Qualifizierte Vorbereitung

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Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.v. Qualifizierte Vorbereitung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hospizarbeit Eine Handreichung des DHPV Qualifizierte Vorbereitung
Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.v. Qualifizierte Vorbereitung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hospizarbeit Eine Handreichung des DHPV Qualifizierte Vorbereitung Inhalt Vorworte... 3 Einleitung... 5 Voraussetzungen und Ziele der qualifizierten Vorbereitung Ehrenamtlicher... 8 Strukturelemente und Anforderungsprofil zur Durchführung der qualifizierten Vorbereitung Inhalte der qualifizierten Vorbereitung Schlussbemerkung Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner Weiterführende Literatur Anhang Herausgeber Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e. V. (DHPV) Erscheinungsjahr: Auflage 2 Qualifizierte Vorbereitung Vorwort des Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands Schwerstkranke und sterbende Menschen benötigen am Ende des Lebens Zuwendung und Unterstützung. Dass diese Erkenntnis sich gesamtgesellschaftlich immer mehr durchsetzt, wurzelt im bürgerschaftlichen Engagement zunächst weniger Pioniere der Hospizarbeit in den 1980er Jahren. Vor dem Hintergrund der rein kurativ ausgerichteten Institutionen des Gesundheitswesens entstanden damals auf ehrenamtlicher Basis die ersten Hospizinitiativen. Ohne jeden staatlichen oder gesetzlichen Auftrag und ohne finanziellen Rückhalt suchten Menschen nach Antworten auf den Leidensdruck schwerstkranker und sterbender Menschen, die keine Fürsprecher hatten und deren Recht auf Schmerz- und Symptomlinderung sowie psychosozialen und spirituellen Beistand allzu oft vernachlässigt wurde. Seither hat sich sehr viel verändert. So setzt beispielsweise die Förderfähigkeit nach 39a SGB V voraus, dass Ehrenamtliche qualifiziert vorbereitet sind. Hier hat der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) nicht nur an den seither in Kraft getretenen Rahmenvereinbarungen mitgewirkt (2002, 2010, 2016), sondern diese auch in die erstmals 2005 veröffentlichte Qualitätsanforderung zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Hospizarbeit übersetzt. Diese Empfehlung liegt jetzt in überarbeiteter und aktualisierter Form vor. Sie gibt Auskunft über die Ziele der qualifizierten Vorbereitung, klärt die Voraussetzungen, die auf Seiten der Ehrenamtlichen vorliegen müssen, und legt die Themen dar, die sich in Vorbereitung auf die anspruchsvolle und spannende Aufgabe der ehrenamtlichen hospizlichen Begleitung bewährt haben, sowohl in psychischer, sozialer, spiritueller als auch in körperlicher Hinsicht. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass ehrenamtlich engagierte Menschen auch weiterhin umfassend auf ihre Aufgabe vorbereitet werden und so auch in Zukunft einen unverzichtbaren Beitrag zu einem Leben in Würde bis zuletzt leisten können. Prof. Dr. Winfried Hardinghaus Vorsitzender des Deutschen Hospizund PalliativVerbands 3 Vorwort der Ehrenvorsitzenden des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands Mit dieser Empfehlung zur qualifizierten Vorbereitung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hospizarbeit verbindet der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband zum einen seinen tiefen Dank an die vielen Ehrenamtlichen, die sich für die Hospiz- und Palliativarbeit engagieren, zum anderen seinen Dank an die Träger von Hospiz- und Palliativeinrichtungen, die ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten und für den hospizlichen Bereich vorbereiten. Die vorliegende Empfehlung dient als verbindlicher Rahmen zur qualifizierten Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Hospizarbeit. Auf eine Bewertung einzelner schon vorhandener und bewährter Curricula wird bewusst verzichtet. Jeder Dienst bzw. jede Einrichtung kann auf Grundlage dieser Empfehlung ein eigenes Curriculum erarbeiten. 1 Die Vorbereitung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat eine gute Tradition und gerade deshalb wesentlichen Anteil an einer gelingenden Vernetzung und dem Aufbau hospizlich-palliativer Netzwerke. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begegnen den schwerstkranken und sterbenden Menschen, indem sie da sind, aushalten, mitlachen und -weinen. Sie schenken Zeit, bringen Alltägliches in deren Welt und ermutigen auch die Zugehörigen, sich dem Lebens- und Sterbeprozess zu stellen. Als Mitglied der Gesellschaft sind sie glaubwürdige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Hospizbewegung und Hospizkultur im Umgang mit sterbenden und trauernden Menschen. Dieses Verständnis von Ehrenamtlichkeit gilt es zu erhalten und die persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten auf eine hospizliche Haltung hin zu fördern. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen ein klares Rollen- und Aufgabenprofil, ihr ehrenamtliches Engagement soll ihren individuellen Möglichkeiten gerecht werden und dem Charakter der Ehrenamtlichkeit entsprechen. Der DHPV setzt sich dafür ein, dass im Sinne der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland ehrenamtliches Engagement als Basis der Hospizbewegung und als integraler Bestandteil von Hospizarbeit und Palliativversorgung gesehen, erhalten und unterstützt wird. Gerda Graf Vorstandsvorsitzende der BAG Hospiz , Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands 4 1) Eine Auswahl Curricula für die qualifizierte Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Hospizarbeit wird im Anhang vorgestellt. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Qualifizierte Vorbereitung Einleitung Ehrenamtliche Mitarbeit hat die Hospizbewegung in Deutschland entscheidend geprägt und wesentlich zu ihrer Verbreitung und Entwicklung beigetragen. Neben dem ehrenamtlichen Engagement in Vorständen zur Sicherung der Rahmenbedingungen, in der Öffentlichkeitsarbeit und vielem mehr bildete von Beginn an die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und der ihnen Nahestehenden den Arbeitsschwerpunkt. Um diesen Dienst menschlich zugewandt und dabei in einer reflektierten Nähe durchzuführen, wurde in der hospizlichen Arbeit von Anfang an auf die qualifizierte Vorbereitung der Ehrenamtlichen großer Wert gelegt wurden erstmals bundeseinheitlich in einer Arbeitsgruppe des Bundesministeriums für Arbeit (BMA), unter Mitwirkung der damaligen Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz (BAG Hospiz) und anderer, Empfehlungen zur Vorbereitung Ehrenamtlicher formuliert und herausgegeben. Rund zehn Jahre später hat die Fachgruppe Ambulante Hospize im Auftrag der BAG Hospiz auf den Empfehlungen von damals aufgebaut und diese mit Rücksicht auf eine veränderte Hospizlandschaft überarbeitet. Eine weitere Überarbeitung erfolgte 2017 durch die Fachgruppe Ehrenamt in Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Bildung des Deutschen Hospiz- und Palliativ- Verbands. Gesetzliche Regelungen und Rahmenvereinbarungen sowie insbesondere der eigene Anspruch der Hospizbewegung trugen und tragen zu einem veränderten Selbst- und Fremdbild bei. Mit der zeitgleichen Entwicklung der Palliativmedizin etablierten sich zunehmend hospizlich-palliative Netzwerke. Die entsprechende Fachlichkeit in Pflege, Medizin und Koordination der ambulanten Dienste und stationären Einrichtungen hat durch eigens hierfür entwickelte Curricula zugenommen. Der Rahmen ehrenamtlicher Arbeit hat sich in den letzten 25 Jahren verändert. So setzt beispielsweise die Förderfähigkeit nach 39a Abs. 2 Satz 8 SGB V (GKV et al. 2016) voraus, dass Ehrenamtliche qualifiziert vorbereitet sind, ihre Einsätze dokumentieren und regelmäßig an fallbezogenen Praxisbegleitungen (Supervisionen) und Fortbildungen teilnehmen. Die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Berufsgruppen im Umfeld der sterbenden Menschen und der ihnen Nahestehenden fordert mehr denn je ein Grundverständnis für jeweilig verschiedene Herangehensweisen und Arbeitsbedingungen. Wo es um koordinierte Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen geht, muss dafür gesorgt sein, dass sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem hospizlichen Grundverständnis identifizieren und ihre Tätigkeit daran ausrichten. 