Im Land der Azteken und Maya oder Wer war Vitzliputzli?

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Im Land der Azteken und Maya oder Wer war Vitzliputzli? Ein Reisebericht über die Erlebnisreise der Sportgemeinschaft der Regierung und des Bezirks Unterfranken vom bis nach Mexiko von
Im Land der Azteken und Maya oder Wer war Vitzliputzli? Ein Reisebericht über die Erlebnisreise der Sportgemeinschaft der Regierung und des Bezirks Unterfranken vom bis nach Mexiko von Christina Wyrwich und Detlev Stengel Nach elf ereignisreichen Tagen quer durch Mexiko haben wir am karibischen Strand von Playa del Carmen Dank der dreitägigen Verlängerung, die wir uns gegönnt haben Zeit und Muße den Verlauf der Reise noch einmal Revue passieren zu lassen: 2675 km liegen nun hinter uns, wir durchquerten elf Bundesstaaten, bewegten uns auf kurvenreichen Straßen in Höhen zwischen 0 und 3100 Metern, bestaunten acht der bekanntesten Ausgrabungsstätten von Azteken und Mayas, besuchten zahlreiche bedeutende, prächtige und auch erstaunliche Kirchen, wechselten achtmal das Hotel und blieben dabei Gott sei Dank von größeren gesundheitlich bedingten Ausfällen verschont, was nicht allen Reisegruppen vor uns vergönnt war. Mit unserem mexikanischen Reiseleiter Sergio Sanchez (einem Professor für deutsche Literatur der Romantik) haben wir wahrscheinlich das große Los gezogen. Er erläuterte uns fachkundig die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, bei denen wir Halt machten, brachte uns die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschen und Mexikanern, aber auch innerhalb der mexikanischen Bevölkerung nahe, machte auf Besonderheiten in Flora und Fauna aufmerksam, war stets zur Stelle, wenn ein Briefkasten, eine Apotheke oder auch ein besonderer Tequila gesucht wurde und kümmerte sich mit nahezu preußischer Akribie darum, dass bei den zahlreichen Hotelwechseln stets alle Koffer ihren richtigen Platz fanden. Das konnten wir bereits nach unserer Ankunft in Mexico-City feststellen, als wir ziemlich ermattet nach 12-stündigem Flug und 1,5 Stunden Anstehen für die Einreiseformalitäten von Sergio be- reits mit Zahlenaufklebern für die Koffer erwartet wurden. Unser Staunen über die Gepäckträger, die Unmengen an Gepäck absolut sicher auf ihre kleinen Karren luden kommentierte Sergio nur mit total organisiertes Chaos: Was in Deutschland nicht funktioniert, funktioniert in Mexiko zu 100%. Tatsächlich konnte jeder später im Hotel in der Innenstadt von Mexico-City seinen Koffer in Empfang nehmen. Nach einem Begrüßungscocktail waren alle froh, bald ins Bett gehen zu können, zumal von Sergio für den nächsten Morgen ein allgemeiner Weckruf für 6:30 Uhr angekündigt wurde. Dies sollte auch im weiteren Verlauf der Reise so bleiben Nach einem ersten mexikanischen Frühstück, bei dem wir uns nach kurzem Zögern (die Ermahnungen bzgl. des Essens von rohem Obst und Gemüse klangen uns noch im Ohr) reichlich bei den leckeren Früchten wie Ananas, Melone, Mango und Papaya bedienten, stand die Besichtigung der historischen Innenstadt auf dem Programm. Jetzt lernten wir auch unseren Busfahrer Felix näher kennen, der uns in den nächsten Tagen nicht nur sicher durch Stadt und Land, über Berg und Tal, durch Wüste und Urwald bringen sollte, sondern sich auch als geschickter und vorausschauender Mechaniker erwies, wenn unser Bus das eine oder andere Mal streikte. Doch zunächst