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Jahresbericht NEUES TEAM Hallo, ich bin Annelene (links im Bild) und arbeite seit April 2016 im Streetworkteam mit Susann. Ich habe mich über den tollen Empfang in Erlangen
Jahresbericht 2016 2 NEUES TEAM Hallo, ich bin Annelene (links im Bild) und arbeite seit April 2016 im Streetworkteam mit Susann. Ich habe mich über den tollen Empfang in Erlangen gefreut, fühle mich hier gut aufgehoben und freue mich auf das, was kommt! In meiner Zeit vor der Streetwork habe ich in einem Jugendzentrum gearbeitet. Am neuen Arbeitsfeld gefällt mir, dass ich viel draußen bin und genug Zeit für gute Gespräche von Mensch zu Mensch habe. Wenn ich nicht streetworke gehe ich gerne Wandern, lese im Zug und versuche mich an einer Ausbildung zur Heilpraktikerin. BÜROSITUATION Eine neue Kollegin kommt und unser altes Büro geht. Im September wurde unser Büro wegen der Bauarbeiten am Haus innerhalb kürzester Zeit dem Erdboden gleich gemacht. Um als Streetworkerinnen aber nicht in die Obdachlosigkeit zu geraten, hatten wir vorübergehend unsere Räumlichkeiten in einem blauen Container am Kauflandparkplatz, den wir aber wieder räumen mussten. Wir sind nun wieder im E-Werk zu finden, bis unsere Büroräume im Gebäude des neu gebauten Jugendtreffs im Juni 2017 fertig sind. 3 STREETWORK IN ACTION Wie jedes Jahr gab es auch 2016 die eine oder andere Aktion für unsere Adressat*innen. Ziel dabei ist es immer, die Beziehung zu unseren Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu stärken, neue Personen kennen zu lernen und Vertrauen aufzubauen. Dabei bot sich auch für die neue Kollegin Annelene Ohlmeier die Gelegenheit, sich vorzustellen und erste Gespräche zu führen. So wurde zum Beispiel ein Käsefondue in den Räumen des E-Werks fast vollständig von Klient*innen selbst organisiert. Wir standen bei Planung, Einkauf und Umsetzung lediglich beratend zu Seite. Zur kalten Jahreszeit war dies eine gelungene Alternative zu unseren Grillabenden im Sommer. Da unser Büro im September abgerissen wurde, gab es nur einen Grillabend am ursprünglichen Platz vor unserem Büro. Das zweite Grillen wurde auf die Wiese an der Wöhrmühle ausgelagert. Durch unsere gute Vernetzung mit unseren Adressat*innen über Facebook und Whatsapp, hatten wir auch dort guten Zulauf. Der ungezwungene Rahmen bei diesen Aktionen erleichtert den jungen Menschen den Zugang zu uns und schafft Vertrauen, so dass wir oft einen separaten Beratungstermin vereinbaren können. Es fällt den Adressat*innen dann viel leichter Beratungsangebote anzunehmen. 10-jähriges jubiläum mit zugehörigen aktionen BAHNHOFSAKTION Zum 10- jährigen Bestehen der Streetwork Erlangen stellten wir eine Reihe von Aktionen auf die Beine: Am Bahnhof starteten wir mit einem Infostand, an dem sich jeder über unser Angebot informieren konnte. Mit Wassereis, Buttonmaschine und unserer Streetwork-Couch machten wir hier einen Teil unserer Arbeit sichtbar. Einen Tag lang bezogen wir gemeinsam mit unserer Klient*innen Quartier auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof und suchten das Gespräch mit allen Interessierten. Vor allem der mitgebrachte Kicker sorgte für neue Begegnungen und eine entspannte Atmosphäre. Ausgelegte Flyer und Stellwände informierten über unsere Arbeit, Erfolge und Aktionen der letzten zehn Jahre. Neben dem Spaß für unsere Adressat*innen bei solchen Aktionen, ist