SEMINAR FÜR EUROPÄISCHE ETHNOLOGIE/VOLKSKUNDE

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SEMINAR FÜR EUROPÄISCHE ETHNOLOGIE/VOLKSKUNDE KOMMENTIERTES VORLESUNGSVERZEICHNIS WINTERSEMESTER 2008/2009 VERANSTALTUNGEN IM BACHELOR-STUDIENGANG ERSTSEMESTERBEGRÜßUNG Begrüßung der Studienanfängerinnen
SEMINAR FÜR EUROPÄISCHE ETHNOLOGIE/VOLKSKUNDE KOMMENTIERTES VORLESUNGSVERZEICHNIS WINTERSEMESTER 2008/2009 VERANSTALTUNGEN IM BACHELOR-STUDIENGANG ERSTSEMESTERBEGRÜßUNG Begrüßung der Studienanfängerinnen und anfänger des Wintersemesters 2008/2009 im Fach Europäische Ethnologie/Volkskunde Zeit: Dienstag, den 21. Oktober 2008, 10:00 bis 11:30 Uhr Ort: OS40-R.13 (Alte Mensa, Kleiner Hörsaal) MODUL A: BASISWISSEN PROSEMINAR HANSEN Di Uhr, Gruppe A Raum: folgt HANSEN Mi Uhr, Gruppe B Raum: folgt Grundkurs 1: Einführung in die Europäische Ethnologie/Volkskunde (mit Tutorium) Dieser Grundkurs gibt einen ersten Einblick in die Arbeits- und Denkweisen der Volkskunde. Der Schwerpunkt liegt auf der Fachgeschichte, den wissenschaftlichen Begriffen, Methoden und Theorien. Begleitend zum Grundkurs 1 findet ein Tutorium statt. Einführende Literatur (zur Anschaffung empfohlen): Brednich, Rolf W. (Hg.) (2001) Grundriß der Volkskunde. Einführung in die Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie. 3. Aufl. Berlin. Anmeldung fristgerecht über das Sekretariat der Hochschulverwaltung. Alle Studienanfänger, die am Grundkurs 1 teilnehmen möchten, müssen sich nach der von der Verwaltung der CAU bestätigten Zulassung zum Studium des Faches in die am Schwarzen Brett im Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde aushängende Liste eintragen. Beginn: (Gruppe A); (Gruppe B) SELBSTSTUDIUM MIT TUTOR/IN OHRTMANN Di Uhr, Gruppe A Raum: folgt N.N. Zeit n.v. Raum folgt 1 MODUL B: SACHKULTUR UND MUSEUM VORLESUNG HEIDRICH Di Uhr Raum: folgt Sachkultur und Museum Sachkulturforschung und Museologie sind wichtige Themenfelder der Europäischen Ethnologie/Volkskunde und von theoretischer und praktischer Relevanz. In diesem Spannungsfeld thematisiert die Vorlesung kultur- und objekttheoretische Überlegungen, Ordnungsvorstellungen, Vermittlungsmedien und Lenkungsfragen und probleme. Behandelt werden u.a. folgende Themen: Entstehungsgeschichte von Museen und Museumstypen, klassische und neuere Ansätze der Sachkulturforschung, Sammlungskonzepte und Sammlungsaufbau, Dinge und ihre Bedeutungen, ihre Kontexte und der Umgang mit ihnen, biographische, alltagsgeschichtliche und archivalische Zugänge zur Sachkultur, interpretieren, exponieren und kommunizieren mittels Ausstellungen und Inszenierungen, Kulturtheorie, Gebrauchsobjekte und museale Objekte, materielle und visuelle Kultur. Im Rahmen zweier Exkursionen in das Schleswig-Holsteinische Freilichtmuseum werden die Praxis der Arbeit mit Objekten und Probleme vor Ort thematisiert. Beginn: SELBSTSTUDIUM MIT TUTOR/IN KRULL Zeit n.v. Raum folgt Selbststudium mit Tutor/in: Begleitveranstaltung zur Vorlesung Sachkultur und Museum Das Tutorium stellt eine Ergänzung zu der Vorlesung Sachkultur und Museum dar. Im Tutorium werden die in der Vorlesung vorgestellte Literatur und die Texte, die im Selbststudium erarbeitet werden sollen, gemeinsam besprochen. MODUL C: ÖFFENTLICHE KULTURARBEIT UND MEDIEN Für die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen der Module C und D ist der erfolgreiche Abschluss der Module A und