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Free ebooks == Free ebooks == Grenzverkehr Beiträge zum Werk Kurt Martis Grenzverkehr Beiträge zum Werk Kurt Martis Herausgegeben
Free ebooks == Free ebooks == Grenzverkehr Beiträge zum Werk Kurt Martis Grenzverkehr Beiträge zum Werk Kurt Martis Herausgegeben von Pierre Bühler und Andreas Mauz Die Drucklegung dieses Bandes wurde dankenswerterweise ermöglicht durch Beiträge der Lang-Stiftung, des Emil Brunner-Fonds des Kirchenrats des Kantons Zürich, des Zürcher Universitätsvereins (ZUNIV) und des Instituts für Hermeneutik und Religionsphilosophie (IHR) der Universität Zürich. Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar. Wallstein Verlag, Göttingen Vom Verlag gesetzt aus der Aldus Umschlag: Susanne Gerhards, Düsseldorf ISBN (Print) ISBN (E-Book, pdf) Inhalt Pierre Bühler und Andreas Mauz Martis Grenzverkehr. Zur Einleitung I. Manfred Papst Kurt Marti: Dichter, Zeitzeuge, Gottesmann »Ich lasse mich nicht mehr aktivieren und präsentieren«kurt Marti im Gespräch mit Stefan von Bergen »Gott ist nicht in den Starken mächtig«kurt Marti im Gespräch mit Matthias Hui II. Dieter Lamping Der religiöse Lyriker Kurt Marti Peter Utz Wirbel unterwegs Kurt Martis Gedichtsammlung da geht dasein Mirja Kutzer Wenn das WORT gesellig wird Kurt Martis Theologie der poetischen Form Stefanie Leuenberger Von Bürgern und Riesen Verschlungene Wege durch Kurt Martis Prosa Adrian Portmann Lexikographie als Spiel mit Realität und Fiktion Kurt Martis Lexikon Abratzky oder Die kleine Brockhütte Magnus Wieland Zärtliche Quartiere. Kurt Martis Notizen 6 inhalt Ralph Kunz»die wörter fallen, das wort bleibt aus«eine Rede zu Kurt Martis Homiletik Andreas Mertin Kurt Marti Befreiung zur Profanität Zeithistorische Einordnung Folkart Wittekind Kreativität und Kritik oder die Verteidigung des Individuums Zu den theologischen Grundlagen von Martis Literaturtheologie Andreas Mauz Seinen Tod sterben. Kurt Martis exemplarische Sterbeerzählung Neapel sehen (1960) III. Lukas Dettwiler Der Briefwechsel Ernst Merz Kurt Marti Eine Annäherung Fredi Lerch Nicht Existentialist, sondern Barthisan Zum Engagement des Schriftstellers Kurt Marti Eberhard Jüngel Laudatio für Kurt Marti (2002) Pierre Bühler»gott gerneklein«eine von Kurt Marti inspirierte Weihnachtspredigt Dank Autorinnen und Autoren Pierre Bühler und Andreas Mauz Martis Grenzverkehr Zur Einleitung»Grenzverkehr«: Der Begriff, der vorliegendem Band seinen Namen gibt, wird uns von Kurt Marti selbst zugespielt. Er steht über einer Sammlung von Essays eines wie es im Untertitel heißt»christ[en] im Umgang mit Kultur, Literatur und Kunst«. 1 Wir meinen nun, dass dieser Titel eigentlich zu prägnant ist für Martis höchst eigenes Autorenprofil, um ihn nur für seine Bewegungen auf und zwischen den Feldern von Theologie und Kultur / Literatur / Kunst zu verwenden.»grenzverkehr«scheint uns ein ausgezeichnetes Kürzel für seine denkbar vielfältigen intellektuellen und gesellschaftspolitischen Aktivitäten zu sein. Es soll daher zunächst etwas genauer ausgelotet werden, um dann die Gründe zu erläutern, die uns zur Arbeit an Marti veranlasst haben. I.»Grenzverkehr«: Wir beginnen die Explikation dieses Labels mit einem Blick auf Martis eigene Kommentierung des Begriffs, wie sie sich im kurzen Vorwort des erwähnten Bandes findet. 