es uns wichtig unsere Arbeit stetig ins Blickfeld der Erlanger Bevölkerung und vor allem der jungen Menschen zu rücken. Dieser Bekanntheitsgrad ist wichtig, damit alle wissen, dass sie im Falle eines Hilfebedarfs auf uns zurückgreifen können. FOTOAKTION Um auch unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen in unsere Arbeit einzubeziehen, führten wir auch 2016 wieder eine Fotoaktion durch. Unter dem Motto Das Erlangen der Freiheit baten wir unsere Klient*innen, sich zu dieser Überschrift Fotomotive zu überlegen, die dann auf unserer Jubiläumsfeier präsentiert und prämiert wurden. Die jungen Menschen nahmen die Aktion mit Begeisterung an, machten sich viele Gedanken und fanden am Ende eine ganz eigene Interpretation des Mottos für sich. 5 Jubiläum JUBILÄUMSFEIER Abgerundet wurden die Aktionen mit unserer großen 10-Jahres Feier im Kulturzentrum E-Werk. Für einen grandiosen Abend bedanken wie uns bei allen Helfer*innen des Hauses und allen Besucherinnen und Besuchern! Neben der Versteigerung unseres Streetworksofas freuten wir uns über Redebeiträge unserer Kolleg*innen und Unterstützer*innen. Frau Ursula Lanig (Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses) richtete viele nette Worte an uns und würdigte unsere Arbeit für Erlangen, Berndt Urban (Geschäftsführer des Kulturzentrums E- Werk) berichtete über die Anfangszeit und bedankte sich bei uns und den beiden ehemaligen Streetworker*innen Petra Hansen und Thomas Maurus. Nils Hüttinger, Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Streetwork/ Mobile Jugendarbeit Bayern e.v. hielt eine Rede und betonte die Wichtigkeit unseres Arbeitsbereichs. jubiläum 6 Unsere eigenen Redebeiträge hatten, unter dem Motto neue Wege gehen in erster Linie die Vergangenheit und die Zukunft der Streetwork Erlangen zum Thema. Für die neue Kollegin Annelene Ohlmeier bot die Jubiläumsfeier eine gute Gelegenheit, sich bei allen Anwesenden vorzustellen. Sogar unsere Streetworkhündin Shirley kam zu Wort und eröffnete in einem Interview eine ganz andere Sicht auf die Streetworkarbeit und die Stadt Erlangen. Für das leibliche Wohl unserer Gäste sorgte der hauseigene Koch mit leckeren Häppchen und Kuchen. Zum Ausklang dieses gelungenen Abends gab es für alle ein Konzert der Band Angiz in der E-Werk Kellerbühne. Insgesamt war die Jubiläumsfeier für uns eine sehr gelungene Veranstaltung mit regem Zuspruch, vielen Möglichkeiten zum Austausch und bunt gemischten Gästen. Wir freuen uns sehr darüber und starten mit neuen Wegen in den nächsten Zeitabschnitt. Statistik KONTAKTZAHLEN 7 statistik Bei insgesamt 811 erfassten Kontakten im Jahr 2016 sind etwas mehr als ein Viertel männlich im Alter zwischen 19 und 27 Jahren. Ein weiteres Viertel ist weiblich zwischen 19 und 27 Jahren. Alle anderen Kontakte bewegen sich in der Altersspanne zwischen 14 und 18 sowie über 27 Jahren. Unser Ziel ist es zukünftig mehr Klientel in der Altersgruppe zwischen 14 und 18 Jahren zu erreichen. 