NICO AND THE NAVIGATORS

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WINTERREISEN NICO AND THE NAVIGATORS 10. JANUAR 2018 ELBPHILHARMONIE KLEINER SAAL WILLKOMMEN Was haben uns die Lieder von Franz Schubert heute noch zu sagen? Welche überzeitlichen Wahrheiten lassen sich
WINTERREISEN NICO AND THE NAVIGATORS 10. JANUAR 2018 ELBPHILHARMONIE KLEINER SAAL WILLKOMMEN Was haben uns die Lieder von Franz Schubert heute noch zu sagen? Welche überzeitlichen Wahrheiten lassen sich aus seinen Werken heraushören? Diesen Fragen geht die Berliner Kompanie»Nico and the Navigators«im heutigen Konzert auf vielfältige Weise nach: mit Liedgesang und Streichquartett, mit Tanz, Performance und Videokunst. Im Spannungsfeld von Intimität und Expressivität, von Vergangenheit und Gegenwart entwickelt sie neue Interpretationsformen und finden so einen ganz eigenen Zugang. Damit reiht sich der Abend ein in die aktuelle Elbphilharmonie- Serie Winterreisen, die mehrere Adaptionen dieses wohl düstersten und bedeutendsten Liederzyklus überhaupt versammelt. Die Reihe»Winterreisen«wird gefördert durch Mittwoch, 10. Januar :30 Uhr Elbphilharmonie Kleiner Saal NICO AND THE NAVIGATORS NICOLA HÜMPEL KÜNSTLERISCHE LEITUNG OLIVER PROSKE BÜHNENBILD, VIDEOTECHNIK TOBIAS WEBER MUSIKALISCHE ADAPTION, ARRANGEMENTS PHILINE TIEZEL DRAMATURGIE, REGIEASSISTENZ YUI KAWAGUCHI CHOREOGRAFIE, TANZ ANNA-LUISE RECKE CHOREOGRAFIE, TANZ MICHAEL SHAPIRA CHOREOGRAFIE, TANZ JULLA VON LANDSBERG SOPRAN SARAH LAULAN KONTRA-ALT TED SCHMITZ TENOR NIKOLAY BORCHEV BARITON MATAN PORAT KLAVIER TOBIAS WEBER E-GITARRE, GITARRE, KONTRABASS APOLLON MUSAGÈTE QUARTETT PAWEŁ ZALEJSKI VIOLINE BARTOSZ ZACHŁOD VIOLINE PIOTR SZUMIEŁ VIOLA PIOTR SKWERES VIOLONCELLO CRISTINA LELLI KOSTÜME BODO GOTTSCHALK KAMERA, LIVE VIDEO EDITING FABIAN BLEISCH LICHT ANDREAS FUCHS LICHT DAVID RUSITSCHKA TON HOLGER MÜLLER, SONJA WINKLER BÜHNENBILDASSISTENZ JUDITH BODENSTEIN, RAPHAEL REHER PRODUKTION Eine Produktion von Nico and the Navigators und Bozar Music Brüssel. Koproduziert von den Niedersächsischen Musiktagen sowie dem Konzerthaus Berlin. In Kooperation mit der Elbphilharmonie Hamburg. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Rusch-Stiftung sowie aus Mitteln des Landes Berlin.»SILENT SONGS INTO THE WILD«Franz Schubert ( ) Prolog Ständchen D 957/4 Der Wegweiser D 911/20 Suleika I D 720 Die Krähe D 911/15 Der Doppelgänger D 957/13 Dass sie hier gewesen! D 775 Impromptu D 899/2 Es-Dur Meeres Stille D 216 Gretchen am Spinnrade D 118 Nachtstück D 672 Erstarrung D 911/4 Der Lindenbaum D 911/5 Der Müller und der Bach D 795/19 Streichquartett G-Dur D 887 / 3. Satz Gute Nacht D 911/1 Der Leiermann D 911/24 Pause Abschied D 957/7 Das Fischermädchen D 957/10 Der Tod und das Mädchen D 531 Die Stadt D 957/11 Der Wanderer D 489 Auf dem Flusse D 911/7 Heidenröslein D 257 Im Frühling D 882 Rastlose Liebe D 138 Die Post D 911/13 Tränenregen D 795, 10 Mein! D 795/11 Streichquartett d-moll D 810»Der Tod und das Mädchen«/ 4. Satz DIE MUSIK SCHUBERT HEUTE Der Komponist Franz Schubert wählte für seine Lieder oft lyrische Vorlagen, die das Wandern und den Abschied in den Blick nehmen, die Erfahrungen des Fremdseins und der Einsamkeit, aus denen sich im Umkehrschluss die Sehnsucht nach Geborgenheit speist. Das gilt insbesondere, aber nicht nur für seinen Zyklus Winterreise, den die Elbphilharmonie in dieser Saison aus