+++Extrablatt+++ Zum 75. Todestag von Emma Goldman

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[ 改道 ] Gai Dào 01 Extrablatt No. 2 - Mai Extrablatt+++ Zum 75. Todestag von Emma Goldman Lebensabschnitte Soli-Postkarten Interview mit RTP-Verlag 02 [ 改道 ] Gai Dào Editorial ÜBER UNS Liebe Menschen,
[ 改道 ] Gai Dào 01 Extrablatt No. 2 - Mai Extrablatt+++ Zum 75. Todestag von Emma Goldman Lebensabschnitte Soli-Postkarten Interview mit RTP-Verlag 02 [ 改道 ] Gai Dào Editorial ÜBER UNS Liebe Menschen, wir freuen uns, euch hier unser zweites Extrablatt präsentieren zu können. Nach dem ersten Extrablatt, das letztes Jahr zum Todestag von Erich Mühsam erschienen ist, haltet ihr nun die Ausgabe zum 75. Todestag von Emma Goldman in der Hand (bzw. lest sie auf dem Rechner). Neben einer Beschreibung ihrer Lebensabschnitte drucken wir in dieser Ausgabe ein Interview mit dem anarchistischen Verlagskollektiv Radical Theory & Practice aus Russland. Das Kollektiv versucht Gelder zu gewinnen, um die Emma-Goldman-Biographie Gelebtes Leben zum allerersten Mal ins Russische zu übersetzen. Die zum Projekt gehörenden Soli-Postkarten findet ihr auch in dieser Ausgabe. Der Erlös aus dem Verkauf fließt in die Realisierung der Übersetzung und Herausgabe der Bände. Die Gaidao ist insbesondere bei Sonderausgaben auch immer ein Spiegel der Aktivitäten der FdA-Gruppen. So organisierte bereits im März die Libertäre Aktion Frankfurt (Oder) einen Aktionstag zum Weltfrauenkampftag, an dem sie unter anderem eine Ausstellung über das Leben von Emma zeigten. Das Anarchistische Radio Berlin sendet in diesem Jahr die Reihe Emma sagt mit Zitaten von Emma. Das A-Radio führte auch das Interview mit Radical Theory & Practice. Das Libertäre Bündnis Ludwgsburg (LB)² organisiert ebenfalls eine Ausstellung und weitere Gruppen aus dem Anarchistischen Netzwerk Südwest* einen Vortrag über Emma Goldman. Wir wünschen euch viel Spaß beim Schmökern in der Ausgabe! jd für die Gaidao-Redaktion Inhalt Die Lebensabschnitte von Emma Goldman Radical Theory & Practice ein Interview zur allerersten Übersetzung von Gelebtes Leben ins Russische und Emma Soli-Postkarten FdA hautnah Regelmäßige Termine der FdA-Mitglieder [ ] Gai Dào ist die monatliche Zeitschrift der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA). Sie versteht sich trotzdem als autonomes Projekt, das auch Menschen, Gruppen und Strukturen offensteht, die kein Mitglied der FdA sind, sofern sie die Ideen des Anarchismus und die Prinzipien der FdA unterstützen, gerne auch solidarisch-kritisch. Die [ ] Gai Dào bietet einen monatichen Querschnitt von Theorie und Praxis der anarchistischen und ihr nahestehender Bewegungen auf lokaler und besonders auf internationaler Ebene. Dabei versteht sich [ ] Gai Dào als explizit pluralistisches Medium, das Raum für verschiedene anarchistische Strömungen bietet, sowie darüber hinaus allen, die sich für eine Überwindung der bestehenden Verhältnisse, hin zu einer befreiten Gesellschaft einsetzen. Wir freuen uns immer über Artikel, Rezensionen, Gedichte, Aufrufe, Fotos, Zeichnungen, oder Terminzusendungen. Besonders freuen wir uns über Menschen, die dauerhaft an der Gaidao mitarbeiten wollen, sei es als regelmäßige*r Autor*in, Übersetzer*in oder im Layout. Wir behalten uns natürlich vor, zugesandte Beiträge nicht zu veröffentlichen, die unseren Prinzipen im Besonderen und die des Anarchismus im