Report. Kulturen und Kontinente. regenbogen. Afrika Australien Nordamerika. Sri Lanka: Ein Reisebericht

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April 2016/ 1. Ausgabe Report regenbogen Kulturen und Kontinente Afrika Australien Nordamerika Sri Lanka: Ein Reisebericht Ein Zeitungsprojekt der Regenbogen Wohnen ggmbh Die Seite
April 2016/ 1. Ausgabe Report regenbogen Kulturen und Kontinente Afrika Australien Nordamerika Sri Lanka: Ein Reisebericht Ein Zeitungsprojekt der Regenbogen Wohnen ggmbh Die Seite 2 ohne Worte Editorial Ihre Michaela Silkinat regenbogen-report Zeitungsprojekt der Regenbogen Wohnen ggmbh München Erscheinungsweise dreimal jährlich Auflage 750 Exemplare Redaktionsanschrift Levelingstraße München Redaktionelle Mitarbeit Rita Flecke, Michael Middendorf, Christine Numberger, Michaela Silkinat, Gert Stocker V.i.S.d.P. Michaela Silkinat Levelingstraße München Tel.: (089) Satz Rita Flecke Druck Saxoprint, Dresden Bildnachweis Titelseite: Graham Crumb, Imagicity.com Die Seite 2: Rita Flecke Weitere gemäß Bildunterschriften 2 regenbogenreport regenbogenreport 3 April 2016/ 1. Ausgabe Report regenbogen Kulturen und Kontinente Afrika Australien Nordamerika INHALT 2 Die Seite Zwei Sri Lanka: Ein Reisebericht Ein Zeitungsprojekt der Regenbogen Wohnen ggmbh 3 Editorial 3 Impressum 73 In eigener Sache Aus unserer Redaktion 21 Atomkraft - Nein, Danke! Titelthema 6 Aboriginals - Urvolk zwischen Traumzeit, Albtraum und Kommerz 18 Und die Weißen sagten Sri Lanka - Reisebericht 57 Die Weisheit eines Volkes 58 Afrika - Kontinent der vergessenen Kulturen Unterhaltung 56 Sudoku 72 Rätselauflösung Veranstaltungstipps 74 Freizeitvergnügen, Ausstellungen, Konzerte und mehr 4 regenbogenreport regenbogenreport 5 Titelthema Titelthema Aboriginals Urvolk zwischen Traumzeit, Albtraum und Kommerz von Andrea Schlegel Zu Anbeginn gab es nur das große Salzwasser. Aus den Tiefen stieg Ungud, die Regenbogenschlange empor. Steil richtete sie sich auf und warf ihren Bumerang in einem weiten Umkreis über das Meer. Mehrmals berührte der Bumerang aufs einem Flug die Fläche des Salzwassers, und dort schäumte das Wasser auf, und dann kam glattes Land zum Vorschein. Ungud wanderte über dieses neue, weiche Land und legte viele Eier, aus denen neue Urzeitwesen schlüpften. Es waren die Wondjina, und sie wanderten in alle Richtungen Das ist die Geschichte der Erschaffung des Landes durch die Regenbogenschlange, ein Teil des Schöpfungsmythos der Aboriginals, eines Volkes, das vor ca Jahren erstmals den Kontinent besiedelte und das Bild Australiens prägte. Australien, Kontinent der Extreme mit außergewöhnlicher Flora und Fauna, dieser Kontinent hat, wie viele Wissenschaftler sagen, die älteste Kultur der Menschheit hervorgebracht, die Kultur der Aboriginals. Das Volk der Aboriginals besteht aus den Festlandureinwohnern und den sogenannten Torres-Strait Insulanern, sowie Foto: Wikipedia: DYJ Panorama der Südwestflanke des Uluru den Tiwis. Sie entstammen mehreren Auswanderungswellen, worüber es die verschiedensten Theorien gibt. Eine besagt, dass sie zuerst vor ca Jahren aus Afrika den australischen Kontinent besiedelten. Sie sind daher die frühesten Vertreter des modernen Menschen außerhalb Afrikas. Vor ca Jahren erfolgte eine zweite Auswanderungswelle vom heutigen Indonesien aus, die sich dann mit den bereits dort ansässigen Ureinwohnern vermischten. Die Torres-Strait