St.Marien. Eine Entscheidung für s Leben MÄRZ MAI Die Konfirmation Stärkung und Segen

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RU B R I K MÄRZ MAI 2018 St.Marien G E M E I N D E B R I E F Bezirk St. Marienkirche Albert-Schweitzer-Haus Eine Entscheidung für s Leben Die Konfirmation Stärkung und Segen A N DAC
RU B R I K MÄRZ MAI 2018 St.Marien G E M E I N D E B R I E F Bezirk St. Marienkirche Albert-Schweitzer-Haus Eine Entscheidung für s Leben Die Konfirmation Stärkung und Segen A N DAC H T Loslassen und Umarmen die Konfirmandenzeit Pubertät ist, wenn die Eltern so komisch werden. Doch auch Eltern wissen manchmal nicht weiter: Kleidung, Schuhe, Gebrauchsgegenstände der Heranwachsenden sind plötzlich zu klein. Auch die Vorstellungen, die bisher galten, scheinen nicht mehr zu passen. Selbstverständliches wird in Frage gestellt, Regeln neu bestimmt, Grenzen getestet. Der Vater einer 14jährigen Tochter führt Tagebuch: Mittwoch, Uhr: Bestens gelaunt kommt F. aus der Schule. Die Mathe-Arbeit: Wir dürfen uns über eine Gnaden-Fünf freuen. Der Lehrer hat berücksichtigt, dass unsere Tochter keinen Taschenrechner dabei hatte Früher gab man unglaublichen Hormonschüben die Schuld, heute dem sich aufweichenden Gehirn. Bei Pubertierenden strukturiert es sich neu, weshalb ihnen fairerweise ein Schild auf der Stirn kleben sollte: Wegen Umbau vorübergehend geschlossen. (Focus ) Die beiden Jahre des Konfirmandenunterrichtes begleiten für viele Jugendliche die Zeit dieses Umbaus. Sind viele zu Beginn des Unterrichts noch halbe Kinder, wirken die meisten bei der Konfirmation wie junge Erwachsene. Ein guter Konfi-Unterricht unterstützt die Jugendlichen bei den Erfahrungen mit der neuen Selbständigkeit, gibt ihnen Raum, eigene Erfahrungen zu sammeln. Genauso wichtig ist die Vermittlung von Verlässlichkeit: unverzichtbare Werte, schlüssige Antworten zu Fragen der Weltdeutung und eine Inhaltsverzeichnis ANDACHT... Seite 2 Frieder Küppers: Loslassen und Umarmen Die Konfirmandenzeit AKTUELL... Seite 3 Umfassende Sanierung des Marienkirchturms steht bevor THEMA: KONFIRMATION... Seiten 4-6 Konfirmandenunterricht ist auch für den Pfarrer spannend Von Manuel Schilling Leinen los Konfis stechen in See Stimmen zur Konfirmation: Joanna Büchel, Lukas Lade, Gisela Hirschberg, Thomas Krüger KIRCHENMUSIK... Seite 7 Neues Kammerorchester Minden tritt auf GOTTESDIENSTE... Seiten 8-9 Impressum... Seite 10 FRAUENHILFE... Seite 11 AUS DEM GEMEINDEBEZIRK... Seiten Angekommen Der Bibelkreis der Geflüchteten 60 Jahre Albert-Schweitzer-Haus: Wer erinnert sich? WIR LADEN EIN / ADRESSEN... Seite 15 KONFIRMATION Seite 16 Wir gratulieren den Konfirmandinnen und Konfirmanden Orientierung in Dingen, die sich nicht berechnen, nicht beweisen lassen Dingen des Glaubens an eine Schutzmacht. Loslassen und Umarmen. Zwischen diesen beiden Polen entwickelt sich die Konfirmandenzeit. