Sensoren, Funk und Apps. Technik als Unterstützung in der Altenpflege

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Sensoren, Funk und Apps Technik als Unterstützung in der Altenpflege 1. Auflage Berlin, November 2017 Sensoren, Funk und Apps. Technik als Unterstützung in der Altenpflege Dr. Wenke Wegner ArbeitGestalten
Sensoren, Funk und Apps Technik als Unterstützung in der Altenpflege 1. Auflage Berlin, November 2017 Sensoren, Funk und Apps. Technik als Unterstützung in der Altenpflege Dr. Wenke Wegner ArbeitGestalten Beratungsgesellschaft mbh Illustrationen: Melanie Hauke Die Broschüre Sensoren, Funk und Apps. Technik als Unterstützung in der Altenpflege wurde im Rahmen des Projekts Fachkräftesicherung in der Altenpflege erstellt. Das Modellprojekt wird aus Mitteln der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert. In Kooperation: Herausgeber: Beratungsgesellschaft mbh, Ahlhoff Albrechtstr. 11 a Berlin Telefon: 0 30 / Telefax: 0 30 / VORWORT Sehr geehrte Damen und Herren, die Altenpflege steht am Anfang eines neuen Weges. Die fortschreitende Entwicklung digitaler Technik beeinflusst die Arbeitsorganisation, die Beschäftigung und Quali fizierung im Pflegeberuf. Jetzt sind Sie als professionell Pflegende gefragt, die Richtung mitzubestimmen und sich einzubringen! Wir freuen uns, Ihnen mit der vor liegenden Broschüre, die im Rahmen des Berliner Modellprojekts Fachkräftesicherung in der Altenpflege entwickelt wurde, einige Beispiele für Technologien vorzustellen, die in der Praxis und bei unseren Workshops auf positive Resonanz gestoßen sind. Wir hoffen, mit diesem optimistischen Blick auf die Digitalisierung Ihre Neugier für innovative Technik in der Pflege zu wecken. Während Menschen in anderen Berufsfeldern fürchten müssen, dass ihre Arbeit im Zuge der Digitalisierung an Bedeutung verliert, werden die Menschen, die in der Pflege arbeiten, mehr denn je benötigt. Denn die Pflege ist eine personenbezogene Dienstleistung. Gerade die psychische Stärkung pflegebedürftiger Menschen ist eine enorme Herausforderung für die einzelne Pflegekraft und gleich zeitig ist sie der Antrieb: Zuwendung und Widmung machen für die meisten Pflegekräfte den Kern ihrer Arbeit aus, den keine Technik übernehmen kann und soll. Muss die Pflege den technischen Innovationen, die für den Arbeitsalltag entwickelt werden, deshalb grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen? Wir sind der Meinung, dass sich ein Blick auf bereits bestehende Möglichkeiten lohnt. Die Frage, wo Technik die Pflegearbeit unterstützen und damit Raum für die Empathie und Zuwendung schaffen kann, geht in die Richtung, in der wir weiterdenken sollten. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Potenziale der Digitalisierung entfalten können, wenn bedarfsgerechte, am Menschen orientierte Anwendungen entwickelt werden, die von den Beschäftigten akzeptiert und sinnvoll genutzt werden können. Ihr Team im Projekt Fachkräftesicherung in der Altenpflege DER SINNVOLLE EINSATZ VON INNOVATIVER, INTELLIGENTER TECHNIK KANN DEN ARBEITS- ALLTAG VON PFLEGEKRÄFTEN ERLEICHTERN UND DIE QUALITÄT DER PFLEGE ERHÖHEN. 3 INHALT VORWORT 3 EINLEITUNG 7 ERGEBNISSE AUS DEN WORKSHOPS MIT PFLEGETEAMS: INNOVATIVE TECHNIK IN DER ALTENPFLEGE: WAS SIND DIE ERFAHRUNGEN UND WO WIRD TECHNIK GEBRAUCHT? 