Insulaner, die auf den Inseln zwischen Queensland und Papua-Neuguinea 6 regenbogenreport Wondjina = geisterhafte Traumzeitwesen (Anmerkung der Verfasserin) regenbogenreport 7 wodurch sie sich Geschlechtskrankheiten zuzogen. Ebenso gab es immer wieder gewaltsame Konflikte mit Siedlern. Die Briten betrachteten den australischen Kontinent als Terra Nullius, als Niemandsland. Für sie war Australien unbewohnt und somit wurden die Ureinwohner all ihrer Rechte auf ihr Land beraubt. Sie wurden von den Briten von Anfang an als minderwertige, primitive Rasse angesehen, die es auszurotten galt. Mit äußerster Härte und Brutalität wurde hier vorgegangen, die Urbevölkerung wurde gejagt, vergiftet oder erschossen. Besonders hart traf es die Ureinwohner Tasmaniens, innerhalb eines Zeitraums von 70 Jahren waren sie dort komplett ausgerottet. Diskriminiert wurden sie noch bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, teilweise hält sie immer noch an. Ein heikles Thema hierbei jagden auf die Ureinwohner veranstaltet, und ihre Köpfe wurden quasi als Trophäen auf den Veranden zur Schau gestellt, was zwar gegen das Gesetz war, aber dem damaligen Trend der Zeit durchaus entsprach. Aboriginals, das Wort bedeutet einfach Ureinwohner, vom lateinischen Wort ab origine abgeleitet. Diese Bezeichnung wird erst seit 1803 verwendet. Ursprünglich galt sie als Bezeichnung für die ersten Bewohner im Latium, im frühen Italien, eine Gegend, die sich heute Lazio nennt und sich in der Nähe von Rom befindet. Früher wurde der Begriff Aborigines verwendet, der mittlerweile sehr negativ behaftet ist und nun durch Aboriginals ersetzt wird. Sie selbst nennen sich Black fellas oder mit dem Namen ihres Stammes. Als völlig politically incorrect gilt die Bezeichnung Abo, in leben, haben völlig andere Kulturen und Sprachen als die Festlandsureinwohner. Sie wurden vor ca Jahren von melanesischen Seefahrern besiedelten und durch den Kulturaustausch zwischen ihnen und den Festlandureinwohnern, mit denen damals Handel getrieben wurden, haben sich diese Kulturen vermischt. Bei der Ankunft der Briten waren die Aboriginals kein homogenes Volk, sondern bestanden aus bis zu 700 Stämmen. Auch die Sprachen sind sehr reichhaltig und vielfältig, bis zu 300 Sprachen und Dialekte sollen es sein. Die Sprachen der Ureinwohner sind sehr schwierig und haben ein enormes Vokabular. Die Ureinwohner vertreten die Auffassung, dass die englische Sprache, die sie natürlich später von den Kolonisatoren übernommen haben, nicht geeignet ist, ihr Verhältnis zur Natur und zum Leben wiederzugeben erfolgte die Kolonisation durch die Briten, wodurch die Bevölkerungszahlen der Ureinwohner nicht nur Pocken- und Influenzaepidemien dezimiert wurden, sondern auch durch zunehmende Sterilität der Aboriginalsfrauen denn sie dienten von Anfang an den Briten als Sexsklavinnen oder wurden zur Prostitution gezwungen Traumzeit ist das, was lang vergangen war, jedoch immer allgegenwärtig ist. sind die Zwangsadoptionen der Ureinwohnerkinder, die buchstäblich aus ihren Familien herausgerissen wurden, wo sie in weiße Familien kamen; die Mädchen unter ihnen wurden dann sehr häufig Opfer von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigungen. Auf diese Thematik der stolen generation wird sehr eindrucksvoll in dem sehenswerten Film Long Walk Home eingegangen. Bis in die Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts hinein wurden mit großem Vergnügen Treib- etwa so wie Nigger für einen Schwarzafrikaner. Ebenso wird die Bezeichnung fool blood als verpönt angesehen. Eine Folge der strengen Assimilationspolitik der Briten ist die schlechtere soziale Stellung der Ureinwohner die Arbeitslosenquote ist 20 Prozent höher als die der Weißen ebenso wie die Kindersterblichkeit. Die Lebenserwartung ist um 10 Jahre niedriger als die der Weißen. Die Gefahr für Ureinwohnerkinder ist sechsmal höher, missbraucht zu werden. 