Gut beraten. Zweiter Fachtag der Kompetenzagentur Jena 23. November 2012 KuBuS Jena

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Gut beraten. Zweiter Fachtag der Kompetenzagentur Jena 23. November 2012 KuBuS Jena Vorwort Kennen Sie das? Da sitzt man im Beratungsgespräch mit einem Ratsuchenden, ist sich sicher, den genialen Vorschlag
Gut beraten. Zweiter Fachtag der Kompetenzagentur Jena 23. November 2012 KuBuS Jena Vorwort Kennen Sie das? Da sitzt man im Beratungsgespräch mit einem Ratsuchenden, ist sich sicher, den genialen Vorschlag gemacht zu haben und stößt auf Granit. Der gut gemeinte Rat kommt nicht an, im schlimmsten Fall wird er direkt abgelehnt. Und nicht selten bleibt ein frustrierter Berater zurück. Wenn Lehrer, Sozialpädagogen oder Fallmanager im Beratungsgespräch mit jungen Menschen auf das Thema Berufsorientierung, Ausbildungsplatzsuche oder Bewerbung zu sprechen kommen, dann schlägt ihnen selten eine Welle der Begeisterung entgegen. Diese Erfahrungen sind uns leider nicht fremd und so haben wir uns auf die Suche gemacht, neue Strategien zu erproben und unsere Beratungskompetenzen auszubauen. Auf diesem Weg sind wir den MiniMax-Interventionen von Dr. Manfred Prior begegnet: 15 kleine Interventionsstrategien die helfen, Widerstände gar nicht erst entstehen zu lassen und Motivation und Kooperationsbereitschaft aufzubauen. Das taschenbuchkleine und gut lesbare Fachbuch ist mit seinen nur 96 Seiten seit Jahren der Beratungsbestseller des deutschen Buchmarktes. Wir sind sehr erfreut, dass uns Dr. Prior im Rahmen des zweiten Fachtages der Kompetenzagentur Jena die Geheimnisse der MiniMax-Interventionen vermittelt hat. Gut beraten am Übergang? Mit dieser Frage sind wir am Nachmittag mit Vertretern aus Firmen, Schulen, Agentur für Arbeit und Jugendlichen ins Gespräch gekommen und diskutierten, was junge Menschen mit ungünstigen Startvoraussetzungen auf dem Weg in Ausbildung benötigen. Mit dem Fachtag feierten wir gleichzeitig das fünfjährige Bestehen der Kompetenzagentur in Jena, die als Teil der Initiative JUGEND STÄRKEN des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend benachteiligte Jugendliche am Übergang Schule-Beruf begleitet. Interessierte und Fachkräfte waren eingeladen zu Vortrag, Diskussion, Begegnung und Erfahrungsaustausch. gefördert von Gut beraten. Fachtag der Kompetenzagentur Jena 2 Programm ab 8:00 Ankommen, Stehkaffee, Tagungsunterlagen 08:30 08:35 08:50 09:15 09:30 Begrüßung, Vorstellung des Programms Michael Kaden, Kompetenzagentur Jena Grußworte Grußwort der Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit Sabine Heßler, TMSFG Frank Schenker, Bürgermeister und Dezernent für Familie und Soziales David Hirsch, Geschäftsführer ÜAG ggmbh Fünf Jahre Kompetenzagentur Jena Bilanz und Ausblick Team Kompetenzagentur Interview mit Dr. Manfred Prior Michael Kaden Vortrag MiniMax-Interventionen I Dr. Manfred Prior 10:30 kurze Pause 10:45 12:00 Vortrag MiniMax-Interventionen II Dr. Manfred Prior Einladung Michael Kaden 12:10 Begegnung und Buffet 13:00 14:45 Gut beraten am Übergang? Diskussionsrunde mit Arbeitgebern, Beratern, Jugendlichen und Lehrern Torsten Cott, OKJ Jena musikalische Ausgestaltung: Janine Kuphal Danksagung Team Kompetenzagentur Gut beraten. Fachtag der Kompetenzagentur Jena 3 Grußworte Grußwort der Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD) Sehr geehrte Damen und Herren, Ich freue