Großflugtag in Adelheide

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Abschrift der 1. Beilage zu Nr. 64 der Oldenburgischen Staatszeitung vom Montag, dem 7. März 1938 (Abschrift der 1. Beilage zu Nr. 64 der Oldenburgischen Staatszeitung vom Montag, dem 7. März 1938
Abschrift der 1. Beilage zu Nr. 64 der Oldenburgischen Staatszeitung vom Montag, dem 7. März 1938 (Abschrift der 1. Beilage zu Nr. 64 der Oldenburgischen Staatszeitung vom Montag, dem 7. März nachfolgend in dieser Schriftart) Großflugtag in Adelheide Menschen demonstrieren mit den gewaltigen Wehrflugleistungen den neuen Lebenswillen unseres Volkes Enge Kameradschaft zwischen Bewegung und Wehrmacht schuf das Volksfest der niedersächsischen Heimat Ein Volk bei seiner Wehr In den Märztagen 1935 brausten zum ersten Male deutsche Geschwader über das Reich hinweg und gaben der Welt Kunde: Auch die deutsche Luftwaffe ist wieder auferstanden! Ungeheueres wurde geschaffen. Fieberhaft arbeiteten die Rüstungsbetriebe. In den Flugzeughallen und auf den Rollfeldern wurde es lebendig. Wo vorher weites, flaches Feld war, da wuchsen ungezählte Kasernen aus dem Boden. Und nach zwei Jahren angestrengter Arbeit war das Wunder vollbracht: Eine schlagkräftige, mit modernsten Maschinen ausgerüstete Luftwaffe war entstanden. Aber diese ganze ungeheuere Arbeit vollzog sich nicht vor der Öffentlichkeit. In der Stille wuchs etwas heran, das wir nun heute bewundern können. Wir denken dabei an jenen großen Reichsparteitag in Nürnberg 1936, auf dem zum ersten Male die Luftwaffe groß in Erscheinung trat. Wir denken dabei auch an die militärischen Handlungen beim Erntedankfest in der großen Ebene vor dem Büdeberg. Das alles hat der Öffentlichkeit gezeigt, was für eine gewaltige Leistung vollbracht wurde - Eine Leistung auf die wir alle Stolz sein können. So war es kein Wunder, dass auch der seit Wochen und Monaten mit allen technischen und propagandistischen Mitteln bis ins kleinste vorbereitete Großflugtag in Adelheide, bei Delmenhorst zu einem großartigen Erfolg wurde. War schon der Einsatz der III. Gruppe Kampfgeschwader Boelcke Nr. 157, die sich unter dem Motto Volksgemeinschaft in den Dienst des Winterhilfswerk stellte, Gewähr genug dafür, dass Hervorragendes geleistet wurde, so konnte doch niemand ahnen, das der Tag solche Massen zum Fliegerhorst locken würde. Zweihundertfünfzigtausend Menschen kamen aus allen Teilen des Gaues zusammen, um diesen Tag der glanzvollen fliegerischen Vorführungen mitzuerleben. Schon in den frühen Morgenstunden begann der Anmarsch, Fußmärsche bis zu 20 Kilometer wurden zurückgelegt. Ganze SA, SS, und NSKK Stürme, geschlossene Gefolgschaften der Hitlerjugend und Fußgänger jeden Alters und Geschlechts marschierten in kaum abreißendem Strom auf den Fliegerhorst zu. Mit vorgerückter Morgenstunde sah man nicht nur tausend - Zehntausende waren auf den Beinen, Radfahrer, Fußgänger und Fahrzeuge aller Art füllten und verstopften schließlich die Straßen. Nicht weniger als 25 Sonderzüge rollten durch den Gau Weser-Ems zum Flugplatz. Eine endlose Kette von Autos schob sich auf allen Zufahrtstraßen heran. In vorbildlichem Einsatz bemühten sich die Männer des NSKK, zusammen mit den Kameraden von der Polizei, den Strom in die richtigen Kanäle zu leiten. Ausgezeichnet klappte die Abfertigung der KdF - Sonderzüge. kaum rollte ein Zug in den Bahnhof