5 Jede ehrenamtliche Mitarbeit im hospizlich-palliativen Kontext hat zum Ziel, die Lebensqualität schwerstkranker und sterbender Menschen sowie der ihnen Nahestehenden zu erhalten und zu verbessern. Seit den Empfehlungen von 1995 erfordert die ehrenamtliche Mitarbeit eine qualifizierte Vorbereitung und Begleitung. Die Wahrnehmung der dafür notwendigen Angebote liegt in der Verantwortung sowohl der Ehrenamtlichen als auch der Hauptamtlichen. Dies betrifft zum einen eine gelebte Kultur der Sorge füreinander und zum anderen die hierfür relevanten Rahmenbedingungen. Diese Empfehlung zur qualifizierten Vorbereitung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hospizarbeit richtet sich an alle Dienste und Einrichtungen, die in der hospizlich-palliativen Arbeit primär mit Erwachsenen tätig sind und mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten. 2 Orte, an denen schwerstkranke und sterbende Menschen begleitet werden, sind je nach deren persönlicher Lebenssituation die private Wohnung, Einrichtungen der Alten- und Eingliederungshilfe, Krankenhäuser, Palliativstationen, stationäre Hospize sowie weitere wie soziale, kommunale und staatliche Einrichtungen mit Wohn- und Unterkunftscharakter. Das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland ( Hospizund Palliativgesetz, HPG) von 2015 trägt dem Rechnung, indem alle Einrichtungen des Gesundheitswesens hier ergänzt wurden. Die Rahmenvereinbarung nach 39a Abs. 2 Satz 8 SGB V zu den Voraussetzungen der Förderung sowie zu Inhalt, Qualität und Umfang der ambulanten Hospizarbeit (September 2002 in der Fassung von März 2016) beschreibt die ehrenamtliche Mitarbeit wie folgt: Die Wünsche und Bedürfnisse der sterbenden Menschen und ihrer Angehörigen stehen im Zentrum der ambulanten Hospizarbeit. Wesentlicher Bestandteil ist das Engagement Ehrenamtlicher. Durch ihr qualifiziertes Engagement leisten sie ebenso wie die Fachkräfte (Hauptamtliche) einen unverzichtbaren Beitrag zur Teilnahme des sterbenden Menschen und der ihm nahe Stehenden am Leben. (Präambel) 2) Die qualifizierte Vorbereitung für die Begleitung von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich von derjenigen für Erwachsene. Sie wird auf Basis spezifischer Curricula durchgeführt, die als Auswahl im Anhang vorgestellt werden. Diese Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 6 Qualifizierte Vorbereitung Ehrenamtliche erfüllen in hospizlich-palliativ arbeitenden ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen wichtige Aufgaben: Die Tätigkeit der Ehrenamtlichen erstreckt sich insbesondere auf: Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung Begleitung der sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen und Bezugspersonen, die auch psychosozial ausgerichtet ist Hilfen beim Verarbeitungsprozess in der Konfrontation mit dem Sterben Unterstützung bei der Überwindung von Kommunikationsschwierigkeiten Hilfe bei der im Zusammenhang mit dem Sterben erforderlichen Auseinandersetzung mit sozialen, ethischen und religiösen Sinnfragen. (Ebd. 2 (4)) Der DHPV beschreibt im Folgenden die Ziele, Rahmenbedingungen und Inhalte der qualifizierten Vorbereitung, die auf diesen gesetzlichen Grundlagen beruhen. Wir setzen voraus: Ehrenamtliche Mitarbeit ist gewollt und integriert in die Hospiz- und Palliativarbeit und die Konzepte der jeweiligen Einrichtung; sie bringt eine eigene Qualität mit ein und ersetzt keine Hauptamtlichkeit Wer ehrenamtlich engagiert ist, bringt aus der eigenen Biografie persönliche Kompetenzen mit und ein Die qualifizierte Vorbereitung ist erster Baustein eines fortdauernden Lernprozesses, der regelmäßige fallbezogene Praxisbegleitung und Supervision sowie Fortbildungen umfasst 7 Voraussetzungen und Ziele der qualifizierten Vorbereitung Ehrenamtlicher Voraussetzungen der qualifizierten Vorbereitung Ziele der qualifizierten Vorbereitung Von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird erwartet: Die Bereitschaft, eine hospizliche Haltung zu entwickeln, d. h., sich persönlich mit den Themen Krankheit, Sterben, Tod, Verlusterfahrung