ging es die kurze Strecke von unserem Hotel über die Prachtstrasse Paseo de la Reforma, vorbei am Alameda-Park mit vielen herrlich blau blühenden Jacaranda-Bäumen bis zum Palacio de Bellas Artes, einem prächtigen Jugendstilbau aus weißem Marmor für die Schönen Künste. Von Sergio erfuhren wir, dass der an die französischen Metroeingänge erinnernde Zugang tatsächlich zu einer nach französischem Vorbild errichteten U-Bahn gehört. Die Fahrt mit der U- Bahn kostet nur 3 Peso (rund 20 Cent) egal wo hin. Allerdings gibt es erstaunlicherweise keine Fahrpläne. Für uns unvorstellbar, wenn man bedenkt, dass viele Mexikaner mehrere Stunden pro Tag damit verbringen zu ihrer Arbeitstelle und wieder zurück zu kommen. Aber es funktioniert! Normalerweise nehmen es die Mexikaner mit der Pünktlichkeit nicht so genau, außer wenn es den Job betrifft. Denn in einem Land fast völlig ohne Sozial- und Krankenversicherungssystem ist ein fester Arbeitsplatz überlebenswichtig und Pünktlichkeit daher Pfl icht. Weiter ging es auf unserer Tour durch die Altstadt, wobei etliche schief stehende Gebäude auffi elen. Sergio erläuterte uns, dass Mexico-City ursprünglich auf einer Insel in einem See gegründet wurde. Im Laufe der Zeit wurde der See trockengelegt, aber der sumpfi ge Untergrund hält dem Druck der Gebäude nicht stand, so dass auch heute aufwändige Sicherungsmaßnahmen durch Einpumpen von Beton erforderlich sind. Manche der Gebäude scheinen aber trotzdem auf Dauer nicht zu retten zu sein. Dazu zählt wohl auch die mächtige Kathedrale Metropolitana, die größte Lateinamerikas, am Zócalo, dem Hauptplatz. Dort wird mittels eines großen Pendels die Neigung des Kirchenbaus permanent überwacht. Hier kamen wir auch das erste Mal mit der mexikanischen Variante des katholischen Glaubens in Berührung. Besonders wichtig sind den Mexikanern noch vor Christus ihre Schutzheiligen für alle Lebenslagen. Wenn z.b. in den Schulen eine Prüfung ansteht, dann werden Bitten und Wünsche auf bun- te Bänder geschrieben und an der Statue des heiligen Charbel Makhlouf mit der Hoffnung auf Erfüllung befestigt. Bei anderen Figuren von Schutzheiligen wird wie beispielsweise beim heiligen Ramon für jede Bitte ein Schloss befestigt und erst dann entfernt, wenn sich der Wunsch auch erfüllt hat. Eine andere Seite des Zócalo nimmt der Nationalpalast - Palacio National - ein. Heute ist er Amtssitz des Präsidenten, früher war er die Residenz des spanischen Eroberers Hernán Cortés. Gegründet wurde er auf den Fundamenten des Haupttempels des alten Tenochtitlán, Zentrum von Moctezumas Reich. Eine erste Einstimmung auf die wechselvolle Geschichte Mexikos erfuhren wir anhand des Freskenzyklus Mexiko im Laufe der Jahrhunderte, eines Meisterwerks des mexikanischen Künstlers Diego Rivera, das den Treppenaufgang und die Flure des Hauptgebäudes schmückt. Im Mittelpunkt des großen Wandgemäldes, steht die Legende der Gründung Mexico-Cities: Danach soll der Gott Huitzilopochtli dem umherziehenden Volk der Azteken prophezeit haben, dass sie dort eine Heimat fi nden werden, wo sich ein Adler mit einer Schlange im Schnabel auf einem Kaktus niederlässt. Diesen Ort haben die alten Azteken im 14. Jahrhundert auf einer Insel im Texcocosee auf dem Hochplateau gefunden und nannten sie Tenochtitlán, die heutige Stadt Mexico-City. Diese Szene fi ndet sich heute in der Mitte der mexikanischen Nationalfl agge wieder. Übrigens: Huitzilopochtli