IVD-Merkblatt Nr Ausgabe November Abdichtungen von Fugen und Anschlüssen im Dachbereich

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IVD-Merkblatt Nr Ausgabe November 2014 Abdichtungen von Fugen und Anschlüssen im Dachbereich Einsatzmöglichkeiten von spritzbaren Dichtstoffen, Montageklebstoffen, Butyldichtungsbändern und -profilen
IVD-Merkblatt Nr Ausgabe November 2014 Abdichtungen von Fugen und Anschlüssen im Dachbereich Einsatzmöglichkeiten von spritzbaren Dichtstoffen, Montageklebstoffen, Butyldichtungsbändern und -profilen Seite 1 von 24 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 0 Grundsatzaussagen zu Normung und Qualität Gesetzlicher Rahmen 1 Vorwort 2 Geltungsbereich 3 Beanspruchungen der Abdichtung/Verklebung 4 Einsatzbeispiele 5 Auswahl der Abdichtungsmaterialien 5.1 Einteilung der Abdichtungssysteme 5.2 Einteilung nach Wasserdampfdurchlässigkeitswerten (s D -Werten) 6 Anforderungen an die Abdichtungsmaterialien 6.1 Anforderungen an spritzbare Dichtstoffe/Montageklebstoffe 6.2 Anforderungen an Butyldichtungsbänder und -profile 6.3 Verträglichkeit mit anderen Baustoffen 7 Ausführung der Abdichtung 8 Dokumentation mit Baustellenprotokoll 9 Begriffe 10 Literaturverzeichnis Seite 2 von 24 0 Grundsatzaussagen zu Normung und Qualität Gesetzlicher Rahmen Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die im Dezember 2012 erschienene Normenreihe DIN EN bis 5. Die aus diesen Normen resultierenden Anforderungen (CE-Kennzeichnung) sind mit dem Beginn der Koexistenzphase am 1. Juli 2013 freiwillig anwendbar und werden mit dem Ende der Koexistenzphase ab dem 1. Juli 2014 verbindlich. Fugendichtstoffe unterliegen als Bauprodukt der Europäischen Bauproduktenverordnung (in Kraft seit ), die unmittelbar in allen EU-Staaten gültig ist. Bauprodukte sind definitionsgemäß dazu bestimmt, dauerhaft im Bauwerk zu verbleiben. Die Bauproduktenverordnung bildet die gesetzliche Grundlage zur Definition der Anforderungen an eine generelle Brauchbarkeit der Produkte und der Beseitigung technischer Handelshemmnisse in der EU. Die Verordnung selbst gibt nur Ziele vor, aber nicht, wie sie zu erreichen sind. Diese Ziele sind in sieben sogenannten Grundanforderungen zusammengefasst: 1. Mechanische Festigkeit und Standsicherheit 2. Brandschutz 3. Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz 4. Sicherheit und Barrierefreiheit bei der Nutzung 5. Schallschutz 6. Energieeinsparung und Wärmeschutz 7. Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen Diese Grundanforderungen bilden die Grundlage zur Erstellung sogenannter harmonisierter Normen und gegebenenfalls zur Festlegung der wesentlichen Merkmale oder der Schwellenwerte für die entsprechenden Produkte. Diese Normen werden aufgrund eines Mandats der Europäischen Kommission von CEN erstellt. Für Produkte, die dieser Norm unterliegen, erstellt der Hersteller eine Leistungserklärung, d. h. die Leistung des Produktes bezüglich der wesentlichen Merkmale. Diese ist die Voraussetzung für das CE-Zeichen. Ohne CE-Zeichen darf ein Produkt nicht in den Verkehr gebracht werden! Bei der Erarbeitung der harmonisierten Normen müssen die unterschiedlichen Gegebenheiten der Mitgliedsstaaten durch Einführung entsprechender Klassen berücksichtigt werden, damit