8 regenbogenreport Karte: Wikimedia: NordNordWest, regenbogenreport 9 Aboriginals-Regionen Durch die Perspektivlosigkeit ist die Kriminalität unter den Ureinwohnern auch sehr hoch. Die Mordrate ist siebenmal höher als die der Weißen. 46 % der männlichen und 27 % der weiblichen Ureinwohner werden irgendwann in ihrem Leben inhaftiert. Zwei Drittel der Kinder schaffen den Highschool- Abschluss nicht. Doch sie sind ein Volk, das sehr im Einklang mit der Natur und Umwelt lebt. Das Leben wird bestimmt durch die Traumzeit. Traumzeit bedeutet Schöpfung, Geister, Regenbogenschlange, die alle Lebewesen, Land und Pflanzen formten. Es gibt auch Totemvorfahren, die jede Gruppe mit den Ahnen verbindet und auch Grundlage der exogamen Heiratsvorschriften ist. Traumzeit ist das, was lang vergangen war, jedoch immer allgegenwärtig ist durch die Rituale, die von den Ahnen mündlich überliefert wurden. Götter, Geographie stehen im Mittelpunkt, und man ist immer an das Land gebunden, das einem vermacht wurde. Der Ayers Rock oder Uluru, wie er in der Sprache der Ureinwohner heißt, ist ein heiliger, mystischer Ort; er war Schauplatz von Kriegen, und er ist Heimat der Regenbogenschlange. Diese schuf Berge und Täler, sie ist Hüterin des Wassers. Auch das Didgeridoo ist indirekt mit ihr verbunden. Denn die Töne, die das Musikinstrument erzeugt, sollen die Vibrationen nachempfinden, die die Regenbogenschlange auslöste, als sie, aus dem Wasser kommend, Australiens Landschaft formte. Ein weiterer wichtiger Teil der Rituale ist das Initiationsritus. Hierbei lernen die Jugendlichen ihr Totem kennen, Geschichten werden dazu erzählt oder gesungen. Beim ersten Ritual sind sie 10 bis 12 Jahre alt, beim zweiten mit 16 bis 17 Jahren wird dann ihre Haut scarifiziert (Schmucknarben), wodurch sie als heiratsfähig gelten. Die Aboriginals nennen die Kräfte und Mächte, die die Welt geschaffen haben, ihre creative ancestors, ihre schöpferischen Ahnen. Sie sind der Überzeugung, dass unsere wunderbare Welt nur in Übereinstimmung mit der Kraft, Weisheit und Absichten dieser ersten Ahnen so perfekt werden konnte. Während der Epoche, in der dies geschah, Die Ahnen zogen hierhin und dorthin, sie jagten und schlugen ihr Lager auf der Traumzeit, bewegten sich die Ahnen über eine kahle, eintönige Fläche, ähnlich wie auch die Aboriginals durch ihr riesiges Land wandern. Die Ahnen zogen hierhin und dorthin, sie jagten und schlugen ihr Lager auf, kämpften und liebten und so schufen sie aus einem formlosen Land eine topografische Landschaft. Vor ihren Wanderungen legten sie sich schlafen und träumten die Ereignisse des folgenden Tages. Auf diese Weise, in dem sie ihre Träume in die Tat umsetzten, schufen die Ahnen Ameisen, Grashüpfer, Emus, Papageien, Wallabys, Kängurus, Echsen, Schlangen, alle Nahrung sowie die Pflanzen. Sie schufen alle Elemente der Natur, Sonne, Mond und Sterne und auch den Menschen, die