Klaus Däßler Mathematische Intelligenz

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Klaus Däßler Mathematische Intelligenz Basiskategorien des Denkens Teil IV des Zyklus Wissen, Intelligenz und Muttersprache Zusammenfassung 0 Voraussetzungen Ein elementares Verständnis der Theorie der
Klaus Däßler Mathematische Intelligenz Basiskategorien des Denkens Teil IV des Zyklus Wissen, Intelligenz und Muttersprache Zusammenfassung 0 Voraussetzungen Ein elementares Verständnis der Theorie der (nichtsprachlichen) Intelligenz, abgehandelt in Teil I des Zyklus, ist nützlich. Dort werden folgende Begriffe erarbeitet: Begriff, Intelligenz, System, Modell, Wissen, Semantisches Netz, Sprache, Gesinn, Freiheit. Teile dieser Theorie sind unter erklärt. Weitere Grundlagen sind in den Büchern von J.Heinrichs (Hei1,2). H.Helbig (Hel3), Gotthard Günter (Gün7) und F.J. Radermacher (Rad4) zu finden. Wir werden die benötigten Grundlagen hier kurz mit charakterisieren. Ein Überblick des Ansatzes von J.Heinrichs ist in (Dae9) vorzufinden: Die Mutter aller Gedanken , daselbst in Abschn. 4: Ein neues Modell natürlicher Sprache . 1 Einführung a) Unser Gehirn ist Träger der menschlichen kognitiven Informationsverarbeitung. Es wird im allgemeinen als Neuronennetz betrachtet, mit den Neuronen als Knoten und den Ganglien als Kanten des Netzes, die wiederum mit Aktoren und Sensoren des menschlichen Körpers vernetzt sind (z.b. der Retina). Dieses Netz trägt unter anderem das, was als Geist, Bewußtsein, Unterbewußtsein, mind, Sinn, Ich bezeichnet wird. Deren Gesamtheit benennen wir der begrifflichen Klarheit halber Gesinn - etwa komplementär (als ergänzendes Gegenstück) zu Gehirn. Wir wollen also sofort darauf verzichten, das Denken durch seinen physikalischen Träger zu beschreiben, wie es die heutige Gehirnforschung gerne tut, die nichts anderes kann, als elektrische Anregung bestimmter Bereiche des Gehirns in Korrelation zu mentalen Zuständen des Menschen zu setzen, und bei konstanter Korrelation Hurra schreit. Das wäre so, als ob wir die herzzereißende Oper Tosca im Kabelfernsehen dadurch erlebten, daß wir das Kabel anzapfen, das Sausen der Ströme in verschiedenen Frequenzen genössen. Das Gesinn betrachten wir nicht als Programm einer Rechnerarchitektur, auch nicht der Neuronennetz-Technik - ein solches wäre nämlich ein endlicher Automat, zu dem man heute den Menschen so gerne stempelt. Wir behaupten, daß das Gesinn viel, viel mehr ist! Das Gesinn enthält u.e. sowohl deterministische, logische, wie evolutionäre(vgl. Freiheit ), als auch, so behaupten wir, metaphysische (über physische) Komponenten und Prozesse. b) Nerven-, Neuronen- und Hormonmechanismen, die das Gesinn erst möglich machen, die Qualia (Rad4), d.h. Einbettung der Sinne, die Gefühlsseite der Reize und der Wahrnehmung, die Einbeziehung des Körpers, ebenso die metaphysische Komponente des Menschen, die ihn zum Menschen macht, werden hier nicht behandelt, genausowenig Mechanismen, die Schallwellen in Bedeutungsnetze oder Texte verwandeln, Lichtwellen in 3dimensionale mentale Abbilder usw. Wir gehen von einem neuen informatischen Ansatz aus, der auf metaphysisch hybriden, polykontexturalen (Gün7) Trägern - nichtdeterministischen, lose gekoppelten, selbstreflexiven Systemen dynamischen Kontexts, funktionieren könnte. Im Folgenden konzentrieren wir uns auf die Verarbeitung von Sprache, genauer: bedeutungshaltigen Äußerungen oder Texten. c) Der Basisbegriff intelligenter Informationsverarbeitung ist der nichtsprachliche Begriff, eine vernetzte, kompakte Einheit im Gesinn, die konkrete und abstrakte, statische und dynamische Phänomene, Systeme, Modelle und ihre Zusammenhänge abbildet. Er besteht aus der relativ abgeschlossenen aber wandelbaren Menge aller Relationen (Verbindungen) zu anderen Begriffen, die ihn konstituieren oder definieren. Relationen sind wieder Begriffe. Dies ist eine 1.rekursive, 2.selbstreflexive Definition, die 3. ihre eigene Metadefinition enthält. Begriffe sind die Bausteine bewußter wie unbewußter Welt- und Selbstreflexion. Wenn ein bewußter Begriff benannt ist, nennen wir ihn sprachlichen bzw. lexikalisierten Begriff. Der Linguistik, auch der Rechnerlinguistik, ist es bisher kaum gelungen, Begriff und sprachliche Repräsentation zu trennen - eine Ursache für die andauernde Erfolglosigkeit beim Verstehen von Sprache und Denken. d) Nach Anlagezeitpunkt, Aufgabe und Zeitverhalten unterscheiden wir verschiedene Klassen von Begriffen. Die wichtigste sind die sog. Basisbegriffe - aus und auf denen andere Begriffe, die wir auf jeweiliger Kulturstufe zum Beherrschen des Lebens benötigen, gebildet werden können (mittels sog. Induktiver Begriffsbildung). Sie teilen sich wiederum auf in sog. ontogenetische Basisbegriffe; das sind metaphysisch oder durch Vererbung erworbene Begriffe, sozusagen das Urlade- System - und die sog. Basiskategorien des Denkens. Basisbegriffe sind weitgehend statisch - es ist wichtig, daß sie hohe Abbildungsgenauigkeit in einer Richtung - zu den abbildbaren Phänomenen der Welt besitzen. Hieraus spricht zunächst eine realistische Weltanschauung, die von der Existenz einer von meinem Denken unabhängigen realen Welt ausgeht. 1 2 Basiskategorien des Denkens Basiskategorien sind abstrakte, zunächst nichtsprachliche Begriffe, auf und aus denen der Mensch die Alltagsbegriffe seines Lebens (meist konkreter Phänomene) und ihre Zusammenhänge aufbaut. Selbstverständlich sind heute viele Basiskategorien sprachlich erschlossen, da wir die Welt geistig durchdringen; das ist aber keine Voraussetzung für ihren Erwerb und ihre Verwendung. Den Namen haben wir in Analogie zu den Kantschen Kategorien gewählt, der in Königsberg einen entscheidenden Durchbruch zu ihrer Erkenntnis, und auch schon Transzendentalität erzielte: Qualität und Quantität, Modalität und Relation, Einstimmigkeit und Widerstreit, Einerleihheit und Verschiedenheit, Inneres und Äußeres, Form und Material sind die wohl wichtigsten Basiskategorien. Wir schätzen, daß es im Gesinn eines durchschnittlichen Mitteleuropäers ca identifizierbare Basiskategoriebegriffe gibt, auf denen sich weitere Hunderttausende von (teils lexikalisierten, sprachlichen) Begriffen aufbauen. Einige hundert Basiskategorien legen wir unserer Arbeit an einem digitalen persönlichen Sprachpartner, dem Eurofone, zugrunde, der auch als sinnprozeßbasierter (semiotischer) individueller Echtzeitübersetzer zwischen Personen verschiedener Muttersprachen arbeitet. Er ist damit eine formale Spezifikation vieler wichtiger Basiskategorien. 