mich, auf diesem Wege ein paar Worte an Sie zu richten zu dürfen. Ich gratuliere vor allem ganz herzlich zum 5-jährigen Bestehen der Kompetenzagentur Jena. Als verantwortliche Ministerin für die Jugend in unserem Land kann ich Ihnen versichern, dass die Arbeit in den Kompetenzagenturen bekannt und hoch angesehen ist. Sie kennen das Problem der jungen Leute nur zu gut: Die Schule ist geschafft, Fragen im Kopf, aber keine Idee, wie es weitergehen kann. So ergeht es jährlich vielen Jugendlichen im Freistaat. Einige von ihnen finden dann auf unterschiedlichste Weise den Weg in die Kompetenzagenturen. Und was geschieht dann? Sie hören sich die Sorgen und Nöte der jungen Menschen an, beraten sie und zeigen Wege auf. Sie tun das, ohne Ihren Klientel vorzuverurteilen. Sie erfahren in Einzelgesprächen von den Stärken und Schwächen der Jugendlichen und suchen dann gemeinsam mit ihnen nach Lösungen. Sie begleiten sie bei Behördengängen, zu Beratungsstellen, in Ausbildungseinrichtungen und Betriebe. Sie sind somit oft die Hilfe bei ihrer Suche nach passgenauen Angeboten zum Einstieg in einen Beruf. Um hier das Beste zu finden, kooperieren Sie mit Partnern der Berufsbildung, der Jugendhilfe, mit Schulen und Ausbildungsbetrieben. Und alles was Sie tun, geschieht im Einvernehmen mit dem Jugendlichen und mit viel Geduld. Mit Ihrem großen Engagement zeigen Sie den Jugendlichen, dass es möglich ist, trotz vieler Schwierigkeiten - sozialer, familiärer oder persönlicher Art - einen Ausweg zu finden, neue Perspektiven zu erkennen und das Leben eigenverantwortlich zu meistern ist. Diese intensive und individuelle Betreuung kostet viel Zeit und vor allem Kraft. Aber es lohnt sich! Es lohnt sich, jeden Einzelnen abzuholen, ihn mitzunehmen und nicht auf der Strecke zu lassen. Denn trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs, von dem nicht alle gleichermaßen profitieren, benötigt vor allem ein Teil der Jugendlichen besondere Unterstützung am Übergang Schule-Beruf. Gut beraten. Fachtag der Kompetenzagentur Jena 4 Wir können es uns in Thüringen einfach nicht leisten, jemanden zurückzulassen. Wir brauchen die jungen Menschen in unserem Land und können nicht auf sie verzichten. Ich möchte Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, danken und meine Anerkennung aussprechen. Ich danke Ihnen für Ihre tägliche Geduld und für Ihr Engagement. Dieser Dank gilt auch den vielen Netzwerkpartnern. Ich danke für jede erfolgreiche Entwicklung eines jungen Menschen, den Sie betreut und begleitet haben. Ohne Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kompetenzagenturen, und Ihre Netzwerkpartner wäre der Durchbruch für manchen Jugendlichen kaum möglich gewesen. Trotz der momentanen Schwierigkeiten und Hürden, die in der nächsten Förderperiode ab 2014 auf Sie zukommen werden, wünsche ich mir, dass Sie auch weiterhin motiviert und zuversichtlich junge Menschen auf ihrem schweren Weg beim Übergang von der Schule ins Berufsleben begleiten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen persönlich und Ihren Familien alles Gute. Für die heutige Fachtagung wünsche ich einen erfolgreichen Verlauf, viele neue Impulse und bleiben Sie im Gespräch. Es grüßt Sie herzlich Heike Taubert Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit Gut beraten. Fachtag der Kompetenzagentur Jena 5 Frank Schenker, Bürgermeister und Dezernent für Familie und Soziales Lieber Herr