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Jahrgang 50 Ausgabe 1/2010 Mittelstufenschule Selbstgesteuertes Lernen Delegation als Führungsprinzip w w w. g l b - h e s s e n. d e Gesamtverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in
Jahrgang 50 Ausgabe 1/2010 Mittelstufenschule Selbstgesteuertes Lernen Delegation als Führungsprinzip w w w. g l b - h e s s e n. d e Gesamtverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Hessen e. V. Zeitschrift des Gesamtverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Hessen e. V. leitartikel von Ullrich Kinz Wenn es in einer hessischen Region in einem Ausbildungsberuf nur 14 Auszubildende gibt, muss trotz alledem eine Klasse gebildet werden. Man kann diese Lerngruppe schlichtweg nicht mit Auszubildenden eines anderen Berufsfeldes zusammen unterrichten und so gibt es eben Bedingungen, die eine Erhöhung der Klassenfrequenz objektiv nicht zulassen. Ausgabe 1/ Aktuelles Mittelstufenschulen Weiterentwicklung der beruflichen Bildung in Hessen Kein Reparaturbetrieb Deutschland hinkt bei Schulpsychologen hinterher Stellungnahme zum Erlass des HKM Ausbildung Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2009 Demografie schlägt Wirtschaftskrise Behinderte noch zu oft unter sich Pädagogik und Unterricht Kann man Lernen lernen lehren? Schule und Organisation Delegation in Schulen Entwicklungschancen und Hürden für Berufliche Schulen Nachrichten aus dem HPRLL Berichte aus dem HPRLL Recht und Besoldung Überleitung vom BAT/MtArb in den TV Hessen Beihilfefähigkeit der Leistungen für Heilpraktiker Dienstunfall beim Bayern-Abitur? Entgeltumwandlung im Tarifbereich GLB-intern Nachruf Volker Rüddigkeit Aus den Kreisverbänden 35 Frauen/Pensionäre Aktuelles aus der dbb-frauenvertretung 2 Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, wie Sie der Presse entnehmen konnten, geht es zurzeit tatsächlich hoch her bezüglich der beruflichen Schulen in Hessen. Wenn auch nicht jedem (Journalisten) klar wird, um was es dabei genau geht, so bleibt doch die große und durchaus spannende Frage im Hintergrund: Müssen denn die beruflichen Schulen immer eine Sonderbehandlung erfahren? Einmal abgesehen davon, dass die beruflichen Schulen in der jüngeren Vergangenheit eben keine gesonderte Behandlung erfahren haben, beantwortet der GLB im Gegensatz zu anderen Lehrergewerkschaften diese Frage selbstverständlich mit einem klaren Ja! Die beruflichen Schulen sind nun einmal Systeme, die sich durch die Brille allgemeinbildender Schulen nicht abbilden und somit auch in ihrer Komplexität nicht erfassen lassen. Deshalb benötigen sie im Vergleich zu allgemeinbildenden Schulen gesonderte Regularien. Dies soll und darf nicht dahingehend missverstanden werden, dass die beruflichen Schulen unzulässigerweise Dinge beanspruchen, die ihnen gar nicht zustehen. Aber sie wollen schon so behandelt werden, wie es ihren besonderen Bedingungen auch entspricht! An einem kleinen Beispiel will ich verdeutlichen, was ich hiermit meine. Diese Gemengelage, besser gesagt, diese zu Beginn von mir gestellte Frage war jetzt nach meinem Dafürhalten auch Grund der teilweise in der Öffentlichkeit ausgetragenen Auseinandersetzungen um Mandantenleitung und Mittelstufenschule. Die entsprechende Pressemitteilung des GLB zur Mittelstufenschule ist in dieser impulse-ausgabe mit abgedruckt. Zum Stichwort Mandantenleitung bleibt inhaltlich anzumerken, dass es vordergründig um ein Referat innerhalb der Abteilung III des Hessischen Kultusministeriums geht. Tiefgründiger ist es ein Referat, das sich mit der Bedarfserhebung und der dementsprechenden Stellenbemessung für die beruflichen Schulen beschäftigen sollte. Zur Notwendigkeit eines solchen Referats auch wieder ein kleines Beispiel. Bei der Zeugniserstellung mithilfe der LUSD munkelt man, dass es ca. 350 Zeugnisformulare gibt. Davon sollen nach Gerüchten etwa 300 für den Bereich der beruflichen Schulen benötigt werden. Selbst wenn diese Zahlen nicht ganz den Tatsachen entsprechen sollten, wird doch klar, dass die beruflichen Schulen mit ihren vielfältigen, spezialisierten Schulformen in