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist daher nicht zufällig eine der am häufigsten zitierten Bibelstellen in dieser Zeit (Lukas 15, 11-32): Von zwei Brüdern, die ungleicher nicht sein können, berichtet Lukas. Der ältere, bodenständig und verlässlich, kooperiert mit dem Vater. Der andere lässt sich sein Erbe auszahlen, zieht los und scheitert. Interessant ist die Reaktion des Vaters auf diesen missglückten Versuch seines jüngeren Sohnes, Freiheit zu gestalten: Er läuft seinem Problemsohn entgegen und umarmt ihn, führt ihn nach Hause und lässt ihn feiern. André Gide ( ) sieht in diesem Vater mehr als die Idealfigur eines Erziehungsberechtigten, nämlich Gott selbst. In Gides Nacherzählung des Gleichnisses sagt der Vater: Ich, ich habe dich geschaffen: alles, was in dir ist, ich weiß es. Ich weiß, was dich trieb auf deinen Wegen und ich wartete auf dich an ihrem Ausgang. Hättest du mich gerufen ich war da. Wenn Konfis und Eltern von einem solchen Gott wissen, wird der Umbau zum Erlebnis. Frieder Küppers Pfingstsonntag: Wir feiern draußen! Am Pfingstsonntag, den 20. Mai 2018, wird unser Gemeinde - bezirk seinen Festgottesdienst an ganz besonderer Stelle halten: wir werden auf den Bierpohlsportplatz gehen und dort unter freiem Himmel feiern (in der Marienkirche und im Albert- Schweitzer-Haus ist deswegen kein Gottesdienst). Diesen Gottesdienst feiern wir zusammen mit den Mitgliedern des Vereins Sport- und Freizeitzentrum Nordstadt, der sich 2016 gegründet hat, um den Bierpohlsportplatz in eigener Regie zu betreiben. Dazu kommt die Schützengilde Minden-Nordstadt, die in diesem Jahr wieder ihre Pfingst-Wiesen auf dem Sportplatz organisiert. Diese Zusammenarbeit ist neu. Wir versprechen uns davon eine engere Gemeinschaft der Bewohner in unserem Stadt - teil. Und wir freuen uns auf einen Gottesdienst in einem besonders schönen Umfeld. Der Gottesdienst beginnt um Uhr auf dem Sportplatz. Hinterher sind alle Gemeindeglieder zu einem deftigen Mittagessen in die Festhalle der Schützengilde eingeladen. Dieser besondere Gottesdienst wird der Auftakt zum Jubiläums - jahr 60 Jahre Albert-Schweitzer-Haus sein. Das Jubiläum wird am 15. und 16. September in ein Gemeindefest rund um das ASH münden, zu dem dann wiederum die Mitglieder des Vereins Sportund Freizeit zentrum Nordstadt und der Schützengilde eingeladen werden. Foto: epd bild 2 März Mai 2018 A K T U E L L DAS WAHRZEICHEN VON MINDEN In 40 Metern Höhe ist eine Steinplatte im Gesims der Marienkirche herausgebrochen und gab den Anstoß für die Sanierungspläne. Foto: Alex Lehn Umfassende Sanierung des Marienkirchturms steht bevor Am 1. März sollte es soweit sein: In einem Korb am Ende eines langen Kranauslegers untersuchen Baufachleute um Dipl.-Ing. Brüggemann den Kirchturm von St. Marien auf weitere Schäden. Von zwei Standorten auf dem Kirchplatz sollte der Kran den Korb bis an die Turmhaube in 50 Meter Höhe transportieren. Von allen Seiten wollten sich die Fachleute ein Bild vom Zustand dieses Mindener Wahrzeichens machen. Ergebnis dieser Untersuchung soll ein Schadensbericht sein, der den Umfang der notwendigen Arbeiten und schließlich auch das Finanzvolumen dieser Sanierung beziffern soll. Dass diese ansteht, wurde spätestens klar, als im Spätsommer ein sieben Kilo schwerer Stein vom Gesims abstürzte. Der Bauverein hat bereits erste Ideen entwickelt, das Sanierungs - projekt, das in den nächsten Jahren viele Kräfte binden wird, auf die Beine zu stellen: Eine Info-Broschüre über die Bedeutung des Turmes soll erstellt werden. Die Einzigartigkeit des Marienkirchturms soll dort be - schrie ben werden. Er gehört vielleicht nicht zu den schönsten, aber sicherlich zu den markantesten Landmarken Westfalens. Viele interessante Details sind auch in der Gemeinde nicht bekannt und könnten durch die Broschüre in den Blickpunkt gerückt werden. Wer kennt schon das Relief des