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Ergänzende Arbeiten zum Artenschutz hinsichtlich planungsrelevanter Arten vorrangig Fledermäuse und Gebäudebrüter COLOGNEO I Rückbau von Gebäuden auf dem ehemaligen KHD-Gelände Deutz-Mülheimer Straße 129
Ergänzende Arbeiten zum Artenschutz hinsichtlich planungsrelevanter Arten vorrangig Fledermäuse und Gebäudebrüter COLOGNEO I Rückbau von Gebäuden auf dem ehemaligen KHD-Gelände Deutz-Mülheimer Straße 129 in Köln-Mülheim Stand: August 2016 Auftraggeber: Günther Fischer Gesellschaft für Projektentwicklung mbh Deutz-Mülheimer Str Köln Büroanschrift: Büro für Faunistik Dipl.-Biologin Mechtild Höller Fledermausspezialistin Am Telegraf Leverkusen Telefon: 0214 / Mitarbeit: Dipl.-Biologin Wiebke Bindemann Stefan Saß Charlotte Schindler INHALTSVERZEICHNIS 1. Anlass und Fragestellung 1 2. Vorgehen Fledermäuse Vögel 2 3. Ergebnisse Kontrolle der Bestandsgebäude zu Fledermäusen / Gebäudebrütern Erfassung der Fledermausfauna Untersuchung von Kellern als Winterquartiere Aus- / Einflugbeobachtungen 2015 und Ergebnisse der Horchboxen Höhlenbäume Zusammenfassung der Fledermausuntersuchung Erfassung der Vogelfauna Nachgewiesene Vogelarten Artbeschreibung und Nachweise Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse zur Vogelfauna Eingriffsbeschreibung Fledermäuse Vögel Maßnahmenempfehlungen Fledermäuse Vögel Artenschutzfachliche Eingriffsbewertung Fledermäuse Arten des Anhang IV FFH-RL (ohne Fledermäuse) Europäische Vogelarten Zusammenfassung Literatur 33 TABELLENVERZEICHNIS Tabelle 1: Ergebnisse der Gebäudebegutachtung... 4 Tabelle 2: Ergebnisse der Horchboxauswertung in Keller unter Halle 251 / Tabelle 3: Cologneo I, Termine der Vogelkartierungen, Witterungsbedingungen Tabelle 4: Cologneo I 2016 nachgewiesene Vogelarten, Rote-Liste-Status Vögel Tabelle 5: Cologneo I; Beobachtung der im Jahr 2016 nachgewiesenen Vogelarten ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1: Lageplan ehemaliges KHD-Gelände und Villengründstücks in Köln-Mülheim.. 1 Abbildung 2: Ehemaliges KHD-Gelände mit nummerierten Gebäuden... 3 Abbildung 3: Baumkataster, rot zur Fällung vorgesehene Bäume Abbildung 4: Cologneo I, Bestandskarte Fledermäuse 2015 / Abbildung 5: Cologneo I; Bestandskarte Vogelfauna Abbildung 6: Villa Charlier, Kellerraum Abbildung 7: Gebäude Nr. 251/252, Kellereingang Abbildung 8: Gebäude 240, Kellerraum Abbildung 9: Gebäudekomplex 10-17, Kellerraum Abbildung 10: Treppenhaus von Gebäude Abbildung 11: Gebäude 232, Zwischen- / Paarungsquartier Abbildung 12: Gebäude 230, Zwischen- / Paarungsquartier Abbildung 13: Gebäudekomplex 10-17, Innenraum entkernt Abbildung 14: Nest in Mauerwerk von Gebäude 15, vermutlich Hausrotschwanz Abbildung 15: Nordwestmauer von Gebäude 8, zehn ausgebrachte Fledermauskästen... 39 Ergänzende Arbeiten zum Artenschutz vorrangig Fledermäuse und Gebäudebrüter 1. Anlass und Fragestellung An der Deutz-Mülheimer Straße 129 in Köln-Deutz liegt das ehemalige KHD-Gelände. Die Entwicklung des Vorhabens Cologneo I erfordert den Rückbau bzw. die Sanierung eines Teils der alten Baulichkeiten. Um mögliche Beeinträchtigungen nach 44 (1) 1 bis 3 BNatSchG für planungsrelevante Tierarten durch das Vorhaben zu beurteilen, erfolgte die Beauftragung zu einer artenschutzrechtlichen Prüfung (ASP Stufe II). Im Herbst 2015 wurde mit Untersuchungen zunächst einiger der betroffenen Gebäude auf