Untersuchungsbericht und Messprotokoll

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Untersuchungsbericht und Messprotokoll von baubiologischen Messungen der Innenraumluft eines schadstoffarmen und MCS-gerechten Neubaus BV: P. + V. Hintze Erlenweide 7 D Salzweg-Straßkirchen Messdatum:
Untersuchungsbericht und Messprotokoll von baubiologischen Messungen der Innenraumluft eines schadstoffarmen und MCS-gerechten Neubaus BV: P. + V. Hintze Erlenweide 7 D Salzweg-Straßkirchen Messdatum: Untersuchungsbericht vom Seite 1 Untersuchungsobjekt: Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung Erlenweide Salzweg-Straßkirchen Proberaum: Offene Küche/Esszimmer (Raumgröße ca. 45 m²), noch ohne Innentüren. Es handelt sich um einen Neubau der im November 2009 innen fertig gestellt wurde. Probenahmedatum: Die Raumluftproben wurden am durch Gutachter Dipl.-Ing. Volkmar Hintze entnommen. Luftdruck: 944,1 hpa, Raumlufttemperatur: 17,5 C, relative Raumluftfeuchte 44,1% Untersuchungsziel: Überprüfung der flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) in der Innenraumluft. Untersuchungsergebnisse: Probenahme: Die Probenahme erfolgte durch den Gutachter mit kalibrierten Probenahmeeinrichtungen in in Anlehnung an die DIN 4300 Blatt 1 u. 6. Die Analysen wurden in einem zertifizierten Umweltlabor (AGÖF) durchgeführt Bestimmungsgrenzen Die angegebenen Bestimmungsgrenzen beziehen sich auf die in den Standard- Prüfverfahren des ARGUK-Qualitätssicherungs-Handbuchs vorgegebenen Mindest- Einwaagen bzw. -Probeluftvolumina. Bei Unterschreitung dieser Maßgaben erhöhen sich die Bestimmungsgrenzen im reziproken Verhältnis. Präzision und Richtigkeit Die nach den Standard-Prüfverfahren zu erzielende Präzision liegt zwischen 2% und 12%, die Richtigkeit zwischen 85% und 115%. Die mit Screening bezeichneten Posten (=Übersichtsanalysen) enthalten bezüglich der Probenaufreinigung abkürzende Abweichungen von den zu Grunde liegenden Standard-Prüfverfahren. Die im Screening zu erreichende Präzision liegt deshalb zwischen 10% und 40%, die Richtigkeit zwischen 70% und 130%. Analysenwerte im Bereich der doppelten Bestimmungsgrenze können bis ± 80% vom wahren Wert abweichen. Bewertungsgrundlagen: Zur Beurteilung einer Schadstoffbelastung existieren bis auf wenige Ausnahmen keine Grenz- oder Richtwerte. Deshalb wird auf statistisch abgeleitete Orientierungswerte (ARGUK-Orientierungswerte OW), Orientierungswerte AGÖF und Richtwerte SBM 2008 zurückgegriffen, die nicht toxikologisch hergeleitet, sondern unter dem Aspekt der Gesundheitsvorsorge zu verstehen sind. Sie bedeuten keine Grenz- oder Richtwerte. Das Auftreten gesundheitlicher Beschwerden kann mit einer Überschreitung eines Orientierungswertes nicht ohne weiteres in Zusammenhang gebracht werden. Zur Bewertung wurden jeweils die niedrigsten Orientierungswerte herangezogen. Untersuchungsbericht vom Seite 2 ARGUK OW I: Dieser Orientierungswert leitet sich von dem 50er Perzentil der Messwertverteilung eines nicht anlassbezogenen Raumluft-Kollektivs ab, d.h. 50% aller Messwerte liegen unterhalb dieser Größe. Der Orientierungswert OW I kann als Durchschnittsbelastung angesehen werden. Eine Verringerung der Innenraum-Belastung kann z.b. durch häufigeres Lüften oder Staubsaugen erreicht werden. AGÖF P50 (Normalwert) Der Normalwert stellt die durchschnittliche Belastungssituation im betrachteten Kollektiv dar. Er entspricht