Löschblatt 20. Das Magazin von der Feuerwehr Hamburg. Aus dem Inhalt. Ausgabe 20 Sommer Jetzt im 6. Jahrgang

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Ausgabe 20 Sommer 2005 Löschblatt 20 Das Magazin von der Feuerwehr Hamburg Jetzt im 6. Jahrgang Aus dem Inhalt 75 Jahre Löschboot Feuerwehr IV Editorial Fit For
Ausgabe 20 Sommer 2005 Löschblatt 20 Das Magazin von der Feuerwehr Hamburg Jetzt im 6. Jahrgang Aus dem Inhalt 75 Jahre Löschboot Feuerwehr IV Editorial Fit For Fire Fighting Trainingstipps Porträt der FF Warwisch Jahre Leitende Notarztgruppe Die 32. LAGD im Interview Hospitation bei der BF Braunschweig Rezept Besuch von der Salzburger FF Jubiläum der FuRW Wilhelmsburg Das Gästebuch der Feuerwehr Dit un Dat Tag der Offenen Tür an der LFS Gewinnspiel Löschblatt Löschboot Feuerwehr IV : Schwimmendes Denkmal feiert 75. Geburtstag! 50 Jahre war die gedeckte Motorbarkasse Feuerwehr IV für die Hamburger Feuerwehr im Einsatz, bevor sie ausgemustert wurde. In ihrer wechselvollen Geschichte hat sie einen Weltkrieg überstanden, zahlreichen Menschen das Leben gerettet und insgesamt fünf Namenswechsel erduldet. Am 21. April 2005 ist das Museumslöschboot (siehe Löschblatt 7, S. 8) vom Denkmalschutzamt der Hamburger Kulturbehörde in ihre Denkmalliste aufgenommen worden. BD i. R. Dipl. Ing. Manfred Gihl fasst die bemerkenswertesten Stationen der Feuerwehr IV für uns zusammen. Kurz vorm Stapellauf im Jahr 1930 Die Namen des Löschboots lauteten: ab 1930: Feuerwehr IV ab 1937: Feuerschutzpolizei 4 ab 1945: Löschboot IV ab 1966: Oberbaurat Schmidt ab 1984: Walter Hävernick ab 2005: Feuerwehr IV Als das 1929/1930 erbaute Schiff 1980 einem modernen Nachfolger weichen musste, wurde es vom Museum für Hamburgische Geschichte übernommen. Anschließend versetzte ein aus Angehörigen der Feuerwehr Hamburg bestehender Förderkreis das schwimmende Museum in über 5000 Arbeitsstunden (!) wieder in den Originalzustand. Heute kümmert sich der Verein Hamburger Feuerwehr- Historiker e.v. um die laufenden Instandhaltungsarbeiten tatkräftig unterstützt durch die Werft Blohm + Voss. Immer wieder unternahm das restaurierte Löschboot in den vergangenen Jahren kleinere und größere Reisen (siehe Kasten). Eine der letzten führte es 2004 nach Dresden zur traditionellen Raddampferparade. Hier wie auch überall sonst zeigte das Löschboot natürlich Hamburger Flagge. Keine Frage, das Museumsschiff, dem allerorten Bewunderung entgegenschlägt, ist ein ganz besonderer und ganz besonders guter Botschafter der Hansestadt. Während des diesjährigen Hafengeburtstags übergab nun die Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte, Prof. Dr. Gisela Jaacks, das Löschboot im Rahmen einer kleinen Feierstunde am Ponton der Löschbootstation Kehrwiederspitze an OBD Dieter Farrenkopf. Dieser wiederum vertraute es sogleich der Obhut des Vereins Hamburger Feuerwehr-Historiker zum Zwecke der technischen Betreuung und Bereederung an, wie er mir gegenüber als Vorsitzendem die ehrenvolle Aufgabe des Vereins beschrieb. Damit schließt sich für uns ein Kreis, denn das in tadellosem technischen Zustand befindliche Löschboot kehrt nunmehr dorthin zurück, wo alles vor 75 Jahren seinen Anfang nahm: zur Feuerwehr Hamburg. Das Löschblatt wünscht dem Löschboot noch so manch gute Reise und gratuliert dem rüstigen Pensionär aufs Allerherzlichste! Die Feuerwehr IV kann von Interessierten für Gästefahrten gemietet