2 Die erste Bestimmung, die der Autor liefert, steht im Kontext einer klaren Abgrenzung, in der Abwehr eines für naheliegend erachteten Missverständnisses:»Der Grenzverkehr, der mich zwischen theologisch-kirchlicher und literarischer Tätigkeit hin und her pendeln lässt, hat dies vornweg gesagt nicht zu einem auch nur ansatzweisen Entwurf einer Theologie der Literatur, der Kunst geführt.«(5) Es ist deutlich: Der Grenzverkehr wird hier akzentuiert zugunsten des ersten Wortteils. Die Grenze bleibt intakt; der Verkehr über sie hinweg hebt sie nicht auf. Nicht einmal»ansatzweise«soll das, was jenseits der Grenze liegt das Feld von Literatur und Kunst durch das eigene Feld, 1 Kurt Marti: Grenzverkehr. Ein Christ im Umgang mit Kultur, Literatur und Kunst. Neukirchen Ebd., S. 5 f. 8 pierre bühler und andreas mauz das der Theologie, theoretisch kassiert werden. Interessant scheint nun aber Martis Begründung für diese Reserve. Sein Grenzverkehr hätte ihn nicht nur nicht einmal ansatzweise in die Nähe einer Theologie der Literatur bzw. Kunst geführt, sondern»im Gegenteil«: Die eigene literarische Arbeit hat das geradezu verhindert. Zu stark erlebe ich, wie gerade in der Literatur, in den Künsten wohl überhaupt, das Besondere das Allgemeine, das neu Entstehende die alten bereitliegenden Begriffe stets von neuem desavouiert. Die Theorie des Kunstwerks manifestiert sich in seiner Praxis. Metakünstlerische Theoriebildung dagegen missrät allzu bald zur Ideologie, die Kreativität und Produktion eher verbaut als fördert. (5) An diesem Positionsbezug muss (über die positiv konnotierte Rede von einem»desavouieren«hinaus) auffallen, mit welcher Vehemenz, ja Apodiktik er erfolgt. Ob eine Theologie der Literatur die Produktion des literarisch tätigen Theologen allenfalls zur Ideologie verkümmern könnte, steht hier nicht zur Debatte, sondern fest im Sinn einer zwangsläufigen Konsequenz. Der emphatische Rekurs auf die künstlerische Praxis und nicht auf die Theorie, auf das Besondere und nicht auf das Allgemeine, steht selbstverständlich im Horizont einer umfassenden Kritik an einer Gesellschaft, die, Marti paraphrasierend, aus Kunst Ware macht, aus Denken Ideologie, eine Gesellschaft, die den Menschen (mit implizitem Verweis auf Marcuse)»eindimensional«werden lässt. Das zeigen die Beiträge seines Bandes in aller Deutlichkeit. Und dieser weite Horizont führt eben zu beidem: zu einer Affirmation eines eigenen und begrenzten Feldes und zur Affirmation des Grenzverkehrs, der über das Eigene hinaus und in neuer Weise zu ihm zurückführt. Religion bzw. Theologie gelten Marti als man beachte den Superlativ»zuverlässigste Garantie gegen eindimensionale Verkürzungen, d. h. Verstümmelungen des Menschen in seiner Welt«(6). Freilich machen diese Bedrohungen nicht Halt an der Schwelle zur religiös-kirchlichen Sphäre. Aber gerade die Beobachtung der ideologiebedrohten, der»bürgerlich gewordenen Kirche«veranlasst Marti zu einer wichtigen Präzisierung seines Grenzverkehr-Modells: Die Felder, die dies- und jenseits der Grenze liegen, sind nach seiner Auffassung in keiner Weise gleichwertig. Und es ist auch nicht so, dass sich der Autor beliebig da oder dort aufstellen könnte, dass ihm wie man vielleicht erwarten könnte sein Platz gerade auf der Grenze angewiesen werde, um von dort nach Lust und Laune einmal von hier nach dort und dann von dort nach hier zu gehen. Die Felder sind vielmehr klar gewichtet: Der primäre Standpunkt, die Theologie, ist gegeben, und es ist aber eben auch dieser Standpunkt, der dazu nötigt, ihn zu überschreiten. Marti: martis grenzverkehr. zur einleitung 9»Deshalb gehört der Grenzverkehr, die grenzüberschreitende Tätigkeit in der Literatur, zu meiner theologischen Existenz. Er lässt mich kritisch bleiben in einer Kirche, die nicht ist, was sie sein könnte, und so oft nicht tut, was sie tun müsste [ ].