entsprechende lokale Produkte weiterhin in Verkehr gebracht werden können, d. h. das CE-Zeichen zeigt nur eine generelle Brauchbarkeit zum Vertrieb in der EU an, ein hoher Qualitätsstandard ist damit nicht notwendigerweise verbunden. Die harmonisierten Normen werden als EN-Normen erstellt und dann als DIN-EN- Normen in Deutschland übernommen. Eventuell entgegenstehende nationale Normen Seite 3 von 24 müssen spätestens ab dem Ende der Koexistenzphase zurückgezogen werden. Allerdings können weitergehende Teile der nationalen Normen als sogenannte Restnormen weiter bestehen bleiben. Falls damit wesentliche nationale baurechtliche Regelungen betroffen sind, darf ein diesen Regelungen nicht entsprechendes Produkt trotz CE-Zeichen in diesem Land nicht verwendet werden. Seite 4 von 24 1 Vorwort Grundsatz: Eine Fuge ist nach DIN der beabsichtigte oder toleranzbedingte Raum zwischen Bauteilen. Sie muss im Vorfeld sorgfältig geplant, ausgeschrieben oder den bestehenden Regelwerken entnommen werden. Das Abdichten ist das Verschließen der Fuge. Dies kann mit bewegungsausgleichenden spritzbaren Dichtstoffen, Dichtungsbändern und -folien erfolgen. Die Trennung des Merkblattes Nr.19 in zwei Teile dient der übersichtlicheren Darstellung für den Planer und Verarbeiter. Das Merkblatt Nr.19-2 gilt in mehreren Punkten als Ergänzung zu Merkblatt Nr.19-1: Bei den Anschlussabdichtungen in der luftdichten Ebene werden unterschiedliche Qualitätsanforderungen an die Abdichtungsmaterialien gestellt. Die Einsatzschwerpunkte der Produktgruppen gegenüber dem Außenbereich unterscheiden sich ebenfalls erheblich. Die in diesem Teil des Merkblattes beschriebenen Produktgruppen sind bei Beachtung der Verarbeitungsvorschriften in der Lage, die Anschlussabdichtungen in der luftdichten Ebene gemäß DIN sicherzustellen. Seite 5 von 24 2 Geltungsbereich Der vorliegende Teil 2 dieses Merkblattes Nr.19 gilt ausschließlich für die Anschlussabdichtungen in der luftdichten Ebene gemäß DIN und deren Reparatur. Er gilt auch für die Kombination mit anderen Abdichtungssystemen wie z.b. komprimierten Dichtungsbändern aus Schaumkunststoff, regelt jedoch nur den Einsatz der spritzbaren Dichtstoffe, Montageklebstoffe und Butyldichtungsbänder und -profile. Das Merkblatt behandelt ausschließlich die Abdichtung der luftdichten Ebene im Dachund Wandbereich. Die inneren Anschlussfugen an Fenstern und Fenstertüren (Fensteranschlüsse im Mauerwerksbau gemäß DIN ) unterliegen dem Geltungsbereich des IVD- Merkblattes Nr.9 und werden dort behandelt. Begriffe und grundsätzliche Ausführungen im IVD-Merkblatt Nr.19-1, die auch für den Geltungsbereich Nr.19-2 gelten, werden hier nicht erneut aufgeführt. Lediglich neue Begriffe und veränderte Produktaussagen, die die luftdichte Ebene und den Innenbereich betreffen, werden beschrieben. Das nachfolgende Ebenenmodell verdeutlicht den Geltungsbereich des vorliegenden Merkblattes Nr Abbildung 1 Ebenenmodell Seite 6 von 24 3 Beanspruchungen der Abdichtung/Verklebung Grundsätzlich treten in allen Abdichtungsebenen, unabhängig von den Witterungsverhältnissen und vom Innen- oder Außenbereich, die folgenden Beanspruchungen in den Anschlussabdichtungen auf (siehe Abbildungen 2 bis 5). Lediglich die Unterschiede aus der Konstruktion, den