Allgemeinen entgegenstehen oder diese unsolidarisch diffamieren. Impressum: Herausgeber*innen: V.i.S.d.P.: Druck und Verlag: Erscheinungsweise: Kontakt: Gai Dào - Redaktionskollektiv Gai Dao c/o Alarm e.v. Postfach Offenburg Eigenverlag monatlich [ 改道 ] Gai Dào 03 Die Lebensabschnitte von Emma Goldman Von: Libertären Aktion Frankfurt (Oder) 1886: Emma Goldman emigriert nach Amerika und erlebt das Haymarket-Massaker am Im Jahre 1886, im Alter von 17 Jahren, emigriert Emma Goldman mit ihrer Schwester Helena gemeinsam von St. Petersburg über Hamburg zu ihrer Schwester Lena nach Rochester, einem Vorort von New York im noch nicht lange unabhängigen Amerika. Die junge Frau, die sich bereits in ihrem Heimatland Russland für den Anarchismus zu interessieren begann, wurde im Zuge des Haymarkt Massakers am dem späteren internationalen Tag der Arbeit und dem darauf folgenden Justizskandal, zur überzeugten Anarchistin. Bei den Arbeiter*innenprotesten am wurde von einem Unbekannten eine Bombe in die Massen geworfen, bei dem mehrere Polizisten ums Leben kamen. Verantwortlich gemacht für die Tat wurden 8 Anarchist*innen, unter ihnen der Verleger August Spies und Albert Parsons. Wer die Bombe warf, ist bis heute unbekannt. Die Argumentation der Justiz war, dass der Attentäter von den 8 Anarchist*innen, die bei den genannten Protesten jeweils eine Rede hielten, inspiriert sein musste. Somit waren die Redner*innen in den Augen der USamerikanischen Justiz Mitschuld an dem Massaker und wurden deshalb zum Tode durch Strang verurteilt Menschen nahmen in Chicago an der Beerdigung der Hingerichteten teil. In Trauer über eine solche Ungerechtigkeit, die die Vereinigten Staaten von Amerika zu verantworten hatte, bekannte sich Emma Goldmann vollends zum Anarchismus Emma Goldman und Johann Most Innige Freundschaft & lebenslange Feindschaft Johann Most war zu Beginn ein sehr prägender Einfluss für Emma Goldman. Der deutschsprachige Sozialist, der infolge der Sozialistengesetze zuerst nach London, und später nach New York in die Vereinigten Staaten emigrierte, bekannte sich in den USA schließlich zum Anarchismus. Erst Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiter Partei (SDAP), danach der SAP (Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands) wurde er später Zeitungsverleger und Antiparlamentarier, was vor allem auf seine Vergangenheit und den damit gemachten Erfahrungen als Reichstagsabgeordneter zurückzuführen ist. In den USA gründete er das sozialistische Blatt Die Freiheit, welches auch in vielen anderen Staaten zum Teil illegal in Umlauf gebracht wurde. Emma bewunderte Johann anfänglich aufgrund seiner Redekunst. Beide verband ein sehr inniges Verhältnis. Er sah in Emma Goldman eine Person, für die sein durch einen Chemikalienunfall entstelltes Gesicht keine Rolle spielte, sondern für die sein Innerstes zählte. Johann animierte Emma zu ihren ersten, später legendären und teils ereignisreichen Vortragsreisen. Das Verhältnis von Most und Goldman spitzte sich zu, je mehr Emma Kontakt zu Alexander Berkman, von ihr Sascha genannt, aufbaute. Johann Most reagierte oft offensichtlich eifersüchtig. Schließlich ging das Verhältnis an der Frage zu Bruch, welche Bedeutung Berkmans Attentat auf den Carnegie-Manager Frick im Zuge der Homestead-Streiks im Jahre 1892 aus Sicht der von Most vertretenen Propaganda der Tat hatte. Most verwehrte daraufhin jeglichen Kontakt sowohl mit Emma Goldman als auch mit Alexander Berkman. Angesprochene Personen diskutierten in Form verschiedener Zeitungsveröffentlichungen teilweise heftig miteinander. Johann Most starb am in Cincinatti. 