«(6) Zugleich bewahre ihn die Herkunft von genau diesem Feld davor, den einschlägigen»spätbürgerlichen«wahrnehmungen des anderen Feldes zu verfallen: einer Überbewertung von Literatur bzw. Kunst als»ersatzreligion«oder einer Unterbewertung als»zerstreuende Freizeitbeschäftigung«. Wenn zunächst also die Gewichtung der involvierten Felder und die Positionalität Martis im Grenzverkehr zur Debatte stehen, so nimmt er ganz am Ende seines Vorworts noch einmal einen anderen Standpunkt ein, der dann doch auf der Grenze selbst verortet scheint: In Beziehung auf die»bis zur Entfremdungfremdbestimmt[e]«Gesellschaft sind beide, Theologie und Literatur / Künste, dann doch gleichberechtigte Bundesgenossinnen. Und Marti fasst diese Nähe in ein durchaus drastisches Bild:»Ich glaube, dass jedenfalls in unserer immer mehr durchverwalteten, durchgenormten Welt Theologie und Künste sich volens nolens näher sind, als sie es erkennen Zellennachbarn sozusagen?«(6) Soweit Martis kurze, aber sehr pointierte Entfaltung des Programmbegriffs»Grenzverkehr«. Natürlich könnte und möchte man nun Rückfragen stellen. Etwa: Überzeugt das skizzierte Verhältnis von Theorie und Praxis? Oder: Sind diese Überlegungen nicht zumindest in nuce genau das, was sie ausdrücklich nicht sein sollen: eine Theologie der Literatur? Von den Beiträgen, die unter diesem Titel präsentiert werden, muss man zumindest sagen, dass sie als solche rezipiert wurden. 3 Unser Interesse geht hier aber weniger auf eine Problematisierung von Martis Auffassung seines Grenzverkehrs. Wir meinen, dass sich seine Aktivitäten auch jenseits der zentralen Arbeitsfelder Theologie- Literatur / Kunst sehr gut unter diesem Titel subsumieren lassen. Der Begriff den man wohl nicht nur pro domo einen hermeneutischen Begriff nennen kann bietet Differenzen, Fragehorizonte an, die ebenso bei der Rekonstruktion von Martis Poetik, derjenigen bestimmter Texte 3 Das zeigen nicht nur die damaligen Besprechungen, etwa: Elsbeth Pulver: Von der Gegenwärtigkeit des Vergangenen [zu Stimmen der Schweiz und Grenzverkehr], in: Schweizer Monatshefte 1976 /77, 56, S ; Paul Konrad Kurz: Schreiben als Grenzverkehr. Kurt Martis Essays zu Literatur und Kunst. In: ders.: Über moderne Literatur, Bd. 7. Frankfurt a. M. 1980, S Das zeigt auch unser Band, vgl. die Beiträge Andreas Mertins und Folkart Wittekinds. 10 pierre bühler und andreas mauz wie ihrer Rezeption hilfreich sein können: Wo liegen die jeweils in Frage stehenden Grenzen? Wer hat sie gezogen und von wo aus? Und wer spricht sie an und von wo aus? Welche Grenzen sind es aus welchen Gründen wert, überschritten zu werden? Welche können nicht (oder nur von einer Seite her) überschritten werden? Welche dürfen es nicht? Und ins Metaphorische ausgreifend: Welche Papiere erlauben den legalen Grenzverkehr? Oder bewegt man sich lieber als Illegaler, als sans