Landschaftswahrnehmung und Landschaftserleben. Hauptforschungsgebiete

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A.Univ.Prof. Dr. Rainer Maderthaner Institut für Psychologische Grundlagenforschung Universität Wien Hauptforschungsgebiete Umweltpsychologie Architekturpsychologie Kommunikationspsychologie Vortragsinhalte
A.Univ.Prof. Dr. Rainer Maderthaner Institut für Psychologische Grundlagenforschung Universität Wien Hauptforschungsgebiete Umweltpsychologie Architekturpsychologie Kommunikationspsychologie Vortragsinhalte 1. Einleitung 2. Landschaft und Evolution 3. Komplexität und Präferenz 4. Eigene Forschungsergebnisse 5. Zusammenfassung Einleitung: Allgemein positive Einschätzung von Naturlandschaften (am Beispiel der Hainburger Au) Redtenbacher (2001) Landschaft und Evolution Biophilia-Hypothese (Soziobiologe Wilson, 1984): Jene prähistorischen Vorfahren des Menschen wurden von der natürlichen Selektion bevorzugt, die sich in natürlichen (biologischen) Lebensräumen wohl fühlten und sich gerne in ihnen aufhielten. Savanne-Hypothese (Evolutionspsychologe Orians, 1980): Theorie einer phylogenetischen Biotopprägung des Menschen für savannenartige Landschaften mit Baumgruppen, Büschen und Hügeln, in denen Früchte, Wasser, Schutz vor der Sonne, Zuflucht vor Raubtieren und Jagdmöglichkeiten gegeben waren (Hominisation in der afrikanischen Savanne). Prospect-refuge-Hypothese (Geograph Appleton, 1975): Das ebenfalls phyogenetisch begründete Bedürfnis sehen, ohne gesehen zu werden lässt Bäume, Büsche, Aussichtsplätze, Nischen, überdeckte Anlagen, Pergolen, Balkone etc. besonders attraktiv erscheinen. Landschaft und Evolution Kaplan & Kaplan (1982): Landschaftsbewertung und Landschaftspräferenz des Menschen sind seinen phylogenetisch tradierten Basisbedürfnissen untergeordnet, die in der Auffindung von Nahrung, Schutz vor Bedrohungen, der Orientierung in der Umwelt und dem Explorationsbedürfnis (Neugier) bestehen. Präferenzmatrix Ebenen der Interpretation Bild (2-dimensional) Raum (3-dimensional) Verstehen der Umwelt ( making sense ) Kohärenz (Zusammenhang) Lesbarkeit (Orientierung) Stimulation durch die Umwelt ( involvment ) Komplexität (Vielfalt) Interessantheit ( mystery ) Komplexität und Präferenz Die Fähigkeit des Menschen zur Verarbeitung von Umweltinformation ist begrenzt, weshalb weder chaotische noch monotone Umwelten als angenehm, attraktiv oder als schön empfunden werden. Ordnung in der Vielfalt Beispiel aus dem Musikerleben Neuigkeit von Reizen und deren Interpretierbarkeit bewirkt Endorphinausschüttung im Gehirn Thope & Fabre-Thope, 2001, zit aus Vessel & Biederman, 2001 Starke Präferenzen für Naturbilder Vessel & Biederman, 2001 Interdisziplinäres Forschungsprojekt Aus 10 sozial- und naturwissenschaftli chen Fachbereichen arbeiteten 19 Wissenschaftler zusammen, um relevante Wechselwirkungen zwischen den Merkmalen verschiedener Landschaften und der Lebensqualität ihrer Bewohner aufklären zu helfen. Maderthaner, R. & Szynkariuk, S. (1999). Projektbereich Umweltbewußtsein: Subjektive Lebensqualität Umweltbewußtsein -. Landschaftserleben. In: Buchinger, E., Burkart, R., Fink, M., Götzenbrucker, G., Halper, C., Jäger, F., Kainz, S., Knoflacher, M., Kollmann, G., Leinter, K.-H., Maderthaner, R., Matouch, S., Mokricky, Ch., Nicolini, M., Rammer, Ch., Schartinger, D., Stadler, M., Stalzer, L., Szynkariuk, S. und Teibenbacher, P., Lebensqualität und Umwelthandeln: Konsens und Konflikt im Alltag einer Kulurlandschaft (Projektbericht, Band 2, S ). Seibersdorf: Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS). Landschaftswahrnehmung und Landschaftserleben harmonisch, schön, wertvoll schön, interessant, einladend schön, beruhigend, einladend nicht langweilig, schön Sartori, Julia (2000) Wahrnehmung und Präferenzen von Landschaftsbildern Landschaftseinschätzungen (Land Stadt) 2,4 2,2 2,0 1,8 Geschätztes Randmittel 1,6 1,4 1,2 1,0 L-Verbundenheit L-Vertrautheit L-Unverfälschtheit L-Schönheit L-wertvoll L-einladend Region Aflenzer Becken Kapfenberg Maderthaner, R. & Szynkariuk, S. (1999). Projektbereich Umweltbewußtsein: Subjektive Lebensqualität Umweltbewußtsein -. Landschaftserleben. In: Buchinger et al., Lebensqualität und Umwelthandeln: Konsens und