Große Sprünge im Mittelmeer

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wildtiere weltweit Große Sprünge im Mittelmeer Im Mittelmeer leben sechs Delfinarten einige davon sind sehr gefährdet. OceanCare setzt sich engagiert für den Erhalt der bedrohten Meeressäuger ein 80 ein
wildtiere weltweit Große Sprünge im Mittelmeer Im Mittelmeer leben sechs Delfinarten einige davon sind sehr gefährdet. OceanCare setzt sich engagiert für den Erhalt der bedrohten Meeressäuger ein 80 ein herz für Tiere Ein Herz für Tiere 81 Es ist zuweilen seltsam mit uns: Da gibt es Tiere, die in Umfragen stets in den Top Five als der Menschen Lieblinge landen und was machen wir? Wir gefährden sie in fast allen Regionen, in denen sie leben, müllen sie im echten Wortsinn mit unseren menschengemachten Problemen zu, stecken sie vielfach in viel zu kleine Delfinarien und nehmen ihnen mit unserem ständig steigenden Heißhunger auf Fisch auch noch ihre Nahrung weg. Ausgerechnet Delfine, die tierischen Sympathieträger schlechthin, die uns seit Menschengedenken faszinieren und im vorhellenistischen Griechenland sogar als Götter verehrt wurden, deren Ausstrahlung und Anziehungskraft Kulturen überspannten und deren Intelligenz außerordentlich ist, müssen zuweilen hart um ihr Überleben kämpfen. Und das fast überall auf der Welt. Möchten Sie zum Delfinforscher auf Zeit werden? Dann buchen Sie doch einfach eine Forschungswoche auf einem Schiff von OceanCare. Dort können Sie direkt an einem der spannenden Forschungsprojekte teilnehmen und die wissenschaftliche Arbeit vor Ort unterstützen. Alle Eckdaten und Informationen zur Anmeldung finden Sie unter: www. oceancare.org/de/cybernews/2013/02/ Walforschung_2013.php Auch wenn Sie vielleicht Ihre Ferien für dieses Jahr schon gebucht haben, können Sie sich bereits melden, falls Sie Interesse an der Teilnahme in einem Projekt im nächsten Jahr interessiert sind. OceanCare wird Ihnen dann gegen Ende des Jahres, sobald die neuen Ter- Insbesondere in den 1990er-Jahren endeten auch Tausende von Streifendelfinen und Gewöhnlichen Delfinen pro Jahr als Beifang in den Fischernetzen. Nicht zuletzt auch der Arbeit von OceanCare ist es zu verdanken, dass diese enorm hohe Zahl an Beifängen seit Jahren wieder stark rückläufig ist. Und doch kommen immer noch zahlmine feststehen, automatisch Bescheid geben. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich sehr, denn so bekommen Sie bereits vor der offiziellen Ausschreibung Gelegenheit, einen Platz in einem der heiß begehrten Projekte zu buchen und Ferien mit Tiefgang zu erleben. Neu in der Projektlistung hinzugekommen ist vor Kurzem folgendes Projekt: Malta Delphinforschung. Leben & Forschen auf dem Segelschiff (Kurssprache Englisch) Termine: Wochenweise vom Anzahl Teilnehmende: 8 10 Kosten pro Woche: Ab 950 Euro (inkl. Kost & Logis, exkl. Anreise) Viel Stress für die Delfine im Mittelmeer Von den weltweit 38 verschiedenen Delfin-Arten leben sechs nicht unweit von uns im Mittelmeer. Detaillierte, das ganze Mittelmeer übergreifende Bestandszahlen gibt es zwar keine, wohl aber regionale Bestandsschätzungen. Und die zeigen, dass selbst die häufigste Art im Mittelmeer, der Streifendelfin, als gefährdet eingestuft werden muss. Durch den Ausbruch von Virenerkrankungen insbesondere in den frühen 1990er-Jahren wurde die Mittelmeerpopulation schätzungsweise um zwei Drittel reduziert, da aufgrund der Belastung durch PCBs und andere