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Verhaltenstherapie Mitteilungen der Verbände Information by Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation (DGVM) Frau Prof. Dr. med. Martina de Zwaan (Schriftführerin) Abt. Psychosomatik
Verhaltenstherapie Mitteilungen der Verbände Information by Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation (DGVM) Frau Prof. Dr. med. Martina de Zwaan (Schriftführerin) Abt. Psychosomatik und Psychotherapie Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Schwabachanlage Erlangen, Deutschland Tel / , Fax DGVM-Kongress München Der Termin für den nächsten DGVM-Kongress steht nun fest. Er findet vom 1. bis zum 3. März 2007, wiederum in München statt. Der Vorstand der DGVM bittet alle Mitglieder (und auch Nichtmitglieder), Vorschläge für Symposien, Hauptvorträge, Invited Speakers für den 11. DGVM Kongress zu machen (Prof. Dr. B. Kröner-Herwig, Irmela-Florin-Forschungspreis Der Irmela-Florin-Forschungspreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wird für die Verleihung im Rahmen des 11. Kongresses der DGVM in München (März 2007) neu ausgeschrieben. Dotierung: 1000 Euro (www.dgvm-online.de). Deadline für die Bewerbung: Bewerbungen an den Vorstand: Prof. Dr. B. Kröner-Herwig, uni-goettingen.de. Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.v. (DGVT) Bundesgeschäftsstelle Postfach Tübingen, Deutschland Tel /943494, Fax Wenn Bachelor und Master kommen Bericht zum DGVT-Dialogforum «Bachelor / Master» am in Berlin In den nächsten Jahren werden an deutschen Hochschulen Bachelor- und Master-Studiengänge eingeführt. Dieser so genannte Bologna-Prozess soll gemäß den politischen Richtlinien bis zum Jahr 2010 abgeschlossen sein. Den Berufsstand der Psychotherapeuten betrifft diese Reform in besonderem Maße, da sie viele Fragen bezüglich der Zulassungsvoraussetzungen zur Psychotherapieausbildung und der Eigenständigkeit des Berufsstandes aufwirft [Alpers und Vogel, 2004]. Die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie hatte am 2. Dezember 2005 zum Informations- und Meinungsaustausch in die Katholische Akademie Berlin eingeladen. In sechs Positionsreferaten wurde ein breites Spektrum an Informationen, Fragen und Meinungen dargestellt. Dr. Heiner Vogel (Würzburg) und Prof. Armin Kuhr (Dinklar) leiteten eine lebhafte Diskussion mit ca. 70 Teilnehmern, darunter die Vertreter der wichtigsten Psychotherapieverbände und Ausbildungsinstitute sowie der Kammern. H. Vogel eröffnete die Veranstaltung mit dem Hinweis darauf, dass trotz des weit fortgeschrittenen politischen Entscheidungsprozesses der Wissensstand unter den betroffenen KollegInnen und Verbänden oft noch lückenhaft ist. Seitdem die Problematik durch erste Publikationen aufgegriffen wurde, haben auch die Deutsche Gesellschaft für Psychologie [2005; Pietrowsky, 2005] und einige Therapieverbände [z.b. Ruggaber und Kuhr, 2005] sowie die Bundespsychotherapeutenkammer offizielle Stellungnahmen verabschiedet. Als Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) fasste Dr. Uwe Bentrup die Zielmarken des Bologna-Prozesses zusammen: Bis zum Jahr 2010 soll ein ge- Fax S. Karger GmbH, Freiburg Accessible online at: meinsamer europäischer Hochschulraum gebildet sein. Das Ziel, bis zum Jahr 2005 europaweit einheitliche Studienabschlüsse zu haben, sei jedoch erst zu 60% erreicht. In Deutschland überwiegen dabei Bachelor-Studiengänge mit 6 Semestern und Master-Studiengänge mit 4 Semestern. Insgesamt liege Deutschland mit 34% neuen Studiengängen im europäischen Reformprozess im Mittelfeld. In der Diskussion hob Prof. Hannelore Weber (Universität Greifswald) hervor, dass der Master der so genannte Regelabschluss sein müsse und nicht ein weniger qualifizierter Bachelor. Dr. Bentrup bekräftigte, dass der Bachelor entsprechend allen Vorgaben ein berufsqualifizierender Abschluss sein müsse (Akkreditierungskriterium), was jedoch auf dem Markt gefordert werde, könne nicht politisch festgelegt werden. Die «Position der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie» wurde