Fischotters auf der Turmsüdseite? Es gehört zum Wappen des Grafen von Leteln, der zur Errichtung des Turmes einen entscheidenden Beitrag geleistet hatte und sich darum an der Turmaußenseite verewigen durfte. Ähnlich, wie in der Martinigemeinde soll auch bei uns über die Gründung einer Bürgerstiftung nachgedacht werden. Vielen Bürger*innen Mindens ist die Pflege dieses Wahrzeichens ein wichtiges Anliegen. Sie könnten dieses mit der Beteiligung an dieser Stiftung deutlich machen. Die Einrichtung einer Stiftung würde eine langfristige Unterhaltung des Turmes garantieren. Die Nutzung des Turmes soll überdacht werden. Bisher dient der Turm zum Glockengeläut und zur Zeitansage. Nebenbei ist er auch zu einem Biotop besonderer Art geworden. Marder und Wanderfalke geben sich in luftiger Höhe von ca. 45 Metern die Hand. Ähnlich wie in anderen Kirchen bereits verwirklicht, soll über die Einrichtung eines Kolumbariums im ersten Turmober - geschoss nachgedacht werden. Dieser Raum, zwischen Himmel und Erde gelegen, könnte sich gut als Ruheplatz für Urnenbegräbnisse eignen. Mit einer Reihe von Veranstaltungen soll die Bedeutung dieses Bauwerkes in den Mittelpunkt der städtischen Öffent - lichkeit gerückt werden. Die Reaktionen von Seiten der Stadt und des Denkmalamtes lassen hoffen. Bürgermeister Michael Jäcke und der erste Beige - ordnete Peter Kienzle äußerten ihr persönliches Interesse an der Wiederherstellung dieser Mindener Wahrzeichens. Ob sich das für die Sanierungsarbeiten auszahlen wird, ist noch nicht sicher. Es macht aber Mut, dieses Projekt zu starten. Dr. Barbara Pankoke vom Landesdenkmalamt in Münster und Dieter Bommel von der unteren Denkmalschutzbehörde zeigten sich ebenfalls kooperativ. Auch in ihrem Sinne ist eine aktuelle Nutzung des Turmes für geistliche Zwecke nicht hinderlich bei der Pflege dieses einzigartigen Denkmals. Frieder Küppers März Mai T H E M A IM ZENTRUM STEHT DIE BOTSCHAFT JESU Konfirmandenunterricht ist eine spannende Zeit, auch für den Pfarrer Mit dem feier li chen Einzug der Konfir - manden beginnen die Konfirmations - gottesdienste in St. Marien. Foto: Ingo Prieß Eine Vorbemerkung ganz am Anfang: Konfirmandenarbeit macht Spaß. Und dafür gibt es drei Gründe: Die Jugendlichen sind motiviert. Die machen den Pacca nicht nur für s Geld (auch, aber nicht nur). Und schließlich: die sogenannten Pubertierenden sind sehr nette und höfliche Wesen, die in der Regel nur sehr wenig von Jesus von Nazareth wissen, und neugierig sind auf sein Leben und seine Ideen. Daraus folgt: Im Zentrum meines Unterrichtes steht Jesus von Nazareth. Die Formen des Unterrichtes sind ganz stark an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Jugendlichen ausgerichtet. Schließlich steht die Erfahrung des Glaubens vor dem Erlernen sachlicher Glaubensinhalte. Ich mache den Unterricht nicht allein, sondern mit zwei bis vier jugendlichen Mitarbeitern. Wir treffen uns 14-tägig im Albert-Schweitzer-Haus für gut zwei Stunden. Wir beginnen mit einer kleinen Mitteilungsrunde, machen ein kleines Ballspiel und singen ein Lied. Danach können die Jugendlichen ihre Augen schließen, und ich erzähle eine biblische Geschichte. Pause. Nach der Pause beschäftigen wir uns mit einem Glaubensthema, oft in Kleingruppen: wir spielen Theater, gestalten ein Plakat, entwerfen eine Rede oder basteln. Der Segen steht im Mittelpunkt der Konfirmation, hier 