Erklärung der Deutschem Nationalstiftung zur Verleihung des Nationalpreises PDF

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25. Mai 2006 Erklärung der Deutschem Nationalstiftung zur Verleihung des Nationalpreises 2006 Die Deutsche Nationalstiftung zeichnet die Herbert-Hoover-Realschule in Berlin-Wedding mit dem Nationalpreis
25. Mai 2006 Erklärung der Deutschem Nationalstiftung zur Verleihung des Nationalpreises 2006 Die Deutsche Nationalstiftung zeichnet die Herbert-Hoover-Realschule in Berlin-Wedding mit dem Nationalpreis 2006 aus. Die Schule erhält Euro zur Verstärkung ihres Sprachangebots für Schüler und Eltern I Die Deutsche Nationalstiftung wurde 1993 vor dem Hintergrund der Wiedervereinigung Deutschlands von Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt, Kurt Körber, Michael Otto, Hermann Josef Abs, Reinhold Würth und Gerd Bucerius in Weimar gegründet. Zu den Männern der ersten Stunde gehörten unter anderen Kurt Biedenkopf, Richard Schröder, Reimar Lüst, Kurt Masur, Fritz Stern, Ulrich Cartellieri, Ignatz Bubis, Georg Leber und Günter de Bruyn. Beginnend mit Richard von Weizsäcker bis heute haben die jeweiligen Bundespräsidenten die Schirmherrschaft übernommen. Die Stiftung will die Einheit Deutschlands und die Identität der Deutschen in einem geeinten Europa fördern, damit unser Land seinen Platz und seine Aufgaben bestimmen und seinen Beitrag zu einer dauerhaften Friedensordnung leisten kann. In diesem Zusammenhang nimmt die Stiftung zu drängenden Fragen der Gegenwart und Zukunft Deutschlands Stellung. 1 Den Namen der Stiftung haben die Gründer in Anlehnung an einen Gedanken Willy Brandts mit Bedacht gewählt und ihre Entscheidung so begründet: Die Idee der deutschen Nation und die Bestimmung unserer nationalen Identität in einem geeinten Europa dürfen wir weder extremen politischen Kräften noch den Gegnern der europäischen Integration überlassen. Der Versuch, auf den Begriff von Nation und nationaler Identität zu verzichten, müsste abermals die Gefahr einer deutschen Sonderrolle auslösen. Keine andere Nation Europas würde eine ähnliche Rolle für sich akzeptieren. Wir wollen auf Souveränitätsrechte des Nationalstaats zugunsten von Europa verzichten, aber wir wollen unsere in langen Jahrhunderten gewachsene nationale Identität weder aufgeben noch leugnen. II Mit ihrem seit 1997 jährlich verliehenen Nationalpreis will die Stiftung Persönlichkeiten ehren, die sich um die Ziele der Stiftung in besonderer Weise verdient gemacht haben. Die bisherigen Preise gingen an die Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden,an Wolf Biermann, an Heinz Berggruen und Heinz Bethge, an die Erstunterzeichner des Neuen Forums, an Tadeusz Mazowiecki und Joseph Rovan, an Günter de Bruyn und Wolf Jobst Siedler, an Vaclav Havel und an Fritz Stern. In diesem Jahr ehrt die Deutsche Nationalstiftung die Herbert-Hoover-Realschule in Berlin-Wedding für ihre von Schülern, Lehrern und Eltern eigenständig getroffene Entscheidung, auf dem Schulhof und in der ganzen Schule Deutsch zu sprechen. Die Schule hat 370 Schülerinnen und Schüler, davon über 90% mit nichtdeutscher Herkunftssprache. Viele der Kinder besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, während in ihren Familien und von ihren Freunden kein Deutsch gesprochen wird. Die Deutschkenntnisse in der Schule gingen stetig zurück und Gewalttätigkeiten und Fehlverhalten nahmen zu. Die Anmeldezahlen der Schule sanken. 2 Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung erörterten Schüler, Eltern und Lehrer Möglichkeiten der Verbesserung der Situation und der Zukunftschancen der Schülerinnen und Schüler. Um im allgemeinen Umgang untereinander eine gemeinsame Verständigungsbasis zu finden und zugleich auch die Deutschkenntnisse durch ungezwungene Anwendung im gesamten schulischen Alltag zu verbessern, wie dies sonst auch bei Schüleraustauschen im Ausland geschieht, wurde in allen 14 Klassen die Idee eines Deutschgebotes diskutiert. Im März 2005 beschlossen Lehrer, Eltern und Schüler in der Schulkonferenz einstimmig, in der Hausordnung der Schule eine Deutschpflicht für den gesamten Schulalltag