GOTT (M)EINE LIEBESGESCHICHTE! GOTT (D)EINE LIEBESGESCHICHTE? DIE HERRLICHKEIT UND BEDEUTUNG UNSERER IDENTITÄT, UNSERES HERZENS UND UNSERER HANDLUNGEN

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GOTT (M)EINE LIEBESGESCHICHTE! GOTT (D)EINE LIEBESGESCHICHTE? DIE HERRLICHKEIT UND BEDEUTUNG UNSERER IDENTITÄT, UNSERES HERZENS UND UNSERER HANDLUNGEN KAI KASPER Kai Kasper Gott (M)EINE Liebesgeschichte!
GOTT (M)EINE LIEBESGESCHICHTE! GOTT (D)EINE LIEBESGESCHICHTE? DIE HERRLICHKEIT UND BEDEUTUNG UNSERER IDENTITÄT, UNSERES HERZENS UND UNSERER HANDLUNGEN KAI KASPER Kai Kasper Gott (M)EINE Liebesgeschichte! Gott (D)EINE Liebesgeschichte? Die Herrlichkeit und Bedeutung unserer Identität, unseres Herzens und unserer Handlungen. Stuttgart, 2017 Der Text unterliegt dem Copyright und darf weder kopiert noch anderweitig vervielfältigt werden. Bibelzitate folgen unterschiedlichen Übersetzungen und sind wie folgt gekennzeichnet: EF Revidierte Elberfelder Bibel (Rev. 26) 1985/1991/2008 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten. EÜ Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift Katholische Bibelanstalt, Stuttgart. HFA LÜ NL SC Hoffnung für alle. 1983, 1996, 2002 by Biblica Inc.TM Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten. Neues Leben. Die Bibel 2002 und 2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten Bibeltext der Schlachter Copyright 2000 Genfer Bibelgesellschaft II Vorwort Lieber Leser, Erfahrungen prägen unser Leben. Jede Erfahrung lehrt uns eine Lektion des Lebens, welche sich tief in dem Verstand unseres Herzens verankert. Die Erfahrung und deren Interpretation, obgleich wir sie lesen oder erleben, kreiert bewusst oder unbewusst ein Glaubenssystem, ein Weltbild, das unser Leben prägt. Somit ist weniger die Erfahrung selbst, als die Interpretation der Erfahrung entscheidend für die Wahrnehmung und Definition unserer Identität. Wir begeben uns gemeinsam auf eine Reise der Erfahrungen. Wir gehen ein Stück Weg mit Menschen, die aufgrund ihrer Erfahrungen ein Glaubenssystem der Liebe und Freiheit kreiert haben, damit auch du, lieber Leser, die Welt durch die Brille der Hoffnung, Liebe und Freiheit wahrnehmen kannst. Beim Lesen der Geschichten, werden die Erfahrungen der Menschen in deiner Imagination Teil deiner eigenen Erfahrung und damit Teil deines eigenen Herzens. Die Interpretationen der Erfahrungen sind durchweg positiv, bejahend, aufbauend sowie ermutigend und reflektieren somit das Wesen unseres Vaters im Himmel. Denke jetzt nicht an das Wort Hoffnung. Siehst du? Unweigerlich werden alle Erfahrungen Teil unseres eigenen Lebens, bewusst oder unbewusst. Geschichten und Erfahrungen schaffen in ihrer Interpretation Lehren und Erziehung - Vorprägungen, die all unser Verhalten sowie die Interpretation unserer Identität beeinflussen. Eine Brille, durch die wir die Welt und uns selbst wahrnehmen und interpretieren. Dieses Werk hilft uns, eine liebevolle, kindliche und kraftvolle Sichtweise der Welt zurückzuerobern in der wir uns selbst über die Bedeutung unserer Identität, die Bedeutung unserer Herzenswünsche und die Herrlichkeit unserer Handlungen bewusstwerden. Wir lernen das wahre, liebevolle Wesen des Vaters neu zu verstehen und erkennen somit die Kraft in unserer Identität als Söhne und Töchter - unserer Kraft zu träumen, zu hoffen und Seite an Seite mit dem Vater zu