Verein Waldkinder Zillertal

Please download to get full document.

View again

of 20
All materials on our website are shared by users. If you have any questions about copyright issues, please report us to resolve them. We are always happy to assist you.
Categories
Published
Verein Waldkinder Zillertal Erzieht eure Kinder nicht dazu reich zu werden. Erzieht eure Kinder dazu glücklich zu sein. Wenn sie erwachsen sind, sollen sie nicht den Preis der Dinge, sondern ihren eigenen
Verein Waldkinder Zillertal Erzieht eure Kinder nicht dazu reich zu werden. Erzieht eure Kinder dazu glücklich zu sein. Wenn sie erwachsen sind, sollen sie nicht den Preis der Dinge, sondern ihren eigenen Wert kennen. Vorwort: Unsere Kinder sind die Erwachsenen von morgen. Wir dürfen unsere Kinder ein Stück auf ihrem Weg zum Erwachsenen begleiten, und natürlich wünschen wir uns alle, dass wir ihnen für ihr zukünftiges Leben etwas Sinnvolles mitgeben können. Einen symbolischen Rucksack voller Werkzeuge, auf die sie immer wieder zurückgreifen können, um im Leben zu bestehen. Kinder auf ihrem Weg zum Erwachsenen begleiten zu dürfen stellt also eine große Herausforderung dar. Die Welt verändert sich. Die Problemstellungen, mit denen unsere Gesellschaft konfrontiert wird, sind komplex. Unser Leben wird zusehends geprägt von Leistungs- und Erfolgsdruck in einer immer schneller werdenden Konsum- und Wegwerfgesellschaft ohne Rücksicht auf Menschen, die dieser Schnelllebigkeit nicht gewachsen sind. Unser Wert wird gemessen an unserer Belastbarkeit, unserer Leistung und dem daraus resultierenden Erfolg, der allerdings sehr kurzweilig ist. Im ständigen Wettbewerb gilt es, sich auf Dauer zu behaupten, sonst wird man von Schnelleren und Besseren überholt und kann nicht mehr Schritt halten. Soziale Kontakte verlagern sich mehr und mehr in virtuelle Welten, die einen Realitätsbezug verschwimmen lassen. Die Prioritäten haben sich eben verändert. Man will nichts versäumen und immer up to date sein. Über Smartphones ist man jederzeit und überall erreichbar und aufgefordert, schnell auf Nachrichten zu reagieren. Dabei bedienen auch schon Kinder wie selbstverständlich Handys, Computer und i-pads bevor sie überhaupt schreiben und lesen lernen, meist bevor sie sprechen können. Die Tiefe eines Gespräches und ein Gefühl für die Befindlichkeit des Gegenübers gehen dabei verloren. Die feinen Nuancen und Botschaften zwischen den Zeilen können nicht mehr wahrgenommen werden. Zur Wahl steht gefällt mir oder... nichts. Globalisierung, Weltmarkt, Finanzkrise sind die großen Schlagworte unserer Wirschaft. Die Schnelllebigkeit unseres technisierten Lebens findet natürlich auch im Konsum seine tiefgreifenden Auswirkungen. Die Gleichgültigkeit und Rücksichtslosigkeit gegenüber unserer Umwelt und unserer Mitmenschen scheint kaum Grenzen zu kennen, wenn es um den billigsten Anbieter geht. Nur sehr langsam dämmert uns, dass wir auf diese Weise nicht mit unseren Mitmenschen, unserer Erde und ihren Ressourcen umgehen können. Das sind nur ein paar Beispiele für große Probleme in unserer Gesellschaft, die sich immer stärker heraus kristallisieren und die wir unseren Kindern hinterlassen. Auf die meisten der Probleme haben wir noch keine Antworten bzw. nur Lösungsansätze, die zwar Symptome aber nicht die Ursachen aufgreifen. Die Folgen begegnen uns täglich und haben verschiedenste Gesichter: Psychische Erkrankungen steigen rasant an, obwohl wir noch nie so reich waren und uns noch