zu verankern. Staatlicherseits wurde darüber hinaus die Zahl der Deutschstunden erhöht. Seitdem haben sich die Deutschkenntnisse spürbar verbessert, sind die Aggressionen in der Schule zurückgegangen und die Anmeldezahlen um 20 % gestiegen. Im Januar 2006 wurde die Initiative der Schule von einer Zeitung als Sprachverbot und Zwangsgermanisierung kritisiert und dadurch öffentlich bekannt. Die selbstbewusste Verteidigung der Sprachregelung durch Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte fand schnell eine breite und über Deutschlands Grenzen hinausreichende politische und mediale Unterstützung. Die Initiative der Schule hat zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Themas Sprache geführt und Maßstäbe gesetzt. III Die Initiative der Herbert Hoover Schule ist nach Überzeugung der Deutschen Nationalstiftung dafür beispielgebend, in eigener Verantwortung Sprachprobleme pragmatisch anzugehen, die sich aus der wachsenden Zahl von Menschen mit nichtdeutscher Muttersprache ergeben. Einwanderung und der Erwerb der Staatsangehörigkeit müssen die Voraussetzung und auch die Folge haben, die Staatsbürger ausländischer Herkunft möglichst schon 3 vom Kindergarten an in das sprachliche und kulturelle Leben ihrer neuen Heimat einzubeziehen und damit zugleich der Reduktion ihres Lebens in Deutschland auf eine begrenzte und nur ökonomische Funktion entgegenzuwirken. Senatspräsident der Deutschen Nationalstiftung, Ministerpräsident a. D. Professor Dr. Kurt Biedenkopf: Schüler, Eltern und Lehrer der Herbert-Hoover-Schule haben die Identität stiftende Wirkung der gemeinsamen Sprache erkannt, nicht auf staatliche Regulierungen gewartet und den Begriff der Nation durch ihr pragmatisches Verhalten mit Leben gefüllt und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gehoben. Mit der Verleihung des Nationalpreises will die Stiftung dieses Beispiel für eine aktive Zivilgesellschaft würdigen und alle ermutigen, diesem Denken auf vielfältige Weise im Rahmen eigener Handlungsmöglichkeiten zu folgen. Der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Professor Dr. Richard Schröder: Sprache ist die Zugangsvoraussetzung für Emanzipation und Teilhabe an unserer Gesellschaft. Es geht um die Zukunftschancen junger Menschen mit Migrationshintergrund und letztlich um die gemeinsame Zukunft von uns allen. Das Geschäftsführende Vorstandsmitglied, Dirk Reimers: Mit dem Nationalpreis würdigt unsere Stiftung symbolisch auch die aufopfernde Arbeit derer, die täglich in Schulen und Kindertagesstätten unter schwierigen Bedingungen praktische Integrationsarbeit für unsere Nation leisten, ohne auf besondere Beachtung oder Anerkennung zu warten. Wir danken auch all denen in Politik und Medien, die die Initiative der Herbert- Hoover-Realschule unterstützt und die grundsätzliche Bedeutung dieses Falles in das öffentliche Bewusstsein getragen haben. 4 IV Mit dem Preisgeld von insgesamt Euro wird das pädagogische Konzept der Herbert-Hoover-Realschule unterstützt: Im Mittelpunkt steht die Wiederherstellung der Schul-Aula, um mit darstellendem Spiel Sprachkompetenz zu erweitern, Freude an Sprache zu wecken und soziales Lernen zu ermöglichen. Darüber hinaus kann sich die Schule mit diesem neuen Zentrum in Kooperation mit dem Quartiersmanagement stärker als vorher der Nachbarschaft öffnen und Eltern in das Leben der Schule und deren Sprachangebote einbeziehen. Die Preisgelder werden als Komplementärmittel für weitergehende Anstrengungen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport und des Bezirksamtes Mitte von Berlin eingesetzt. Mit diesen Maßnahmen kommt die Herbert-Hoover-Realschule dem Ziel einer Nachbarschaftsschule und Ganztagesschule ein großes Stück näher. V Die Preisverleihung wird am 27. Juni um 11 Uhr im Französischen Dom, der Friedrichstadt-Kirche in Berlin stattfinden. Die Laudatio wird der Präsident des Deutschen Bundestages halten, Herr Dr. Norbert Lammert. Die Schule wird an der Ausgestaltung der Veranstaltung beteiligt sein. Rückfragen: Deutsche Nationalstiftung, Dirk Reimers, BKM, Ludwig Rademacher,
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