2.1 Erwerb der Basiskategorien Der wichtigste Grundfundus an Basiskategorien, sofern nicht ontogenetisch/metaphysisch bereits angelegt, wird vom Kind im Alter von 0 bis ca 6 Jahren durch seinen unmittelbaren Kontakt zu seiner Umwelt (und zu sich selbst) erworben - und zwar durch Handlung in der Realität - wohlgemerkt kaum durch sprachliche Unterweisung (obwohl wir sehen werden, daß Sprache hierbei eine wichtige Rolle spielt). Diese Vorgehensweise der Natur hat den ungemeinen Vorteil, daß diese Kategorien an der Realität ausgerichtet sind, so daß das Kind befähigt wird, in dieser Realität auch zu überleben, auch in Phasen einer außenbestimmten Verwirrung (vgl. die ca türkischen Kinder in Deutschland) immer wieder einen funktionierenden Grundfundus vorzufinden. Ein Kind, dem man Basisbegriffe durch sprachliche Unterweisung oder gar Fernsehen beibringen will, lernt diese nicht. Der Erwerb findet dadurch statt, daß das Kind mit all seinen Sinnen meditierend spielt, und daß die Mutter / Bezugsperson mit dem Kinde Handlungen des täglichen Lebens durchführt, in denen unbewußt all diese kanonischen Zusammenhänge auftreten. Sie pflegt mit ihm häusliche und persönliche Verrichtungen, übt Zärtlichkeit, spielt mit ihm mit Puppen, Baukästen, Autos, dem Xylophon, lehrt es Dreiradfahren, geht mit ihm zu Institutionen wie dem Zoo oder dem Kaufmann, benutzt mit ihm Verkehrsmittel, übt mit ihm symbolisch ausgerichtete kulturelle Verhaltensregeln (Gruß, Fußgängerampel) usw. Durch diese Handlungen und ihre Struktur erlernt das Kind Basiskategorien; weniger dadurch, wie andere Gesinne - die Mutter - über die Realität sprechen. Es entstehen solche Kategorien im kindlichen Gesinn, wie die Kantschen Kategorien, Logik, Mengenlehre, Skalierung, Vertrag, Vertrauen, Zeit, Nähe, Ferne, Euklidische und Sphärische Geometrie und viele, viele andere. Gleichzeitig bindet das Kind jene an die neu erworbenen Kulturbegriffe der kleinen Welt, mit denen es gerade diese Kategorien gelernt hat - also eine Doppelbindung: konkret und abstrakt. 2.2 Die Funktion der Muttersprache Muttersprache besitzt hierbei eine einzigartige Funktion, die durch deren Auffassung als eine Sprache vernebelt wird. Da die Mutter/Bezugsperson ständig die Handlungen, bei denen das Kind Basiskategorien aufbaut, mit Äußerungen in ihrer Sprache begleitet, die die Dinge und ihre Relationen - nicht die Kategorien! - bezeichnen, bindet das Kind diese Wörter automatisch nicht nur an die Begriffe, Bilder der Phänomene, um die es da geht, sondern gleichzeitig an die vernetzten Basiskategorien, die der Handlung mit diesen Phänomenen zugrundeliegen. Somit werden die Wörter der Mutter gleichzeitig mit den jeweils er-lebten und dabei erlernten, zuverlässigen Basiskategorien des Kindes verbunden - ohne diese zu benennen. Sie werden dadurch konkurrenzlos mächtig. Wenn später eine - muttersprachliche - Äußerung fällt, sei es von der Kindergartentante, vom Lehrer im Unterricht, so assoziiert das Kind nicht nur - semantisch - den darangebundenen Begriff, sondern zugleich die erlebten Gesetzmäßigkeiten, in die dieses Phänomen eingebunden ist. Es VERSTEHT - konkret und abstrakt. Hier sei betont, daß dies eine alleinstellende Eigenschaft der MUTTERSPRACHE ist; keiner anderen Sprache , so gern in einem Atemzuge mit der Muttersprache genannt, etwa in der verwegenen Aussage: Im Englisch-Immersionsunterricht lernen Kinder die Fremdsprache wie ihre Muttersprache oder ...neben der Muttersprache noch weitere Sprachen lernen . Dieser Unsinn ist fatalerweise Gemeingut. Weder Linguistik noch Pädagogik konnten ihn bis heute ausmerzen. 