von Prof. Thomas Fydrich (HU Berlin) dargestellt. Ein konsekutiver Studiengang mit Bachelor of Science und Master of Science solle in Zukunft der Regelfall sein, da für die Vermittlung der Kernkompetenzen eines Psychologen mehr als 6 Semester erforderlich seien. Der Sorge um lange Ausbildungszeiten (MSc plus Therapieausbildung) solle dadurch begegnet werden, dass Inhalte aus dem Studium künftig besser in der Ausbildung anrechenbar werden. Die Bedeutung hoher wissenschaftlicher Standards für zukünftige Psychotherapeuten in einer sich rasant weiterentwickelnden Wissenschaft wurde auch vom nächsten Redner betont. Prof. Dietmar Schulte (Universität Bochum), einer der Väter des Psychotherapeutengesetzes, erläuterte anhand erster «Erfahrungen mit Bachelor-Studiengängen für Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum und mit der Vorbereitung eines Master-Studienganges», wie dies erreicht werden kann. Die neueste Perspektive aus Bochum sind Konzepte für Promotionsstudiengänge, die normalerweise über den MSc, bei sehr guten Noten auch auf einem «fast track» über den BSc, erreicht werden können. Über die «Position der Fachhochschulen bei der Frage des Zugangs zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie-Ausbildung» wurde von Prof. Albert Mühlum und Prof. Silke Birgitta Gahleitner von der Fachhochschule Ludwigshafen referiert. Mühlum fasste zusammen, dass die meisten Vertreter der FH inzwischen den Masterabschluss als Zugangsvoraussetzung zur KJP für angemessen hielten. Auch Gahleitner betonte die Rolle der sozialen Arbeit bei der Ausbildung des Nachwuchses für die KJP und schilderte, dass die dabei vertretene wissenschaftliche Perspektive wichtig sei. In der Diskussion wurde auf Erfahrungen im angloamerikanischen System verwiesen, in dem die akademischen Anforderungen ausgesprochen hoch sind (Koppelung der Therapieausbildung an den Erwerb eines Doktorgrades). Die spezielle «Position der Fachhochschulen bei der Frage des Zugangs zur Ausbildung des Psychologischen Psychotherapeuten» wurde von Prof. Mark Helle von der Hochschule Magdeburg-Stendal erläutert. Helle geht davon aus, dass die bisherige Beschränkung der Zulassung auf universitäre Diplompsychologie-Abschlüsse keinen Bestand mehr habe und votierte außerdem für eine Komprimierung der bisherigen Studieninhalte des Diplomstudienganges (reale Studienzeit zurzeit ca. 12 Semester) auf einen 6-semestrigen Bachelor-Studiengang. Helle bezog mit beiden Aussagen eine klare Gegenposition zur DGPs und den Kammern, die dies in der Diskussion nochmals bestätigten. Prof. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, zitierte in der Diskussion einen wenig bekannten Passus in der Begründung zum 1999 verabschiedeten Psychotherapeutengesetz (II.11) aus dem klar hervorgeht, dass wegen der hohen Anforderungen an die Heilberufe «nur Diplompsychologen mit einem Universitätsoder diesem gleichstehenden Abschluss» der Zugang zur Ausbildung möglich ist. Wegen der politisch definierten Gleichstellung zum Diplom sei damit der Master der erforderliche Abschluss. Prof. Hannelore Weber (Universität Greifswald), Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, berichtete über «die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung von Studiengängen (AQAS)», in Bonn. Diese Agentur ist eine unter mehreren, die von den Hochschulen herangezogen werden kann. Die Hochschulen müssen im Akkreditierungsprozess ihre Studiengänge gemäß strengen Kriterien beschreiben. Damit verbleibe die Aufgabe der Definition von Zielen bei den Fachverbänden und Hochschulen selbst. In der Diskussion wurde nochmals deutlich, dass die Akkreditierung einige bürokratische Komplikationen mit sich bringt. Zusammenfassend ist festzustellen: Obwohl die betroffenen Personenkreise nach und nach besser über die Aufgaben, die an die Psychologie gerichtet werden, informiert sind, besteht noch viel Abstimmungsbedarf. Hochschulen, Ausbildungsinstitute und Fachverbände müssen sich auch gegenseitig über ihre Ziele unterrichten. Dr. Georg W. Alpers Institut für Psychologie, Universität