PATIENTENINFORMATION. Was will ich wissen zur. Erstdialyse

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PATIENTENINFORMATION Was will ich wissen zur Erstdialyse Diese Informationsbroschüre entstand mit medizinisch-wissenschaftlicher Unterstützung von: Prof. Dr. med. Dieter Bach Medizinische Klinik III Klinikum
PATIENTENINFORMATION Was will ich wissen zur Erstdialyse Diese Informationsbroschüre entstand mit medizinisch-wissenschaftlicher Unterstützung von: Prof. Dr. med. Dieter Bach Medizinische Klinik III Klinikum Krefeld Lutherplatz Krefeld 2000 ORTHO BIOTECH Eine Geschäftseinheit der Janssen-Cilag GmbH Raiffeisenstraße Neuss Inhaltsangabe Einleitung Warum muss ich an die Dialyse? Was bedeutet eigentlich Dialyse? Wann beginnt die Dialysebehandlung? Kann ich den Dialysebeginn hinauszögern? Wie merke ich den Zeitpunkt der Dialysepflicht?... 5 Muss ich immer in ein Krankenhaus eingewiesen werden? Welche Dialyseverfahren gibt es? Wie funktioniert die Hämodialyse? Wie funktioniert die Peritonealdialyse? Welches Verfahren ist für mich das Richtige? Wie lange dauert die Hämodialyse? Wie oft muss ich an die Dialyse? Kann ich die Dialyse ausfallen lassen? Welche Vorbereitungen müssen bei der Hämodialyse getroffen werden? Benötigen Sie einen Katheter? Haben Sie schon einen Shunt? Was sollten Sie vor dem Anlegen eines Shunts beachten? Wo liegt die nächste Dialyseeinrichtung? Wie komme ich zur Dialyseeinrichtung? IERSTDIALYSE IIPATIENTENINFORMATION Und wenn es dann losgeht: erstmal ab auf die Waage und nun geht s an die Maschine Welche Komplikationen können während der Dialyse auftreten? Was kann ich während der Dialyse tun? Wie verhalte ich mich zwischen den Dialysen? Welche Komplikationen können zwischen den Dialysen auftreten? Bericht einer Dialysepatientin Schlusswort Fachwörtererklärung Anhang Einleitung Es kann auch heute vorkommen, dass Patienten und ihre Angehörigen überraschend mit der Diagnose des chronischen Nierenversagens konfrontiert werden. Viele Nierenerkrankungen verlaufen ohne wahrnehmbare Anzeichen, so dass manchmal erst durch Laboruntersuchungen eine weit fortgeschrittene Nierenerkrankung festgestellt wird. Andere Betroffene wissen wiederum schon lange vorher um die abnehmende Leistung ihrer Nieren und können sich deshalb besser auf den Dialysebeginn vorbereiten. Warum muss ich an die Dialyse? Durch die Erkrankung Ihrer Nieren kommt es zur Ansammlung von Wasser und Giftstoffen in Ihrem Körper. Die Nieren können ihre Hauptaufgabe, die Reinigung und die Balance des Wasserhaushalts, nicht mehr oder nicht ausreichend erfüllen. Die Anhäufung von zu viel Wasser und Giftstoffen im Blut führt wiederum zu Funktionsstörungen in nahezu allen Organen. Die Nieren sind lebensnotwendig, ohne ihre Funktion kann der Mensch nicht überleben. Deshalb muss die Dialyse die Funktion der Nieren in weiten Teilen übernehmen. Eine spätere Nierentransplantation kann die bis dahin notwendige Dialysebehandlung ersetzen. Allerdings ist aus medizinischen Gründen nicht jeder Patient für eine Transplantation geeignet. 