organische Chlorverbindungen die Immunabwehr der Tiere so weit herabgesetzt wurde, dass die Virenepidemie überhaupt erst ausbrechen und 2006/2007 erneut um sich greifen konnte, erklärt Sylvia Frey, Leiterin Wissenschaft und Bildung der Meeresschutz-Organisation Ocean Care. Frey leitet selbst ein Projekt in Südfrankreich, ist zwei Monate pro Jahr auf einem Forschungsschiff vor Ort und weiß, mit welchen Problemen Delfine im Mittelmeer vorrangig zu kämpfen haben: Unterwasserlärm durch Schifffahrt und Militär, Wasserverschmutzung mit Chemikalien wie PCB (die sich am Ende der Nahrungskette anreichern, im Fettgewebe der Delfine einlagern und das Immunsystem der Einmal an Bord eines Forschungsschiffes den Delfinen ganz nahe sein: OceanCare macht diesen Lebenstraum möglich Tiere schwächen), Nahrungsmangel als Folge von Überfischungen und Raubfischzuchten (für deren Nahrung wiederum Fische gefangen werden) und auch Plastikmüll im Meer sind die Hauptgründe, warum Delfine im Mittelmeer krank werden, Lebensraum verlieren und unseren Schutz dringend nötig haben. Beifang ist noch immer ein Thema Faire Fischfangmethoden Unter erreichen Sie die Organisation Fair Fish, die sehr umfassenden Fischschutz betreibt nicht nur für den Teller, sondern für die Fische selbst. Die kostenlose Dokumentationsreihe fish-facts, die Sie unter dem Menüpunkt Wissen als PDF downloaden können, bringt Heft für Heft konzentriertes Wissen zu einem speziellen Thema und ist sehr fundiert recherchiert. 82 ein herz für Tiere Großer Tümmler (Tursiops truncatus, o.) und Gewöhnlicher Delfin (Delphinus delphis) sind als im Mittelmeer küstennah lebende Arten gefährdeter als Arten, die Hochseegewässer bevorzugen, weil sich in Küstennähe menschliche Aktivitäten sehr stark häufen. Über die aktuelle Situation des Rundkopfdelfins (Grampus griseus, r. u.) wissen die Forscher wenig. Noch ist die Datenlage zu gering, um seinen Status beurteilen zu können. LInks unten: Teilnehmer auf einem Beobachtungsschiff von OceanCare Ein Herz für Tiere 83 84 ein herz für Tiere Direkt vor Ort führt OceanCare nicht-invasive Forschungsmethoden durch, bei denen nicht in das Leben der Delfine störend eingegriffen wird. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt darauf, durch Beobachtung der Tiere (u.: ein Projekt in Griechenland) und genaue Beschreibung von Bewertungsfaktoren (l. o.: Entnahme von Planktonproben) lokale Maßnahmen abzuleiten, die Probleme für die Delfine im Mittelmeer, zu denen auch der Gewöhnliche Grindwal (Globicephala melas, r. o.) zählt, lösen können reiche Tiere in illegalen Treibnetzen (wurde 2002 von der EU verboten!) und anderen industriellen Fischereigeräten zu Tode, wie Sylvia Frey betont. In vielen Küstenregionen werden zudem zwar nicht in dem Ausmaß wie in den 1960er-Jahren und heutzutage illegal Große Tümmler gezielt bejagt, da sie als Konkurrenten in der Fischerei angesehen werden. Seit über 20 Jahren ist OceanCare nun schon im Delfinschutz aktiv, betreibt Forschungs- und Öffentlichkeitsarbeit, setzt Kampagnen auf, initiiert Proteste und Petitionen (siehe Kasten unten) und mischt sich auch in die Politik der betroffenen Länder ein, um auf deren Gesetzgebung einzuwirken. Knapp ein Dutzend Forschungsund Schutzprojekte führt OceanCare im Mittelmeer durch, sehr viele Projekte in Griechenland, einige davon bereits als Langzeitbeobachtungen. Man muss auf die Trommel hauen und Lärm machen! Schutzmaßnahmen tun Not Die