B nachzuweisen. VORLESUNG SCHMIDT Mo Uhr Raum: folgt Öffentliche Kulturarbeit und Medien Beginn: SELBSTSTUDIUM MIT TUTOR/IN N.N. Zeit n.v. Raum folgt Das Tutorium stellt eine Ergänzung zu der Vorlesung Öffentliche Kulturarbeit und Medien dar. Im Tutorium werden die in der Vorlesung vorgestellte Literatur und die Texte, die im Selbststudium erarbeitet werden sollen, gemeinsam besprochen. MODUL D: KULTURTHEORIEN Für die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen der Module C und D ist der erfolgreiche Abschluss der Module A und B nachzuweisen. 2 VORLESUNG SCHMIDT Mo Uhr Raum: folgt Kulturtheorien Beginn: SELBSTSTUDIUM MIT TUTOR/IN N.N. Zeit n.v. Raum folgt Das Tutorium stellt eine Ergänzung zu der Vorlesung Kulturtheorien dar. Im Tutorium werden die in der Vorlesung vorgestellte Literatur und die Texte, die im Selbststudium erarbeitet werden sollen, gemeinsam besprochen. PROSEMINAR WERTHMANN Di Uhr, Gruppe A Raum: folgt WERTHMANN Di Uhr, Gruppe B Raum: folgt Kulturtheorien Beginn: VERANSTALTUNGEN IM MAGISTERSTUDIENGANG VORLESUNG GÖTTSCH-ELTEN Do Uhr Raum: folgt Kanon der Volkskunde Themenfelder der Europäischen Ethnologie Ob Europäische Ethnologie nur eine andere Bezeichnung für Volksunde ist oder ob mit dem Namenswechsel auch eine grundlegende Neuorientierung des Faches verbunden war/ist, darüber kann man lange streiten und diese Frage wird auch die Vorlesung nicht entscheiden können. Dennoch lohnt es der Frage nachzugehen, welche Forschungsfelder systematisch weiterentwickelt worden sind und welche dem Fach ein neues Profil gegeben haben. Dabei wird es nicht darum gehen, Linien zu zeichnen wie von der Trachten- zur Kleidungsforschung oder von der Brauch- zur Ritualforschung, sondern es sollen Veränderungen in Zugangsweisen, Fragestellungen, Begrifflichkeiten und theoretischen Konzepten thematisiert werden. Besonders aufschlussreich erscheint mir dabei die Frage nach den Verknüpfungen von ethnologischem mit gesellschaftlichem Wissen zu sein, also die Frage, wie wird volkskundliches Wissen in die Gesellschaft transferiert und wie wirken gesellschaftliche Problemlagen auf eine ethnologische Wissensproduktion ein. Beginn: PROSEMINARE FÄRBER Mi Uhr Raum: großer Seminarraum EE/Vk Arbeitskulturen. Themen und Perspektiven aktueller Arbeitsforschung in der Europäischen Ethnologie/Volkskunde Arbeit und Nichtarbeit sind zentrale Kategorien gesellschaftlicher Differenzierung. Wie wird Arbeit und damit auch Nichtarbeit in der Europäischen Ethnologie thematisiert, mit welchen 3 Perspektiven untersucht? Nach der einführenden Lektüre exemplarischer Studien zur Arbeiterkulturforschung beschäftigt sich das Seminar mit den neueren Tendenzen der Erforschung von Arbeitskulturen im Fach. Einführende Literatur: Irene Götz, Andreas Wittel (Hrsg.) (1998): Arbeitskulturen im Umbruch. Zur Ethnographie von Arbeit und Organisation. München. Wolfgang Kaschuba (Hrsg.) (1991): Arbeiterkultur seit 1945 Ende oder Veränderung?. Tübingen. Die Vergabe von Referatsthemen erfolgt in der ersten Seminarsitzung. Beginn: FÄRBER Do Uhr Raum: großer Seminarraum EE/Vk Kaffeehaus, Café, Coffee to go: Zur urbanen Form eines Genussmittels Das Seminar beschäftigt sich mit der Entwicklung des Genussmittels Kaffee in Europa. Im Zentrum stehen die urbanen Aspekte dieser Entwicklung, d.h. die Rolle des Kaffees für die Ausformung von Geselligkeitsformen und Konsumpraktiken im