EVANGELISCH IN ÜBACH-PALENBERG

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Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg EVANGELISCH IN ÜBACH-PALENBERG März Mai 2017 Foto: ChristArt / fotolia.com Thema: Ostern, S. 5 Konfirmation, S. 21, 26 Reformation in der
Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg EVANGELISCH IN ÜBACH-PALENBERG März Mai 2017 Foto: ChristArt / fotolia.com Thema: Ostern, S. 5 Konfirmation, S. 21, 26 Reformation in der Schweiz, S. 11 Regionales Gemeindefest, S. 24 EDITORIAL Inhaltsverzeichnis An[ge]dacht... 3 Thema: Ostern... 5 Computus paschalis... 7 Osterlämmchen... 9 Ostereier Johannes Calvin Huldrych Zwingli Der Andere Gottesdienst Gottesdienste Amtshandlungen Konfirmation Sieben Wochen ohne Gottesdienste um Ostern Gemeindefest Familiengottesdienste Konfirmandenanmeldung Weihnachtsmarkt Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Kinderbibelwoche KinderKirche TheaterStarter Chorfahrt Seniorennachmittag Austräger gesucht! Kinderseite Kirchentag Gemeindekalender Gruppen und Veranstaltungen Anschriften und Telefonnummern Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, vielleicht ist der Frühling schon längst angebrochen, wenn Sie diesen Gemeindebrief in den Händen halten. Während ich aber diese Zeilen schreibe, hat der Winter uns noch fest im Griff. So bot sich das Titelbild für diese Ausgabe beinahe von selbst an: Es versinnbildlicht, was es mit dem Osterfest, das wir in wenigen Wochen begehen, auf sich hat. Mitten in den Winter der Welt, in den Winter unseres Lebens bricht der Frühling neuen Lebens hinein. Jesus Christus lebt, er ist nicht tot, sondern er ist vom Tode auferstanden. Und mit ihm dürfen auch wir leben. Auch über uns hat der Tod keine Macht mehr, sondern in unserem Leben, das vom Tod umschlungen scheint, ist ein neues, ewiges Leben aufgegangen, welches das Eis des Todes ein für allemal durchbrochen hat. Im Namen des Redaktionskreises wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest. Und natürlich wie immer eine vergnügliche Lektüre unseres Gemeindebriefes. Impressum Der Gemeindebrief Evangelisch in Übach-Palenberg wird herausgegeben vom Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg, vertreten durch den Vorsitzenden, Pfarrer Christian Justen. Redaktion: Jana Graßer, Christian Justen (v. i. S. d. P.), Angelika Krakau Anschrift der Redaktion: Maastrichter Straße 47, Übach-Palenberg Gestaltung: Christian Justen. Druck: Gemeindebriefdruckerei Harms, Martin-Luther-Weg 1, Groß Oesingen Auflage: Redaktions- und Anzeigenschluss der nächsten Ausgabe ist der 24. April AN[GE]DACHT Kommt da noch was? Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in Euch! (Hesekiel 36, 26) Auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen! (Lukas 5, 5) Kommt da noch was? so musste mich Kollege Matthias Schoenen erinnern an die versprochene Andacht für den Gemeindebrief, die in der Weihnachtshektik vergessen worden war. Da kommt noch was, entschuldige bitte so meine Reaktion. Kommt noch was nach Weihnachten? Kommt noch was im Neuen Jahr? Wer kommt? Was kommt? Und es kommt wie ein Wunder mit dieser wunderbaren Jahreslosung und dem wunderbaren Spruch für den Januar 2017, der diese Jahreslosung herrlich ergänzt. Ich weiß nicht, wie es Ihnen in unseren Gemeinden in der Region 6 geht, in Gangelt-Selfkant-Waldfeucht, Geilenkirchen, Übach-Palenberg und