1ERSTDIALYSE 2PATIENTENINFORMATION Was bedeutet eigentlich Dialyse? Die Dialyse ist ein Blutreinigungsverfahren, dass die Aufgaben der Nieren übernimmt und dem Körper Stoffwechselprodukte, Blutsalze (Elektrolyte) und Wasser entzieht. Die Dialyse ist ein etabliertes und sicheres Verfahren, dass über einen langen Zeitraum die Nierenfunktion ersetzen kann. Allerdings leistet jede Dialyse, egal welche Art gewählt wird, nur einen geringen Teil der normalen Nierenfunktion, der jedoch ausreichend ist. In Deutschland wird zur Zeit bei ca Patienten die ausgefallene Nierenleistung durch die Dialysebehandlung ersetzt. Wann beginnt die Dialysebehandlung? Die Frage, wann mit einer Dialysebehandlung begonnen werden sollte, kann Ihr Arzt anhand Ihres Allgemeinzustands in engem Zusammenhang mit Laborwerten beurteilen. Insbesondere die durch Wasser in der Lunge ausgelöste Atemnot und Wasseransammlung in den Beinen sind dringende Hinweise auf eine Überwässerung des Körpers. Dies geht oft damit einher, dass Ihr Blutdruck auch mit Medikamenten nicht mehr zu beeinflussen ist. Spätestens zu diesem Zeitpunkt zeigen die Laboruntersuchungen dann auch konstant hohe Werte von Harnstoff, Kreatinin und meistens auch Kalium. In einigen Fällen steigt der Grad der Vergiftung auch ohne schwerwiegende äußere Anzeichen an. Dann wird der Beginn der Therapie vorgezogen, damit weiteren Komplikationen vorgebeugt werden kann. Ihr Arzt kennt hier die entscheidenden Kriterien. 3ERSTDIALYSE 4PATIENTENINFORMATION Kann ich den Dialysebeginn hinauszögern? In frühen Stadien der Nierenerkrankung ist ein Hinauszögern des Dialysebeginns mit medikamentöser Behandlung und in gewissem Umfang mit einer individuellen, vom Arzt abgestimmten Ernährung zum Teil möglich, eine Heilung kann hierdurch jedoch in vielen Fällen nicht erreicht werden. Ist der Zeitpunkt des Dialysebeginns gekommen, ist es nicht ratsam, die Therapie hinauszuzögern. Mit einem rechtzeitigen Start lassen sich Komplikationen durch die Vergiftung und Überwässerung des Körpers und damit oft ein erster und längerer Krankenhausaufenthalt vermeiden. Wie merke ich den Zeitpunkt der Dialysepflicht? Eine Minderung der körperlichen Leistungsfähigkeit, beginnende Luftnot, Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie morgendliches Erbrechen und Wassereinlagerungen (Anzeichen dafür sind Gewichtszunahme, Anschwellen der Beine und des Gesichts) spiegeln die Unterfunktion der Nieren wider. Sie fühlen sich dann schlapp, müde und kraftlos. Wenden Sie sich bei diesen Anzeichen bitte umgehend an Ihren Arzt. Dieser wird durch weitere Untersuchungen und Laborwertbestimmungen mit Ihnen den Zeitpunkt des Dialysebeginns festlegen. Eine normale Urinmenge garantiert nicht eine Befreiung des Körpers von Giftstoffen. Muss ich immer in ein Krankenhaus eingewiesen werden? Der Übergang von der medikamentösen und diätetischen Behandlung des chronischen Nierenversagens zur Dialysepflichtigkeit kann unter ambulanten Bedingungen in einem Dialysezentrum oder in einer Krankenhausambulanz geschehen. In besonderen Fällen kann eine Krankenhauseinweisung erforderlich sein. 5ERSTDIALYSE 6PATIENTENINFORMATION Welche Dialyseverfahren gibt es? Wenn die Nierenfunktion nun nicht mehr ausreicht und die Aufgabe der Reinigung durch die Dialyse ersetzt werden muss, können Sie sich prinzipiell zwischen zwei Verfahren entscheiden: Hämodialyse (Blutwäsche) und Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse). Bei der Hämodialyse findet die Blutreinigung außerhalb des Körpers, bei der Bauchfelldialyse innerhalb des Körpers statt. Wie funktioniert die Hämodialyse? Das mit den Giftstoffen angereicherte Blut wird aus dem Körper in die so genannte»künstliche Niere«geführt. Das Kernstück dieser»künstlichen Niere«ist ein