nie so viel leisten konnten. Übergewicht und die Folgeerkankungen werden zu Volkskrankheiten, während immer noch täglich tausende Menschen verhungern. Menschen zweiter Klasse werden in ihrer Gesellschaftsschicht zementiert und finden keinen Ausweg mehr. An den Grenzen von Europa wird mehr Geld in ein hochtechnisiertes Abwehrsystem gegen die Bedrohung der Flüchtlinge investiert als in ein gut funktionierendes Asylsystem. Die Gewaltbereitschaft vieler Menschen steigt. Im Gegenzug sinkt die Zivilcourage. Ein 8. Kontinent aus Müll, der größer als Europa ist, treibt im Meer. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem ein Umdenken dringend notwendig ist. Deshalb stellt sich die Frage, wie wir selber umdenken und unseren Kindern andere Wege aufzeigen können. Wie können wir trotz dieser Entwicklung unseren Kindern soziale Kompetenzen lernen, damit sie selber in ihrem Leben nicht straucheln und dabei das Feingefühl für ihre Mitmenschen nicht verlieren? Wie können unsere Kinder erkennen welchen Wert Dinge haben? Welche Ideen können wir ihnen mitgeben, um mit ihrem Lebensraum nachhaltig umzugehen? Es ist an der Zeit, dass wir uns mit Lösungen auf vielen Ebenen beschäftigen. Natürlich sind hier in erster Linie die Politik und die Wirtschaft gefordert. Sehr viel zum Umdenken kann aber auch die Erziehung beitragen. Ein Beispiel: Wer kann sich nicht daran erinnern, wie wir in der Schule vor cirka 25 Jahren davon überzeugt wurden, Müll zu trennen und unsere Eltern mit uns trennen lernten. Heute ist ein Haushalt ohne Mülltrennung in Österreich nicht mehr vorstellbar. Es sind also die kleinen Schritte die verändern und auf Dauer Großes bewirken. Die Natur als Entwicklungsraum wieder in den Vordergrund zu bringen, um Kinder auf ihr Leben optimal vorzubereiten, ist eine wichtige Erkenntnis der meisten neuen Erziehungsstudien. Um sich mit dem, was das Leben bietet, verbunden fühlen zu können, muss ein Kind die Gelegenheit bekommen, diese Verbundenheit selbst, also am eigenen Leib und mit allen Sinnen, zu erfahren. (Renz-Polster,Hüther;2013,S. 33) Kinder, die bereits von klein auf ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen und ihre eigenen Grenzen kennen lernen können, tun sich später auch leichter, zu spüren, was ihnen gut tut. Sie halten Belastungen, Stress oder Druck besser Stand. Sie haben eigene Lösungen entwickelt und ausprobiert und können auf ein größeres Repertoire an Handlungsstrategien zurückgreifen. Und wo könnte ein Kind am eigenen Leib und mit allen Sinnen diese notwendigen Erfahrungen besser machen, wenn nicht im Wald und in der Natur? Natur ist für Kinder so essentiell wie gute Ernährung... Hier stoßen die Kinder auf vier für ihre Entwicklung unverhandelbare Quellen: Freiheit, Unmittelbarkeit, Widerständigkeit, Bezogenheit. Aus diesen Erfahrungen bauen sie das Fundament, das ihr Leben trägt. (Renz- Polster, Hüther; 2013, S. 9) Und das wünschen wir uns für unsere Kinder, dass sie bestehen können in dieser Welt, dass sie nicht beim kleinsten Gegenwind entwurzelt werden und dass sie verantwortungsvoll mit sich, mit ihren Mitmenschen und mit ihrem Lebensraum umgehen. Den Grundstein dafür können wir nicht früh genug legen. Deshalb ist unsere Antwort auf die obigen Fragen die Waldpädagogik. Sie bietet heranwachsenden Menschen eine wunderbare Möglichkeit sich mit allen Sinnen zu erfahren, zu spüren und sich zu entwickeln. Wir möchten unseren Kindern diese Möglichkeit geben. Wir möchten mutig sein und