dem 50-Perzentilwert. Auch eine Luftkonzentration im Bereich des Normalwertes geht in der Regel auf eine oder mehrer Quellen zurück, jedoch wird im Allgemeinen ein ausreichendes Indiz für einen Handlungsbedarf im Sinne einer Minimierung gesehen. SBM 2008: Baubiologische Werte sind als Vorsorgewerte zu sehen. Sie beziehen sich auf Schlafbereiche und basieren auf baubiologischen Erfahrungs- und Wissenstand und orientieren sich am Erreichbaren. Unauffällige Werte bieten ein Höchstmaß an Vorsorge. Sie entsprechen den natürlichen Umweltmaßstäben oder dem häufig anzutreffenden und nahezu unausweichlichen Mindestmaß zivilisatorischer Einflüsse. AnBUS: Gemeinnütziges Institut Analyse und Bewertung von Umweltschadstoffen e.v. (Nürnberg) und Mitglied in der AGÖF bewertet viele Innenraumstoffe. Sofern keine anderen Orientierungswerte vorliegen, wird auf den AnBUS Normalwert bzw. Hintergrundwert zurückgegriffen Sofern toxikologisch abgeleitete Richtwerte oder rechtlich verbildliche Grenzwerte vorliegen, sind diese deutlich höher und werden nicht zur Bewertung herangezogen. Untersuchungsbericht vom Seite 3 Ergebnisse: Niedere und mittlere Fettsäuren: Prüfverfahren ARGUK 10906: Untersuchung von Raumluft auf niedere und mittlere Organische Säuren Nach Probenahme auf Florisil. Standardsammelvolumen 200 L. Desorption mit Aceton/BSA. Analyse mittels Kapillargaschromatographie und Flammenionisations-Detektor (GC/FID). Kalibration und Gehaltsbestimmung über externe Standards. Ergebnis Probenart Raumluft Einstufung PV: 113,2 l Orientierungswerte für Raumluft ARGUK OW I AGÖF Normal P50 SBM 2008 Fettsäuren Hexansäure nn Ri, Rz 3,7 0,1 Heptansäure nn Ri 0,20 0,1 Octansäure nn Ri 0,20 0,1 Nonansäure 0,23 Ri 0,58 0,1 Decansäure nn Ri, Rz, 0,28 0,1 Haut Undecansäure nn Ri, Rz, 0,1 Haut Dodecansäure nn Ri, Rz, 0,1 Haut Summe C6 - C12 0,2 Konzentrationen in µg/m³; n.n. nicht nachweisbar, kleiner als Bestimmungsgrenze BG Ri: Riechstoff; Rz: Reizung der Augen und Atemwege; Haut: Reizung der Haut BG Untersuchungsbericht vom Seite 4 Flüchtige organische Verbindungen (VOC) Prüfverfahren ARGUK 10106: Untersuchung von Raumluft auf Flüchtige Organische Verbindungen (FOV) / Volatile Organic Compounds (VOC). [Aktive Probenahme] Nach Probenahme auf Aktivkohle. Standardsammelvolumen 50 L für unpolare FOV (UFOV / NVOC), 100 L für polare FOV (PFOV / PVOC). Desorption mit Schwefelkohlenstoff / Methanol für unpolare FOV (UFOV / NVOC), Desorption mit Dichlormethan / Methanol für polare FOV (PFOV / PVOC). Analyse mittels Kapillargaschromatographie und Flammenionisations- / Elektroneneinfang- Detektor (GC/FID/ECD) sowie Massenspektrometrie (GC/MS). Kalibration und Gehaltsbestimmung über externe Standards. Ergebnis Flüchtige organische Verbindungen (VOC) Einwertige Alkohole PV= 88,5 l AGÖF Normal P 50 SBM 2008 Desorbens 1-Butanol nn DCM 1 3-Methyl-1-Butanol nn DCM 1 1-Pentanol nn DCM 1 2-Propyl-1-Pentanol nn DCM 1 1-Hexanol nn DCM 1 2-Ethyl-1-Hexanol nn DCM 1 1-Heptanol nn DCM 1 1-Octanol nn DCM 1 1-Octen-3ol nn DCM 1 1-Nonanol nn DCM 1 2-Nonanol nn DCM 1 Benzylalkohol nn DCM 1 2-Phenyl-Ethanol nn DCM 1 Carbonsäureester Butylforminat nn DCM 1 2-Ethylhexylacetat nn DCM 1 n-butylpropionat nn DCM 1 Methylmethacrylat nn DCM 1 Dimethylsuccinat nn DCM 1 Dibutylmaleinat nn DCM 1 Dimethyladipat nn DCM 1 Diisobutyladipat nn DCM 1 Dimethylpimelat nn DCM 1 TEXANOL (2,2,4-Trimethyl-1,3 