Filter zur Blutreinigung, der so genannte Dialysator. Das Blut wird zum Dialysator geführt, dort von Giftstoffen und zu viel Blutwasser befreit und in den Körper zurückgeleitet. Dabei wird das Blut außerhalb des Körpers durch ein Schlauchsystem geleitet, das mit einer Maschine verbunden ist. Die Hauptaufgabe der Maschine ist es, den Blutkreislauf zu gewährleisten und zu kontrollieren. Die eigentliche Entgiftung findet im Filter (Dialysator) statt. Die Pumpen in der Dialysemaschine sorgen für einen ausreichenden und fortlaufenden Blutfluss. Um ein ausreichendes Blutangebot für die Maschine zu gewährleisten, wird bei Ihnen operativ ein so genannter»shunt«angelegt werden. Darüber später mehr. 7ERSTDIALYSE 8PATIENTENINFORMATION Wie funktioniert die Peritonealdialyse? Hier wird das Bauchfell (Peritoneum) als Filter zur Entfernung von Giftstoffen benutzt, dass heißt, das Blut wird mit Hilfe des eigenen Bauchfells gereinigt. Über einen in der Bauchwand fest eingenähten Katheter wird die Dialysierflüssigkeit (Dialysat) aus einem Beutel in die Bauchhöhle eingelassen. Es findet dann ein Stoffaustausch zwischen den Blutgefäßen des Bauchfells und der Dialysierflüssigkeit statt. Dabei strömen Giftund Mineralstoffe in das Dialysat. Der Zuckergehalt, der in unterschiedlichen Konzentrationen in der Dialysierflüssigkeit enthalten ist, bindet Wasser an sich und entzieht so dem Körper überschüssige Flüssigkeit. Die mit Giftstoffen angereicherte Flüssigkeit wird nach einigen Stunden wieder durch den Katheter abgelassen und durch neue Dialysierflüssigkeit ersetzt. In der Regel bleibt so 24 Stunden am Tag Flüssigkeit in der Bauchhöhle, wobei diese alle 6 Stunden erneuert wird. Die gesamte Therapie wird nach einer Trainingszeit von einigen Tagen durch den Patienten selbst durchgeführt. Hierzu sind keine Maschinen erforderlich. Ein verändertes Verfahren der Bauchfelldialyse ist eine nächtliche Bauchfelldialyse während des Schlafes über eine Maschine. Dieses Verfahren kann aber nicht bei jedem Patienten angewendet werden. Welches Verfahren ist für mich das Richtige? Bei der Entscheidung spielen medizinische Aspekte, Lebensumstände und die eigene Disziplin eine bedeutende Rolle. Hämodialyse und Peritonealdialyse sind keine konkurrierenden, sondern alternative Behandlungsverfahren. Jedes Verfahren hat seine Vorteile und Nachteile. Wenn Sie sich zusammen mit Ihrem Arzt für die Peritonealdialyse entschieden haben, bedeutet das eine weitgehende Unabhängigkeit von Maschinen und einer Dialyseeinrichtung. In der Regel gehen Sie dann einmal im Monat zur Kontrolle zu Ihrem Dialysearzt. Diese Therapieform verlangt bestimmte körperliche Voraussetzungen sowie ein hohes Maß an 9ERSTDIALYSE 10PATIENTENINFORMATION Eigenverantwortung und setzt ein individuelles Training voraus. Die Peritonealdialyse ist ein Heimdialyseverfahren. Bei der Hämodialyse wird in einer Einrichtung (Dialyse) unter fachlicher Betreuung die Blutreinigung durchgeführt. Ihr Blut wird dann dreimal wöchentlich für mehrere Stunden mit Hilfe einer Maschine gereinigt. Unter besonderen Umständen ist die Hämodialysebehandlung auch nach entsprechendem Training (helfender Partner erforderlich) in Form der Heimhämodialyse möglich. Wie lange dauert die Hämodialyse? In der Regel dauert die erste Dialyse ungefähr 3 Stunden. Die Zeit kann bei den folgenden Dialysen auf durchschnittlich 4 bis 5 Stunden gesteigert werden. Dabei