städtischen Raum. Neben der historischen Genese sollen aktuelle Beispiele untersucht werden. Dies geschieht anhand von stadtanthropologischen Zugängen zu Kaffeehaus, Café und Coffee to go in Kiel. Vorkenntnisse in qualitativer empirischer Stadtforschung sind deshalb wünschenswert die Bereitschaft, fokussierte Feldforschungen zu unternehmen, ist Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar. Einführende Literatur: Brian William Cowan (2005): The social life of coffee: The emergence of the British coffeehouse. New Haven. Heinrich Eduard Jacob (2006): Kaffee. Die Biographie eines weltwirtschaftlichen Stoffes. München. Annerose Menninger (2004): Genuss im kulturellen Wandel: Tabak, Kaffee, Tee und Schokolade in Europa. Stuttgart. Die Vergabe von Referatsthemen erfolgt in der ersten Seminarsitzung. Beginn: HANSEN Fr Uhr Raum: großer Seminarraum EE/Vk Historisch-archivalische Volkskunde Das Proseminar dient zur kritischen Auseinandersetzung mit der Historischen Methode in der Europäischen Ethnologie/Volkskunde ( Münchner Schule ) und zur Einführung in die Arbeit mit archivalischem Material. Anhand ausgewählter Beispiele sollen Entwicklung, Vorgehensweise und Ergebnisse dieser Methode vorgestellt und diskutiert werden. Wichtige Bestandteile des Proseminars sind außerdem Leseübungen (handschriftliche Quellen in deutscher Schrift) sowie die Erörterung von Problemen der Quellenkritik und Quelleninterpretation. Zur Einführung empfohlene Literatur: Göttsch, Silke (2007) 4 Archivalische Quellen und die Möglichkeiten ihrer Auswertung. In: Silke Göttsch/Albrecht Lehmann (Hg.), Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie. 2. Aufl. Berlin, S Kramer, Karl-S. (1978) Zur Erforschung der historischen Volkskultur (= Ethnologia Bavarica, H. 7). Würzburg/München Die Vergabe von Referatsthemen erfolgt in der ersten Seminarsitzung. Beginn: VOGEL Fr Uhr und Sondertermine (siehe Aushang Schwarzes Brett) Raum: großer Seminarraum EE/Vk Geschichte im Museum Wie kommt die Geschichte ins Museum? Wer (welche Institution oder Gruppierung) erinnert an was (welches Ereignis) in welcher Absicht (legitimatorisch, utopisch...)? Allein in Schleswig- Holstein gibt es über 150 Museen, von denen einige im Rahmen des Seminars besichtigt werden. Die unterschiedlichen Präsentationsformen dieser Museen dienen als Ausgangspunkt für eine systematische Auseinandersetzung mit dem Medium Ausstellung. Daneben werden wir einige Mahnmale und Gedenkstätten besichtigen, um so die geschichtspolitischen Hintergründe der öffentlichen Geschichtsvermittlung nachvollziehen zu können. Einführende Literatur: Roland Barthes, Mythen des Alltags, Frankfurt Gottfried Korff, Bildwelt Ausstellung. Die Darstellung von Geschichte im Museum, in: Orte der Erinnerung. Denkmal, Gedenkstätte, Museum, Frankfurt/New York 1999, Ulrich Borsdorf, Heinrich Theodor Grüttner (Hg.), S Sigrid Godau, Inszenierung oder Rekonstruktion? Zur Darstellung von Geschichte im Museum, in: Geschichte. Bild. Museum. Zur Darstellung von Geschichte im Museum, Köln 1989, S Wolfgang Hardtwig, Der bezweifelte Patriotismus. Nationales Bewußtsein und Denkmal 1786 bis 1933, in: Orte der Erinnerung. Denkmal, Gedenkstätte, Museum, Frankfurt/New York 1999, Ulrich Borsdorf, Heinrich Theodor Grüttner (Hg.), S Sharon J. Macdonald, Nationale, postnationale, transkulturelle Identitäten und das Museum, in: Geschichtskultur in der Zweiten