Würzburg Literatur Alpers GW, Vogel H: Bachelor oder Master, wer wird Psychotherapeut? Was die Neufassung der Studienabschlüsse für die Psychotherapieausbildung bedeutet. Psychotherapeutenjournal 2004;3: Deutsche Gesellschaft für Psychologie: Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie e.v. (DGPs) zur Einrichtung von Bachelor- und Masterstudiengängen in Psychologie an den Universitäten. Psychol Rundsch 2005;56:242. Pietrowsky R: Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie: Empfehlungen für die Eingangsvoraussetzungen bei Bachelor-/Master-Studienabschlüssen für die Ausbildung in Psychologischer Psychotherapie. Psychol Rundsch 2005;56:309. Ruggaber G, Kuhr A: Die Neuregelung des Zugangs zur Psychotherapieausbildung in der Folge der Einführung von Bachelor-/Master-Studiengängen in Psychologie: Eine ausbildungspolitische Chance? Verhaltensther Psychosoz Prax 2005;37: Mitteilungen der Verbände Information by 73 Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation (AVM-Ö) Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation Geschäftsstelle Vierthalerstr. 8/2/ Salzburg, Österreich Tel./Fax +43 (0)662/ Wissenschaftliche Tagung der AVM Von Freitag bis Samstag, den Oktober 2005 fand die 7. wissenschaftliche Tagung der AVM «Verhaltenstherapie, Körper und Psychosomatik» in Salzburg statt. Diese Thematik gewinnt immer mehr wissenschaftliches und auch öffentliches Interesse. Ass.-Prof. Dr. Anton-Rupert Laireiter führte in die Thematik ein und gab einen geschichtlichen Überblick über die beziehungsvolle und «lange Geschichte von Körper, Psychosomatik und Verhaltenstherapie». Der Körper spielt auf vielen Ebenen der Verhaltenstherapie eine wichtige Rolle. Als «Organismusvariable» (= Mediatorvariable) wurde der Körper bereits im klassischen S-R-Modell eingeführt. In diesem Modell vermitteln organismische Besonderheiten zwischen Stimulus und Reaktion: z.b. als Anspannungs- und Aktivierungsniveau, als biologische Reaktionsmuster (fight-flight, Stress etc.) oder als gelernte Reaktionsmuster. Dementsprechend wurden damals bereits allgemeine Interventionsmethoden wie Entspannung, oder spezifische Interventionen wie Fitness, Laufen oder Gewichtsregulierung eingesetzt. Im 3-Ebenen-Modell des Verhaltens ist der Körper «Reaktionsebene». Er ist Ausdrucksort für Belastungen und Konflikte und damit Thema der Psychosomatik. Er wird als (neuro-/psycho-)biologisches System verstanden und ist dementsprechend Gegenstand theoretischer Modelle und Behandlungen (Verhaltensmedizin, Psychosomatik, somatoforme Störungen, Essstörungen etc.). Der Körper ist in einer ganzheitlichen Sichtweise Bestandteil der Person. Als Verhaltensebene findet er systematische Berücksichtigung im Bedingungsmodell und Therapieplan. Die Interventionen gehen über Entspannung hinaus und betreffen etwa Aktivierung und Körperinterventionen, Konfrontation, Biofeedback und Pharmaka. Unter dem Aspekt des Körpers als (psycho-/neuro-)biologisches System werden biologische, insbesondere neuro- und psychobiologischer Erkenntnisse in die Verhaltenstherapie integriert. Zahlreiche störungsspezifische Anwendungen wurden in Theorie und für die Praxis entwickelt, z.b. Schizophrenie, Depression, Angststörungen, Zwänge, (psycho-) somatische Erkrankungen (Schmerz) oder Essstörungen. Laireiter zeigte den einerseits großen Fortschritt in der Erforschung des Verhältnisses von Körper, Psychosomatik und Verhaltenstherapie, andererseits sieht er wie auch die nachfolgenden Referenten viele unbearbeitete Flecken in der Erforschung der Körpertherapien. Prof. Dr. Dirk Revenstorf, Tübingen, zeigte in seinem Vortrag «Nutzung von Körper und Affekt in der Psychotherapie» die eng miteinander verzahnten Komponenten Kognition und Affekt in der menschlichen Informationsverarbeitung auf. Denkmuster und emotionale Reaktionen können dysfunktional werden. In der Therapie geht es häufig darum, emotionale Ressourcen zu mobilisieren. Dazu dient die erlebnisnahe Verfolgung von Wahrnehmung, Kognition und Affekt in der aktuellen Situation. Körpertherapie