hängt die Dauer davon ab, wie viel Wasser und Giftstoffe Ihrem Körper entzogen werden müssen. Die individuelle Dialyselänge spricht Ihr Arzt mit Ihnen ab. Eine ausreichende Dialysedauer ist zur Vermeidung von Komplikationen wichtig. Wie oft muss ich an die Dialyse? Die ersten 3 bis 4 Dialysen erfolgen meist an aufeinanderfolgenden Tagen. Diese Phase wird als»andialysierserie« bezeichnet. Dann müssen Sie in der Regel dreimal in der Woche zur Dialyse, und zwar jeden zweiten Tag, also Montag, Mittwoch und Freitag oder Dienstag, Donnerstag und Samstag. Die meisten Dialysen bieten verschiedene Schichten an, so dass Sie je nach Vorliebe entweder morgens, nachmittags oder eventuell abends und zum Teil auch nachts dialysieren können. Kann ich die Dialyse ausfallen lassen? Die dreimal wöchentliche Entgiftung ersetzt nur bedingt die kontinuierliche Arbeit der Nieren. Tragen Sie sich diese fixen Termine im Kalender ein, denn die dreimal wöchentlichen ca. 4 Stunden (3 x 4 Stunden = 12 Stunden) sollen die Nierenleistung der ganzen Woche (168 Stunden) auffangen. Deshalb sollten Sie die Dialyse nicht 11ERSTDIALYSE 12PATIENTENINFORMATION ausfallen lassen. Vielleicht haben Sie schon einmal von einem so genannten»langen Intervall«gehört. Dies bedeutet nicht, dass zwischen zwei Dialysen eine entfällt, sondern dass bei dem dreimal wöchentlichen Dialyserhythmus einmal ein zweitägiges Intervall zwischen den Dialysen liegt. So liegt beispielsweise bei einem Montag-Mittwoch-Freitag- Dialyserhythmus am Wochenende ein zweitägiges, langes Intervall (Samstag und Sonntag) zwischen den Dialysen. Dialyse oder feste Dialysezeiten bedeuten aber nicht, dass Sie an Ihren Wohnort gebunden sind. Sie haben nach vorheriger Anmeldung auch die Möglichkeit, an einer Gastdialyse in Ihrem Urlaubsort zu dialysieren. Auch für die Bauchfelldialyse gibt es ohne Probleme die Möglichkeit, die erforderlichen Materialien an den gewünschten Urlaubsort zu schicken, um dort die Therapie selbstständig fortzusetzen. Welche Vorbereitungen müssen bei der Hämodialyse getroffen werden? Zur Durchführung der Hämodialyse muss die»künstliche Niere«einfach und beliebig wiederholbar an das Blutgefäßsystem des Patienten angeschlossen werden. Voraussetzung hierfür ist also ein geeigneter Zugang zum Gefäß- system. Man unterscheidet hier vorübergehende (Katheter) und ständige Gefäßzugänge (Shunt). Die normalen Blutgefäße (Venen), die Sie an Ihren Unterarmen sehen und über die der Arzt Ihnen Blut abnimmt, reichen für eine Dialyse nicht aus, um den erforderlichen Blutfluss für die Maschine zu garantieren. Schließlich werden ca. 250 ml Blut pro Minute dem Körper entnommen, durch die Maschine geleitet und gleichzeitig wieder zurückgegeben. Benötigen Sie einen Katheter? Wenn Sie ein akutes Nierenversagen haben oder wenn bei einem chronischen Nierenversagen sofort dialysiert werden muss, wird Ihnen ein vorübergehender Gefäßzugang gelegt werden. Dieser Gefäßzugang in Form eines Katheters erfolgt meist über eine Halsvene und muss steril verbunden werden. Die Dialysefachpflegekräfte werden diesen Zugang bei jeder Dialysebehandlung versorgen. Sie werden dann solange hierüber dialysiert, bis ein Shunt gelegt und benutzbar ist. Bei der Bauchfelldialyse pflegen Sie den steril im Bauchfell liegenden Katheterausgang nach einem entsprechenden Training selbst. Dieser Katheter wird dauerhaft im Bauchraum belassen. 