kreieren und zu erschaffen, bis sich unsere Träume in dem Natürlichen manifestieren. Die Welt, in der wir heute leben, ist das Erbe der Menschen, die vor uns auf diesem Planeten wandelten. Alles, was je erschaffen wurde, hat mit einem Menschen begonnen, der den Mut hatte zu träumen, der den Mut hatte einen Gedanken in seinem Herzen zuzulassen Seite an Seite mit dem Vater hat sich dieser Traum durch intensive Arbeit und Leidenschaft vor unserem Auge in dem natürlichen Raum manifestiert und wurde Teil der Welt, in der wir heute leben. Komm nun mit, lass dich endgültig entführen in eine Welt des inneren Friedens und der Liebe. Eine Welt des Sinnes und der Tat, in die Realität Jesu. Wir werden gemeinsam unseren Rucksack packen und Menschen kennenlernen, wir werden uns ihre Geschichten anhören und Wahrheiten daraus lernen können. Wir werden die Geschichten als Teil unserer eigenen Erfahrung und unseres eigenen Herzens begreifen. Wir werden leben. Liebe ist Freiheit - so dürfen wir in jeder Sekunde unseres Lebens entscheiden, welchen Weg wir gehen möchten und uns doch bewusst bleiben, dass III wir in jeder Sekunde unseres Lebens in eine Richtung wandern. Wir können nicht stehen bleiben, denn die Zeit schreitet voran und damit auch wir, zu jeder Sekunde unseres Lebens. Lass uns wandern und gemeinsam Spaß haben Zuletzt danke ich jedem einzelnen Menschen, der seine Geschichte mit uns teilt. Durch den Austausch unserer Erfahrungen können wir voneinander lernen. Die Erfahrung des Einzelnen ergänzt die Lebenswelt vieler, wodurch wir unserer Verbundenheit als Menschen sowie unserer Verantwortung zueinander neu bewusstwerden dürfen. Eine Lebenserfahrung zu teilen meint die Liebe zu teilen, die man selbst in seinem Leben erfahren hat und da die Liebe das Einzige ist, das sich verdoppelt, wenn man es teilt, bete ich, dass eure Erfahrungen viele Menschen bewegen, freisetzen und im Glauben an Jesus wachsen lassen. Manche Erzählungen haben mich zum Weinen gebracht, andere zum Zweifeln, wieder andere zur Freude, doch jede Geschichte für sich hat in mir einen bunten Regenbogen an Gefühlen ausgelöst. Ich bin euch dankbar, dass ihr den Mut aufgebracht habt, eure Erfahrungen und eure Erkenntnisse der Wahrheit mit der Welt zu teilen. Eine Erfahrung, die wir tief in unser Herz dringen lassen, bei der wir mit ganzem Herzen Mitgefühl aufbringen, bewegt uns so sehr, dass wir aus dieser Erfahrung soweit lernen können, als hätten wir diese Erfahrung selbst erlebt. So ist dieses Buch eine Welt der Erfahrungen, die allen Menschen dazu dienen soll, Frieden in ihrem Herzen zu erfahren. Ich danke jedem Einzelnen, der zu diesem Werk beigetragen hat, ich liebe euch, jede einzelne Geschichte ist wertvoll und erhält zuletzt einen Sinn anhand dieses Werkes. IV Lieber Leser, genieße das Buch vor dem Hintergrund dieser 3 Grundsätze. Bei allem, was du liest, vergesse sie nie: 1. Du bist ein geliebtes Kind Gottes. Gott sagt dir und jedem anderen Menschen jeden Morgen, jeden Abend und zu jeder Sekunde deines Lebens: Ich liebe dich! In meinen Augen bist du perfekt. Das macht dich wertvoll, besonders und unabhängig von der Meinung von Menschen. 