überall? Haben Sie auch immer so gute Vorsätze und werfen die dann doch wieder über Bord, wenn das Schiff voll geladen bis an den höchsten Rand mit dem Heiland Foto: Claus Schlüter / fotolia.com der Welt gekommen ist, mit Jesus Christus in der Weihnachtsgeburt? Ich musste den ersten Vorsatz für Pfarrer Hartmut Benz 2017 schon über Bord werfen: Ich wollte nichts mehr vergessen und mich nicht mehr von der Hektik einholen lassen! Und schon wieder bin ich mitten drin, aber eben gut, denn es tut gut, eine Andacht machen zu können, die Ihnen, verehrte Leser, hoffentlich allen Kraft, Zuversicht, neue Einsichten, einen neuen Geist und gute Vorsätze schenken kann. Das alte Herz, was stelle ich mir darunter vor? Antoine de Saint-Exupéry, Jagdflieger im unseligen Zweiten Weltkrieg und Dichter unseres Kleinen Prinzen sagt: Man sieht nur mit dem Herzen gut! Was sieht mein Herz? Flüchtende ertrinkende Menschen! Menschen, die manchmal niemand haben will, und wo die, die sie nicht haben wollen, oftmals das grausamste, dumme Gesicht von Menschen zeigen können: die Intoleranz, die Unduldsamkeit. Gott sei Dank ist Gott da gnädiger und schenkt immer wieder einen neuen Geist, und ich bete: Lass Hirn regnen in die Verbortheit und Dummheit vieler Menschen, die auch zulassen, dass überall Hunger, Krieg, Elend, Not 3 An[ge]dacht und Tod wüten. Gib gute neue Vorsätze, guter Gott, und gib den Mut zu den Taten der Liebe! Zum neuen Herz, zum neuen Geist! Manchmal komme ich mir in unserer Welt vor wie einer, der ertrinkt: Nichts kann ich tun gegen die Dummheit des Neides, der Mißgunst, der Intoleranz. Nichts gegen die Macht des Geldes, des Lügens, des Betrügens. Und dann lese ich meine Losungen Licht und Kraft oder ich bete! Und dann kommt da 4 St. Josef Übach-Palenberg Leben in Geborgenheit was, dann kommt so ein wunderbarer Spruch vom neuen Sprit entschuldigen Sie: Spirit, vom Neuen Geist, von der Neuen Kraft! Dann kommt dieser Zuspruch und der Anspruch Gottes: Auf geht s, Alter, wirf deine Glaubensnetze neu aus! Lass Dich nicht unterkriegen von dem angeblichen Misserfolg, von den leeren Netzen! Mit Volldampf voraus, mit neuem Mut, mit neuem Geist, mit neuer Kraft! Aus meinen alten Tagen beim CVJM, dem Christlichen Verein junger Menschen, ist mir die Losung hängen geblieben unter anderem: Mit Jesus Christus mutig voran! Ich weiß nun nicht, verehrte Leser, ob das Ihnen alles etwas zuviel starker Tobak ist, nach dem Motto: Der hat gut reden! Ich habe aber langsam die Nase voll davon, immer etwas tun zu müssen, vielleicht sogar noch einen Flüchtling bei mir zu Hause aufzunehmen! Vielleicht habe ich gut reden und leider habe ich bis jetzt noch nicht den Mut gefunden, zum Beispiel einen Flüchtling bei mir aufzunehmen, obwohl ich Platz genug hätte. Aber: Mein Leben war eben oft auch mal eine Achterbahn, und dann tat es sehr gut, mich mit den christlichen Zusprüchen zu versorgen, mir zusagen zu lassen: Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch! Auf THEMA: Ostern dein Wort will ich die Netze neu auswerfen! Ich wünsche Ihnen, liebe Freunde in unseren Gemeinden, dieses neue Herz unseres guten Gottes, diesen neuen Geist des Glaubens an die Barmherzigkeit, die Liebe Gottes zu uns Menschen und die Liebe von uns Menschen untereinander und den unerschütterlichen Glauben, die Netze immer wieder neu auszuwerfen und so gefangen und befreit zu sein von der