Vorkommen von Fledermäusen und Gebäudebrütern sowie Abschätzung der Baulichkeiten in Bezug auf ihre Quartierpotenziale für Fledermäuse und Gebäudebrüter begonnen. Des Weiteren erfolgten drei nächtliche Beobachtungen der ehemaligen Werkhallen auf ausfliegende Fledermäuse. Da die Beauftragung im September 2015 erfolgte, entfiel die Erfassung von Brutvögeln. Wie im Artenschutzfachbeitrag (HÖLLER 2016) empfohlen, wurden die Arbeiten im Frühjahr / Sommer 2016 fortgesetzt. Dazu erfolgte 2016 die Untersuchung des Frühjahrs- und Sommeraspektes der Fledermäuse, Untersuchungen von Kellern auf ihre Eignung als Fledermaus-Winterquartier und die Kartierung der Avifauna mit Schwerpunkt Gebäudebrüter. Das Plangebiet grenzt im Nordwesten an die ICE-Trasse Köln-Düsseldorf, im Norden an weitere Industriebauten und einen kleinen Park, im Osten an die Deutz-Mülheimer Str. und im Süden an die Messeallee Nord (Abb. 1). Bei den Untersuchungen 2016 wurden alle Gebäude mit Quartier- und Nistplatzmöglichkeiten in die Untersuchung miteinbezogen. Neben der Villa Charlier, nördlich der Eisenbahnlinie, gehören dazu alte Fabrikhallen, Werkstätten und Verwaltungsgebäude. Die abzureißenden Gebäude wurden von außen und, soweit begehbar, von innen begutachtet. Derzeit noch genutzte Gebäude wurden von außen begutachtet. Die im Herbst ermittelten Ergebnisse (Kartierung von Baumhöhlen, Fledermausarten und Fledermausteilhabitaten) werden in den erweiterten Artenschutz-Fachbericht miteinbezogen. Abbildung 1: Lageplan des ehemaligen KHD-Geländes, Deutz-Mülheimer Str. 129 und des Villengründstücks in Köln-Mülheim rote Pfeile (Quelle: Geoportal NRW) Dipl.-Biologin Mechtild Höller, Am Telegraf 31, Leverkusen 1 2. Vorgehen und Methoden Zu Fledermäusen und Vögeln allgemein: Am erfolgte eine Absuche der Gebäude mit Quartier- und Nistplatzpotenzial (soweit begehbar) zu indirekten (Fledermauskot, Fraßreste, Nester, Gewölle, Federn) und direkten Nachweisen zu Fledermäusen und Gebäudebrütern. 2.1 Fledermäuse Neben der Kontrolle der Keller unter der Villa Charlier, in der Halle 250, unter Gebäude 240, den Gebäuden 10 bis 17 auf Nachweise zu Fledermäusen, wurde im März 2016 im Keller unter der Halle 250 über 8 Nächte eine Horchbox, Typ D500X Pettersson, aufgestellt. Es erfolgten 4 Begehungen zur Erfassung von Fledermäusen, dabei lag das Hauptaugenmerk auf dem Nachweis von Fledermausquartieren. Für die Fledermausuntersuchung kamen folgende Geräte und Methoden zum Einsatz: Horchboxen, Ultraschalldetektor- und Sichtbeobachtung, Rufaufnahmen (ggf. Soundanalyse auf dem PC), Handscheinwerfer, Fernglas. Ultraschalldetektoren: Mittels verschiedener technischer Verfahren wandeln Fledermausdetektoren hochfrequente Ultraschalltöne (Frequenzen über 20 khz) in elektrische Signale um, die über einen eingebauten Lautsprecher für den Menschen hörbar sind. Der Vorteil der Methode ist, dass die Tiere in keiner Weise beeinträchtigt werden. Die Artansprache mit dem Detektor ist in jedem Falle durch visuelle Erfassung zu ergänzen. Bei den verwendeten Detektoren handelt es sich um die Geräte Batlogger (Elecon AG, Schweiz) und D240X (Pettersson, Schweden). Die Geräte von Pettersson arbeiten mit dem Frequenzmischerverfahren, der D240X verfügt zusätzlich über eine Zeitdehnungsfunktion. Der Batlogger liefert digitale Echtzeitaufnahmen, die später am Computer mit spezieller Software analysiert werden können. Horchboxen: Um Fledermausaktivitäten über einen längeren Zeitraum, in der Regel die gesamte Nacht, zu erfassen, kamen Horchboxen zum Einsatz. Eingesetzt wurden die Geräte HD² K von Ciel-electronique und D500X von Pettersson (Schweden). Durchführung der Kartierungen: Es wurden 2016 zwei abendliche Ausflugbeobachtungen und zwei frühmorgendliche Rückflugbeobachtungen während der Wochenstubenzeit der Fledermäuse durchgeführt. Das Fledermaus-Artenspektrum wurde mittels Sicht- und Ultraschalldetektor-Beobachtung erfasst. Nach Feststellung fliegender Fledermäuse erfolgte die Bestimmung durch visuelle Erfassung von Silhouette, Größe, Flughöhe, Flugverhalten und, sofern erkennbar, Fellfärbung (KLAWITTER & VIERHAUSEN 1981). Die akustische Bestimmung mit Ultraschalldetektoren richtet sich nach AHLÉN (1990 a, b), TUPINIER (1996), BARATAUD (2015), LIMPENS & ROSCHEN (2005) und SKIBA (2009). Die Kartierungen fanden bei günstiger Witterung statt. 2.2 Vögel Zwischen April und Juli 2016 wurden insgesamt 8 Begehungen im Plangebiet durchgeführt. Die Erfassung von Gebäudebrütern stand dabei besonders im Vordergrund. Neben der qualitativen Erfassung wurden soweit möglich Reviere der Brutvogelarten durch Erfassung von revieranzeigenden Verhaltensweisen kartiert (vgl. SÜDBECK et al. 2005). Dipl.-Biologin Mechtild Höller, Am Telegraf 31, Leverkusen 2 3. Ergebnisse 3.1 Kontrolle der Bestandsgebäude Ein Teil der zum Abriss vorgesehenen Baulichkeiten und die Villa im Norden der Bahnlinie wurden im November / Dezember 2015 nach Hinweisen auf planungsrelevante Arten, vorrangig Fledermäuse und Vögel, soweit einsehbar abgesucht. Es erfolgte die Abschätzung der Gebäude in Bezug auf deren Potenziale als Fledermausquartiere und Vogel-Brutplätze. Begutachtet wurden alle Gebäude im Geltungsbereich, die in Abb. xy (Höller 2016) nicht grün umrandet sind. Die Ergebnisse und die Karte mit den gekennzeichneten Gebäuden sind der Artenschutzrechtlichen Prüfung Stufe II hinsichtlich planungsrelevanter Arten vorrangig Fledermäuse und Gebäudebrüter, Rückbau von Gebäuden auf dem ehemaligen KHD- Gelände, Deutz-Mülheimer Str. in Köln-Mülheim (HÖLLER 2016) zu entnehmen. Am erfolgte die Nachkontrolle der vom Abriss betroffenen Gebäude mit Fledermausquartierpotenzial und mit Nistmöglichkeiten für Gebäudebrüter von innen auf Hinweise (Fledermauskot, Fraßreste, Federn, Nester, Gewölle) zu Fledermäusen und Gebäudebrütern. Der Abriss einiger Hallen soll im Juli / August 2016 beginnen. Des Weiteren wurden die Keller unter der Villa Charlier und unter Halle 251/252 in Bezug auf Fledermauswinterquartiere nachuntersucht. Abbildung 2: Ehemaliges KHD-Gelände mit nummerierten Gebäuden (Quelle: Mull & Partner) Dipl.-Biologin Mechtild Höller, Am Telegraf 31, Leverkusen 3 Die gefundenen Quartier- und Nistplatzmöglichkeiten an den einzelnen Gebäuden sind in Tabelle 1 aufgelistet. Die Gebäudenummer in Abbildung 2 werden im gesamten Text beibehalten. Tabelle 1: Ergebnisse der Gebäudebegutachtung zu Hinweisen (Fledermauskot, Fraßreste, Nester, Gewölle) auf Fledermausvorkommen und Vogelnistplätze, die Gebäude sind entsprechend Abb. 2 nummeriert Untersuchte Baulichkeiten mit Gebäudenummer 286 Villa Charlier - außen - ebenerdig - Obergeschoss - Keller Nachweise (Fledermauskot, Fraßreste, Fledermäuse) Quartiermöglichkeiten Fledermäuse Nester ungeeignet 256 entkernt Kohlmeisen Nest an Ostfassade 253, 254, 255 noch