werden. Es bietet sich auch für Die wichtigsten Reisen als Museumsschiff: 1987: 750-Jahr-Feier von Berlin 1988: 700-Jahr-Feier von Düsseldorf 1992: 2000-Jahr-Feier von Koblenz 1995: 100 Jahre Nord-Ostsee-Kanal 1999: 100 Jahre Schiffshebewerk Henrichenburg 2000: 100 Jahre Elbe-Lübeck-Kanal 2001: 150 Jahr-Feier der BF Berlin 2004: Trad. Raddampferparade Dresden Trauungen an Bord an. Die Bezirksund Standesämter HH-Mitte, Harburg, Altona und Bergedorf akzeptieren unser Boot als Plattform für Eheschließungen. Übrigens: Wer sich von euch auf Wasser traut, erhält von den Feuerwehr-Historikern ein Gratisexemplar der CD-ROM Feuerwehr Hamburg Feuerwehr IV Die Geschichte des Löschbootes. Alle anderen können sie für 10 Euro bei Horst Köhler bestellen (Tel / ). Kontakt: Andreas Harder Telefon: / Mobil: 0 171/ Fotos: Dierk Gastrock Die Festredner/innen am Ponton Kehrwiederspitze (v.l.n.r.): Prof. Dr. Gisela Jaacks (Museum für Hamburgische Geschichte), OBD Dieter Farrenkopf, BD i. R. Manfred Gihl, Dr. Ilse-Marie Rüttgerodt- Riechmann (Kulturbehörde- Denkmalschutz) 2 Ausgabe 20 Sommer 2005 EDITORIAL Liebe Kolleginnen und Kollegen, in knapp einem Jahr beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Sie ist nach den Olympischen Spielen die zweitgrößte Sportveranstaltung der Welt. Dazu erwarten die Organisatoren zwischen dem 9. Juni und 9. Juli 2006 Stephan Wenderoth Brandrat mehr als drei Millionen Besucher, von denen etliche in unserer Stadt zu Gast sein werden. Der Grund: Fünf von insgesamt 64 WM-Spielen finden in dem eigens dafür umbenannten FIFA WM-Stadion Hamburg statt. Überall im Land laufen die Vorbereitungen für das Großereignis auf Hochtouren und zwar weit über den Bereich des Sports hinaus. Für die Feuerwehr Hamburg zum Beispiel verantworte ich als Projektleiter die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr, die uns allen eine besondere Verantwortung auferlegt. Denn es wird auch an unserem Auftreten liegen, ob sich unsere Gäste so bei uns aufgehoben fühlen, wie es im offiziellen WM-Motto zum Ausdruck kommt: Die Welt zu Gast bei Freunden. Um Sie auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen, möchte ich an dieser Stelle kurz schildern, was von uns erwartet wird und wie wir diesen Erwartungen gerecht werden wollen. Dazu geht der Blick zunächst zurück, denn begonnen hat alles zu einer Zeit, als der deutsche Fußball am Boden lag: im Jahr der Fußball-Europameisterschaft 2000 Seitdem hat sich ein aus den Berufsfeuerwehren hervorgegangener Arbeitskreis mit den für die Feuerwehren bundesweit relevanten Fragen befasst, insbesondere mit denen des vorbeugenden Brandschutzes und der Einsatztaktiken. Gemeinsame Standards wurden erarbeitet und flankierend hierzu Anfang letzten Jahres die Planungen mit allen anderen an der WM beteiligten Organisationen abgestimmt, allen voran dem Veranstalter, der FIFA. Seit wenigen Wochen nun liegen der Einsatzabteilung alle für die operativen Maßnahmen erforderlichen Planungsansätze vor, die kurz vor ihrer Verabschiedung stehen. Bei der Umsetzung der entwickelten Konzepte, der Einsatzplanung also, wird es (genau wie beim Fußball) auf zweierlei ankommen: zum einen auf die Bereitschaft eines jeden von uns, sich für das Team einzubringen zum anderen auf das Zusammenspiel des Teams als Einheit. Beide Punkte bereiten mir keine Sorge. Die Feuerwehr Hamburg ist für die Bewältigung der Aufgaben rund um die WM