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A: 9,80 Benelux: 9,80 I/E: 9,80 CH: 17,50 SFR D: 8,90 BUND-Jahrbuch 2012 mit den Themenbereichen Planung, Musterhäuser, Gebäudehülle, Haustechnik, Innenraum BUND-Jahrbuch 2012 Ökologisch Bauen & Renovieren
A: 9,80 Benelux: 9,80 I/E: 9,80 CH: 17,50 SFR D: 8,90 BUND-Jahrbuch 2012 mit den Themenbereichen Planung, Musterhäuser, Gebäudehülle, Haustechnik, Innenraum BUND-Jahrbuch 2012 Ökologisch Bauen & Renovieren Schwerpunkt: Energiewende Sonderthema: Stuttgart 21 Themenbereiche: Planung Musterhäuser Gebäudehülle Haustechnik Innenraum Inhaltsverzeichnis Grundlagen/Planung Bild: Steico Bild: Baumeister-Haus Bild: TU Darmstadt Bild: Stadtwerke Crailsheim Energiewende von unten: Immer mehr Dörfer streben die Energieautarkie an; hier ein solares Nahwärmenetz Energieautarkes Haus, an der TU Darmstadt entwickelt Liebevolle Sanierung eines bereits verfallenden Fachwerkhauses in Zuzenhausen an der Elsenz Ein Meilenstein für die Energiewende: die energetische Sanierung des Altbestands Energiewende: Grün-roter Kurswechsel 6 Energiewende: Mehr Effizienz gefordert 8 Vom Plusenergiehaus zur Erneuerbaren-Energie-Region Energiewende selbst gemacht 11 Energieautarkes Dorf: Energie-Rebellion in Brandenburg 14 Energetische Sanierung: Schattenmann zur Qualitätssicherung 18 EnEV 2012: Wohin führt der Weg? 22 Förderprogramme: Das Hü und Hott geht weiter 24 Sonderthema Stuttgart 21: Etikettenschwindel 30 Alternative zu Stuttgart 21: Stadtentwicklung mit Kopfbahnhof 36 Musterhäuser Neu Baubiologisches KfW-55-Haus: Öko-Haus nach Maß 42 Passivhaus: Energiesparen ohne Nebenwirkungen Jahre energieautark: Ein Haus für Energie-Selbstversorger 48 Massivholz-Elementbau: Wohnen und wohlfühlen 51 Geprüfte Qualität: Massiv mit Gütesiegel 53 Massivholzhaus: Gutschrift für Klimaschutz 54 Blockhaus im Selbstbau: Bausatz für aktive Bauherren 56 Mehrfamilienhäuser: Sozial-ökologischer Wohnungsbau 58 Solares Nahwärmenetz: Sommersonne gegen Winterkälte 60 Solarsiedlung: Solar unterstützte Holzheizung 64 Musterhäuser Alt Mit Kosten-Nutzen-Rechnung: Zurück in die Heimat 66 Umbau eines Pavillons: Vom Büro- zum Wohnhaus 68 Fachwerkhaus-Restaurierung: Schmuckstück im Kraichgau 70 Sonnenhaus: Kleiner ökologischer Fußabdruck 72 Interview: Baustoffe vor der Haustür 73 Konversion zum Loft : Mut zum Wagnis 74 Mehr-Generationen-Wohnen: Nähe und Abstand 76 Innerstädtisches Wohnen: Nachbarschaft gestalten 78 Bungalow-Aufstockung: Doppelter Raum gleiche Heizkosten 82 Umbaureportage: Dachausbau ist Vertrauenssache 84 Gebäude-Hülle Putzfassade: Oberflächen ohne Biozide 88 Wärmedämm-Verbundsysteme: Umstrittene Thermohaut 91 Wärmedämmung: Schlank dämmen mit Vakuum 94 Dämmstoff-Markt: Eine der rentabelsten Maßnahmen 98 Dämmstoff-Vergleichstabelle 108 Fenster: Tauschen oder erneuern? 110 Sommergarten: Transparenter Wetterschutz BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2012 Inhaltsverzeichnis Gebäude-Hülle Grüne Häuser: Schöner begrünen statt gnädig verstecken 118 Haustechnik Regenwassernutzung: Gut geplant ist halb gespart 124 Trinkwasser: Ist eine Flatrate sinnvoll? 