in gewerblicher Nutzung ebenerdig - Treppenhaus - Galerie - Keller außen - ebenerdig - 1. OG - 2. OG - Keller außen Westflügel - ebenerdig - Dachstuhl Ostflügel - ebenerdig - Dachstuhl außen - ebenerdig außen - ebenerdig außen - ebenerdig außen - ebenerdig 237 glatte Wände ungeeignet auf allen Ebenen kein Nachweis (s. Kap ) auf allen Ebenen kein Nachweis Fraßreste (Schmetterlingsflügel) Dach fehlt, ungeeignet ungeeignet Bemerkung entkernt, mit Brettern vernagelt Gebäude unter Denkmalschutz (Treppenhaus Abb. 10) Einflug Zwergfledermaus: Zwischenquartier Ostflügel: Ausflug Zwergfledermaus, Paarungsrufe Zwischen- / Männchenquartier SQP SQP SQP SQP Dipl.-Biologin Mechtild Höller, Am Telegraf 31, Leverkusen 4 - außen ungeeignet - ebenerdig außen - ebenerdig entfällt außen - ebenerdig entfällt - Keller (Abb. 8) ungeeignet 239 bleibt erhalten 2, 2a, 3 keine Nachweise, ungeeignet 4, 4a vermietet, gewerbliche Nutzung 9, 9a, 19, 1 vermietet, gewerbliche Nutzung Gebäudekomplex: 10, 10a, 13, 14, 15, 16, 16a, 17 - außen - ebenerdig - 1 bis 2 Obergeschosse - Kellerräume (Abb. 9) Gebäude 11 / 12 - außen - Innenräume ungeeignet ungeeignet glatte Wände, ungeeignet als Winterquartier ungeeignet entfällt entfällt ungeeignet 13 und 15 außen Nester Hausrotschwanz alle Innenräume ungeeignet 11 Nester in Mauernischen außen, Hausrotschwanz 6a, 6, 7, 8 vermietet, bleiben erhalten gewerbliche Nutzung Vermietet Entkernung fortgeschritten (Abb. 13) Besichtigung aller Kellerräume, glatte Wände, keine Mauernischen und Spalten Entkernung fortgeschritten Zusammenfassung Gebäudekontrolle Die meisten von der Planung betroffenen Gebäude wurden hinsichtlich ihrer Potenziale im Dezember 2015 untersucht und detailliert in Teil I der Artenschutzprüfung beschrieben und mit Fotos dokumentiert (HÖLLER 2016). Am erfolgte eine Nachkontrolle der Gebäude, soweit begeh- und einsehbar, zu Nachweisen (Fledermauskot, Fraßreste, Drüsensekret, Nester, Federn, Gewölle) auf Fledermausvorkommen und Gebäudebrütern. Außen: Als Fledermausquartier geeignete Spalten und Nistmöglichkeiten sind an mehreren Hallen vorhanden. Nester der Kohlmeise konnten an der westlichen Mauer von Gebäude 8, an der Ostfassade von Gebäude 256 und Nester des Hausrotschwanzes in Nischen der Gebäude 11, 13, 15 gefunden werden (vgl. Ergebnisse Avifauna). Innen: Auf dem Dachboden im Ostflügel von Halle 232 (Abb. 11) wurden am wenige Schmetterlingsflügel gefunden, die als Fraßreste von Fledermäusen hinterlassen werden können. Es wurden ein-/ausfliegende Zwergfledermäuse in den Abend- bzw. Morgenstunden an Gebäude 232 und 250 beobachtet (vgl. Ergebnisse Fledermausuntersuchung). In allen sonstigen untersuchten Hallen und Gebäuden konnten keine Nachweise (Fledermauskot, Fraßreste, Gewölle, Federn, Nester) zu Fledermäusen und Gebäudebrütern erbracht werden. Dipl.-Biologin Mechtild Höller, Am Telegraf 31, Leverkusen 5 3.2 Erfassung der Fledermausfauna Untersuchung von Kellern als Winterquartiere Am wurden die Keller der Villa Charlier und des Gebäudes Nr. 251/252 auf Quartiermöglichkeiten und Hinweisen zu Fledermäusen untersucht. Villa Charlier Zugangsmöglichkeiten zu den Kellerräumen sind durch offene Fenster gegeben. Die Räume mit Oberlichtfenster sind taghell, und es gibt nur wenige Spalten mit geringer Tiefe im Mauerwerk (Abb. 6). Auch in den dunklen Räumen gibt es keine geeigneten Spalten als Versteckmöglichkeit für