Pentandiolmonoisobutyrat) nn DCM 1 TXIB (2,2,4-Trimethyl-1,3 Pentandiol-diisobutyrat) nn DCM 1 Methylbenzoat nn DCM 1 Dimethylphthalat nn DCM 1 Diethylphthalat nn DCM 1 Di n-butylphthalat nn DCM 1 Di-i-butylphthalat nn DCM 1 BG Untersuchungsbericht vom Seite 5 Mehrwertige Alkohole AGÖF Normal SBM ,2-Propylenglykol (1,2 PG) nn DCM 1 Dipropylenglykol (DPG) nn DCM 1 2,2,4-Trimethyl-1,3-Pentandiol nn DCM 1 Ether mehrwertiger Alkohole Ethylenglykolmonoethylether (EGME) nn DCM 1 Ethylenglykolmonoisopropylether (EGMiP) nn DCM 1 Ethylenglykolmonobutylether (EGMB) nn DCM 1 Ethylenglykolmonophenylether (EGMP) nn DCM 1 Ethylenglykoldiphenylether (EGDP) nn DCM 1 Diethylenglykolmonomethylether (DEGMM) nn DCM 1 Diethylenglykolmonoethylether (DEGME) nn DCM 1 Diethylenglykolmonobutylether (DEGMB) nn DCM 1 Triethylenglykolmonobutylether (TEGMB) nn DCM 1 Propylenglykolmonomethylether (PGMM) nn DCM 1 Propylenglykolmonopropylether (PGMPr) nn DCM 1 1,2-Propylenglykolmonobutylether (PGMB) nn DCM 1 1,2-Propylenglykolmonotert-butylether (PGMtB) nn DCM 1 Dipropylenglyklolmonomethylether (DPGMM) nn DCM 1 Dipropylenglykolmonobutylether (DPGMB) nn DCM 1 Tripropylenglykolmonomethylether (TPGMM)A nn DCM 1 Tripropylenglykolmonobutylether (TPGMB) nn DCM 1 Etherester mehrwertiger Alkohole Ethylenglykolmonomethyletheracetat (EGMMA) nn DCM 1 Ethylenglykolmonoethyletheracetat (EGMEA) nn DCM 1 Ethylenglykolmonobutyletheracetat (EGMBA) nn DCM 1 Diethylenglykolmonobutyletheracetat (DEGMBA) nn DCM 1 Propylenglykolmonomethyletheracetat (PGMMA) nn DCM 1 Dipropylenglykolmonomethyletheracetat nn DCM 1 (DPGMMA) Konzentrationen in Mikrogramm/m³ (µg/m³) nn: nicht nachweisbar, weniger als Bestimmungsgrenze BG Untersuchungsbericht vom Seite 6 Aldehyde 2-Ethyl-1-Hexanal nn DCM 0,1 Furfural nn DCM 0,1 Benzal 0,42 DCM 0,1 Ketone 2-Hexanon nn DCM 1 2-Heptanon nn DCM 1 3-Heptanon nn DCM 1 3-Octanon nn DCM 1 Acetophenon nn DCM 1 Benzophenon nn DCM 1 Cyclohexanon nn DCM 1 3,3,5-Trimethyl-Cyclohexanon nn DCM 1 N-Methyl-2-Pyrrolidon nn DCM 1 Siloxane AGÖF Normal AnBUS Hintergrund/ Normal Hexamethylcyclotrisiloxan (D3) nn DCM 1 Octamethylcyclotetrasiloxan (D4) 4,7 1,4 DCM 1 Decamethylcyclopentasiloxan (D5) 3,0 4,3 DCM 1 Dodecamethylcyclohexasiloxan (D6) 2,0 DCM 1 Summe : 5/ 10 Sonstige (semi-quantitaiv) Trimethyl-2-hexen 7,5 DCM 1 Pentamethyl-Heptan 8,5 DCM 1 m+p-xylol 1,5 DCM 1 Ethylbenzol 3,8 DCM 1 Toluol 11 DCM 1 delta-3-caren 5,6 DCM 1 α-pinen 14 DCM 1 ß-Pinen 4,0 DCM 1 Konzentration in Mikrogramm/m³; (µg/m³) nn: nicht nachweisbar, weniger als Bestimmungsgrenze BG n : weniger als *: semiquantitativ ** nicht kalibriert im VOC-Programm Verfahrensfehler +/- 10%; Desorbens: DCM: Dichlormethan/Methanol CS2: CS 2/Methanol Untersuchungsbericht vom Seite 7 Aldehyde: Probenart Probenahmeraum Probenvolumen Raumluft 58,4 l Prüfverfahren ARGUK 10602: Untersuchung von Raumluft auf Aldehyde und Ketone Nach Probenahme auf Dinitrophenylhydrazin (DNPH)-Kartusche. Standardsammelvolume 50 L. Desorption mit Acetonitril. Analyse mittels Hochdruckflüssigkeitschromatographie und UV-Detektion (HPLC/UV). Kalibration und Gehaltsbestimmung über externe Standards. Ergebnis Flüchtige Raumluft AGÖF Normal P 50 SBM 2008 organische / Verbindungen Labor-Nr Einstufung Geruchsschwelle Aldehyde Formaldehyd 5,9 32,5 20 Rz 1 Acetaldehyd 12 23,0 Rz Acrolein nn Ri 1 Propanal nn Ri 1 Methacrolein nn Ri 1 Butanal/Crotanal 1,6 3,0 Ri Methyl-Butanal