Kaden, Herr Hirsch, Herr Dr. Prior, meine Damen und Herren, ich bin gern gekommen. Fünf Jahre Kompetenzagentur ist ein Grund zum Feiern und Sie nutzen es als Fachtagung das spricht für Sie. Ich möchte jetzt nicht die Arbeit der Kompetenzagentur spiegeln, das machen die Fachleute selber. In meinem Grußwort geht es vielmehr darum, die Position der Stadt darzustellen. Die Stadt Jena ist in der Außenwahrnehmung die Stadt der Wissenschaft, der Technik, der Hochtechnologie, der Bildung. Aber wir wissen selbstverständlich, ich selbst konnte das in meiner beruflichen Biografie als Lehrer und Schulamtsleiter erfahren, dass es nicht nur die Gewinner gibt. Es gibt eben auch in Jena junge Menschen, bei denen die Entwicklung in der Schule und im Beruf nicht so glatt verläuft. Es gibt Kinder und Jugendliche, die sehr unsicher sind. Wir haben in der Stadt die geringste Schulabbrecherquote von Thüringen, aber wir haben auch Schulabbrecher. Und das sind genau die jungen Menschen, die sie gut unterstützen. Ich weiß, dass die Förderung des Programms ausläuft. Wir wissen auch alle, dass die Frage der individuellen Begleitung im Übergang von der Schule in den Beruf systematisch nicht besonders gut organisiert ist. Ich weiß auch nicht selber, wie man diesen besser organisieren kann, aber ich sehe hier die Vertreter vom Schulamt. Vielleicht ist das eine Aufgabe für uns gemeinsam, dass wir mit der Arbeitsagentur und den Kollegen von jenarbeit überlegen, ob wir diese Möglichkeit der individuellen Begleitung in der Zeit nach der Förderung besser organisieren können. Auf jeden Fall wünsche ich mir, dass die Erfahrungen Ihres Teams, Herr Kaden, nicht verlorengehen, sondern dass wir diese nach der Förderperiode durch den Bund in Jena weiter für die Heranwachsenden bereitstellen können. Der Fachtagung wünsche ich natürlich viel Erfolg, viel Interesse und dass Sie möglichst die Herzen berühren und dann auch handlungswirksam werden können. Den Organisatoren herzlichen Dank. Alles Gute Ihnen. Gut beraten. Fachtag der Kompetenzagentur Jena 6 David Hirsch, Geschäftsführer ÜAG ggmbh Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste des Fachtages der KA, anlässlich ihres 5-jährigen Bestehens, lieber Herr Bürgermeister Schenker, als Geschäftsführer der die KA tragenden ÜAG begrüße auch ich Sie ganz, ganz herzlich hier im Kubus in Jena zum heutigen Jubiläumsfachtag. 5 Jahre Jubiläum sind auf der einen Seite zwar noch keine lange Zeit noch keine Volljährigkeit, noch nicht mal der Schuleinstieg um das mal mit der menschlichen Entwicklung zu vergleichen. Für ein Projekt aber durchaus, welches sich mit Inhalten beschäftigt, die in unserer derzeitigen Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation förmlich nach Vorhandensein und deshalb vor dem Hintergrund eines Projektes nach Verstetigung rufen! Deshalb befindet sich die Kompetenzagentur am absehbaren Projektlaufzeitende auf der einen Seite auf der anderen Seite aber an der zunehmenden Kompetenzfeststellungsnotwendigkeit in Regelschulen in einer spannenden Phase. Fast so spannend wie die ÜAG insgesamt, die seit August als privatisiertes, gemeinnütziges Unternehmen unterwegs ist, worauf ich in diesem Grußwort aber nicht näher eingehen will. Zwei Dinge sind mir wichtig etwas zu entfalten: Gratulation und Dank Die Kompetenzfeststellung im Kontext unserer Ausbildungs- und beruflichen Situation. Ich beginne mit Zweiterem: Im Gespräch