Liebe, Gnade und Hoffnung unseres guten Gottes. Mit Gottes Geleit für 2017 verbleibe ich Ihr Hartmut Benz, Pfarrer und Gehörlosenseelsorger, und freue mich auf viele lebendige, gute und erfüllte Begegnungen. Auferstehung in ein neues, unvergängliches Leben Ostern steht vor der Tür eines der größten Feste im Kirchenjahreskreis. Christen aus aller Welt feiern an diesen Tagen die Auferstehung Jesu Christi von den Toten und seinen Übergang ins Ewige Leben. Doch nicht nur seine Auferstehung ist an diesen Tagen ein wichtiges Ereignis, ebenfalls sein vorangegangener Tod am Kreuze spielt eine überaus wichtige Rolle. Jesus nahm unsere Sünden mit ins Totenreich. Er starb, damit wir ein Leben in Liebe, Hoffnung und Glauben führen dürfen und können. Er starb für uns Menschen in der Liebe Gottes. Und genau diese Liebe ließ ihn am dritten Tage auferstehen und in den Himmel auffahren. In unserer heutigen Zeit gibt es verschiedene Bräuche, um diese Tage re- 5 THEMA: Ostern Foto: Lotz spektvoll zu feiern und zu würdigen. Ein Beispiel dafür ist die Osterkerze, die in der Morgendämmerung der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag angezündet wird. Sie dient als Symbol der Auferstehung und des Sieges des Lebens über den Tod. Beliebt vor allem bei Kindern sind jedoch auch die oftmals bunt gefärbten Ostereier. Diese haben ebenfalls eine tiefergehende Bedeutung, denn das Ei galt bereits in der frühen kulturellen Geschichte als Ursprung des Lebens und sogar des Universums. Es vertrat bereits in der frühen christlichen Zeit die Symbolik des ewigen Lebens, da in einem scheinbar toten Gegenstand etwas Verborgenes und Lebendiges steckt. Zudem weist es mit seiner ovalen Form auf die Ewigkeit hin, denn es hat weder Anfang noch Ende. Eine Erneuerung des Lebens. Nicht zu vergessen ist das Osterlamm, das jedoch eher aus der jüdischen Kultur stammt und in Bezug zum Passah-Fest steht. Das Fest erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten, die jahrelang unter der Knechtschaft eines Pharao standen und gleichermaßen auch litten. Das Lamm ist ein Zeichen des Lebens. Sein weißes Fell symbolisiert die Reinheit des Lebens und eine friedliche Lebensweise, die uns Menschen ebenfalls zu einem friedvollen Leben auffordert. Dem Osterwasser hingegen werden sogar heilende Kräfte für Mensch und Tier nachgesagt. Es ist eher eine heidnische Tradition, die trotzdem für die Symbolik des Lebens steht. Das Osterfeuer ist ein Brauch, der in vielen Städten und Dörfern immer noch weit verbreitet ist. Oftmals sieht man das lodernde Feuer und die Funkenfontänen in den Nachthimmel aufsteigen. Es dient unter anderem dazu, den Winter zu verabschieden und den Frühling einzuläuten, eine Zeit voll Ursprung und Leben. Und es soll Hoffnung ausstrahlen, denn auch heute noch verbirgt ein Licht in tiefer Dunkelheit oftmals ein Wunder, mit dem man niemals gerechnet hätte. Ostern ist eine Zeit des Lebens und Glaubens. Eine Zeit der Dankbarkeit und Barmherzigkeit. Eine Zeit des Innehaltens. Eine Zeit für Leben und Liebe, denn diese Dinge gehen oftmals in unserer schnelllebigen Zeit verloren, und genau deswegen sollten wir uns daran erinnern. Jana Graßer Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Lukas 24, 5f Monatsspruch April Thema: Ostern Computus paschalis mit Ostern rechnen Als Schüler oder Schülerin ist man oft überzeugt, dass das, was man in der Schule