04 [ 改道 ] Gai Dào 1892 Emma Goldman und Alexander Berkman E.G. als Stimme der Arbeiterinnenbewegung und die Streiks von Homestead* In der US-amerikanischen Kleinstadt Homestead ereignete sich im Jahre 1892 einer der größten und zugleich blutigsten Arbeiter*innenstreiks in der Geschichte Amerikas. Dort unterhielt Andrew Carnegie, ein Großindustrieller mit Werken in ganz Amerika, einige Fabriken unter Leitung des Managers Henry Clay Frick. Unter ohnehin schlechten Bedingungen arbeitend, traten die Arbeiter*innen in den Werken in den Streik. Grund waren drohende Lohnkürzungen und eine Verlängerung der Arbeitswoche auf 6 Tage á 12 Stunden. Dieser Streik wurde alsbald von den auch heute noch berühmt-berüchtigten Pinkerton-Detektiven, welche mittlerweile zu einem schwedischen Sicherheitskonzern gehören, blutig niederschlagen. Angebote, mit Gewerkschaften zu verhandeln, stießen bei Frick auf eine Verweigerungshaltung. Die Forderungen von Carnegie sollten skrupellos durchgesetzt werden. Schätzungsweise 10 Arbeiter*innen liesen im Zuge dieses Streiks ihr Leben und über 60 wurden zum Teil schwer verletzt. Emma Goldman unterstützte gemeinsam mit Alexander Berkman so wie einem Großteil der damaligen anarchistischen Bewegung die Streikenden als Sprachrohr für die Öffentlichkeit. Sie zeigten in verschiedensten Rede- und Zeitungsbeiträge, die teilweise auch in großen Blättern veröffentlicht wurden, auf, was das entmenschlichende an der Beziehung zwischen Arbeit und Kapital ist. Mit dem aus heutiger Sicht stark umstrittenen Ziel, ein Exempel an den Herrschenden zu statuieren, beging Alexander Berkman ein Attentat auf Henry Clay Frick, welcher schwer verletzt überlebte. Die Herrschenden in Form der Vereinigten Staaten von Amerika statuierten dann wiederum ein Exempel an eben jenem Alexander Berkman, welcher zu 22 Jahren Haft, von denen er 14, zum Großteil in Einzelhaft unter grausamen Umständen, verbüßen musste. Ein Gefängnisausbruch durch ein selbst gegrabenes Tunnelsystem scheiterte. In seinen anschließend geschriebenen Gefängnismemoiren thematisierte Alexander Berkman als eine*r der Ersten gleichgeschlechtliche Liebe. Sascha und Emma waren bis an sein im Jahre 1936 durch Suizid beendetes Leben sehr gut befreundet. Die 1906 bis 1919 erschienene Zeitschrift Mother Earth war ihr gemeinsames Projekt. Alexander Berkman erholte sich anscheinend nie ganz von seinem Gefängnisaufenthalt. Sie traten häufig gemeinsam an die Öffentlichkeit. Emma Goldman und Alexander Berkman 1901: Hetzjagd auf Emma G. Ermordung des Präsidenten McKinley in den Vereinigten Staaten Der Präsident der Vereinigten Staaten William McKinley, einem liberalen Republikaner mit guten Beziehungen in die Wirtschaft, wurde 1901 von Leon Czolgosz, einem jungen, aus Italien emigrierten Anarchisten, ermordet. Leon Czolgosz suchte nach seiner Emigration Kontakt zur anarchistischen Bewegung in Amerika. Aufgrund seiner Unbeholfenheit und weil ihn niemand kannte, wurde er schnell verdächtigt ein Spion zu sein. Auch Emma Goldman suchte er im Zuge seiner Kontaktaufnahme auf. Diese jedoch verurteilte die Unterstellungen ihrer Genoss*innen aufs Schärfste. Um zu Beweisen, dass er ein wahrer