wurde aufgrund des komplizierten Namens oft auch - z.b. in einem Gedicht von Heinrich Heine, wie wir von Sergio erfuhren - Vitzliputzli genannt. Architektonisch besonders eindrucksvoll fanden wir in der Altstadt die Hauptpost im schönsten Jugendstil (wo es jedoch erstaunlicher Weise nicht die richtigen Briefmarken für unsere Postkarten gab) und die Casa de los azulejos, das Kachelhaus, im Kolonialstil, das über und über mit blauweißen Kacheln verziert ist. Das wunderschön im Innenhof des Kachelhauses gelegene Restaurant erschien so einladend, dass ihm einige aus der Reisegruppe am nächsten Abend noch einen zweiten Besuch abstatteten. Beeindruckend in anderer Weise der Besuch einer Konditorei: Dort waren Torten für nahezu jeden Anlass ausgestellt: Mehrstöckig, mit Unmengen Zuckerwerk verziert, teilweise auch kitschig bunt und sicher sehr süß: So lieben es die Mexikaner. Der Nachmittag war dem Besuch des Anthropologischen Museums gewidmet. Zunächst machten wir dort im Restaurant erste Bekanntschaft mit der mexikanischen Küche bei Tacos, Enchiladas und Guacamole, anschließend lernten wir die verschiedenen Hochkulturen Mexikos wie auf einer Zeitreise im Schnelldurchlauf kennen: Am Golf von Mexiko entstand um 1500 v. Chr. die Hochkultur der Olmeken, die bereits die ersten Pyramiden und Ballspielplätze e errichteten und durch ihre Monumentalköpfe bekannt wurden. Fast gleichzeitig g blühte die Stadtkultur des nördlich von Mexico-City gelegenen Teotihuacán auf, dessen Ende um 650 v. Chr. genauso rätselhaft bleibt, wie das plötzliche Verschwinden der Olmeken. Nacheinander entwickelten n sich ab ca. 600 v. Chr. bis etwa ins 13. Jahrhundert die Hochkulturen der Maya und Tolteken in Yucatán, der Zapoteken und Mixteken in Oaxaca, der Totonaken an der Golfküste und der Tolteken und Chichimeken im Hochland. Alle hatten ähnli- che Glaubensvorstellungen, in denen Sonne und Mond als Gottheiten verehrt wurden und kosmische Zyklen das Leben des Menschen bestimmten. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel der Darstellung der aztekischen Mythologie ist der so genannte Sonnenstein, ein Koloss mit mehr als 3,5 m Durchmesser, der vermutlich als Opferstein für Menschenopfer diente. Den Abend verbrachten wir in der Zona Rosa dem Einkaufs- und Vergnügungsviertel von Mexico- City in einem typischen Lokal. Die dargebotenen folkloristischen Tanz- und Musikdarbietungen waren zwar durchaus professionell, jedoch sehr dem Touristengeschmack angepasst. Gabe an den Herrn in einen überdimensionalen Opferstock ermöglicht. Der gleichzeitig abgehaltene Palmsonntagsgottesdienst erschien eher nebensächlich. Viele Elemente dieser Marienverehrung weichen von den dogmatischen Vorgaben des römischen Katholizismus ab und sind mit ursprünglichen, indianischen Bräuchen vermischt oder wie Sergio sagte: Die Mexikaner sind keine Katholiken, sondern Guadelupanos. Interessant war es zu beobachten, wie vor der Kirche Palmsonntagsgestecke kunstvoll aus Palmblättern gefl ochten und mit Blüten verziert wurden. Auf der anschließenden Fahrt zur ersten archäologischen Ausgrabung Teotihuacán machten wir in der Nähe Halt bei einem Kunsthandwerksbetrieb. Dort wurde uns der vielfältige Nutzen der Agavenpfl anzen (Einsatz als Nadel mit Faden, Nutzung der Fasern, Ausgangsstoff verschiedener Getränke wie Pulque und Tequila) und die Bearbeitung von Obsidian, einem schwarzen, äußerst