2. Gott ist für dich. Deshalb darfst du in allem dankbar sein, dich freuen und Gott loben. Du hast die Kraft die Welt zu verändern und den Himmel auf Erden zu manifestieren, er hat alles in dir angelegt und schaut dich mit einem wunderbar freundlichen Lächeln an. 3. Du bist Mensch und aus Gnade vollkommen. Christus wohnt in seiner vollkommenen Liebe in dir Die Vollkommenheit des Himmels wohnt in dir und die Angleichung deines Verhaltens an die Perfektion deiner Identität ist ein Prozess. Deine Identität wahrzunehmen und dieser Identität in deinem Verhalten Ausdruck zu verleihen macht dich kraftvoll, frei und siegreich. Wenn du bist, der du bist, bist du das Herrlichste. Deine Identität ist nicht definiert durch dein Verhalten oder deine Taten. Du bist gewollt und gebraucht in der Fülle deiner Identität zu leben. Mut zu leben lieben hoffen glauben. V Inhaltsverzeichnis Vorwort... II Inhaltsverzeichnis... VI Gott (M)EINE Liebesgeschichte... 1 I. Ein Gott, den man lieben darf... 1 II. Wer bin ich?... 3 III. Das sichere Nest verlassen... 7 IV. Der Holzfäller V. Wir kommen perfekt auf diese Welt VI. Gott schenkt Leben und spricht zu jedem VII. Herz und Gefühle VIII. Der Koffer und die gebende Liebe IX. Der Zimmermann X. Das Pokalspiel XI. Gott in allem erkennen XII. Gemeinde Der liebende Austausch mit anderen Herzen XIII. Wir sind eins XIV. Ermahnung in der Gemeinde XV. Heilung XVI. Der Bäcker XVII. Die Überraschung XVIII. Nachhaken XIX. Werdet wie die Kinder XX. Trennung von Gott hat nichts mit uns zu tun! XXI. Vater und Sohn XXII. Das Gebet an der Mühle XXIII. Der Elektriker XXIV. Der Mann mit der Wolldecke XXV. Das Herz aus Glas XXVI. Der blaue Bus XXVII. Geschafft XXVIII. Klaus: Leid, Trauer und das Streben nach der Liebe VI XXIX. Was, wenn andere einem Schaden zufügen wollen? XXX. Er-leben statt Über-leben XXXI. Der Beduine XXXII. Wüstenkino XXXIII. Mein neues Herz XXXIV. Die Eine XXXV. Liebe, ein Schöpfungsprozess XXXVI. Das Fest Gott (D)EINE Liebesgeschichte An den Leser Spiralen des geistlichen Wachstums The/Die Art der Verkündigung Nachwort VII Gott (M)EINE Liebesgeschichte I. Ein Gott, den man lieben darf 1. Joh. 4, (EÜ): 16 (a)wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. (b) Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. 18 Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht. Denn die Furcht rechnet mit Strafe(,) und wer sich fürchtet, dessen Liebe ist nicht vollendet. Bevor ich auf Wanderschaft gehe, möchte ich mich noch von meinen Eltern verabschieden, also schnalle ich meinen Rucksack auf den Rücken und laufe bei strahlendem Sonnenschein durch die Gassen unseres Dorfes. Ich bin bereit für eine große Reise, habe meine Wanderschuhe an, die Base-Cap auf und die Kamera im Rucksack. Voller Freude laufe ich durch die schmalen, alten gepflasterten Gassen unseres Dorfes, zwischen den engen Lücken der Fachwerkhäuser blitzt die Sonne immer wieder hindurch. Ihr Licht erfüllt die Wege auch dort, wo ich sie hinter den Wolken verborgen nicht sehen kann. Die Sonne kann nicht nicht-scheinen, und so ist sie selbst dann am Scheinen, wenn sich die Wolken vor das Licht schieben. Selbst bei Nacht scheint die Sonne, auch wenn ich das Licht der Sonne dann lediglich in der Reflexion des Mondes wahrnehmen kann. Ehe ich mich versehe, bin ich bereits am Haus meiner Eltern angekommen. Das letzte Mal betätige ich die Klingel und erwarte in Spannung, dass mein Vater die Tür öffnen wird. Meine Eltern wissen schon seit mehreren Monaten, dass ich heute auf die Reise meines Lebens gehen werde. Ich erinnere mich gerne daran, wie