Stämme und die Clans. All dies wurde von den Ahnen gleichzeitig erschaffen und jedes Ding konnte sich in ein anderes verwandeln. Eine Pflanze konnte zu einem Tier werden, ein Tier zu einer Landschaft. Eine Landschaft zu einem Mann oder Frau. Ein Ahne konnte zugleich Mensch und Tier sein. Während die Welt Form annahm und sich mit den Arten füllte, die sich durch die Umwandlungen der Ahnen ergaben, wurden die Ahnen müde, und gingen in die Erde, in den Himmel, die Wolken und in die Geschöpfe zurück, um gleich einer Kraft in Allem nachzuhallen, was sie geschaffen hatten. Auch der Koala, das Nationalsymbol Foto: Wikipedia: GrahamCrumb, Imagicity.com - Didgeridoo Australiens, ist Teil der Traumzeit. Er wurde zwar sowohl wegen seines Fleisches und wegen seines Kuschelfells gejagt und auch gegessen, doch ist er gleichzeitig auch ein Totemsymbol. Wer ihn als Totem hat, der durfte den Koala nicht essen! Wenn man nun ihre Mythologie versteht, wie gebunden sie an das Land sind, das ihnen gegeben wurde, wird es begreifbar, warum es mit so großen Schwierigkeiten verbunden ist, sie zwangsanzusiedeln oder in Reservaten zu halten. Die meisten von ihnen leben heute in den großen Städten, vorwiegend an der Südostküste, da diese klimatisch begünstigt ist. In den Northern Territories, diesem trockenen, lebensfeindlichen Gebiet, in dem sehr wenige Weiße leben, stellen sie sogar 30 % der Gesamtbevölkerung. Durch den Verlust ihrer Heimat 10 regenbogenreport regenbogenreport 11 sind sie zutiefst entwurzelt, ihre Welt wurde und wird zerstört. Die Aboriginals empfinden keinen Respekt mehr vor sich selbst, haben ihren Lebenswillen verloren, verfallen zunehmend in Apathie, leiden immer öfter an Depressionen und anderen Folgen, die auf den Verlust ihrer Identität zurückzuführen sind. Anders als die Schwarzen Südafrikas, die zur Zeit der Apartheid immer wieder mit Terror und Protesten auf sich aufmerksam machten, verfielen die Ureinwohner hier in Lethargie, viele von konsumieren Alkohol, trinken sich mit billigem Fusel dumm und dusselig und die jüngeren unter ihnen schnüffeln sich mit Benzin oder Klebstoff um den Verstand. Unter diesem Zustand leidet die Familie, das Herzstück der Ureinwohnergesellschaft. Durch diesen verstärkten Alkohol und Drogenkonsum kommt es immer öfter zu physischer und auch sexueller Gewalt sowohl gegenüber den Frauen als auch den Kindern. Alkohol und Drogen sind Dinge, die in ihrer Ursprungstradition nicht vorkamen; es war unbekannt, darum können sie bei Genuss sehr schlecht damit umgehen. Doch es ist normal, dass sie auf diese Weise versuchen, ihren Schmerz über den Verlust ihrer Identität zu betäuben! Die tiefe Verbundenheit, die die Ureinwohner mit ihrer Heimat und ihrem Land verbindet, ist nicht zu vergleichen mit dem Heimatgefühl, das wir in unserer mitteleuropäischen Kultur kennen. Sie leben in dem Glauben, verfallen Natur und Land, dann verfällt auch der Mensch, wird die Natur zerstört, wird auch der Mensch zerstört. Die Regierung versuchte durch das Errichten von Reservaten und dem Entsenden von Missionaren, den Ureinwohnern ein Stück weit die weiße Kultur aufzuzwingen und so das Ausrotten noch zu beschleunigen. Dahinter steckte ein Politikum! Aus politischem Chauvinismus heraus, wollte man die komplette Zerstörung und Auslöschung der Ureinwohner. Man wollte sie auch als billige Arbeitskräfte. Die Missionen sahen ihre Aufgabe in smoothing on