Anarchist und Feind jeglicher Herrschaft sei, verübte er ein tödlich endendes Attentat auf McKinley. Er wurde sofort festgenommen und bei dem darauf folgenden Prozess, bei dem er aufgrund schwerer Verletzungen, die auf seine Behandlung im Gefängnis zurückzuführen sind, in den Richtersaal getragen werden musste, wurde er zum Tode durch den Strang verurteilt. Emma Goldman und einigen ihrer Genoss*innen wurde eine Mitwissenschaft des geplanten Attentats unter Behauptung falscher Tatsachen unterstellt. Sie wurden ebenfalls verhaftet und zum Teil aufs Übelste zugerichtet. Czolgosz soll ausgesagt haben, dass er Emma Goldman in seine Pläne eingeweiht habe, was sich jedoch bei seinem Prozess als falsch heraus stellte. Dort sagte er aus, dass niemand in seine Pläne eingeweiht war und seine damalige, kurze Kontaktaufnahme mit Emma Goldman, welche anscheinend bespitzelt wurde, sei anderer Natur gewesen. [ 改道 ] Gai Dào : Die russische Revolution Zurück zu den Wurzeln Seit dem Jahre 1904 begann Emma Goldman verstärkt sich wieder mit der Situation im zaristischen Russland, ihrem Geburtsland, auseinanderzusetzen. Auf diversen Veranstaltungen quer durch Amerika warb sie um Verständnis für die revolutionären Ereignisse, die ihren Gipfel im Petersburger Blutsonntag fanden. Von den russischen Regierungstruppen wurde eine Arbeiter*innendemonstration, welche mehr Mitbestimmung auf Volksebene forderte, blutig niedergeschlagen. Mehrere tausend Menschen ließen an diesem Tag ihr Leben. In den revolutionären Ereignissen um das Jahr 1905 hatten die russischen Sowjets ihren Ursprung. Die Großmutter der russischen Revolution, Jekatarina Breschkowskaja, auch genannt Babuschka, unterstützte Emma in Amerika bei ihren Bemühungen, die breite Öffentlichkeit auf die Seite der russischen Revolutionäre, unter ihnen Lenin, zu ziehen. 1906: Alexander Berkmans und Emma Goldmans Baby: Mother Earth* Als Alexander Berkman das Gefängnis verließ, arbeiteten Emma und er sowie ein weiterer Genosse namens Hippolyte Havel alsbald an der Veröffentlichung einer gemeinsamen Zeitschrift. Diese nannte sich zuert The Open Road musste jedoch aufgrund eines Verfahrens wegen der Namensrechte in Mother Earth umgetauft werden. Die Zeitschrift erschien bis zu ihrem Verbot 1917 seit 1906 regelmäßig monatlich. Darin fanden sich unter anderem Texte verschiedener Autor*innen zu den Themen Antimilitarismus, Freie Liebe, Feminismus, Redefreiheit und Geburtenkontrolle. Sie enthielt außerdem Gedichte, Buchvorstellungen und Veranstaltungstipps. Bis 1919 wurde noch einige Mitteilungsblätter unter dem Label Mother Earth herausgegeben. Die Redaktion des Monatsmagazins befand sich in New York. Als Nachfolgerin von Emma Goldmans selbsternanntem Kind kann die Zeitschrift The Road to Freedom gewertet werden, welche durch Hippolyte Havel herausgegeben wurde Erster Weltkrieg, Antimilitarismuskampagnen und Knast Die Kriegswirren des seit 1914 andauernden 1. Weltkrieg waren geprägt von Antimilitarismus-Kampagnen seitens Goldman und Berkman. Beide waren an der Bildung der Liga gegen Wehrpflicht beteiligt und organisierten dutzende Veranstaltung gegen Krieg und Wehrpflicht. Sie sahen darin bedeutende Vorposten des Kapitalismus. Die damit einhergehende Verdammung der US-amerikanischen Außenpolitik bescherte Emma Goldman einen weiteren Gefängnisaufenthalt und führte zum Verbot der Zeitschrift Mother Earth sowie diverser Razzien in der Redaktion. Diese Razzien deckten auch einen großen Teil anarchistischer Strukturen auf und machten die amerikanische Justiz auf weitere Genoss*innen aufmerksam, welche zum Teil lange Gefängnisaufenthalte verbüßen mussten. Emma Goldman wurde schließlich im Jahre 1919 aus den USA ausgewiesen und nach Russland deportiert. 