8 BEISPIELSAMMLUNG: INNOVATIVE TECHNOLOGIEN IN DER ALTENPFLEGE 11 Aufstehmelder und Sturzerkennung zwischen Bett und Bad 12 Orientierungslicht: Nachts nicht im Dunkeln stehen 14 Tür-auf-Sensor: Meldung zur Aktivität von Bewohnern 16 Transponder zur selektiven Türöffnung: Bewegungsfreiheit in gefahrlosen Bereichen 18 Intelligente Pflegebetten: beweglich und vernetzbar 20 Inkontinenzschutzhosen mit Sensor 22 Dusch-WC: Toilette mit Reinigungsmöglichkeit 24 Bewegungsgesteuerte Videospiele für Demenzbetroffene 26 Pflege-Tablet: Aktivierung und Vernetzung mit Angehörigen 28 Zirkadianes Licht: den Tageslichtverlauf steuern 30 Telemedizin: digitale Vernetzung von Pflegekräften und Ärzten 32 Wundbeurteilung und Verlaufskontrolle per Smartphone durch externe Wundexperten 34 Quiz-App für Pflegekräfte: Fortbildung nebenbei 36 Intelligente Pflegewagen und Transportroboter 38 Online-Kurse (Tutorials) für pflegende Angehörige 40 Dezentrale Pflegedokumentation (Touchscreen) 42 Digitale Tourenbegleiter für die ambulante Pflege 44 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN UND HINWEISE 46 5 EINLEITUNG Durch die zunehmende Digitalisierung befindet sich die Arbeitswelt im Wandel: In fast allen Bereichen verändern digitale Technologien die Arbeitsabläufe, die Arbeitsorganisation und die Berufsbilder. Auch in der professionellen Altenpflege nimmt der Einsatz digitaler und innovativer technischer Hilfsmittel zu. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Einrichtungen der Altenpflege mit Hilfe von Modellprojekten den Einsatz innovativer Technik in der Pflege erprobt. In unterschiedlichem Umfang und mit ver - schiedenen Schwerpunkten konnten so Technologien in der Anwendung getestet, verbessert und zur Markt - reife gebracht werden. Mehr Lebensqualität und Autonomie für die Bewohnerinnen und Bewohner: Weniger Stürze, größere Bewegungsfreiheit, geringere Weglauftendenzen, weniger Unruhe tagsüber und nachts. Das heißt auch: Wir Pflegekräfte fühlen uns sicherer und empfinden bei der Arbeit weniger Stress. Mit diesen Worten wertet das Pflegeteam eines süd - deutschen Pflegeheims die Einführung eines Technikpakets zur Pflege demenzerkrankter Menschen. Trotz derart positiver Erfahrungen bleibt der Einsatz innovativer Technik in der Altenpflege ein Thema, das in den Pflegeteams nicht nur auf Zustimmung stößt. In einigen Fällen beruht die Ablehnung auf Prinzipien: Pflege ist eine Arbeit, bei der es ausschließlich auf den Menschen ankommt. Da hat Technik nichts zu suchen! Häufig beruht die Skepsis aber auch auf Unkenntnis oder unzureichendem Vorstellungsvermögen. An diesem Punkt setzt diese Broschüre an: Sie stellt innovative Technologien für die Altenpflege vor, mit denen Pflegekräfte gute Erfahrungen gemacht haben. Mit der Sammlung von Beispielen soll ein Anstoß gegeben werden, das Thema Innovative Technik in der Altenpflege zu entdecken und die Veränderungen der Arbeitswelt mitzugestalten. Denn der Wandel der Arbeitswelt in der Pflege kann nur mit der Beteiligung der Beschäftigten gelingen. Auf den folgenden Seiten der Broschüre kommen daher Pflegekräfte zu Wort, die bereits Erfahrungen mit innovativer Technik in der Pflege gesammelt oder Ideen entwickelt haben, wie sich die Pflege mit tech - nischer Unterstützung verändern könnte. Im zweiten Abschnitt werden Beispiele für den Einsatz digitaler Technik in Einrichtungen der Altenpflege vorgestellt. Ausgewählte Hinweise auf weiterführende Informationen zum Thema sind schließlich im Anhang auf - geführt. In den kurzen Texten wurde zugunsten einer leichteren Lesbarkeit auf die Nennung von weiblichen und männlichen Formen verzichtet. Es sind jedoch ausdrücklich immer beide Geschlechter gemeint. Der Begriff Pflegekräfte umfasst Pflegefach-, Pflegehilfsund Betreuungskräfte. Für Bewohnerinnen oder Bewohner wurden zum Teil fiktive Namen verwendet. 