verschiedenen künstlerischen Perspektiven beleuchtet. Die Geisteshaltung der zugrundeliegenden Gedichte und der Schubert schen Lieder ist typisch für das Zeitalter der Frühromantik, die vom Aufkommen revolutionärer politischer Visionen und ihrem jähen Zerplatzen, von gesellschaftlichen Umbrüchen und dem Aufstieg des Bürgertums geprägt war. Aus all diesen Faktoren resultierte der Rückzug ins Private oder in die vermeintlich unkorrumpierbare,»wahre«natur man denke etwa an die Gemälde von Caspar David Friedrich. Wie aber hören wir Schuberts Musik heute, im 21. Jahrhundert in einer Zeit, die ihre ganz eigenen Herausforderungen an uns richtet, in der Millionen Menschen weltweit ihre Heimat verlassen müssen und auf der Flucht in neue Ungewissheiten sind? In Silent Songs into the Wild untersuchen Sänger, Tänzer und Musiker Schuberts Werke in einem mit zwei Kameras inszenierten»staged Concert«als Erbe für das Hier und Jetzt. Sind diese Lieder ausschließlich in der Frühromantik zu verorten oder weisen sie über die Epoche ihrer Entstehung hinaus in andere Zeiten und (Kultur-)Räume? Wie und warum berührt uns heute ein Schubert-Lied? Was passiert, wenn eine Sängerin oder ein Sänger damit auf eine Entdeckungsreise in die Freiheit aufbricht in eine individuelle Freiheit, die gleichwohl mit der jeweiligen kulturellen Herkunft und der daraus gespeisten Prägung der Persönlichkeit zu tun hat? Unter diesen und weiteren Aspekten befragen die Regisseurin Nicola Hümpel und ihre Kompanie Nico and the Navigators den reichhaltigen Fundus von Schuberts Liedern. Künstler aus sieben Nationen entwickeln mit Silent Songs into the Wild einen Abend, in dem Gesang, Tanz, Schauspiel und Instrumentalmusik verschmelzen. Auszüge aus den Zyklen Die scho ne Mu llerin D 795, Schwanengesang D 957 und natürlich der Winterreise D 911 werden hier mit weiteren Liedern und Kammermusiken zu einer überraschend neuen Einheit verwoben, die dem Zuschauer die mentalen und szenischen Annäherungen der Navigators an die Stoffe offenbart. alle Produktionsfotos Dirk Bleicker GESANGSTEXTE SIEBEN NATIONEN PROLOG XENOPHOBIE DER WEGWEISER WEIT, WEIT WEG SULEIKA I Text: Marianne von Willemer KRO (hebräisch) DIE KRÄHE DER SÄNGER UND SEIN PIANIST STÄNDCHEN Text: Ludwig Rellstab Was vermeid ich denn die Wege, Wo die andern Wandrer gehn, Suche mir versteckte Stege, Durch verschneite Felsenhöhn? Was bedeutet die Bewegung? Bringt der Ost mir frohe Kunde? Seiner Schwingen frische Regung Kühlt des Herzens tiefe Wunde. Eine Krähe war mit mir Aus der Stadt gezogen, Ist bis heute für und für Um mein Haupt geflogen. Leise flehen meine Lieder Durch die Nacht zu dir, In den stillen Hain hernieder, Liebchen, komm zu mir. Habe ja doch nichts begangen, Dass ich Menschen sollte scheun, Welch ein törichtes Verlangen Treibt mich in die Wüstenei n? Kosend spielt er mit dem Staube, Jagt ihn auf in leichten Wölkchen, Treibt zur sichern Rebenlaube Der Insekten frohes Völkchen. Krähe, wunderliches Tier, Willst mich nicht verlassen? Meinst wohl, bald als Beute hier Meinen Leib zu fassen? Flüsternd schlanke Wipfel rauschen In des Mondes Licht, Des Verräters feindlich Lauschen Fürchte, Holde, nicht. Weiser stehen auf den Straßen, Weisen auf die Städte zu. Und ich wandre sonder Maßen Ohne Ruh, und suche Ruh. Lindert sanft der Sonne Glühen, Kühlt auch mir die heißen Wangen, Küsst die Reben noch im Fliehen, Die auf Feld