Interim-management PDF

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xpertpartners Interim Interim-management 2018 Marktbeobachtung 1 2 Interim-management 2018 In den vergangenen Jahren wurden neben Begriffen wie `Digitalisierung`, `Automatisierung` oder `Neue Medien` auch
xpertpartners Interim Interim-management 2018 Marktbeobachtung 1 2 Interim-management 2018 In den vergangenen Jahren wurden neben Begriffen wie `Digitalisierung`, `Automatisierung` oder `Neue Medien` auch weitere Termini immer populärer. So auch das `Interim Management`. Doch nicht nur die beiden Worte sind bei Unternehmen mittlerweile häufig in Gebrauch. Diese Branche hat sich sehr stark in den letzten Jahren etabliert und darf sich eines stetigen Wachstums erfreuen. Trotz allen Erfolges des Interim Management, dürfen jedoch die Hände nicht in den Schoß gelegt werden, denn Trends und potenziell notwendiges Agieren und Reagieren müssen rechtzeitig erkannt und angeregt werden. Produkte, Waren, Dienstleistungen und Strukturen zu analysieren und sowohl auf Qualität, Zukunftsfähigkeit, Risiken und Entwicklungen hin zu betrachten ist ein Muss nicht nur in der Wirtschaft. Die vorliegenden Seiten haben sich mit einer Betrachtung, dem Status Quo, des Interim Management in Deutschland beschäftigt, wobei einige - vorab bereits vermutete oder sich logisch abzeichnende Aspekte bestätigt wurden, doch es ergaben sich auch durchaus interessante Entwicklungen. So ist es etwa nicht verwunderlich, dass das Wachstum einer Branche irgendwann seinen Zenit erreicht hat oder nach erfolgreicher Etablierung langsamer voranschreitet, dafür aber stetig. Dies ist beim Interim Management der Fall. 3 Nach wie vor besteht der meiste Bedarf für `Kurzzeit-Problemlöser` bei mittleren Unternehmen, wobei die Nachfrage und Angebote an Top-Manager- Positionen gestiegen ist. Eine Tendenz nach oben ist bei der Auslastung der Interim Manager zu erkennen, ebenso ein sehr breit gefächerter Honorarbereich, wobei auch grundlegend eine Erhöhung zu erkennen war. Für ein leichtes Umdenken könnte in den folgenden Jahren allerdings die immer größer werdende Bedeutung der Online-Portale zur Vermittlung von Interim Managern werden. Die bisher dominanten Provider dieser Dienste und alternativen Vermittlungsvarianten, sollten sich in Bälde etwas `wärmer anziehen` dürfen. Die Branche hat sich eingependelt und befindet sich dennoch in Bewegung diese sollen auf den nachfolgenden Seiten detaillierter dargestellt werden. 4 Inhalt Abbildungsverzeichnis Einleitung Entwicklung Mandate Qualifikationen Tagessätze voraussichtliche Entwicklung Online-Portale im Vergleich zu etablierten Providern Fazit Literaturverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Ergebnis einer Umfrage zur Entwicklung des Interim Management (Statista, 2018)... 5 Abbildung 2: Umsatzwachstum der Branche seit 2005 (AIMP, 2017) 7 Abbildung 3: Anzahl der Interim Manager (AIMP, 2017)... 