häufigste Delfinart im Mittelmeer, aber dennoch dort als gefährdet eingestuft, ist der Streifendelfin (Stenella coeru- Wie das Projekt um die westgriechische Insel Kalamos: Aufgrund einer umfassenden Datengrundlage, die durch eine seit 1995 durchgeführte Verbreitungsund Verhaltensbeobachtung gewonnen wurde, hat OceanCare dort bewirkt, dass Netze mit größeren Maschen und eine Schonzeit eingeführt sowie Beutel- und Schleppnetze der industriellen Fischerei verboten wurden. Das führte dazu, dass seit zwei Jahren in den zeitweise fast leer gefischten Gewässern wieder größere Fischschwärme auftauchten und mit ihnen auch die Delfine zurückkehrten. Das neueste Projekt läuft gerade in Malta an: Dort soll die Verbreitung der Großen Tümmler und Meeresschildkröten untersucht werden, um geeignete Habitate für zukünftige Kampagne silent Oceans Noch nie war es in den Ozeanen so laut wie heute. In manchen Meeresgebieten hat sich seit 1950 der Schallpegel alle zehn Jahre verdoppelt. OceanCare startete im Juni die internationale Online-Kampagne «Silent Oceans» zum Schutz der Meerestiere vor Unterwasserlärm. In dieser Kampagne wird sie alle relevanten Tierschutzorganisationen weltweit zusammenbringen, um dem Schutz vor Unterwasserlärm Gehör zu verschaffen. Und sie wird Zehntausende von Tierfreunden dazu motivieren, Teil dieser Kampagne zu werden, indem sie und vielleicht auch Sie? Ihre -Adresse auf registrieren. So können möglichst viele Stimmen für stille Ozeane gewonnen und mittels Petitionen die schlimmsten Verursacher von Unterwasserlärm, die NATO, die Erdölindustrie und die Handelsschiffsflotten, angegangen werden. Bis jetzt haben die Verantwortlichen kaum darauf Rücksicht genommen, wo sie ihre Lärmexzesse veranstalten. Das will OceanCare ändern, denn wenn auf der ganze Welt Menschen im Internet protestieren, wird es gelingen, Militär und Ölkonzerne zum Handeln zu bewegen. Protestieren Sie mit! Auch die häufigste Art ist gefährdet leoalba). Gefährdet ist auch der Große Tümmler (Tursiops truncatus), sogar stark gefährdet ist der Gewöhnliche Delfin (Delphinus delphis). Delfin-Arten im Mittelmeer: 1 Gr. Tümmler 2 Streifendelfin 3 Gew. Delfin 4 Rundkopfdelfin 5 Gew. Grindwal 6 Rauzahndelfin (nur kleine Population im östlichen Mittelmeer) 2 4 Schutzgebiete ausweisen zu könnnen. Man muss auf die Trommel hauen und Lärm machen, sonst passiert nichts, sagt Sylvia Frey. Gedanken an der Theke des Supermarkts Die Euro-Krise einiger Mittelmeer- Länder macht es nicht gerade einfacher, Schutzprojekte zu finanzieren. Doch aller Krisen zum Trotz kennt Sylvia Frey auf die Frage, ob Delfine im Mitelmeer eine Chance zum Überleben hätten, nur eine Antwort: Ja, sicher! Es wäre fatal, würde ich etwas anderes denken, ich könnte meine Arbeit dann ja nicht machen. Für gewisse Arten ist es höchste Zeit zu handeln. Aber wenn man handelt, hat sich das Meer relativ schnell wieder gefangen. Wir können Ocean- Care und den Delfinen helfen: Nicht nur mit Spenden, sondern auch mit unserem Verhalten als Konsumenten: Fisch, den wir essen, trägt oft zur Überfischung bei und bedroht damit das Leben der Mittelmeerdelfine. Ihr Schutz fängt für uns also schon an der Supermarkttheke an. Dr. Angelika Huber 6 Fotos: Biosphoto.com/T. Roger, Okapia/J. Brandstetter, FLPA/Minden Pictures/H. Minakuchi/F. Nicklin, OceanCare (2), OceanCare/H. Schmid/G. Bearzi/S. Bonizzoni Ein Herz für Tiere 85
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