13ERSTDIALYSE 14PATIENTENINFORMATION Haben Sie schon einen Shunt? Im besten Fall haben Sie zu Ihrer ersten Dialyse bereits einen Shunt. Shunt ist englisch und heißt soviel wie»kurzschluss«oder»verbindung«. Während einer kleinen ambulanten Operation wurde Ihnen ein Zusammenschluss von Arterie und Vene zumeist im Unter- oder Oberarm angelegt. Diese operativ hergestellte Verbindung kann mit körpereigenem oder künstlichem Material vorgenommen werden. Durch die direkte Umleitung des Blutflusses in die Vene kann während der Dialyse ausreichend Blut entnommen und gereinigt werden. Der Shunt ist im wahrsten Sinne des Wortes Ihre Lebensader. Dabei sollten Sie immer ein Augenmerk auf Veränderungen wie Pochen und Anschwellen am Shunt haben und diese unverzüglich dem Arzt oder Pflegepersonal mitteilen. Am besten kontrollieren Sie Ihren Shunt täglich durch vorsichtiges Abtasten mit den Fingern. Sie spüren den starken Blutfluss wie ein Schwirren und entwickeln bald selbst ein Gefühl dafür. Den Shuntarm können Sie bei den täglichen Verrichtungen nahezu uneingeschränkt benutzen. Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungsgefahr und schweres Heben sollten Sie hingegen vermeiden. Was sollten Sie vor dem Anlegen eines Shunts beachten? Der Eingriff zur Shuntanlage erfolgt im günstigsten Fall mindestens 6 bis 10 Wochen vor Einleitung der Dialysetherapie. Die operativ angelegte Verbindung hat dann genügend Zeit zusammenzuwachsen, die Shuntvene kann stärker werden. Sie können Ihre Gefäße kräftigen und damit den ausreichenden Blutfluss fördern, wenn Sie direkt nach der Anlage Ihres Shunts mit einem sogenannten Shuntball (spezieller Gummiball) trainieren. Bei der Erstanlage eines Shunts wird meistens der nicht führende Arm benutzt also beispielsweise beim Rechtshänder der linke Arm. Wenn Sie bereits rechtzeitig wissen, dass Sie einen Shunt bekommen, vermeiden Sie bei Arztbesuchen das Spritzen in oder Blutabnehmen aus dem vorgesehenen Arm. 15ERSTDIALYSE 16PATIENTENINFORMATION Wo liegt die nächste Dialyseeinrichtung? In nahezu jeder größeren Stadt gibt es Dialyseeinrichtungen. Schauen Sie sich bei Ihrem behandelnden Nephrologen (Internist mit Nierenspezialausbildung) ruhig vorher einmal um. Oft bieten die Dialysen auch einen Tag der offenen Tür, an dem Sie viele Informationen bekommen. Je mehr Sie wissen, desto sicherer fühlen Sie sich zu Beginn der Therapie. Wie komme ich zur Dialyseeinrichtung? In den meisten Fällen liegt die nächste Dialyseeinrichtung nicht in Ihrer unmittelbaren Umgebung, so dass Sie eine Transportmöglichkeit benötigen. Wenn Sie selbst mit dem Auto fahren oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen, denken Sie daran, dass die Dialysetherapie an Ihren Kräften zehren kann. Daher kommen viele Patienten mit einem Transportfahrzeug. Ihr Pflegeteam in der Dialyseeinrichtung kann für Sie die Organisation der richtigen Transportwahl übernehmen. Hier erhalten Sie auch einen Beförderungsschein für die Transportfahrt, damit Ihre Krankenkasse nach Absprache die Kosten für die Hin- und Rückfahrt übernimmt. Und wenn es dann losgeht: Am Anfang ist natürlich alles neu und ungewohnt. Die Abläufe sind aber bei jeder Dialyse gleich und werden für Sie bald zur Routine. erstmal ab auf die Waage Die Dialyse entfernt neben den Giftstoffen einen Überschuss von Wasser. Der Arzt berechnet Ihr individuelles Sollgewicht, damit Ihr Körper nicht zu viel oder zu wenig Wasser