lernt, kaum einen Bezug zum rea len Leben hat, besonders wenn es um Mathematik geht. Und Hand auf s Herz: Wie oft haben Sie in Ihrem Alltag schon die Gelegenheit gehabt, etwa die Binomischen Formeln, die man uns so mühsam beigebracht hat, auch tatsächlich anzuwenden? In früheren Jahrhunderten war dies ein klein wenig anders. Denn über lange Zeit hatte die Mathematik, so wie sie an den Universitäten gelehrt wurde, eine ganz praktische Aufgabe im Sinn: Es ging darum, berechnen zu können, auf welches Datum eines Jahres das Oster- Ein ewiger Kalender aus dem Jahr 1690, mit dessen Hilfe man das Osterdatum errechnen konnte. Quelle: commons.wikimedia.org 7 Thema: Ostern fest fällt. Diese mathematische Disziplin wurde Computus paschalis ( Osterrechnung ) genannt, diejenigen, die damit beschäftigt waren Computisten. Wodurch aber war es so schwierig, das Osterdatum zu bestimmen, dass man dafür eine eigene mathematische Disziplin und Spezialisten benötigte? Der Sterbetag und der Tag der Auferstehung Jesu sind die beiden einzigen Tage seines Lebens, von denen wir mit einiger Sicherheit das Datum wissen (auch wenn das Jahr ungewiss bleibt): Jesus ist nach dem hebräischen Kalender am 14. Nisan gekreuzigt worden. Bald jedoch kam in der jungen Kirche der hebräische Kalender außer Gebrauch und man verwendete den im Römischen Reich üblichen Julianischen Kalender. Konnte man bislang das Fest der Auferstehung Jesu immer am Sonntag nach dem 14. Nisan feiern, musste man nunmehr eine neue Regelung finden. Man einigte sich schließlich darauf, dass Ostern jedes Jahr am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert werden solle. Das klingt simpel, führt aber zu Komplikationen, wenn man versucht, Ostertermine im Voraus zu berechnen. Die Stunde der Computisten war also gekommen kam es dann jedoch zu einer entscheidenden Kalenderreform. Man hatte schon längst bemerkt, dass der Julianische Kalender nicht hinreichend genau war. Das kalendarische Jahr hatte sich gegenüber dem Sonnenjahr um immerhin zehn Tage verschoben. Papst Gregor XIII. führte daher einen verbesserten Kalender, den auch heute noch gültigen Gregorianischen Kalender, ein, wobei man im Oktober 1582 einfach zehn Tage übersprang. Allerdings waren besonders die evangelischen Fürsten nicht bereit, sich vom Papst einen katholischen Kalender vorschreiben zu lassen. Daher wurde in den evangelischen Territorien Deutschlands erst 1700 der neue Kalender eingeführt. Über 100 Jahre musste man also beispielsweise damit leben, dass im (evangelischen) Trarbach ein anderes Datum war als im (katholischen) Bernkastel... In der Zeit nach Weihnachten führte das auch dazu, dass sich sogar die Jahreszahlen unterschieden; daher rührt der Ausdruck zwischen den Jahren. Der neue Kalender vereinfachte zugleich auch die Arbeit der Computisten erheblich. Bis sie am Ende ganz ihre Bedeutung verloren, als der Mathematiker Carl Friedrich Gauß im Jahr 1800 eine relativ einfache Formel veröffentlichte, mit der sich das Osterdatum eines be- Papst Gregor XIII., der 1582 den nach ihm benannten Gregorianischen Kalender einführte, welcher bis heute Gültigkeit besitzt. Quelle: commons.wikimedia.org 8 Thema: Ostern Osterlämmchen Wie schon auf Seite 6 berichtet, zählt das Osterlämmchen zu den Dingen, die an Ostern auf der Kaffeetafel nicht fehlen sollten. Ein Osterlämmchen zu backen ist überhaupt nicht aufwendig. Und so geht