128 Strom sparen: Großverbrauchern auf der Spur 130 Stromwechsel: Eine Million Öko-Strom-Kunden 133 Intelligente Stromnetze: Die Zukunft ist smart 136 Solarstrom: Nach wie vor lukrativ 138 Photovoltaik: Sonnenstrom für die Nacht 140 Schäden bei PV-Modulen: Augen auf bei den Garantien 144 Windkraft im kleinen Maßstab: Einfach den Wind nutzen 150 Neues Verfahren: Aus Windstrom wird Bio-Erdgas 154 Kraft-Wärme-Kopplung: Die neuen Lieblinge 158 Virtuelles Kraftwerk: BHKW und Wärmepumpen im Verbund 162 Energiesparende Heizung: Spar-Modelle auf dem Laufsteg 164 Heizkosten: Brennstoffe im Vergleich 169 Richtig heizen mit Holz: Kaufen, lagern, verbrennen 173 Holzheizung im Energiesparhaus: Spielregeln 176 Ratgeber Solarthermie: Warmes Wasser von der Sonne 180 Solare Kombianlagen: Luft nach oben 183 Regelung solarer Kombianlagen: Die Sonne zuerst 184 Wandheizung: Angenehm für Mensch und Denkmal 188 Erdwärme: Energie, die aus der Hölle kommt 190 Neue Speichertechnik: Heizen mit Eis 195 Luftqualität in Innenräumen: Rezepte gegen Schadstoff-Mix 196 Lüftung im Passivhaus: Eine für alles 199 Fassadenbegrünung: Der neueste Schrei sind Vertikale Gärten. Hier geht s sogar über die Vertikale hinaus! Die Photovoltaik-Anlage von Greenpeace Energy auf den Dächern der Messe Stuttgart erbringt 3,8 Megawatt Bild: Optigrün Bild: D. Wilhelmy/Planet Energy Innenraum Raumluftbelastung: Gefahr aus neuen Baustoffen 200 Wandfarben und -putze: Natur an die Wand 206 Wandgestaltung: Kalligraphie für zu Hause 210 Bodenbeläge: Angenehm wohnlich 212 Bodenbelag: Dielen aus dem eigenen Garten 216 Inneneinrichtung: Gebrauchtes aufgemöbelt 220 Inneneinrichtung: Gesund schlafen 226 Wer seine ungeregelten Heizungspumpe durch eine moderne Hocheffizienzpumpe ersetzt, spart jede Menge Strom Bild: VdZ Marktplatz Branche Naturbau: Lobbyarbeit für Volldeklaration 230 Markt: Literaturtipps, Meldungen, Kleinanzeigen 232 Herstellung Impressum, Autorenverzeichnis 242 Innenraumgestaltung: Kork-Klickparkett selbst verlegen Bild: DKV Ökologisch Bauen & Renovieren 2012 BUND 5 Grundlagen Förderprogramme Das Hü und Hott geht weiter Die Bundesregierung macht es Bauherren und Sanierern mit ihrer Förderpolitik nicht einfach. Kürzungen, Streichungen und Änderungen, die vor allem erfolgreiche Programme häufig treffen, erschweren die Planung. Zudem sind die komplexen Vorgaben insbesondere bei energetischen Maßnahmen ohne Experten kaum noch zu durchschauen. Web-Links Am besten durchstrukturiert sind die KfW-Programme Energieeffizient bauen und Energieeffizient sanieren. Grundlage für die Förderkriterien ist die jeweils gültige Energieeinsparverordnung (EnEV), derzeit also die EnEV Dabei entspricht das KfW-Effizienzhaus 100 dem durch die EnEV geforderten Standard im Neubau. Wer diese Mindestanforderungen durch bessere Dämmung und eine effiziente Energieversorgung möglichst unter Einbeziehung erneuerbarer Energien unterschreitet, kann über das KfW- Programm Energieeffizient bauen in verschiedenen Stufen gefördert werden. Es gibt zinsvergünstigte Darlehen sowie Tilgungszuschüsse (Tabelle 1). Neubau: Klare Ziele vorgeben Fertighausanbieter oder Bauträger machen es den Bauherren inzwischen recht einfach: Sie schnüren für ihre Hausentwürfe Energiepakete zu den unterschiedlichen Effizienzniveaus. Statt sich um Einzelaspekte zu kümmern, muss der Interessent nur noch entscheiden, wie viel Energieeffizienz er sich leisten kann oder will, und welche Schwerpunkte er setzen möchte: Soll es die Pelletheizung sein oder lieber mehr Dämmung? Wie wirkt sich eine kontrollierte Wohnungslüftung oder eine Solarthermieanlage auf die Effizienzhaus-Bilanz aus? Soll das Ziel KfW 70, 55 oder 40 heißen oder gar Passiv- oder