nn Ri 1 3-Methyl-Butanal nn Ri 1 Benzal nn Ri Pentanal 5,1 5,0 Ri 22 1 p-tolual 1,0 Ri 1 Hexanal 6,0 14,0 Ri 58 1 trans-2-heptenal nn Ri 1 Heptanal 1,2 2,0 Ri 23 1 Octanal 1,2 3,0 Ri 7 2 Nonanal 4,1 7,0 Ri 14 2 Decanal 1,0 2,0 Ri 6 2 Konzentrationen in Mikrogramm/m³; nn nicht nachweisbar, kleiner als Bestimmungsgrenze BG; Ri: Riechstoff; Rz: Reizung der Augen und Atemwege; Haut: Reizung der Haut. Verfahrensfehler +/- 10%; BG Untersuchungsbericht vom Seite 8 Bewertung: Flüchtige organische Verbindungen: In der Innenraumluft lassen sich heute weit über hundert flüchtige organische Verbindungen (VOC) nachweisen, die aus verschiedenen Quellen (Baustoffen) in die Raumluft emittiert werden. Unter flüchtigen organischen Verbindungen werden u.a. zusammengefasst: Kohlenwasserstoffe Terpene Höhere Aldehyde Halogenierte Kohlenwasserstoffe Alkohole Ester (monofunktionell) und Ketone Ester und Ether mehrwertiger Alkohole (Glykolverbindungen) Siloxane Phenole/ Kresole Acrylate Es wurden in der Raumluftuntersuchung keine ein- und mehrwertigen Alkohole, Carbonsäurester, Ether, Etherester und Ketone nachgewiesen Ethylbenzol /Toluol: Ethylbenzol ist ein gängiges Lösemittel für verschiedene Farben und Anstrichmittel, es ist außerdem in polymeren Materialien, wie Fußbodenbelägen und -rückenmaterialien zu finden. Toluol findet als Grundchemikalie in der chemischen Synthese und als Lösungsmittel breite Verwendung. Es wird in Klebern und Lacken sowie Möbelpflegemitteln verwendet. Außerdem in Druckfarben (frische Printmedien). Beide Chemikalien waren in der Raumluft nachweisbar, wobei Ethylbenzol gering erhöht (über Normalwert) war und Toluol im Normalbereich lag. Es ist davon auszugehen, dass ein Handwerker einen lösemittelhaltigen Kleber (in geringem Umfang) verwendet hat. Untersuchungsbericht vom Seite 9 Terpene: Terpene gehören ebenfalls zu den ungesättigten Kohlenwasserstoffen. Aufgrund ihrer natürlichen Herkunft werden Sie jedoch von diesen unterschieden. Sie sind Bestandteile etherischer Öle und in der Regel geruchsintensiv. In Innenräumen gelangen sie als Lösemittel für Naturfarben oder als Ausdunstungen aus frischem Holz. Problematisch ist insbesondere das Delta-3-Caren das in Nadelholz enthalten ist, sensibilisierend, daher i.d.r. in Naturfarben nicht mehr enthalten. Pinene stammen aus frischem Nadelholz, und sind Hauptbestandteil von Terpentinölen. Limonen ist hauptsächlich in den Schalen von Zitrusfrüchten enthalten und wird als Lösemittel in Naturfarben und Zitrus-Duft in Reinigungsmitteln und Kosmetika eingesetzt. Die nachgewiesenen Terpene sind in der Raumluft gering erhöht. Sie stammen aus den verarbeiteten Holzwerkstoffen (Lärchenfenster, Tanne-Kehlbalkendecke) Höhere Aldehyde: Aufgrund ihrer relativ niedrigen Geruchsschwelle besitzen Aldehyde eine erhebliche Bedeutung für die Qualität der Innenraumluft Insbesondere n-hexanal stellt eine Leitkomponente dar, wenn die Geruchsbelästigungen mit Aldehyden in Verbindung gebracht werden können. Im Vergleich zu anderen Aldehyden wie Furfural und Benzaldehyd weisen die höheren aliphatische Aldehyde eine vergleichsweise geringe Toxizität auf. Quellen sind einerseits Materialien aus Holz und zellulosischem Material wie Paneele, Laminat, Fertigparkett oder OSB-Platten, bei denen die Aldehyde produktionsbedingt aus Restbeständen von Harzen entstehen. Hierbei treten in geringeren Konzentrationen auch