2 2.3 Ein Beispiel für die Existenz und den Erwerb der Basiskategorien Sagt die Mutter zum 3jährigen Kind: Komm, wir bringen die Teller in die Küche. Du nimmst die kleinen, ich nehme die großen. So geschieht es. Die Teller werden getragen und die Gebrauchten davon in die Spülmaschine eingeräumt. Wenn aber die Mutter versehentlich oder absichtlich einen Kleinen nimmt, protestiert das Kind i.a. lautstark, was die Mutter akzeptiert. Es hilft aber anschließend, ohne Berücksichtigung von Groß und Klein mit, die Schmutzigen in die Spülmaschine zu räumen und die Sauberen draußenzulassen! Das hat der Verfasser mit seinen Kindern selbst erlebt - wie fast alle Eltern. Das 3jährige Kind beherrscht also bereits eine komplette Mengenlehre(!), die wir uns später in Schule und Studium mühevoll bewußt aneignen: Es bildet ständig und dynamisch: Menge, Obermenge, Untermenge, Elementrelation, Differenzmenge, Komplementärmenge, Mengendurchschnitt, Mengenvereinigung undsoweiter. Diese Basiskategorien wurden ihm nicht vom lieben Gott vermittelt, sondern durch die Handlungen mit der Mutter. Natürlich hat das Kind die Mengenkategorien nicht nur durch schmutzige Teller gelernt, sondern sukzessive durch mannigfaltige Beschäftigung mit Klappern, Bauklötzchen, bunten Bällen, Autos, Murmeln usw., aber nicht durch Fernsehen. Es be-greift die Mengen. Fällt später in der Schule, im Studium, gar im Wissenschaftsbetrieb des Wissenschaftlers, das Wort Teller , so funkt nicht nur die primitive Name-Ding-Verbindung, sondern dieses Wort trägt die Mengenlehre mit sich herum - vielleicht hat der Professor diesen Aspekt gerade im Sinn gehabt - nebst anderen Assoziationen, weiteren Basiskategorien, die in seinem Kulturraum an Teller gebunden wurden. Er verläßt sich intuitiv auf ihre Existenz im Kopfe seiner Zöglinge! (Anm: Wie unintelligent erscheinen somit Versuche, in Deutschland eine Wissenschaftssprache Englisch durchzusetzen!) 3 Lernen durch Kombination kategorienbewehrter Äußerungen In der Kindertagesstätte, dem Kindergarten, der Schule wird zunehmend sprach-, unterweisungsorientiert, immer weniger handlungsorientiert, gelehrt, gelernt, gelesen; kann man dann überhaupt noch Basiskategorien erwerben? Man kann (nunmehr auch sprachlich, aber Achtung!). Da jedes Wort, jede Äußerung, beim normal herangewachsenen Kind die entsprechenden Begriffsnetze, darunter Kategorien, aufruft, werden durch eine Äußerung Bindungen zwischen diesen Netzen hervorgerufen - nicht etwa zwischen den Wörtern! Wir nennen die kompakte Begriffsnetz-Menge, die sich hinter einer Botschaft befindet, die das Kind hört und erkennt, semiotische Netzlein oder Semionetze (die an Zeichen im Gesinn gebundenen Netze). Die Botschaft der Äußerung wird nicht durch zusammenhängende Laute vermittelt, sondern durch die Unifikation (den Abgleich, das Zusammenpassen oder den die Unpäßlichkeit ) ihrer Semionetze. Beim Erklären eines Sachverhaltes im Unterricht durch den Lehrer, der sich der kategorienbewehrten Muttersprache bedient - der voraussetzen darf, daß die Kinder die kulturelle Kategorienbindung der Wörter besitzen - und nur dann - passiert folgendes: Der Lehrer ruft (in lateinbasierten Sprachen stark syntaktisch geordnet) eine Folge semiotischer Netzlein im Schüler hervor - auf dessen Abstraktionsgrad. Diese Netzlein suchen untereinander eine Bindung (Semiotische Unifikation). Diese Unifikation ist ein sehr