Bauteilgrößen und den auftretenden Temperaturen ergeben unterschiedlich hohe Belastungen. Eine sorgfältige Planung und Ausführung der Abdichtung im Vorfeld ist also ebenso wichtig wie im Außenbereich. Abbildung 2: Dehnung Abbildung 3: Stauchung Abbildung 4: Schälung Abbildung 5: Scherung Seite 7 von 24 4 Einsatzbeispiele Die nachfolgenden Beispiele zeigen eine Auswahl der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Abdichtungssysteme. Diese sind in Bezug auf die Auswahl, Untergrundvorbereitung und Dimensionierung nach Herstellerangaben einzusetzen. Abbildung 6: Abdichtung einer Folienüberlappung mit doppelseitig klebendem Butyldichtungsband Abbildung 7: Abdichtung mit spritzbarem Dichtstoff, Montageklebstoff oder doppelseitig klebendem Butyldichtungsband zwischen Baukörper und Folie mit zusätzlicher mechanischer Fixierung Seite 8 von 24 Abbildung 8: Abdichtung mit spritzbarem Dichtstoff, Montageklebstoff oder doppelseitig klebendem Butyldichtungsband zwischen Baukörper und Folie ohne zusätzliche mechanische Fixierung Abbildung 9: Abdichtung mit spritzbarem Dichtstoff, Montageklebstoff oder doppelseitig klebendem Butyldichtungsband zwischen Ortganganschluss der Folie und Mauerkrone Seite 9 von 24 Abbildung 10: Überlappende Abdichtung einer Folie an eine Pfette mit einseitig klebendem Butyldichtungsband Abbildung 11: Bewegungsausgleichende Abdichtung von Plattenstößen unter Einsatz von Trennstreifen mit spritzbarem Dichtstoff gemäß IVD-Merkblatt Nr.16 Abbildung 12: Bewegungsausgleichende Abdichtung von Plattenstößen ohne Trennstreifen mit spritzbarem Dichtstoff gemäß IVD-Merkblatt Nr.16 Seite 10 von 24 Abbildung 13: Überlappende Abdichtung von Plattenstößen mit einseitig klebendem Butyldichtungsband Abbildung 14: Überlappende Abdichtung von Plattenstößen mit einseitig klebendem Butyldichtungsband Abbildung 15: Bewegungsausgleichende Abdichtung zwischen Plattenstößen mit spritzbarem Dichtstoff gemäß IVD-Merkblatt Nr.16 Seite 11 von 24 Abbildung 16: Abdichtung zwischen Folie und Baukörper mit spritzbarem Dichtstoff, Montageklebstoff oder doppelseitig klebendem Butyldichtungsband Abbildung 17: Überlappende Abdichtung zwischen Folie und Bauteil Seite 12 von 24 5 Auswahl der Abdichtungsmaterialien 5.1 Einteilung der Abdichtungssysteme Spritzbare Dichtstoffe Die Auswahl der spritzbaren Dichtstoffe erfolgt analog Merkblatt Nr.19-1, Punkt 5.1, wenn die jeweiligen Anforderungen des Merkblattes Nr.19-2 erfüllt werden Montageklebstoffe Auch bei Montageklebstoffen richtet sich die Auswahl in erster Linie nach den mechanischen und bauphysikalischen Einflüssen sowie den jeweiligen Anforderungen des Merkblattes Nr Montageklebstoffe werden im Hinblick auf den Geltungsbereich des Merkblattes Nr.19-2 so eingeteilt: Rohstoffsystem Polyurethan Hybrid-Polymer Synthesekautschuk Acrylatdispersion Tabelle 1: Einteilung der Montageklebstoffe nach Rohstoffgruppen Butyldichtungsbänder und -profile Die Auswahl der Butyldichtungsbänder und profile ist in IVD-Merkblatt Nr.19-1 unter Punkt 5.3 dargestellt. 