und Hügel prangen. Nun es wird nicht weit mehr gehn An dem Wanderstabe, Krähe, lass mich endlich sehn, Treue bis zum Grabe! Hörst die Nachtigallen schlagen? Ach, sie flehen dich, Mit der Töne süßen Klagen Flehen sie für mich. Sie verstehn des Busens Sehnen, Kennen Liebesschmerz, Rühren mit den Silbertönen Jedes weiche Herz. Lass auch dir die Brust bewegen, Liebchen, höre mich! Bebend harr ich dir entgegen, Komm, beglücke mich! Einen Weiser seh ich stehen Unverrückt vor meinem Blick, Eine Straße muss ich gehen, Die noch keiner ging zurück. Und mir bringt sein leises Flüstern Von dem Freunde tausend Grüße; Eh noch diese Hügel düstern, Grüßen mich wohl tausend Küsse. Und so kannst du weiter ziehen! Diene Freunden und Betrübten. Dort wo hohe Mauern glühen, Find ich bald den Vielgeliebten. Ach! die wahre Herzenskunde, Liebeshauch, erfrischtes Leben Wird mir nur aus seinem Munde, Kann mir nur sein Atem geben. DA STEHT AUCH EIN MENSCH DER DOPPELGÄNGER Text: Heinrich Heine Still ist die Nacht, es ruhen die Gassen, In diesem Hause wohnte mein Schatz, Sie hat schon längst die Stadt verlassen, Doch steht noch das Haus auf demselben Platz. Da steht auch ein Mensch und starrt in die Höhe, Und ringt die Hände vor Schmerzensgewalt; Mir graust es, wenn ich sein Antlitz sehe, Der Mond zeigt mir meine eigne Gestalt, Du Doppelgänger, du bleicher Geselle, Was äffst du nach mein Liebesleid, Das mich gequält auf dieser Stelle, So manche Nacht, in alter Zeit? GESANGSTEXTE TOTE UND LEBENDE DASS SIE HIER GEWESEN! Text: Friedrich Rückert Dass der Ostwind Düfte Hauchet in die Lüfte, Dadurch tut er kund, Dass du hier gewesen. Dass hier Tränen rinnen, Dadurch wirst du innen, Wär s dir sonst nicht kund, Dass ich hier gewesen. Schönheit oder Liebe, Ob versteckt sie bliebe, Düfte tun es und Tränen kund, Dass sie hier gewesen. BE MY HOME! IMPROMPTU D 899/2 ES-DUR LAMPEDUSA MEERES STILLE Text: Johann Wolfgang von Goethe Tiefe Stille herrscht im Wasser, Ohne Regung ruht das Meer, Und bekümmert sieht der Schiffer Glatte Fläche rings umher. Keine Luft von keiner Seite! Todesstille fürchterlich! In der ungeheuren Weite Reget keine Welle sich. U-BAHN-GRETCHEN GRETCHEN AM SPINNRADE Text: Johann Wolfgang von Goethe Meine Ruh ist hin, Mein Herz ist schwer, Ich finde sie nimmer Und nimmermehr. Wo ich ihn nicht hab Ist mir das Grab, Die ganze Welt Ist mir vergällt. Mein armer Kopf Ist mir verrückt, Mein armer Sinn Ist mir zerstückt. Nach ihm nur schau ich Zum Fenster hinaus, Nach ihm nur geh ich Aus dem Haus. Sein hoher Gang, Sein edle Gestalt, Seines Mundes Lächeln, Seiner Augen Gewalt, Und seiner Rede Zauberfluss, Sein Händedruck, Und ach, sein Kuss! Mein Busen drängt sich Nach ihm hin. Ach dürft ich fassen Und halten ihn, Und küssen ihn, So wie ich wollt, An seinen Küssen Vergehen sollt. EMPATHIE NACHTSTÜCK Text: Johann Mayrhofer Wenn über Berge sich der Nebel breitet, Und Luna mit Gewölken kämpft, So nimmt der Alte seine Harfe und schreitet Und singt waldeinwärts und gedämpft: Du heil ge Nacht, Bald ist s vollbracht, Bald schlaf ich ihn, den langen Schlummer, Der mich erlöst von allem Kummer. Die grünen Bäume rauschen dann: Schlaf süß, du guter alter Mann; Die Gräser lispeln wankend fort: Wir decken seinen Ruheort; Und mancher liebe Vogel ruft: O lasst ihn ruhn in Rasengruft. Der Alte horcht, der Alte schweigt, Der Tod hat sich zu ihm geneigt. NICHT ZULASSEN! ERSTARRUNG