2016 mit Pastor Frank Mntangi aus unserer Partnergemeinde Mtae in Tansania und Pfarrer Frieder Küppers. Foto: Ingo Prieß Zwei Projekte prägen die gesamte Konfirmandenzeit: das Krippenspiel im ersten Jahr, sowie die fünftägige Konfirmandenfahrt im Frühjahr. In den letzten Jahren sind wir öfters mit dem Fahrrad in das Kloster Möllenbeck bei Rinteln gefahren. Dort erleben wir mit den Konfirmanden ein buntes Programm von Unterrichtseinheiten am Morgen und Werkstätten am Nachmittag. Dazu treten vielfältige Spielangebote. Gerahmt wird das Programm von Andachten bei Kerzenschein in der alten Krypta. Das Tischdienst gehört selbstverständlich dazu. Die Gemeinschaft in den alten Mauern des Klosters bleibt für die Konfirmanden sehr lebhaft in Erinnerung. Oft gibt es in der Gruppe einen Jugendlichen, der in der Konfirmandenzeit getauft wird. Dieser Gottesdienst wird von der Gesamtgruppe besonders ausgestaltet. Schließlich feiern wir zu Beginn und zu Ende mit den Jugendlichen und ihren Eltern ein gemeinsames Wochenende. Hier wie bei den Jugendgottesdiensten feuer & flamme arbeiten wir mit dem Innenstadtbereich unseres Bezirks zusammen. Natürlich gehört eine kleine Prüfung kurz vor der Konfirmation auch zum Programm. Die Jugendlichen lernen das Vater Unser, den Psalm 23, das Glaubensbekenntnis und die 10 Gebote auswendig, sowie ein paar Grundlagen zur Bibel. In einem geschützten Raum mit zwei Presbytern sagt jeder Jugendliche ein paar dieser Katechismusstücke auf und lernt nebenbei dadurch auch, frei und selbstbewusst vor einer Gruppe zu sprechen. Alles in allem: eine spannende Zeit, auch für den Pfarrer! Manuel Schilling 4 März Mai 2018 T H E M A Lukas Lade Ehrenamtlicher Mitarbeiter im Konfirmandenunterricht Zeigen, dass Gott greifbar ist Warum ich im Konfi-Unterricht mitarbeite Gott, der unnahbar erscheint und doch greifbar ist: Das ist mein Wunsch, den Konfirmanden zu zeigen, dass sie nicht alleine sind, sondern, dass sie mit Gott leben und er mit ihnen lebt; dass er ihnen in schwierigen Momenten helfen und Trost spenden kann, obwohl er nicht sichtbar ist und unnahbar erscheint. Das ist für mich auch gleichzeitig das wichtigste am Unterricht: Die Konfirmanden sollen nach dem Unterricht und der Konfirmation wissen, dass sie nicht alleine durch das Leben gehen, sondern zusammen mit Gott. Mein persönlicher Höhepunkt und sicher auch derer der Konfirmanden, war das Konfi-Camp in Wittenberg. Dieses stand ganz im Zeichen des Reformationsjubi - läums, weshalb auch die Einheiten, also der Unterricht dort, sich ganz mit der reformatorischen Idee beschäftigten. Es war sicherlich für die Konfirmanden sehr interessant zu erfahren, was es heißt ein Protes tant zu sein und wofür wir stehen. Obwohl die Lehre nun schon 500 Jahre alt ist, waren die Konfirmanden sehr motiviert, was bestimmt an der modernen Umsetzung lag. Früher stand bei der Konfirmation das Ja der Konfirmanden zu ihrer eigenen Taufe im Vordergrund. Der Konfirmandenunterricht war, da die meisten von ihnen als Säuglinge getauft worden waren, ein nachgeholter Taufunterricht, in dem Informationen über den Glauben gelernt wurden. Was bedeutet die Konfirmation? Leinen los! Konfis stechen in See Konfirmation bedeutet für Jugendliche: Beginn von Selbständig keit in der Gemeinde. Konfirmierte haben gelernt, mit Texten, Liedern, Rollenspielen Gottesdienste zu gestalten. Sie wissen, was in einer