Delmenhorst ein, so standen schon Autobusse bereit, um die anströmenden Massen in unermüdlichem Pendelverkehr zum Flughafen zu bringen. Gegen elf Uhr ebbte die Völkerwanderung langsam ab. Sämtliche Straßengräben dienten als Abstellplätze für Fahrräder, von denen mehr als gezählt wurden. Die Parkplätze für die vielen Tausend der Kraftfahrzeuge reichten nicht aus, so dass beispielsweise die Straße bis nach Wildeshausen benutzt werden musste. Auf sämtlichen Feldwegen, freien Ackerflächen und Wiesenflächen sah man Fahrzeuge stehen. Dann aber der Flugplatz selbst. Eine mehrere Kilometer lange breite Zuschauermenge umgab hufeisenförmig das gewaltige Rollfeld. Dicht an dicht standen die Menschen - eine unübersehbar, schwarze Menge. Mit militärischer Pünktlichkeit begannen die Vorführungen. In die konzentrierten Kapellen drang das erste laute Motorengebrumm. Ordonanzen sausten auf Kradrädern hin und her, und durch die vorzüglich aufgebauten Lautsprecher wurde das Publikum über jede Einzelheit genau unterrichtet. Auch wer die vielen ausgezeichneten Einrichtungen des Fliegerhorstes besichtigte, fand bei den überall bereitstehenden Mannschaften der Luftwaffe bereitwillig Auskunft. Besonders erwähnenswert ist an dieser Stelle das kameradschaftliche Entgegenkommen sowohl der Offiziere als auch der Männer der Luftwaffe. Ebenso war auch das Verhalten der SS Absperrmannschaften überaus korrekt. So konnte sich trotz der ungeheueren Besucherzahl jeder frei und ungezwungen bewegen. Man bestaunte die Einrichtungen, fragte, ließ sich erklären, fragte wieder - und unermüdlich wurde Auskunft gegeben. Währendessen belebte sich das Rollfeld. Aus den großen Hallen 1,2,3 und 4, in der jeweils eine Verpflegungsstätte eingerichtet war, und aus den Kasinos strömten Menschen herbei, um in gespannter Aufmerksamkeit den Vorführungen zu folgen. Das Programm, das sich nun abwickelte, war - kurz gesagt - hervorragend! Wenn man den Besuchern des Großflugtages ein Klein Nürnberg versprochen hatte, so rechtfertigte der Verlauf der Vorführungen diese Bezeichnung in jeder Weise. Was unsere junge deutsche Luftwaffe hier zeigte, war eine prachtvolle fliegerische Leistung, die ein uneingeschränktes Gesamtlob verdient. Mehr als hundert Maschinen waren zusammengezogen worden. Schlag auf Schlag folgten die Darbietungen: Typenfliegen, Segelflugschlepp, die an das phantastische grenzenden Kunstflugvorführungen Achgelis, Exerzierübungen von Jagd und Sturzkampfverbänden - ein ganzer Luftkrieg entwickelte sich schließlich! In atemraubender Spannung verfolgten die Massen die Hoch und Tiefangriffe, das in Stellung gehen der Oldenburger Flak - über die Köpfe hinweg brausten in ohrenbetäubendem Lärm die großen Bomber, während die Messerschmidt - Maschinen wie aus dem Boden geschnellte Pfeile mit unheimlicher Geschwindigkeit durch die Luft schossen. Das Gebell der Maschinengewehre und das dumpfe kurze ballern der Flak - die sich in der Luft in tollen Figuren tummelnden Maschinen - das brennende Zieldorf schließlich - es war ein Eindruck von unvergesslicher Kraft. Begeistert folgten die Zweihundertfünfzigtausend unter denen sich auch Gauleiter Carl Röver, der Kommandeur Oberstleutnant Dr. Sommer und der Gaubeauftragte des WHW, Gauamtsleiter Denter befanden, diesem Furioso der Lüfte, das jeden packte und das in seiner meisterhaften Beherrschung fliegerischer Kunst in jedem