harten, glasartigen Vulkangestein, das bereits den alten Kulturen als Werkstoff diente, demonstriert. Angeschlossen war ein Verkaufsraum, in dem die verschiedenen Produkte käufl ich erworben werden konnten. So manche Steinmaske und Silberkette fand dort einen neuen Besitzer. Bereits vorher hörten wir, dass Teotihuacán die größte der mexikanischen Pyramidenanlagen sei: Am mnächstenmorgen Morgen, Palmsonntag, war zunächst Mexikos Nationalheiligtum unser Ziel: Die Basilika der Jungfrau von Guadelupe. Die dunkelhäutige Madonna, die hier einem Indianerjungen erschienen sein soll, trug erheblich zur Missionierung der indianischen Bevölkerung bei und gilt heute als Mexikos Schutzheilige. Da die alte Basilika wegen des instabilen Untergrundes immer weiter absank und eine Gefahr für die Besucher darstellte, wurde in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts ein moderner Bau aus Beton und Marmor errichtet. Um möglichst vielen der zahlreichen Pilger den Blick auf das dort ausgestellte Bildnis der Jungfrau von Guadelupe zu ermöglichen, befi ndet sich hinter dem Hauptaltar ein Rollband, das die Gläubigen vollautomatisch an dem Bild vorbeitransportiert und ihnen auch die Gelegenheit einer die archäologische Zone bedeckt eine Fläche von mehr als 20 Quadratkilometern. Die tatsächlichen Ausmaße der Ausgrabung erstaunten uns dennoch: Die Hauptachse, die Straße der Toten, ist allein 2 km lang. Am einen Ende befi ndet sich die Mondpyramide, deren 112 Stufen noch von den meisten Mitreisenden erklommen wurden, bei der noch höheren Sonnenpyramide streikten dann aber doch viele - nicht nur wegen der langen Schlange vor dem Aufstieg. Die Anlage wurde von ca. 250 vor bis ca. 750 nach Christus errichtet, ihre Erbauer und auch der Grund ihrer Zerstörung sind aber bis heute nicht bekannt. Beim Eintreffen der Spanier im Jahr 1520 war die Anlage vollständig mit Erde bedeckt. Erschöpft von den ungewohnt hohen Temperaturen, den Pyramidenbesteigungen und letzten Nachwehen der Zeitumstellung ging es zurück in die Hauptstadt. Zum Abschluss des Tages machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt, in der geschäftiges Treiben herrschte. Musikveranstaltungen, Straßenverkäufer und viele junge Menschen in Partylaune. Unser Ziel war der Torre Latinoamericana mit seiner in der 42. Etage auf ca. 170 m Höhe liegenden Aussichtsterrasse. Dort oben genossen wir den Sonnenuntergang mit einem schönen Rundumblick über diese riesige Stadt. Der Reiseführer spricht von etwa 25 Millionen Einwohnern, die tatsächliche Anzahl ist aber nicht bekannt, da in Mexiko eine Meldepfl icht fehlt, wie uns Sergio wissen ließ. Am nächsten Morgen verließen wir Mexico-City Richtung Süden. Auf der Fahrt nach Taxco erfuhren wir einige Besonderheiten zum mexikanischen Straßenverkehr: Erstaunlicherweise gibt es in Mexiko keine Fahrschulen und dementsprechend auch keinen Führerschein. Sergios Kommentar dazu: Jeder fährt, wie jeder kann. Statt Führerschein kauft man sich das Recht für eine bestimmte Zeit Auto zu fahren. Autofahren in Mexiko ist teuer: Das Benzin kostet ca. 7 Pesos pro Liter. Für unsere Verhältnisse mehr als günstig, aber bei einem durchschnittlichen Verdienst von 60 Pesos pro Tag in Mexiko ein kleines Vermögen. Üblicherweise denkt ein Mexikaner nur an das Heute, nicht an das Morgen und so plant er auch nichts. Daher gibt es auch kein dem wachsenden Verkehr angepasstes Straßensystem, mit