wir viele lange Gespräche geführt haben. Es ist mir sehr wichtig, dass meine Eltern mich mit positiven Gedanken verabschieden. Das knarzende Öffnen der Türe reißt mich aus meinen Gedanken: Da steht er, mein Vater, ein alter, groß gewachsener, bärtiger Mann. Mit seiner tiefen und doch freundlichen Stimme begrüßt er mich: Hey Junge, schön, dass du da bist, deine Mutter freut sich schon den ganzen Morgen darauf, dich nochmal sehen zu dürfen und in den Arm nehmen zu können. In einer langen, herzlichen und liebevollen Umarmung spüren wir beide, dass es eine Umarmung ist, die für lange Zeit die letzte sein wird. Ich trete über die Türschwelle - meine Mutter sitzt gemütlich auf ihrem Stuhl am braunen hölzernen Esstisch. Wie in ein Buch voller Geschichten sind die Erfahrungen meiner Kindheit in diesen Tisch eingraviert. Ihr liebevolles, lebendiges Lächeln überwältigt mich jedes Mal, wenn ich sie sehe. Zum Abschied hat sie meinen Lieblingskuchen gebacken frischer, warmer Pflaumenkuchen, den kann sie besonders gut. Es ist ihr eigenes, besonderes Rezept, bei welchem Zimt zum Abschmecken des Kuchens verwendet wird. Während ich mich selbst in dem herrlichen Geruch des Kuchens verliere, steht mein Mutter gemächlich von ihrem Stuhl auf, kommt in langsamen Schritten auf mich zu, umarmt mich und flüstert mir unter kleinen, wenigen Tränen die ihre Wange hinunterrinnen leise ins Ohr, wie sehr sie mich liebt. Sie löst die Umarmung und greift meine Hände - Ich fühle ihre warmen Hände. Mit ihren großen grünen Augen schaut sie mir tief in die Seele und sagt mit ruhiger Stimme, ich solle überall, wo ich hingehe, egal wen ich treffe, eine Sache nie vergessen: 1 Matthäus 22, (LÜ): 37 Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. 38 Dies ist das höchste und größte Gebot. 39 Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 40 In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. 2 II. Wer bin ich? 1. Kor. 15, 10 (NL) Doch was immer ich jetzt bin, das bin ich durch die Gnade Gottes - und seine Gnade blieb in mir nicht ohne Wirkung. Denn ich habe härter gearbeitet als alle anderen Apostel, doch nicht ich habe gearbeitet, sondern Gott, der durch seine Gnade durch mich wirkte. Die Worte meiner Mutter versetzen mich in Erinnerungen an meine Kindheit. Ich bin überaus dankbar, dass ich in ihrer Liebe aufwachsen durfte. Ihre Worte erinnern mich daran, wie ich mir als Kind Gedanken über die Liebe zu Gott und anderen Menschen gemacht habe. Oftmals, wenn ich mit meiner Katze Lilly gekuschelt habe, habe ich mir überlegt, warum wir Menschen die Nähe zu anderen Menschen und Tieren suchen und wieso wir gerne anderen Liebe schenken. Das Ergebnis dieser kindlichen Gedanken weiß ich auch heute noch, ich liebe die Einfachheit in der kindlichen Logik: Du kannst nicht nicht-lieben, das heißt, ich liebe immer irgendetwas. Das heißt, ich bin irgendwie, auf eine Weiße immer mit Gott verbunden. Die Frage ist nur, wie sehr will ich in Gott sein. Wie viel will ich lieben? Ist nicht jeder Atemzug ein Beweis seiner unendlichen Liebe zu jedem einzelnen Menschen? Wenn Gott die Liebe als Höchstes erschaffen hat, hat Gott automatisch die Freiheit als Höchstes erschaffen. Denn Liebe ist keine Liebe, wenn sie Zwang ist. Wer du bist, ist eigentlich die Frage: Was liebst du bereits? Umso mehr du liebst, umso mehr bist du dir deiner Identität in Gott bewusst, denn Gott ist die Liebe in Vollkommenheit. Wir können also nie so weit von Gott entfernt sein, dass wir nicht mehr lieben, denn irgendetwas lieben wir immer. Wenn wir wollen, dann dürfen wir die Liebe in uns zulassen und uns der Wahrheit, die immer Wahrheit ist bewusstwerden. Leben ist das, was Gott uns schenken möchte! 