Herzen den Stolz weckte, den Stolz auf die Leistungen unserer deutschen Luftwaffe. Der Kampf in den Lüften beginnt Auf dem Kommandoturm haben sich neben den Regisseuren der Veranstaltung der Kommandeur der III. Kampfgeschwader Boelcke Nr. 157, Oberstleutnant Dr. Sommer und der Gaubeauftragte für das Winterhilfswerk, Gauamtsleiter Denter, und viele höhere Offiziere aller Waffengattungen eingefunden, unter ihnen Generalmajor von Schaurath und ein schneidiger und eleganter italienischer Fliegeroffizier in seiner schmucken Uniform. Zu ihnen allen gesellt sich am Nachmittag, freudig begrüßt, unser wiedergenesener unverwüstlicher Gauleiter Carl Röver. Das weite Rollfeld ist umsäumt von rund 100 blitzenden Maschinen aller Truppen und dann werden - erklärt von der äußerst humorvollen Ansage zweier Fliegerleutnants - die einzelnen Flugzeugtypen der Reihe nach im Fluge vorgeführt. Da ist der neueste deutsche Bomber Heinkel 111 , das Jagdflugzeug Arado GS , der lärmende Sturzbomber Henschel 123 . Dann startet die Messerschmidt 109 , das schnellste deutsche Flugzeug, das bis zu einer Stundengeschwindigkeit von 600 Kilometer gelangt. Von links naht die JU 86 , das Bombenflugzeug mit Dieselmotoren und die bekannte dreimotorige JU 52 . Indessen hat sich ein Bubi mit kurzen Hosen und Tornister gemeldet, der nur mal in einem Flugzeug sitzen möchte, was ihm nach kurzem Zögern gewährt wird. Er wird zu einer Focke - Wulf Stößer geführt, in die er hineinklettert. Aber der braust zum Entsetzten der Ansager auf dem Kommandoturm mit einem so genannten Verrücktenstart ab und fegt in lustigen Kapriolen über das Feld. Die Zuschauer haben es dann allerdings sehr schnell heraus, das es sich bei dem vorwitzigen Bubi um einen ganz gewieften Könner handelt. das Stimmungsbarometer steigt erheblich und steigert sich noch mehr bei der nun folgenden Vorführung des ferngesteuerten Flugzeuges, eines Wunders deutscher Flugbaukunst. Das Flugzeug, dass bei dieser Veranstaltung zum ersten male startet, erregte die uneingeschränkte Bewunderung der Massen, als es auf alle vom Kommandoturm mit dem Fernleitapparat gegebenen Befehle sofort reagiert und alle gewünschten Figuren flog. Leider stellte es sich bei der Landung nachher heraus, dass sich ein Mann in das Flugzeug hineingeschlichen hatte und die Kommandos von einem Funkgerät an das Flugzeug gegeben waren, die dieser Mann nur auszuführen brauchte. Diese Überraschung rief herzliches Gelächter hervor. Vielleicht klappt es in 10 Jahren besser! Dann erfolgte der Segelflugschlepp, der von der Luftwaffe stark gefördert wird, um auch allen Bodenmannschaften Gelegenheit zu geben, sich einmal in höhere Regionen zu bewegen. In einer mit Fähnchen gekennzeichneten Trosse wurden die Segler vom Schleppflugzeug hochgezogen und klinkten sich dann, wen sie genügend hoch sind, aus. Unter anderem wurde hier ein voll segelflugtaugliches Adolf - Hirth - Segelflugzeug vorgeführt. Langsam und majestätisch schwebend gleiten sie dann wieder zum Boden nieder. Als Höhepunkt der vormittaglichen Veranstaltung folgen dann die Kunstflugvorführungen. Was hier gezeigt wird, ist höchstes fliegerisches Können. Als erster ist der Unteroffizier Jakob vom Fliegerhorst in Oldenburg mit einer Focke - Wulf Stößer in der Luft. Ihm folgt Leutnant Ring - Oldenburg auf einem Stieglitz , einem Doppeldecker. Die beiden zeigen in schneller Reihenfolge