s: Carl Friedrich Gauß, der als erster eine einfache Formel zur Berechnung des Osterdatums entwickelte. Quelle: commons.wikimedia.org Zutaten (für eine kleinere Lammform): 100 g Butter, 2 Eier, 100 g Zucker, 1 Päckchen Vanillinzucker, 100 g Mehl, 25 g Kartoffelmehl, 1 TL Backpulver, Paniermehl, Puderzucker Die Butter schaumig rühren, die Eier, den Zucker und den Vanillinzucker unterrühren. Das Mehl mit dem Kartof- liebigen Jahres von (fast) jedermann schnell ermitteln ließ. In etwas verbesserter Form wird seine Formel auch heute noch eingesetzt nun nicht mehr von Computisten, sondern Computern, die in Sekundenbruchteilen jedes beliebige Osterdatum errechnen können. Christian Justen Mit wenigen Zeilen Programmcode können Computer das Osterdatum schnell errechnen. (defun cjcal-easter-gregorian (year) (let* ((k (/ year 100)) (m (- (+ 15 (/ (+ (* 3 k) 3) 4)) (/ (+ (* 8 k) 13) 25))) (s (- 2 (/ (+ (* 3 k) 3) 4))) (a (mod year 19)) (d (mod (+ (* 19 a) m) 30)) (r (/ (+ d (/ a 11)) 29)) (og (- (+ 21 d) r)) (sz (- 7 (mod (+ year (/ year 4) s) 7))) (oe (- 7 (mod (- og sz) 7))) (os (+ og oe)) (month 3) (day os)) (when ( os 31) (setq month (+ month 1)) (setq day (- os 31)))) (list month day year))) Foto: Okapia felmehl und dem Backpulver mischen, sieben und unterheben. Den Teig in die gut gefettete und mit Paniermehl ausgestreute Form geben und im vorgeheizten Ofen bei 175 C ca Minuten backen. Das Osterlämmchen noch warm vorsichtig aus der Form lösen und erkalten lassen. Dann mit Puderzucker bestreuen. Christian Justen 9 Thema: Ostern Die Ostereier Eier sind einerseits Zeichen für Fruchtbarkeit. Aus ihnen schlüpfen im Frühling kleine Küken. Außerdem kann man Eier mit dem Grab vergleichen, in dem Jesus lag: Es war ein Felsengrab, das durch einen schweren Stein verschlossen war. Am Ostermorgen war er weggerollt. Ähnlich wie sich ein kleines Küken seinen Weg aus einem Ei durch die harte Schale bricht, so kann das Ei an Jesus erinnern, der aus dem Felsengrab aufersteht. Dass wir Ostereier gern verstecken und vor allem Kinder sie suchen, geht auf eine Tradition des jüdischen Passahfestes zurück: Es erinnert an die Flucht des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten. Bei ihrer Flucht hatten die Israeliten nicht genug Zeit, die Brote, die sie als Nahrung mitnehmen wollten, aufgehen zu lassen. In Erinnerung daran isst man in einer jüdischen Familie zu Passah grundsätzlich nur Brot, das ohne Hefe oder Sauerteig gebacken ist, nicht in irgendeiner Form gegoren hat, also ungesäuerte Fladen. Um alles, was sauer ist, zu entfernen, machen viele jüdische Familien ihr Haus vor Passah gründlich sauber. Einige Mütter nehmen ein Stück Sauerteig und verstecken es irgendwo im Haus. Die Kinder suchen danach wie bei uns nach Ostereiern und wer es findet, bekommt eine Süßigkeit. Frank Muchlinsky Auf ein Osterei geschrieben Die Sophisten und die Pfaffen Stritten sich mit viel Geschrei: Was hat Gott zuerst erschaffen, Wohl die Henne? wohl das Ei? Wäre das so schwer zu lösen? Erstlich ward ein Ei erdacht: Doch weil noch kein Huhn gewesen, Schatz, so hat s der Has gebracht. Eduard Mörike Foto: Lotz 10 Reformation Johannes Calvin Leben zur Ehre Gottes Am 10. Juli 1509 wird Johannes Calvin im nordfranzösischen Noyon geboren. Er nimmt nach einigen Umwegen humanistische Studien in Paris auf, beschäftigt sich also mit der Antike und ihren Sprachen, Latein