mächtiger, genauer Mechanismus, der aus einer - mehr oder weniger strukturierten - Menge (nichtsprachlicher) Einzelbegriffe einen neuen Begriff, ein Modell, auch eine einfache Kategorie, zu bilden imstande ist. Das funktioniert punktuell etwa ab Schulreife - voll ausgereift etwa ab der 5. Klasse. Thomas Mann (Man5) hat 1951 erstmalig nach Schreiben seines Doktor Faustus entdeckt, daß es so etwas gibt, ohne daß er die informatischen Zusammenhänge erkennen konnte. Auch die junge, geniale Musikerin Regy Clasen (Cla6) hat 2007 mit emotionalen Erklärungen, warum sie in ihrer Muttersprache singt, genau diesen Zusammenhang beschrieben. Durch die nunmehr mittelbare Unterweisung in Kategorien besteht jedoch die große Gefahr, die kanonische Weltsicht, die der Mensch bisher besaß, zu verlieren, und eine herrschaftszentrierte induzierte Weltsicht anzunehmen. Die Gefahr einer gesamtgesellschaftlichen Verblendung, wo die Realität der Mutter durch die virtuelle Realität der interessengeleiteten Medien ersetzt wurde, ist heute besonders groß und führt konsequent zum Untergang des Gemeinwesens - sprich der Gattung Mensch wenn wir nicht beginnen, aufzupassen. 4 Einige - atemberaubende - Konsequenzen 4.1 Idealer Übertrittszeitpunkt von handlungs-basiskategorialer zu rein sprachlicher Unterweisung Hier sind neue, objektive-individuelle Kriterien auszuarbeiten, wann für ein bestimmtes Kind der Zeitpunkt gekommen ist. 4.2 Ein kultureller Kanon (Grundfundus) handlungsorientierter kategorialer Unterweisung 4.3 Objektive Bewertung frühkindlichen, vorschulischen, frühschulischen Englisch-Immersionsunterrichts Diese Ansätze sind, gemessen an ihrem Anspruch, nicht zielführend; sie konterkarieren den Aufbau der Basiskategorien und führen zu geistigen Defiziten. Wir können die Eltern nun über diese Irreführung stichhaltig aufklären. Wir können eine Vorgehensweise ableiten, die den altersgerechten Erwerb einer Fremdsprache optimiert, wenn er denn nötig ist. 3 4.4 Erklärung etwa des signifikanten Leistungsdefizits von ca türkischen Schulkindern in Deutschland Diese Kinder haben, in Noten ausgedrückt, einen Leistungsrückstand von 2-3 Stufen gegenüber deutschen Schulkindern gleichen sozialen Milieus, obwohl sie in einem idealen Deutsch-Immersionsklima leben - sie widerlegen damit strikt die Behauptungen des Englisch-Immersionsansatzes. Wir können Verfahrensweisen ableiten, die endlich türkische Schulkinder in die deutschsprachige Schule integrieren, und gleichzeitig die türkische Muttersprache für sie wiederherstellen. 4.5 Erklärung des zunehmenden Leistungsdefizits unserer deutschen Erstkläßler Nach Aussagen des Lehrerverbandes (Kei11) sind gegenüber 1990 bei gleichem Alter und Wissenskanon heute nur noch 80 Prozent der Erstkläßler in der Lage, einfache Zusammenhänge sprachlich oder nichtsprachlich aufzunehmen und wiederzugeben. Klar - die Basiskategorien fehlen, auf die der Lehrer sich verlassen können muß. Grund ist fernsehbedingtes Vernachlässigen des Spielens und gemeinsamer Handlung mit den Eltern. Fernsehen, Mobiltelefon, PC verdrängen Bildung durch Handlung, obwohl man glaubt, sie bildeten. Moderne Bildungspläne setzen zunehmend auf Klicken. 4.6 Optimaler Zeitpunkt und Voraussetzungen des Fremdsprachenlernens Durch die Eurofon-Entwicklung(Dae10) wird der Fundus der Basiskategorien konkretisiert, der vorliegen muß, damit das basiskategoriale Grundverständnis für eine Fremdsprachenunterweisung überhaupt hinreicht. Das ermöglicht eine neue Klasse kinderpädagogischer Literatur, die die phänomenologischen Ansätze etwa von Bruner (Bru13) unterfüttert. 