40% aller Kontakte sind weiblich. Bei einem Vergleich der Zahlen mit dem Vorjahr 2015 ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen (2015: 1524 Kontakte) Folgende Faktoren für diesen Kontaktzahlenrückgang lassen sich identifizieren: PERSONALWECHSEL/ SETZUNG STELLENBE- Durch den Personalwechsel ergab sich eine Übergangszeit, in der die Streetwork ein Quartal lang nur von Frau Susann Skerra mit 32 Stunden pro Woche besetzt war. Dies schränkte die Kapazitäten sehr ein und führte zu weniger Straßenpräsenz. Zusätzliche Abzüge in der Arbeit im öffentlichen Raum entstanden durch die Einarbeitungszeit von Frau Annelene Ohlmeier und die schwierige Bürosituation, die durch Mehrfachumzüge gekennzeichnet war. KLIENTELWECHSEL Zwei große Cliquen, die in den Jahren 2013 und 2014 für sehr hohe Kontaktzahlen gesorgt haben, sind nun weitestgehend selbstständig geworden. Sie treffen sich nicht mehr in der großen Gruppe und benötigen das Hilfeangebot der Streetwork nur noch in Einzelfällen. Um Kontakt zu neuen Cliquen aufzubauen, braucht es jetzt wieder etwas mehr Zeit. Ein Vertrauensverhältnis muss sich erst wieder anbahnen und langsam aufbauen. DER ÖFFENTLICHE RAUM Bayernweit melden Streetwork-Einrichtungen rückläufige Kontaktzahlen im öffentlichen Raum. Kolleg*innen aus den Stadtteilen berichten Ähnliches und auch deutschlandweit ist dieser Trend stellenweise erkennbar. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen verbringt ein großer Teil der Jugend heute Teile ihrer Freizeit in medialen Räumen (Social media, Onlinegames etc.), zum anderen ist die Aneignung von öffentlichen Plätzen zurzeit kein so großes Thema mehr, wie beispielsweise vor fünf Jahren. Damals wurde ein gemeinsamer Treffpunkt noch mit allen möglichen Konsequenzen als unser Platz verteidigt, was heute eher selten der Fall ist. Verstärkt beobachten wir, dass Zielgruppen, die uns verblieben sind, von einem zum nächsten Platz wandern und weniger Interesse an Auseinandersetzungen mit der Polizei oder Ordnungshütern haben. Die Verschiebung der Präsenz in mediale Räume gekoppelt mit der Wanderbewegung stellt uns vor neue Herausforderungen, was das Knüpfen und Halten von Kontakten angeht. Die Polizeipräsenz und regelmäßige Kontrollen an Treffpunkten in der Innenstadt haben die jungen Menschen aus unserem Wirkungskreis in die Stadtteile zurückgedrängt und sie für uns schwerer auffindbar gemacht. Hinzu kommt, dass nur wenige öffentliche Plätze mehreren Benutzergruppen gegenüber stehen und es somit zunehmend zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Gruppierungen kommt. Wenn man auf die Geschichte der Streetwork in Deutschland blickt, ist erkennbar, dass es diese Wellen der Zu-und Abnahme der Anzahl an Adressat*innen im öffentlichen Raum schon immer gegeben hat. Dies betrifft vor allem die Zielgruppe der Adressat*innen von Jahren. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich dies wieder ändert. statistik 8 Nun stellt sich die Frage nach den Konsequenzen, die wir aus diesen Erkenntnissen für unsere Arbeit ziehen können: Um mit diesen Veränderungen adäquat umgehen zu können, vernetzen wir uns über die LAG Streetwork mit anderen Einrichtungen bayernweit und konzipieren Fort- und Weiterbildungen, um neue Strategien zu entwickeln und Erfahrungen sowie Ideen auszutauschen. Durch die Tätigkeit von Frau Susann Skerra als Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Streetwork/ Mobile Jugendarbeit in Bayern e.v. ist es uns möglich, Entwicklungen des Arbeitsfeldes schnell mitzubekommen und auch die Anliegen und Herausforderungen in Erlangen auf Regional- und Landestagungen einzuspeisen. Beispielsweise wird dieses Thema auf der nächsten Streetwork Landestagung aufgegriffen. Es werden gemeinsam Strategien entwickelt, um dem beschriebenen Phänomen zu begegnen. Unsere Arbeit in Erlangen