Fledermäuse. Derzeit sind die Keller zudem durch die Entkernungsarbeiten im Keller und auch in den oberen Etagen der Villa stark gestört. Hinweise auf eine Nutzung des Kellers als Quartier von Fledermäusen (z.b. Kot, Kadaver, lebende Tiere, Fraßreste) wurden nicht gefunden. Insgesamt werden die Keller der Villa als nicht geeignet zum Überwintern für Fledermäuse angesehen. Keller in Gebäude Nr. 251/252 Zum Keller unter Gebäude 251/252 führt von der ebenerdigen Halle eine Treppe, die als Einflug für Fledermäuse geeignet ist (Abb.7). Die Kellerräume sind sehr vermüllt, haben keine Fenster und sind dunkel. Der Keller ist verzweigt, es gibt Spaltenverstecke im Mauerwerk und hinter Holzverkleidungen. Hinweise auf eine Nutzung des Kellers als Quartier von Fledermäusen (z.b. Kot, Kadaver, lebende Tiere, Fraßreste) wurden nicht gefunden. Da der Keller mit Spaltenverstecken und auch klimatisch (frostfrei, hohe Luftfeuchte) als Fledermauswinterquartier geeignet ist, erfolgte im März 2016 die Aufstellung und Auswertung einer digitalen Horchbox (Typ D500X, Pettersson) über 9 Nächte zur Dauererfassung von Fledermausaktivität. Hinweis: Im März beginnen die heimischen Fledermausarten aus dem Winterschlafzustand aufzuwachen, werden aktiv, kehren jedoch häufig in ihre Winterquartiere zurück. Diese Übergangsphase wurde genutzt, um eine Aussage zur Besiedlung des Kellers durch Fledermäuse zu erhalten. Wie Tabelle 2 zeigt, wurden bei der Auswertung der Horchboxaufzeichnungen keine aufgezeichneten Fledermausrufe ermittelt. Eine Besiedlung des Kellers unter Halle 251/252 durch Fledermäuse kann somit ausgeschlossen werden, zumal auch die Nachkontrollen am keine indirekten Hinweise (Fledermauskotballen, Fraßreste) zu Fledermäusen erbrachten. Tabelle 2: Ergebnisse der Horchboxauswertung im Keller unter Halle 251/252 Gebäude Dateiname Datum Rufbestimmung Halle 251/252 Keller Alle Dateien Keine Fledermausrufe Dipl.-Biologin Mechtild Höller, Am Telegraf 31, Leverkusen 6 Zusammenfassung der Kelleruntersuchungen Die Keller der Villa werden aufgrund der fehlenden Versteckmöglichkeiten (Spalten, Mauernischen) und der Helligkeit in einigen Kellern als ungeeignet für die Überwinterung von Fledermäusen angesehen. Der Keller unter Halle 251 und 252 weist die klimatischen und strukturellen (Spaltenverstecke, Nischen) Voraussetzungen für ein Winterquartier auf. Wie die Ergebnisse der Dauererfassung mit einer digitalen Horchbox D500X über 9 Nächte im März 2016 zeigen, wird der Keller nicht von Fledermäusen zum Überwintern genutzt Aus- / Einflugbeobachtungen 2015 und 2016 Im Herbst 2015 erfolgten drei abendlich / nächtliche Ausflug- / Schwärmbeobachtungen. Im Frühjahr / Sommer 2016 wurden während der Wochenstubenzeit (Aufzucht der Jungtiere) die ehemaligen Werkhallen und sonstigen Gebäude sowie die Villa Charlier an 2 Abenden auf ausfliegende Fledermäuse und zweimal vor Sonnenaufgang auf rückfliegende, schwärmende Fledermäuse beobachtet. Um alle relevanten Gebäudeteile beobachten zu können, wurden wegen des kurzen Zeitfensters des Fledermausausflugs bzw. Rückflugs die Untersuchungen von 3 Fachbearbeitern durchgeführt. Die Beobachtungsstandorte wurden regelmäßig gewechselt. Während und nach den Ausflug- und Rückbeobachtungen wurde das Fledermaus- Artenspektrum mittels Ultraschalldetektoren- und Sichtbeobachtung erfasst. Parallel zu den Kartiergängen erfolgte die Aufstellung von 