ungesättigten Aldehyde und Ketone auf, die teilweise extrem niedrige Geruchsschwellen besitzen - z.b. 1-Nonen-3-on = 0,02 µg/m³ - und somit bereits in Spuren einen deutlichen Beitrag zu der Geruchsbelastung liefern. Weitere Quellen sind Produkte auf Basis von Leinöl, das beispielsweise als Bindemittel in Naturfarben und zur Herstellung von Linoleum eingesetzt wird. Ausreichend ausgereifte Produkte sind jedoch unproblematisch. Neben diesen Beispielen der Freisetzung von Aldehyden aus nachwachsenden Rohstoffen können auch synthetische Materialien als Ursache hierfür verantwortlich gemacht werden. So konnten Phthalate, die als Weichmacher-Bestandteil von PVC-Bodenbelägen sind auf zu feuchten Estrichen hydrolisiert und allmählich in die entsprechenden Aldehyde (Ethylhexanal) oxidiert werden. Auch Low Density Polyethylen (LDPE) kann unter ungünstigen Umständen im Kontakt mit Metallen als Katalysator durch radikalische Zersetzung in olefinische Bruchstücke und anschließende Oxidation in die entsprechenden Aldehyde eine unerwartete Geruchsproblematik verursachen. Die nachgewiesenen Raumluftkonzentration liegen alle deutlich unter den Normalwerten AGÖF. Untersuchungsbericht vom Seite 10 Formaldehyd / Acetaldehyd: Formaldehyd ist eine gasförmige, organische Verbindung, die in der Natur u. a. bei der unvollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material entstehen kann. Es zählt trotz umfangreicher Reglementierungen immer noch zu den bedeutsamen Innenraumschadstoffen und wird in Innenräumen bis hin zu Konzentrationen im Bereich der maximalen Arbeitsplatzkonzentration in Höhe von 0,5 ppm nachgewiesen. Formaldehyd zählt daher zu den Innenraumverunreinigungen, die in einem vergleichsweise geringen Sicherheitsabstand zu bestehenden Arbeitsplatzgrenzwerten in Innenräumen auftreten. Während die Überschreitung des Grenzwertes nach Chemikalienverbotsverordnung für Holzwerkstoffe bei Spanplatten derzeit kaum mehr zu beobachten ist, wird vor allem bei Leim- und Sperrhölzern, verleimten Parkettdielen, OSB-Platten und Laminatböden sowie Holzwerkstoffen, die mit säurehärtenden Lacken behandelt wurden, der Grenzwert für das Verbot des Inverkehrbringens, bestimmt nach EN 717/2 für beschichtete Holzwerkstoffe und Leimhölzer, erreicht oder überschritten. Obwohl es in der Diskussion über Holzwerkstoffplatten immer wieder auftaucht, treten in Massivhölzern keine relevanten Formaldehydkonzentrationen auf.48 Nach wie vor ein Problem ist Formaldehyd in Fertighäusern, insbesondere der 60er, 70er und frühen 80er Jahre.49 Neben quellspezifischen Größen wie die Quellstärke besitzen die raumklimatischen Parameter Luftwechsel, Raumtemperatur, Quellentemperatur, rel. Luftfeuchte und Anströmgeschwindigkeit der Luft an potentielle Quellen einen maßgeblichen Einfluss auf die sich im Innenraum einstellende Ausgleichkonzentration. Die sich einstellenden Raumluftkonzentrationen sind neben der Quellstärke und Raumbeladung auch abhängig von raumklimatischen Bedingungen wie Luftwechsel, Luftfeuchte und Raumtemperatur. Das Problem formaldehydhaltiger Werkstoffe das Formaldehyd Bestandteil der eingesetzten Harze und Kunststoffe ist. Diese Harze werden vor allem bei Zutritt von Feuchtigkeit (Luftfeuchtigkeit) zersetzt und Formaldehyd wird freigesetzt, solange das jeweilige Kunstharz noch vorhanden ist. Die Aufnahme von Formaldehyd erfolgt überwiegend über die Atmung. Es wird im