weiten wir durch die vermehrte Nutzung von Facebook und Whatsapp in den medialen Raum aus und können hier schon erste Erfolge verzeichnen. Durch eine verstärkte Vernetzung mit Kolleg*innen aus den Einrichtungen in den umliegenden Stadtteilen machen wir uns ein neues Bild von Cliquenpräsenz und -bewegungen in angrenzenden Stadtteilen. Ziel ist es, dadurch ein möglichst breites Bild der Jugend in Erlangen zu bekommen um handlungsfähig zu bleiben. So können wir unser Konzept stetig den aktuellen Tendenzen angleichen. TÄTIGKEITEN 9 tätigkeiten Von 100 Kontakten findet bei 42 (größter Teil) Beziehungspflege statt, in Form von Gesprächen. 22 von 100 Menschen erhalten von uns Informationen zu bestimmten Themen und/oder einen Termin zur Beratung. Immerhin 12% sind Menschen die wir noch nicht kennen und zu unseren neuen Kontakten zählen können. Im Folgenden haben wir unsere Arbeit im Bereich Konflikt/Krise und im Themenfeld Beratung und Begleitung genauer umschrieben. KONFlIKT/ KRISE Unter der Überschrift Konflikt/Krise fallen bei uns alle Fälle mit akutem und schnellem Handlungsbedarf. Beispielsweise hatten wir im vergangenen Jahr leider gleich mehrere Fälle, in denen wir mit Selbstmordgedanken bei jungen Menschen konfrontiert waren. Dies ist für uns eine sehr schwierige Situation, da wir genau hinschauen und genau nachfragen müssen, um abzuklären inwieweit diese Gedanken in die Tat umgesetzt werden könnten. Wir können unsere Klient*innen nicht dazu zwingen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn der berechtigte Verdacht auf einen Notfall besteht, können wir aber Hilfe einleiten. In einem konkreten Fall 2016 vernetzten wir uns auf Wunsch des Klienten engmaschig mit der Telefonseelsorge und dem Krisendienst Mittelfranken, um eine 24- stündige Erreichbarkeit gewährleisten zu können. Außerdem informieren wir unsere Regelmäßige Telefonate fanden teilweise täglich statt. Darin wurde die aktuelle psychische Lage abgeklärt und wir versuchten Motivator zu sein oder konkrete Hilfestellung zu geben. In vielen Fällen war es auch wichtig, zunächst einfach nur zuzuhören. In einem speziellen Fall sahen wir uns gezwungen, die Polizei zu informieren, da eine ganz konkrete Selbstmordandrohung im Raum stand und der Klient für uns nicht mehr erreichbar war. Adressat*innen im akuten Fall über die Möglichkeit einer Selbsteinweisung in eine Klinik. Dafür ist es extrem wichtig, dass der oder die Betroffene sich selbst sehr genau einschätzen kann und merkt, wann Hilfe von außen nötig ist. In Fortbildungen setzten wir uns ausgiebig mit dem Thema auseinander, um in Beratungsgesprächen das Gefahrenpotenzial abschätzen zu können und um die Handlungsfähigkeit unserer Klient*innen so gut wie möglich stärken zu können. Nur so ist es möglich, dass sie rechtzeitig Hilfe anfordern. BERATUNG/ BEglEITUNG Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Teil Beratung/Begleitung auch 2016 wieder bei 18%. Diese Zahl wirkt im ersten Moment eher klein. Betrachtet man aber den enormen zeitlichen Aufwand, den eine Beratung/Begleitung eines einzelnen Klienten mit sich bringt, wird schnell klar, wie diese Zahl zustande kommt und dass sie keineswegs zu gering ist. Daher folgt nun ein Beispiel-Fall von Beratung/Begleitung, der anonymisiert dargestellt ist: Tätigkeiten 10 Fall FIONA (19 JAHRE ALT) Kann nur noch sporadisch zu Hause übernachten, da ihre Eltern sie regelmäßig vor