mit UnternehmerInnen begegnet mir immer wieder, dass die heutige Jugend nicht mehr das aufweisen könne, was man von früheren Azubis gewohnt sei. Sicherlich haben sich die Jugendlichen spiegelbildlich zu unserer Gesellschaft verändert. ABER vor allem hat sich die Gesellschaft und deren Zusammensetzung geändert. Stichwort: Demographie: Jugendliche, die heute aufgrund der Auzubildendenknappheit (Stichwort: Unternehmen bewerben sich!) einen Ausbildungsplatz finden, wären vor Jahren sämtlich noch in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen gelandet. In sofern haben sich die Jugendlichen sicher auch vor allem aber die Gesellschaft, deren Anforderungen und Zusammensetzung geändert. Dies führt dazu, dass Berufs(wahl)orientierung vor allem im Hinblick auf die spätere, praktische Tätigkeit bzw. das Kennenlernen des Berufsfeldes immer wichtiger wird. Mein Apell und da weiß ich vor allem die klein-/mittelständischen Unternehmen hinter mir: eine systematische Berufswahlorientierung (Kompetenzfeststellung, die dann dazu führt) in der Mittelstuffe für sämtliche Schulzweige auch -um die Studienabbrecherquote nicht unsere originäre Zielgruppe - zu senken. Gleichzeitig ist mein Eindruck, dass die föderale Projektarbeit dazu wenig hilfreich ist. Es gibt Mittel, vielleicht sogar genug Mittel. Gut beraten. Fachtag der Kompetenzagentur Jena 7 Sie werden aber ineffizient eingesetzt. Das ist zumindest meine Analyse mit Blick auf die derzeitige Situation. Deshalb mein Apell der Verstetigung und der flächendeckenden, vergleichbaren und mitteleffizenten Systeme. Nun zur Gratulation und zum Dank: sicher trägt die ÜAG die Kompetenzagentur. Und trotz dem IST die Kompetenzagentur ein Netzwerk und lebt davon. Von daher: herzlichen Glückwunsch zum 5-jährigen und herzlichen Dank allen Netzwerk-/Projektpartnern und Herrn Kaden und seinem Team für das unermütliche Engagement / den unermütlichen Einsatz zum Wohle der Jugendlichen. Einen erfolgreichen Tagesverlauf wünsche ich Ihnen und bleiben Sie der Kompetenzagentur der ÜAG netzwerklich und inhaltlich verbunden. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Gut beraten. Fachtag der Kompetenzagentur Jena 8 MiniMax-Interventionen Vortrag von Dr. Manfred Prior (Gekürzt und bearbeitet) MiniMax-Interventionen beschreiben Kleinigkeiten, die aus meiner Sicht sinnvoll sind, wenn jemand zu einem kommt mit irgendeinem Problem, in der Hoffnung, dass man mit dem Problem weiterkommt. Das ist der Ausgangspunkt: Da ist ein roter Bereich mit der Überschrift Problem. Wenn die Leute zu mir kommen, dann ist der Auftakt oft so, dass sie sagen: Ach Herr Prior, mein Problem ist, dass ich immer so im Stress bin oder Mein Problem ist, dass bei mir immer alles so unordentlich und chaotisch ist oder Mein Problem ist, im Gegenteil, bei mir muss es alles immer ordentlich sein. Wenn es nicht ordentlich ist, dann kann ich gar nicht erst anfangen oder Mein Problem ist, dass ich immer so emotional reagiere oder andere kommen und sagen Meine Frau sagt immer, dass ich so rational sei. Es gibt dabei immer zwei Pole. Man kriegt es hin, dass alles ein Problem ist. Die Art und Weise, wie man ein Problem entstehen lässt ist, dass man etwas als negativ bewerten muss. Man sagt beispielsweise Ich bin so ordentlich das ist doof oder man sagt Ich bin so unordentlich das ist doof, Ich bin so emotional das ist doof oder Ich bin so rational das ist doof. Es muss