8 Abbildung 4: Übersicht über Qualifikationen (AIMP, Abbildung 5: Steigendes Honorarvolumen (Statista, 2018) 1.Einleitung Das Interim Management hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung in den unterschiedlichsten Industriezweigen gewonnen. Oftmals stehen Unternehmen vor Problemen, die sie ohne externe Hilfe nicht zu lösen vermögen. In solchen Fällen wird oftmals zum Interim Management gegriffen: Zeitlich begrenzte bis eben jenes besagte Problem gelöst ist Unterstützung durch eine weitere Partei. (Buschbaum, et al., 2012, S ff). Interim Manager nehmen sich per se Firmenfremde eines bestehenden Problems an, erarbeiten Lösungen und verbleiben bei dem betreffenden Unternehmen, bis diese Lösung realisiert und sich hieraus ergebende Veränderungen implementiert und etabliert wurden. Seit den 1970-er Jahren hat sich diese Form des Managements immer stärker durchgesetzt, nachdem es mehr aus der Not heraus geboren wurde. Rechtliche Möglichkeiten, Mitarbeiter zeitlich und projektspezifisch einzusetzen und dann wieder zu kündigen, zeigten sich als sehr komplex, langwierig und teils arbeitsrechtlich nicht ohne Weiteres umsetzbar (Tiberius, 2004, S. 10 ff). Die folgenden Seiten sollen sich mit den heutigen Tendenzen des Interim Managements auseinandersetzen und einige grundlegende Aspekte dieser Entwicklung betrachten. Im Fokus stehen Fragen nach der Entwicklung der Online-Portale zu dieser Dienstleistung im Vergleich zu bereits etablierten Anbietern. Wobei auch ein 6 Blick auf angebotene Mandate sehr interessant und aufschlussreich ist. Für manche Unternehmen ist das Interim Management natürlich auch eine finanzielle Frage, mit der sich auseinandergesetzt werden muss. Insofern spielen neben den jeweiligen Angeboten und der Diversität der Qualifikationen auch die Trends der Tagessätze, nach denen im Regelfall eine Berechnung der Dienstleistung erfolgt, eine maßgebliche Rolle. All diese Aspekte sollen genauer betrachtet werden der Unternehmer von heute muss wissen, wohin die Reise morgen geht. 2.Entwicklung 2018 Zum Thema Ínterim Management existieren zahlreiche Studien (DDIM, 2018), durch die sich der gewiefte und aufmerksame Unternehmer durchaus ein Bild über diese Branche und die daran anhängigen Möglichkeiten bilden kann. Die Bereitschaft sich durch all diese Studien und Untersuchungen zu wühlen, dürfte jedoch andererseits für viele schlichtweg aus zeitlichen Gründen nicht in Frage kommen. Die Bewertung des Marktes 2016 ergab eine positive Bewertung, angesichts der zum Erfolg gebrachten Projekte. 7 Abbildung 1: Ergebnis einer Umfrage zur Entwicklung des Interim Management (Statista, 2018) Die oben stehende Grafik zeigt auf, dass sowohl das Bewusstsein hinsichtlich des Interim Management deutlich angestiegen ist, ebenso wird aber deutlich, dass auch die Bedeutung dieser Dienstleistungsbranche stark zugenommen hat. Sowohl das Interesse von Kunden, als auch die Bereitschaft dieser, entsprechende Verträge abzuschließen, haben sich seit dem 4. Quartal 2017 gesteigert. Das Interesse stieg von 64% auf 67%, die Vertragsbereitschaft um 1% auf 42% (Ludwig-Heuse-GmbH, 2018, S. 2). Mandate werden häufig auf Basis einer vorhergehenden Einarbeitungs-, oder eine sogenannten Schnupper-, Phase geschlossen. 8 Diese Phase ermöglicht es dem Interim Manager, sich zeitlich und inhaltlich auf die entsprechende Aufgabe vorzubereiten. Als Interim Manager müssen natürlich entsprechenden Qualifikationen vorliegen. In der Regel handelt es sich hierbei im Projektmanager, Geschäftsführer, Linienführer, Vorstände bzw. um solche Personen, die nachweislich über die entsprechenden Qualifikationen verfügen. Die Schnupperphase bietet hierbei beiden Seiten die Möglichkeit, die Zusammenarbeit vorzeitig zu beenden, sollten sich Unstimmigkeiten oder dergleichen ergeben (PCMI, 2015, S. 1). Zwar sind die Mandate, die ausgeschrieben sind, vielfältig und jeweils individuell. Dieser Nachfrage müssen jedoch auch genügend Angebote, sprich kompetente und verfügbare Intermin Manager, gegenüberstehen. Je nach Bedarf, sowie dem steigenden Bewusstsein dieser Möglichkeit der Problemlösung in einem Unternehmen, lassen sich Trends erkennen. 