die Türe setzen, schläft bei Freunden oder Draußen und wurde einmal von ins SleepIn nach Nürnberg begleitet Zwei abgebrochene Ausbildungen, momentan wenig Interesse an einer neuen Ausbildung Mehrere Anzeigen unter anderem Wegen Raub und Diebstahl Hat die Auflage erhalten, Arbeitsstunden abzuleisten und eine Beratung bei der Kompetenzagentur wahrzunehmen Exzessiver Konsum von Drogen und Alkohol, aber keine oder nur geringe Problemeinsicht Unser Vorgehen in der Beratung: Sachlage herausfinden Überleben wie Wohnen, Essen und Schlafen sichern Klärung der Fragen: Wo soll es hingehen? - Was ist möglich und- was nicht? Welche Schritte haben Priorität? Überlegen, welche Sellen und Institutionen mit einbezogen werden müssen Klärung der Ausgangslage: Was wurde bereits unternommen? Weiteres Vorgehen Jugendamt, das in der Vergangenheit schon involviert war, wieder mit einbinden (Terminvereinbarung und Begleitung zum Jugendamt, um Möglichkeiten der Hilfestellung zu eruieren und in die Wege zu leiten) Terminvereinbarung mit und Begleitung zur Kompetenzagentur, um weitere Schritte in Richtung Ausbildung oder Arbeitsaufnahme zu besprechen Vereinbarung von Terminen bei Agentur für Arbeit, um eine Meldung der Ausbildungs- oder Arbeitssuche zu machen Beratung hinsichtlich des Umgangs mit den verschiedenen Anzeigen und Aussagen gegen über der Polizei Kontaktaufnahme zur Drogenberatungsstelle Abklären der Familienversicherung Kontaktaufnahme mit den Zuständigen für die Unterkünfte bei akuter Obdachlosig keit im Landkreis Kontaktaufnahme zu Kooperationspartner*innen und Gespräche, wie und wo Arbeitsstunden abgeleistet werden könnten Erinnerung der Klientin an Termine, Besprechung des Umgangs mit verpassten Terminen und Hilfestellung beim Ausfüllen und Zusammenstellen von Unter lagen für verschiedene Behörden 11 Tätigkeiten Im Fall Fiona sieht man sehr deutlich wie aufwendig und zeitintensiv die Arbeit mit jungen Menschen in solch schwierigen Situationen sein kann. Wenn man bedenkt, dass wir mehrere Klient*innen in ähnlich schwierigen Situationen im Jahr 2016 intensiv begleitet haben, ist die Zahl von 18% schon als sehr hoch einzustufen. Wir arbeiten je nach Fall immer wieder engmaschig zusammen mit folgenden Einrichtungen: Jobcenter, Integrierte Beratungsstelle (Schwangerenberatung, Suchtberatung, Jugend-und Familienberatung), Jugendamt, Amt für Soziales, Arbeit und Wohnen, GGFA, Jugend stärken im Quartier, Notruf und Beratung für vergewaltigte Mädchen und Frauen e.v., Gesundheitsamt, Universitätsklinikum, Schuldnerberatung, Krisendienst Mittelfranken, Amt für Soziokultur, Kolleg*innen der Streetwork/Mobilen Jugendarbeit in der Umgebung arbeitskreise Arbeitskreis Obdachlosigkeit Da wir seit Anbeginn der Streetwork immer wieder mit dem Thema Obdachlosigkeit konfrontiert waren, ist dieser Arbeitskreis mit dem Ziel, Lösungen zu finden, für uns eine sehr wichtige Angelegenheit. Im vergangenen Jahr konnten wir im Arbeitskreis Obdachlosigkeit (ODL) große Erfolge erzielen. Unter der Leitung von Markus Meyer (Leitung der integrierten Beratungsstelle) und Frau Gabriela Sand (Sachgebietsleitung OJsa) konnten wir zusammen mit Herrn Otto Vierheilig (zu dem Zeitpunkt noch Amt für Soziales, Arbeit und Wohnen), Herrn Reinhard Rottmann (Amtsleiter Jugendamt), Herrn Herbert Jugel-Kosmalla, Gregor Schmitt und Martin Maisch (GGFA) und Frau Angelika Sommer (Sozialpädagogische