und Gestalttherapie haben hierfür vielfältige Techniken zur Verfügung gestellt: Wahrnehmungsexperimente, Arbeit mit intrapsychischen Polarisierungen, Lokalisierung und Auflösungen körperlicher Blockaden und anderes. Im Wesentlichen geht es darum, Barrieren im Handlungsentwurf aufzudecken. Die auftauchenden Hindernisse werden analysiert und revidiert. Bei diesem spannenden Verfahren kommen verbale und nonverbale Interventionen gleichermaßen zur Anwendung wie szenische Darstellungen und Rekapitulationen. Dr. Raimund Böse, Berlin, referierte über «Körperbildtherapie bei Anorexie und Bulimia nervosa». Er wies auf die Bedeutung von Körperbildproblemen für den Verlauf von Essstörungen hin. Körperwahrnehmungsstörungen sowie Schwierigkeiten mit der Körperakzeptanz stellen ein Hauptproblem bei der Behandlung von Essstörungen dar. Ausgehend von aktuellen Störungsmodellen stellte er verschiedene kognitiv-behaviorale Interventionen wie Körperwahrnehmungsübungen, Imaginationsübungen, Körperumrisszeichnungen, Seiltechniken, Spiegelübungen und Videobetrachtungen vor, die er auch anhand von Fallbeispielen und einem Video illustrierte. Er zeigte auf, dass Körperakzeptanzprobleme selten von alleine verschwinden und deren Veränderung spezifischer, direkter Interventionen bedarf. Prim. Univ.-Prof. Dr. Christoph Stuppäck, Salzburg, zeigte in seinem Vortrag «Psychopharmakotherapie bei Schmerzen», die Bedeutung von Psychopharmaka in der Schmerztherapie. Antidepressiva und «Mood Stabilizer» haben eine gut nachgewiesene antinozizeptive Wirkung, wobei Antidepressiva der neueren Generation wie Venlafaxin oder Mirtazapin Erfolg versprechende Optionen sind. Aus der Reihe der Mood Stabilizer sind für unterschiedliche Indikationen Carbamazepin, Gabapentin, aber auch Lithium in speziellen Anwendungen wirksam. Trizyklische Antidepressiva (oft in zu niederen Dosierungen) werden noch immer zu häufig verabreicht. Neben einer direkten Beeinflussung des Schmerzes ist aber auch die antidepressive Wirksamkeit in der Therapieplanung von Bedeutung, da bis zu 50% aller SchmerzpatientInnen Depressionskriterien erfüllen. Ein besonders schwieriges therapeutisches Problem stellt die somatoforme Schmerzstörung dar, hier stehen jedoch eindeutig nichtpharmakologische Be- 74 Mitteilungen der Verbände Information by handlungsmethoden im Vordergrund. Prof. Stuppäck plädierte für Interdisziplinarität und machte deutlich, dass in der Therapie chronischer Schmerzen neben anderen Methoden eine Kombination von Psychopharmaka und Psychotherapie zum Standard werden sollte. Herr Johannes Rudnik, Salzburg, stellte in seinem Vortrag «Atem- und Körperarbeit in der Verhaltenstherapie» psychotherapeutische Interventionen über die Körperebene vor. Aus der Perspektive der Biomechanik und der Physiologie erläuterte er therapeutische Ansatzpunkte wie Atmung, Haltung und nonverbalen Ausdruck. Verfestigte Bewegungsmuster sind häufig aufrechterhaltende physiologische Faktoren des Störungsverhaltens. Hr. Rudnik stellte einfache Kurzinterventionen auf Körperebene z.b. für die Schulung von Bewusstheit und die persönliche Identität vor. Anhand von vielen Beispielen analysierte er den Ansatz zur Verhaltensänderung über die Wirkung von Interventionen auf Körperebene. Mag. Ilse Müller, Graz, sprach über «Haut und Verhaltenstherapie». Die Zunahme von Hauterkrankungen lässt sich vermutlich nicht nur auf allergische Reaktionen zurückführen, sondern auch auf Stress und Umweltbelastungen. Psychische Faktoren spielen eine Rolle und werden deshalb in psychosomatische Behandlungskonzepte miteinbezogen. Das Wissen über theoretische Konzepte über Ursachen, Auslöser und aufrechterhaltende Bedingungen der Hautkrankheiten, über Krankheitsbewältigungskonzepte und Komorbiditäten mit anderen psychischen Erkrankungen ist für die therapeutische Praxis besonders wichtig. Denn es ist häufig unklar, ob eine Hauterkrankung Ursache, Folge oder Begleiterscheinung psychischer Symptomatik ist. Eine ausführliche Diagnostik und eine präzise Therapieplanung sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ebenso