gut gerüstet. Gleichwohl werden wir die verbleibende Zeit bis zum Beginn des Eröffnungsspiels gezielt und effektiv nutzen, um noch an einigen praktischen und taktischen Feinheiten zu feilen. Dazu sind zum Beispiel Übungen im Bereich des ABC-Schutzes sowie spezielle Aus- und Fortbildungsmaßnahmen in Sachen Stabsarbeit vorgesehen. Das einprägsame Motto der Feuerwehr Hamburg lautet: Jeden Tag eine neue Herausforderung. Ich bin sicher, dass wir diese unter allen Bedingungen mit den lageabhängig richtigen Maßnahmen annehmen und uns als gute Botschafter unseres Landes bewähren werden. Wenn dies auch auf sportlichem Gebiet geschieht, erwartet uns 2006 ein friedliches, fröhliches, buntes und spannendes Fußballfest. Freuen wir uns darauf! IMPRESSUM Herausgeber: Feuerwehr Hamburg Westphalensweg 1, Hamburg Verantwortlich für den Inhalt: Projektmanager Wolfgang Lindner Stellvertretender Schulleiter Landesfeuerwehrschule Hamburg Bredowstraße 4, Hamburg Telefon (0 40) Telefax (0 40) feuerwehr.hamburg.de Redaktion: 32. LAGD LFS (Laufbahnbeamte) Steffen Behringer Dirk Crome Großes Interview mit Stefan Dietz den neuen Kollegen auf Hendrik Frese den Seiten 10 und 11. Martin Grabinski Martin Kupper Michael Müller Oliver v. Studnitz Landesfeuerwehrschule Hamburg Bredowstraße 4, Hamburg Telefon (0 40) Telefax (0 40) feuerwehr.hamburg.de Die Redaktion behält sich Änderungen und ggf. Nichtveröffentlichung von Leserbeiträgen vor. Gestaltung, Anzeigenleitung und -annahme: Werbehaus Gesellschaft für direkte Kommunikation Gasstraße 10, Hamburg Telefon (0 40) Telefax (0 40) ISDN (0 40) (Mac Leonardo) Internet Auflage: 5500 Exemplare Erscheinungsweise: 4 Mal pro Jahr Herzliche Grüße Stephan Wenderoth 3 Löschblatt Fit for Fire Fighting: Trainingstipps aus erster Hand Wie fit sind wir Feuerwehrfrauen und -männer wirklich? In der letzten Löschblatt-Ausgabe hatten wir über die alarmierenden Ergebnisse der so genannten STATT-Studie und die daraus resultierende Kritik am Nachweis der Feuerwehrtauglichkeit nach G26/III berichtet. Außerdem war der PWC-Test vorgestellt worden, der jedem von uns die Möglichkeit bietet, sich ein realitätsnahes Bild von den eigenen Ausdauerwerten zu verschaffen. Um diese auf ein unter Einsatzbedingungen akzeptables Level zu bringen, hat Claus Lochmann praktische Trainingsratschläge für uns zusammengestellt, deren Befolgung selbst hartnäckige Couch Potatoes wieder auf die Beine bringen wird Notorische Bewegungsmuffel können durchaus auf Zack sein: wenn es um die Rechtfertigung ihrer Bequemlichkeit geht. Gern berufen sie sich dann auf den legendären Winston Churchill, dem stets Zigarre rauchend der Satz zugeschrieben wird: No sports, only cigars. Als deutsches Motto der Sportverweigerer gilt der Klassiker Sport ist Mord, und immer öfter ist auch diese, etwas weniger drastisch klingende Variante zu hören: Wer Sport treibt, lebt nicht länger, er stirbt bloß gesünder. Ha, ha. Sportwissenschaftlich jedoch ist die Rechtfertigung des Nichtstuns längst widerlegt, wobei unsere eigene Lebenserwartung bei dieser Betrachtung erst einmal eine sekundäre Rolle spielt. Vielmehr geht es im Kontext unseres Berufs um das Leben anderer Menschen, für das wir im Rettungsfall an erster Stelle verantwortlich sind. Denn wenn einem Postzusteller oder einem Kellner während des Jobs die Puste ausgeht, bleibt das zumindest für andere unschädlich. Sie machen dann einfach langsamer, gönnen