5.2 Einteilung nach Wasserdampfdurchlässigkeitswerten (s D -Werten) Dieses Kapitel trifft Aussagen zu den durchschnittlichen s D -Werten von spritzbaren Dichtstoffen, Montageklebstoffen und Butyldichtungsbändern und -profilen zur Charakterisierung von Wasserdampfdiffusionsmerkmalen. Die Zahlenangaben in /m/ stellen tendenzielle Richtwerte dar. Die Produkte für Abdichtungen/Verklebungen in der Luftdichtheitsschicht (luftdichte Ebene) haben nicht nur die Aufgabe, eine dauerhafte Luftdichtheit zu sichern, sondern auch raumseitig eine angemessene, auf die Konstruktion abgestimmte Diffusionsdichtheit zu gewährleisten. Für die anzuwendenden Dichtstoffe, Montageklebstoffe und Butyldichtungsbänder und - profile ist deshalb auch die Kenntnis der jeweiligen Wasserdampfdiffusionseigenschaften bzw. des praxisbezogenen s D -Wertes wichtig. Seite 13 von 24 Nachfolgend werden dafür Orientierungswerte für alle genannten Abdichtungssysteme genannt, die jedoch aufgrund unterschiedlicher Rezepturen, Polymer-Typen, Füllstoffgehalt etc. erheblich schwanken können. Die in der Tabelle 2 dargestellten Zahlenwerte stellen Tendenzen und Reihenfolgen dar. 0,5 m 100 m 100 m 1500 m Diffusionsoffen Diffusionsdicht vk-dichtband Polysulfid Polyurethan Acrylatdispersion Hybrid-Polymer Synthesekautschuk Silikon Silikonband Butyldichtungsband vlieskaschiert Tabelle 2: s D -Werte einzelner Abdichtungssysteme Butyldichtungsband aluminiumkaschiert Seite 14 von 24 6 Anforderungen an die Abdichtungsmaterialien 6.1 Anforderungen an spritzbare Dichtstoffe/Montageklebstoffe Spritzbare Dichtstoffe müssen je nach angrenzenden Baustoffen die Anforderungen der Tabelle 5 in Teil 1 des Merkblattes Nr.19-1 erfüllen. DIN stellt zusätzlich diese Anforderungen: Eigenschaft Anforderung Prüfung Luftdichtheit Siehe EnEV Blower-Door-Test DIN 4108 DIN EN 13829, Verfahren B Feuchtigkeitsbeständigkeit Nur relevant bei Außenanwendungen DIN EN ISO UV-Beständigkeit Nur relevant bei Außenanwendungen DIN EN ISO Oxydationsbeständigkeit Nicht zutreffend Tabelle 3: Anforderungen an spritzbare Dichtstoffe/Montageklebstoffe gemäß DIN Anforderungen an Butyldichtungsbänder und -profile Die wesentlichen Eigenschaften/Anforderungen für Butyldichtungsbänder und -profile sind in Teil 1 des IVD-Merkblattes Nr in Tabelle 7 dargestellt. Zusätzlich werden folgende Anforderungen gestellt: Eigenschaft Anforderung Prüfung Luftdichtheit Siehe EnEV Blower-Door-Test DIN 4108 DIN EN 13829, Verfahren B Plastisch und selbstklebend Einseitig klebend, doppelseitig klebend - Tabelle 4: Zusatzanforderungen an Butyldichtungsbänder und -profile 6.3 Verträglichkeit mit anderen Baustoffen Seite 15 von 24 Die nachfolgende Tabelle bezieht sich auf die wesentlichen Baustoffe, die in der luftdichten Ebene als Kontaktflächen für die Abdichtungsmaterialien vorkommen. Wichtiger Hinweis Die Tabelle dient als unverbindliche Orientierungshilfe. Aufgrund der Vielfalt der angebotenen Baustoffe und spritzbaren Dichtstoffe, insbesondere bedingt durch die sich ständig ändernden Rezepturen, bedarf es im konkreten Einzelfall immer einer Abstimmung mit dem Dichtstoffanbieter. Aufgrund der unterschiedlichen Rezepturen einerseits und der Untergrundvoraussetzungen andererseits, kann sie allerdings nur als Leitfaden dienen. Ist in der Tabelle jedoch ein Minuszeichen aufgeführt, kann davon ausgegangen werden, dass ein Einsatz zu Problemen in der Praxis führt. Unabhängig von der Verträglichkeit zu dem jeweiligen Baustoff ist zusätzlich die Haftung des