Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung

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Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Reduzierung der Luftbelastung mit Stickstoffdioxid Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Reduzierung der Luftbelastung mit Stickstoffdioxid
Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Reduzierung der Luftbelastung mit Stickstoffdioxid Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Reduzierung der Luftbelastung mit Stickstoffdioxid Landeshauptstadt Mainz Stand: August 2016 Impressum: Herausgeber: Landeshauptstadt Mainz Grün- und Umweltamt Redaktion: Jutta Wolter, Jan Jahns Mitwirkung Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz Kaiser-Friedrich-Straße Mainz Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Kaiser-Friedrich-Straße Mainz Mainzer Verkehrsgesellschaft mbh Mozartstraße 8, Mainz Stadtplanungsamt Titelbild Auflage Mainzer Verkehrsgesellschaft 30 Exemplare 2016 Nachdruck und Wiedergabe nur mit Genehmigung des Herausgebers Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung I Inhaltsverzeichnis 1 Zusammenfassung 1 2 Einführung 2 3 Immissionsmessnetz, Klima, Topographie Standorte der Immissionsmessstationen Klima Topographie 14 4 Immissionsdaten PM10-Jahresmittelwerte PM10-Tagesmittelwerte Stickstoffdioxid-Stundenmittelwerte Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte Verhältnis der Stickstoffdioxidimmission zur Stickstoffmonoxidimmission Messstation Mainz-Parcusstraße PM2,5-Feinstaub-Jahresmittelwerte 27 5 Ursachenanalyse Ursachenanalyse Stickstoffdioxid Ursachenanalyse PM10- Feinstaubbelastung Emissionsbilanz für die Stadt Mainz für das Jahr Maßnahmenplan Maßnahmen zur Luftreinhaltung auf europäischer Ebene Festlegung von Abgasnormen für PKW und Nutzfahrzeuge Fahrplan zu einem einheitlichen europäischen Verkehrsraum 38 (Verkehr 2050) Festlegung von nationalen Emissionshöchstmengen Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments 39 und des Rates über die Anforderungen in Bezug auf die Emissionsgrenzwerte und die Typgenehmigung für Verbrennungsmotoren für nicht für den Straßenverkehr bestimmte mobile Maschinen und Geräte (NRMM-Verordnung) Industrie Emissions-Richtlinie (IED) 39 Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung II Richtlinie über mittelgroße Feuerungsanlagen (MCP-Richtlinie) Maßnahmen auf nationaler Ebene Förderung der Nachrüstung eines Rußpartikelfilters Festsetzung der LKW-Maut in Abhängigkeit vom Schadstoffausstoß Elektromobilität Novellierung der 1. BImSchV zur Begrenzung der Emissionen 43 aus Kleinfeuerungsanlagen nach dem Stand der Technik 6.3 Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich der Landesregierung 43 Rheinland-Pfalz Änderung Landes-Immissionsschutzgesetz Rheinland-Pfalz Klimaschutzkonzept Rheinland-Pfalz Luftreinhaltebericht Rheinland-Pfalz Bereitstellung von Fördermitteln für Luftreinhaltemaßnahmen 45 aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Kommunale Maßnahmen Bereits durchgeführte Maßnehmen der Luftreinhaltepläne und Luftreinhalteplan Mainz und 48 seine Anpassung PM10 Feinstaub vom Oktober Neue kommunale Maßnahmen M 31 Einführung eines Umwelt-Taxi-Labels 53 M 32 Modifizierung des Neubürgerhandbuchs/Ausweitung 54 eines Dialogmarketings für Neubürger M 33 Aufbau eines Radrouten-Vorzugsnetzes für Mainz und die Region 54 M 34 Schülerradroutenplaner 55 M 35 Ausbau der Radabstellkapazitäten / Fahrradparkhaus 