papier? Gibt es Grenzverkehrsunfälle? Wer hat hier den Schaden? Wer haftet? Etc. etc. Ein eindrückliches Beispiel von Martis eigener, sagen wir, Grenzverkehrskompetenz geben seine Überlegungen zum Komplex von Altern, Sterben und Tod. So munter er in anderen Kontexten Grenzen überschritten und damit auch verschoben hat, so sehr schärft er in diesem Fall auch aus theologischer Zurückhaltung und gegen diesbezügliche Vollmundigkeiten deren Setzung und/oder Wahrung ein. Nur zwei Exempla:»Das Wort Jenseitsvorstellungen ein Bluff! Wenn es nämlich ein Jenseits gibt, ist es jenseits auch aller Vorstellungen.«4»Gott ist unser Jenseits. Das zu glauben genügt, und alles weitere (auch Verwandlung, Auferstehung usw.) bleibt ihm überlassen.«5 Die Stärke dieser Sätze rührt nicht nur daher, dass sie beglaubigt werden durch eine Existenz, die unmittelbar mit dem konfrontiert ist, was zur Debatte steht. Sie überzeugen vor allem auch, weil sie permanent einhergehen mit einer kritischen Selbstbeobachtung. So registriert Marti etwa seine»[l]angsame Verbravung [ ], verursacht wohl durch schwindende Kraft, durch schwindende Frage- und Antwortkompetenz«, 6 oder er glossiert prägnant und ausdrücklich hinweisend auf eine diffus werdende Grenze die fremde und eigene Produktion von»altersweisheiten«:»wobei zu beachten sein dürfte, dass die Grenze zwischen Altersweisheiten und Alterstorheiten fließend ist.«7 II. In aller Kürze sei erläutert, weshalb wir an sich und genau jetzt zu einer Beschäftigung mit dem Werk Martis einladen. Für diese Entscheidung 4 Kurt Marti: Notizen und Details , hg. v. Hektor Leibundgut et al. Zürich 2010, S Kurt Marti: Heilige Vergänglichkeit. Spätsätze. Stuttgart , S Marti, Notizen und Details, S Ebd., S martis grenzverkehr. zur einleitung 11 scheinen in einem ersten Anlauf vor allem zwei Gründe zu sprechen. Der erste ist, ganz banal, literaturgeschichtlicher Natur. Will man Kurt Marti in der neueren Literaturgeschichte der deutschsprachigen Literatur der Schweiz seinen ungefähren Ort anweisen, so muss man sagen: Er gehört in die erste Reihe der Literatengeneration neben und nach Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt. Marti gilt etwa nun mit den superlativischen Worten einer neueren Schweizer Literaturgeschichte als»der vielseitigste der Autoren, die zu dieser Zeit neue Formen erprobten und mit wachen Sinnen die aktuellen und kommenden Veränderungen wahrnahmen«. 8 Allein diese Stellung böte Anlass, Marti nicht nur zu lesen, sondern auch fachwissenschaftlich zu bearbeiten. Für uns war aber ein anderer, spezifischerer Grund wichtiger: Marti ist ein Autor, dessen Werk weit über den helvetischen Kontext hinaus exemplarisch steht für eine produktive und anspruchvolle Verbindung von christlicher Religion und Literatur. Wenn man sich zumal als Theologe, zumal in der Schweiz für eben dieses Verhältnis interessiert, führt kein Weg an ihm vorbei. 9 Bleibt die Frage, warum genau jetzt eine Beschäftigung mit Marti an der Zeit ist. Auch hier möchten wir eine mehrteilige Antwort geben. Zunächst: So unbestritten seine Stellung auf dem literaturgeschicht lichen Feld der neueren deutschsprachigen Literatur auch sein mag, seine Arbeiten wurden in den vergangenen Jahren nur sporadisch Gegenstand wissenschaftlicher Beschäftigung, und intensivere Einlassungen monographischer Art fehlen gänzlich. 