sie sich aber zum Beispiel pathogener Keime und auch Viren, es entstehen Faulgase, unter anderem Ammoniak. Schädtinge werden angezogen, die aber für die Natur keine sind, denn... sie tun nur ihre Pflicht. Natürtich wo[[en wir dies a[[es im Pferdestatt, im Kompost und auch auf der Weide nicht haben. lm Bereich des Sauerstoffs, also da, wo wir leben, ist die Fäutnis krank machend. Letztlich [eidet das Pferd unter dem Ammoniak und dem Lachgas (das ist auch Bestandteil der Faulgase, nur geruchtos). Was wir in der Pferdebox, im Kompost und auf der Weide brauchen, ist Rotte. ln der Rotte gibt es keine pathogenen Keime, auch keine Fau[- gase, und die Rotte zieht auch keine Schädtinge an. Schlicht und ergreifend, die Rotte ist für die Pferde, für uns Menschen, für den Kompost und die Weiden gesund. Somit ist die allererste Aufgabe für Stattbetreiber, Fäulnis zu verhindern und für ein gesundes Stattktima zu sorgen. Fautgase in der Box oder im Offenstall sind eine starke Betastung für die Tiere. Vietteicht merken Sie es ja nicht, wenn Sie im Statt stehen (obwoht auch so manchem die Augen tränen), aber legen Sie sich mai hin... natur.ri l]orse I 2015 I Ausgabe 4 55 uwf LocHSTAMpFFR: FrnsLteLr Lr ncl St;rltlrvqrene 1) Rotte hygienisiert und führt Kot- und Pflanzenreste zu gesunder Erde zurück. Foto: Uwe Lochstompfer 2) ln frischen Pferdeäpfe[n herrscht vorwiegend Fäu[nis vor. Foto: Uwe Lochstompfer 3) Ein gesundes Rottesystem ist die Voraussetzung für ein gesundes Stattktima. Foto: Uwe Lochstampfer +) Egat, wetche Einstreu verwendet wird, wenn die Statthygiene nicht gegeben ist, kann es zu erhebtichen Gesundheitsprob[emen beim Pferd kommen. Foto: Christiane Slowik 56 rairiaj ircrsa I.10i5 i AirslDDc 4 uwe LocHSrAMprrR: Einstrer-r und StaIthygiene EFFEKTIVE MIKROORGANISMEN (EM) Das Pferd besteht zu ca. 30 Prozent aus Atmungsorganen; der Tierarzt kommt in den meisten Fätten (gteichgesteltt mit t oliken) wegen Erkrankungen der Atemwege. ln einer Einstreu ist zwar nicht immer, aber doch recht oft, zu wenig Sauerstoff vorhanden. Ergebnis: Fäutnis. Das ist auch der Grund, warum viele Stallbetreiber tägtich komptett misten, was aber nicht zwangs[äufig sein muss. Um Fäutnis zu verhindern, müssen wir atso die Rotte fördern. Nun, Sie könnten Sauerstoff einblasen - Scherz, geht natürlich nicht. Man könnte rein theoretisch das Problem damit lösen (in Fischteichen, in Aquarien wird es gemacht). Es gibt Lösungen, zum Beispiel mit Effektiven Mikroorganismen (EM), recht verbreitet unter Pferdeleuten. Nur, wo kommen die denn ursprüngtich her? Es sind Mikroorganismen aus dem asiatischen biotogischen System. Hier bteibt die Frage: So[[ man eine asiatische Mikrobiologie in die europäische integrieren? Eine andere Mögtichkeit wäre, aus Fäu[nis Rotte zu machen und damit den Vorgang der hiesigen, etablierten Biotogie anzuregen. Hierzu gibt es biologische Produkte aus dem europäischen Raum aufdem Markt. ROTTEFÖRDERNDE VARIANTE Da hätten wir zum Beispiet das Produkt,,rotteförderung intensiv der Firma PLOCHER integral-technik. Hier wird bereits die vorhandene, aber durch die Fäutnis unterdrückte Mikrobiologie der Rotte angeregt. Wenn die Fäulnis dominiert, hat die Rotte das Nachsehen. Es ist wie auf einem,,schtachtfetd , was da in den biologischen Systemen passiert. Die angeregte Rottebiotogie kann sich nun vermehren, was ihr vorher, durch die Fäulnis, nicht möglich