Plusenergiehaus? Mit der Vertragsunterzeichnung wird festgelegt, mit welchen Fördersummen die Finanzierung geplant werden kann. Zwar wiegen diese Gelder die Mehrinvestitionen nicht auf, aber sie unterstützen den Weg hin zu einem Haus, das einen langfristigen Werterhalt verspricht sowie dauerhaft niedrige Heizkosten. Bild: Weber-Haus Bild: Dena Der Weg führt zum Plusenergiehaus. Neben Fördergeldern fließt zusätzlich Solarstrom, beispielsweise für die nächsten Kilometer mit dem Elektroauto Wer die Sanierung seines Altbaus mit Maßnahmen für mehr Energieeffizienz verknüpft, kann bei den Fördertöpfen in die Vollen greifen. Tab. 1: Das KfW-Programm Energieeffizient bauen Förderstufe KfW-Effizienzhaus (Passivhaus) (Passivhaus) Jahres-Primärenergiebedarf max. 70 % max. 55 % max. 40 %... der nach EnEV 2009 zulässigen Höchstwerte Transmissionswärmeverlust max. 85 % max. 70 % max. 55 %... der nach EnEV 2009 zulässigen Höchstwerte Jahres-Primärenergiebedarf max. 40 kwh max. 30 kwh pro m² Gebäudenutzfläche Jahres-Heizwärmebedarf max. 15 kwh max. 15 kwh pro m² Wohnfläche Förderung: Zinsverbilligtes Darlehen bis zu Euro je Wohneinheit, Zinsbindung 10 Jahre, Laufzeit bis zu 30 Jahre, bis zu 5 Jahre tilgungsfreie Anlaufzeit zuzügl. Tilgungszuschuss von 5 % 5 % 10 % 10 %... des Zusagebetrags n Bei allen Förderungen, die einen Tilgungszuschuss vorsehen, müssen Planung und Baubegleitung durch einen Sachverständigen verbindlich nachgewiesen werden! n KfW-Kredite können nur über Banken und Sparkassen beantragt werden. n Anträge und weitere Informationen: Tel. 0800/ BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2012 Musterhäuser neu Baubiologisches KfW-55-Haus Öko-Haus nach Maß Pina und Levi May hatten klare Vorstellungen: Sie wollten ein ökologisches Eigenheim ohne Kompromisse. Baubiologie war ihnen mindestens so wichtig wie Energieeffizienz. Um auf Nummer sicher zu gehen, wurde sogar ein externer Sachverständiger eingeschaltet. web-links Bei der Suche nach einem Öko- Hersteller stießen die Mays auf Weiss Holzhausbau. Das Tochterunternehmen von Fertighaus Weiss hat sich auf ökologische Wand- und Fassadensysteme spezialisiert. Holz als nachhaltiger Baustoff überzeugte die Bauherren: Für Herstellung und Transport muss vergleichsweise wenig Energie aufgewendet werden. Dazu kommt die ausgezeichnete Gesamtenergiebilanz durch die langfristige CO 2 -Bindung. Nicht zu vergessen die baubiologischen Vorzüge eines wohngesunden, behaglichen Raumklimas und des effektiven Wärmeschutzes im Sommer wie im Winter. Der Schlüsselfertig-Anbieter ergänzt die ökologische Bauweise durch die Verwendung von Materialien mit einschlägigen Bio- und Öko-Zertifikaten genau das, was Familie May suchte. Auch die planerische Umsetzung passte: Der Grundriss erfüllt die Wünsche der Bauherren, das Haus wirkt sehr modern, mit schlichter Linienführung, ohne Dachüberstände und mit großzügigen Fensterflächen, die sich im Dachgeschoss als Band über die ganze Südseite ziehen. Im schmalen, langgezogenen Baukörper sind alle Wohnund Aufenthaltsräume nach Süden, zum großen Garten hin orientiert. Der Eingangsbereich auf der kalten Nordseite nimmt die Garderobe und den Kellerabgang auf und wirkt als Puffer gegen Zugluft und Kälte. Wohn-/Essbereich und Küche nehmen fast das gesamte Erdgeschoss ein. Für Pina und Levi May ist hier das kommunikative Zentrum des Hauses. Nur ein kleiner Teil dient als Ruhezone