7 ERGEBNISSE AUS DEN WORKSHOPS MIT PFLEGETEAMS: INNOVATIVE TECHNIK IN DER ALTEN- PFLEGE: WAS SIND DIE ERFAHRUNGEN UND WO WIRD TECHNIK GEBRAUCHT? Mit der Nutzung von Technik geht eine Veränderung der Arbeitsorganisation einher. Die Einführung von technischer Ausstattung in einer Einrichtung oder einem ambulanten Dienst bedarf der Mitsprache der Pflegenden. Das zeigen auch die Ergebnisse aus den drei Workshops Innovative Technik in der Altenpflege, bei denen sich zwei Teams aus der stationären und ein Team aus der ambulanten Pflege über ihre Erfahrungen mit dem Technikeinsatz in ihrer Einrichtung bzw. ihrem Dienst ausgetauscht und diskutiert haben, für welche Arbeitsabläufe sie die Unterstützung durch Technologien als sinnvoll erachten. ABZ AMBULANTES BETREUUNGSZENTRUM GMBH Im ambulanten Dienst arbeiten wir seit mittlerweile fünf Jahren mit der elektronischen Dokumentation. Vor zwei Jahren haben wir die mobile Anwendung dazu genommen und seitdem sind unsere Pflegekräfte mit Smartphones unterwegs. Mit Hilfe dieser Geräte machen wir die Zeiterfassung, die Leistungserfassung bei den Klienten und erledigen die Pflegedokumentation. Die Geräte synchronisieren sich mit dem Server in unserer Verwaltung. Die Umstellung von Papier auf das Smartphone fiel einigen Kolleginnen zu Beginn schwer. Auch weil die Einweisung unzureichend war, bedeutete das Gerät zuerst einmal einen Mehraufwand. Seit wir gut eingearbeitet sind und das System sicher funktioniert, empfinden die meisten von uns die Dokumentation im Vergleich zur Papier-Akte als praktisch: Alle Daten sind immer vor Ort verfügbar und viele Prozesse werden beschleunigt: Die Apotheke liefert das Medikament noch am selben Tag, wenn man ihr ein Foto der Verschreibung schickt. Auch die Kommunikation untereinander ist einfacher geworden. Das wissen wir sehr zu schätzen! Schwierig ist der Umgang mit der ständigen Erreichbarkeit durch das Smartphone: Man hat das Gefühl, dass man den Klienten permanent zur Verfügung stehen müsste. Weil die Zeit minutengenau erfasst wird, hat sich der Zeitdruck erhöht. Einige von uns sprachen gar von Überwachung. Was wir uns für die Zukunft wünschen? Sehr hilfreich wäre eine telemedizinische Schnittstelle mit den behandelnden Haus- und Fachärzten. Damit entfiele die zeitraubende Kommunikation über Telefon und Fax. Wir wären auch froh, wenn die Doppelstruktur aus Papierakte und elektronischer Dokumentation entfallen könnte. Bisher müssen alle elektronisch erfassten Daten nach der Tour auf Papier übertragen werden. ABZ Ambulantes BetreuungsZentrum GmbH Ambulante Psychiatrische Pflege in Neukölln 1999 gegründet 200 Klienten 8 SENSOREN, FUNK UND APPS TECHNIK ALS UNTERSTÜTZUNG IN DER ALTENPFLEGE MEVANTA HAUS RHEINGOLD Wir finden es wichtig, die technischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um unsere Arbeit als Pflegekräfte zu unterstützen. Ein Transportroboter, der auf Funksignal Hilfsmittel, Wäsche und Wasserkisten dahin transportiert, wo sie gebraucht werden, würden wir besonders hilfreich finden. Wir können uns gut vorstellen, dass sich unsere Einrichtung an einem