4.7 Fundierte Aussagen zum Beginn und den Bedingungen externer gegenüber familiärer Erziehung des Kindes Staatl. Kleinkind-Betreuung in Kitas Gebot der Stunde? Darf der Staat den Familien, auch sog. bildungsfernen, die Kinder einfach geistig wegnehmen? Sind nicht andere, bisher unbekannte Maßnahmen besser? 4.8 Verständnis, wann Lesen seine Wirkung entfaltet - und welche Kinderbücher geeignet/ungeeignet sind 4.9 Bestreben von Kultus und Forschung, die Wissenschaftssprache Deutsch durch Englisch abzulösen Ohne Wissen, welche Rolle Sprache und Basiskategorien in der Wissenschaft spielen, ordnet sich die deutsche Lehre und Wissenschaft der USA-zentrierten internationalen Forschung unter und zerstört ihr eigenes wichtigstes Denkwerkzeug, sowie die begriffliche Vielfalt und Genauigkeit. Damit wird die wissenschaftliche Führungsnation Deutschland in Bologneser Drittklassigkeit abgedrängt, und dient bei Begabten zunehmend als Personalagentur für US-Forschungsstätten Konsequenzen der Dauerkonditionierung durch globalamerikanische Unterhaltungsmusik Jedes bei gesprochener, auch in gesungener Handlung gehörte Wort ruft semiotische Netzlein hervor, um nichtsprachliche Begriffe zu bilden. Dieser Prozeß bedarf dauernder Übung. Die Gewohnheit, Sprache nicht zu hören, das Erkennen zu verdrängen, führt zur prinzipiellen Abstumpfung assoziativen Denkens. Man kann dann auch gezielte Information nicht mehr verarbeiten. Resultat ist die schwatzende, desorientierte, handlungs- und demokratieunfähige Mediengesellschaft. Es tut richtig weh, wenn man die heutige Jugend fast ausnahmslos mit Ohrstöpseln herumlaufen sieht. Sie koppeln sich immer stärker von der realen Welt ab. Das hat wohlgemerkt nichts mit ehemals guter, kulturspezifischer USamerikanischer Populärmusik zu tun. Diese übermittelte auch nichtsprachliche Substanz Neue Grundlage für elektronisches Dolmetschen Die Elite der weltweiten Computerlinguistik hat, nicht zuletzt aufgrund einer einheitlichen US-englischen Wissenschaftssprache, zu genau einem Leitschema maschineller Übersetzung gefunden: Mit roher Rechnergewalt werden in zentralen Server-Rechnern Phrasenbündel aus Sprache A denjenigen aus Sprache B zugeordnet (Alignment), die bereits übersetzten Texten entstammen, und bei Mehrdeutigkeit statistisch nach größter Wahrscheinlichkeit ausgewählt. Sprachen seien äquivalent . Letztlich, so vermutet man, gingen alle Sprachen parametrisiert auf eine universelle Interlingua zurück. Da gegenwärtig das US-Englische für die meisten der Sprachpaare als Scharniersprache verwendet wird, ist dies eine selbsterfüllende Prophezeiung. Letztlich wird das US-Englische diese Interlingua, und alle Menschen werden diesen gesellschaftlichen Wissensvorrat als den Ihren erkennen. Die Reihe der Konsequenzen läßt sich leicht fortsetzen. Die neuen Begriffe scheinen beträchtliche Wirkmächtigkeit zu besitzen. Für handlungsbasierten Erwerb von Basiskategorien beim Kinde gibt es hunderte schlagender Beispiele. 4 Literatur: 1 Heinrichs, Johannes: Handlungen - Philosophische Semiotik, Teil I; Steno 2007 (Hei1) 2 Heinrichs, Johannes: Reflexionstheoretische Semiotik, Teil II;
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