06 [ 改道 ] Gai Dào Emma Goldman bezog Position gegen die Bolschewiki und stalinistischen Terror Die beiden konnten bei ihrer Ankunft in Russland aus erster Hand die Nachwirkungen der Russischen Revolution von 1917 erfahren. Goldman war darauf vorbereitet die Bolschewiki zu unterstützen, trotz der Spaltung der Anarchist*innen von den Kommunist*innen auf der Ersten Internationalen. Aber die politische Repression und die Zwangsarbeit widersprachen ihrer anarchistischen Einstellung. Die blutige Niederschlagung des Kronstädter Matrosenaufstandes durch die Rote Armee (unter der Führung von Leo Trotzki) im Jahre 1921 entfremdeten Goldman und die anderen Anarchist*innen vollends von den Bolschewiki. Sie erkannte noch lange vor dem stalinistischen Terror, dass Lenins Regime mit der Arbeiterdemokratie der Räte Schluss machen sollte, da dieses in die Tyrannei führen würde. Daraufhin entstanden Goldmans Schriften My Disillusionment in Russia (Meine Enttäuschung über Russland) und My Further Disillusionment in Russia (Meine weitere Enttäuschung über Russland). Sie war völlig niedergeschlagen von den zahlreichen Zerstörungen und Toten infolge des Bürgerkrieges, in dem konterrevolutionäre Strömungen, unterstützt durch ausländische Regierungen, wie z.b. den USA und Japan, versuchten, den jungen kommunistischen Staat zu schwächen, ehe er seine Ideologie in andere Länder verbreiten konnte. Als Trotzki mit anderen Oppositionellen von Stalin am 17. Januar 1928 erst nach Alma-Ata (Kasachstan) verbannt und anschließend in die Türkei ausgewiesen wurde, führte Emma Goldman die öffentliche Auseinandersetzung mit Leo noch bis zu seiner Ermordung im Jahre 1940 fort. 1936: Emma Goldmans Rolle im spanischen Bürgerkrieg* Kurz nach dem tragischen Tod ihres Gefährten auf Lebenszeit, Alexander Berkman, brach in Spanien der Bürgerkrieg aus. Das weckte Emmas revolutionären Eifer wieder und versetzt sie in eine Begeisterung, wie sie lange bei ihr nicht mehr zu beobachten war. Die Arbeiter*innen- und Bäuer*innenverbände, die sich anarchistische Ideale auf die Fahne geschrieben haben, wehrten sich eine bemerkenswerte Zeit erfolgreich gegen die Franco-Putschist*innen, bis der Faschismus auch in Spanien im Jahre 1939 die Oberhand gewann. Als englischsprachige Vertreterin der Anarchistischen Föderation Iberiens (CNT-FAI) warb sie weltweit in Form unzähliger Briefe, Publikationen und Kampagnen aktiv um Unterstützung der spanischen Revolution. Vor allem über die feministisch-anarchistische Frauenorganisation Mujeres Libres unterstützte sie Kämpfe ihrer Genoss*innen vor Ort. 1940: Emma Goldmans Tod Ein Verlust für die Menschheit* Peter Kropotkin über Emma Goldman: Du bist ein überzeugendes Beispiel für die Schönheit und Menschlichkeit unserer Ideale Emma Goldman starb am 14. Mai 1940 im Alter von 70 Jahren nach einem Schlaganfall in Toronto, Kanada. Die US-Behörden erlaubten die Überführung ihres Leichnams in die USA, wo sie auf dem Deutschen Waldheim Friedhof (German Waldheim Cemetery) beigesetzt wurde. Dieser ist heute Teil des Forest Home Cemetery