einen neuen Weg beschreiten! Wir gehen zusammen mit unseren Kindern in den Wald! WALDKINDERGARTEN ZILLERTAL 1. pädagogische Orientierung Die Wald- und Naturpädagogik Der lebenspraktische Ansatz Erleben mit allen Sinnen Lebensweltbezug - das Weltbild eines Kindes im Kindergartenalter: Die autonome Pädagogik: Der bundesländerübergreifende Bildungsrahmenplan für elementarpädagogische Bildungseinrichtungen in Österreich -Wie kann dieser im Wald umgesetzt werden? Die Rolle der PädagogInnen bzw. wie wir den Kindern begegnen: Ziele unserer Arbeit: Elternarbeit: Integration/Inklusion: 2. Die Gruppe im Waldkindergarten Anmeldung, Schnuppertag Eingewöhnungsphase: Aufnahme Monatsbeitrag 3. Sicherheit im Wald Regeln im Wald 4. Öffnungszeiten 5. Der Tages- und der Jahresablauf 6. Der Wald -unser Platz - unsere Behausung - unsere Notunterkunft 7. Das pädagogische Team 8. Finanzierungskonzept 9. Der Trägerverein 10. Literaturverzeichnis 1. Pädagogische Orientierung: Die Pädagogik des Waldkindergartens Zillertal orientiert sich an verschiedenen - vom Gedankengut her ähnlichen - Leitgedanken. Die Wald- und Naturpädagogik, die autonome Pädagogik, der lebenspraktische Ansatz, Lernen mit allen Sinnen und der Lebensweltbezug von Kindergartenkindern bilden das Grundgerüst unserer Umsetzung. Wie jeder Kindergarten in Tirol erfüllen wir den Erziehungsauftrag des Landes. Im Folgenden ist ausgeführt, welche Grundsätze und Ziele dabei verfolgt werden. Die Wald- und Naturpädagogik: Nimm ein Kind an die Hand und lass dich von ihm führen. Betrachte die Steine, die es aufhebt und höre zu, was es dir erzählt. Zur Belohnung zeigt es dir eine Welt, die du längst vergessen hast. (Werner Bethmann) Die Waldpädagogik zielt darauf ab, den Menschen wieder mit der Natur in Verbindung zu bringen. Im Waldkindergarten ist ein Schwerpunkt natürlich die Kinder für ihre Umwelt, für ihren Lebensraum zu sensibilisieren. Der Verein Waldpädagogik beschreibt auf seiner hompage ( ) die Grundzüge so: Im Wald vom Wald lernen , lautet das Motto der Waldpädagogik.... auf spielerische Weise sollen die Kinder den Wald erforschen und die Zusammenhänge in der Natur selbst entdecken. Eine wirkungsvolle Umwelterziehung kann am besten durch unmittelbares Erleben und eigenes Entdecken erfolgen. Durch diese unmittelbare Begegnung mit dem Wald soll auch das Verständnis für seinen Schutz und seine Pflege gefördert werden. Denn die Nähe zum Wald erweckt in den Kindern die Liebe zur Umwelt und Achtung vor ihr. Während es auf der einen Seite zwar ein steigendes Umweltbewusstsein gibt, nimmt auf der anderen Seite die Naturkenntnis ab. Naturkontakte sind aber eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde seelische Entwicklung von Kindern. Eine natürliche Umgebung verleiht den Kindern das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Die Kinder werden ruhiger und entwickeln mehr Gemeinschaftssinn. In der freien Natur können sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Heute wissen wir, dass kopflastige Information zu wenig ist, um einen positiven Zugang zum Wald, zur Natur und zur Umwelt herzustellen. Durch die Waldpädagogik können Kinder Wissen auf einfache Weise erlernen, indem sie befähigt werden, ihre Sinnesorgane einzusetzen. Der Wald wird mit allen Sinnen erfahren: Das Holz wird ertastet, der Waldboden wird barfuß erfühlt, den Vogelstimmen wird gelauscht, Waldkräuter werden gekostet, es wird mit der Lupe unter die Baumrinde geschaut und Baumharz