1 Wir können uns nur gegen die Liebe entscheiden, nie dafür. Für Gott entscheiden heißt, die Liebe zuzulassen, seinen Geist gewähren lassen und uns unserer Identität bewusst sein. Wir erschaffen uns unsere Realität: Mit jedem Gedanken und jeder Handlung, in jedem Moment, in jeder Sekunde unseres Lebens treffen wir die Entscheidung: Liebe zulassen oder ablehnen. Wir setzen uns an den Esstisch, meine Mutter schaufelt uns allen ein großes Stück Kuchen auf den Teller. Mit ehrlichen Worten sagt sie mir währenddessen, dass es ihr natürlich lieber sei, wenn ich hier bei ihr bleiben würde: Mein Liebling, ich würde dir gerne jeden Tag etwas Gutes tun Kleinigkeiten, die das Leben lebenswert machen. Mütter sorgen einfach gerne für ihre Kinder, das ist uns wahrscheinlich angeboren. Ich bin dankbar um 1 Psalm 36, 10 (SC): 10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht. 3 diese Eigenschaft und auch darüber, dass ich fühlen darf, wie schwer es mir fällt dich gehen zu lassen. Doch tief in meinem Herzen weiß ich, dass ich dir am meisten Liebe zeige, wenn ich dich jetzt gehen lasse und dich loslasse, damit du deine eigenen Erfahrungen sammeln kannst und deine Bestimmung im Leben finden kannst. Ich sehe ihr an, wie sie es mit einem weinenden und einem lachenden Auge sagt. Mein Vater hat indes das erste Stück Kuchen gegessen und ergänzt meine Mutter. Er meint, dass es uns Menschen oft schwerfällt zu verstehen, dass im Loslassen der Gewinn liegt. Nur indem wir dem Menschen Freiheit einräumen, indem wir ihn nicht zwingen etwas zu sein, kann er werden, wer er ist und werden, für was er bestimmt ist. Das zu erkennen ist der größte Schatz im Leben. Meine Mutter pflichtet meinem Vater bei, die beiden ergänzen sich in diesen Themen sehr gut. Sie meint, dass wir als Kinder perfekt geboren werden. Der wahre Geist Gottes erfüllt uns als Kinder in Vollkommenheit. Erst mit der Zeit treffen wir oder andere Menschen Aussagen über uns, die von unserer wahren Identität abbringen. Ihrer Meinung nach erschaffen wir uns ein von Verhalten geprägtes Erfahrungs-Ich und glauben irgendwann so sehr daran, dass wir unser Wahres-Ich, unsere Identität in welcher Gott uns sieht, kaum mehr kennen. Je öfter wir von anderen die Eigenschaften unseres Erfahrungs-Ichs bestätigt bekommen, desto mehr schenken wir den Lügen des Erfahrungs-Ich Glauben und umso weniger vertrauen wir auf unserer Identität. Wir behandeln unsere Wahrheit als Lüge und die Lüge als Wahrheit. Anfangs kennen wir unsere Identität noch, doch steht es zunehmend im Konflikt zu den Erfahrungen, die andere uns zuschreiben wollen, und so verblasst die Erinnerung an unsere Identität immer mehr. Mehr und mehr ignorieren wir die intuitiven Gefühle, die uns an unser Wahres-Ich erinnern die antrainierte Stimme der Erfahrung übertönt die Gefühle der Wahrheit in uns. Ihrer Meinung nach ist die frohe Botschaft dabei allerdings, dass der wahre Geist Gottes nie von uns weicht und die Wahrheit wie ein kleines, schlafendes Kätzchen immer tief in uns schlummert. Meine Mutter sagt, dass