Atemtrakt vollständig aufgenommen. Die Ausscheidung erfolgt teilweise nach Metabolisierung zu Ameisensäure über den Urin, teilweise als Kohlendioxid über die Lunge. Bei langandauernder Formaldehyd-Exposition können sich folgende Symptome zeigen: Husten, Kopf- und Ohrenschmerzen, Nasen- und Halsentzündungen. Dazu sind allgemeine Zeichen des Unwohlseins wie Atem- und Kreislaufbeschwerden, Schwindelgefühl, Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Schlaflosigkeit, Nervosität, Depressionen, Stressanfälligkeit, Störungen des Erinnerungsvermögens sowie allergische Erkrankungen (auch Asthma) möglich. Chronische Belastung mit ständiger Reizung der Atmungsorgane lässt die Schleimhäute anfällig werden gegenüber Pollen, Schimmelpilzen und anderen Umweltgiften. Dies führt wiederum zu weiteren allergischen Reaktionen. Als Folge chronischer Einwirkung sind auch Nieren-, Leber- und Lungenschäden möglich. Bei Personen mit einem gestörten Formaldehydstoffwechsel wurden Störungen des zentralen Nervensystems beobachtet: Konzentrationsstörungen, Wortfindungsstörungen, Untersuchungsbericht vom Seite 11 Übelkeit, Unruhe (häufig mit Diarrhöe), auch Erbrechen. Diese Symptome werden oft als psychosomatische Beschwerden gedeutet. Formaldehyd und Acetaldehyd wurde nur in sehr geringer Konzentration (Hintergrundwert) in der Raumluft nachgewiesen. Siloxane:: Siloxane treten immer häufiger bei Analysen der Innenraumluft auf. Quellen sind insbesondere Möbellacke, in denen sie als Additive zur Verminderung der Oberflächenspannung, der Verbesserung des Verlaufes oder der Erhöhung der Kratzfestigkeit zugesetzt werden, Siliconprodukte beispielsweise zur Hydrophobierung von Baustoffen, Fugendichtmassen und Produkte des persönlichen Bedarfes. So enthalten Deoroller bis zu 60 Gewichtsprozent an Siloxanen. Daten zur toxikologischen Bewertung dieser Substanzen in der Innenraumluft liegen bisher nicht vor. Siloxane wurden in einer Konzentration unterhalb des Normalwertes nachgewiesen. Fettsäuren: Fettsäuren sind Bestandteil von Seifen, Tensiden, Schmierstoffe, Epoxid- und Alkydharzen, Anstrichmitteln wie Farben und Lacke, und Weichmachern. Niedere bis mittlere Fettsäuren sind bei Raumtemperatur flüssig oder fest und zeichnen sich durch einen penetranten schlechten Geruch aus. Höhere Fettsäuren sind fest und geruchlos. Die Siedepunkte liegen meist über 200 C. Langkettige Fettsäuren im Hausstaub stellen eine wichtige Quelle für eine Vielzahl kurzkettiger Abbauprodukte dar, wobei zwei Prozesse eine wichtige Rolle spielen. Zum einen findet ein Abbau durch mikrobakterielle Aktivität statt, zum anderen können langkettige Fettsäuren auch thermisch zersetzt werden, wenn sich Staub auf heißen Oberflächen wie Heizkörpern oder Lampen niedergelassen hat. Bei diesen Prozessen entstehen niedermolekulare Aldehyde, Carbonsäuren, Ketone und Alkohole, die für den oftmals muffigen oder ranzigen Geruch von Hausstaub und Raumluft verantwortlich sind. Im Bereich der Fettsäuren wurde lediglich Nonansäure in einer geringer Konzentration (deutlich unter Normalwert) nachgewiesen. Untersuchungsbericht vom Seite 12 Fazit: Ziel der Untersuchung war, den fertigen Neubau (ohne Innentüren und Möblierung) auf vorhandene flüchtige Schadstoffe hin zu untersuchen. Durch die Wahl des Untersuchungszeitpunktes war das Untersuchungsergebnis nur auf die verw
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