Ich such im Schnee vergebens Nach ihrer Tritte Spur, Wo sie an meinem Arme Durchstrich die grüne Flur. Ich will den Boden küssen, Durchdringen Eis und Schnee Mit meinen heißen Tränen, Bis ich die Erde seh. Wo find ich eine Blüte, Wo find ich grünes Gras? Die Blumen sind erstorben, Der Rasen sieht so blass. Soll denn kein Angedenken Ich nehmen mit von hier? Wenn meine Schmerzen schweigen, Wer sagt mir dann von ihr? Mein Herz ist wie erstorben, Kalt starrt ihr Bild darin: Schmilzt je das Herz mir wieder, Fließt auch ihr Bild dahin. GESANGSTEXTE THE LINDENTREE DER LINDENBAUM Am Brunnen vor dem Tore Da steht ein Lindenbaum; Ich träumt in seinem Schatten So manchen süßen Traum. Ich schnitt in seine Rinde So manches liebe Wort; Es zog in Freud und Leide Zu ihm mich immer fort. Ich musst auch heute wandern Vorbei in tiefer Nacht, Da hab ich noch im Dunkeln Die Augen zugemacht. Und seine Zweige rauschten, Als riefen sie mir zu: Komm her zu mir, Geselle, Hier findst du deine Ruh! Die kalten Winde bliesen Mir grad ins Angesicht, Der Hut flog mir vom Kopfe, Ich wendete mich nicht. Nun bin ich manche Stunde Entfernt von jenem Ort, Und immer hör ich s rauschen: Du fändest Ruhe dort! FLÜGEL ABSCHNEIDEN DER MÜLLER UND DER BACH Der Mu ller: Wo ein treues Herze In Liebe vergeht, Da welken die Lilien Auf jedem Beet. Da muss in die Wolken Der Vollmond gehn, Damit seine Tränen Die Menschen nicht sehn. Da halten die Englein Die Augen sich zu Und schluchzen und singen Die Seele zur Ruh. Der Bach: Und wenn sich die Liebe Dem Schmerz entringt, Ein Sternlein, ein neues, Am Himmel erblinkt. Da springen drei Rosen, Halb rot und halb weiß, Die welken nicht wieder, Aus Dornenreis, Und die Engelein schneiden Die Flügel sich ab Und gehn alle Morgen Zur Erde herab. Der Mu ller: Ach, Bächlein, liebes Bächlein, Du meinst es so gut, Ach, Bächlein, aber weißt du, Wie Liebe tut? Ach, unten, da unten, Die kühle Ruh, Ach, Bächlein, liebes Bächlein, So singe nur zu. PASJA (poln.»passion«) STREICHQUARTETT G-DUR D 887 / 3. SATZ TINDERTRIBE GUTE NACHT Fremd bin ich eingezogen, Fremd zieh ich wieder aus, Der Mai war mir gewogen Mit manchem Blumenstrauß. Das Mädchen sprach von Liebe, Die Mutter gar von Eh. Nun ist die Welt so trübe, Der Weg gehüllt in Schnee. Ich kann zu meiner Reisen Nicht wählen mit der Zeit, Muss selbst den Weg mir weisen In dieser Dunkelheit. Es zieht ein Mondenschatten Als mein Gefährte mit, Und auf den weißen Matten Such ich des Wildes Tritt. Was soll ich länger weilen, Dass man mich trieb hinaus, Lass irre Hunde heulen Vor ihres Herren Haus. Die Liebe liebt das Wandern, Gott hat sie so gemacht, Von Einem zu dem Andern, Fein Liebchen, gute Nacht! Will dich im Traum nicht stören, Wär schad um deine Ruh, Sollst meinen Tritt nicht hören, Sacht, sacht die Türe zu. Schreib im Vorübergehen Ans Tor dir: gute Nacht, Damit du mögest sehen, An dich hab ich gedacht. SELBSTGESPRÄCH DER LEIERMANN Drüben hinterm Dorfe Steht ein Leiermann Und mit starren Fingern Dreht er, was er kann, Barfuß auf dem Eise Wankt er hin und her, Und sein kleiner Teller Bleibt ihm immer leer. Keiner mag ihn hören, Keiner sieht ihn an, Und die Hunde knurren Um den alten Mann. Und er lässt es gehen Alles, wie es will, Dreht, und seine Leier Steht ihm nimmer still. Wunderlicher Alter, Soll ich mit dir gehn? Willst zu meinen Liedern Deine Leier drehn? Pause GESANGSTEXTE SEE YOU IN