56 M 36 Öffentlichkeitsarbeit / Radkampagnen 57 M 37 Verbesserung der Fußverkehrsinfrastruktur 58 M 38 Anpassung der städtischen Stellplatzsatzung 59 M 39 Betriebliches Mobilitätsmanagement 61 M 40 Handlungsstrategie Elektromobilität 61 Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung III M 41 Elektromobilität ausbauen: Brennstoffzellenbusse MVG 64 M 42 Handlungsrahmen Mobilität 66 M 43 Optimierung der Verkehrssteuerung 66 M 44 P+R-Konzept 67 M 45 Inbetriebnahme der Mainzelbahn 68 M 46 Neubau einer Straßenbahnlinie zum Stadtquartier Zollhafen in der Mainzer Neustadt 69 M 47 Straßenbahntrasse über die Binger Straße zwischen Alicenplatz und Bahnhofstraße 70 M 48 Anbindung der Straßenbahnlinie an den Marienborner Bahnhof 70 M 49 Einführung eines Mainzel 71 M 50 Neuanschaffung ÖPNV mit emissionsarmen Abgasstandards 71 M 51 Einführung Car-Sharing bei der Stadtverwaltung Mainz 72 M 52 Landstromversorgung für Kreuzfahrtschiffe am Rheinufer 73 M 53 Errichtung eines City-Tree 73 M 54 Straßenreinigung mit nahezu staubfreier Kehrgutaufnahme Gesamtübersicht der Maßnahmen und Bewertung ihrer Wirksamkeit 75 7 Erfolgskontrolle 78 8 Literatur 79 9 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis Anregungen und Hinweise aus der Beteiligung der Öffentlichkeit 82 Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Zusammenfassung Aufgrund der Überschreitungen des Grenzwertes des Stickstoffdioxid-Jahresmittelwertes in Mainz muss der bisherige Luftreinhalteplan , Anpassung PM10-Feinstaub gemäß 47 Abs. 1 und 2 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) [1] aktualisiert werden. Der genannte Grenzwert für NO 2 gilt seit 2010 und darf 40 µg/m 3 im Jahresmittel nicht überschreiten. Der neu ausgearbeitete Luftreinhalteplan beinhaltet die Festlegung und Beschreibung des Plangebietes. Die relevanten Immissionsbelastungen werden hinsichtlich ihrer räumlichen und zeitlichen Entwicklung dargestellt und die Ursachen analysiert. Es wird ermittelt, welche überregionalen, regionalen und lokalen Beiträge das Immissionsgeschehen beeinflussen. Dies schafft die Grundlage für die Zuordnung von Maßnahmen auf der entsprechenden Handlungsebene (Veranlassungen auf europäischer, nationaler, regionaler oder lokaler Ebene). Für die Vermeidung der lokalen Belastungen werden Sektor bezogene Maßnahmen entwickelt, geprüft und festgelegt, in welcher Weise sie umgesetzt werden. Die von den Maßnahmen erwarteten Verbesserungen werden durch die fortlaufenden Immissionsmessungen überprüft. Der vorliegende Luftreinhalteplan Mainz, Fortschreibung enthält die Planfortschreibung bezüglich der Immissionswerte für die Jahre 2011 bis 2015 sowie die Ergänzung des Maßnahmenplans. Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Einführung Europäische Luftqualitätsnormen und Luftreinhaltepläne Die europäischen Luftqualitätsnormen wurden 1996 durch die Luftqualitäts-Rahmenrichtlinie (96/62/EG) [2] und in der Folge durch mehrere stoffbezogene sogenannte Tochterrichtlinien dem neuesten Stand der Wirkungsforschung zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt angepasst. Die 1. Tochterrichtlinie aus dem Jahr 1999 (1999/30/EG) [3] legt Immissionsgrenzwerte für die Konzentrationen von Schwefeldioxid, Stickoxiden, PM10-Feinstaub und Blei als Inhaltsstoff des Feinstaubs in der Luft fest. Die Luftqualitäts-Rahmenrichtlinie und die ersten drei Tocherrichtlinien wurden in der Richtlinie des Europäischen Parlaments und Rates 2008/50/EG