mit Arbeitszimmer und Bibliothek. Externe Kontrolle Die Bauherren zogen zur neutralen Begutachtung einen ökologischen Holzbau-Sachverständigen hinzu. Er beaufsichtigte die Bauausführung des Hausherstellers und konnte eine gute Qualität bescheinigen, nicht zuletzt auch dank der hohen Fertigungstiefe des Unternehmens. Mit der diffusionsoffenen Weiss-Thermowand Natur punktet bereits die Außenwand in baubiologischer Hinsicht. Sie besteht aus einer Holzfaserdämmung mit einem Papiervlies als Dampfbremse, Holzwerkstoff- und Gipskartonplatten als innerem sowie Holzwerkstoff- und Holzfaserdämmplatten als äußerem Abschluss. Das Dach ist mit einer Hanf- Zwischensparren- und einer Holzfaser-Aufdachdämmung ausgestattet. Heizung und Lüftung Auch geheizt wird mit Holz in Form einer Pelletsheizung. Die automatische Wohnungslüftung erfolgt dezentral mit vier Lüftern mit Wärmerückgewinnung. Verschiedene Lüftungsprogramme ermöglichen unter anderem auch eine Kühlung der Räume im Sommer oder ein schnelles Durchlüften des Hauses. Nach dem Einzug an Weihnachten 2009 konnten die Mays das Heizungs- und Lüftungskonzept bereits auf Herz und Nieren prüfen bei Bruthitze wie auch bei Eiseskälte. Ergebnis: Ihr KfW-Effizienzhaus 55 blieb bei niedrigen Heizkosten immer eine Insel der Behaglichkeit. Margot Allex-Schmid Das Haus der Familie May präsentiert sich schlicht und selbstbewusst. Der holzverkleidete Eingangs- Vorbau dient als Klimapuffer außerhalb der gedämmten Hülle. Bild: Weiss Holzhausbau 42 BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2012 Musterhäuser alt Fachwerkhaus-Restaurierung Schmuckstück im Kraichgau Als die ortsansässige Baufirma Reinhard die frühere Gaststätte Zum Elsenztal in Zuzenhausen kaufte, war das Fachwerkhaus teilweise verfallen und unbewohnbar. Dank einer aufwendigen Restaurierung mit viel Liebe zum Detail zählt es nun zu den Sehenswürdigkeiten der Kraichgau-Gemeinde. Web-Links Direkt am Flüsschen Elsenz liegt das restaurierte Fachwerkhaus. Links daneben die neu gebauten Reihenhäuser Bilder: Baumeister-Haus Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut, ist die frühere Gaststätte Zum Elsenztal eines der ältesten Häuser im Ort. Bis in die sechziger Jahre wurde das Gasthaus mit angebautem Saal und Biergarten genutzt, dann folgten rund dreißig Jahre Leerstand und allmählicher Verfall. Mit dem Kauf lud sich die ortsansässige Baufirma Hermann Reinhard, ein Partner der Baumeister- Haus-Kooperation, eine Herkulesaufgabe auf. Doch die Geschäftsführer Hans Joachim und Georg Reinhard ließen sich darauf ein und nutzten das Know-how des Betriebs mit seinen Maurern und Zimmerleuten zur aufwendigen Restaurierung. Ihr Motiv war, das Haus als Schmuckstück für die Gemeinde zu erhalten. Heute glänzt nicht nur das Fachwerkhaus in neuer Pracht. Auf dem Grundstück ist um den verkehrsfreien Innenhof zudem eine neue Wohnanlage mit dörflichem Charakter entstanden mit drei Reihenhäusern, einem Dreifamilienhaus und einem Mietshaus. Liebevoll rekonstruiert Das Dach war beschädigt und undicht, die Zwischenböden im Hausinneren teilweise verfault. Am Fachwerk hatte es seit über dreißig Jahren keine Instandhaltungsarbeiten mehr gegeben, teilweise waren die Balken bei einem Brand in den fünfziger Jahren zerstört worden. So beschreibt Hans Joachim Reinhard den Zustand des Hauses. Darüber hinaus erschwerten auch noch die strengen Auflagen des Denkmalschutzes die