Kirchengemeinde an Aktivitäten gepflegt wird, sie kennen glaubwürdige Prominente, die in der Geschichte den christlichen Glauben vorgelebt haben. Sie haben über Rechte und Pflichten der Gemeindetätigkeit gehört. So werden sie nach der Konfirmation das Patenamt übernehmen können, werden auch bald bei den Kirchen wahlen mitwählen dürfen. Das Schiff, das sich Gemeinde nennt, wird sie als Mitreisende begrüßen und sie einladen, an Bord Verantwortung zu übernehmen. Wo lässt sich diese Aufgabe besser einüben als auf einem echten Schiff? Heute ist die Konfirmation ein Angebot der Kirche, junge Menschen in ihrem Glauben und bei der Suche nach ihrem eigenen Lebensweg zu unterstützen und zu stärken, Stärkung oder Bekräftigung ist auch die deutsche Bedeutung des Wortes Konfirmation. Im Konfirmationsgottesdienst steht darum heute neben dem eigenständigen Bekenntnis der Jugendlichen die Fürbitte und der Segen für den weiteren Lebensweg dieser jungen Menschen im Vordergrund. Zugleich wird die Konfirmation heute aber auch als großes Familienfest gefeiert. Die Konfirmandin oder der Konfirmand stehen im Mittelpunkt und jeder merkt: Die Kindheit ist jetzt vorbei und bald ist sie oder er erwachsen. Mit der Konfirmation werden auch bestimmte Rechte in der Kirche erworben. Man darf zum Beispiel das Patenamt übernehmen, selbständig zum Abendmahl gehen, in Notfällen taufen oder später an den Wahlen zum Presbyterium teilnehmen. Durch die Konfirmation wird man so auch zu einem mündigen Mitglied der Kirchengemeinde. nach: Hans-Martin Lübking, Kursbuch Konfirmation, Gütersloh 2013 Interview mit der Konfirmandin Joanna Jaimy Büchel Ich bin Gott nahe Mit welchen Gefühlen siehst du dem Tag deiner Konfirmation entgegen? Mit Freude und Nervosität. Was bedeutet dir persönlich die Konfirmation? Ich bin endgültig in der Kirche angekommen. Und ich bin Gott nahe. Was hat dir in der Konfirmandenzeit am besten gefallen? Das Konfi-Camp in Wittenberg. Unsere Konfirmandengruppe hat sich näher kennen gelernt, und wir haben eine gute Gemeinschaft gebildet. Wie geht es nach der Konfirmation weiter? Nach der Konfirmation ist es für mich mit der Kirche nicht vorbei. Ich möchte gerne Mitarbeiterin werden. Und manchmal werde ich bestimmt auch Gottesdienste besuchen. Auch aus diesem Grund fährt die Gruppe der Konfis aus der Innenstadt vor und nach der Konfirmation nach Makkum in den Niederlanden. In fünf Tagen haben ca. 70 Jugendliche darunter Konfis und Ex-Konfis die Gelegenheit, eine solche Einübung in Gemeindeverantwortung zu erleben. Zu neuen Ufern ablegen und bei der Reise darauf zu achten, dass der Kurs stimmt, die Segel richtig gesetzt sind, immer genug Wasser unterm Kiel ist und die Verpflegung ausreicht. Morgens nach der Andacht startet das Programm. Abends nach Hafenruhe und einem Lied zur Guten Nacht geht der Tag zu Ende. Fazit einer solchen Reise: Verantwortung zu übernehmen ist mal Spaß, mal Ernst in jedem Fall ein lohnendes Abenteuer. Frieder Küppers März Mai T H E M A Konfirmation: Wie war das damals? Gisela Hirschberg Konfirmation 1953 in Minden Jungen und Mädchen wurden getrennt unterrichtet; wir saßen in Stuhlreihen hintereinander, so dass man sich nicht sehen konnte. Da der Unterricht nur frontal erteilt wurde mit Erzählungen des Pfarrers und Fragen und Antworten, lernte man sich auch nicht näher kennen. Unser Pfarrer war der alte Pastor Martin Lohmann, wir