sich eine Pause und haben im schlimmsten Fall deswegen Ärger mit ihrem Chef. Bleibt uns hingegen während eines Einsatzes die Puste weg, stehen unter Umständen Menschenleben auf dem Spiel. Man kann sich das gar nicht oft genug vor Augen halten und bezieht bei richtiger Betrachtung aus dieser Erkenntnis sogar zusätzlich Motivation, fit zu sein. Und wer ein paar Grundregeln beachtet, stellt fest, dass eine entsprechende Belastungsfähigkeit ohne Frust trainierbar ist. Der nachfolgende Dreischritt verhilft garantiert jedem von uns auf die Sprünge, wobei wie fast immer, alles im Kopf beginnt Schritt 1: Planung (Schweinehundphase) Für ein ausgewogenes Ausdauertraining kommt eine Reihe von Sportarten in Frage Indoor wie Outdoor. Die Klassiker draußen sind Laufen und Radfahren. In der Halle bieten sich das Ergometer und Schwimmen an. Für welche Sportart wir uns auch entscheiden, ist eines unumgänglich: die Festlegung von Zielen. Dies gilt für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Wir müssen uns überlegen, was wir wann und wo und wie realisieren können und wollen. Ist das geschafft, kommt obwohl sie keinerlei körperlicher Anstrengung bedarf gleich die schwierigste Übung auf uns zu. Es gilt, jemanden aufs Kreuz zu legen, der uns ständig im Wege steht: den inneren Schweinehund! Dieser geht äußerst fintenreich vor und zielt bewusst auf unsere Schwachstellen. Gern lullt er uns ein und setzt uns mit Ausreden wie diesen schachmatt: Ach, heute ist es ist es doch viel zu warm, zu kalt, zu windig, zu nass; das Auto müsste mal wieder gewaschen werden (aber nur in der Waschstraße!), und überhaupt: Die Familie sieht einen ohnehin schon so selten, die hat ja wohl Priorität. Nun, das ist alles richtig, aber der Kondition hilft das leider wenig. Deshalb ist die beste Planung wertlos, wenn der Wille fehlt, sie umzusetzen. Diese 5 Tipps helfen, die Schweinehundphase zu überstehen: Plane nicht gleich jeden Tag Zeit für Sport ein, sondern vielleicht nur zwei-, dreimal die Woche. Entscheide dich für Sportarten, die dir Spaß machen. Wer nicht Joggen mag, der fährt Fahrrad oder geht Schwimmen. Trage dir Sporttermine in den persönlichen Kalender ein. Das kann Wunder wirken! Suche dir Gesellschaft beim Sport. Verabrede dich. Überzeuge zum Beispiel auch deine Familie, dich zu begleiten, wenn du joggen gehst. 4 Ausgabe 20 Sommer 2005 Falls sich der innere Schweinehund zwischendurch zurückmeldet, erinnerst du dich an deine guten Vorsätze (Berufsehre, professionelle Einstellung etc.) und zeigst ihm die Kalte Schulter. Schritt 2: Durchführung (Muskelkaterphase) Bravo. Du hast es nun also in die Turnschuhe oder in die Badehose geschafft. Sehr schön. Durch Schonung bleiben nur Gegenstände gut erhalten. Der menschliche Körper aber braucht die Belastung, um (im wahrsten Wortsinn) in Form zu bleiben. Jetzt macht sich statt des Schweinehunds möglicherweise ein anderes Wesen bemerkbar: der Muskelkater. Der jault zwar, ist aber durch einfache Maßnahmen leicht zu bändigen.