vom 21.Mai 2008 zusammengefasst [4] und in der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes- Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen BImSchV) am in deutsches Recht umgesetzt [5]. Die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO 2 ) sind - auch aus Sicht der EU- Kommission - anspruchsvoll. Für diese Komponenten gab es Übergangswerte, die wie in den Abbildungen 1 und 2 dargestellt, stufenweise von Jahr zu Jahr verschärft wurden, bis die endgültigen Grenzwerte 2005 bzw in Kraft traten: Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung ,4 44,8 43,2 41, Jahresmittel Tagesmittel * nach 2005 * 35 Überschreitungen im Jahr zulässig. Abb. 1 Immissionswerte für PM10-Feinstaub in µg/m 3 (Quelle: LfU) Jahresmittel nach 2010 Abb. 2 Immissionswerte für Stickstoffdioxid (NO 2 ) in µg/m 3 (Quelle: LfU) Der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid von 40 µg/m 3 wurde seit dem Jahr 2010 an den Messstationen in Mainz immer überschritten (vgl. Kap. 3), sodass nach 47 Abs. 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes der Luftreinhalteplan fortzuschreiben ist. Projektgruppe und Öffentlichkeitsbeteiligung Bei dieser Aufgabe wirken folgende Behörden mit: Stadtverwaltung Mainz, Grün - und Umweltamt in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt und den Mainzer Verkehrsbetrieben Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LfU) Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Der Arbeitsentwurf wurde im Internet unter veröffentlicht und zusätzlich vom bis zum in den Räumen der Stadtverwaltung Mainz, Grün- und Umweltamt, Geschwister-Scholl-Straße 4, Mainz zur Einsichtnahme ausgelegt. Im Amtsblatt der Stadt Mainz und unter wurde auf die Auslegung des Planentwurfs hingewiesen. Schriftliche Anmerkungen von Bürgerinnen und Bürgern zum Planentwurf konnten bis zum an die Stadtverwaltung Mainz gerichtet werden. Diese werden - soweit für die Aufgabenstellung des Luftreinhalteplans relevant - bei der Schlussbearbeitung berücksichtigt. Beschreibung Feinstaub Stäube und insbesondere Feinstäube sind relevante Luftverunreinigungen. Ihr Gehalt in der Luft wird durch zwei unterschiedliche Messgrößen beschrieben: a) Stäube, die sich in einer bestimmten Zeit auf einer bestimmten Fläche ablagern, werden als Staubniederschlag bezeichnet. Ihnen kommt in der Regel keine unmittelbar gesundheitsgefährdende, gegebenenfalls aber eine belästigende oder eine nachteilige Wirkung zu, weshalb auch für den Staubniederschlag nach deutschen Recht ein Immissionsgrenzwert in der Technischen Anleitung Luft (TA Luft) festgesetzt wurde. Dieser ist bei der Errichtung und beim Betrieb genehmigungsbedürftiger Anlagen zu beachten. Der Grenzwert wird im Raum Mainz, wie verschiedene behördliche Messprogramme zeigen, eingehalten. b) Stäube, die in der Luft unmittelbar nachweisbar sind, werden als Schwebstaub bezeichnet. Er enthält Partikel über einen breiten Korngrößenbereich. Der feinkörnige Anteil des Schwebstaubs mit einem aerodynamischen Durchmesser kleiner gleich 10 Mikrometer (10 µm) - im folgenden Feinstaub oder PM10 genannt (PM = Particulate Matter) - ist einatembar und deshalb gesundheitsrelevant. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die verschiedenen Staubfraktionen und typische Alltagsquellen für Belastungen der Außenund Innenraumluft: Tab. 1 Unterscheidung verschiedener Schwebstaubfraktionen Fraktion Partikeldurchmesser Reichweite beim Einatmen Anthropogene Quellen Gesamtschwebstaub Feinstaub PM10 50 µm 10 µm Nasen- Rachenraum Bronchien, Lunge Aufwirbelungen, Abgase von Industrie, Gebäudeheizungen, Feinstaub PM 2,5 (lungengängiger 2,5 µm terminale Bronchien, Lungenbläschen Verkehr, Staubsaugen, Feinstaub) Kochen, Rauchen Ultrafeinstaub 0,1 µm Lungenbläschen (Quelle: LfU) Beim Feinstaub handelt es sich um einen komplexen Schadstoff mit einer Korngrößenverteilung 10 µm, der durch eine Vielzahl von anthropogenen, geogenen und biogenen Quellen und Prozessen gebildet wird. Ein Teil gelangt als primärer Feinstaub, das heißt direkt in Par- Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung tikelform in die Luft, ein Teil wird sekundär aus gasförmigen Vorläufern in der Atmosphäre gebildet. Je kleiner die Korngrößen, desto geringer die Sinkgeschwindigkeiten. So ist zu erklären, dass Feinstäube längere Zeit in der Luft verbleiben und über große Entfernungen transportiert werden können. Ebenso komplex wie die Eintragsprozesse in die Atmosphäre sind auch die Austragspfade: Neben der direkten Deposition werden Feinstaubpartikel vor allem durch fortwährende Anlagerungsprozesse und die dadurch zunehmende Sinkgeschwindigkeit aus der Atmosphäre entfernt. Effektive Senken stellen aber auch Niederschläge oder auffrischende Winde mit Luftmassenaustausch dar. Die Abhängigkeit der Feinstaubbelastung von den Witterungsbedingungen ist damit vorgegeben. Dieselruß ist Teil des Feinstaubs. Er verursacht Gesundheitsrisiken durch Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen. Seit 2012 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Dieselruß als kanzerogen eingestuft. Immissionsgrenzwerte für Feinstäube Tab. 2 Immissionsgrenzwerte für PM10-Feinstaub Bezugszeitraum Grenzwert in µg/m³ zulässige Überschreitung Schutzziel Vorschrift/ Richtlinie Gültig ab Kalendertag Tage Schutz der menschlichen Gesundheit Kalenderjahr Schutz der menschlichen Gesundheit (Quelle: LfU) Tab. 3 Immissionsgrenzwerte für PM2,5-Feinstaub 39. BImSchV BImSchV Bezugszeitraum Grenzwert in µg/m³ Schutzziel Vorschrift/ Richtlinie Gültig ab Kalenderjahr 25 Schutz der menschlichen Gesundheit Kalenderjahr 20 Schutz der menschlichen Gesundheit (Quelle: LfU) 39. BImSchV bis 2010 Zielwert, ab 2015 Grenzwert 39. BImSchV Indikator für weitere nationale Reduzierung bis zum PM10 Feinstaub (Particular Matter) bis zu einem Durchmesser = 10 µm PM2,5 Feinstaub (Particular Matter) bis zu einem Durchmesser = 2,5 µm Dimension: 1 µg/m³ = 1 millionstel Gramm pro Kubikmeter Luft Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Beschreibung Stickstoffdioxid (NO 2 ) Auch die Stickstoffoxide (NO x ) sind von großer lufthygienischer Bedeutung. Zu ihnen gehören im Wesentlichen Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO 2 ). Mit dem Begriff NO x ist die Summe aus NO und NO 2 gemeint. Stickstoffmonoxid (NO) ist ein farbloses, geruchloses, wenig wasserlösliches Gas. Es hat nur eine kurze atmosphärische Lebensdauer und wird mit Luftsauerstoff rasch zu Stickstoffdioxid oxidiert. Stickstoffdioxid (NO 2 ) ist ein braunrotes, stechend riechendes Gas, dessen Geruchsschwelle bei ca. 0,9 mg/m 3 liegt. Es wird mit Luftsauerstoff langsam weiter zu Nitrat (NO 3 - ) aufoxidiert. Dieses lagert sich an Aerosole an und wird in der partikelgebundenen Form durch nasse und trockene Deposition aus der Atmosphäre ausgetragen. Stickstoffdioxid selbst wird bei Regen im Gegensatz zu Schwefeldioxid (SO 2 ) kaum ausgewaschen. Bei