Wohnungslosenhilfe) konkrete Handlungsstrategien entwickeln, um junge Menschen besser und schneller ins bestehende Hilfesystemsystem zu bringen. Schnell war allen Beteiligten klar, dass es dringend mehr Zusammenarbeit der ver schiedenen Ämter bedarf, um junge Menschen im Bürokratiedschungel nicht alleine zu lassen. Oft scheitern unsere Adressat*innen daran, dass sie die Zuständigkeiten nicht kennen und von Amt zu Amt weitergereicht werden. Das führt zu Frustration und Resignation der Betroffenen und oftmals auch dazu, dass Termine überhaupt nicht mehr wahrgenommen werden. Ein Ergebnis des Arbeitskreises ist die Schaffung einer Stelle bei der GGFA, die die Koordination der Aufgaben und der verschiedenen beteiligten Ämter übernimmt um eine ganzheitliche Bearbeitung der Fälle zu ermöglichen, Zeit zu sparen, Mittel zugänglich zu machen und Frustration zu verringern. Die Verantwortlichkeiten sollen gemeinsam an einem Tisch geklärt und weitere Handlungsschritte abgesprochen werden. Mehr Hilfe bei der Antragstellung und Begleitung der jungen Menschen soll so ermöglicht werden. arbeitskreise 12 Um die unterschiedlichen Problematiken mit denen sich viele unserer Klient*innen konfrontiert sehen zu verdeutlichen, brachten wir einen fiktiven Fall (Annika) in den Arbeitskreis ein. Der Fall wurde aus unterschiedlichen realen Begebenheiten konstruiert, die die Streetwork Erlangen im Laufe der letzten Jahre gemeinsam mit ihren Klient*innen bearbeitet hat. Er spiegelt die Fragestellungen und Herausforderungen wieder, die sich in der Vergangenheit bei der Inanspruchnahme von Sozialleistungen und Versorgung von (Grund-)Bedürfnissen unterschiedlicher Klient*innen ergeben haben. ANNIKA (20 JAHRE ALT) -Kontaktaufnahme am Bahnhof, da sie mit einer bekannten Klientin befreundet ist Vorgeschichte Annikas Vater lebt im Ausland, seit sie 6 Jahre alt war. Kontakt besteht schon seit Jahren keiner mehr, da der Vater ein Alkoholproblem hat, sehr aggressiv ist und des Öfteren handgreiflich gegenüber ihr und der Mutter wurde. Diese ist wohnhaft im Landkreis Erlangen Höchstadt und schon seit ihrer Kindheit psychisch krank. In der Vergangenheit lief Annika schon oft von zu Hause weg und übernachtete teilweise wochenlang bei verschiedenen Freunden. Annika hat einen Hauptschulabschluss, den sie gerade noch geschafft hat. Ihre Ausbildung zur KFZ-Mechanikerin musste sie aufgrund der Probleme zu Hause abbrechen. Annika hat das letzte halbe Jahr bei ihrem Freund gewohnt. Von diesem hat sie aber nun getrennt und die Wohnung verlassen. Eine Anmeldung für diesen Wohnsitz bestand nicht. Letzte Meldeadresse war bei ihrer Mutter im Landkreis. Ein Kontakt zur Mutter besteht aufgrund der Probleme seit ihrem Auszug nicht mehr. Eine Jugendhilfemaßnahme wurde in der Vergangenheit noch nicht eingeleitet. 13 Arbeitskreise Aktueller Stand Derzeit übernachtet Annika bei einem Freund in Erlangen. Dieser bezieht ALGII und besitzt nur eine kleine 1-Zimmer Wohnung. Bleiben kann sie dort nicht mehr lange, da es schon des Öfteren zu Streitigkeiten kam. Er warf ihr vor, dass sie sich finanziell nicht beteiligen könne und von ihm durchgefüttert werden müsse. Seit einem halben Jahr hält sich Annika nur noch in Erlangen auf, hat keinerlei Kontakte mehr zu ihrem Herkunftsort und möchte dahin auch auf keinen Fall zurück. Momentan befindet sie sich in ke
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