Moderne, Hg. Rosmarie Beier, Frankfurt/New York 2000, S Beginn: WERTHMANN Mi 8-10 Uhr Raum: großer Seminarraum EE/Vk Und genau diese Trennung: da das Leben, da die Musik, regt mich bis heute auf!. Musik in der kulturanthropologischen Forschung Inhalt dieses Proseminars wird der Zusammenhang zwischen Musik und Kultur sein, zwei Begriffe, die umfassender kaum sein könnten. Wir werden begutachten, welche Rolle Musik innerhalb der fachgeschichtlichen Forschung spielte sowie welchen aktuellen Stellenwert sie heute für die Kulturanthropologie hat. Darüber hinaus werden wir versuchen, das Potential auszuloten, das die Forschung zu Musik im Alltag noch birgt. Welche Bedeutung hat Musik für die Menschen, also nicht allein für Musiker und Künstler? Welche Rolle spielten hierbei der Körper, die eigene Stimme, die Ohren? Aber auch: Welche Effekte zeitigt eine Verknüpfung von Musik und gesellschaftlichen Entwicklungen, z.b. anhand der Geschichte des Blues von den Anfängen bis zu I m Not There, einer verfilmten Biografie über Bob Dylan, die der Frage 5 nachgeht, welche zeitgeschichtliche Wirkung Musik haben kann, wenn sie Bedürfnissen entgegenkommt, Stimmungen aufgreift und widerspiegelt. Beginn: HAUPTSEMINARE FRIEDREICH Blocktermine (siehe unten) Raum: großer Seminarraum EE/Vk Norbert Elias. Über den Prozeß der Zivilisation Norbert Elias, lange Zeit wenig beachteter soziologischer Theoretiker, zählt heute zu den Klassikern der modernen Soziologie. Seine Werke sind inzwischen in diversen sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen fester Bestandteil des Lehrplans. Auch die Europäische Ethnologie/Volkskunde, insbesondere im Bereich der historisch arbeitenden Volkskunde, hat vom Erkenntniswert des Eliasschen Werkes profitieren können. Das Seminar befasst sich mit dem Hauptwerk von Norbert Elias, dem 1939 erstmals publizierten Prozeß der Zivilisation. Auf der Grundlage der intensiven Lektüre der Studie sollen die Leitbegriffe Kultur und Zivilisation im Eliasschen Denken, der Zivilisationsprozeß in der europäischen Geschichte und der von Elias hergestellte Zusammenhang von Gesellschaftsentwicklung und individueller Disposition rekonstruiert und diskutiert werden. Nicht zuletzt wird sich das Seminar der Frage widmen, inwieweit die Europäische Ethnologie/Volkskunde noch heute das Werk von Norbert Elias als Anregung und theoretisches Rüstzeug nutzen kann. Teilnahmebedingungen: Bestandene Zwischenprüfung. Zur Teilnahme am Seminar ist das Buch von Norbert Elias: Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen, 2 Bde., Frankfurt a.m (NP: 20 Euro), zur Gänze zu lesen; eine Anschaffung wird dringend empfohlen. Für einen Teilnahmeschein sind die Abfassung eines Thesenpapiers und ein Referat von 30 Minuten, für den Erwerb eines Leistungsscheins zusätzlich die Erstellung einer Hausarbeit erforderlich. Die Vergabe der Referatsthemen erfolgt in der Vorbesprechung am , Uhr. Für Rückfragen zum Seminar wenden Sie sich bitte per an Beginn/Termine: Vorbesprechung: Freitag :00-16:30 Uhr Blocktermine: Fr :45 Uhr und Sa :00-12:15 Uhr u. 13:15-17 Uhr Fr :45 Uhr und Sa :00-12:15 u. 13:15-17 Uhr GÖTTSCH-ELTEN Di Uhr Raum: großer Seminarraum EE/Vk Freundschaft. Zur kulturellen Bedeutung einer sozialen Beziehung Schon der Schlager der 1930er Jahre verspricht uns, dass ein Freund, ein guter Freund, das Beste sei, was es auf der Welt gibt. Freundschaft ist ein