der Wirkung der Stickstoffoxide auf den Menschen ist insbesondere die Schädigung der Atemwege zu nennen. Bei längerer Einwirkung können höhere Konzentrationen zu chronischer Bronchitis oder auch zu einer Erhöhung der Empfindlichkeit gegenüber Atemwegsinfektionen führen. Die Stickstoffoxid-Belastung der Atmosphäre hat auch für weitere Problemkomplexe erhebliche Bedeutung. Stickstoffoxide und reaktive Kohlenwasserstoffe sind zusammen mit der Sonnenstrahlung die Reaktionspartner für die photochemische Ozonbildung. Maßnahmen zur Reduzierung der Stickstoffoxid-Emissionen tragen also auch zur Minderung des Sommersmogs bei. Außerdem ist der derzeitige Stickstoffeintrag aus der Atmosphäre in Böden wegen seiner düngenden Wirkung problematisch; dies betrifft sowohl einen Großteil der Waldflächen als auch empfindliche, nährstoffarme Biotope wie Moore, Heiden und das Naturschutzgebiet Mainzer Sand. Die als UV-Filter wirkende Ozonschicht in der Stratosphäre wird darüber hinaus durch Stickstoffoxide z.b. aus hoch fliegenden Düsenflugzeugen abgebaut. Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid entstehen im Wesentlichen als Nebenprodukt bei Verbrennungsvorgängen durch die Oxidation von Luftstickstoff, wobei die Stickstoffoxide überwiegend als Stickstoffmonoxid (95 %) emittiert werden. Mit steigender Verbrennungstemperatur nimmt die Bildungsrate für Stickstoffoxide zu. Die Maßnahmen zur Optimierung von Brennern und Motoren hinsichtlich Brennstoffverbrauch und Minderung der Kohlenmonoxid-Emissionen waren meist mit einer Erhöhung der Emissionsrate für Stickstoffoxide verbunden. Eine Verschiebung der Anteile der Stickoxide wird bei Kraftfahrzeugen mit Dieselmotoren beobachtet, denen ein Oxidationskatalysator nachgeschaltet ist. Durch diesen steigt der Anteil des primär emittierten Stickstoffdioxids (NO 2 ) im Abgas deutlich an (vgl. Kapitel 4.5). Auch biogene Stickstoffoxid-Emissionen spielen eine gewisse Rolle, denn in Böden werden durch mikrobiologische Prozesse beträchtliche Mengen Stickstoffmonoxid (NO) und Distickstoffmonoxid (N 2 O) gebildet und in die Luft abgegeben. Die Stickstoffoxid-Emissionen zeigen nach einer rückläufigen Tendenz in den letzten Jahren heute gleich bleibende beziehungsweise sogar leicht ansteigende Werte. Bei der Industrie ist der Ausstoß aufgrund von durchgeführten Minderungsmaßnahmen erheblich gesunken. Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Auch bei der Gebäudeheizung ist ein Emissionsrückgang aufgrund von Maßnahmen zur Energieeinsparung zu verzeichnen. Im Verkehrsbereich hat insbesondere der serienmäßige Einbau von Abgaskatalysatoren in benzinbetriebenen Kfz die Freisetzung von Stickstoffoxiden verringert. Diese Einsparungen von NO x werden jedoch kompensiert durch den Trend zum Diesel-PKW, durch eine zunehmend stärkere Motorisierung der Fahrzeugflotte und durch den bundesweit stark gestiegenen Kfz-Verkehr. In der nachfolgenden Tabelle 4 sind die derzeit gültigen Immissionsgrenzwerte für Stickstoffdioxid dargestellt. Tab. 4 Immissionsgrenzwerte für Stickstoffdioxid Bezugszeitraum Grenzwert in µg/m³ zul. Überschreitung Schutzziel Vorschrift/ Richtlinie Gültig seit 1-Stunde Schutz der menschlichen Gesundheit Kalenderjahr Schutz der menschlichen Gesundheit 39. BImSchV BImSchV Stunden in Folge (Quelle: LfU) Alarmschwelle 39. BImSchV Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Immissionsmessnetz, Klima, Topographie 3.1 Standorte der Immissionsmessstationen