den üblichen Kategorien allgemeinbildender Schulen nicht erfasst werden können. Diese Tatsache hatte zu der leider nur vorübergehenden Er- Aktuelles kenntnis geführt, dass man zur Bedarfs- und Stellenermittlung ein eigenes Referat benötigt, in dem die Verantwortung für die fachlichen Inhalte und für die Ressourcen an beruflichen Schulen zusammengeführt wird. Was nach den zum heutigen Zeitpunkt unterschiedlichen Wasserstandsmeldungen nun aus dem Referat wird, bleibt abzuwarten. Zu befürchten ist, dass die Stellenzuweisung für die beruflichen Schulen weiterhin in wenig transparenter Form als Anhängsel der allgemeinen Stellenverteilung gehandhabt wird. Immerhin gibt es auch positive Neuigkeiten aus dem Hessischen Kultusministerium. Die Abteilungsleiterstelle der Abteilung III (offiziell heißt diese Abteilung: Berufliche Schulen, Schulen für Erwachsene, Lebensbegleitendes Lernen) ist wohl seit 15. Februar mit Herrn Wolf, dem bisherigen Schulleiter der in Hanau ansässigen Ludwig-Geißler-Schule, be setzt. Dies kann man auf der Internet-Seite der Ludwig-Geißler-Schule auch nachvollziehen. Eine irgendwie geartete Mitteilung des Hessischen Kultusministeriums hierüber konnte ich bisher nicht auffinden. Wie man den Zeitraum zwischen der Inruhestands versetzung des vorhergehenden Abteilungleiters, Herrn Dr. Berthold, bis zur Amtsübernahme durch Herrn Wolf von etwa einem Jahr beurteilt, überlasse ich Ihrem eigenen Urteilsvermögen. In dieser Situation, mit der wir nicht gerade glücklich waren, wurden die beruflichen Schulen darüber informiert, dass sie sich zukünftig verstärkt um Haupt- und Realschüler/ -innen kümmern müssen (Stichwort Mittelstufenschule). So notwendig eine Weiterentwicklung dieser Bildungsgänge auch sein mag, so darf und kann eine solche Entwicklung nicht zulasten der beruflichen Schulen erfolgen. Bisher ist lediglich verlautbart worden, dass die beruflichen Schulen als Lernort innerhalb des neuen Mittelstufenschule-Konzeptes von der 8. Klasse an vorgesehen sind. Kein Wort ist dagegen darüber zu hören, wo und wann der geplante Unterricht mit Haupt- und Realschüler(inne)n stattfinden soll, oder gar darüber, wer von den Lehrkräften an beruflichen Schulen diesen zusätzlichen Unterricht erteilen soll. Wie könnte das auch der Fall sein? Hat doch die Kultusministerin selber in einem Schulleitungsinfo (vom ) angekündigt: Die Schulen erhalten in wenigen Wochen detaillierte Informationen, wie das Konzept konkret umgesetzt werden kann. Also wird hier, wie das schon zur Regel geworden zu sein scheint, wieder einmal der zweite Schritt vor dem ersten getan. Weitaus sinnvoller wäre es sicherlich gewesen, zuerst einmal mit den Betroffenen von Beteiligten zu sprechen, verbietet sich hierbei zu reden, die Ressourcen zu benennen und dann an die Umsetzung eines konkreten Konzeptes, das zu die- sem Zeitpunkt auch vorliegen müsste, heranzugehen. Viel besser wäre es, solche Konzepte mit den Menschen zu erarbeiten, die nachher auch für deren Umsetzung stehen sollen. Die beruflichen Schulen in Hessen ein weiteres Mal zum Reparaturbetrieb welcher Missstände auch immer zu degradieren, wird den rund jungen Menschen in der dortigen Ausbildung nicht gerecht und diskreditiert die Arbeit der dort tätigen Lehrerinnen und Lehrer. Insofern wünsche ich mir und vor allen Dingen auch Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, dass unsere Arbeit an den beruflichen Schulen in ihrem richtigen Wert geschätzt wird und dementsprechend auch Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Alles andere bleiben überflüssige Lippenbekenntnisse. K bildung Mittelstufenschulen begründen Paradigmenwechsel für berufsbildende Schulen in Hessen von Ullrich Kinz Die kürzlich von der Landesregierung angekündigten Mittelstufenschulen begründen für die berufsbildenden Schulen in Hessen nach Aussage des Landesvorsitzendes Gesamtverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen, Ullrich Kinz, einen Paradigmenwechsel. Bisher gehörte zum Aufgabenspektrum der allgemeinbildenden Schulen die Berufsorientierung junger Menschen. Die berufsbildenden Schulen sind in ers