2.1.Mandate Auf `Aurum Intermin` finden sich aktuell Stellenangebote vor allem in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen (Oesterling, 2018). Auffällig ist dabei, dass die neuen Bundesländer kaum offene Stellen anbieten. Gefragt sind derzeit vor allem Linienmanager, Geschäftsführer, Projektmanager und Spezialisten aus verschiedenen Bereichen und Branchen. 9 So wird u.a. nach Personal-Managern, Spezialisten im Bereich von Versicherungen und allgemein im Bereich der Finanzen und Banken, Experten für die Prozessoptimierung, Projektmanager sowie Kommunikationsspezialisten (Oesterling, 2018) gesucht. Die Felder sind breit gefächert, wer sich ausgiebig auf ein Gebiet spezialisiert hat, hat gute Chancen. Bei der Umfrage zu Trends und Entwicklung im Jahr 2017 nahmen 24 Interim-Provider teil. So sank zwar seit dem Jahr 2005 das jährliche Wachstum in dieser Branche, die Zahl der Interim-Manager jedoch stieg von auf Personen an (AIMP, 2017, S. 5-6). Abbildung 2: Umsatzwachstum der Branche seit 2005 (AIMP, 2017) 10 Die Marktumfrage Interim Management 2017 kam zu folgendem Schluss. Auftraggeber werden zukünftig verstärkt selbst nach Kandidaten suchen Interim Manager werden häufiger Aufgaben von Beratern übernehmen Matching-Portale lösen die klassischen Vermittler (Provider) sukzessive ab Im Recruiting von Freiberuflern zeichnen sich die gleichen Entwicklungen ab, die wir aus dem Recruiting für Festanstellungen kennen. Vor 20 Jahren war der Markt auf die Print-Anzeigenmärkte und die Personalberater aufgeteilt. Mit dem Aufkommen der Online-Jobbörsen änderte sich das dramatisch. Heute spielen Print-Anzeigen eine untergeordnete Rolle. Matching- Plattformen und die aktive Suche über (a.) Soziale Medien und (b.) vertikale Recruiting-Portale sind die Werkzeuge der Gegenwart (Sunkel, 2017). Der Trend geht hier eindeutig in Richtung Anbieterfirmen, die Interim Manager vermitteln und weg von den `Einzelkämpfern`. Doch auch auf entsprechenden Internet-Plattformen kann fündig geworden werden: Die Provisionsgebühr, die in einem solchen Fall anfällt, ist in den meisten Fällen geringer als der Aufschlag, den direkte Provider verlangen (Sunkel, 2017). Immer mehr rücken Online-Portale wie XING und LinkedIn in den Vordergrund, genaue Zahlen folgen hierzu noch an späterer Stelle. Es wurde bereits angemerkt, dass sich ein signifikanter Unterschied hinsichtlich der alten und den neuen Bundesländer feststellen lässt. Absolut aktuelle Zahlen waren nicht zu eruieren, doch konnte Europaweit festgestellt 11 werden, dass das Kombimandat aus Voll- und Teilzeit mit 12% noch eine relativ geringe Rolle spielte, Teilzeitmandate schlugen 2014 mit 20% zu Buche, Vollzeitmandate mit 29% und ohne Mandate blieben 39% (Statista, 2018). Abbildung 3: Anzahl der Interim Manager (AIMP, 2017) Gesamt legte der Markt auch im Jahr 2017 maßgeblich weiter zu. Ein weiteres Wachstum des Honorars ist prognostiziert (DDIM, 2017). Diese Erkenntnisse beruhen auf den Umfragen der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.v. Die bis dato vorhandenen Trends zeigten sich