der Folge, dass sich immer wieder die fast sprichwörtlichen Smogsituationen bilden. Aber das Umweltbewusstsein hat mittlerweile auch in Mexiko Einzug gehalten: So gibt es für jedes Fahrzeug einen Tag ohne Auto, kenntlich gemacht durch unterschiedliche Plaketten, die anzeigen, an welchem Tag das Fahrzeug nicht benutzt werden darf. Darüber hinaus sind die Hauptstrassen der Innenstadt von Mexico-City am Sonntag für den motorisierten Verkehr gesperrt. Dann bevölkern Jogger, Inlineskater, Radfahrer und Spaziergänger die Straßen. Noch nicht ganz in Taxco, einer alten in den Bergen auf ca m gelegenen Silberstadt angekommen, hielten wir zunächst bei einem Silberhändler. Nachdem wir dort Berta kennen gelernt hatten (keine Schmuckverkäuferin, sondern ein Mixgetränk aus Agavenschnaps mit Honig), stieg die Einkaufslaune und manche der mitreisenden Damen konnte sich an einem neu erworbenen Armreif oder einer Halskette erfreuen. Taxco, das mit seinem geschlossenen Stadtbild aus der Kolonialzeit unter Denkmalschutz steht, begeisterte uns alle. Besonders malerisch ist der kleine, aber lebhafte Zócalo mit sorgfältig gestutzten Ficusbäumen um einen Musikpavillon, an dem die den Ort beherrschende Kirche Santa Prisca steht. Die Kathedrale mit ihrer reich verzierten Fassade ist eine der schönsten Barockkirchen Mexikos und wurde im Auftrag eines reichen Silberhändlers errichtet. Beim Mittagessen, das wir mit Blick auf die Kathedrale genossen, konnten wir Sergios Organisationstalent aufs Neue bewundern. In kürzester Zeit hatte er den leicht überforderten Kellnern die Arbeit abgenommen, Bestellungen aufgenommen und weitergegeben, die georderten Speisen den jeweiligen Gästen zu- geordnet und auch für eine schnelle Abrechnung gesorgt. Gut gesättigt ging die Fahrt weiter nach Tequesquitengo, wo wir die Nacht auf der Hacienda Vista Hermosa, einer ehemaligen Zuckerhazienda des Hernán Cortés, verbringen sollten. In der Hotelanlage mit ihrem romantischen Ambiente, dem tropischen Garten, dem lauten Vogelgezwitscher fühlten wir uns fast wie in eine andere Welt versetzt. Auch wenn einige (wenige) bemängelten, dass die Badezimmer nicht ganz so komfortabel ausgestattet seien, uns hat die Anlage so gut gefallen, dass wir gerne noch ein wenig länger dort geblieben wären. So aber verließen wir die Hazienda am nächsten Morgen um zunächst Richtung Osten nach Puebla zu fahren. Die Fahrt dorthin nutzte Sergio, um uns einen kleinen Einblick in das komplizierte Verhältnis zwischen den USA und Mexiko zu geben: Amerikaner und Mexikaner mögen sich im Allgemeinen nicht sehr. Das mag auf mexikanischer Seite noch am verlorenen Krieg gegen die USA von 1846 bis 1848 liegen, nach dem Mexiko sein halbes Staatsgebiet an die USA abtreten musste. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff Gringo für den Amerikaner, der sich von green (wie die amerikanische Uniform) go ableitet. Ein dicker, weißer Amerikaner mit kurzen Hosen, buntem Hemd und großen Turnschuhen wird auch heute noch eher verächtlich als Gringo bezeichnet. Andererseits sind die Mexikaner heutzutage auf amerikanische Arbeitsplätze angewiesen und die Amerikaner auf die billigen mexikanischen Arbeitskräfte. Die Deutschen dagegen sind in Mexiko recht gut angesehen, wie uns auf der Fahrt immer wieder von Einheimischen bestätigt wurde. Puebla liegt in fast 2200 m Höhe in einer Ebene, die von Mexikos höchsten Bergen dem bekannten