Abdichtungsmaterials zu prüfen bzw. mittels einer Haftungstabelle beim Hersteller zu erfragen. Anmerkung Die für die Abdichtung der luftdichten Ebene empfohlenen Produktsysteme sind mit gekennzeichnet Silikon neutral Polyurethan Acrylat- Dispersion Hybrid- Polymer Butylbänder und -profile Bitumen Synthese Kautschuk Empfohlene Produkte Beton HK + E + Bitumen E HK - E Gipsplatten HK - E Faserzementplatten Gipsfaserplatten Gipsspanplatten HK - E Hart-PVC E E Holz sägerau E Seite 16 von 24 Holz egalisiert bzw. gehobelt Synthese Kautschuk Holz vorbeugender chemischer Holzschutz Holz beschichtet Holzwerkstoffplatten Silikon neutral Polyurethan Acrylat- Dispersion Hybrid- Polymer Butylbänder und -profile Bitumen HK - E HK - E HK - E E Naturstein E E E E + - E Holzspanplatten Kalksandstein Papierwerkstoffe PE-Folie/ PP-Folie E E E E E - E E - + E + E E Porenbeton HK + + Putz HK + + Tabelle 5: Verträglichkeit der verschiedenen Abdichtungsmaterialien zu angrenzenden Baustoffen + = Einsatz möglich Die Verträglichkeit beinhaltet keine Aussagen zur einwandfreien Haftung auf dem jeweiligen Untergrund - = Einsatz nicht empfohlen E = Eignung vom Hersteller bestätigen lassen HK = Mit Haftkleber Haftungstabelle des Herstellers beachten! Seite 17 von 24 7 Ausführung der Abdichtung Die Ausführung der Abdichtung mit den einzelnen Materialgruppen erfolgt analog der Beschreibung in Merkblatt Nr.19-1, da der Einsatzbereich unabhängig ist von den grundsätzlichen Vorschriften in Bezug auf Untergrundvorbereitungen Verarbeitungsbedingungen Reihenfolge der Arbeitsschritte Nachbehandlungen Die unter Punkt 8 in Merkblatt Nr.19-1 aufgeführten Vorschriften und Empfehlungen sind uneingeschränkt zu übernehmen. Seite 18 von 24 8 Dokumentation mit Baustellenprotokoll Es ist empfehlenswert, insbesondere bei großen Bauvorhaben, folgende Aufzeichnungen über den Arbeitsablauf vorzunehmen: Art der Fugenabdichtung Bauvorhaben Direkter Auftraggeber Ausführende Firma Datum der Ausführung Materialtemperatur Witterungsbedingungen (Außentemperatur, Bauteiltemperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschläge) Lage und Bezeichnung der ausgeführten Arbeiten Abdichtungssystem, Dichtstoff, Primer (Fabrikat und Chargennummer) Weitere eingesetzte Hilfsmittel, z. B. Hinterfüllmaterial, Glättmittel Sonstiges Der INDUSTRIEVERBAND DICHTSTOFFE E. V. bietet unter ein vorbereitetes Baustellenprotokoll zum Download an. Seite 19 von 24 9 Begriffe Dampfdicht Ein Stoff gilt als praktisch dampfdicht (diffusionsdicht), wenn der s D -Wert nach DIN EN oder DIN EN ISO m beträgt. Luftdichte Ebene Die luftdichte Ebene liegt gemäß DIN auf der warmen Seite der Dämmebene und möglichst raumseitig der Tragkonstruktion. Luftdichtheit Eigenschaft eines Baustoffes, eines Bauteils oder der Hülle eines Gebäudes, nicht oder nur in geringem Maße mit Luft durchströmt zu werden. Luftdichtheitsschicht Schicht, meist raumseitig der Wärmedämmung verlegt, die die Luftströmung von der Raumseite nach außen und umgekehrt durch das Bauteil hindurch normgerecht mindert (Vermeidung von Wärmeverlusten und Kondensat infolge Konvektion), meist in Funktionseinheit mit der diffusionshemmenden Schicht. µ-wert Dimensionslose Materialkennzahl für die spezifische Wasserdampfdurchlässigkeit eines