Rollen, Loopings, Turns und die schwierigen Rollen rechts und links. Aus der Fülle der geflogenen Kunstflugvorführungen heben sich noch der sehr schwierige Rollkreis und das Männchen heraus. War bei diesen ausgezeichneten Leistungen die Bewunderung schon groß und ehrlich, so steigerte sie sich bei den jetzt folgenden Darbietungen unseres deutschen Kunstflugmeisters ins Angemessene: Gerd Achgelis flog! Mit seiner Focke - Wulf Stößer geht er gleich vom Start weg fast senkrecht in die Luft und schießt dann in eine Kehre. Mit einer halben Rolle ist er im Rückenflug und braust in niedriger Höhe über das Rollfeld dahin. Dann zieht er eine Turn senkrecht vom Boden hoch und kommt in sauberster Ausführung in Trudel wieder herunter. Den Zuschauer bleibt der Atem weg, als er in ganz geringer Höhe im Messerflug , das heißt in ganz senkrechter Seitenlage mit vertikalgestellten Flügeln an ihnen vorbeirauscht. Wieder einige Wendungen, dann gibt er einen Looping und eine Pirouette drein, elegant und leicht fällt die Maschine in eine neue Wendung - wunderbar!. Und dann zeigt Achgelis ein Fliegen, dass Kälte über den Rücken jagte. Er steuert eine Rolle und drückt die Maschine in die Tiefe. Das ist ein eleganter Beginn. Dann aber geht s los. Im Rückenflug braust er ein paar Meter über den Köpfen der Zuschauer dahin, mit beiden Händen - im Rückenflug! - nach unten winkend!. Ohne die Hände zu gebrauchen, fliegt er sogar einen Rückenturn!. Das macht ihm so leicht kein zweiter Sterblicher nach. Wen wundert es nach dieser phantastischen Leistung wohl noch, wenn unser Landsmann auf einem Rade seines Fahrwerkes landet in halbschräger Fahrt!. Ansturm auf die Feldküchen Das große Staunen hatte Hunger gemacht. Die Hallen 1,2,3, und 4 waren vollständig ausgeräumt und als Speiseraum eingerichtet worden. Als nach Achgelis mit Riesenbeifall bedachten Vorführung die Mittagspause verkündet wird, setzt sich ein ungeheurer Menschenstrom auf die Halle und das dahinter liegende Wirtschaftsgebäude ein, während drei Musikkapellen mit flotten Weisen die Zeit vertreiben bis Liter Essen stehen als schmackhaftes Eintopfessen in Form einer kräftigen Erbsensuppe bereit, um die hungrigen Gemüter zu sättigen. Was noch nicht an die Feldküchen gelangen kann oder bereits gegessen hat, kann in der Pause die Unterkünfte und Anlagen besichtigen und dabei feststellen, dass der Fliegerhorst Adelheide nicht umsonst in dem Ruf steht, einer der schönsten und vorbildlichsten seiner Art in ganz Deutschland zu sein. Bald ist die Mittagspause herum und dann, als alles wieder im Feld versammelt ist, spricht, zur großen Freude der Massen unser wiedergenesener Gauleiter. Er tritt an das Mikrophon auf dem Kommandoturm, von wo sein Blick frei über die Menschenmassen dort unten schweifen kann, an die Carl Röver sich jetzt wendet: Als Sie, Herr Oberstleutnant...so beginnt der Gauleiter, im Oktober des vorigen Jahres meldeten, dass sie Fliegermänner von Delmenhorst für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes noch vor Beginn des Frühjahres eine großen Flugtag steigen lassen wollten, haben wir Männer Hitlers uns dazu gefreut. Ich kann an dieser Stelle meinem PG Denter von der NSA meine Dank aussprechen, dass er der Bitte der Flieger gefolgt ist. Nun sind wir mitten im Erleben auf dem Flugplatz und da spreche ich euch, ihr Männer von der Luftwaffe, und Ihnen, Herr