in den Untersuchungen bestätigt, bei einer Rückbetrachtung zeigte lediglich das Jahr 2015 ein Wachstum unter rund 20% (DDIM, 2017). Interim Management ist etabliert! Die deutlich positive Entwicklung des Marktes in den vergangenen Jahren zeigt eindrucksvoll, wie sehr die Bedeutung des Ma- 12 nagements auf Zeit, für die Wirtschaft gewachsen ist. Bei der im letzten Jahr geführten Scheinselbständigkeitsdebatte ist dies dann auch auf politischer Ebene erkannt und die Rechtssicherheit für Auftraggeber und Manager gestärkt worden (DDIM, 2017). Auch die Anzahl der Führungspositionen war als steigend zu verzeichnen, so waren Personen auf Top-Manager-Niveau tätig (DDIM, 2017). In diesem Zuge wurde auch eine Auslastung von 158 Tagen im Jahr 2016 auf 167 Tagen pro Jahr [2017] diagnostiziert. Die Wirtschaftswoche (Dämon, 2014) berichtete 2014, dass die durchschnittliche Dauer einer Beschäftigung bzw. eines Projekts in Europa etwa bei 9,5 Monate lag. Die Dauer von Interim-Management-Mandaten ist sehr unterschiedlich. Von kurzen Projekten über Projekte, die einige Monate andauern, bis hin zu langfristigen Aufträgen, die mehrere Jahre beanspruchen, ist alles vertreten (Dämon, 2014). Deutschland lag mit 9,2 Monaten nur knapp unter diesem Durchschnitt (Dämon, 2014). Die Umfrage 2017 ergab weiter, dass der Anteil an Top-Management-Positionen im Interim Management deutlich steigt (Sannecke, 2017). In einem geschätzten Gesamtmarkt von ca. Euro 2,4 Mrd. Volumen verfügen die teilnehmenden Provider über einen Pool von insgesamt mehr als Interim Managern (Sannecker, 2017). 2.2.Qualifikationen Auch hinsichtlich der geforderten und vorhandenen Qualifikationen zeichnet sich ein immer breiter werdendes Feld ab (AIMP, 2017). Vor allem in den 13 Führungsetagen hat sich das Interim Management einen maßgeblichen Stellenwert erarbeitet. Ebenso sind Qualifikationen der Manager deutlich gestiegen und auch die Kompetenzbereiche haben sich erweitert. Hiermit wird ebenfalls auf den bestehenden Bedarf reagiert, der vor allem im Mittelstand zu finden ist (Sannecker, 2017). Die Wertschätzung dieser Problemlösung ist absolut gegeben und wird immer häufiger von Unternehmen in Anspruch genommen. Die TOP-Position mit 200 T liegt unverändert bei einem Anteil von 11%. Im Bereich von T steigerte sich der Anteil im Vergleich zum Vorjahr um 10% auf 21%. Während sich im mittleren Bereich von T ebenfalls keine Veränderung zeigt (28%), gibt es auf den unteren Ebenen T einen Rückgang von gesamt 48% auf 39%. Mit dieser Betrachtung, sieht man im AIMP die Einschätzung bestätigt, dass Qualität und Mehrwert des Interim Managements immer positiver wahrgenommen werden (Sannecker, 2017/ DDIM, 2017). 14 Abbildung 4: Übersicht über Qualifikationen (AIMP, 2017) Je nach Bedarf werden die Stellen sehr explizit beschrieben, was zum Einem, zu einem Streben nach höheren Qualifikationen und Kompetenzen führt, andererseits aber auch in einigen Fällen zu einem sehr breit angelegten Kompetenzfeld führt. So finden sich als Interim Manager nicht nur Spezialisten oder Experten für ein spezifisches Gebiet, wie etwa das Personalmanagement (AIMP, 2017). Viele Interim Manager verfügen über vielfältige Kenntnisse und sind durchaus in der Lage, neben vertraglichen Belangen und rechtlichen Fragen auch ein Projekt zu leiten und ein anhängiges Change Management durchzuführen. Der Trend geht durchaus zur Weiterentwicklung und Vielseitigkeit der Kompetenzen. 