Konflikt im Alltag einer Kulurlandschaft (Projektbericht, Band 2, S ). Seibersdorf: Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS). Verwandtschaft von Ausdrucksqualitäten ABWECHSLUNGSREICH VIELFÄLTIG EINFACH EINTÖNIG LANGWEILIG GEHEIMNISVOLL GEGLIEDERT HARMONISCH BERUHIGEND SCHÖN Aus Sartori (2000) SCHÖN(-): 31% bis 55% Zustimmung Sartori, Julia (2000) Wahrnehmung und Präferenzen von Landschaftsbildern SCHÖN (+): 97% bis 99% Zustimmung Sartori, Julia (2000) Wahrnehmung und Präferenzen von Landschaftsbildern GEHEIMNISVOLL(-): 11% bis 18% Zustimmung Sartori, Julia (2000) Wahrnehmung und Präferenzen von Landschaftsbildern Landschaftswahrnehmung und Landschaftserleben GEHEIMNISVOLL(+): 69% bis 86% Zustimmung Sartori, Julia (2000) Wahrnehmung und Präferenzen von Landschaftsbildern F2E Landschaft, in der ich lebe, ist wertvoll F2C Landschaft, in der ich lebe, ist vielfältig 0.9 F2D Landschaft, in der ich lebe, ist schön F2B Landschaft, in der ich lebe, ist unverfälscht F1 Verbundenheit mit der Landschaft F2F Landschaft, in der ich lebe, ist einladend 0.7 F2G Landschaft, in der ich lebe, ist übersichtlich 0.8 F2A Landschaft in der ich lebe, ist mir vertraut Maderthaner, R. & Szynkariuk, S. (1999). Projektbereich Umweltbewußtsein: Subjektive Lebensqualität Umweltbewußtsein -. Landschaftserleben. In: Buchinger et al., Lebensqualität und Umwelthandeln: Konsens und Konflikt im Alltag einer Kulurlandschaft (Projektbericht, Band 2, S ). Seibersdorf: Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS). Umweltverhalten Umweltbewusstsein F36 Häufigkeit von eigenen Fragen über Umweltthemen F2C Landschaft, in der ich lebe, ist vielfältig INDEX_UM Index_Umwelthandeln 0.9 F2D Landschaft, in der ich lebe, ist schön F50 UB Umweltbewusstsein Umweltbewusstsein F35 Häufigkeit von Auskünften über Umweltthemen F5 Zufriedenheit mit der Umweltsituation F4E Zufriedenheit mit der Wohnsituation Maderthaner, R. & Szynkariuk, S. (1999). Projektbereich Umweltbewußtsein: Subjektive Lebensqualität Umweltbewußtsein -. Landschaftserleben. In: Buchinger et al., Lebensqualität und Umwelthandeln: Konsens und Konflikt im Alltag einer Kulurlandschaft (Projektbericht, Band 2, S ). Seibersdorf: Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS). Landschaftsvielfalt als Zufriedenheitsdeterminante F2D Landschaft, in der ich lebe, ist schön 0.8 F2C Landschaft, in der ich lebe, ist vielfältig F5 Zufriedenheit mit der Umweltsituation F4D Zufriedenheit mit der finanziellen Situation F1 Verbundenheit mit der Landschaft 0.8 F4E Zufriedenheit mit der Wohnsituation 0.8 F3 Zufriedenheit mit dem Leben F26E Abfalltrennung Biomüll F4A Zufriedenheit mit der Arbeit F4B Zufriedenheit mit den Kontakten zu Verwandten, Freunden Allgemeine Bedeutung von Vielfältigkeit in der Landschaft Neben der Zufriedenheit mit der Arbeit, der finanziellen Situation und den sozialen Beziehungen beeinflusst die Vielfältigkeit der Landschaft die: (1) Schönheitsbeurteilung der Landschaft (2) Landschaftsverbundenheit (3) Zufriedenheit mit der Wohnsituation, (4) sowie positives Umwelthandeln Maderthaner, R. & Szynkariuk, S. (1999). Projektbereich Umweltbewußtsein: Subjektive Lebensqualität Umweltbewußtsein -. Landschaftserleben. In: Buchinger et al., Lebensqualität und Umwelthandeln: Konsens und Konflikt im Alltag einer Kulurlandschaft (Projektbericht, Band 2, S ). Seibersdorf: Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS). Vielfältige, geheimnisvolle, interessante, aussichtsreiche und entspannende Umwelteindrücke in einer Aulandschaft Redtenbacher (2001) Zusammenfassung 1. Die allgemeine positive Einstellung gegenüber (unberührten, unverfälschten) Naturlandschaften lässt sich auf die Entwicklungsgeschichte des Menschen zurückführen ( Savanne- Hypothese ). 2. Die Wahrnehmung von geordneter Vielfalt in der Landschaft (harmonisch gegliederte Landschaftselemente) löst beim Betrachter häufig Schönheitsempfindungen, Wohnzufriedenheit, Landschaftsverbundenheit und proökologisches Verhalten aus. 3. Harmonie der Landschaftselemente (Kohärenz), Orientierungsangebote (Lesbarkeit) und Explorationsmöglichkeiten (Interessantheit) steigern die positive Beurteilung von Naturlandschaften.
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