Die Messstellendichte ist in Mainz mit vier PM10-Messstandorten und fünf NO 2 - Messstandorten vergleichsweise sehr hoch. Damit stehen Immissionsdaten in guter räumlicher Auflösung zur Verfügung, um Zonen erhöhter Belastung abzugrenzen. In der nachfolgenden Tabelle 5 sind die Messstationen im Stadtgebiet Mainz zusammen mit der Beschreibung der Standortcharakteristik und der Messgeräteausstattung aufgeführt. Tab. 5 Immissionsmessstationen in Mainz Messstation Messkomponenten Charakteristik Standort Mainz-Mombach Mainz-Parcusstraße Mainz-Zitadelle Mainz- Große Langgasse Mainz-Rheinallee (Quelle: LfU) NO 2, PM10, SO 2, NO, CO, C n H m, CH 4, O 3, Ruß, Meteorologie NO 2, PM10, NO, CO, Benzol, Toluol, Xylol, PM2,5, Ruß NO 2, PM10, SO 2, NO, CO, PM2,5, C n H m, CH 4 NO 2 NO, CO NO 2, PM10 NO, CO städtische Hintergrund- Messstation mit Industrieeinfluss innerstädtischer Verkehrsbrennpunkt städtische Hintergrundmessstation mit Verkehrseinfluss städtische Kernzone, Verkehrseinfluss städtische Kernzone, Verkehrseinfluss Wohngebiet am westlichen Stadtrand Stadtzentrum, verkehrsnah Innenstadt, Wohngebiet, verkehrsnah Innenstadt, Mischgebiet, verkehrsnah Innenstadt, Mischgebiet, verkehrsnah Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die genaue Lage der Messstationen im jeweiligen Stadtteil. Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Abb. 3 Messstation Mainz-Mombach Standort: Dr. Falk-Weg / Pfarrer-Bechtholsheimer-Weg Standortbeschreibung: Wohngebiet am westlichen Stadtrand Messkomponenten: NO 2, PM10, SO 2, NO, CO, C n H m, CH 4, O 3, Ruß (seit 2014), Meteorologie (Quelle: LfU) Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Abb. 4 Messstation Mainz-Rheinallee Standort: Rheinallee / Frauenlobstraße Standortbeschreibung: Innenstadt, Mischgebiet, verkehrsnah Messkomponenten: NO 2, NO, CO, PM 10 (Quelle: LfU) Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Abb. 5 Messstation Mainz-Parcusstraße Standort: Verkehrsinsel in der Parcusstraße nahe der Kreuzung mit der Bahnhofstraße Standortbeschreibung: Stadtzentrum, verkehrsnah, Straßenschlucht Messkomponenten: NO 2, PM10, SO 2, NO, CO, Benzol, Toluol, Xylol, PM2,5, Ruß (Quelle: LfU) Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Abb. 6 Messstation Mainz-Große Langgasse Standort: Große Langgasse / Dominikanerstraße Standortbeschreibung: Innenstadt, Mischgebiet, verkehrsnah Messkomponenten: NO 2, NO, CO (Quelle: LfU) Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Abb. 7 Messstation Mainz-Zitadelle Standort: Eisgrubweg / Windmühlenstraße Standortbeschreibung: Innenstadt, Wohngebiet, verkehrsnah Messkomponenten: NO 2, PM10, SO 2, NO, CO, PM2,5, C n H m, CH 4 (Quelle: LfU) Luftreinhalteplan Mainz Fortschreibung Klima Durch seine Lage südlich des Taunushauptkamms am Übergang der Oberrheinischen Tiefebene zum Rheinhessischen Hügelland ist das Klima in der Stadt Mainz überregional geprägt durch warme, oft schwülwarme Sommer und milde, zeitweise nebelige Winter, eine vergleichsweise hohe Sonnenscheindauer und Niederschlagsarmut. Die dreistufige Reliefstruktur und die unterschiedlichen Flächennutzungen tragen zu einer großen räumlichen Variabilität der Klimaelemente im Stadtgebiet bei. Während im Außenbereich die klimatischen Verhältnisse von natürlichen, geländeklimatischen Einflussgrößen wie Geländehöhe, -lage und -relief, Gewässer, Landnutzung und Bewuchs bestimmt sind, spiele
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