gerochen. ( Verein Waldpädagogik 2014) Zusätzlich ist die Förderung der physischen, psychischen und seelischen Entwicklung eine andere wichtige positive Auswirkung des Aufenthaltes im Wald. Natur ist niemals gleich. Die Kinder müssen sich jeden Tag aufs Neue auf den im ständigen Fluss befindlichen Naturraum einstellen. Dies verlangt ihnen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, Flexibilität, Anpassung, Kreativität und Einfühlungsvermögen ab. Der lebenspraktische Ansatz: In unserer Gesellschaft ist man immer mehr davon abgewichen, Kinder eigene Erfahrungen machen zu lassen. Erwachsene neigen dazu, Kindern von vornherein zu zeigen, was richtig ist, ohne sie selber ausprobieren zu lassen. Kinder haben Anspruch darauf, ernst genommen zu werden - Anspruch auf ernsthafte, sinnvolle Aufgaben und eine Umgebung, in der Erziehende, Raum und Ausstattung solche ermöglichen.... Doch die Verhältnisse, die sind nicht so - statt in funktionsfähigen, offenen Küchen dürfen die neugierigen, intelligenten, wissenshungrigen Kleinen in ihrer Puppenküche mit Holzäpfeln hantieren, die sich dank Klettverschluss mit einem stumpfen Holzmesser teilen lassen. (Miklitz, 2011, S 49 /50) Kinder brauchen aber das Gefühl nützlich zu sein und das bekommen sie, wenn wir sie an realen, ernsthaften Lebenswirklichkeiten teilhaben lassen. Im Waldkindergarten spielen die eigenen Erfahrungen eine große Rolle. Kinder sind Selbermacher . Sie wollen ausprobieren, versuchen und dabei erlernen. Der lebenspraktische Ansatz geht davon aus, dass wir die alltäglichen Arbeiten zusammen mit den Kindern verrichten und diese beim Erlernen unterstützen. Im Waldkindergarten ist dies wieder ein zentraler Inhalt. Die PädagogInnen sind dafür verantwortlich, den lebenspraktischen Ansatz in den Ablauf des Alltages einzubauen. z. B: selber den Leiterwagen packen und mitziehen, selber die Jause richten, wenn möglich selber kochen, selber unsere Behausung zusammen räumen, Beteiligung bei der Gestaltung unserer Plätze, Bau eines Waldsofas,... Erleben mit allen Sinnen: Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken. (Carlo Karges) Kinder hören zu oft Aber nicht alles anfassen! Dabei müssen Kinder alles anfassen. Sie nehmen die Welt nicht nur mit ihren Augen wahr. Wie Veronika Straaß in ihrem Buch Mit Kindern die Natur entdecken feststellt, lernen Kinder mit allen Sinnen: Für Kinder ist es mindestens genauso wichtig, was ihre Nase, ihre Ohren und ihre Hände ihnen erzählen. Sie schauen mit den Fingern. Sie besehen sich Herbstblätter nicht nur, sondern rascheln begeistert mit den Füßen hindurch und schnuppern daran. Sie gucken sich eine Kröte nicht nur an, sondern wollen ihre warzige Haut befühlen... Sie streicheln sich mit einer Feder übers Gesicht und stippen mit der Zungenspitze neugierig auf einen Tropfen Baumharz. Sie begeistern sich am Spiel mit dem Gleichgewicht, entdecken plötzlich, dass sie eine Menge Zehenspitzengefühl haben, und merken beglückt, was sich alles damit anstellen lässt. Wollen sich Erwachsene einen Eindruck von einer Sache verschaffen, dann kündigen sie an: Ich werfe mal eine Auge drauf. Kinder müssten eigentlich sagen: Ich werfe mich drauf! (Straaß, 2011, S. 10) Dabei ist längst schon erwiesen, dass Kinder am besten lernen, wenn sie etwas auch begreifen, riechen, ausprobieren und sich dabei bewegen können. Diese intensiven Wahrnehmungen auf mehreren Ebenen verankern das Gelernte tief im Langzeitgedächtnis. Im Sinne des ganzheitlichen Lernens