15 Aurum Interim (Oesterling, 2018) informieren auf ihrer Internetpräsenz zudem, wie richtig nach dem passenden Interim Manager gesucht wird - denn Recruiting ist nicht gleich Recruiting (Oesterling, 2018). Die ausschlaggebende Phase für den Zuschlag beider Seiten, des Unternehmens und des Managers, ist nach diesen Angaben das bereits erwähnte Briefing. Hier kann der potentielle Interim Manager die eigenen Kompetenzen ebenso prüfen wie die Anforderungen und diese ggf. auch auf Realisierbarkeit hin analysieren. Auch das Unternehmen kann sich in dieser Phase einen adäquaten Überblick verschaffen. Die Bedeutung des Briefings hat sich in den letzten Jahren immer mehr verdeutlicht (Oesterling, 2018). Interim Management Provider haben ihren Managerpool aufs Basis einer relationalen Datenbank aufgabt und können die darin enthaltenen Daten auswerten (Sunkel, 2014 S.160). Es wurde bereits an einigen Stellen erwähnt, dass gemäß der Entwicklung dieser Branche auch die jeweiligen Honorare und Tagessätze in die Höhe gegangen sind. Nachfolgend soll darauf ein gezielter Blick geworfen werden. 2.3.Tagessätze voraussichtliche Entwicklung Tagessätze werden derzeit ab veranschlagt (Sunkel, 2017), natürlich variiert dies auch nach Anforderung, Gebiet und Qualifikation. Die Tagessätze können daher durchaus sehr stark schwanken und sind zumeist individuell angepasst. Im Jahr 2017 wurde ein durchschnittlicher Tagessatz von ohne Zuschläge und Provisionen prognostiziert. Dies hat sich bestätigt (DDIM, 2017). Es sind jedoch auch Tagessätze bis hin zu möglich, dies ist bereits angemerkt, in Abhängigkeit von Arbeitsdauer, Umfang der Tätigkeit, Schwierigkeitsgrad des jeweiligen Mandats und Kompetenzen des Interim Managers abhängig (DDIM, 2017). Die Wirtschaft ist auch bereit, wie die Vergangenheit gezeigt hat und auch in der für den DDIM charakteristischen Fünf-Jahres-Analyse wieder deutlich wurde, diese Preise zu bezahlen. Aufgrund des sich weiter nach oben entwickelnden Bedarfs und sowie der weiteren Etablierung dieser Branche, kann ein weiterer Anstieg der Honorare durchaus erwartet werden. Es stellt sich hierbei allerdings auch die Frage, inwiefern Provider-Aufschläge und Provisionen andererseits den veranschlagten Tagessatz doch wieder drücken, da bei einem stetig steigenden Angebot an Interim Managern auch zu einem gewissen Zeitpunkt eine Grenze erreicht ist und sich der Preis einpendelt. 17 Abbildung 5: Steigendes Honorarvolumen (Statista, 2018) Neben diesem wirtschaftlichen Usus muss auch die gesamte wirtschaftspolitische Entwicklung betrachtet werden, die stets einen externen Einfluss auf Preis- und Honorargestaltungen nimmt. Es soll an dieser Stelle noch kurz ein Blick auf jene Branchen geworfen werden, die in den letzten Jahren immer mehr hinsichtlich des Interim Management in den Vordergrund rückten bzw. die Spitze darstellen. Es wird hierbei auf die Prognosen des DDIM 2017 verwiesen. Wichtigste Einsatzbrachen in 2017 werden laut der Prognose der Maschinen- und Anlagenbau (20,5%) und die Automobilindustrie (15,7%) sein. Damit haben die beiden Branchen ihre Spitzenplätze aus den zurückliegenden Jahren verteidigt (DDIM, 2017). Als wichtigste Mandate wurden die Unternehmensführung bzw. das General Management erachtet, Logistik und Einkauf sowie das Supply Chain Ma- 18 nagement. Weiter ganz oben standen Finanzen