und Trauer auseinanderzusetzen; eigene Erfahrungen und die anderer zu reflektieren und zu respektieren; sich auf das Lernen in der Gruppe und den Austausch der Ehrenamtlichen untereinander einzulassen; den schwerstkranken und sterbenden Menschen und den ihnen Nahestehenden achtsam und respektvoll zu begegnen; sich an den Bedürfnissen der schwerstkranken und sterbenden Menschen und der ihnen Nahestehenden zu orientieren und das eigene Handeln daran auszurichten; verbindlich und verlässlich im Rahmen der Strukturen des jeweiligen Dienstes oder der Einrichtung mitzuwirken. Zentrales Anliegen der Hospizbewegung ist es, eine gesellschaftliche Kultur mitzugestalten, in der Krankheit, Sterben, Tod und Trauer als selbstverständlich zum Leben gehörend erfahren werden können. Das Grundprinzip ist dabei, für jeden Menschen, unabhängig von dessen Abstammung, Herkunft, Alter, religiösen oder politischen Überzeugung und persönlichen Orientierung, da zu sein und zur Wahrung der Würde bis zum Lebensende und darüber hinaus beizutragen. Deshalb ist die qualifizierte Vorbereitung Ehrenamtlicher in erster Linie darauf ausgerichtet, eine Haltung zu entwickeln, die die schwerstkranken und sterbenden Menschen mit all ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten im Leben und über den Tod hinaus radikal ernst nimmt; die die Würde der schwerstkranken und sterbenden Menschen achtet und sie in ihrer Selbstbestimmung respektiert und unterstützt; die die ihnen Nahestehenden als ihre wichtigsten Bezugspersonen anerkennt und ihr soziales Umfeld stärkt; 8 Qualifizierte Vorbereitung die im Respekt vor dem Anderssein des Gegenübers Möglichkeiten wahrnimmt und eigene Grenzen anerkennt. Daraus leiten sich für die qualifizierte Vorbereitung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern folgende Ziele ab: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind sich der Bedeutung bewusst, die Hospizbewegung zu repräsentieren; setzen sich mit den aus ihrer eigenen Biografie mitgebrachten Talenten, Fähigkeiten und Möglichkeiten auseinander und reflektieren diese in Bezug auf ihre Tätigkeit in der Hospizarbeit; setzen sich mit existenziellen Lebensereignissen wie Krankheit, Sterben, Tod, Abschied, Trauer auf ihrem eigenen Lebensweg auseinander und bedenken diese im Hinblick auf die Bedeutung für die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und der ihnen Nahestehenden; üben sich in der Selbstwahrnehmung und erleben und reflektieren die eigene Wirkung auf andere Menschen; lernen, ihr jeweiliges Gegenüber sorgsam wahrzunehmen und die angemessene Nähe und Distanz zu finden; lernen, eigenes Denken und Handeln strukturiert zu hinterfragen; entdecken ihre eigenen Fähigkeiten, erkennen diese an und entwickeln sie individuell weiter; respektieren Grenzen im Hinblick auf die eigene Person und Rolle; erwerben grundlegende Kenntnisse u. a. über: psychosoziale Begleitung spirituelle Begleitung palliativpflegerische Versorgung palliativmedizinische Versorgung; erwerben Kenntnisse u. a. über Geschichte, Stand und Umsetzungsformen der Hospizarbeit und Palliativversorgung; machen im Rahmen eines begleiteten Praktikums Erfahrungen im Kontakt mit alten, kranken, schwerstkranken oder sterbenden Menschen und reflektieren diese. 9 Strukturelemente und Anforderungsprofil zur Durchführung der qualifizierten Vorbereitung Strukturelemente und Rahmen der qualifizierten Vorbereitung Qualifikation (Anforderungsprofil) der Kursleitung Als Strukturelemente der qualifizierten Vorbereitung haben sich bewährt: Information: Gewinnung Interessierter für die ehrenamtliche Mitarbeit Erstgespräch: Abstimmung gegenseitiger Erwartungen und Absprache über die Teilnahme an der qualifizierten Vorbereitung Teilnahme an einem Vorbereitungskurs: unter Berücksichtigung der auf Seite 8 genannten Ziele Abschlussgespräch: Klärung der Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit Für die Vorbereitung werden mindestens 100 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und ein Praktikum empfohlen. Auf dieser Basis hat sich eine Dauer der Vorbereitung von 6 12 Monaten als sinnvoll erwiesen. Anforderungen