Konzept, das bereits in der Antike (Cicero, De amicitia über die Freundschaft) entworfen wurde, das in der Moderne mit der Konstituierung der bürgerlichen Gesellschaft erneut große Bedeutung erlangte und neben anderen interpersonellen Konstellationen, wie z. B. Verwandtschaft, gesellschaftliche Verhältnisse und soziale Verhaltensweisen prägt. Das Seminar wird nach der Konzeption von Freundschaft für die Identitätsbildung der bürgerlichen Gesellschaft fragen, nach den Materialisierungen von Freundschaft (Stammblätter, Poesiealben, Freundschaftsbänder) und nach konkurrierenden bzw. ergänzenden sozialen Beziehungen wie Verwandtschaft, Kameradschaft. Aber auch Fragen nach Genderspezifik, also der sprichwörtlichen Männerfreundschaft (side by 6 side) und der besten Freundin (face to face), und der Rhetorik über Freundschaft (Parteifreund, politischer Raum) werden thematisiert. Einführende Literatur Rituale der Freundschaft, hrsg. v. Klaus Manger u.a. Heidelberg Jost Hermand, Freundschaft. Zur Geschichte einer sozialen Bindung. Köln u.a Teilnahmevoraussetzung: bestandene Zwischenprüfung Die TeilnehmerInnenzahl ist auf 25 begrenzt. Beginn: GÖTTSCH-ELTEN Do Uhr Raum: großer Seminarraum EE/Vk Sich benehmen Genese und Wirkung von Verhaltensstandards Umgangsformen sind wieder mal oder immer noch modern. Kürzlich meldete Die Zeit, dass ein Benimmbuch für Universitäten in Arbeit sei, das endlich so wichtige Fragen beantworten will wie die, wann man den Rektor einer Universität mit Magnifizenz anredet. Benimmbücher, aber auch -kurse haben Konjunktur in einer Gesellschaft, die sich eigentlich gerne als informell bezeichnet. Was gutes oder schlechtes Benehmen ist, wird uns in der Kindheit beigebracht, später lernen wir, uns in verschiedenen Milieus mehr oder weniger sicher zu verhalten. Was Pierre Bourdieu als Habitus bezeichnet hat, ist letztlich nichts anderes als die internalisierten Verhaltenscodes sozialer Gruppen, die ihren Mitgliedern sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen sind. Der seit über 100 Jahren ungebrochene Bedarf an Anleitungen zum gesellschaftlich akzeptierten Benehmen, aber auch die bewusst inszenierten Brüche mit diesen Anforderungen beweisen letztendlich alle deren Relevanz. Das Seminar will sowohl der historischen Entwicklung von Verhaltensstandards nachgehen wie auch der Frage nach ihrer heutigen Bedeutung.. Einführende Literatur Volker Krumrey, Entwicklungsstrukturen von Verhaltensstandarden. Eine soziologische Prozessanalyse auf der Grundlage deutscher Anstands- und Manierenbücher. Frankfurt/M Thomas Schürmann, Tisch- und Grußsitten im Zivilisationsprozess. Münster Elisabeth Timm, Ausgrenzung mit Stil. Über den heutigen Umgang mit Benimmregeln. Münster Teilnahmevoraussetzung: bestandene Zwischenprüfung Die TeilnehmerInnenzahl ist auf 25 begrenzt. Beginn: SCHMIDT Di Uhr Raum: großer Seminarraum EE/Vk Stoffgeschichten Die Akteur-Netzwerk-Theorie, die versucht, die Dinge und Stoffe als aktiven und gestaltenden Teil unserer Kultur begreiflich zu machen, findet immer mehr Anhänger in Deutschland und wird zunehmend als theoretisches Fundament wissenschaftlicher Arbeiten benutzt. Sie führt einerseits zu einer Erweiterung des Begriffs der materiellen Kultur, indem z. B. auch Stoffe, also chemische Verbindungen oder Naturprodukte, darunter gefasst werden, und schafft andererseits die Möglichkeit, eine symmetrische Anthropologie