und Griechisch dann beginnt für ihn das Studium reformatorischer Ideen. Calvin lässt sich von den Ideen des Wittenberger Professors Dr. Martin Luther anstecken. Johannes Calvin und sein Freund Nikolaus Cop machen in einer Rede reformatorisches Gedankengut öffentlich, was im katholischen Frankreich lebensgefährlich ist. Beide müssen aus ihrer Heimat fliehen. Calvin schreibt in Basel an der ersten Auflage seines Hauptwerkes, der Institutio Christianae Religionis zu Deutsch: Unterricht in der christlichen Religion erscheint dieses Buch, das er im Laufe der Zeit erweitert, bis es 1559 seine endgültige Fassung erhält. Aus der Ruhe der Arbeit am Schreibtisch wird er herausgerissen, als Guillaume Farel, Reformator in Genf, ihn als Mitarbeiter beruft beginnt der jetzt 27jährige mit seiner ersten Tätigkeit am Genfer See. Die Stadt hat die Reformation bereits angenommen. Jetzt gilt es, das Neue in geordnete Bahnen zu bringen. Calvin verfasst einen Katechismus und ein Glaubensbekenntnis, auf das alle Genfer schwören sollen, um zu zeigen, dass sie den neuen Glauben angenommen haben. Damit geht Calvin zu weit. Das lassen die Genfer sich von einem jungen französischen Theologen nicht abverlangen. Schließlich werden Farel und Calvin 1538 aus der Stadt gewiesen. Der junge Reformator geht 1538 nach Straßburg, damals eine deutsche Stadt mit vielen französischen Glaubensflüchtlingen, weil der französische Porträt Johannes Calvins aus den 1550er Jahren (früher Hans Holbein d. J. zugeschrieben) König zur Verfolgung der Protestanten aufgerufen hatte. Calvin wird Seelsorger der Flüchtlingsgemeinde und verlebt nach eigenen Aussagen dort die glücklichste Zeit seines Lebens. Er heiratet Idelette de Bur und bekommt mit ihr einen Sohn, der leider früh stirbt. Calvin beteiligt sich deutschlandweit an Gesprächen über die begonnene Reformation. Leider kommt es dabei nicht zu einer Einigung mit dem lutherischen Zweig dieser neuen Bewegung. (Erst seit den 1970er Jahren gibt es volle Abendmahlsgemeinschaft zwischen Lutherischen und Reformierten, also den evangelischen Christen, die sich von Quelle: commons.wikimedia.org 11 Reformation Johannes Calvin und Huldrych Zwingli herleiten.) Damit die Gottesdienstgemeinde Lieder in ihrer Sprache singen konnte, übersetzte Calvin alle 150 Psalmen in französische Gedichte und ließ sie vertonen. Titelblatt der deutschen Erstausgabe von Calvins Institutio Die schöne Zeit in Straßburg endet, als der Genfer Stadtrat den jungen Mann um Rückkehr bittet. Der Anfang des zweiten Genfer Aufenthaltes lässt sich gut an. Calvin hat eine neue Kirchenordnung verfasst. Es gibt fortan vier Ämter in der Kirche. Die Pastoren: Sie predigen und kümmern sich um die Seelsorge. Die Doktoren oder Lehrer: Sie sind zuständig für die Unterweisung, für den kirchlichen Unterricht. Die Ältesten (in unseren Breiten: Presbyter): Sie leiten zusammen mit den Pastoren die Gemeinde, bilden mit ihnen zusammen das Konsistorium. Und sie sind zusammen mit den Pastoren für die Kirchenzucht zuständig. Und schließlich die Diakone: Ihre Aufgabe ist die Armenfürsorge. In einer Stadt voller Glaubensflüchtlinge hatten sie alle Hände voll zu tun. Vier Ämter also, und alle vier lassen sich aus der Bibel herleiten. Sechs Jahre kann Calvin in Ruhe arbeiten, dann brechen alte Konflikte mit dem Stadtrat wieder auf, der
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