the pillow of the black mans death bed, praktisch das Aussterben der Ureinwohner für sie so profitabel wie möglich zu machen. Mit der sogenannten Zeltbotschaft in der Hauptstadt Canberra 1972 wollte man den Dialog zwischen Ureinwohnern und Regierung fördern wurde praktisch mit dem Mabo-Urteil die Terra Nullius -Ansichtsweise revidiert, was besagt, dass die Ureinwohner von diesem Zeitpunkt an Ansprüche auf Land erheben konnten. Die Problematik der stolen generation, die Zwangsadoptionen, die ursprünglich zum Schutz der Kinder erfolgten, gelten mittlerweile als Genozid und Verstoß gegen die Menschenrechte. Um Aufmerksamkeiten für das an den Ureinwohnern begangene Unrecht zu wecken, hat man seit dem Mabo-Urteil im Jahre 1995 begonnen, Untersuchungen zu den Kindesverschleppungen anzustellen. Am wurden die Ergebnisse in dem Report Bringing them home- Report of the National Inquiry into the separation of Aboriginal and Torres- Strait Islanders children from their families veröffentlicht. Dieser Tag, der National Sorry Day wird nun als Jahrestag in ganz Australien feierlich begangen, um das Unrecht an den Ureinwohnern wieder gutzumachen. Trotzdem bietet sich in Australiens Großstädten ein trauriger Anblick, wo Aboriginals in Parks herumlungern und ihre ganze Sozialhilfe für Alkohol und Drogen ausgeben. Geld heilt halt keine Wunden von Integration ist hier nicht viel zu spüren! Immer öfter sieht man z.b. in Sydney erhöhte Polizeipräsenz, die Patrouille fährt, um betrunkene Ureinwohner zu entfernen, damit sie Passanten nicht belästigen. Im Australischen Fernsehen werden Werbespots gedreht mit gutgelaunten Aboriginal- Verkäufern. Dies ist fern jeder Realität, denn Aboriginals arbeiten selten in einer Behörde oder in Durchschnittsjobs. Mit etwas Glück sieht man sie als Straßenmusiker, die sich ein paar Dollar zu ihrer Sozialhilfe dazuverdienen wollen. So spielt die Traumzeit heute auch keine große Rolle mehr. 73 % gehören christlichen Konfessionen an, 1,3 % gehen dem Ursprungsglauben nach, wohingegen der Rest an gar nichts zu glauben scheint. Doch trotz des Christentums fühlen sich die Ureinwohner sehr stark ihrem Land verbunden. Was 12 regenbogenreport Bild: Michaela Silkinat regenbogenreport 13 man auch an den Bestattungsritualen merkt. Bei den meisten Stämmen ist es üblich, dass nach ihrem Tod von ihnen nichts mehr existieren darf. Kleidung und gesamtes Hab und Gut wird darum nach dem Tod verbrannt. Dies ist auch der Grund, warum sich traditionelle Ureinwohner nicht gern fotografieren lassen. Drei Viertel von ihnen leben zwar in Großstädten, doch sind die Wohnverhältnisse oft sehr beengt. Es kommt vor, dass fünf Personen oder mehr in einem Haushalt leben. Öfter leiden sie an gesundheitlichen Problemen, die sowohl auf Mangel an Hygiene zurückzuführen sind als auch auf Fehlernährung. Viele haben Übergewicht und Diabetes. Die familiären Strukturen der Clans der Ureinwohner sind auf einer Gerontokratie aufgebaut. Die elder people haben in allen Bereichen das Sagen. Wenn Entscheidungen anstehen, so wird abgestimmt. Und nur das Wort oder die Entscheidung des Ältesten hat Gewicht. Ihr wird eine immense Bedeutung beigemessen! Die Schwierigkeiten bei der Integration gehen auch teilweise auf den Umgang der aboriginal people mit australischem Recht zurück. Denn die Stämme halten gern an ihrem traditionellem Rechtssystem fest, das sich natürlich völlig von dem