* Deshalb sollte das Training in keinem Fall ausgesetzt, sondern variiert werden, zumal das regelmäßige Ausdauertraining riesig Spaß, ja sogar positiv süchtig machen kann. * Muskelkater (Mikrotraumata) sind übrigens ungefährlich und dürfen tatsächlich positiv gesehen werden. Geeignete Gegenmaßnahmen sind warme Bäder und leichte Trainingseinheiten, keinesfalls aber Massagen! Für den Anfänger ist dies vermutlich nur schwer zu glauben. Denn zunächst einmal heißt es dran bleiben, auch wenn s hier und da mal zwickt und zwackt. Nachhaltig wirkungsvolles Ausdauertraining erfordert Konstanz, Beund Entlastungsphasen, Rhythmus. Warum das so wichtig ist? Die Antwort lautet schlicht: Sonst ist alle Mühe vergebens. Wer nämlich zu oft trainiert, erhöht seine Ausdauer ebenso wenig wie jemand, der nur selten trainiert. Das hängt mit dem Prinzip der Superkompensation zusammen (s. u.). Um möglichst viel Genuss und selten Muskelkater zu haben, ist auf die richtige Dosierung des Trainingsplans zu achten. Neben den folgenden 5 Tipps stehen dazu auch die Sportübungsleiter eurer FuRW sowie die Kollegen des Fachbereichs Sport an der LFS zur Verfügung: Anfänger sollten maximal zwei- bis dreimal die Woche je 30 bis 40 Minuten trainieren. Wenn es einmal nicht so läuft, ein lockeres Trainingsprogramm im Sinne einer aktiven Regeneration durchführen. SUPERKOMPENSATION Bei Seitenstichen das Tempo reduzieren, außerdem tief und vollständig ausatmen. Für ausreichend Flüssigkeitszufuhr sorgen, auch schon vor dem Training. Das Training nicht langweilig werden lassen, Abwechslung suchen! Schritt 3: Kontrolle (Schlaufuchsphase) Wer am Ball bleibt, wird belohnt. Plötzlich läuft es. Man ist Wie steigert ein Sportler eigentlich seine Leistungsfähigkeit? Durch Training. Natürlich. Aber was passiert genau, wenn wir trainieren? Wir fordern unseren Körper. Das heißt, wir setzen ihn einer überdurchschnittlich hohen Belastung aus. 90 Minuten Fußballtraining sind anstrengender als ein anderthalbstündiger Spaziergang. Weshalb wir nach dem Kicken, wenn wir es richtig machen, auch erst einmal platt sind (s. Phase ➊). Unser Körper erholt sich nach dem Spiel aber auch rasch wieder. Nach einer gewissen Zeit der Regeneration erlangen wir unsere alte Leistungsfähigkeit zurück (siehe Phase ➋ bis zur Zeitachse). Aber nicht nur das. Das Fantastische ist: Nach der Erholungsphase sind wir für eine gewisse Zeit sogar leistungsstärker als vor der Belastungsphase! Der Körper hat sich gewappnet, geht, wenn man so will, davon aus, dass er in absehbarer Zeit wieder stark gefordert werden könnte. Er hat unsere Erschöpfung also nicht nur kompensiert, er hat sie überkompensiert. Dieses Phänomen wenn die Leistungsfähigkeit nach einer Belastung und der darauf folgenden Regeneration über das Anfangsniveau steigt nennt man Superkompensation (s. Phase ➌). Um eine Verpuffung des Trainigseffektes zu vermeiden, darf sich der Sportler nach dem Training also weder zu lange auf die faule Haut legen noch durch Übermotivation zu früh dem nächsten Belastungsreiz aussetzen. Wer sensibel für seinen Körper ist, erkennt beide Gefahren und findet durch sorgfältige Beobachtung den richtigen Zeitpunkt für die nächste Trainingseinheit. 5 Löschblatt nach dem Sport nicht mehr so erschöpft. Der Muskelkater bleibt aus und neue Fragen stellen sich: Soll ich das Training jetzt höher dosieren, mich härter rannehmen und richtig auspowern? Oder ist es besser so weiterzumachen wie bisher, auch wenn das Training jetzt für mich pillepalle ist und ich am Ende nicht mal mehr richtig schwitze? Pauschal lassen sich diese Fragen nicht beantworten. Härte ist jedenfalls kein Gradmesser für ein gutes Training. Es geht nicht darum, bis zur totalen Erschöpfung zu laufen, zu radeln, zu schwimmen. Im Gegenteil: Das demotiviert auf Dauer nur. Trotzdem schadet es natürlich