10 Es scheint vielmehr so, als sei 8 Peter Rusterholz: Nachkrieg Frisch Dürrenmatt Zürcher Literaturstreit Eine neue Generation ( ). In: Peter Rusterholz / Andreas Solbach (Hg.): Schweizer Literaturgeschichte. Stuttgart 2007, S , S Für den weiteren Kontext vgl.: Andreas Mauz / Ulrich Weber (Hg.):»Wunderliche Theologie«. Konstellationen von Literatur und Religion im 20. Jahrhundert. Göttingen 2015 (darin, S , Magnus Wielands Aufsatz: Gottesgestotter und Dadagestammel. Religion und literarische Avantgarde bei Hugo Ball und Kurt Marti). 10 Die drei einschlägigen Bände stammen alle vom Anfang der 1990er-Jahre: Christof Mauch: Poesie Theologie Politik. Studien zu Kurt Marti. Tübingen 1992; ders. (Hg.): Kurt Marti. Texte, Daten, Bilder. Mit einem Vorwort von Walter Jens. Frankfurt a. M. 1991; Ernst Rudolf Rinke: Der Weg kommt, indem wir gehen: Theologie und Poesie der Zärtlichkeit bei Kurt Marti. Stuttgart Für Bibliographien sowohl der Primär- wie der Sekundär literatur vgl. Elsbeth Pulver: Art. Kurt Marti. In: Kritisches Lexikon der Gegenwartsliteratur. Online: ( ). Der genannte Artikel verzeichnet an Sekundär- 12 pierre bühler und andreas mauz parallel zu Martis allmählichem Rückzug aus dem Literaturbetrieb 11 auch der sekundäre Diskurs (im engeren Sinn einer wissenschaftlichen Thematisierung) zunehmend schmaler geworden. 12 Dieser Umstand allein, die bloß statistische Fälligkeit eines Bandes über Marti, konnte selbstverständlich nicht hinreichen, um an die Arbeit zu gehen. Als starker Anlass, diese Fälligkeit überhaupt wahrzunehmen, dienten vielmehr die aktuellen Verschiebungen innerhalb des intellektuellen und künstlerischen Grenzverkehrs, den Marti jahrzehntelang schwerpunktmäßig betrieb. Es ist nicht zu übersehen, dass sich der Diskurs über Religion und Literatur seit einigen Jahren stark intensiviert, und dies ebenso in der Primärliteratur wie in der Forschung. 13 In diesem neuen Gesprächskontext scheint es nun angezeigt, Marti zur Geltung zu bringen, und titeln insbesondere auch Rezensionen und Autorengespräche. Ergänzend dazu bieten wir im Anhang zu dieser Einleitung eine Bibliographie der Forschungsliteratur im engeren Sinn. Erfreulicherweise ist das Inventar von Martis Archiv (im Schweizerischen Literaturarchiv, Bern) online zugänglich: ( ). 11 Man vergleiche aber die kürzlich aus Anlass von Martis 95. Geburtstag erschienene Hommage-Doppel-CD Rosa Loui von Guy Krneta und Louisen (Luzern 2015). Nebst Vertonungen und Fortschreibungen von Martis klassischen berndeutschen Texten bietet die CD auch Archivaufnahmen mit Lesungen durch den Autor. 12 Wie präsent Marti und seine Texte dagegen im kirchlichen Diskurs sind, zeigte im Kontext der schweizerischen reformierten Kirchen exemplarisch die Diskussion um die Formulierung eines Bekenntnisses, die in Martis nachapostolischem bekenntnis (in: Abendland. Gedichte. Darmstadt 1980, S. 92) einen Grundlagentext fand. Vgl. die umfangreiche Dokumentation zur Herbsttagung 2010 der Fachstelle Oekumene, Mission, Entwicklungszusammenarbeit (OeME) der Reformierten Kirchen Bern Jura Solothurn, Herbsttagung/OM_PUB_d_Herbsttagung_2010.pdf ( ). 