Aufgabe. Die Firma Reinhard riss nachträglich gebaute Massivwände wieder ein und rekonstruierte die historische Fachwerkkonstruktion. Was wie etwa der gesamte Giebel auf der Flussseite an Fachwerk noch brauchbar war, wurde saniert und mit einem offenporigen Holzanstrich versehen. Was nicht mehr zu retten war, wurde von Eichenbalken aus einem Fachwerkhaus von 1832 ersetzt. Das Dach bekam nicht nur neue Tondachsteine, sondern zum Teil auch neue Holzbalken. Immerhin war das Gebälk in den Zwischendecken zum großen Teil noch verwertbar. Wo nötig, wurden zusätzliche Balken, sogenannte Zuleger zur Stabilisierung eingebaut. Niveauunterschiede wurden durch eine Perlite-Schüttung ausgeglichen, eine Lage Spanplatten und ein Buchenparkett bilden den Abschluss nach oben. Völlig neu mussten die Reinhard-Mitarbeiter den Eichendielenboden im Erdgeschoss aufbauen: Von diesem Dielenboden war praktisch nichts mehr da. Nur den Terrazzo im Eingangsbereich konnten wir belassen, der gesamte Rest ist neu, so der Bauherr. Historische Bauteile Ein historische Stütze ziert heute das Erdgeschoss. Sie hatte ursprünglich den 1723 erbauten Glockenturm des Zuzenhausener Rathauses gestützt. Beim Abriss hatte sie der Vater der jetzigen Unternehmergeneration vor der Entsorgung gerettet. Dreißig Jahre später leistet sie nun gut sichtbar im offenen Erdgeschoss einen wertvollen Beitrag zur Statik des Fachwerkhauses und steht gleichzeitig als Sinnbild für das auf dieser Etage residierende Statikerbüro. Die restaurierten Innentüren stammen aus Fachwerkhäusern im nahen Heidelberg. Die Fenster sind originalgetreue Neuanfertigungen: Wir haben die Glasaufteilung anhand der beiden letzten noch im Original erhaltenen Fenster rekonstruiert, erinnert sich Hans Joachim Reinhard. Die Eingangs- Eichentür schließlich stammt von einem Spezialhändler und wurde von einem Schreiner aufgearbeitet. Hans Joachim Reinhard: Heute denkt jeder, die hat schon immer zu dem Fachwerkhaus gehört. Haus-Steckbrief Restaurierung eines Fachwerkhauses in Zuzenhausen Erbaut Anfang 18. Jahrhundert Sanierung 1998 bis 1999 Wohnfläche 115 m², Büro 84 m 2 Weitere Baumaßnahmen: 3 Reihenhäuser, 1 Dreifamilienhaus, Umbau einer Scheune zu einem Mietshaus mit 3 Wohnungen Planung/Ausführung: Hermann Reinhard GmbH & Co. KG, Zuzenhausen 70 BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2012 Gebäude-Hülle Dämmstoff-Marktübersicht Eine der rentabelsten Maßnahmen Bis Ende 2011 müssen laut der Energieeinsparverordnung (EnEV) die obersten Geschossdecken gedämmt sein. Bei älteren, noch nicht sanierten Häusern gilt diese Wärmeschutzmaßnahme als relativ einfach durchzuführen mit spürbarem Erfolg. Der umweltbewusste Verbraucher findet dafür eine breite Palette an geeigneten Dämmstoffen. Zweilagig verlegte Holzfaserdämmplatten auf der obersten Geschossdecke, die obere Schicht ist begehbar, am Rand sind flexible Matten eingepasst Bild: Steico Web-Links Am 31. Dezember 2011 läuft die nächste Frist der EnEV 2009 ab: Bei Ein- und Mehrfamilienhäusern muss die oberste Geschossdecke gedämmt sein. Damit meint der Gesetzgeber die Decke, die beheizten von unbeheiztem Raum trennt. Normalerweise sind das die Decken zwischen dem bewohnten Obergeschoss und dem nicht ausgebauten Speicher. Bei der Dämmung der obersten Geschossdecke spielt es keine Rolle, ob die Hausbewohner einen Dachboden nutzen oder nicht. Als Alternative kann auch das darüber liegende, bisher