Popocatépetl, dem unaussprechlichen Ixtaccihuatl, dem La Malinche und etwas weiter entfernt auf dem Weg Richtung Oaxaca Mexikos höchstem Berg dem Pico de Orizaba fl ankiert wird. Puebla besitzt mehr als 200 Kirchen und weist mit seinen mit bunten Kacheln versehenen Gebäuden eher spanischen Charakter auf. Die Altstadt zählt zum Weltkulturerbe. Der Produktion der Kacheln (Azulejos) verdankte Puebla einst seinen Wohlstand, heute sorgt das weltgröß- te VW-Werk für zahlreiche Arbeitsplätze. Die Zeit reichte in Puebla nur für zwei Highlights: Die Santo-Domingo-Kirche und die Kathedrale am Zócalo. Die Rosenkranzkapelle capilla del rosario in der Santo-Domingo-Kirche ist eine Glanzleistung des mexikanischen Barocks. Die Innenwände der Kapelle sind mit gelb-weißblauen Kacheln verziert, jeder freie Zentimeter der Wände, der Decken, der gedrehten Säulen und der Portale ist mit Blattgold, Skulpturen und Schnitzereien bedeckt. Die Kathedrale ist die zweitgrößte des Landes und vorwiegend im Renaissancestil errichtet, besonders beeindruckend ist die riesige Kuppel, die mit den für Puebla typischen Azulejos in gelb und blau bedeckt ist. An einem der Portale erinnerte noch eine kunstvolle Flechtarbeit aus Palmenblättern an den gerade vergangenen Palmsonntag. Auf dem Weg zum Mittagessen, das uns äußerst stilvoll in einem ehemaligen Klosterhof aus dem 16. Jahrhundert serviert wurde, konnten wir noch einen kurzen Blick auf die Innenstadt mit ihren Kacheln geschmückten oder im Zuckerbäckerstil errichteten Häusern werfen. Nach dem Mittagessen erwartete uns eine lange, anstrengende Fahrt Richtung Südosten nach Oaxaca. Vorbei ging die Reise an wahren Wäldern aus Säulen-, Orgel-, Kandelaberkakteen und Opuntien. Und noch eine mexikanische Besonderheit lernten wir hier ausführlich kennen: Wer hat sie gezählt die vielen Topes und Vibradores, die auch schlafende Polizisten genannt werden? Diese Bodenwellen dienen einerseits offi ziell der Geschwindigkeitsreduzierung, andererseits machen sich dies auch viele Einheimische zu nutze, um den langsam Vorbeifahrenden ihre Waren anzubieten. Im Hotel in Oaxaca angekommen, machten wir die Bekanntschaft von zwei Cucarachas, die uns in unserem Zimmer begrüßten. Da wir auf deren Gesellschaft aber nicht allzu großen Wert legten, zogen wir es vor, noch am Abend unser Domizil zu wechseln. der großartigsten Pyramidenanlagen Mexikos. Die Spitze des Berges Monte Albán wurde von den ersten Siedlern abgetragen und auf dem entstandenen Plateau Tempel, Pyramiden und Paläste angelegt. Alle Gebäude der Anlage liegen in Nord-Süd-Richtung, bis auf einen Tempel, der im 45 -Winkel zu den anderen Gebäuden steht, den Zapoteken wahrscheinlich für ihre astronomischen Berechnungen diente und daher Observatorium genannt wird. Wie für viele der Ausgrabungsstätten typisch, wurden auch in Monte Albán die Gebäude mehrfach überbaut. Die erste Besiedlung wird auf die Zeit um ca. 500 v. Chr. datiert, die Blütezeit lag etwa zwischen 600 bis etwa 800 n.chr., als etwa Menschen in Monte Albán lebten. Die letzte Bauphase, in der Zeit zwischen 1200 und ca. 1500, wurde im Wesentlichen von den Mixteken bestimmt, die hier zahlreiche Gräber anlegten. Interessant waren in diesem Zusammenhang Sergios Ausführungen zur Einstellung der Mexikaner zum Tod: Schon für die alten Mixteken war der Tod so wichtig, dass zunächst immer
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