und Controlling. Bei den Aufgabenstellungen dominierten Sanierung und Rekonstruierung, die Prozessoptimierung und das Projektmanagement. Wie hieraus abgelesen werden kann, scheinen immer mehr Firmen grundlegende `Fehler im Bild` zu finden. Sie erkennen, dass der Fehler in der Basis vorhanden ist, der nicht durch ein paar Neuerungen ausgemerzt werden kann, sondern in einigen Fällen ein strukturierter Neu-Aufbau und eine Neu-Orientierung sowie Strukturierung notwendig sind (DDIM, 2017). Der erwartete Sprung nach oben im Bereich der Digitalisierung blieb bisher aus, soll jedoch in den nächsten Monaten noch erfolgen. 2.4.Online-Portale im Vergleich zu etablierten Providern Der Einfluss der Online-Portale wächst in dieser Branche, so haben sich diese bereits einen Marktanteil von etwa 40% erobert (AIMP, 2017). 80% der Befragten waren der Meinung, dass der Trend sich künftig weg von der traditionellen Vermittlung entwickelt. 75% sind überzeugt, dass Onlineportale immer mehr an Bedeutung gewinnen werden (Sannecke, 2017). 3. Fazit 19 Das Interim Management hat sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe etabliert, was sicherlich nicht nur aus der leichteren Handhabung für Unternehmer und Arbeitgeber resultiert, die somit die Probleme und rechtlichen Belange bei zeitlich befristeten Arbeitsverträgen und Festeinstellungen umgehen können. Oftmals sind Unternehmer und langjährige Mitarbeiter schlicht betriebsblind und macht es notwendig, einen frischen Kopf von außen mit an Bord zu holen. Mit einem gewissen Abstand werden Stolpersteine, verkorkste Strukturen und zwingende Erneuerungen oftmals schneller und leichter erkannt. Schnell da schnell wieder weg. So verhält es sich im besten Falle bei einer Zusammenarbeit mit einem Interim Manager: Die bestehende Aufgabe wird analysiert, betrachtet und gelöst. So soll es sein und die Dienstleister scheinen diesen Vorstellungen und Wünschen in den letzten Jahren absolut gerecht geworden zu sein. Anders ist sich der gestiegene und steigende Trend hin zum Interim Management als eine feste Marktgröße nicht zu erklären. Sehr häufig ist es auch der Fall, dass Unternehmen gar nicht die Zeit finden, sich allen neu entwickelten Optimierungsmaßnahmen zu widmen, den Blick für rechtliche und Absicherungen nicht haben oder es kurzfristig einfach an dem richtigem Umgang für das vorhandene Personal hapert, das mit Veränderungen im Betrieb einfach nicht klarkommt. Ein Interim Manager ist oftmals natürlich nicht jeder für sich in einer Person der Mann oder die Frau für alle Fälle. 20 Diese Entwicklung ist aus Sicht dieser Branche und jener Unternehmen durchaus erfreulich und so werden auf eine andere Art auch Kurzzeitjobs geschaffen für Experten und Spezialisten auf diversen Gebieten. Es werden somit Lücken im Lebenslauf der Interim Manager ebenso erfolgreich gefüllt wie personelle in den Betrieben. Andererseits könnte durchaus argumentiert werden, dass es sich die Unternehmen somit wieder einmal ein Stück einfacher machen. Es stellt sich die Frage, ob es nicht im Sinne der Nachhaltigkeit sinnvoller wäre, eine entsprechende Personalstruktur im eigenen Bestand zu schaffen und aufzubauen, die den anfallenden Problemen ohne externes Zutun gewachsen ist. Interim Management oder eigenes Personalrecruitung zur Problemlösung, muss jedes Unternehmen aus der Pro- u
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