enthält. Die Dialyse wird dann entsprechend diesen Vorgaben eingestellt. Es kann vorkommen, dass das Körpergewicht erst nach mehreren Dialysen gesenkt wird und die Zeichen der Flüssigkeitseinlagerung verschwinden. Bei einer Vielzahl von 17ERSTDIALYSE 18PATIENTENINFORMATION Dialysepatienten kommt es nach einigen Wochen zu einer Verbesserung der vorbestehenden Blutdruckwerte, so dass Ihr Arzt eventuell sogar das eine oder andere Blutdruckmedikament reduzieren kann. Nur durch das regelmäßige Wiegen vor und nach der Hämodialyse ist vor allem bei Patienten mit fehlender Urinausscheidung eine exakte Überwachung des Wasserhaushaltes möglich. Achtung: Beim Wiegen sollten Sie immer etwa gleich bekleidet sein! Jeder Fehler in der exakten Gewichtsangabe ist ein Eigentor! Wenn Sie das tatsächliche Gewicht vor der Dialysebehandlung zu niedrig angeben, wird durch den zu gering berechneten Wasserentzug das Optimalgewicht nicht erreicht und Sie verlassen die Dialyse mit zu viel Wasser im Körper. Wird dagegen das Gewicht zu hoch angegeben, treten durch den zu starken Wasserentzug häufig Blutdruckabfälle oder Muskelkrämpfe in den Waden auf. Lassen Sie sich am Anfang lieber beim Wiegen helfen. und nun geht s an die Maschine Machen Sie es sich nun auf der Liege oder dem Bett bequem. Sie werden hier die nächsten Stunden verbringen. Vor, während und nach der Behandlung wird vom Pflegepersonal Ihr Blutdruck und Puls kontrolliert. Nachdem die Maschine bereits vom Pflegeteam vorbereitet ist, werden Ihnen zwei Nadeln in den Shunt gelegt: eine für den Zufluss des Blutes zur Maschine und eine für den Rückfluss des Blutes zum Körper. Sobald beide Nadeln korrekt in den Gefäßen liegen und gut befestigt sind, können diese über ein Schlauchsystem mit dem Gerät verbunden werden. Eine kleine Pumpe fördert Ihr Blut durch die erste Nadel über das Schlauchsystem in den Filter (Dialysator). Hier wird das Blut von den Giftstoffen befreit. Das so gereinigte Blut gelangt über die zweite Nadel wie- 19ERSTDIALYSE 20PATIENTENINFORMATION der in den Körper. Dabei fördert die kleine Pumpe während der Dialyse fortlaufend Ihr Blut durch den Filter. Die Maschine überwacht hier den richtigen Ablauf der Dialyse und die eingestellte Dialysedauer. Zum Ende der Dialyse wird das Schlauchsystem mit einer Kochsalzlösung nachgespült, bis das in der Maschine noch vorhandene Blut wieder im Körper ist und die Pumpe abgeschaltet werden kann. Die angelegten Nadeln werden dann vorsichtig entfernt. Damit kein Bluterguss entsteht und die Einstichstelle nicht nachblutet, wird sorgfältig mit einem sterilen Tupfer abgedrückt. Nehmen Sie sich hierfür genügend Zeit, in der Regel Minuten. Währenddessen hat sich Ihr Kreislauf wieder gestärkt und Sie können langsam aufstehen. Welche Komplikationen können während der Dialyse auftreten? Die Dialysebehandlung ist heute ein weitgehend komplikationsloses Routineverfahren. Dennoch können gelegentlich Störungen auftreten. Subjektive Beschwerden wie z. B. Schwindel, kalter Schweiß, Unruhe, Übelkeit, Atemnot oder Schmerzen sollten Sie sofort dem Arzt oder Pflegepersonal mitteilen. Die meisten Störungen betreffen den Kreislauf. Aber auch die Maschine kann Störungen aufweisen. Das empfindliche Überwachungssystem kontrolliert den Ablauf der Blutreinigung genau und gibt bei Veränderungen einen akustischen und optischen Alarm. Dies ist
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