wie die Entwicklung individueller spezifischer Behandlungsschemata. Mit Fallbeispielen wurde das Vorgehen in der Verhaltenstherapie dokumentiert. Dr. Helmut Werner Ott, Innsbruck, zeigte in seinem Vortrag «Paarberatung bei Unfruchtbarkeit» auf, dass Sexualität und Kinderwunsch zu den elementarsten menschlichen Bedürfnissen gehören und die moderne Reproduktionsmedizin ihren Teil zur Erfüllung eines ohne medizinische Hilfe nicht möglichen Kinderwunsches beiträgt. Die Verarbeitung des unerfüllten Kinderwunsches und das Zurückkehren des Paares zu einer lustvoll erlebten Sexualität stellt für den Verhaltenstherapeuten einer reproduktionsmedizinischen Abteilung eine Herausforderung dar. Prim. Univ.-Doz. Dr. Annemarie U. Schratter-Sehn, Wien, referierte über ihre Studie «Verhaltenstherapie in der Psychoonkologie», die sie gemeinsam mit Dr. Max Leibetseder, Salzburg, durchgeführt hatte. Sie zeigte auf, dass strahlentherapeutische Behandlungen von TumorpatientInnen häufig mit behandlungsbedingten Nebenwirkungen und starken psychosozialen Belastungen verbunden sind. Psychophysische Belastungen, Anpassungsprobleme, Depressionen, Angst und Traumatisierungen werden von PatientInnen zwar wahrgenommen, aber sehr häufig dem medizinischen Personal gegenüber nicht geäußert und bleiben deshalb im Rahmen eines multimodalen Therapiemanagements unbehandelt. Es kommt auch oft zu Verleugnung und Verdrängung psychischer Probleme. Durch unbehandelte psychosoziale Belastungen steigt die Intensität subjektiv erlebter Nebenwirkungen und damit verschlechtert sich die Lebensqualität der PatientInnen. Um die psychische Behandlungsbedürftigkeit der PatientInnen zu erheben, wurden am Institut für Radioonkologie Fragebogenuntersuchungen für die Einstufung der Befindlichkeit und die Erfassung psychosozialer Probleme (Angst, Depressionen, PTSD, sexuelle Störungen, Schlafstörungen etc.) durchgeführt. Aufgrund der Ergebnisse werden verhaltenstherapeutische Maßnahmen in das Gesamtbehandlungsmanagement eingebaut, damit die psychoonkologische Versorgungsstruktur optimiert wird. Gezielt eingesetzte verhaltenstherapeutische Maßnahmen in der Onkologie sowie Gruppentherapieergebnisse wurden dargelegt. Die Referenten/innen und Workshopleiter/innen der 7. Wissenschaftlichen Tagung der AVM boten hervorragende Wissenschaft und exzellente Praxis. Aus- und Weiterbildung Das Interesse an der VT-Ausbildung hält erfreulicherweise an. Der 9. Lehrgang hat in Graz-Klagenfurt begonnen und für Frühjahr 2006 ist der 10. Lehrgang in Salzburg geplant. Der 4. Lehrgang «Klinische Psychologie & Gesundheitspsychologie» über 3 Semester für die Absolvierung der theoretischen Inhalte der Ausbildung zum Klinischen und Gesundheitspsychologen gemäß 5 Psychologengesetz ist für das Frühjahr 2006 in Salzburg geplant. Eingetragene Psychotherapeuten, die Interesse daran haben, die Zusatzqualifikation «Verhaltenstherapie» nach dem Psychotherapiegesetz zu erreichen, können jederzeit in die Weiterbildung einsteigen. Die Weiterbildung umfasst 405 Stunden. Die 2. «Weiterbildung in Sexualtherapie» mit Dr. med. Ulrike Brandenburg und Dr. Steffen Fliegel beginnt am Die 2. Weiterbildung in der «Dialektisch Behavioralen Therapie» nach Marsha Linehan ist in Vorbereitung. Interessenten können sich melden. Tagung Die 8. Wissenschaftliche Tagung der AVM mit dem Thema «Verhaltenstherapie einst und jetzt» findet vom Oktober 2006 in Salzburg statt. Dr. Liselotte Mäni Kogler Vorsitzende Mitteilungen der Verbände Information by 75 IFKV Bad Dürkheim Staatlich anerkanntes Ausbildungsinstitut Institut für Fort- und Weiterbildung in klinischer Verhaltenstherapie e. V. Kurbrunnenstr. 21a, Bad Dürkheim, Deutschland Organisation: Gisela Pfarr, Tel /68019, Internet: IFKV-Fort- und Weiterbildungen 2006 Ärztliche Weiterbildung Neue Selbsterfahrungsgruppe: Beginn: 19./ , Gesamtumfang 140 Stunden. Neue IFA-Gruppe (Interaktionelle Fallarbeit): Beginn: , Gesamtumfang 70 Stunden. Psychosomatische Grundversorgung: Begi
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