Oberstleutnant, meine besten Glückwünsche für das Gelingen aus. Dieser Volksflugtag ist nicht nur ein ungeheurer Erfolg der Organisation, sondern noch mehr der wunderbaren Kameradschaft zwischen den Soldaten und den Männern der Bewegung. Sie alle haben Ihren Teil zum Gelingen beigetragen, neben den Soldaten die Männer der SA, der SS, des NSKK und noch viele andere. Wir Nationalsozialisten haben die Flieger von Delmenhorst für diesen Tag in unser Herz geschlossen! so fährt Gauleiter Röver fort und erklärt dann: Dieser Flugtag ist eine große Demonstration für den Lebenswillen unseres Volkes. Noch nie in der Geschichte gab es eine derartige Harmonie, eine solch gewaltige Anteilnahme der Volksgenossen aus unserer niederdeutschen Heimat. Das ist der Beweis für den guten Geist, den Adolf Hitler in das deutsche Volk hat einziehen lassen, hier sind Menschen aller Stände mit den Offizieren und Soldaten eins. Der Gauleiter hob dann hervor, dass diese Schau der Luftwaffe den Willen des Führers dokumentiere, alles einzusetzen, um Deutschland zu schützen und den Frieden zu garantieren. Die letzten fünf Jahre seine der Beweis dafür, das dieser Frieden nur möglich sei, wenn das Volk bereit ist. Zum Schluss seiner Ansprache ermahnte Carl Röver, an diesem Tage das glückliche Gefühl mitzunehmen, in großen Stunden auf dem Flugplatz Delmenhorst dabei gewesen zu sein und in tiefster Dankbarkeit des Mannes zu gedenken, dessen Tatkraft und unbändiger Wille diesen Tag schenkte. Der Gauleiter wies abschließend noch darauf hin, dass es ihn mit ganz besonderem Stolz erfülle, nach seinem Unfall auf der Reichsautobahn vor diesem Forum zum ersten Male wieder sprechen zu dürfen. Mit den Worten: So sollt ihr es erleben, dass der alte Haudegen Carl Röver seinen Dienst wieder antritt mit der Parole: Der Kampf geht weiter! schloss der Gauleiter seine mit riesigem Beifall bedachte Ansprache. Die Exerzierübungen beginnen! Indessen sind am Rande des Flugplatzes eine Reihe der vielen dort aufgestellten Maschinen angeworfen worden, ihre Propeller drehen sich bereits langsam. Die Piloten sind in ihre Maschinen geklettert und werden festgeschnallt. Sie schieben ihre Brillen über die Augen und dann gibt der Führer der Jagdstaffel das Zeichen zum Start. Neun Arados , die Hälfte aus dem Fliegerhorst Bernburg, erheben sich in geschlossener Formation im Staffelteil in die Luft, der Führerteil voraus, die beiden anderen halblinks und halbrechts folgend. Motorengeräusche von etlichen tausend Pferdestärken dröhnt auf und vereinigt sich zu wild schwingendem Brummen, das sich zu heulendem Wüten steigert, wenn die Staffel im Tiefflug über die Menschen dahinbraust und ihre verschiedenen Verbandsarten, Flugformen und Formwechsel mit verblüffender Präzision durchführt. Was nun folgt, gehört zu den eindruckvollsten Erlebnissen dieses Tages. Die aus Jever gekommenen Messerschmidt ME 109, die Weltrekordflugzeuge mit ihrer phantastischen Geschwindigkeit, deren Grenze über 600 Stundenkilometer liegt, starten, nein streben in den Himmel. Mit ihrem eingezogenen Fahrwerk und den verhältnismäßig kleinen Tragflächen ohne jede äußere Verspannung brausten sie im Tiefflug wie unheimliche Torpedos über das weite Feld und sind im nächsten Augenblick bereits außer Sicht. Auch sie führen verschiedene Exerzierübungen vor und erfüllen zusammen mit den Arados , die in der Luft einen sauberen