in Forest Park, Illinois, einem Vorort von Chicago. Ihr Grab liegt in der Nähe der Gräber der Hingerichteten des Haymarket Aufstandes. Auf ihrem Grabstein steht ein Zitat von Charles Caleb Colton ( ): Liberty will not descend to a people, a people must raise themselves to Liberty ( Freiheit steigt nicht zu einem Volk herab; ein Volk muss sich selbst zur Freiheit erheben ). Das Sterbejahr auf dem Grabmal gibt im Jahr fälschlicherweise 1939 an, also ein Jahr vor ihrem eigentlichem Sterbetag. [ 改道 ] Gai Dào 07 Radical Theory & Practice ein Interview zur allerersten Übersetzung von Gelebtes Leben ins Russische Politiker*innen versprechen dir vor der Wahl das Blaue vom Himmel und machen dein Leben danach zur Hölle. Von: Anarchistisches Radio Berlin Anm. d. Red.: Das vorliegende Interview ist die übersetzte Transkription eines Interviews, das das Anarchistische Radio Berlin im Dezember 2014 mit einer Person der Verlagskooperative Radical Theory & Practice (RTP) geführt hat. Das Projekt ist immer noch aktuell und benötigt eure Unterstützung. A-Radio Berlin: Es wäre schön, wenn du zu Anfang euer Projekt RTP vorstellen könntest. RTP: Klar. RTP steht für Radikale Theorie und Praxis, es ist eine russische Verlagskooperative und wir sind seit 2013 als Kooperative aktiv. Also seit ungefähr einem Jahr. Davor war Radikale Theorie und Praxis unter dem gleichen Namen ein kleines Kollektiv aus bunt zusammengewürfelten Menschen, die mit ihren eigenen Geld von Zeit zu Zeit Übersetzungen von manchen Büchern machten und sie dann herausgaben. Viele Leute mochten dieses Modell nicht, weil es auf freiwilliger Arbeit basierte und das bedeutet, dass ein Buch von bis zu zehn Menschen übersetzt wurde, die unterschiedliche Übersetzungsstile verwendeten, viele Fehler machten. Die Übersetzung dauerte dann ein Jahr, und das Lektorat dauerte dann nochmal ein weiteres Jahr und so weiter man kann sagen, der Arbeit war nicht so qualitativ, wie wir es gern gehabt hätten, und lange nicht so schnell. Schließlich war es dann so, dass Ende 2014 viele Menschen ihre Aktivität im Kollektiv aufgaben. Eine Person, die bis dahin die Koordination innehatte, entschied sich dazu was Neues aufzubauen, und zwar eine Kooperative, in der Menschen in Vollzeit oder zumindest in Teilzeit beschäftigt werden, den halben Tag darauf verwenden und zwar nicht auf ehrenamtlicher Basis, nach ihrer Lohnarbeit, wenn sie müde sind und andere Sachen zu tun haben. Und jetzt versuchen wir, das seitdem so zu machen. Habt ihr bereits etwas als Kooperative veröffentlicht? Als Kooperative haben wir dieses Jahr vier Bücher herausgebracht, wenngleich einige von ihnen das Produkt der Arbeit und Mithilfe jener Menschen sind, die zuvor im Kollektiv aktiv waren. Im Ganzen haben wir bislang zwölf Bücher publiziert. Manche von ihnen wurden von anderen Leuten veröffentlicht, andere von uns, aber während dieses Jahres haben wir daran gearbeitet, dass die Bücher professioneller werden: Wir haben Illustrationen hinzugefügt, wir haben sie überarbeitet, verbessert und Korrektur gelesen. Außerdem haben wir elektronische Kopien angefertigt und haben eine Menge Arbeit in den Vertrieb und so was wie wirtschaftliche Ziele gesteckt. Ich habe noch nicht erwähnt, welche Bücher wir veröffentlichen, oder? Also wir versuchen uns auf Bücher mit anarchistischem, antifaschistischem und r
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