war. Kurzum, es ändert sich das biologische Mitieu. STATLHYGIENE UND EINSTREUSYSTEME Sie sehen atso, ega[, welche Einstreu Sie favorisieren, in erster Linie ist wichtig: Die Statthygiene muss unbedingt stimmen, nur dann füh[t sich das Pferd woh[. Schauen wir uns nun die verschiedenen Einstreusysteme an, da gibt es nämtich gravierende Unterschiede. GETREIDESTROH Ganz klar der Klassiker und in den meisten Stätlen eingesetzt. Aber das Getreidestroh hat so seine Tücken. Es saugt nicht besonders gut den Urin auf. Eine durchschnitttiche Strohbox enthätt gewöhntich 10 Prozent Pferdeäpfe[ und 90 Prozent reines Stroh. Dann haben wir noch die Prob[ematik mit Feinstaub, und der ist nicht nur für Attergikerpferde ungesund (denken Sie an die Größe des Atmungsapparats). Was aber in den meisten Fä[[en überhaupt nicht bedacht wird, weii auch wenig bekannt, ist Folgendes: Getreidestroh wird im Lauf seiner Wachstumsperiode gewöhntich sechsmai mit Herbiziden, Pestiziden und Fungiziden gespritzt. Und, jetzt kommt's, in sehr vielen Fätlen,,reif gespritzt . Was heißt das? Landwirte setzen zur,,erntehi[- fe (besch [eu n igten Fruchtabreife) ctyp hosat ein; der Fachbegriff dafür ist Sikkation. Dadurch sind Prozent unserer Backwaren mit Gtyphosat betastet... und auch das Stroh. Gtyphosat ist unter anderem in Breitbandherbiziden, die zur Vernichtung von Unkraut eingesetzt werden, enthalten. Und neue Studien weisen darauf hin, dass es eben nicht unbedenklich ist, ganz im Gegenteit. ln meinen Augen empfiehlt sich eventuet[ noch Braugerstenstroh, ansonsten hat Stroh als Einstreu ausgedient. STROHPELLETS Stro h peltets, oder auch Stro h häcksei gena n nt, können den Urin besser aufnehmen als Stroh, sind atso saugfähiger. Die Feinstaubbelastung ist geringer. Dennoch haben wir hier die Problematik mit dem chemisch behandelten Getreide. SAGESPANE Untersuchungen aus den 1990er-Jahren betegen zwar eine niedrigere Feinstaubkonzentration gegenüber Stroh, aber in anderen Untersuchungen auch eine höhere. Untersuchungen aus dem Jahr 2002 betegen klar eine höhere Konzentration des Feinstaubs. So[[ten Sie sich natlrrai horsc I 2015 ] Ausgabe 4 57 uwe LoiHSTAMpFER: Einstreu und Statlhy-giene für Späne entscheiden, sollten Sie zumindest darauf achten, dass diese entstaubt sind. Fakt ist aber, dass Sägespäne oft ungern von Landwirten zur Entsorgung abgenommen werden, da sie schwer verrotten. Auch haben mir viele Pferdehalter berichtet, dass das Abäppetn recht schwierig ist, was ich durchaus nachvoltziehen kann. Die Feuchtigkeitsaufnahme ist geringer als beim Stroh. Atterdings bevorzugen es viete Pferde beim Urin-Absetzen, weil es weicher ist und vermuttich der Urin dadurch weniger an den Beinen hochspritzt. RAPSSTROH Raps gitt ats giftig für Pferde, natürlich nur, wenn sie davon fressen. Bitterstoffe so[[en das verhindern. Die Saugfähigkeit ist sehr gut, aber die [angen Fasern der Häcksel behindern das Ausmisten. Auch tiegt der Preis vergleichbar an der Obergrenze. Beachtet werden sollte auch die chemische Belastung. LEINSTROH Diese Ei nstreu hat weniger Fei nstau bbelastu ng als Stroh. Sie ist auch nicht so stark chemisch be lastet wi e Getreid estro h. Die Wasserreso rption ist sehr gut. ELEFANTENGRAS (MISCANTHUS) ln Deutschland und im nahen Ausland (Frankreich) angebaut, ist dies eine sehr nachha[- tige Pftanze. Unter ökologischen Aspekten zu empfehten. Die Peltets zeichnen sich durch