bei der Bewertung immer ein Minus, eine negative Bewertung, geben, damit man ein Problem zustande bekommt. Das ist die Voraussetzung dafür. Und so ist i.d.r. der Auftakt: man benennt irgendetwas, z.b. Ich sag immer viel zu schnell ja und das ist doof oder Ich sag immer erst mal nein und bin abwehrend anstatt offen zu sein. Man nimmt etwas und setzt davor ein Minus. Für diesen Ausgangspunkt sind die Kleinigkeiten, die ich in dem Büchlein MiniMax-Interventionen beschrieben habe hilfreich und ich freue mich, Ihnen diese hier vorstellen zu können. Wir werden heute überprüfen können, ob das, was Kleinigkeiten sind, die angeblich große Wirkung haben, auch stimmt. Meine Bitte ist, dass Sie das kritisch überprüfen. Am besten nehmen Sie sich etwas, was Sie gut kennen und wo Sie diesen Ausgangspunkt haben: Ich und dann irgendetwas, was man als negativ bewertet. Diesen Ausgangspunkt nehmen wir und werden diese kleinen Veränderungen durchführen, die im Buch beschrieben sind, und schauen, wie es einem dabei geht. Wer eine Sache hat, und bitte nur eine Sache, damit wir da nicht so ein Kuddel-Muddel machen, der nickt mal bitte mit dem Kopf, denn dann weiß ich, wann wir weitermachen können. Das hilft mir, denn ich bin von Haus aus Psychologe und das, was mich von den meisten Leuten unterscheidet ist, dass ich weiß, dass ich nicht in Sie hineinschauen Gut beraten. Fachtag der Kompetenzagentur Jena 9 kann. Und da brauche ich dann solche Hinweise. Mein Problem ist 1. dass mir immer wieder vorgehalten wird, dass ich nicht diplomatisch bin 2. fehlende Körperbeherrschung - man sieht mir immer schnell an, was sich denke 3. ich bin immer so unstrukturiert 4. mein Schreibtisch ist immer so voll und ordentlich. 5. dass ich immer so viel rauche. Das sind gute Probleme für unsere Zwecke. Wunderbar. Jeder hat da seine eigenen Sachen.Wir nehmen dies als Ausgangspunkt an dem wir bemessen, ob es einen Fortschritt gibt, den wir festhalten können. Meine Bitte: Sagen Sie sich innerlich ganz still vor sich hin ich bin immer so unordentlich oder ich bin immer so unstrukturiert oder ich habe immer so einen übervollen Schreibtisch oder ich fange immer wieder mit dem Rauchen an. Bitte achten Sie darauf, wie es Ihnen dabei geht. Damit wir später einen Vergleich haben, schlage ich für eine Effektivitätskontrolle eine Skala von 0 bis 100 vor - eine Skala bezüglich der Zuversicht wie wir das Problem geregelt kriegen. Wenn wir dann den Zahlenwert 0 geben entspricht das: In dem Leben kriegen wir das Problem nie mehr geregelt. Wenn wir den Zahlenwert 100 geben, dann ist das so wie Ich stehe kurz davor das Problem endgültig zu lösen, es ist nur eine Frage der Zeit, davon kann mich eigentlich nichts abhalten. Bei der Skala ist oben die absolute Zuversicht bei einem Zahlenwert 100 und 0 steht für keinerlei Hoffnung, dass ich das Problem in diesem Leben geregelt kriege. Das ist mein Vorschlag, um bei der ganzen Unterschiedlichkeit der Worte dies vereinheitlichen zu können. Meine Bitte ist, dass sich jeder einen Zahlenwert festlegt, der für ihn stimmt wenn wir so starten und dann schauen wir, ob und wie die Minimax Interventionen helfen, dass der Zahlenwert nach oben geht. Und wenn der Wert nach oben geht dann würde ich vorschlagen, dass wir davon ausgehen, dass es was Gutes war, was wir gemacht haben. Ich bin ja Psychologe und kann nicht in Sie hineingucken, deswegen bin ich darauf angewiesen, ein