Forschungsprojekt zur Entwicklung eines solchen Roboters beteiligt. Im Team sind wir uns allerdings einig, dass wir uns eine Pflege durch Pflegeroboter nicht vorstellen können. Der Kontakt zu Menschen ist im Alter und bei Pflegebedürftigkeit das Wichtigste. Weil viele Flure unserer Einrichtung kein Tageslicht bekommen, erscheint uns auch eine Beleuchtung, die den Tageslichtverlauf imitiert, als eine sinnvolle Möglichkeit, um das Wohlbefinden der Bewohner durch Tagesaktivität und Nachtruhe zu fördern. Großes Interesse haben wir auch an Tablets mit Quizspielen, Bildtelefonie und Fotos. Die könnten wir gut in der Betreuung einsetzen. mevanta Haus Rheingold Stationäre Pflegeeinrichtung 2010 eröffnet 25 Bewohner DOMICIL SENIORENPFLEGEHEIM GOTLINDESTRASSE GMBH Obwohl unsere Einrichtung erst vor drei Jahren eröff - net wurde, spielt Technik in unserem Pflegekonzept bisher keine primäre Rolle. In unserem beschützenden Wohnbereich für Menschen mit demenziellen Erkrankungen gibt es Türen, die nur mittels eines Codes geöffnet werden können. Dadurch entsteht ein geschützter Bereich, in dem sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner frei bewegen können. Auch die Dokumentation erfolgt bei uns digital. Das heißt in unserem Fall, dass vor Dienstschluss an einem PC- Arbeitsplatz im Dienstzimmer die Daten eingegeben werden. Das ist zeitaufwändig und es passiert, dass dann nicht alle Ereignisse gegenwärtig sind. Daher finden wir die Möglichkeit interessant, mit mobilen Endgeräten oder Touchscreens auf den Fluren der Wohnbereiche die Dokumentation zeitnah während der Arbeit erledigen zu können. Aber bei uns gibt es auch skeptische Stimmen, die befürchten, dass die mobilen Endgeräte zu Mehrbelastung und zusätzlichem Stress führen könnten: durch Informationsüberflutung, Fehlfunktionen, leere Akkus und ständig erforderliche Passworteingaben. Grundsätzlich sind wir im Team Technik gegenüber aber aufgeschlossen! An den intelligenten Pflegebetten mit integrierter Waage, Aufstehhilfe und Wendefunktion haben alle Pflegekräfte großes Interesse. Ein Wunsch von uns ist, dass in den Wohnbereichen für alle anwesenden Pflegekräfte sichtbar sein sollte, wo sich die anderen Pflegekräfte gerade befinden, z. B. mit einer Lampe über der Zimmertür oder auf einem Monitor. Auch die Dokumentation würden sich viele von uns gern erleichtern. Es gibt die Idee, eine gängige Spracherkennungssoftware zu nutzen, um das Verfassen der Berichte zu erleichtern. DOMICIL Seniorenpflegeheim Gotlindestraße GmbH Stationäre Pflegeeinrichtung 2014 eröffnet 174 Bewohner ERGEBNISSE AUS DEN WORKSHOPS MIT PFLEGETEAMS 9 BEISPIELSAMMLUNG: INNOVATIVE TECHNOLOGIEN IN DER ALTENPFLEGE Auf den folgenden Seiten werden Beispiele innovativer Technik in der Altenpflege vorgestellt, um einen Eindruck von der Bandbreite an Möglichkeiten zu vermitteln und die Diskussion über die Unterstützung Pflegearbeit durch Technik in den Pflegeteams weiter anzuregen. Sensortechnologie in der stationären Pflege Durch Funksensoren lassen sich Situationen in Bewohnerzimmern, auf den Fluren und im Garten identifizieren, die die Aufmerksamkeit oder den Einsatz der Pflegekräfte erfordern. Bei Auffälligkeiten erhalten die Pflegekräfte per Pager, SMS oder über eine App automatisch eine Meldung und können schnell entscheiden und bedarfsorientiert helfen. Ohne Zutun der Bewohner können so unter anderem Stürze oder das Verlassen des Bettes