ter Linie für deren Berufsausbildung zuständig. Dass sich die berufsbildenden Schulen zukünftig in der Berufsorientierung junger Menschen an Haupt- und Realschulen engagieren sollen, ist in dem geplanten Umfang neu und schon von daher fragwürdig. Dem GLB und seinem Landesvorsitzenden geht es bei der Diskussion und dem nun unterbreiteten Vorschlag zur Weiterentwicklung der 3 Aktuelles erst einmal ihr Kerngeschäft auszufüllen hätten, bevor sie Überlegungen in Richtung Weiterbildungs angebote anstellen könnten. Eben dies fordert der GLB nachdrücklich auch bei jenen in Zukunft geplanten Unterrichtsangeboten, die sich mit der Berufsorientierung bzw. der Berufsreife junger Menschen beschäftigen. Quelle: Download.Bildung.hessen.de Haupt- und Realschulen keineswegs darum, sich vor der Verantwortung bezüglich junger Menschen, die gemeinhin als schwer beschulbar gelten, zu drücken. Hier haben die berufsbildenden Schulen in den letzten Jahren sehr erfolgreich ihre Arbeit, u. a. in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung, wahrgenommen und so den an sie durch das Hessische Schulgesetz herangetragenen Anspruch erfüllt. Allerdings stellt der Landesvorsitzende fest, dass mit der Wahrnehmung eben dieser Aufgabe, die berufsbildenden Schulen ver stärkt auch als Reparaturbetrieb des allgemeinbildenden Schulsystems angesehen werden, was so natürlich nicht stimmt. Ullrich Kinz weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass von den fast jungen Menschen, die in Hessen im laufenden Schuljahr insgesamt an berufsbildenden Schulen unterrichtet werden, die Gruppe der Auszubildenden im sogenannten dualen System der Berufsausbildung mit mehr als jungen Menschen nach wie vor die weitaus größte Gruppe darstellt. Dies ist eindeutig das Kerngeschäft der berufsbildenden Schulen. Die Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung und deren Schülerinnen und Schüler nehmen, verglichen mit dieser Zahl, nur einen sehr kleinen Raum ein. 4 Der Landesvorsitzende des GLB bringt in diesem Zusammenhang noch einmal deutlich in Erinnerung, dass an anderer Stelle, an denen sich berufsbildende Schulen zu Zentren lebenslangen Lernens auf den Weg begeben wollen, sie also nicht den Bereich der Berufsorientierung, sondern den ihnen naheliegenden Bereich der Weiterbildung bearbeiten wollen, in der Vergangenheit auch von politischer Seite sehr deutlich signalisiert wurde, dass sie Deshalb mahnt der Landesvorsitzende des GLB noch einmal dringend eine Verbesserung der realen Unterrichtsabdeckung in der Ausbildung junger Menschen an. Solange in diesem zentralen Bereich der berufsbildenden Schulen die Unterrichtsabdeckung nicht über 90 % hinauskommt, sieht Ullrich Kinz kein Potenzial, zusätzliche Aufgaben bei Haupt- und Realschülerinnen wahrzunehmen. Dass womöglich gar Unterricht dieser Schülergruppen an den berufsbildenden Schulen stattfinden soll, und sei es in den Räumen für Fachpraxis bzw. in den schuleigenen Werkstätten, hält der Landesvorsitzende auf dem Hintergrund der derzeitigen räumlichen Auslastung der berufsbildenden Schulen und der außerordentlich hohen Belastungen der dort tätigen Kolleginnen und Kollegen für illusorisch. K Quelle: Download.Bildung.hessen.de Aktuelles Positionen des GLB zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung in Hessen insbesondere an beruflichen Schulen von 2009 bis 2014 Der GLB-Landesvorstand Forcieren der Nachwuchsgewinnung für Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen In seiner Prognose aus dem März 2007 formuliert das Hessische Kultusministerium bezüglich der Einstellungssituation im Lehramt an beruflichen Schulen, dass die Anzahl der hessischen Lehramtsabsolventen mit der Entwicklung der Pensionierungen nicht Schritt hält und die Studienanfängerzahlen in weiten Teilen immer noch weit unter dem absehbaren Bedarf liegen. Es gibt in Hessen deutlich erkennbar einen strukturellen Lehrermangel an beruflichen Schulen in gewerblich-technischen Berufsfeldern, im ernährungswirtschaftlichen Berufsfeld, im mathematisch-naturwissenschaftlichen Berufsfeld, in Fremdsprachen, Deutsch, Religion und Ethik