spielen hier Tun, Erleben und Lernen auf allen Ebenen zusammen. Gerade der Wald birgt eine Vielzahl von Möglichkeiten diese Wahrnehmungen mit allen Sinnen zu erleben. Hier gibt es nicht schwarz und weiß, heiß und kalt, nass oder trocken, glatt und grob, hell und dunkel. Die Kinder lernen alle möglichen Nuancen und Abstufungen wahrzunehmen. Alleine der Jahreskreislauf mit seinem Wechsel der Jahreszeiten oder das Wetter bieten dazu ein ausschweifendes Lern- und Erlebensfeld für die Kinder. Lebensweltbezug - das Weltbild eines Kindes im Kindergartenalter: Kinder mit drei Jahren begreifen sich bereits als eigene Person, unabhängig zu anderen, wie z.b der Mutter. Allerdings sehen sie sich selber mit ihren Bedürfnissen als Zentrum und denken, dass die ganze Welt ihre Wünsche, Gefühle und Emotionen teilt. Ein dreijähriges Kind erklärt die Tatsache, dass die Sonne scheint damit, dass ihm zu kalt ist und die Sonne es wärmt. Kinder glauben auch, dass alles was es selber wahrnimmt belebt ist und existiert, zum Beispiel Träume, Wolken,... Im Kindergartenalter sind die zwei großen Entwicklungsschritte der Erwerb des Sprechvermögens und des Vorstellungsvermögens. Die Kinder lernen was real ist und was nicht und die Zusammenhänge zwischen sich, anderen und der Natur zu verstehen. (vgl. Jean Piaget, Stadien der Kognitiven Entwicklung: Stadium der Präoperationalen Intelligenz, ) Um ein Kind bestmöglich in seiner Entwicklung zu begleiten ist es unbedingt notwendig seine Lebenswelt zu kennen und zu akzeptieren und Kinder dort abzuholen, wo sie in diesem Entwicklungsprozess stehen. Die autonome Pädagogik: Kinder machen immer nur was sie wollen. Auch sonst haben sie uns einiges voraus! (Werner Bethmann) Wir neigen dazu immer zu wissen, was für unsere Kinder gut ist und berauben sie ihrer eigenen Entscheidungen und ihrer eigenen Erfahrungen. In der autonomen Pädagogik geht man davon aus, dass bereits ein Kind Autonomie erfahren und erlernen soll, damit es sich zu einem eigenständigen Menschen entwickeln kann. Die PädagogInnen haben die Aufgabe das Kind vor negativen Einflüssen bzw. Gefahren zu schützen und gleichzeitig wahrzunehmen, was die aktuellen Themen eines Kindes sind und welche Unterstützung es in der Auseinandersetzung dafür benötigt. Dabei haben Kinder bereits ein sehr gutes Gefühl dafür, was sie brauchen. Und vor allem verfügen sie auch über ein großes Repertoire, sich mitzuteilen. Wichtig ist dabei, nicht nur auf die Sprache zu achten, sondern alle Mitteilungsmöglichkeiten des Kindes zu beobachten. Um ihnen ihre Autonomie zu lassen, braucht es deshalb sehr viel Einfühlungsvermögen der PädagogInnen. Im Waldkindergarten kann es deshalb keine starre Jahresplanung geben. Die Schwerpunkte werden von den Kindern und der Natur sehr stark beeinflusst. Die Kinder werden in Entscheidungen und Lösungsprozesse eingebunden und gefordert selber Ideen einzubringen und umzusetzen. Der bundesländerübergreifende Bildungsrahmenplan für elementarpädagogische Bildungseinrichtungen in Österreich - Wie kann dieser im Wald umgesetzt werden? Natürlich gibt es Bedenken und Skepsis gegenüber Waldkindergärten. Eine der ersten Fragen ist meist, wie die Kinder es schaffen, sich später im Schulsystem zu integrieren. Können Kinder, die so viel Freiraum gewohnt sind still sitzen und dem Unterricht folgen? Mittlerweile ist durch verschiedenste wissenschaftliche Studien bewiesen, dass sich der Besuch eines Waldkindergartens auf alle Entwicklungsbereiche