zu fundieren, wie dies Bruno Latour in seinem Buch Wir sind nie modern gewesen zum Ausdruck gebracht hat. Daneben werden Stoffgeschichten seit einiger Zeit auch in der Sachbuchforschung thematisiert, was auch auf den Erfolg der im oekom-verlag erscheinenden Buchreihe Stoffgeschichten zurückzuführen ist. 7 In diesem Seminar werden wir versuchen, die Akteur-Netzwerk-Theorie zu erarbeiten. Darüber hinaus werden wir bereits vorliegende Stoffgeschichten besprechen, um zuletzt (auch mit einem Rückgriff auf volkskundliche Sachkulturforschung) ein volkskundliches Profil zur Erforschung von Stoffgeschichten zu entwerfen. Literatur: Andreas Schmidt: Stoffgeschichten. Eine Forschungsperspektive für die Europäische Ethnologie/Volkskunde?, in: Kieler Blätter zur Volkskunde 38/39 (2006/2007), S Stefan Böschen, Armin Reller, Jens Soentgen: Stoffgeschichten - eine neue Perspektive für transdisziplinäre Umweltforschung, in: GAIA 13 (20004), S (Dieser Aufsatz wird als Kopiervorlage in der Fachbibliothek bereitgestellt.) Teilnahmevoraussetzung: bestandene Zwischenprüfung Beginn: SCHMIDT Mi Uhr Raum: großer Seminarraum EE/Vk Kulturgeschichte der sozialen Bewegung Das Jahr 2008 ist ein Jahr der Erinnerung. Auf allen Fernsehkanälen, in den meisten Zeitungen und Zeitschriften, in der Belletristik und in der wissenschaftlichen Literatur wird dem studentischen Protest von 1968 gedacht. Nun, nachdem 40 Jahre vergangen sind, wird der Bewegung ein umfangreiches öffentliches Erinnern ermöglicht, das von sexueller Befreiung, Experimenten mit Drogen, der Lebensform Kommune bis zu (hochschul-)politischen Aktionen reicht. Noch nie zuvor waren die Teilnehmer einer Bewegung so stark an ihrer Interpretation und Mythenbildung beteiligt wie die noch lebenden Protagonisten des studentischen Protests von Soziale, politische und kulturelle Bewegungen haben in der Regel ein anderes Schicksal. Sie entstehen aus einer je spezifischen Lage und gewinnen eine Dynamik, die entweder zu ihrer gesellschaftlichen Einverleibung oder zu ihrem allmählichen Verschwinden führt. So ist die Anti- AKW-Bewegung, die besonders stark in den 1970er und 1980er Jahren aktiv war, in der Partei Die Grünen und in den zum Teil sehr einflussreichen NGOs aufgegangen, während die westdeutsche Friedensbewegung der 1980er Jahre durch die folgende politische Entwicklung zusehends ihre Grundlage einbüßte und zusammenbrach. Wie entstehen soziale Bewegungen? Auf welche Weise entwickeln sie eine Dynamik, die zum Abschluss der sozialen Gruppe führt? Aber warum haben sie dann trotzdem Auswirkungen auf die Gesellschaft, und dies obwohl sie als Bewegung kaum eine Überlebenschance besitzen? Welche (Bild-)Sprache kommt in ihnen zum Ausdruck, wie wird diese verallgemeinert und was unternimmt die soziale Gruppe, um das Besondere dagegen zu bewahren? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Lebensalter und sozialer Bewegung und welche Rolle spielt die gesellschaftliche Position der Teilnehmenden? Sind soziale Bewegungen gegenkulturell, subkulturell oder alternativkulturell angelegt, oder allgemeiner: Schließt die Teilnahme an einer sozialen Bewegung kulturelle Besonderheiten ein? Dies sind nur einige, aber doch zentrale Fragen, die im Verlauf des Seminars geklärt werden sollen. Literatur zum Einstieg: Roland Roth, Dieter Rucht (Hrsg.): Die sozialen Bewegun
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