an die Kursleitung (in der Regel die verantwortliche Fachkraft nach 39a SGB V ( 4) bzw. die Koordinatorin oder der Koordinator): Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten analog der Ziele des Vorbereitungskurses Erfahrung in der Leitung von (ehrenamtlichen) Gruppen Erfahrung im Bildungsbereich methodische und didaktische Kompetenz Es wird empfohlen, dass die Kursleitung an allen Kurseinheiten teilnimmt und ggfs. von weiteren Personen unterstützt wird, um die oben genannten Anforderungen zu erfüllen. Bei Fachthemen wird das Hinzuziehen von Referentinnen und Referenten empfohlen (z. B. aus Seelsorge, Psychologie, Medizin, Pflege, Sozialer Arbeit, Bestattungswesen u. a.). Dies gilt ebenfalls für die fallbezogene Praxisbegleitung (z. B. Supervisorin bzw. Supervisor). 10 Qualifizierte Vorbereitung Inhalte der qualifizierten Vorbereitung Die folgenden Themen haben sich für die qualifizierte Vorbereitung bewährt. 1. Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie persönliche Erlebnisse und Erfahrungen in der Begegnung mit Krankheit, Sterben, Tod, Abschied, Verlust und Trauer und diesbezügliche Ängste und Hoffnungen weltanschauliche, religiöse und gesellschaftliche Orientierungen Prozesse im Sterben (z. B. körperliche und/ oder seelische Veränderungen) Sprache und Ausdrucksformen schwerstkranker und sterbender Menschen Familiensysteme und soziales Umfeld (z. B. Nachbarschaft) Asekte palliativer Pflege und Medizin (z. B. pflegerische Unterstützung, Symptomkontrolle, Schmerztherapie) 2. Kontakt und Kommunikation Wahrnehmung (z. B. Selbst- und Fremdwahrnehmung, Selbst- und Fremdannahme, das Sicheinfühlen und Mitgehen) verbale, nonverbale und paraverbale Kommunikation (z. B. Körpersprache, Umgang mit Berührung) Formen der Gesprächsführung (z. B. aktives Zuhören) 3. Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie mit den ihnen Nahestehenden Bedürfnisse und Wünsche schwerstkranker und sterbender Menschen und der ihnen Nahestehenden 4. Trauer Umgang mit Abschied, Trennung und Verlust verschiedene Trauermodelle Begleitung und Unterstützung in der Trauer (u. a. eigene Angebote des Dienstes) 5. Zum Begriff des Helfens Hilfe geben und annehmen Balance von Nähe und Distanz (z. B. Beachtung und Respektieren von Grenzen) Ein-Fühlen, Mit-Fühlen Grenzen der ehrenamtlichen Tätigkeit Selbstsorge (z. B. Kraftquellen), Umgang mit den eigenen Grenzen 11 6. Spiritualität und Religiosität der Mensch als spirituelles Wesen Auseinandersetzung mit Bildern, Symbolen, Ritualen, Gottesbildern, Jenseitsvorstellungen und Bräuchen der Weltreligionen Umgang mit weiteren religiösen Überzeugungen Umgang mit verschiedenen weltanschaulichen, philosophischen Überzeugungen 7. Das Hospizkonzept Geschichte, Arbeitsweisen und Perspektiven der Hospizbewegung Strukturen und Organisationsformen der Hospizarbeit und Palliativversorgung Aufgaben und Funktion hospizlich-palliativer Netzwerke 8. Die Tätigkeit in Hospiz- und Palliativeinrichtungen Selbstverständnis, Rolle und Aufgaben des Ehrenamts, besonders auch in Abgrenzung zum Hauptamt Arbeit in multiprofessionellen Teams Schweigepflicht und Datenschutz Dokumentation und statistische Erfassung Rechts- und Versicherungsfragen Außenwirkung in Gesellschaft und Öffentlichkeit 9. Ethische und rechtliche Aspekte am Lebensende Auseinandersetzung mit: Fürsorge und Autonomie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuung dem Wunsch nach vorzeitiger Beendigung des Lebens Tötung auf Verlangen ( 216 StGB) und der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung ( 217 StGB) 10. Praktikum inkl. fachlicher Praxisbegleitung und Auswertung Kennenlernen möglicher Orte der Begleitung und regionaler Netzwerke Erfahrungen in Kontakt und Interaktion mit alten, kranken, schwerstkranken oder sterbenden Menschen und/oder den ihnen Nahestehenden 12 Qualifizierte Vorbereitung 11. Ergänzende Fortbildungsthemen, u. a.: Pflegerische Handreichungen Ausgewählte Krankheitsbilder: kognitive Einschränkungen (z. B. Demenz), Tumorerkrankungen, internistische, neurologische, psychiat
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