erkannt werden. Wenn Notfälle vermieden oder schnell und zuverlässig erkannt werden können, erhöht sich das Sicherheitsgefühl der Bewohner und der Beschäftigten. Die technischen Assistenzsysteme basieren auf einem Datenaustausch-System oder auf Funkbasis. Die Komponenten können je nach Bedürfnissen der Bewohner individuell durch die Pflegekräfte abund zugeschaltet werden, da sie die aktuelle Ver - fassung und die Bedarfe der Bewohner kennen. Hauptnutzen ist, dass zusätzliche Informationen für den Betreuungsprozess gewonnen werden, mit dem Ziel, ihn qualitativ zu verbessern und gleichzeitig Sicherheit für die Bewohner, die Beschäftigten und die Angehörigen zu schaffen. SENSOREN, FUNK UND APPS TECHNIK ALS UNTERSTÜTZUNG IN DER ALTENPFLEGE Mobilität erhalten und fördern AUFSTEHMELDER UND STURZERKENNUNG ZWISCHEN BETT UND BAD In der Vergangenheit ist es mehrmals vorgekommen, dass zwischen zwei Rundgängen im Nachtdienst nicht sofort bemerkt wurde, wenn Bewohnerinnen oder Bewohner beim Verlassen des Bettes gestürzt sind. Ich bin froh, dass wir jetzt dank der Sensoren sofort informiert werden und schneller reagieren können, wenn es zu Auffälligkeiten in den Bewohnerzimmern kommt. Mittels Bewegungsmeldern, die in der Nähe des Bewohnerbetts und entlang des Weges zum Badezimmer installiert sind, erfassen Sensoren, ob und wie ein Bewohner das Bett verlässt, ins Bad geht und wieder ins Bett zurückkehrt. Sobald eine Abweichung von einem regulären Aufstehprozess und Toilettengang erkannt wird, wird eine Sturzmeldung erzeugt. Dabei wird auch erkannt, ob die Person an der Bettkante sitzen bleibt oder ob die Person im Badezimmer am Boden liegt. Im Fall einer Auffälligkeit schickt die Basisstation entweder Signale an die vernetzen Geräte (beispielsweise die Notrufanlage) oder sendet eine Nachricht an das Smartphone des Pflegepersonals. Diese Notrufkette wird mit jedem Bewohner vor der Aktivierung besprochen. Der Toilettengang birgt besondere Gefahren für Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko. Sensortechnologie, die Stürze erkennt und dafür sorgt, dass schnell Hilfe vor Ort ist, fördert die Selbstständigkeit und erhöht die Sicherheit der Bewohner erheblich. Sie entlastet aber auch die Pflegekräfte, indem sie ihnen die Sicherheit gibt, bei sturzgefährdeten Bewohnern über Gefahrensituationen zeitnah informiert zu sein. Seit wir wissen, wie die Meldungen entstehen und wie wir sie interpretieren müssen, bin ich mit dem System zufrieden. Inzwischen konnten wir die Anzahl an Meldungen reduzieren. Zeitweise kam ich mit der Flut unnötiger Meldungen nicht mehr zurecht das war einfach zu viel. BEISPIELSAMMLUNG: INNOVATIVE TECHNOLOGIEN IN DER ALTENPFLEGE 13 SENSOREN, FUNK UND APPS TECHNIK ALS UNTERSTÜTZUNG IN DER ALTENPFLEGE Mobilität erhalten und fördern ORIENTIERUNGSLICHT: NACHTS NICHT IM DUNKELN STEHEN Zu einer bedürfnisgerechten Beleuchtung in der stationären Pflege gehört das automatische Nachtlicht. Dank eines Sensors wird eine gedimmte, blendfreie Bodenbeleuchtung aktiviert, sobald der oder die Pflegebedürftige nachts das Bett verlässt. Die Lichter weisen den Weg zur Toilette und tragen so zur Vermeidung von Stürzen bei. Zusätzlich können bei Bedarf die Pflegekräfte über den Aufstehversuch informiert werden, um je nach Bedarf Unterstützung geben zu können. Der gezielte Einsatz von Licht erleichtert den Bewohnern den Umgang mit den krankheitsbedingten Symptomen und