ungedämmte Dach entsprechend isoliert werden. Geschossdecke oder Dach Viele Besitzer von selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern sind von dieser Vorschrift gar nicht betroffen, für einige sind in der Verordnung Ausnahmen formuliert. Wie Christian Stolte, Bereichsleiter der Deutschen Energie-Agentur (Dena), erklärt, gibt es zwei Ausnahmen: Wenn bereits eine alte Dämmung auf der Geschossdecke oder im Dach vorhanden ist, besteht keine Nachrüstverpflichtung, auch wenn diese alte Dämmung nach heutigen gesetzlichen Vorgaben unzureichend ist. Und: Wohngebäude mit weniger als zwei Wohneinheiten müssen nur dann nachrüsten, wenn ein Eigentümerwechsel nach dem 1. Februar 2002 erfolgt ist. Das betrifft die meisten Alteigentümer und Rentner nicht, da sie häufig schon jahrelang in ihren Häusern wohnen. Außerdem gelte in einzelnen Sonderfällen, dass die Dämmmaßnahmen durch besondere Umstände wie beispielsweise Abbruch und Wiederherstellung von Abstellkammern einen unangemessenen Aufwand auslösen, wie Stolte erläutert: Hier entfällt die Nachrüstverpflichtung, da die erforderlichen Aufwendungen zu hoch sind, als dass sie sich durch die Energieeinsparungen in angemessener Frist rentieren würden. Jedoch sollte mangelnde Wirtschaftlichkeit seitens des Gebäudeeigentümers belegt werden können. Laut dem Statistischen Bundesamt gibt es in Deutschland rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser, davon wurden rund 14 Millionen vor dem Jahr 2002 gebaut. Seit 2002 haben rund 25 Prozent aller Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern ein Haus neu bezogen, ein großer Teil davon jedoch in Neubauten. Hier gilt diese von der Nachrüstverpflichtung nach der EnEV 2009 nicht. Viele Neueigentümer seien laut Dena nicht betroffen, da sie in der Regel ohnehin in die neu erworbene Immobilie investiert haben oder die Anforderung schon längst erfüllt ist. Maßnahme lohnt sich Angesprochen auf die Kosten, mit denen ein Bauherr zu rechnen habe, antwortet Stolte: Die Dämmung der obersten Geschossdecke zählt zu den rentabelsten Wärmeschutzmaßnahmen überhaupt. Die Vollkosten einer Dämmung der obersten Geschossdecke liegen zwischen 54 und 70 Euro, wenn sie begehbar ausgebaut wird, beziehungsweise zwischen 32 und 36 Euro pro Quadratmeter für die nicht begehbare Variante. Zum Vergleich: Stolte geht für eine Dachdämmung eine Zwischen- oder Aufsparrendämmung, jeweils einschließlich kompletter Neueindeckung des Dachs von Kosten zwischen 120 bis 200 Euro Vollkosten pro Quadratmeter aus. Die tatsächlichen Kosten sind von verschiedenen Faktoren abhängig, wie vor allem der regionalen Preisstruktur und den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort sowie vom Auftragsvolumen. Wobei zu berücksichtigen ist, dass die Neueindeckung und der Ausbau des Daches nicht in Zusammenhang mit der Nachrüstverpflichtung der EnEV stehen. Bei einem Eigenheim mit einem un- 98 BUND Ökologisch Bauen & Renovieren 2012 Gebäude-Hülle Grüne Häuser Schöner Begrünen statt gnädig Verstecken Früher musste man für die Fassadenbegrünung werben. Heute sieht man Efeu, Wilden Wein und Co. an vielen Fassaden emporranken. Wobei so manche grüne Pflanzenmauer völlig unkontrolliert vor sich hinwuchert und sich offenbar anschickt, vermeintlich überwundene Vorurteile wiederzubeleben. Doch statt sich irgendwann über ein wildwucher
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