Baustoffes, z. B. eines spritzbaren Dichtstoffs. Der µ-wert ist die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl und gibt an, wie viel höher der Widerstand eines Stoffs gegen Wasserdampfdiffusion ist als die ruhende Schicht Luft gleicher Stärke. Dichte Baustoffe besitzen einen hohen, hingegen porige Baustoffe einen geringen µ- Wert. s D -Wert Wasserdampfdurchlässigkeit eines Bauteils. Der Wert beschreibt gemäß DIN die Dicke in m einer ruhenden Luftschicht, die den gleichen Wasserdampf-Diffusionswiderstand hat wie die betrachtete Bauteilschicht. Mithilfe des s D -Wertes lässt sich das Diffusionsverhalten von mehrschichtigen Außenbauteilen und/oder Dichtstoffen beurteilen. Diffusionsoffen s D Wert 0,5 Diffusionshemmend 0,5 s D Wert 1500 Diffusionsdicht s D Wert 1500 Abdichtungsmaterialien gemäß DIN DIN führt spritzbare Dichtstoffe nur im Zusammenhang mit den Anschlussfugen an Fenstern und Fenstertüren auf, nicht jedoch für den Einsatz in Wand- und Deckenbereich. Spritzbare Dichtstoffe sind jedoch, abhängig vom Rohstoffsystem und der Rezeptur, sehr wohl in der Lage, eine luftdichte Abdichtung herzustellen. Das Gleiche gilt für Montageklebstoffe und Butyldichtungsbänder und -profile. Einzelheiten dazu werden in den Einsatzbeispielen dargestellt. Anmerkung: Seite 20 von 24 Unter Montageklebstoffen sind nicht die in DIN genannten Klebemassen und Folienkleber gemeint. Winddichtheit Eigenschaft einer Dach-, Wand- oder Fassadenkonstruktion oder einer außenseitigen Wärmedämmung, die nicht oder nur in geringem Maße mit Außenluft durchströmt wird. Winddichtheitsschicht Schicht, meist außenseitig der Wärmedämmung verlegt, die das Einströmen von Außenluft in die Konstruktion und den Wiederaustritt an anderer Stelle erschwert und so die Abfuhr von Wärmeenergie vermindert. Seite 21 von 24 10 Literaturverzeichnis Energieeinsparverordnung EnEV Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden. DIN Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden, Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele Beuth-Verlag GmbH, Berlin DIN EN Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden-Differenzdruckverfahren (ISO 9972:1996, modifiziert) IVD-Merkblatt Nr.5 Butylbänder IVD INDUSTRIEVERBAND DICHTSTOFFE E. V., Düsseldorf IVD-Merkblatt Nr.9 Spritzbare Dichtstoffe in der Anschlussfuge für Fenster und Außentüren IVD INDUSTRIEVERBAND DICHTSTOFFE E. V., Düsseldorf IVD-Merkblatt Nr.16 Fugenabdichtung im Trockenbau IVD INDUSTRIEVERBAND DICHTSTOFFE E. V., Düsseldorf Seite 22 von 24 Mitarbeiter: Dieter Fritschen Wolfram Fuchs Guido Maier Dr.-Ing. Karl Ritter Klaus Seebauer Gäste: Dieter Kuhlenkamp, Holzbau Deutschland - Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes Josef Rühle, Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.v. Preis gedrucktes IVD-Merkblatt EUR auf Anfrage Online auf Seite 23 von 24 Alle weiteren IVD-Merkblätter kostenlos downloaden auf: Außerdem viele Informationen rund um die Baufugen-Abdichtung in den Bereichen Boden, Fassade, Fenster, Sanitärbereich und Wasserbereich. Sowie die IVD-Begriffsuche, das komplette Dichtstofflexikon online und ständig aktuelle News rund ums Thema. Ihre Plattform rund um das Thema Dichten und Kleben am Bau. 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