positiv für die Kinder auswirkt und sie keine Probleme beim Einstieg in den Schulalltag haben. Im Bildungsrahmenplan für elementarpädagogische Einrichtungen des Bundesministeriums für Unterreicht, Kunst und Kultur ist aufgezählt, in welchen Bereichen sich Kinder im Kindergartenalter entwickeln sollen und wir wollen hier erklären, wie das im Waldkindergarten umgesetzt werden kann: Emotionen und soziale Beziehungen: Im Waldkindergarten ist es täglich notwendig, dass die Kinder ein Miteinander leben. Durch Austausch, Kompromisse und Zusammenhalt kommen die Kinder gemeinsam ans Ziel. Es ist gar nicht möglich ein Kind zurückzulassen und die Umstände machen es oft notwendig sich am langsamsten Kind zu orientieren. So erleben die Kinder die Stärken und Schwächen, Talente und Fähigkeiten jedes Einzelnen und lernen mit Konflikten konstruktiv umzugehen. Ethik und Gesellschaft: Im Waldkindergarten erleben Kinder die ersten Grundzüge einer Demokratie. Sie übernehmen Verantwortung für sich, die Gruppe und ihren Lebensraum und haben Mitspracherecht in der Gestaltung unseres Alltages. Besonders wichtig ist uns, dass sie neben gesellschaftlichen Werten ökologische Werte kennenlernen. Zudem werden sie den Grundgedanken der Inklusion erleben. Sprache und Kommunikation: Im Waldkindergarten gibt es wenige vorgefertigte Spielsachen und deshalb laufend Anlassfälle um zu sprechen. Die Kinder müssen sich über ihre Fantasien und Vorstellungen gegenseitig immer wieder austauschen. Viele Aktionen sind nur über gemeinsame Besprechung möglich: z.b. einen kleinen Baumstamm zu transportieren geht nur, wenn sich eine Gruppe von Kindern zusammentut und ihr geplantes Vorhaben bespricht. Natürlich werden den Kindern auch im Waldkindergarten Gedichte und Fingerspiele, Lieder, Bücher,... zur Verfügung gestellt. Bewegung und Gesundheit: Waldkindergartenkinder entwickeln eine ausgezeichnete Grobund in der Folge auch eine ausgezeichnete Feinmotorik durch die tägliche intensive Bewegung. Die Sinneswahrnehmungen werden im Wald besonders geschärft, da die Umwelteinflüsse immer auf alle Sinne wirken und ein unerschöpfliches Lernfeld bieten. Zu dem entwickeln die Kinder ein starkes Immunsystem und sind vergleichsweise weniger krank. Durch die Auseinandersetzung mit den Risiken in der Natur bekommen die Kinder auch einen Bezug zu gesundheitsfördernden Verhaltensweisen. Hygiene spielt genauso eine Rolle, wie in jedem Regelkindergarten auch. Ästhetik und Gestaltung: Im Waldkindergarten beschränken sich die Basteleien nicht auf Papier, Karton, Ton, und Kleber in der Bastelecke. Zusätzlich lernen die Kinder mit den einfachen Mitteln, die die Natur zur Verfügung stellt, zu gestalten. Sie dürfen sich auch an Großem ausprobieren. So entstehen Hütten, Brücken, Schaukeln, Bauernhöfe und vieles mehr. Die Kinder werden zudem ermutigt den Umgang mit richtigem Werkzeug zu erlernen. Im Wald steht dabei mehr der schöpferische Prozess als das Ergebnis im Vordergrund. Und keine Sorge: Wir singen, tanzen, malen auch im Waldkindergarten. Natur und Technik: Dass Waldkindergärten einen umfangreichen Bezug zur Natur und ökologischen Zusammenhängen haben, steht auß
Similar documents
View more...
We Need Your Support
Thank you for visiting our website and your interest in our free products and services. We are nonprofit website to share and download documents. To the running of this website, we need your help to support us.

Thanks to everyone for your continued support.

No, Thanks