sowie in Sport. Andere Bundesländer sehen sich mit dem gleichen Sachverhalt konfrontiert. Trotz dieser Erkenntnis sind keine bzw. nur quantitativ gedachte Maßnahmen des Hessischen Kultusministeriums erkennbar, die teilweise katastrophale Nachwuchssituation im gewerblichtechnischen Bereich, in Sprachen und Naturwissenschaften dauerhaft und nachhaltig zu verbessern. Stattdessen wurden kurzfristige Maßnahmen verordnet, die sowohl die angehenden Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen als auch die begleitenden beruflichen Schulen in hohem Maße belasten. Sonderprogramme für Fachhoch- schulabsolventen oder für sonstige Quereinsteiger können wenn überhaupt nur kurzfristig und für die gesamte Situation nur in geringem Umfang zur Lösung des Problems beitragen. Langfristig sind solche Maßnahmen auch unter pädagogischen und qualitativen Aspekten nicht zielführend! Deshalb muss nach wie vor dringend für das grundständige Studium des Lehramtes an beruflichen Schulen geworben werden. Das Lehramt an beruflichen Schulen muss so in die Öffentlichkeit getragen werden, dass bei der Entscheidung zum Lehrersein auch die Lehrerin und der Lehrer an beruflichen Schulen von jungen Menschen wie selbstverständlich in ihren Entscheidungsprozess mit einbezogen wird. Darüber hinaus müssen dringend die Arbeits- und Bezahlungsmodalitäten für Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen attraktiver als bisher gestaltet werden. Gestiegenen Anforderungen im Bereich der Praktikanten-, Schüler- und Studierendenbetreuung sowie bei den umfangreichen Prüfungen in mittlerweile allen Schulformen der beruflichen Schulen stehen massive Gehaltskürzungen und seit dem Jahr 2003 eine deutlich spürbare Arbeitszeitverlängerung gegenüber. Arbeitsumfang und -intensität passen nicht mehr zum Gehalt! Das spüren mittlerweile auch an dem Beruf interessierte Menschen. Motivationssteigernde Maßnahmen für die hoch belasteten Kolleginnen und Kollegen sind an den beruflichen Schulen in Hessen seit Jahren nicht mehr erkennbar. Der GLB hält nicht zuletzt deshalb eine deutlich spürbare Anhebung der Anwärterbezüge für die angehenden Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen für unabdingbar. Dies würde auch dem fortgeschrittenen Alter der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, die in vielen Fällen erst mit mehr als 30 Jahren an den beruflichen Schulen ankommen, Rechnung tragen. Verbesserung der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern an beruflichen Schulen Der GLB sieht die Lehrer(aus)bildung zum Lehramt an beruflichen Schulen in Hessen als eine phasenübergreifende, gemeinsame Entwicklungsaufgabe der beteiligten Institutionen und Dienststellen an. Der GLB beschränkt sich dabei nicht auf die Diskussion um das Lehramtsstudium, sondern hält die Berücksichtigung der jeweiligen biografischen Verläufe und der individuellen Prozesse der Entwicklung professioneller Handlungskompetenz als Basis beruflicher Anforderungen phasenübergreifend abgestimmt für erforderlich. Der GLB begreift den Aufbau professioneller Handlungskompetenz als Entwicklungsprozess. Dieser Entwicklungsprozess beginnt mit der Ausbildung zum Bachelor bzw. Mas ter, schließt den daran anknüpfenden Vorbereitungsdienst mit ein und findet im Beruf selbst seine Vollendung. Für den universitären Teil der Lehrerausbildung von Lehrerinnen und Lehrern an beruflichen Schulen plädiert der GLB für eine flächendeckende Einführung gestufter Lehramtsstudiengänge in Hessen mit einem Mas ter-abschluss, der dem 1. Staats examen gleichgestellt ist. Der GLB hält damit den Ansatz eines umfassenden Lehrerbildungsgesetzes, welches die Bereiche Universität, Vorbereitungsdienst und berufliche Weiterbildung zusammen in den Blick nimmt, für zielführend. 