sorgt für den Erhalt von Selbstständigkeit und Mobilität. Unruhige Bewohner machen sich nachts oft ohne Licht auf den Weg da ist ein automatisches Nachtlicht sinnvoll. Gerade für neu eingezogene Bewohner ist das Orientierungslicht eine große Hilfe. Sie finden sich nachts besser zurecht und fühlen sich sicherer. BEISPIELSAMMLUNG: INNOVATIVE TECHNOLOGIEN IN DER ALTENPFLEGE 15 SENSOREN, FUNK UND APPS TECHNIK ALS UNTERSTÜTZUNG IN DER ALTENPFLEGE Mobilität erhalten und fördern TÜR-AUF-SENSOR: MELDUNG ZUR AKTIVITÄT VON BEWOHNERN Einige Bewohner sind auf Unterstützung angewiesen, wenn sie außerhalb ihres Zimmers oder Wohnbereichs umhergehen. Ein Tür-auf-Sensor, der an der Zimmertür dieser Bewohner installiert werden kann, registriert, wenn ein Bewohner das Zimmer verlässt. Je nach Einstellung werden die Pflegekräfte per SMS über das Geschehen informiert und können abhängig von der Tageszeit oder dem Einschränkungsgrad des Bewohners entscheiden, ob der im Haus mobile Bewohner Unterstützungsbedarf hat oder sie registrieren die Meldung über die Aktivität nur als Information. Wenn ich auf meinem Dienst-Smartphone sehe, dass Frau Meyer um 16 Uhr ihr Zimmer verlässt, sage ich mir: Sie hat Lust auf einen Spaziergang. Wenn ich während der Nachtschicht um 3 Uhr die Meldung erhalte, dass sie ihr Zimmer verlässt, gehe ich zu ihr und kann ihr Unterstützung anbieten. BEISPIELSAMMLUNG: INNOVATIVE TECHNOLOGIEN IN DER ALTENPFLEGE 17 SENSOREN, FUNK UND APPS TECHNIK ALS UNTERSTÜTZUNG IN DER ALTENPFLEGE Mobilität erhalten und fördern TRANSPONDER ZUR SELEKTIVEN TÜRÖFFNUNG: BEWEGUNGSFREIHEIT IN GEFAHRLOSEN BEREICHEN Selektive Türöffner werden im Demenzbereich für mobile Bewohner eingesetzt. 1 Diese tragen am Körper einen Transponder, der über Funk den Zutritt erlaubt oder verhindert. Die Technik bietet für Demenzkranke sowohl mehr Freiheit als auch mehr Sicherheit. Denn den mobilen Bewohnern kann in gefahrlosen Bereichen volle Bewegungsfreiheit gewährt werden, wobei ihre selbstständigen Wege durch das Gebäude und eventuell den Garten sanft gesteuert werden. Ein weiterer Vorteil: Die Privatsphäre von Bewohnern, die sich von Besuchen fremder Bewohner in ihren Zimmern gestört fühlen, kann geschützt werden. Für die Pflegekräfte bedeutet dies, dass sie sich mit voller Aufmerksamkeit ihren Aufgaben widmen können. Die Türen unseres Wohnbereichs sind grundsätzlich unverschlossen verschließen sich jedoch automatisch bei Bedarf, wenn ein schutzbedürftiger Bewohner Räume betreten möchte, die nicht sicher sind. Unseren Bewohnern geht es besser, wenn sie ihrem Bewegungsdrang nachgehen können. 1 Der Einsatz von Transpondern gilt als freiheitsentziehende Maßnahme ( 1906 BGB), die unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen durch das Betreuungsgericht genehmigt werden kann. BEISPIELSAMMLUNG: INNOVATIVE TECHNOLOGIEN IN DER ALTENPFLEGE 19 SENSOREN, FUNK UND APPS TECHNIK ALS UNTERSTÜTZUNG IN DER ALTENPFLEGE Mobilität erhalten und fördern INTELLIGENTE PFLEGEBETTEN: BEWEGLICH UND VERNETZBAR Die neuen Pflegebetten sind eine echte Entlastung: Wir können auf einer angenehmen Höhe die Pflege durchführen. Die Pflegebetten der neuen Generation zeichnen sich durch besondere Möglichkeiten der Mobilisierung und der körperlichen Entlastung der Pflegekräfte aus. Dazu gehören eine elektrisch verstellbare Liegefläche (höhen - verstellbar und/oder drehb
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