wir jeder Zeit die Möglichkeit haben uns an die Wahrheit zu erinnern. Tief in unserem Herzen schreit Jesus immer wieder nach einem erfüllten Leben. In vielen leisen Stimmen sagt uns das schlafende Kätzchen, dass wir für etwas Größeres bestimmt sind und es eine Lüge ist, dass wir unser Leben lang in der Gefangenheit der Erfahrung leben müssen. Jesus Christus ist dieser wahre, reine Geist in uns, doch drängt er sich nicht auf. Jederzeit könnte er aus dem tiefen Brunnen heraussteigen und unser Leben übernehmen, doch solange wir im Erfahrungs-Ich leben wollen, wird er sich nicht aufdrängen er ist ein Gentleman. Das Problem dabei sei ihrer Meinung nach nur: Solange wir in aus unseren Erfahrungen leben, anstatt aus der Wahrheit, verfehlen wir das Ziel. Wir verfehlen das Ziel, weil wir das Leben verfehlen. Das Ziel ist das Leben in Freiheit. Das Ziel ist, in unserer wahren Identität zu leben und unsere Bestimmung anzunehmen. Unsere wahre Identität finden wir in der intimen Beziehung zu der Liebe des Vaters. Das Ziel ist nichts Fernes, sondern zu jeder Zeit erreichbar, indem wir die Liebe zu uns und dem Leben zulassen, indem wir unsere Identität als Söhne des Vaters antreten. Bei allem, was wir tun, dürfen wir uns fragen, ob es dem Ziel in der Fülle unserer Identität zu leben dienlich ist. Sünde ist das, was dem Ziel nicht dienlich ist, wobei Sünde nicht der Ursprung 4 ist. 2 Der Ursprung ist die Wahrnehmung des liebevollen Wesens des Vaters, Sünde ist lediglich ein Symptom, eine Folge der inkorrekten Wahrnehmung des Vaters. Es sind mehr als Worte, die meine Mutter mir auf den Weg mitgibt. Es ist die Art, wie sie es sagt. Es sind die Emotionen, mit denen sie zu mir spricht. Es ist die Klarheit und Liebe, die ich in ihren Augen erkenne. Ich fühle, dass ihre Worte direkt aus ihrem Herzen kommen und direkt mein Herz treffen. So wenig wie ich beschreiben kann, was ihren Kuchen so wundervoll macht, kann ich beschreiben, was ihre Worte so wundervoll machen. Ich schmecke einfach, mit welcher Liebe meine Mutter den Kuchen zubereitet hat. So wie das Rezept immer gleich ist, sprechen auch ihre Worte immer von Liebe. Doch sind es die feinen Nuancen im Geschmack, welche den Kuchen und ihre Worte immer wieder auf neue Weise erfahrbar und genüsslich machen. Die frische Schlagsahne rundet den Kuchen im gleichen Maße ab, wie ihre zärtlichen Gesten und liebevollen Blicke ihre Worte komplettieren. An diesem sonnigen Vormittag lachen wir noch viel und amüsieren uns über alte Geschichten. Rundum ist es eine Verabschiedung, wie sie schöner nicht hätte sein können. Am Ende des Vormittags umarmen wir uns nochmal alle herzlich und sprechen uns zu, wie sehr wir uns lieben. Während wir uns umarmen, fordert mich meine Mutter auf, meine Augen zu schließen und das Gefühl der Liebe tief in mein Herz zu legen. Wie ein Schatz in einen tiefen Brunnen, soll ich dieses Bild tief in meinem Herzen bewahren und in meinem Herzen dürfe ich dieses Bild überall hin mitnehmen. Wenn ich mich einsam fühle, soll ich daran denken, dass mein Herz erfüllt ist von Liebe. Aus dieser Liebe heraus darf ich Liebe weitergeben. Denn die Liebe kann nie etwas fordern, sie kann nie etwas nehmen und auch nie etwas erwarten, die Liebe kann immer nur geben, das sei das Geheimnis ihrer langen Beziehung. 1. Kor 13, 1 13 (E
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