5 Aktuelles In diesem Bereich geht es dem GLB um gesetzliche Rahmenbedingungen für eine modularisierte Lehrerbildung auf der Grundlage biografischer Orientierung, die zeitlich flexible Ausbildungsverläufe und in haltliche Profilbildungen ermög licht. Module sollen hierbei die Vergleichbarkeit, Gleichwertigkeit und Überprüfbarkeit von Kompetenzen gewährleisten. Hierfür hält der GLB für erforderlich: eine Überarbeitung von Kompetenzerwartungen und Standards der Lehrerbildung für Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Hessen mit dem Ziel eines phasenübergreifend abgestimmten Lehrerbildes, das Anschlussfähigkeit gewährleistet; eine Anpassung von Struktur und Dauer des Lehramtsstudiums und des Vorbereitungsdienstes an die biografischen Voraussetzungen der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen. Daneben werden ständige Bewertungen von Modulen wie auch eine starke Theorielastigkeit in allen Phasen der Lehrer(aus)bildung als verbesserungswürdig angesehen. Der GLB erwartet zukünftig in der Ausbildung inhaltlich eine stärkere Handlungs- und Praxisorientierung sowie in der Ausbildungsrealität die Vereinbarkeit zwischen der Anzahl und dem Umfang der jeweiligen Ausbildungsmodule auf der einen Seite und den Arbeitszeiten der angehenden Lehrerinnen und Lehrer auf der anderen Seite. Nach fester Überzeugung des GLB erfordert der persönliche Professionalisierungsprozess der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst über die einzelnen Module hinaus eine kontinuierliche Beratung und Prozessbegleitung, welche die Berufseinstiegsphase möglichst mit einschließt. Der GLB betrachtet die Studienseminare als pädagogische Kompetenzzentren und Unterstützungssysteme in einem regionalen Bildungsnetzwerk. Die Studienseminare beraten und begleiten berufliche Schulen auf 6 dem Weg zu größerer Selbstständigkeit und mehr Selbstverantwortung. In diesem Verständnis ist Lehrerbildung geprägt durch Vorbereitung auf eine und Umgang mit einer Philosophie der Eigenverantwortung: Auf der Ebene des Unterrichts durch Implementierung einer Lernkultur des selbstgesteuerten, individualisierten und kooperativen Lernens. Auf der Ebene des Personals durch Entwickeln und Etablieren einer innovativen Lehr- und Lernkultur, verbunden mit dem Rollenwandel der Lehrenden zu Be obachtern, Gestaltern, Beratern, Begleitern (Lerncoach). Auf der Ebene der Lehrerbildung durch Entwickeln und Etablieren einer Lehrerbildung mit den Gestaltungsprinzipien selbstgesteuerten individualisierten Lernens. Für einen solchen gewaltigen Innovationsprozess, man könnte es durchaus auch als Paradigmenwechsel in der Lehrerausbildung bezeichnen, sind finanzielle und personelle Ressourcen erforderlich. Neben der Verbesserung der Besoldung der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst ist die Aufstockung der Ressourcen für Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Mentorinnen und Mentoren dringend notwendig, um deren Motivation für Ausbildung und Fortbildung langfristig aufrechtzuerhalten. Bezüglich der Mentorinnen und Mentoren vertritt der GLB entschieden die Meinung, dass es nicht angehen kann, ihnen die zusätzlichen Ausbildungsaufgaben aufzubürden, ohne sie an den Entscheidungsprozessen der Beurteilung und Notenfindung adäquat zu beteiligen. Für diese zusätzliche, arbeitsintensive und verantwortungsvolle Aufgabe ist eine dementsprechende Verrechnungsgröße in Entlastungsstunden (Deputatsstunden) zu bemessen. Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen durch bedarfsorientierte Fortbildungsangebote Die Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern an beruflichen Schulen muss dringend verbessert werden. Gegenwärtig erhält jede berufliche Schule 40 EUR pro Lehrerstelle zur Finanzierung von Fortbildungsaktivitäten. Auch wenn Lehrkräfte teilweise zu Vorzugspreisen an Seminaren von freien Trägern, Stiftungen und Unternehmen teilnehmen können, sind trotzdem die zweckgebundenen Mittel bei Weitem nicht ausreichend. Trotz anderslautender Versprechungen aus der Politik steht eine bessere Ausstattung der beruflichen Schulen in ihrem Fortbildungsbudget aus! Auf diesem Hintergrund erwartet der GLB eine Anhebung der Fortbildungsmittel innerhalb der vor uns liegenden Legislaturperiode auf 250 EUR pro Lehrerstelle, was 50 EUR pro Fortbildungstag und Lehrkraft entspricht. Darüber hinaus entspricht auch das fachliche Fortbildungsangebot vielf
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