2 Horchboxen (Typ HD² K) über die ganze Nacht an Halle 232 und Halle 230. Auf Eulen wurde geachtet. Die Untersuchungen fanden bei geeignetem Wetter an folgenden Tagen statt: : Ausflug-/Schwärmbeobachtung : Ausflug-/Schwärmbeobachtung : Ausflug-/Schwärmbeobachtung : Ausflugbeobachtung, ganznächtiger Einsatz von 2 Horchboxen : Ausflugbeobachtung, ganznächtiger Einsatz von 2 Horchboxen : Rückflug-/Schwärmbeobachtung, ganznächtiger Einsatz von 2 Horchboxen : Rückflug-/Schwärmbeobachtung, ganznächtiger Einsatz von 2 Horchboxen Die Ergebnisse der Horchboxen werden in Kap beschrieben. Nachgewiesen wurden 2015 / 2016 zwei Fledermausarten: Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) und Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii). Gefährdung und Schutz der beiden Arten werden hier kurz beschrieben. Die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) präferiert Quartiere an Gebäuden. Die Zwergfledermaus ist in der Roten Liste NRW (MEINIG et al. 2011) und BRD (MEINIG et al. 2009) nicht gefährdet (*) eingestuft. Zwergfledermäuse sind gemäß FFH-Richtlinie, Anh. IV (92/43/EWG) streng geschützt. Quartierverlust, Verfolgung der Tiere, Biotopveränderungen und Insektizidbelastung gelten als Gefährdungsursachen. Zu schützen und zu erhalten sind u.a. bekannte Sommer- und Winterquartiere in/an Häusern und alte Baumbestände mit Höhlen und loser Borke (MESCHEDE & HELLER 2000, TAAKE & VIERHAUS 2004). Laut LANUV (2016) weist die Zwergfledermaus in der atlantischen biogeographischen Region von NRW einen günstigen Erhaltungszustand auf. Dipl.-Biologin Mechtild Höller, Am Telegraf 31, Leverkusen 7 Vorkommen im Untersuchungsgebiet: Bei den Kartiergängen im Herbst 2015 und im Frühjahr / Sommer 2016 konnten jagende Zwergfledermäuse ab der frühen Dämmerung an den Gehölzen um die Villa im Norden des Untersuchungsgebiets, um die Gebäude 231, 232, 249 bis 252, an den Bäumen nördlich von Gebäude 9, 9a, 19 beobachtet werden. Am und flogen zwischen Uhr und Uhr mehrere Zwergfledermäuse an der Bahnstrecke entlang in Richtung Südwesten. Am , und wurden an der Nordseite von Gebäude 232 jeweils zwei ausfliegende Zwergfledermäuse beobachtet. Am konnte eine einfliegende Zwergfledermaus an der Südseite von Gebäude 250/251 beobachtet werden. Eine Besiedlung der Gebäude 232/230/250 durch eine größere Zwergfledermauspopulation, z.b. durch eine Zwergfledermaus-Wochenstube, lässt sich aufgrund der Untersuchung 2015 und 2016 sicher ausschließen. Gebäude 232 und 230 werden nach den Ergebnissen der Horchboxen als Paarungsquartier von Zwergfledermäusen genutzt (vgl. Kap Ergebnisse Horchboxen). Am und konnten zwei aus dem Dach der Villa (286) ausfliegende Zwergfledermäuse beobachtet werden. Die Villa wurde zwischenzeitlich entkernt und alle Öffnungen mit Brettern verschlossen. Die Untersuchungen im Frühjahr / Sommer 2016 erbrachten keinen Nachweis von Fledermäusen, die aus der Villa (Gebäude 286) flogen bzw. in die Villa einflogen. Jedoch ergaben die morgendlichen Untersuchungen Hinweise darauf, dass die hier beobachteten Zwergfledermäuse in eine Baumhöhle an einer Kastanie nahe bei der ICE-Trasse oder in sonstige Höhlenbäume einflogen. Im südlichen Bereich des Geltungsbereichs (Künstlerkolonie, Halle 9) wurde sowohl im Herbst 2015 als auch im Frühjahr / Sommer 2016 sehr wenig Fledermausaktivität beobachtet.
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