CANADA! ABSCHIED Text: Ludwig Rellstab Ade! du muntre, du fröhliche Stadt, ade! Schon scharret mein Rösslein mit lustigen Fuß, Jetzt nimm meinen letzten, den scheidenden Gruß, Du hast mich wohl niemals noch traurig geseh n, So kann es auch jetzt nicht beim Abschied gescheh n. Ade! Ade! ihr Bäume, ihr Gärten so grün, ade! Nun reit ich am silbernen Strome entlang, Weit schallend ertönet mein Abschiedsgesang, Nie habt ihr ein trauriges Lied gehört, So wird euch auch keines beim Scheiden beschert, Ade! Ade! ihr freundlichen Mägdlein dort, ade! Was schaut ihr aus blumenumduftetem Haus Mit schelmischen, lockenden Blicken heraus! Wie sonst, so grüß ich und schaue mich um, Doch nimmer wend ich mein Rösslein um, Ade! Ade! liebe Sonne, so gehst du zur Ruh! Ade! Nun schimmert der blinkenden Sterne Gold, Wie bin ich euch Sternlein am Himmel so hold, Durchziehn wir die Welt wir auch weit und breit, Ihr gebt überall uns das treue Geleit, Ade! Ade! du schimmerndes Fensterlein hell, ade! Du glänzest so traulich mit dämmerndem Schein, Und ladest so freundlich ins Hüttchen uns ein. Vorüber, ach, ritt ich so manches Mal, Und wär es denn heute zum letzten Mal Ade! Ade! ihr Sterne, verhüllet euch grau! Ade! Des Fensterlein trübes verschimmerndes Licht Ersetzt ihr unzähligen Sterne mir nicht; Darf ich hier nicht weilen, muss hier vorbei, Was hilft es, folgt ihr mir noch so treu, Ade! SEDUCTION DAS FISCHERMÄDCHEN Text: Heinrich Heine Du schönes Fischermädchen, Treibe den Kahn ans Land! Komm zu mir und setze dich nieder, Wir kosen Hand in Hand. Leg an mein Herz dein Köpfchen Und fürchte dich nicht zu sehr, Vertraust du dich doch sorglos Täglich dem wilden Meer. Mein Herz gleicht ganz dem Meere, Hat Sturm und Ebb und Flut, Und manche schöne Perle In seiner Tiefe ruht. ZWEITAUSENDSECHZEHN DER TOD UND DAS MÄDCHEN Text: Matthias Claudius Das Mädchen: Vorüber, ach, vorüber, Geh, wilder Knochenmann! Ich bin noch jung, geh lieber Und rühre mich nicht an. Der Tod: Gib deine Hand, du schön und zart Gebild, Bin Freund, und komme nicht zu strafen. Sei gutes Muts! ich bin nicht wild, Sollst sanft in meinen Armen schlafen. FERNE DIE STADT Text: Heinrich Heine Am fernen Horizonte Erscheint, wie ein Nebelbild, Die Stadt mit ihren Türmen, In Abenddämmrung gehüllt. Ein feuchter Windzug kräuselt Die graue Wasserbahn, Mit traurigem Takte rudert Der Schiffer in meinem Kahn. Die Sonne hebt sich noch einmal Leuchtend vom Boden empor Und zeigt mir jene Stelle, Wo ich das Liebste verlor. O LAND, WO BIST DU? DER WANDERER Text: Georg Philipp Schmidt Ich komme vom Gebirge her, Es dampft das Tal, es braust das Meer. Ich wandle still, bin wenig froh, Und immer fragt der Seufzer: wo? Die Sonne dünkt mich hier so kalt, Die Blüte welk, das Leben alt, Und was sie reden, leerer Schall, Ich bin ein Fremdling überall. Wo bist du, mein geliebtes Land? Gesucht, geahnt und nie gekannt. Das Land, das Land so hoffnungsgrün, Das Land, wo meine Rosen blühn? Wo meine Freunde wandelnd gehn, Wo meine Toten auferstehn, Das Land, das meine Sprache spricht, O Land, wo bist du? Ich wandle still, bin wenig froh, Und immer fragt der Seufzer: wo? Im Geisterhauch tönt s mir zurück:»dort, wo du nicht bist, ist das Glück.