waren sein vorletzter Jahrgang. Seine größte Freude waren die Kirchenlieder, die er uns mit lauter Stimme vorsang und von denen er uns unzählige Strophen auswendig lernen ließ, die dann im Unterricht einzeln abgefragt wurden. Auch Luthers Kleinen Katechismus mussten wir auswendig lernen, die Reihenfolge der biblischen Bücher und viele Bibelstellen: den 23. Psalm, die Weihnachtsgeschichte, Römer 8 u.a.m. Gespielt wurde gar nicht, es gab auch keine Fahrten oder Freizeiten dafür gab es acht Jahre nach dem Krieg noch kein Geld. Am Sonntag vor der Konfirmation war Prüfung. Die fand öffentlich in der Kirche statt; wir etwa 60 Kinder saßen vorn und wurden abgefragt, und ich weiß noch genau, wie ich in der 10. Strophe von Sollt ich meinem Gott nicht singen stecken blieb und mich entsetzlich schämte. Die Konfirmation fand immer am Palmsonntag statt, also meistens an einem ungemütlichen kalten Märztag meine am 15. März. Und da sie in die Passionszeit fiel, hatten wir Mädchen selbstverständlich alle schwarze Kleider und zum ersten Mal auch seidene Strümpfe an, was wir besonders aufregend fanden; die Jungen trugen schwarze Anzüge. Das Gesangbuch hatte man in der Hand und darauf ein gesticktes weißes Taschentuch. Ich hatte noch lange Zöpfe, die ich erst hinterher abschneiden durfte. Nach dem Gottesdienst kamen etliche Gratulanten ins Haus. Mein schönstes Geschenk war eine Armbanduhr. Danach war Mittagessen mit ein paar Verwandten und Freunden. Die ganze Stimmung war eher ernst und feierlich. Als lustig habe ich nur in Erinnerung, dass ich ein kleines Kofferradio von einem Onkel geschenkt bekam was damals etwas ganz Neues war und ich in der Mittagspause mit meiner Freundin damit durch die Straßen spazierte und wir großen Spaß hatten, wenn die Leute suchend herumguckten, woher wohl die Musik käme: Das kleine Radio hatten wir unter meinem Mantel versteckt. Thomas Krüger Konfirmation 1975 in Essen Konfirmiert wurde ich im Ruhrgebiet, im Lutherhaus der Kirchengemeinde Essen-Bedingrade-Schönebeck. Wir gehörten zu den geburtenstarken Jahrgängen: In dem Jahr gab es zwei Konfirmationen mit jeweils über 40 Konfirmanden. Gerne erinnere ich mich an unseren jungen Pfarrer Rainer Ollesch und seinen freundlichen Unterrichtsstil bei den Vorgängern muss es noch ziemlich autoritär zugegangen sein. Klar: Auch wir mussten zentrale Texte wie Glaubensbekenntnis, Vaterunser, Psalm 23 und einige Gesangbuchlieder lernen. Vielfach ging es aber auch um zeit- und jugendgemäße Themen wie Sucht, Aggression, Umwelt oder Dritte Welt. Die gefürchtete Prüfung vor einem gestrengen Presbyterium gab es nicht mehr. Wir stellten uns der Gemeinde mit einem gemeinsam vorbereiteten Projektgottesdienst vor jeder leistete seinen Beitrag und hatte damit bestanden. Am Tag der Konfirmation, dem 27. April, war schönes Wetter. Wir feierten mit Familie und Paten zuhause ein großes Fest im Restaurant wäre finanziell nicht drin gewesen. Der Kreis war eher klein, da fast alle Verwandten in der DDR lebten und nicht nach Westen reisen durften. Am Montag danach hatten wir schulfrei da wurden nochmal die Nachbarn zum Kaffeetrinken eingeladen. Seither begleitet mich mein Konfirmationsspruch durch gute und schlechte Zeiten: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. (Jesaja 54,10) 6 März Mai 2018 K I R C H E N M U S I K Motetten in
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