nicht, wenn das Training als anstrengend empfunden wird. So sollte man beim Laufen ein Tempo wählen, bei dem man sich unterhalten kann, aber nicht der Eindruck entsteht, Klönschnack mit Bewegungselementen zu trainieren (s. Kasten Belastungsintensität). Letztlich geht es in jeder Phase eures Trainings darum, trainingswirksame Reize zu setzen. Sie sind das A und O nachhaltiger Fitness und Belastungsfähigkeit. Leider springt bei Sportlern keine Leuchtdiode von rot auf grün, wenn der ideale Zeitpunkt zum Trainingsstart und zur Veränderung der Anforderungen gekommen ist. Prinzipiell gilt aber: Je besser ich trainiert bin, desto schneller erhole ich mich. Und je besser ich erholt bin, desto intensiver kann und sollte ich trainieren. Erfahrungswerte zeigen uns, wann der ideale Zeitpunkt für die nächste Trainingseinheit gekommen ist. Sind die Zeitintervalle zwischen den Einheiten zu lang, kann das Training wie beim ersten Mal zur Qual werden. Das gilt übrigens auch für Trainingseinheiten, die zu früh kommen. Und wer sich zu häufig quält, der sollte schleunigst kontrollieren, wo die Ursachen liegen, und Gegenmaßnahmen ergreifen. Der Schlaufuchs weiß, dass das Trainingspensum von Zeit zu Zeit hinterfragt und ggf. gegengesteuert werden muss neu.** Dafür bedient er sich dieser 5 Tipps: Lieber weniger hart trainieren, dafür aber regelmäßig. Gib deinem Körper ausreichend Zeit zur Erholung. Höre auf deinen Körper, quäle (und schone) ihn nicht unnötig. Gewinnspiel Das Löschblatt verlost mit freundlicher Unterstützung des HamppVerlags drei Exemplare des Trainings- und Ernährungsratgebers Fit for Fire Fighting. Neben einem individuellen Fitnesskonzept bietet dieses reich bebilderte und ansprechend gestaltete Werk dem Leser zahlreiche Informationen zu den Themen Ernährung und Gesundheit. Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, verwendet dazu die Postkarte unseres Gewinnspiels auf der Rückseite und hat dann gleich zweifache Chancen zu gewinnen: und zwar eines der drei Fitnessbücher sowie 3 Mal 2 Karten für das Planetarium. Viel Glück! Das ideale Buch zum Trainingsstart Hermann Schröder (Hrsg.): Fit for Fire Fighting So punkten Feuerwehrleute bei Bewegung und Ernährung 176 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen; 9,90 Euro ISBN Achte erst auf Atmung und Puls, dann auf Strecke und Zeit! Merke: Schlaufüchse kriegen Schweinehund und Muskelkater in den Griff! Und damit wünsche ich euch jetzt viel Spaß beim Ausdauertraining! BELASTUNGSINTENSITÄT Eine für unsere Zwecke sinnvolle Methode der Intensitätssteuerung basiert auf der so genannten Atem-Schritt-Regel. Sie besagt: Mache ich beim Ein- und beim Ausatmen jeweils 4 Schritte oder mehr, befinde ich mich unterhalb der optimalen Belastungsschwelle. Benötige ich hingegen jeweils nur zwei Schritte, bin ich wahrscheinlich zu schnell, und es besteht die Gefahr, dass sich in den Muskeln Milchsäure ansammelt. Schmerzen treten auf, auch Krämpfe sind möglich, so dass ein Abbruch des Trainings droht. Bewährt haben sich sowohl während des Einatmens als auch des Ausatmens jeweils drei Schritte. Tipp: Am besten die Atem-Schritt-Regel anwenden und dabei einen Pulsmesser tragen. So könnt ihr bei idealer Atem-Schritt-Frequenz den persönlichen Puls für optimales Ausdauertraining ermitteln. Claus Lochmann hat sich einen Traum erfüllt und als Leiter des Fach
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