13 Für eine aktuelle Umschau im Bereich von Roman und Lyrik vgl. etwa die Beiträge Silke Horstkottes: Zitatraum und Epiphanie: Religiöses in gegenwärtiger Lyrik. In: Neue Rundschau 126, 2015, 1, S ; dies.: Heilige Wirklichkeit! Religiöse Dimensionen einer neuen Fantastik. In: Silke Horstkotte / Leonhard Herrmann (Hg.): Poetiken der Gegenwart: Deutschsprachige Romane nach Berlin 2013, S Für breitere Darstellungen: Christoph Gellner:» nach oben offen«. Literatur und Spiritualität zeitgenössische Profile. Ostfildern 2013; Georg Langenhorst:»Ich gönne mir das Wort Gott«. Annäherungen an Gott in der Gegenwartsliteratur. Freiburg i. B (darin, S , zu Marti, gott gerneklein). Zum englischen Sprachraum neuerdings: Zoë Lehmann Imfeld et al. (Hg.): Theology and Literature after Postmodernity. London 2015. martis grenzverkehr. zur einleitung 13 zwar gleichermaßen als Praktiker 14 wie was gerne in den Hintergrund tritt als Theoretiker. 15 Schließlich der dritte und letzte Umstand: Kurt Marti ist mittlerweile ein sehr alter Mann. Das wenige, was er schreibt, ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Sein Werk darf als abgeschlossen gelten; es kann daher erstmals als Ganzes in den Blick genommen werden. Diese Bemerkung ist allerdings, um keine falschen Erwartungen zu wecken, sofort zu relativieren: Martis Werk könnte als Ganzes in den Blick genommen werden. Dies tatsächlich zu tun, war weder unsere Absicht, noch lag es im Bereich des Möglichen. Wie bereits ein flüchtiger Blick ins Inhaltsverzeichnis zeigt, versucht der vorliegende Band, zentrale und auch bislang vernachlässigte Themen, Werkeinheiten und disziplinäre Perspektiven abzudecken. Deutlich erkennbar ist aber auch, dass Entscheidendes nicht angesprochen wird etwa Martis exegetische Arbeiten und Predigten, 16 etwa die Breite seines essayistisch-diaristischen Schreibens, 17 aber auch die unzähligen entlegen und verstreut publizierten Texte, mit denen Marti zu aktuellen Fragen Stellung nahm. 18 Die Struktur des Bandes ist eine denkbar einfache: Ein erster einleitender Abschnitt bietet neben einem Einführungsessay zwei aktuelle Gespräche mit dem Autor, um auch ihn zu Wort kommen zu lassen. Der 14 So etwa mit Bezug auf die Lyrik auch Dieter Lamping im vorliegenden Band (S , S. 53):»Doch dass man heutzutage wieder von religiöser Lyrik spricht, ohne ästhetischen Vorbehalt, ist tatsächlich eine der Leistungen Kurt Martis, der zu den bekanntesten und wichtigsten Vertretern dieser Literatur gehört.«15 Man vergleiche, noch einmal, die Beiträge Andreas Mertins und Folkart Wittekinds. 16 U. a. Das Markus Evangelium. Predigten. Basel 1967 (Neuausgabe: Zürich 1985); Bundesgenosse Gott. Versuche zu 2. Mose Basel 1972; Gottesbefragung. Der erste Johannesbrief heute. Stuttgart 1982; Prediger Salomo. Weisheit inmitten der Globalisierung. Stuttgart Die Psalmen. Annäherungen. Stuttgart Eine empfindliche Lücke bildet insbesondere eine Einlassung auf Martis Hauptwerk : die gesammelten Notizen und Details. 18 Sie liegen säuberlich gesammelt, aber eben unpubliziert im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA). Diese Hinweise belegen noch einmal, dass unser Augenmerk, wie der Untertitel des Bandes formuliert, tatsächlich in erster Linie dem Werk Martis gilt. Dass es eine Reihe anderer Zugangsweisen und Fragehorizonte gibt, für die Autor und Werk gleichfalls von Belang sind, liegt auf der Hand. Man denke nur an literatursoziologisch orientierte Untersuchungen zum Autortypus des»dichterpfarrers«oder an Studien z
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