paar Worte von Ihnen zu hören. Also wie geht es Ihnen wenn Sie so anfangen immer bin ich so unordentlich oder immer fang ich wieder mit rauchen an? Ärger, schlecht, zieht runter, traurig, unzufrieden, es entsteht eine Enge, wütend So wie Sie das beschreiben sind das alles Gefühle. Wie ist es denn mit dem Visuellen, ist es eher hell oder dunkel, welche Farben sehen Sie? rot, grau, Nebel Also, das hört sich nicht so prickelnd an. Für diesen Punkt setzen wir den Maßstab an, hier wollen wir eine Besserung erzielen. Leuchtet das ein? Ist das Sinnvoll? Bitte bestimmen Sie einen Zahlenwert, einer der für Sie stimmt. Es ist völlig egal welcher Wert, Gut beraten. Fachtag der Kompetenzagentur Jena 10 entscheidend ist, dass wir ein Maß haben um beurteilen zu können in welchem Ausmaß wir eine Besserung erzielt haben. Ja? Ok. Jeder hat einen Zahlenwert und Ausgangspunkt war ich und immer. Wenn wir so starten, dann starten wir mit einer groben Erstinformation, die aber gewisse Nachteile hat. Weil mit diesem Wörtchen immer ausgeblendet wird, das es zu diesem Problem, das man hat, auch Ausnahmen gibt. Meine Erfahrungen und meine jahrzehntelange wissenschaftliche Forschungen im Bereich menschlicher Probleme sind zu dem Entschluss gekommen, dass die Probleme die wir mit Beratung und Therapie bessern können, Probleme sind, wo es Ausnahmen gibt. Ich will das erläutern. Wenn ich sage Mein rechtes Bein ist zu kurz und es ist kürzer als das Linke, dann ist das möglicherweise ein Problem. Ich kann sagen Mein rechtes Bein ist immer viel kürzer als das Linke. Das ist eine anatomische Gegebenheit, die können wir mit Beratung und Therapie nicht verändern. Da können wir zum Chirurgen gehen und wenn wir den richtigen herausgesucht haben, kann das auch nicht schlechter werden. Wenn ich aber sage Ich leide immer darunter, dass mein rechtes Bein kürzer ist als das Linke. Dann ist das etwas, was wir durch Beratung ändern können - das Ausmaß des Leidens ist etwas, was wir beeinflussen können. Denn es gibt Menschen, die haben ein zu kurzes Bein und für die ist das überhaupt kein Problem. Die erklären einem noch, was Sie dadurch besser machen können. Also diesen Bereich des Leidens können wir verändern und wenn man das Problem so beschreibt, dann gibt es immer dazu auch Ausnahmen, denn wenn jemand behauptet ich leide immer so darunter, dass das rechte Bein kürzer ist, dann kann man ihm klar sagen: Das ist eine richtige allgemeine Grobinformierung, aber das würde voraussetzen, dass du immer daran denkst. Im Augenblick jedoch merke ich, dass du ganz mit mir im Gespräch bist und dein Bein ausblendest. Jetzt erinnere ich dich wieder daran und du fängst möglicherweise an zu leiden, aber vorher hast du es ausgeblendet. Bei den Dingen, die wir mit Beratung ändern können, stimmt meiner Meinung nach das Wörtchen immer nicht. Was wir sagen können ist meistens, oft, manchmal oder fast immer jedenfalls nicht immer. Wenn jemand sagt Ich bin immer so unstrukturiert, dann würde ich sicher sein, dass ich im Gespräch nach kurzer Zeit Bereiche finden würde, wo diese Person strukturiert ist. Meine Bitte wäre, dass Sie mal das, womit Sie gestartet sind, untersuchen: Ist das wirklich so, dass es immer so ist? - Da sehe ich viel Kopfschütteln. Ist es so, dass man korrekterweise eigentlich sagen müsste: Meistens, oft, manchmal oder fast immer? Ja? Deswegen
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