eine hohe Saugfähigkeit aus und sie geben die Feuchtigkeit (den Urin) schnet[er ab als Holzpet[ets. Es bitdet sich nach kurzer Zeit eine Matratze. Feinstaub gibt es durch die Matratzenbitdung nicht. ln den Erntezeiträumen der letzten 20 Jahre erfolgte keine chemische Be hand Iu ng. HOLZPELLETS Hier gibt es große Qualitätsunterschiede, im sch[immsten Fattsind Farbreste darin enthalten. Bittige Produkte kommen aus Osteuropa, dort gibt es keine Nachhattigkeit bezügtich des Aufforstens. Produkte aus Westeuropa sind deutiich besser. Die Pe[lets bitden eine Matratze, somit gibt es keinen Feinstaub. Das Feuchtigkeitsbindungsvermögen ist besser als beim Stroh, aber sch[echter als zum Beispiel beim Elefantengras. HANF Es werden THC-freie Sorten verwendet, atso keine Angst, dass das Pferd im Marihuana- Rausch einsch[äft. Hanf hat eine sehr hohe Saugfähigkeit, ist fast staubfrei und verrottet gut. Es erfolgen keine Spritzungen mit Herbiziden und Pestiziden. A[[erdings ist der Preis recht hoch. MATRATZENBILDUNG Untersuchungen der Uni Göttingen kamen zu dem Ergebnis, dass eine Matratzenbi[- dung für Pferde die beste Form der Einstreu in der Box darstetlt. Hier haben wir nur wieder das Problem mit der Fäulnis. Daher rät die Uni Göttingen auch, die Matratze nicht umzubrechen, weii dann die Faulgase aufsteigen. Aber Fautgase müssen ja nicht sein. Wenn wir die Rotte fördern, von Beginn an, atso schon im Sta[1, hat die FäuInis kaum Chancen. Eine Matratzenbildung kann man mit jeder Einstreu erreichen. Nach meiner Erfahrung haben sich M iscanth us-pe[lets ( Elefantengras) bisher am besten bewährt. PFERD ALS DÜNGEMITTETFABRIK ln den meisten Pferdebetrieben wird der Mist entsorgt, atso vom Bauern abgehott. Aber ist das nicht widersinnig? Warum? Weit lhr Pferd eine wahre Düngemittetfabrik ist. Gut verrotteter Pferdemist enthätt a[[es, was lhre Weide an Düngung braucht. Und da entsorgen wir unseren Pferdemist, schmeißen atso den guten Dünger weg und düngen zum Beispietteuer mit NPK (Stickstoff, Phosphor, Kali) oder mit Katkstickstoff. Jetzt treten natür[ich die Zweifler auf den Plan und warnen vor pathogenen Keimen, Würmern und atlem, was die Fäulnis so zu 58 natural horse 2015 I Ausgabe 4 uwe LocHSrAMprrR: Einstreu und Statlhygiene bieten hat. Richtig, die Fäulnis, aber eben nicht die Rotte. Wenn wir dafür sorgen, dass der Pferdemist gut verrottet, gibt es keine Probteme. Nur Vorteile. Die aeroben Mikroorganismen im Boden bekommen nämtich jetzt Futter (nicht so bei NPK) und können Humus erhalten und tangsam wieder aufbauen. Da bringt es die Redensart auf den Punkt, die sagt,,gut verrotteter Mist ist des Bauern List. Ein hoher ph-wert (2. B. 9) zeigt Fäulnisprozesse und Ammoniakausgasung an. Liegt Rotte in der Einstreu oder im Kompost vor, bewegt sich der ph-wert zwischen 6,8 urrd7,4. Die Faulgasemission beim ph-wert g liegt zu einem ph-wert vont 25-f.achhöher und steigt mit höheren ph-werten drastisch an. Menschliches gesundes Blut hat einen ph-wertvont-7,2. Gesunde Rotte und gesundes Blut haben also einen sehr ähnlichen Wert. &nimols /h Boloncet-r Mortino Kiss Tierkommunikotorin & Tierenergethikerin ( ],n) \-nry Touch for Heolth beim Pferd & Hund I Cooching Cronio-Socrol8olonce om Pferd & Hund I Anlmol Touch Mobi[: * l9 00 inf lkorl Schwed Gcsse /5-81/39/4. A-]230 Wren natural horse 2015 I Ausgabe 4 59
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