« GESANGSTEXTE SZENEN EINER EHE AUF DEM FLUSSE Der du so lustig rauschtest, Du heller, wilder Fluss, Wie still bist du geworden, Gibst keinen Scheidegruß! Mit harter, starrer Rinde Hast du dich überdeckt, Liegst kalt und unbeweglich Im Sande ausgestreckt. In deine Decke grab ich Mit einem spitzen Stein Den Namen meiner Liebsten Und Stund und Tag hinein: Den Tag des ersten Grußes, Den Tag, an dem ich ging; Um Nam und Zahlen windet Sich ein zerbrochner Ring. Mein Herz, in diesem Bache Erkennst du nun dein Bild? Ob s unter seiner Rinde Wohl auch so reißend schwillt? DEFLORATION HEIDENRÖSLEIN Text: Johann Wolfgang von Goethe Sah ein Knab ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden, War so jung und morgenschön, Lief er schnell, es nah zu sehn, Sah s mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. Knabe sprach: ich breche dich, Röslein auf der Heiden! Röslein sprach: Ich steche dich, Dass du ewig denkst an mich, Und ich will s nicht leiden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. Und der wilde Knabe brach s Röslein auf der Heiden; Röslein wehrte sich und stach, Half ihr doch kein Weh und Ach, Musst es eben leiden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. MARTHA GRAHAM IM FRÜHLING Text: Ernst Schulze Still sitz ich an des Hügels Hang, Der Himmel ist so klar, Das Lüftchen spielt im grünen Tal, Wo ich, beim ersten Frühlingsstrahl Einst, ach, so glücklich war. Wo ich an ihrer Seite ging, So traulich und so nah, Und tief im dunkeln Felsenquell Den schönen Himmel blau und hell Und sie im Himmel sah. Sieh, wie der bunte Frühling schon Aus Knosp und Blüte blickt! Nicht alle Blüten sind mir gleich, Am liebsten pflückt ich von dem Zweig, Von welchem sie gepflückt! Denn alles ist wie damals noch, Die Blumen, das Gefild; Die Sonne scheint nicht minder hell, Nicht minder freundlich schwimmt im Quell Das blaue Himmelsbild. Es wandeln nur sich Will und Wahn, Es wechseln Lust und Streit, Vorüber flieht der Liebe Glück, Und nur die Liebe bleibt zurück, Die Lieb und ach, das Leid. O wär ich doch ein Vöglein nur Dort an dem Wiesenhang Dann blieb ich auf den Zweigen hier, Und säng ein süßes Lied von ihr, Den ganzen Sommer lang. MUT RASTLOSE LIEBE Text: Johann Wolfgang von Goethe Dem Schnee, dem Regen, Dem Wind entgegen, Im Dampf der Klüfte, Durch Nebeldüfte, Immer zu, Immer zu, Ohne Rast und Ruh! Lieber durch Leiden Möcht ich mich schlagen, Als so viel Freuden Des Lebens ertragen! Alle das Neigen Von Herzen zu Herzen, Ach, wie so eigen Schaffet das Schmerzen! Wie soll ich fliehn? Wälderwärts ziehn? Alles, alles vergebens! Krone des Lebens, Glück ohne Ruh, Liebe, bist du! MY HEART KABOOM DIE POST Von der Straße her ein Posthorn klingt. Was hat es, dass es so hoch aufspringt, Mein Herz? Die Post bringt keinen Brief für dich, Was drängst du denn so wunderlich, Mein Herz? Nun ja, die Post kommt aus der Stadt, Wo ich ein liebes Liebchen hatt, Mein Herz! Willst wohl einmal hinübersehn Und fragen, wie es dort mag gehn, Mein Herz? GESANGSTEXTE COSMIC GARBAGE TRÄNENREGEN Wir saßen so traulich beisammen Im kühlen Erlendach, Wir schauten so traulich zusammen Hinab in den rieselnden Bach. Der Mond war auch gekommen, Die Sternlein hinterdrein, Und schauten so traulich zusammen In den silbernen Spiegel hinein. Ich sah nach keinem Monde, Nach keinem Sternenschein, Ich schaute nach ihrem Bilde, Nach ihrem Auge allein. Und sahe sie nicken und blicken Herauf aus dem seligen Bach, Die Blümlein am Ufer, die blauen, Sie nickten und blickten ihr nach. Und in d
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