Kreis fliegen, mit ihrem unheimlichen Getöse. Als nächstes führen die aus Lübeck - Blankensee gekommenen Henschel 123 , besonders kräftig gebaute Sturzbomber, ihre Übungen vor und paradieren mit einer brillant einexerzierten schnurgeraden Reihe. Dann brausen die neun Flugzeuge mit starr und gewaltige gespreiteten Flügeln in einer wie mit Ketten gebundenen dreieckigen Flugordnung in geringer Höhe über den Platz, die Luft mit dem tiefen Dröhnen ihrer Motoren erfüllend, so das man fast den heißen Atem der Motoren zu fühlen vermeint. Das alles wirkt so einfach, so selbstverständlich und sicher, hier bei den nun folgenden Vorführungen einer Kampfstaffel der III. Gruppe des Kampfgeschwaders Boelcke Nr. 157 aus Delmenhorst, dass es die hunderttausend packt und ergreift. Mit wildem zischendem Pfeifen jagen die Messerschmidt - Maschinen zwischen ihnen herum und dann nimmt alles das Gas weg und setzt zur Landung an. Langsam schweben die Maschinen aus, die Räder berühren Grund, die Fahrt mindert sich und die Flugzeuge rollen bis zum endlichen Stillstand. Als das Rollfeld frei ist, erschallen vom Kommandoturm kurze knappe Kommandos und dann folgt ein neues packendes Schauspiel. Die Oldenburger Flak marschiert auf! Mit drei Batterien schwerer 8,8 Zentimeter und leichter 3,7 Zentimeter Geschütze jagen sie auf das Feld. Im Augenblick sind die Geschütze abgeprotzt und richten ihre drohenden Schlünde fast senkrecht in den Himmel. Die Wagen selbst fahren sogleich wieder in die Deckung zurück, die Mannschaften nehmen vorläufig Fliegerdeckung. Ein Fliegerangriff ist gemeldet! Da löst sich schon, aus Richtung Bremen kommend, die feindliche Arado - Staffel der Bernburger Flieger aus dem tiefverhängten Wolkenschleier. Auch auf dem Flugplatz heulen Motoren auf, die Jäger und das Kampfgeschwader Boelcke jagen zur Abwehr der feindlichen Flugzeuge in die Luft. Zuletzt die Messerschmidts , sie dürfen sich erlauben, erst im letzten Augenblick zu starten infolge ihrer riesigen Schnelligkeit. Die Flakgeschütze treten in Tätigkeit und der vielfache Knall ihrer Abschüsse vereint sich zu einem alles übertönenden ungeheuren Lärm mit dem hochgepeitschten, in raschen Zittern schwingenden metallisch Singen der Motoren. Die vielen Tausende der Zuschauer werden angesteckt. Es erfasst sie ein Gefühl des Zerreißens, des Zerspringens einer nicht länger zu beherrschenden Kraft. Die Spannung wechselt zwischen Beklemmung, Zuversicht und Jauchzen. Wie Mücken umschwärmen die pfeilschnellen Jäger die feindlichen Staffeln, zu denen sich jetzt noch die Sturzkampfgruppe Lübeck - Blankensee mit ihren Henschel 123 gesellt, der Geschwindigkeitsrausch hat das atemlose Volk in der weiten Runde erfasst. Bald ist das Zieldorf nur noch ein Trümmerhaufen, lediglich der Kirchturm bleibt stehen. Ein Luftabwehrzug der Maschinengewehrkompanie des Infantrieregimentes 65 ist auf das Feld galoppiert und mengt das infernalische Getöse der rund 50 sich in der Luft befindlichen Maschinen das Bellen seiner Maschinengewehre. Plötzlich ertönt ein lang gezogenes dumpfes Sirenegeheul, der Kampf und damit die Vorführung sind zu Ende. Unter dem gewaltigen Eindruck des soeben Erlebten stehend, singen Menschen nach einem vom Kommandeur des Fliegerhorstes, Oberstleutnant Dr. Sommer, auf den Führer ausgebrachtes Sieg Heil entblößten Haup
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