australischen unterscheidet. Viele Sitten und Bräuche verstoßen gegen Menschenrechte und werden immer häufiger international kritisiert. Z. B. muss eine Frau, die eine heilige Stätte betritt, die nur Männern vorbehalten ist, mit der Todesstrafe rechnen. Und Mädchen werden von ihren Vätern zwangsverheiratet, sobald sie in die Pubertät kommen. So sind die Ureinwohner Gefangene zwischen zwei Welten. Darum empfanden die Europäer diese Kultur als archaisch und fremd, es beruhte aber aus einer Mischung aus Unkenntnis, Fehlinterpretationen und dem Mangel an Bereitschaft, sich dem Fremden zu öffnen. Vielen fällt es so schwer, in der australischen Gesellschaft Fuß zu fassen, dass sie fernab der Zivilisation communities gründen, Reservate. Hier können sie quasi im Einklang mit der Natur leben, ohne ihre Traditionen aufgeben zu müssen. Jedoch muss der Staat für die Grundversorgung aufkommen, und auf Errungenschaften des modernen Lebens, wie Internet, wollen die Ureinwohner fernab der Zivilisation auch nicht verzichten. Da sie weitgehend von Sozialhilfe leben, stößt dies immer mehr auf Unmut in der Bevölkerung. Einen Lichtblick stellen darum die ehemals naturverbunden Ureinwohner dar, die noch sehr stark mit ihren Traditionen verbunden sind und denen es dennoch gelang, im modernen Leben Australiens Fuß zu fassen. Mittlerweile hat man Gesetze erlassen, dass die Ureinwohner an den Universitäten keine Studiengebühren bezahlen müssen und auch bei der Bewerbung um Studienplätze bevorzugt werden. Doch hierbei wurde vergessen, dass viele Ureinwohner in abgelegenen Gebieten z. B. im Outback leben, und somit die Bildungseinrichtungen für sie schwer erreichbar sind. Doch gibt es mittlerweile sehr gute sowohl Kunstgalerien wie auch Didgeridoo- und Boomeranghersteller, die sich relativ erfolgreich auf Australiens Markt etablieren können. Hier wäre das aboriginals Art and Culture Center in der Nähe von Alice Springs zu nennen. Dies wird von Ureinwohnern betrieben, und man kann hier eine virtuelle Reise in die Traumzeit unternehmen und nebenbei noch Kunsthandwerk erwerben, und auch an Tourismusaktivitäten teilnehmen, die auch veranstaltet werden. Die Traumzeit wird durch den Tourismus kommerzialisiert. Er bietet den Ureinwohnern die Chance eines Einkommens in Verbindung mit ihren Traditionen, die sie den Reisenden dadurch nahebringen können. So werden im Outback und an traditionellen Orten der Aboriginals Führungen unter der Leitung von Ureinwohnern angeboten, die zu Ranchern ausgebildet werden Die Traumzeit wird durch den Tourismus kommerzialisiert. und so die Touristen über Traditionen, Rituale, Flora und Fauna informieren. So ist der Profit vom Wirtschaftsfaktor Tourismus hoch, die Ureinwohner erwirtschaften damit mehrere Hundert Millionen Dollar zum Volkseinkommen. Ein neuer Hoffnungsträger stellt ebenso die Musik dar. Das Didgeridoo, das traditionelle Instrument der Ureinwohner erfreut sich nicht nur in Australien immer größerer Beliebtheit. Hier sei auch noch die Band Yothu Yindi erwähnt., die mehrere Tausend Jahre alte Lieder und Gebete mit traditionellen Klängen des Didgeridoo in Verbindung mit Rock und Pop Elementen darbietet. Sie erlangte auch hierzulande Bekanntheit, da sie mit Peter Maffay im Jahre 1998 mit sehr großem Erfolg durch Europa tourte. Auch hat es mittlerweile ein Ureinwohner geschafft, einen Sitz im
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